Der Arbeits­markt im Sep­tem­ber 2025

Herbst­be­le­bung auf Okto­ber verschoben

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Herbstbelebung
Symbolbild, Foto: Pixabay
Die Herbst­be­le­bung setz­te im Sep­tem­ber auf­grund der andau­ern­den Kon­junk­tur­schwä­che auf dem Arbeits­markt spür­bar weni­ger agil ein als üblich. Nach­dem die Arbeits­lo­sig­keit in den bei­den Mona­ten zuvor sai­son­üb­lich stieg, begann sie trotz wei­te­rer Mas­sen­ent­las­sun­gen zumin­dest wie­der leicht zu sin­ken, wie die Agen­tur für Arbeit Bam­berg-Coburg mitteilt.

Die Zahl der Arbeits­lo­sen ver­rin­ger­te sich dem­nach im letz­ten Monat um 25 Per­so­nen (-0,2 Pro­zent). Ende Sep­tem­ber waren 14.680 Frau­en und Män­ner im Agen­tur­be­zirk Bam­berg-Coburg arbeits­los gemel­det. Das sind 998 Per­so­nen (+7,3 Pro­zent) mehr als vor einem Jahr. Das liegt zum Groß­teil an den vie­len Geflüch­te­ten in der Regi­on, die in der Regel Bür­ger­geld von den Job-cen­tern bezie­hen. Ende Sep­tem­ber waren im Agen­tur­be­zirk 1.032 Ukrai­ner und wei­te­re 949 Flücht­lin­ge ande­rer Her­kunfts­län­der (davon 529 Syrer, 137 Afgha­nen, 43 Eri­tre­er, 39 Ira­ker und 32 Ira­ner) arbeits­los gemel­det. Arbeit­su­chend sind ins­ge­samt 3.649 Geflüch­te­te registriert.

Die Arbeits­lo­sen­quo­te beträgt wie im August wei­ter­hin 4,2 Pro­zent. Ihr Vor­jah­res­ni­veau lag bei 3,9 Pro­zent. Im Sep­tem­ber wur­den 1.452 Men­schen arbeits­los, 11,2 Pro­zent (+146) mehr als vor einem Jahr. Gleich­zei­tig fan­den 1.171 Per­so­nen einen neu­en Arbeits­platz. Das waren 96 bezie­hungs­wei­se 7,6 Pro­zent weni­ger als in 2024.


Ernüch­tern­der Start in den Herbst

„Mit dem Start in das neue Aus­bil­dungs- und Schul­jahr sank die Arbeits­lo­sig­keit der unter 25-Jäh­ri­gen im Sep­tem­ber wie­der. Durch den Beginn des Herbst­se­mes­ters an den Hoch­schu­len wird die Arbeits­lo­sig­keit der unter 25-Jäh­ri­gen im Okto­ber wei­ter sin­ken. Ende Sep­tem­ber war etwas mehr als jeder zehn­te Arbeits­lo­se (10,9 Pro­zent) jün­ger als 25 Jah­re alt. Aktu­ell sind 1.606 jun­ge Men­schen arbeits­los; 128 bezie­hungs­wei­se 8,7 Pro­zent mehr als letz­tes Jahr. Davon sind 290 Geflüch­te­te“, lau­tet die Ein­schät­zung zum Arbeits­markt von Ste­fan Tre­bes, dem Lei­ter der Agen­tur für Arbeit Bam­berg-Coburg. „Die leich­te Auf­hel­lung der Stim­mung am Arbeits­markt der letz­ten Mona­te scheint ver­flo­gen. Der nor­ma­ler­wei­se dyna­mi­sche Start der Herbst­be­le­bung nach den Som­mer­fe­ri­en wur­de über­la­gert von rea­li­sier­ten Mas­sen­ent­las­sun­gen, die in letz­ter Zeit wie­der deut­lich zunah­men. Bei eini­gen Fir­men ist mitt­ler­wei­le die zwei­te oder drit­te Wel­le des Per­so­nal­ab­baus in vol­lem Gan­ge. Zeit­gleich hal­ten sich die Betrie­be mit Inves­ti­ti­ons­vor­ha­ben zurück. Posi­tiv ist, dass es vie­le Über­nah­men bei Insol­ven­zen gibt. Jedoch braucht es Zeit, bis die neu auf­ge­stell­ten Fir­men wie­der Tritt fas­sen und Per­so­nal ein­stel­len. Durch die Ent­las­sun­gen bie­ten sich jedoch auch Chan­cen für Fir­men, die suchen.“


Kurz­ar­beit sichert Arbeits­plät­ze querbeet

Im Mai 2025 (Hoch­rech­nung aktu­ells­ter Wert) bezo­gen im Agen­tur­be­zirk ins­ge­samt 152 Betrie­be für 2.966 Arbeit­neh­mer kon­junk­tu­rel­les Kurz­ar­bei­ter­geld. 1,2 Pro­zent aller sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­ten waren in Kurz­ar­beit. Die Kurz­ar­bei­ter­quo­te bewegt sich wei­ter­hin sta­bil auf einem sehr nied­ri­gen Niveau. Seit dem Vor­jahr ist die Zahl der Betrie­be um 55 (+56,7 Pro­zent) und die der Kurz­ar­bei­ter um 968 (+48,4 Pro­zent) gestiegen.

„Es fällt auf, dass es bei der Kurz­ar­beit sowie dem Insol­venz­geld kei­nen bran­chen­spe­zi­fi­schen Schwer­punkt gibt. Das Trans­fer­kurz­ar­bei­ter­geld bewegt sich seit Mona­ten sta­bil auf einem hohen Niveau, beson­ders in der Regi­on um Coburg, wäh­rend der Raum Bam­berg deut­lich weni­ger betrof­fen ist. Eine Ände­rung der Situa­ti­on im nega­ti­ven wie posi­ti­ven Sin­ne ist aktu­ell nicht in Sicht“, sagt dazu Ste­fan Trebes.


Arbeits­markt­ent­wick­lung in den Regionen

In der Stadt Bam­berg setz­te die Herbst­be­le­bung im Sep­tem­ber die­ses Jah­res weni­ger dyna­misch ein. Die Arbeits­lo­sig­keit nahm um 2,0 Pro­zent bezie­hungs­wei­se 46 Per­so­nen leicht zu. Ende des Monats waren 2.331 Per­so­nen arbeits­los gemel­det. Das sind 12,9 Pro­zent (+266) mehr als im Vor­jahr. In den ver­gan­ge­nen vier Wochen wur­den 12,7 Pro­zent mehr Men­schen ent­las­sen, jedoch auch 6,6 Pro­zent mehr ein­ge­stellt als in 2024. Die Arbeits­lo­sen­quo­te stieg seit August um 0,1 Pro­zent­punk­te auf aktu­ell 5,2 Pro­zent. Vor einem Jahr betrug sie 4,7 Pro­zent. Im Sep­tem­ber mel­de­ten die Arbeit­ge­ber aus dem Stadt­ge­biet 192 sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Stel­len, ledig­lich 2,5 Pro­zent weni­ger als vor einem Jahr. Im Bestand betreut der Arbeit­ge­ber­ser­vice aktu­ell 1.043 Beschäf­ti­gungs­of­fer­ten, 20,9 Pro­zent weni­ger als im Vorjahr.

Im Land­kreis Bam­berg setz­te im Sep­tem­ber eine leich­te Herbst­be­le­bung ein. Die Zahl der Arbeits­lo­sen nahm seit Ende August um 18 Men­schen (-0,7 Pro­zent) auf 2.496 leicht ab. Sie liegt um 1,5 Pro­zent (+38 Per­so­nen) leicht über dem Vor­jah­res-wert. Im Sep­tem­ber ver­lo­ren 6,0 Pro­zent mehr Per­so­nen ihren Job als in 2024; gleich­zei­tig fan­den 7,1 Pro­zent weni­ger eine Beschäf­ti­gung. Die Arbeits­lo­sen­quo­te beträgt unver­än­dert wei­ter­hin 2,8 Pro­zent (Vor­jahr 2,8 Pro­zent). Dies ist die nied­rigs­te Quo­te im gesam­ten Agen­tur­be­zirk und ent­spricht Voll­be­schäf­ti­gung. Aus dem Land­kreis Bam­berg gin­gen in den ver­gan­ge­nen vier Wochen 168 sozi­al-ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Stel­len­an­ge­bo­te bei den Ver­mitt­lungs­exper­ten ein. 9,1 Pro-zent mehr als im Vor­jahr. Der Per­so­nal­mehr­be­darf kam zum Groß­teil aus der Zeit­ar­beit. Im Stel­len­pool des Arbeit­ge­ber­ser­vice befin­den sich aktu­ell 1 294 Beschäf­ti­gungs­an­ge­bo­te; 12,1 Pro­zent weni­ger als im Sep­tem­ber 2024.

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