Inter­na­tio­na­ler Tag der Jugend

Gesund durch die Puber­tät: War­um der Gesund­heits­check für Jugend­li­che so wich­tig ist

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Pubertät
Symbolbild, Foto: Pixabay
Zum Inter­na­tio­na­len Tag der Jugend ruft das Bun­des­in­sti­tut für Öffent­li­che Gesund­heit dazu auf, die kos­ten­lo­se J1-Unter­su­chung zu nutzen.

Von Ess­stö­run­gen über Fehl­stel­lun­gen bis zu Dia­be­tes oder Asth­ma: Vie­le ernst­zu­neh­men­de Erkran­kun­gen machen sich erst­mals im Jugend­al­ter bemerk­bar oder ver­schlech­tern sich in die­ser Zeit. Eine früh­zei­ti­ge Dia­gno­se und Behand­lung kön­nen den Ver­lauf vie­ler Erkran­kun­gen ver­bes­sern und die Gesund­heit jun­ger Men­schen lang­fris­tig stär­ken. Aus die­sem Grund macht das Bun­des­in­sti­tut für Öffent­li­che Gesund­heit (BIÖG) am Inter­na­tio­na­len Tag der Jugend auf die kos­ten­lo­se J1-Jugend­ge­sund­heits­un­ter­su­chung auf­merk­sam, die in Kin­der- und Jugend­pra­xen oder in der Haus­arzt­pra­xis durch­ge­führt wer­den kann. Denn vie­len Fami­li­en ist die­ses Ange­bot nicht bekannt. Weni­ger als die Hälf­te nimmt am J1-Gesund­heits-Check teil, bei den U‑Untersuchungen bei Kin­dern sind es mehr als 90 Prozent.

Die J1-Jugend­un­ter­schung wird im Alter zwi­schen 12 und 14 Jah­ren ange­bo­ten. In die­sem Zeit­raum ver­än­dert sich der Kör­per sicht­bar und mit Beginn der Puber­tät erle­ben vie­le Jugend­li­che auch emo­tio­nal eine Ach­ter­bahn­fahrt. Inmit­ten die­ser Umbrü­che ist es für Eltern und päd­ago­gi­sche Fach­kräf­te manch­mal schwer, Risi­ko­fak­to­ren oder Krank­heits­sym­pto­me von nor­ma­len Ent­wick­lungs­schrit­ten zu unterscheiden.


Wachs­tums­schmer­zen, Gefühls­cha­os, Haut­ver­än­de­run­gen: Was ist normal?

Die J1-Unter­su­chung gibt Jugend­li­chen und ihren Eltern die Sicher­heit, dass trotz aller kör­per­li­chen und emo­tio­na­len Ver­än­de­run­gen gesund­heit­lich alles in Ord­nung ist. Falls doch etwas auf­fällt, erhal­ten sie früh­zei­tig eine qua­li­fi­zier­te Ein­schät­zung und kos­ten­lo­se Bera­tung zu mög­li­chen Behand­lungs­schrit­ten. Die J1 dient als Gesund­heits-Check mit der Früh­erken­nung von Ent­wick­lungs- oder Hor­mon­stö­run­gen, der Kon­trol­le des Impf­sta­tus und der Ein­schät­zung der psy­chi­schen Gesund­heit. Nach den U‑Untersuchungen im Kin­des­al­ter (U1 bis U9) ist sie die ers­te Früh­erken­nungs­un­ter­su­chung, die Jugend­li­che auch eigen­stän­dig – also ohne ihre Eltern oder ande­re Sor­ge­be­rech­tig­te – wahr­neh­men können.


Schwei­ge­pflicht gilt auch für Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten unter 18 Jahren

Ärz­tin­nen und Ärz­te unter­lie­gen bei der J1-Unter­su­chung der Schwei­ge­pflicht. Das bedeu­tet: Jugend­li­che kön­nen ent­schei­den, ob die Eltern über die Ergeb­nis­se infor­miert wer­den sol­len – nur wenn bei der Unter­su­chung eine schwer­wie­gen­de Erkran­kung fest­ge­stellt wird, dür­fen Ärz­tin­nen und Ärz­te die­se Ver­trau­lich­keit bre­chen. Wäh­rend der Unter­su­chung haben Jugend­li­che außer­dem die Mög­lich­keit, eige­ne Fra­gen zu stel­len – auch zu The­men, die ihnen im Gespräch mit Eltern, Lehr­kräf­ten oder Gleich­alt­ri­gen unan­ge­nehm sein könn­ten. Die J1 schafft damit einen geschütz­ten Raum, in dem Sor­gen offen ange­spro­chen wer­den kön­nen, sie för­dert die Selbst­stän­dig­keit und Gesund­heits­kom­pe­tenz der jun­gen Menschen.


Das pas­siert bei der J1-Untersuchung

Die Unter­su­chung besteht aus vier zen­tra­len Bestand­tei­len: einem per­sön­li­chen Gespräch, einer umfas­sen­den kör­per­li­chen Unter­su­chung, der Bespre­chung der Ergeb­nis­se inklu­si­ve Bera­tung sowie einem Impf­check. Bei der kör­per­li­chen Unter­su­chung werden:

Kör­per­grö­ße und Gewicht gemessen,

Herz und Lun­ge abgehört,

der Blut­druck bestimmt,

Orga­ne und Bewe­gungs­ap­pa­rat untersucht,

der Stand der Puber­täts­ent­wick­lung überprüft,

eine Urin­pro­be genommen,

ggf. für eine nähe­re Abklä­rung Blut abge­nom­men und die Blut­wer­te untersucht.


Ganz­heit­li­che Ver­sor­gung Jugend­li­cher: Auch die Psy­che kommt zur Sprache

Die J1 nimmt neben dem Kör­per auch das psy­chi­sche Wohl­be­fin­den in den Blick. Ob Schlaf­stö­run­gen, Zukunfts­ängs­te oder belas­ten­de Situa­tio­nen zu Hau­se oder in der Schu­le: Jugend­li­che kön­nen bei der J1 offen über das spre­chen, was sie beschäf­tigt und Fra­gen stel­len. Natür­lich gibt es kei­ne Ver­pflich­tung – aller­dings bie­tet es den Jugend­li­chen die Mög­lich­keit, selbst Fra­gen zu stel­len, gera­de zu The­men, die im Fami­li­en- oder Freun­des­kreis unan­ge­nehm sein kön­nen, zum Bei­spiel zu Sexua­li­tät, Ver­hü­tung oder Dro­gen­kon­sum. Die J1 ist damit mehr als ein rei­ner Gesund­heits-Check – sie ist ein ver­trau­li­ches Gesprächs­an­ge­bot in einer sen­si­blen Lebensphase.


Kam­pa­gne „J1 – Lass che­cken!“: Mehr­spra­chi­ge Infos zur J1

Auf www.j1-info.de spricht das Bun­des­in­sti­tut für Öffent­li­che Gesund­heit Jugend­li­che direkt an – jugend­ge­recht und in elf Spra­chen. Fach­kräf­te in Kom­mu­nen sowie Eltern fin­den auf dem Por­tal www.kindergesundheit-info.de zahl­rei­che Mate­ria­li­en zur Kin­der­ge­sund­heit – vie­le davon auch in Ara­bisch, Tür­kisch, Ukrai­nisch und wei­te­ren Spra­chen. Beson­ders hilf­reich: ein Ter­min­rech­ner, mit dem Eltern die Unter­su­chungs­ter­mi­ne indi­vi­du­ell ermit­teln kön­nen, sowie digi­ta­le Eltern­brie­fe, die per E‑Mail an anste­hen­de Früh­erken­nungs­un­ter­su­chun­gen erinnern.

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