Geschäfts­jahr 2022

Gestie­ge­ne Holz­prei­se: Baye­ri­sche Staats­fors­ten machen wie­der Gewinn

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Bayerische Staatsforsten
Foto: Pixabay
Das Unter­neh­men Baye­ri­sche Staats­fors­ten hat für das Geschäfts­jahr 2022 eine posi­ti­ve geschäft­li­che Bilanz gezo­gen. Vor dem Hin­ter­grund des Kli­ma­wan­dels, der Ener­gie­kri­se und stei­gen­der Holz­prei­se schreibt das Unter­neh­men laut eige­nen Anga­ben wie­der schwar­ze Zah­len. Und auch die Bor­ken­kä­fer­schä­den sei­en zwar immer noch sehr hoch, aber auf dem nied­rigs­ten Stand seit fünf Jah­ren. Für die Zukunft soll ein neu gegrün­de­ter Kli­ma­wald­fonds das Unter­neh­men auf neue Kri­sen vorbereiten.

Die Baye­ri­schen Staats­fors­ten haben für das Geschäfts­jahr 2022 (1.Juli 2021 bis 30. Juni 2022) ein posi­ti­ves Resü­mee gezo­gen. Das hat das Unter­neh­men am 14. Okto­ber bekannt­ge­ge­ben. „Ich bin froh und dank­bar, dass sich das Unter­neh­men Baye­ri­sche Staats­fors­ten nach drei sehr schwie­ri­gen Jah­ren wie­der in die Gewinn­zo­ne gear­bei­tet hat“, sag­te Staats­mi­nis­te­rin und Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­de Michae­la Kani­ber (CSU). „Das posi­ti­ve Betriebs­er­geb­nis von über 45 Mil­lio­nen Euro ist vor dem Hin­ter­grund der Kli­ma­kri­se und ihren Her­aus­for­de­run­gen nicht selbst­ver­ständ­lich. Es zeigt, dass wir die Wei­chen für die Zukunft der Staats­fors­ten rich­tig gestellt haben.“

Die Wei­chen für den gestie­ge­nen Gewinn hat aller­dings genau­ge­nom­men der Holz­markt gestellt. So waren die star­ke Nach­fra­ge nach dem Roh­stoff Holz und die somit hohen Prei­se haupt­säch­lich dafür ver­ant­wort­lich, dass die Baye­ri­schen Staats­fors­ten im Geschäfts­jahr 2022 einen im Ver­gleich zum Geschäfts­jahr 2021 um 19,9 Pro­zent gestei­ger­ten Umsatz in Höhe von 407,3 Mil­lio­nen Euro (Vor­jahr 339,7 Mio. Euro) aus­wei­sen kön­nen. Dabei konn­te der Holz­um­satz, der 87,1 Pro­zent des Gesamt­um­sat­zes aus­macht, um 70,1 Mil­lio­nen Euro bezie­hungs­wei­se 24,6 Pro­zent von 284,7 Mil­lio­nen auf 354,8 Mil­lio­nen Euro gestei­gert werden.

„Die strik­te Aus­ga­ben­dis­zi­plin unse­rer Betrie­be und die Fokus­sie­rung auf das Kern­ge­schäft der Wald­be­wirt­schaf­tung haben zu einem ope­ra­ti­ven Gewinn im Geschäfts­jahr 2022 von 45,5 Mil­lio­nen Euro geführt“, sag­te Baye­ri­sche Staats­fors­ten-Vor­stand Man­fred Krö­nin­ger. „Im Vor­jahr war es ein Ver­lust von 19,2 Mil­lio­nen. Die nach wie vor erheb­li­chen Auf­wen­dun­gen für Pen­si­ons- und Bei­hil­fe­ver­pflich­tun­gen füh­ren unter dem Strich zu einem gegen­über dem Vor­jahr deut­lich ver­bes­ser­ten Ergeb­nis mit einem Jah­res­über­schuss von 5,3 Mil­lio­nen Euro. Wir schrei­ben also wie­der schwar­ze Zahlen.“

Holz­lie­fe­rant und Pro­fi­teur in der Energiekrise

Der rus­si­sche Angriffs­krieg auf die Ukrai­ne und die damit ver­bun­de­ne Ener­gie­kri­se len­ken den Fokus immer mehr auf rege­ne­ra­ti­ve Ener­gie­for­men. „Wir ste­hen mit unse­rer gro­ßen Flä­chen­ver­ant­wor­tung für den Staats­wald auch in der Ver­ant­wor­tung für die Gesell­schaft“, sagt Mar­tin Neu­mey­er, Vor­stands­vor­sit­zen­der der Staats­fors­ten. „Holz ist nicht nur ein her­vor­ra­gen­der Bau­stoff, der nach­hal­tig und regio­nal ver­füg­bar ist. Holz ist auch eine kli­ma­neu­tra­le, nach­wach­sen­de und regio­nal ver­füg­ba­re Ener­gie­quel­le. Sie leis­tet für die Unab­hän­gig­keit von fos­si­len Brenn­stof­fen einen wich­ti­gen Beitrag.“

Ent­spre­chend sei die Brenn­holz­pro­duk­ti­on unter Berück­sich­ti­gung des Grund­sat­zes der Nach­hal­tig­keit auf­grund erhöh­ter Nach­fra­ge gestei­gert wor­den. „Die Staats­fors­ten haben bereits im Früh­jahr 2022 eine Mehr­men­ge von etwa 50.000 Fest­me­ter gegen­über der Plan­men­ge an Brenn­holz bereit­ge­stellt. Im Geschäfts­jahr 2023 sol­len nach Mög­lich­keit wei­te­re Mehr­men­gen bereit­ge­stellt werden.“

Nied­rigs­te Bor­ken­kä­fer­zah­len seit 2017

Die Wit­te­rung und das effek­ti­ve Bor­ken­kä­fer­ma­nage­ment mit über 175.000 Such­stun­den haben dafür gesorgt, dass es den Baye­ri­schen Staats­fors­ten 2022 im Ver­gleich zu ande­ren Regio­nen Deutsch­lands bezie­hungs­wei­se Euro­pas etwas bes­ser ging. „Die Bor­ken­kä­fer­holz­men­ge“, sagt Vor­stand­mit­glied Rein­hardt Neft, „lag mit rund 660.000 Fest­me­tern knapp 300.000 unter der Vor­jah­res­men­ge. Das ist der nied­rigs­te Wert seit 2017. Auch die Gesamt-Schad­holz­men­ge ist auf 1,26 Mil­lio­nen Fest­me­ter zurückgegangen.“

Der Hit­ze­s­om­mer 2022 habe die Lage ins­ge­samt aller­dings erneut ver­schärft. Durch den tro­cke­nen und hei­ßen Som­mer sind die Bäu­me gestresst und es hat sich an vie­len Orten eine drit­te Käfer­ge­nera­ti­on gebil­det. Dar­um sei­en die Bor­ken­kä­fer­zah­len wie­der gestie­gen. „Unse­re Auf­ga­be für die­sen Herbst und Win­ter ist, befal­le­ne Bäu­me auf­zu­ar­bei­ten und das Holz aus dem Wald zu brin­gen. So wol­len wir die Aus­gangs­si­tua­ti­on im kom­men­den Früh­jahr verbessern.“

Eine Regi­on lei­det seit Jah­ren beson­ders unter der Hit­ze und der Tro­cken­heit. Die tra­di­tio­nell von Fich­ten gepräg­ten Wäl­der im Fran­ken­wald. Seit Jah­ren reg­net es in der nord­ost­baye­ri­schen Regi­on viel zu wenig. „Wir kämp­fen mit aller Kraft gegen den Bor­ken­kä­fer. Über den Som­mer haben wir eine Alli­anz gegen den Käfer geschmie­det. Wir hat­ten alle ver­füg­ba­ren Leu­te im Ein­satz, um die Aus­brei­tung des Schäd­lings zu ver­hin­dern. Ziel war und ist es, so viel Unter­stüt­zung wie mög­lich aus ande­ren Forst­be­trie­ben der Baye­ri­schen Staats­fors­ten in den Fran­ken­wald zu brin­gen und uns früh­zei­tig auf das nächs­te Jahr vorzubereiten.“

Kli­ma­wald­fonds für die Zukunft

Um auf künf­ti­ge Kri­sen finan­zi­ell bes­ser vor­be­rei­tet zu sein, wur­de Kli­ma­wald­fonds ins Leben geru­fen. „Die ver­gan­ge­nen Kri­sen­jah­re haben uns deut­lich gezeigt, wie wich­tig eine finan­zi­el­le Vor­sor­ge ist“, sag­te Michae­la Kani­ber. „Des­halb haben wir einen Kli­ma­wald­fonds auf­ge­legt. Die­ser Fonds soll künf­tig mit bis zu 200 Mil­lio­nen Euro befüllt und in Kri­sen­zei­ten für den baye­ri­schen Kli­ma­wald ein­ge­setzt wer­den. Eine ers­te Tran­che in Höhe von 20 Mil­lio­nen Euro konn­ten wir bereits im ver­gan­ge­nen Geschäfts­jahr einzahlen.“

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