Von bedroh­ten Del­fi­nen, Schwei­nen, Wild­eseln und mehr

Arten­schutz­sonn­tag im Tiergarten

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Tiergarten
Visayas-Pustelschweine. Foto: Tiergarten Nürnberg / Tom Burger
Zum Inter­na­tio­na­len Tag der bio­lo­gi­schen Viel­falt lädt der Tier­gar­ten der Stadt Nürn­berg am kom­men­den Sonn­tag, 24. Mai, zu einem Arten­schutz­tag ein. In Kurz­vor­trä­gen und einer beglei­ten­den Aus­stel­lung erhal­ten Besu­che­rin­nen und Besu­cher Ein­bli­cke in welt­wei­te Arten­schutz­pro­jek­te des Tier­gar­tens und sei­ner Part­ner, wie der Tier­gar­ten Nürn­berg mitteilt.

Der Akti­ons­tag fin­det von 11 bis 15 Uhr auf der Wie­se gegen­über dem Wüs­ten­haus statt. Eine Anmel­dung ist nicht erfor­der­lich. Der Besuch ist im regu­lä­ren Tier­gar­ten­ein­tritt ent­hal­ten. Im Mit­tel­punkt des Arten­schutz­tags ste­hen fünf Pro­jek­te, mit denen der Tier­gar­ten bedroh­te Arten und ihre Lebens­räu­me schützt.


Rück­kehr der Kula­ne: Hoff­nung für die Steppe

Um 11.30 Uhr geht es um gro­ße Pflan­zen­fres­ser, die eine wich­ti­ge öko­lo­gi­sche Funk­ti­on erfül­len Sie hel­fen dabei, Land­schaf­ten offen zu hal­ten und sie als Lebens­raum für zahl­rei­che Tier- und Pflan­zen­ar­ten zu bewah­ren. So auch in der kasa­chi­schen Step­pe: Unter Feder­füh­rung der Natur­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on Asso­cia­ti­on for the Con­ser­va­ti­on of the Bio­di­ver­si­ty of Kazakh­stan und in enger Zusam­men­ar­beit mit der Zoo­lo­gi­schen Gesell­schaft Frank­furt unter­stützt der Tier­gar­ten dort seit 2011 die Wie­der­an­sied­lung von Kula­nen (Equus hemi­o­nus) und Prze­wal­ski-Pfer­den (Equus przewalskii).


Feu­er­sa­la­man­der Erhal­tungs­zucht und Therapie

Um 12.30 Uhr ist der hei­mi­sche Feu­er­sa­la­man­der (Sala­man­dra sala­man­dra), der stark bedroht ist, The­ma. Neben der zuneh­men­den Tro­cken­heit, ver­schmutz­ten Gewäs­sern und dem Stra­ßen­ver­kehr setzt ihm vor allem die Pilz­er­kran­kung Batrachoch­ytri­um sala­man­dri­vorans (Bsal) mas­siv zu. In Koope­ra­ti­on mit Citi­zen Con­ser­va­ti­on, Frogs and Fri­ends e. V., dem Lan­des­bund für Vogel- und Natur­schutz e. V. und dem BUND Natur­schutz in Bay­ern e.V. arbei­tet der Tier­gar­ten dar­an, den schwarz-gel­ben Lurch vor dem Aus­ster­ben zu bewahren.


Bedroh­te Schwei­ne­ar­ten: Ret­tung vor dem Virus

Die Afri­ka­ni­sche Schwei­ne­pest (ASP) bedroht in Süd­ost­asi­en alle zwölf ende­mi­schen Schwei­ne­ar­ten – und damit rund zwei Drit­tel aller Schwei­ne­ar­ten welt­weit. Unter Hoch­druck arbei­tet der Tier­gar­ten Nürn­berg mit Part­nern wie der Zoo­lo­gi­schen Gesell­schaft für Arten- und Popu­la­ti­ons­schutz, der IUCN SSC Wild Pig Spe­cia­list Group und Part­nern vor Ort dar­an, Schutz­maß­nah­men für vom Aus­ster­ben bedroh­te Schwei­ne­ar­ten in Asi­en vor­an­zu­trei­ben. Dies umfasst unter ande­rem den Auf­bau von Zucht- und Auf­fang­sta­tio­nen für ver­schie­de­ne Schwei­ne­ar­ten, Feld­for­schung sowie die Ent­wick­lung von Impfstoffen.


Aqua­ti­sche Säu­ge­tie­re schüt­zen: Öko­sys­te­me stärken

Der Kurz­vor­trag um 14.30 Uhr wid­met sich aqua­ti­schen Säu­ge­tie­ren. Die in Nürn­berg ansäs­si­ge Arten­schutz­ge­sell­schaft YAQU PACHA e. V. setzt sich seit 1992 für bedroh­te was­ser­le­ben­de Säu­ge­tie­re Latein­ame­ri­kas ein. Denn fast die Hälf­te aller Wal- und Del­fin­ar­ten welt­weit ist gefähr­det, unter den Arten mit einer küs­ten­na­hen Ver­brei­tung sind es weit­aus mehr. Ein Schwer­punkt ist bei­spiels­wei­se der Schutz des Fran­cisca­na-Del­fins (Pon­to­po­ria blain­vil­lei), der bedroh­tes­ten Del­fin­art Südamerikas.


Har­py­ien-Zen­trum Nürn­berg: For­schung und Arterhalt

Ergän­zend gibt es eine Aus­stel­lung Der Tier­gar­ten Nürn­berg ist einer von nur vier Zoos im Euro­päi­schen Zoo­ver­band EAZA, der Har­py­ien (Har­pia har­py­ja) hält – und der­zeit der ein­zi­ge, der erfolg­reich züch­tet. Seit Sep­tem­ber 2024 koor­di­niert der Tier­gar­ten das neu ein­ge­rich­te­te Euro­päi­sche Erhal­tungs­zucht­pro­gramm (EAZA Ex-situ Pro­gram­me, kurz EEP), um die Zucht wei­ter zu stär­ken und den Erhalt der Art zu sichern. Zudem betei­ligt er sich an meh­re­ren inter­na­tio­na­len For­schungs­pro­jek­ten. „Seit Jahr­zehn­ten enga­giert sich der Tier­gar­ten welt­weit für den Arten­schutz – mit For­schungs­ar­beit, Erhal­tungs­zucht und einer umfas­sen­den Umwelt­bil­dung vor Ort“, sagt Dr. Loren­zo von Fer­sen, Kura­tor für For­schung und Arten­schutz im Tier­gar­ten. „Mit unse­rem Arten­schutz­tag möch­ten wir einen Teil unse­rer Akti­vi­tä­ten sicht­bar machen.“

„Seit kur­zem kön­nen Besu­che­rin­nen und Besu­cher auch ganz ein­fach über unse­ren Online-Shop einen kon­kre­ten Bei­trag zum Arten­schutz leis­ten – mit unse­rem neu­en Arten­schut­z­eu­ro. Damit kann jede und jeder Pro­jek­te unter­stüt­zen, die unmit­tel­bar Wir­kung zei­gen von der kasa­chi­schen Step­pe bis in unse­re hei­mi­schen Wäl­der“, sagt Jörg Beck­mann, stell­ver­tre­ten­der Direk­tor und Bio­lo­gi­scher Lei­ter des Tiergartens.

Den frei­wil­li­gen Arten­schut­z­eu­ro kön­nen Gäs­te über den Online- Ticket­shop des Tier­gar­tens leis­ten unter tiergarten-nuernberg.ticketfritz.de.

Die Ver­an­stal­tung ist Teil eines brei­ten Füh­rungs­an­ge­bots der Stadt Nürn­berg zum Inter­na­tio­na­len Tag der Bio­di­ver­si­tät. Die­ser fin­det seit 25 Jah­ren jähr­lich am 22. Mai statt und macht auf den Rück­gang der bio­lo­gi­schen Viel­falt auf­merk­sam. Aus die­sem Anlass hat das Refe­rat für Umwelt und Gesund­heit gemein­sam mit den Betei­lig­ten des Bünd­nis­ses für Bio­di­ver­si­tät Nürn­berg ein viel­fäl­ti­ges Pro­gramm aus Füh­run­gen, Exkur­sio­nen und Aktio­nen zusam­men­ge­stellt. Aus­führ­li­che Infor­ma­tio­nen und die Kon­takt­da­ten zur Anmel­dung sind zu fin­den unter nuernberg.deinternetumweltreferatbiodiversitaet.html

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