Inter­na­tio­na­ler Tag gegen Gewalt an Frau­en und „Oran­ge Days“

Bam­berg setzt Zei­chen gegen Gewalt an Frauen

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Die Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Bamberg, Nina Köhler und Gabriele Kepic, und die Mitglieder der Gleichstellungskommission Ingeborg Eichhorn (SPD), Claudia John (FW-BuB-FDP) und Leonie Pfadenhauer (Grünes Bamberg) zeigen gemeinsam mit Zweiten Bürgermeister Jonas Glüsenkamp Flagge, Foto: Gleichstellungsstelle Stadt Bamberg
Als Zei­chen gegen Gewalt an Frau­en zei­gen die Gleich­stel­lungs­stel­le der Stadt Bam­berg, Zwei­ter Bür­ger­meis­ter Jonas Glü­sen­kamp und die Gleich­stel­lungs­kom­mis­si­on Flag­ge und set­zen ein kla­res State­ment. Die Akti­ons­fah­ne von UN-Women und Gleich­be­rech­ti­gung und Ver­net­zung e.V. weht ab mor­gen, dem Inter­na­tio­na­len Tag gegen Gewalt an Frau­en, vor dem Rat­haus Maxplatz.

Gewalt gegen Frau­en bereits mit all­täg­li­chen plum­pen Anma­chen, frau­en­feind­li­chen Wit­zen und Beschimp­fun­gen, fin­det aber meist zu Hau­se in den eige­nen vier Wän­den statt, in denen alle 45 Minu­ten eine Frau Opfer von häus­li­cher Gewalt wird und das Zuhau­se zu einem gefähr­li­chen Ort, einem Gefäng­nis aus Scham und Angst. Jede drit­te Frau in Deutsch­land wird min­des­tens ein­mal im Leben Opfer von Gewalt wie bei­spiels­wei­se sexu­el­le Beläs­ti­gung, Demü­ti­gung, Belei­di­gung, Prü­gel, Bedro­hung, Stal­king oder Ver­ge­wal­ti­gung. Sta­tis­tisch gese­hen sind rund 12 Mil­lio­nen Frau­en aus allen gesell­schaft­li­chen Schich­ten und jeden Alters betrof­fen. Erschre­cken­de Zah­len und den­noch ist vor allem das The­ma sexu­el­le und häus­li­che Gewalt immer noch ein Tabu. Nur jede fünf­te Betrof­fe­ne wen­det sich an eine Bera­tungs- und Unter­stüt­zungs­ein­rich­tung. Dar­um wer­den auch in Bam­berg die „Oran­ge Days“ genutzt, um auf das The­ma auf­merk­sam zu machen, ein kla­res Zei­chen gegen Gewalt an Frau­en zu set­zen und auf Hilfs­an­ge­bo­te hin­zu­wei­sen. Der Akti­ons­zeit­raum beginnt am 25. Novem­ber, dem Inter­na­tio­na­len Tag gegen Gewalt an Frau­en und endet am 10. Dezem­ber, dem Tag der Menschenrechte.

Als Zei­chen gegen Gewalt an Frau­en zei­gen die Gleich­stel­lungs­stel­le der Stadt Bam­berg gemein­sam mit Zwei­ten Bür­ger­meis­ter Jonas Glü­sen­kamp und der Gleich­stel­lungs­kom­mis­si­on Flag­ge und set­zen so ein kla­res State­ment: „Wir sagen NEIN zu Gewalt gegen Frau­en!“ Die Akti­ons­fah­ne von UN-Women und Gleich­be­rech­ti­gung und Ver­net­zung e.V. in knal­li­gem Oran­ge weht ab dem 25. Novem­ber vor dem Rat­haus Maxplatz.

Mit der Pla­kat­ak­ti­on vor den Lie­bes­schlös­sern an der Ket­ten­brü­cke unter­stüt­zen die Gleich­stel­lungs­stel­len von Stadt und Land­kreis Bam­berg auch in die­sem Jahr wie­der die Kam­pa­gne „Wir bre­chen das Schwei­gen“ des Hilfetelefons.


Jedes „Lie­bes­schloss“ eine Geschichte

Über die Jah­re hin­weg haben tau­sen­de ver­lieb­ter Paa­re ihre Lie­bes­schlös­ser als Zei­chen ihrer Ver­bun­den­heit auch an der Ket­ten­brü­cke in Bam­berg ange­bracht. Oft mit Initia­len oder per­sön­li­chen Wid­mun­gen ver­se­hen, sym­bo­li­sie­ren sie eine unver­gäng­li­che Lie­be. Doch mit hoher Wahr­schein­lich­keit steckt nicht hin­ter jedem Lie­bes­schloss eine glück­li­che Geschich­te An der Ket­ten­brü­cke in Bam­berg grei­fen fünf groß­for­ma­ti­ge, wei­ße und oran­ge­far­be­ne Pla­ka­te die Sym­bo­lik des Ortes auf und wei­sen Pas­san­tin­nen und Pas­san­ten auf das bun­des­wei­te Bera­tungs­an­ge­bot des Hil­fe­te­le­fons hin. Mit Bot­schaf­ten wie „Jedes Schloss eine Geschich­te. Man­che erzäh­len von Gewalt“ oder „Ein Lie­bes­be­weis. Kein Frei­fahrt­schein“ len­ken sie den Blick auf die Tat­sa­che, dass man­che Lie­bes­be­zie­hun­gen in Gewalt umschla­gen. Das Hil­fe­te­le­fon unter­stützt, bestärkt und ermu­tigt Frau­en, die nächs­ten Schrit­te zu gehen und sich aus der Gewalt­si­tua­ti­on zu lösen. Die Pla­ka­te auf der Ket­ten­brü­cke bie­ten zugleich ein beson­de­res Foto­mo­tiv, das Pas­san­tin­nen und Pas­san­ten mit dem Hash­tag #schwei­gen­bre­chen in den sozia­len Netz­wer­ken tei­len und so ein Zei­chen gegen Gewalt set­zen können. 


Alten­burg in Orange

Auch die drei Sor­op­ti­mis­tin­nen Clubs im Bam­ber­ger Raum – SI Club Bam­berg-Kuni­gun­de, SI Club Bam­berg-Wil­de Rose, SI Club Wür­gau-Frän­ki­sche Schweiz – enga­gie­ren sich gemein­sam mit Aktio­nen an die­sen welt­wei­ten Akti­ons­ta­gen zur Besei­ti­gung von Gewalt gegen Frau­en. Wie bereits im letz­ten Jahr wird die Alten­burg wie­der in oran­ge­far­be­nes Licht getaucht und die Skulp­tur der Kuni­gun­de auf der Unte­ren Brü­cke mit oran­ge­far­be­nen Stof­fen umhüllt. Neu ist die Akti­on des SI Clubs Wür­gau-Frän­ki­sche Schweiz: Die Mit­glie­der die­ses Clubs ver­tei­len Bier­de­ckel in der Bam­ber­ger Gas­tro­no­mie, um auf die Oran­ge Days auf­merk­sam zu machen.

Zusätz­lich infor­miert ein Infor­ma­ti­ons­stand des SI Clubs Wür­gau-Frän­ki­sche Schweiz zu Füßen der ver­hüll­ten Kuni­gun­de über das Schick­sal der Frau­en in Afgha­ni­stan. Bei die­sen zum Teil sehr auf­wen­di­gen Aktio­nen erhal­ten die SI Clubs Unter­stüt­zung durch den Alten­burg­ver­ein e.V., der Fir­ma Bau­er-Bor­n­e­mann GmbH Stein­re­stau­rie­rung und der Bam­ber­ger Gastronomie.

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