Bun­des­wei­te Eröff­nung für den Tag des offe­nen Denkmals®

Denk­mal­haupt­stadt Bam­berg: 10.000 Men­schen beim Aktionstag

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Bamberg
Am Markt der Möglichkeiten lässt sich Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier in die Kunst der Steinbearbeitung einführen. Foto: Stadt Bamberg, Ronald Rinklef
„Der heu­ti­ge Tag macht unse­re Denk­mä­ler erleb­bar. Den Dom oder St. Micha­el ken­nen vie­le, aber die zahl­lo­sen klei­nen Denk­mä­ler und die ver­steck­ten Ecken der Stadt Bam­berg – genau die­se kann man heu­te ent­de­cken!“ Mit sei­nem State­ment auf der Büh­ne am Max­platz lie­fer­te Ober­bür­ger­meis­ter Sebas­ti­an M. Nie­der­mai­er das bes­te Argu­ment für einen Besuch beim Tag des offe­nen Denk­mals®. Am gest­ri­gen Sonn­tag ging die­ser in ganz Deutsch­land über die Büh­ne – mit der bun­des­wei­ten Eröff­nung erst­mals in Bamberg.

Mit dem Durch­schnei­den eines Ban­des gaben OB Nie­der­mai­er, Staats­se­kre­tär Mar­tin Schöf­fel, der Vor­stand der Deut­schen Stif­tung Denk­mal­schutz, Dr. Julia­ne Parys und Dr. Stef­fen Sku­del­ny, sowie die Bam­ber­ger Denk­mal-Eigen­tü­mern Katha­ri­na und Kili­an Schumm den offi­zi­el­len Start­schuss für Deutsch­lands größ­tes Kul­tur­event. Unter dem Mot­to „Netz­WER­KE: Denk­ma­le und Infra­struk­tur“ öff­ne­ten allein in Bam­berg rund 56 his­to­ri­sche Orte ihre Türen, bun­des­weit waren es über 7.000 Denk­ma­le. Rund um den zen­tra­len Ver­an­stal­tungs­ort am Max­platz sowie bei Füh­run­gen, Spa­zier­gän­gen, Schau­bau­stel­len und zahl­rei­chen wei­te­ren Ange­bo­ten ent­deck­ten bis zu 10.000 Besu­che­rin­nen und Besu­cher Denk­ma­le aus ganz unter­schied­li­chen Perspektiven.

Die Eröff­nung am Max­platz wur­de mode­riert von Flo­ri­an Buch­mai­er und musi­ka­lisch umrahmt unter ande­rem vom Spiel­manns­zug „Die Bam­ber­ger Stadt­pfei­fer“ und dem Ensem­ble „Doloct­em­ble“. Direkt am neu­en Rat­haus erwar­te­ten die Besu­che­rin­nen und Besu­cher den gan­zen Tag über ein „Markt der Mög­lich­kei­ten“, künst­le­ri­sche Dar­bie­tun­gen sowie Kul­tur- und Mit­ma­ch­an­ge­bo­te. Am Nach­mit­tag stan­den unter ande­rem die inklu­si­ve Tanz­grup­pe „Wackel­kon­takt“ und die Kult­band „Bam­bäg­ga“ auf der Bühne.

Dr. Stef­fen Sku­del­ny, Vor­stand der Deut­schen Stif­tung Denk­mal­schutz, hob bei der Eröff­nung die beson­de­re Ver­bin­dung zwi­schen Denk­mal­schutz und Bam­berg her­vor: „Kaum eine Stadt macht die Bedeu­tung des Denk­mal­schut­zes so ein­drucks­voll erleb­bar wie Bam­berg. Die her­aus­ra­gen­de Denk­mal­sub­stanz und die exzel­len­te Aus­bil­dung an der Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg prä­gen auch unse­re Arbeit, denn vie­le unse­rer Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen haben hier stu­diert. Den Tag des offe­nen Denk­mals in Bam­berg zu eröff­nen, ist für uns daher ein ech­tes Nachhausekommen.“


Denk­mal­pfle­ge zum Anfassen

Ein beson­de­rer Schwer­punkt lag auf den Schau­bau­stel­len der Deut­schen Stif­tung Denk­mal­schutz. Am baro­cken Wohn­haus am Michels­berg waren Restau­rie­rungs­ar­bei­ten unmit­tel­bar vor Ort zu sehen. Auch im ehe­ma­li­gen Dom­her­ren­hof in der Obe­ren Karo­li­nen­stra­ße und im ehe­ma­li­gen Gärt­ner­an­we­sen in der Sie­chen­stra­ße wur­de anschau­lich ver­mit­telt, wie his­to­ri­sche Bau­sub­stanz unter­sucht, gesi­chert und für die Zukunft erhal­ten wird.

Auch zahl­rei­che bekann­te Bam­ber­ger Denk­ma­le konn­ten neu oder aus unge­wohn­ten Per­spek­ti­ven erlebt wer­den. Die Alte Hof­hal­tung, die Neue Resi­denz, das Alte Rat­haus, St. Micha­el und die Alten­burg gehör­ten eben­so zum Pro­gramm wie zahl­rei­che pri­va­te und sonst ver­schlos­se­ne Gebäu­de. So freu­ten sich Bam­ber­ger Besu­cher wie Tho­mas Göl­ler, dass das Haus zum Kra­nich in der Gene­rals­gas­se geöff­net hat­te. „Hier habe ich vor etwa 40 Jah­ren das ‚Down­s­tairs‘ besucht. Auch die Amis kamen hier ger­ne her“, schwelg­te er in Erin­ne­run­gen, wäh­rend er zeigt, wo einst die Tische stan­den und der Aus­schank war. Göl­ler: „Es ist total schön, dass man an die­sem Tag in Gebäu­de kann, wo man sonst nicht rein­kommt!“ Ange­li­ka Russ aus Bam­berg nutz­te den Tag ganz bewusst, um Freun­den aus Haß­furt das „Haus zum Bene­dikt“ zu zei­gen, das unschein­bar in einer Neben­gas­se der beleb­ten Austra­ße liegt. „Da läuft man ein­fach vor­bei und weiß gar nicht, was hin­ter die­sen Mau­ern liegt“, erzähl­te die Bam­ber­ge­rin und schwärm­te vom „Reiz der isla­mi­schen Kunst“, die hier aus­ge­stellt ist.


Geschich­te trifft Zukunft

Das Mot­to „Netz­WER­KE“ wur­de dabei nicht nur anhand his­to­ri­scher Infra­struk­tur sicht­bar. Mit For­ma­ten wie „Kir­chen­räu­me neu erle­ben“ mit VR-Tech­nik, dem Gesprächs­for­mat „Wer lebt im Denk­mal? Sozia­le Räu­me in Bam­berg“ und dem Bür­ger­la­bor „Netz­WER­KE: Was Bam­berg zusam­men­hält“ wur­de der Blick auch auf aktu­el­le Fra­gen gelenkt: Wie wer­den his­to­ri­sche Räu­me heu­te genutzt? Wie kön­nen moder­ne Tech­no­lo­gien bei der Ver­mitt­lung und Bewah­rung von Kul­tur­er­be hel­fen? Und wel­che Bedeu­tung haben Orte für das gesell­schaft­li­che Mit­ein­an­der? Die Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg gab in der ehe­ma­li­gen Domi­ni­ka­ner­kir­che Ein­bli­cke in moder­ne Metho­den der Denk­mal­for­schung. Im Zen­trum Welt­erbe stand mit der Aus­stel­lung „Welt­erbe und Nach­hal­tig­keit“ zudem die Fra­ge im Mit­tel­punkt, wel­che Impul­se his­to­ri­sches Bau­en für eine nach­hal­ti­ge Zukunft geben kann.

„Die bun­des­wei­te Eröff­nung war ein tol­ler Erfolg und hat unser Welt­erbe detail­reich einer brei­ten Öffent­lich­keit näher­ge­bracht“, resü­mier­te die städ­ti­sche Kul­tur­re­fe­ren­tin Ulri­ke Sie­ben­haar. Sie dank­te der Deut­schen Stif­tung Denk­mal­schutz für das Ver­trau­en, die Ver­an­stal­tung nach Bam­berg zu ver­ge­ben, und den vie­len pri­va­ten und öffent­lich Eigen­tü­me­rin­nen und Eigen­tü­mer für die Bereit­schaft, ihre his­to­ri­schen Gebäu­de zu präsentieren.

Bereits am Vor­abend war der Tag des offe­nen Denk­mals ein­ge­läu­tet wor­den. Bei der Auf­nah­me des Liv­e­pod­casts „Der Rest ist Geschich­te“ im Alten E‑Werk hat­ten sich Deutsch­land­funk-Mode­ra­tor Jörg Bies­ler mit den His­to­ri­kern Dr. Muri­el Gon­za­les Athe­nas und Prof. Dr. Rein­hold Reith über Geschich­te und Gegen­wart des Hand­werks unter­hal­ten. Auch das zahl­rei­che Publi­kum war sich einig, dass es schlimm ist, wenn Hand­werks­be­ru­fe ver­schwin­den. „Damit gehen wich­ti­ge Fähig­kei­ten ver­lo­ren“, gaben über zwei Drit­tel der Besu­che­rin­nen und Besu­cher bei einer Abstim­mung an.

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