Die Herbsttagung der Arbeitsgemeinschaft (AG) Historische Städte fand Anfang Dezember in Bamberg statt. Die UNESCO-Welterbestadt Bamberg war nicht nur Gastgeberin, sondern führt seit Juni dieses Jahres auch turnusgemäß für zwei Jahre die Geschäftsführung der AG, wie die Stadt Bamberg mitteilt.
Als amtierender Sprecher der Arbeitsgemeinschaft begrüßte Oberbürgermeister Andreas Starke die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung und gab einen kurzen Rundumblick über aktuelle Themen der Bamberger Stadtentwicklung. Dabei ging er unter anderem auf die Entwicklungen rund um das Projekt LuiOne, den fortschreitenden Bahnausbau, die Situation des Ankerzentrums sowie die Planungen zum Standort der Bundespolizei ein.
Tagungsort war das LuiOne-Gebäude in Bahnhofsnähe, eingebettet in ein städtebaulich hochdynamisches Umfeld. Die angrenzenden Projekte, darunter die geplante Nachverdichtung im Kaimsgarten, der Neubau des Atriums sowie die Entwicklung des Quartiers LuiOne, verdeutlichen exemplarisch die Herausforderungen, vor denen historisch gewachsene Städte angesichts begrenzter Flächen und steigender Anforderungen an nachhaltige Stadtentwicklung stehen.
Daher widmete sich ein inhaltlicher Schwerpunkt der Tagung der Bamberger Gärtnerstadt, deren europaweit einzigartige Struktur und lange Traditionsgeschichte von zentraler städtebaulicher Bedeutung für das Weltkulturerbe sind. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Mitgliedstädte erhielten neben den geplanten Entwicklungen einen vertieften Einblick in die historische Entwicklung und die aktuellen Herausforderungen des Gebietes.
Abgerundet wurde der Themenblock durch einen gemeinsamen Rundgang durch die Gärtnerstadt. Dabei gewährte unter anderem Herr Neubauer Senior von der Gärtnerei Neubauer eindrückliche und authentische Einblicke in die Lebenswirklichkeit der ortsprägenden Gärtnerbetriebe.
Impulsvortrag zur Zukunft der Städtebauförderung
Ein besonderer Höhepunkt der Tagung war der Besuch von Dr. Timo Munzinger vom Deutschen Städtetag. In seinem Impulsvortrag zur Zukunft der Städtebauförderung, mit ihren Herausforderungen und Perspektiven skizzierte er wesentliche Entwicklungen und Reformansätze für die kommenden Jahre.
Der offene Austausch im Anschluss – sowohl in der Diskussion als auch in zahlreichen Gesprächen im weiteren Verlauf des Tages – gab der AG Historische Städte wertvolle Anregungen für ihre künftige inhaltliche Arbeit.
Die Tagung in Bamberg hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig der kontinuierliche fachliche Austausch der Mitgliedstädte ist, um den Erhalt historischer Stadtstrukturen, zukunftsfähiger Entwicklungsperspektiven und die Stärkung urbaner Identität gemeinsam voranzutreiben.
Die AG Historische Städte
Die AG ist seit 1973 ein kommunaler Zusammenschluss historischer Städte, heute bestehend aus den Mitgliedstädten Bamberg, Görlitz, Lübeck, Meißen, Regensburg und Stralsund. Ziel der Mitglieder ist es, sich zugunsten der historischen Altstädte mit dem Instrumentarium der Städtebauförderung auseinander zu setzen.
