Power Metal aus Schweden

Ham­mer­Fall

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HammerFall
HammerFall von links: Oscar Dronjak (Gitarre), Fredrik Larsson (Bass), Joacim Cans (Gesang), Pontus Norgren (Gitarre) und David Wallin (Schlagzeug), Foto: Tallee Savage
Zwei­fels­oh­ne gehört die schwe­di­sche For­ma­ti­on Ham­mer­Fall aus Göte­borg zu den inter­na­tio­nal erfolg­reichs­ten Bands im musi­ka­li­schen Span­nungs­feld zwi­schen Hard­rock, Hea­vy Metal und Power Metal. Mit ihrem zwölf­ten Stu­dio­al­bum „Ham­mer of dawn“ im Gepäck, sind der 1970 gebo­re­ne Sän­ger Joa­cim Cans und sei­ne vier Band­kol­le­gen seit Mai bereits zusam­men mit Hel­lo­ween auf Tour in Euro­pa unter­wegs. Am 10. Sep­tem­ber tre­ten die bei­den Bands in der Bro­se Are­na auf. Wir haben mit Joa­cim Cans gesprochen.
Dei­ne Kar­rie­re star­te­te als Gitar­rist und Sän­ger bereits 1986. Wel­che Künst­ler oder Bands haben dich geprägt?

Joa­cim Cans: Anfäng­lich habe ich nur Gitar­re gespielt, dann zusätz­lich gesun­gen. Spä­ter habe ich mich nur noch auf mei­ne Stim­me kon­zen­triert. Eter­ni­ty, High­lan­der, die spä­ter als Lost Hori­zon bekannt wur­den, kann man vor Ham­mer­Fall durch­aus nen­nen. Inspi­riert haben mich seit mei­ner Jugend­zeit vor allem Geoff Tate von Queens­rÿche, Rob Hal­ford von Judas Priest und Kai Han­sen von Hel­lo­ween. Und ich darf Elvis Pres­ley nicht vergessen.

Für das heu­ti­ge Quin­tett Ham­mer­Fall gibt es qua­si zwei unter­schied­li­che Anfän­ge. Zum einen die Band­grün­dung durch Gitar­rist Oscar Dron­jak 1993, zum ande­ren dein Ein­stieg als Sän­ger 1996. Richtig?

Joa­cim Cans: Ja, das stimmt. Oscar ist heu­te das ein­zig ver­blie­be­ne Grün­dungs­mit­glied von Ham­mer­Fall. Er hat sich sei­ne Lei­den­schaft für Hea­vy Metal über all die Jah­re bewahrt. Ich half Ham­mer­Fall 1996 bei einem Auf­tritt als Sän­ger aus und bin danach geblie­ben. Bei­des also mar­kan­te Punk­te der Bandhistorie.

Zwi­schen dem Debüt „Glo­ry to the bra­ve“ von 1997 und „Ham­mer of dawn“, 2022, haben Ham­mer­Fall eine umfang­rei­che Dis­ko­gra­fie prä­sen­tiert. Wie wür­dest du die Ent­wick­lung der Band über die­se Zeit­span­ne hin­weg charakterisieren?

Joa­cim Cans: Wir sind auf allen künst­le­ri­schen Ebe­nen bes­ser gewor­den und haben uns sowohl indi­vi­du­ell, wie auch als Grup­pe bestän­dig wei­ter­ent­wi­ckelt. Da braucht man nur ein­mal die bei­den genann­ten Alben zu vergleichen.

Seit 2009 haben alle eure Ver­öf­fent­li­chun­gen die Top Ten-Charts in Deutsch­land erreicht. Kann man da von einer spe­zi­el­len Ver­bin­dung zu den Fans hier­zu­lan­de sprechen?

Joa­cim Cans: Trotz vie­ler unter­schied­li­cher Musik­rich­tun­gen um uns her­um haben wir an einem fest­ge­hal­ten: Wir spie­len die Musik, die wir lie­ben. Und Ham­mer­Fall steht als Trade­mark für Hea­vy Metal. Und das hono­riert man in Deutsch­land auf eine ganz beson­de­re Art und Weise.

Eini­ge Shows mit Hel­lo­ween lie­gen bereits hin­ter euch, im Herbst geht es aus­gie­big nach Süd­ame­ri­ka. Wie kam die­se Etap­pe zustande?

Joa­cim Cans: Wir haben auf die­ser Tour seit Mai bereits sie­ben Shows gemein­sam gespielt. Ham­mer­Fall sind nach wie vor gro­ße Hel­lo­ween-Fans und haben zu Kai Han­sen, der uns bereits 1997 per­sön­lich als Sup­port für sei­ne dama­li­ge Band Gam­ma Ray aus­wähl­te, ein ganz beson­ders freund­schaft­li­ches Ver­hält­nis. Hel­lo­ween genie­ßen in Süd­ame­ri­ka Kult-Satus, da wird aus der Euro­pa-Tour dann eine Hel­lo­ween-plus-Spe­cial-Guest-Tour­nee. Da freu­en wir uns mäch­tig, denn die Fans in Süd­ame­ri­ka sind eben­falls vol­ler Enthu­si­as­mus in Sachen Hea­vy Metal.

Lass uns über das aktu­el­le Album „Ham­mer of dawn“ spre­chen. Ist der Ope­ner „Bro­ther­hood“ rich­tungs­wei­send für die rest­li­chen Stü­cke? Und was kannst du zu „Vene­ra­te me“ mit Gast King Dia­mond aus Däne­mark sagen?

Joa­cim Cans: Ein Teil des Titels „Bro­ther­hood“ ist tat­säch­lich der lan­gen Freund­schaft zwi­schen Oscar und mir und inner­halb der Band gewid­met. Der Rest dem engen Ver­hält­nis zu den Fans, ohne die wir nie­mals so erfolg­reich gewor­den wären. Der Titel­track „Ham­mer of dawn“ ist eine Art Ham­mer­Fall-Hym­ne gewor­den, Chö­re, ein­gän­gi­ge Riffs und ein bril­lan­tes Solo von unse­rem Gitar­ris­ten Pon­tus Nor­gren ein­ge­schlos­sen. Da er auch der Ton­tech­ni­ker von King Dia­mond ist, konn­ten wir ihn pro­blem­los für einen kur­zen, aber wich­ti­gen Gast­auf­tritt gewinnen.

Hat euch die Unter­stüt­zung in Sachen Pro­duk­ti­on durch Fre­de­rik Nord­ström (unter ande­rem In Fla­mes, Power­wolf) und Jacob Han­sen (unter ande­rem Vol­beat) auf ein höhe­res Level gebracht?

Joa­cim Cans: Wir haben gute Mög­lich­kei­ten, sel­ber zu pro­du­zie­ren, aber durch ihre Fein­jus­tie­rung haben sie uns qua­si als Art Coa­ches zu einem bes­se­ren Ergeb­nis gebracht. Ins­ge­samt ist „Ham­mer of dawn“ ein über­zeu­gen­des Bekennt­nis zu den Tra­di­tio­nen des Hea­vy Metal geworden.

Ist euch die visu­el­le Umset­zung von Titeln nach wie vor wich­tig? Frü­her habt ihr viel Zeit und Geld in Vide­os investiert.

Joa­cim Cans: Heu­te gibt es bis auf die eige­ne Web­sei­te und You­Tube kaum noch Mög­lich­kei­ten, Vide­os zu prä­sen­tie­ren. Frü­her haben wir mehr inves­tiert, um die Mar­ke Ham­mer­Fall zu eta­blie­ren. Aber wir wol­len unser Level schon hal­ten und inter­es­sie­ren uns für das Medium.

Du hast 2004 mit „Bey­ond the gates“ und 2013 mit „Nu kann mör­kret fal­la“ auch zwei Solo-Alben ver­öf­fent­licht. Hast du zukünf­tig vor, dich noch ein­mal mit eige­nen Stü­cken zu beschäftigen?

Joa­cim Cans: Nein, eigent­lich nicht, da ich der­zeit mit Ham­mer­Fall mehr als aus­ge­füllt bin. Oscar und ich küm­mern uns um vie­le Din­ge rund um die Band und das ist wirk­lich sehr zeitintensiv.

Stimmt es, dass der pri­va­te Joa­cim Cans ger­ne mal ein Glas Cham­pa­gner trinkt?

Joa­cim Cans: Das stimmt, hat aber einen ganz ein­fa­chen Grund und hängt mit einem mei­ner Hob­bies zusam­men. Ich bin lan­ge Zeit inten­siv gelau­fen, lan­ge Stre­cken, 20 bis 30 Kilo­me­ter die Woche. Dies muss­te ich auf­grund einer Ver­let­zung aber zuletzt redu­zie­ren. Jetzt mache ich eine Aus­bil­dung zum Som­me­lier. Da geht es inhalt­lich vor allem um Wein und Champagner.

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