Ober­fran­ken­der­by

Bro­se Bam­berg will gegen Bay­reuth nachlegen

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bayreuth
Bro­se Bam­berg ist am 27. Spiel­tag der easy­Credit Bas­ket­ball Bun­des­li­ga heu­te ab 18 Uhr in der Ober­fran­ken­hal­le bei medi bay­reuth zu Gast.

medi bay­reuth strau­chelt aktu­ell etwas. War das Team von Raoul Kor­ner vor der Natio­nal­mann­schafts­pau­se mit drei Sie­gen in Serie rich­tig gut in Fahrt und auf dem bes­ten Weg in die Play­offs, gab es nach dem Break fünf Nie­der­la­gen in Fol­ge. Geschul­det waren eini­ge davon sicher­lich der Tat­sa­che, dass Bay­reuth auf­grund von Ver­let­zun­gen und Coro­na­fäl­len oft­mals nur mit nahe­zu hal­bem Kader antre­ten konn­te. Zuletzt hat­te sich die Situa­ti­on aber wie­der etwas ent­spannt, kehr­te vor allem mit Andre­as Sei­ferth eine wich­ti­ge Stüt­ze ins Team zurück. Doch auch er konn­te die letz­te Nie­der­la­ge gegen Olden­burg nicht ver­hin­dern. Beim 71:74 am ver­gan­ge­nen Mitt­woch war es vor allem eine schlech­te Wurf­quo­te, die das Spiel zuguns­ten der Gäs­te hat aus­ge­hen las­sen. Gera­de ein­mal 25 Wür­fe bei 62 Ver­su­chen fan­den den Weg in den Olden­bur­ger Korb. Von der Drei­er­li­nie tra­fen die Bay­reu­ther dabei gar nur drei von 18 – genug zwar, um einen zwi­schen­zeit­li­chen Elf-Punk­te-Rück­stand auf­zu­ho­len, zu wenig aber, um am Ende den Sieg ein­zu­fah­ren. Bes­ter Bay­reu­ther Wer­fer gegen die Nie­der­sach­sen war Ter­ry Allen mit 17 Punk­ten. Über die gesam­te bis­he­ri­ge Sai­son gese­hen ist Sacar Anim mit im Schnitt erziel­ten 14,7 Zäh­lern Tops­corer sei­nes Teams, gefolgt von Allen (12,8) und Mar­ty­nas Sajus (12,0). Letz­te­rer war Bay­reuths kon­stan­tes­ter Wer­fer in den letz­ten fünf Par­tien. Vier davon blieb er näm­lich kom­plett feh­ler­frei aus dem Feld, erziel­te 30 Tref­fer bei 30 Ver­su­chen. Gegen Olden­burg fie­len die ers­ten bei­den Wür­fe, dann aller­dings gab es nach 36 Sekun­den im zwei­ten Vier­tel den ers­ten Fehl­wurf nach zuvor eben 32 erfolg­rei­chen in Fol­ge. Bay­reuth nimmt mit durch­schnitt­lich knapp 59 Wür­fen die wenigs­ten der gesam­ten BBL. Eine dar­aus resul­tie­ren­de Fol­ge: beim Rebound­ver­gleich ist medi mit im Schnitt 31,7 eben­falls BBL-Schluss­licht, das liegt in ers­ter Linie an den weni­gen (8,2) Offen­siv­re­bounds. Und den­noch: Bay­reuth hat nicht nur im Hin­spiel gezeigt, dass sie all die­se ver­meint­li­chen Defi­zi­te durch Ein­satz, Kampf und Lei­den­schaft wett­ma­chen kön­nen. Beim aus Bro­se-Sicht 84:87 Anfang Dezem­ber 2021 waren Allen und Thorn­ton mit jeweils 20 Punk­ten die Match­win­ner im 82. Oberfrankenderby.

Bro­se gewann die ver­gan­ge­nen drei Par­tien in der Oberfrankenhalle

Dar­an erin­nern sich Chris­ti­an Seng­fel­der und Co. natür­lich nur noch sehr ungern zurück. Zumal sich Bro­se mit ins­ge­samt 19 teils leicht­fer­ti­gen Ball­ver­lus­ten die Nie­der­la­ge zu gro­ßen Tei­len selbst zuzu­schrei­ben hat­te. Das Der­by war damals übri­gens das ers­te Spiel von Oren Amiel als Bam­ber­ger Chef­trai­ner. Seit­her ist viel pas­siert, das zeigt sich unter ande­rem auch dar­an, dass im Hin­spiel noch Tre­vis Simp­son Bro­ses bes­ter Wer­fer war. Das alles ist Ver­gan­gen­heit, das Hier und Jetzt zählt und da fei­er­te Amiel mit sei­nem Team zuletzt einen hart­um­kämpf­ten Sieg gegen den SYNTAINICS MBC. Dabei war zwar sicher­lich nicht alles Gold, was am Ende erfolg­reich glänz­te, doch anders als bei den Nie­der­la­gen zuvor stimm­te dies­mal die Ein­stel­lung der Mann­schaft auf bei­den Sei­ten des Fel­des. Jus­tin Robin­son avan­cier­te am Schluss zum Spie­ler des Spiels, traf drei Drei­er inner­halb der letz­ten drei Minu­ten und sorg­te somit dafür, dass Bro­se nach zuvor drei Nie­der­la­gen in Serie wie­der auf die Sie­ger­stra­ße zurück­keh­ren konn­te. Dort wol­len die Bam­ber­ger ger­ne wei­ter blei­ben, müs­sen sich dafür aber wei­ter enorm stre­cken. Hel­fen kann nach wie vor das, bis auf den ver­letz­ten Patrick Heck­mann, gan­ze Team. Aktu­ell hat Oren Amiel alle Mann an Bord, kann der Bam­ber­ger Chef­trai­ner also per­so­nell (bei­na­he) aus dem Vol­len schöp­fen. Das ist im Sai­son­end­spurt sicher­lich ein Vor­teil, eben­so wie der Fakt, dass Bro­se aus den noch aus­ste­hen­den zehn Par­tien sie­ben Zuhau­se bestrei­ten darf. Wobei, im Fal­le des Geg­ners medi bay­reuth ist es even­tu­ell gar nicht schlecht, dass es nun zum Aus­wärts­spiel kommt, denn gegen die ober­frän­ki­schen Nach­barn gab es zuletzt drei Heim­nie­der­la­gen in Serie. Dage­gen gewann Bro­se in der Ober­fran­ken­hal­le die ver­gan­ge­nen drei Par­tien. Bei der letz­ten war Chris Seng­fel­der mit 16 Punk­ten einer von Bam­bergs erfolg­reichs­ten Schüt­zen. Der Kapi­tän konn­te die­se Form nicht nur über den Som­mer kom­pen­sie­ren, er spielt aktu­ell auch sei­ne bis­lang bes­te Sai­son, ist mit durch­schnitt­lich 17,3 erziel­ten Zäh­lern nicht nur Bro­ses Tops­corer, son­dern damit liga­weit auch auf Platz fünf der treff­si­chers­ten BBL-Akteu­re. Gar einen Platz bes­ser, näm­lich vier­ter, ist Jus­tin Robin­son, wenn es um direk­te Korb­vor­la­gen geht. Mit sechs Assists im Schnitt ist er ein wich­ti­ger Bau­stein im Bam­ber­ger Offen­siv­spiel. Die Fel­sen in der Rebound­bran­dung sind aktu­ell Seng­fel­der (6,6) und der nach sei­ner Ver­let­zung lang­sam wie­der zu alter Form fin­den­de Akil Mit­chell (6,5).

„Viel braucht man über das Spiel nicht sagen: es ist ein Der­by, wir haben das Hin­spiel ver­lo­ren. Das zusam­men ist Moti­va­ti­on genug“, schaut Ken­neth Ogbe nach vorn. „Den­noch gehen wir natür­lich nicht blau­äu­gig ins Spiel. Wir wis­sen, um ihre Stär­ke, wis­sen, dass sie uns kei­nen Mil­li­me­ter Platz geben wer­den. Dar­auf müs­sen wir vor­be­rei­tet sein. Unser Ziel ist es, dass wir ihnen unser Spiel auf­zwin­gen. Das wird schwer, aber wenn wir die Par­tie gewin­nen wol­len, müs­sen wir über 40 Minu­ten bereit sein, den Kampf anzunehmen.“

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