Cari­tas-Kita als „Ort der Hoff­nung“ ausgezeichnet

Erz­bi­schof Her­wig Gössl besuch­te Bam­ber­ger ANKER-Einrichtung

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Gössl
Erzbischof Herwig Gössl besuchte am 1.10.2025 das ANKER-Zentrum in Bamberg. Domkapitular Martin Emge zeigt das Schild zum "Ort der Hoffnung". Foto: Erzbistum Bamberg/Harry Luck
Erz­bi­schof Her­wig Gössl hat im Rah­men der Woche der katho­li­schen Flücht­lings­hil­fe die Bam­ber­ger ANKER-Ein­rich­tung besucht. Gemein­sam mit Dom­ka­pi­tu­lar Mar­tin Emge und Cari­tas-Regio­nal­vor­stand Peter Ehmann über­gab er der Cari­tas-Eltern-Kind-Grup­pe ein Schild, das im Zusam­men­hang mit dem von Papst Fran­zis­kus aus­ge­ru­fe­nen Hei­li­gen Jahr über­all im Erz­bis­tum „Orte der Hoff­nung“ mar­kiert, wie das Erz­bis­tum Bam­berg mitteilt.

Im ANKER-Zen­trum im Bam­ber­ger Osten leben der­zeit rund 1500 Men­schen, unter ihnen etwa 400 Kin­der und Jugend­li­che. Die Eltern-Kind-Grup­pe der Cari­tas kann 12 Kin­der betreu­en, rund 30 wei­te­re ste­hen auf der War­te­lis­te. Täg­lich wer­den die Kin­der vier Stun­den lang auf den Besuch einer Kin­der­ta­ges­stät­te außer­halb der Ein­rich­tung vor­be­rei­tet. Ein­mal im Monat fin­den Aus­flü­ge in die Stadt statt, unter ande­rem mit Dom­füh­rung, Muse­ums­be­such oder einer Schiff­fahrt auf der Reg­nitz. Die Betreue­rin­nen berich­ten jedoch auch von Ableh­nun­gen und Anfein­dun­gen in der Öffentlichkeit.

Meh­re­re Müt­ter äußer­ten ihre Dank­bar­keit über Sicher­heit und Bil­dungs­chan­cen für ihre Kin­der: „Wenn die Kin­der glück­lich sind, sind wir auch glück­lich“, sag­te eine von ihnen. Ande­re beton­ten, dass in Syri­en und Afgha­ni­stan ein regu­lä­rer Schul­be­such wei­ter­hin kaum mög­lich sei. Belas­tend sei für vie­le die unsi­che­re Aufenthaltsperspektive.

„Als Kir­che wol­len wir dazu bei­tra­gen, den Kin­dern eine gute Zukunft zu geben. Es muss klar sein, dass wir in unse­rer Gesell­schaft Men­schen brau­chen, die von woan­ders her­kom­men. Die Kir­che macht sich für das Recht auf Asyl stark, auch wenn wir nicht alle auf­neh­men kön­nen“, erklär­te Erz­bi­schof Gössl.

Im Gespräch mit dem Lei­tungs­team der ANKER-Ein­rich­tung, Car­men Leh­ner und Mar­kus Oes­ter­lein, rief Gössl dazu auf, in allen poli­ti­schen Debat­ten auch immer das Schick­sal der ein­zel­nen Men­schen zu sehen. Oes­ter­lein beton­te: „Wir sind uns mit Poli­tik, Kir­che und Wohl­fahrts­ver­bän­den einig, dass bei der Unter­brin­gung und Ver­sor­gung der Asyl­su­chen­den der Mensch im Mit­tel­punkt ste­hen muss und dass es den Men­schen, die hier leben, gut gehen soll.“ Oes­ter­lein füg­te hin­zu: „Wir sind froh und dank­bar, dass wir mit der Cari­tas einen star­ken Part­ner hier in der Ein­rich­tung haben.“

Peter Ehmann, Vor­stand des Cari­tas­re­gio­nal­ver­ban­des Bam­berg-Forch­heim, unter­strich die Bedeu­tung früh­kind­li­cher Bil­dung: „Fami­li­en mit Kin­dern soll­ten bei der Umver­tei­lung aus Erst­auf­nah­me­ein­rich­tun­gen prio­ri­siert wer­den.“ Er wies dar­auf hin, dass Kin­der auf der Flucht oft am stärks­ten unter Ent­wur­ze­lung lei­den und pro­fes­sio­nel­le Hil­fe zur Ver­ar­bei­tung ihrer Trau­ma­ta benötigen.

Die Woche der katho­li­schen Flücht­lings­hil­fe soll das Enga­ge­ment der Kir­che für schutz­su­chen­de Men­schen ins öffent­li­che Bewusst­sein rücken. Die Erz­diö­ze­se Bam­berg unter­stützt nicht nur Geflüch­te­te vor Ort, son­dern auch kirch­li­che Orga­ni­sa­tio­nen im glo­ba­len Süden und in Ost­eu­ro­pa. Seit Beginn des rus­si­schen Angriffs­kriegs ist die Ukrai­ne ein Schwer­punkt­land. Die Zahl der Kli­en­ten aus der Ukrai­ne in der Migra­ti­ons­be­ra­tung der Cari­tas stieg von rund 500 im Jahr 2022 auf etwa 1400 im Jahr 2024. Zur Lin­de­rung der Kriegs­fol­gen stell­te die Erz­diö­ze­se seit 2022 rund 900.000 Euro aus Kir­chen­steu­er­mit­teln zur Ver­fü­gung – etwa für Unter­künf­te, Lebens­mit­tel, The­ra­pien für Kriegs­ve­te­ra­nen und deren Fami­li­en, Erho­lungs­maß­nah­men für Kin­der und Wie­der­auf­bau­pro­jek­te. Dane­ben wur­den auch Pro­jek­te im Liba­non, in der Demo­kra­ti­schen Repu­blik Kon­go und im Süd­su­dan unterstützt.

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