IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth gibt Auskunft

Ein Jahr Krieg in der Ukrai­ne: Aus­wir­kun­gen auf Ober­fran­kens Wirtschaft

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Oberfrankens Wirtschaft
Symbolbild, Foto: Pixabay
Zum ers­ten Jah­res­tag des rus­si­schen Angriffs­krie­ges auf die Ukrai­ne hat die IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth Aus­kunft gege­ben, wie sich der Krieg auf Ober­fran­kens Wirt­schaft und den Arbeits­markt auswirkt.

Die nach der Coro­na-Kri­se auf­ge­keim­te Erho­lung in Ober­fran­kens Wirt­schaft sei durch den Angriffs­krieg Russ­lands abrupt unter­bro­chen wor­den, sagt IHK-Prä­si­dent Micha­el Waas­ner in einer Mit­tei­lung der Kam­mer. Anders aus­ge­drückt: Die Aus­wir­kun­gen des Krie­ges sind bis nach Ober­fran­ken deut­lich spür­bar, „wenn­gleich die­se natür­lich in kei­ner Wei­se ver­gleich­bar sind mit der Situa­ti­on in der Ukrai­ne selbst.“ Gehe es in Ober­fran­ken aber um Preis­stei­ge­run­gen bei Ener­gie oder Roh­stof­fen, um die Mate­ri­al- und Roh­stoff­knapp­heit oder um sto­cken­de Lie­fer­ket­ten sei in den meis­ten Fäl­len der Krieg in der Ukrai­ne der Auslöser.

So sei zum Bei­spiel allein der Wert der deut­schen Ener­gie­im­por­te auf­grund von Preis­stei­ge­run­gen von 2021 auf 2022 um 89 Pro­zent auf 156 Mil­li­ar­den Euro gestie­gen. „Das bekom­men Unter­neh­men und End­ver­brau­cher sehr deut­lich zu spüren.“

Auch für das gesam­te deut­sche Wirt­schafts­wachs­tum blei­be der Krieg nicht ohne Fol­gen. So schätzt die Deut­sche Indus­trie- und Han­dels­kam­mer den kriegs­be­ding­ten Ver­lust bis Ende 2023 auf rund 160 Mil­li­ar­den Euro. Das sei­en etwa vier Pro­zent des Bruttoinlandsproduktes.

Die exor­bi­tan­ten Preis­stei­ge­run­gen führ­ten laut IHK auch dazu, dass der Ein­fuhr­wert von rus­si­schem Erd­gas trotz einer Hal­bie­rung der impor­tier­ten Men­ge im 2. Quar­tal 2022 gegen­über dem Vor­jahr um 23 Pro­zent auf 2,7 Mil­li­ar­den Euro gestie­gen ist. Erst im drit­ten Quar­tal waren auch die Zah­lun­gen an Russ­land für Erd­gas rück­läu­fig, bevor die Impor­te im 4. Quar­tal kom­plett ein­ge­bro­chen sind.

„Nach Berech­nun­gen der IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth ent­sprach die Gas­men­ge, die im gesam­ten 4. Quar­tal 2022 direkt aus Russ­land impor­tiert wur­de, in etwa der Men­ge, die ein Jahr zuvor in weni­ger als einer Stun­de nach Deutsch­land floss.“

Aus­wir­kun­gen des Krie­ges auf den ober­frän­ki­schen Arbeitsmarkt

„Seit Kriegs­be­ginn“, so Micha­el Waas­ner, „sind mehr als eine Mil­li­on Men­schen aus der Ukrai­ne nach Deutsch­land geflüch­tet. Rund 150.000 davon sind in Bay­ern regis­triert. Seit Beginn des Krie­ges sind in Deutsch­land auch rund 65.000 Ukrai­ne­rin­nen und Ukrai­ner mehr sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig beschäf­tigt als vor Beginn der Kämp­fe. Hin­zu kom­men rund 21.000 in Minijobs.“

Von die­sen neu gewon­ne­nen Arbeits­kräf­ten für Ober­fran­kens Wirt­schaft wür­den auch ober­frän­ki­sche Unter­neh­men pro­fi­tie­ren. So sei eine grö­ße­re Zahl von Ukrai­ne­rin­nen und Ukrai­nern auf der Suche nach Arbeit oder in Beschäf­ti­gung, oder hät­ten bereits Aus­bil­dungs­ver­trä­ge unterschrieben.

Da ein Groß­teil der Geflüch­te­ten aber Frau­en mit Kin­dern sei­en, müs­se die Inte­gra­ti­on der Kin­der in Kitas, Kin­der­gär­ten und Schu­len Vor­aus­set­zung dafür sein, dass die Frau­en nach einer Arbeit suchen können.

„Der Anteil an Per­so­nen mit gutem Bil­dungs­ni­veau ist in die­ser Grup­pe aber über­durch­schnitt­lich hoch. Des­halb hof­fen vie­le Unter­neh­men, dass die Zahl der Flücht­lin­ge aus der Ukrai­ne in der Arbeits­markt­ver­mitt­lung in den kom­men­den Mona­ten spür­bar nach oben geht.“

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