Die Herbstbelebung setzte im September aufgrund der andauernden Konjunkturschwäche auf dem Arbeitsmarkt spürbar weniger agil ein als üblich. Nachdem die Arbeitslosigkeit in den beiden Monaten zuvor saisonüblich stieg, begann sie trotz weiterer Massenentlassungen zumindest wieder leicht zu sinken, wie die Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg mitteilt.
Die Zahl der Arbeitslosen verringerte sich demnach im letzten Monat um 25 Personen (-0,2 Prozent). Ende September waren 14.680 Frauen und Männer im Agenturbezirk Bamberg-Coburg arbeitslos gemeldet. Das sind 998 Personen (+7,3 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Das liegt zum Großteil an den vielen Geflüchteten in der Region, die in der Regel Bürgergeld von den Job-centern beziehen. Ende September waren im Agenturbezirk 1.032 Ukrainer und weitere 949 Flüchtlinge anderer Herkunftsländer (davon 529 Syrer, 137 Afghanen, 43 Eritreer, 39 Iraker und 32 Iraner) arbeitslos gemeldet. Arbeitsuchend sind insgesamt 3.649 Geflüchtete registriert.
Die Arbeitslosenquote beträgt wie im August weiterhin 4,2 Prozent. Ihr Vorjahresniveau lag bei 3,9 Prozent. Im September wurden 1.452 Menschen arbeitslos, 11,2 Prozent (+146) mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig fanden 1.171 Personen einen neuen Arbeitsplatz. Das waren 96 beziehungsweise 7,6 Prozent weniger als in 2024.
Ernüchternder Start in den Herbst
„Mit dem Start in das neue Ausbildungs- und Schuljahr sank die Arbeitslosigkeit der unter 25-Jährigen im September wieder. Durch den Beginn des Herbstsemesters an den Hochschulen wird die Arbeitslosigkeit der unter 25-Jährigen im Oktober weiter sinken. Ende September war etwas mehr als jeder zehnte Arbeitslose (10,9 Prozent) jünger als 25 Jahre alt. Aktuell sind 1.606 junge Menschen arbeitslos; 128 beziehungsweise 8,7 Prozent mehr als letztes Jahr. Davon sind 290 Geflüchtete“, lautet die Einschätzung zum Arbeitsmarkt von Stefan Trebes, dem Leiter der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg. „Die leichte Aufhellung der Stimmung am Arbeitsmarkt der letzten Monate scheint verflogen. Der normalerweise dynamische Start der Herbstbelebung nach den Sommerferien wurde überlagert von realisierten Massenentlassungen, die in letzter Zeit wieder deutlich zunahmen. Bei einigen Firmen ist mittlerweile die zweite oder dritte Welle des Personalabbaus in vollem Gange. Zeitgleich halten sich die Betriebe mit Investitionsvorhaben zurück. Positiv ist, dass es viele Übernahmen bei Insolvenzen gibt. Jedoch braucht es Zeit, bis die neu aufgestellten Firmen wieder Tritt fassen und Personal einstellen. Durch die Entlassungen bieten sich jedoch auch Chancen für Firmen, die suchen.“
Kurzarbeit sichert Arbeitsplätze querbeet
Im Mai 2025 (Hochrechnung aktuellster Wert) bezogen im Agenturbezirk insgesamt 152 Betriebe für 2.966 Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld. 1,2 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten waren in Kurzarbeit. Die Kurzarbeiterquote bewegt sich weiterhin stabil auf einem sehr niedrigen Niveau. Seit dem Vorjahr ist die Zahl der Betriebe um 55 (+56,7 Prozent) und die der Kurzarbeiter um 968 (+48,4 Prozent) gestiegen.
„Es fällt auf, dass es bei der Kurzarbeit sowie dem Insolvenzgeld keinen branchenspezifischen Schwerpunkt gibt. Das Transferkurzarbeitergeld bewegt sich seit Monaten stabil auf einem hohen Niveau, besonders in der Region um Coburg, während der Raum Bamberg deutlich weniger betroffen ist. Eine Änderung der Situation im negativen wie positiven Sinne ist aktuell nicht in Sicht“, sagt dazu Stefan Trebes.
Arbeitsmarktentwicklung in den Regionen
In der Stadt Bamberg setzte die Herbstbelebung im September dieses Jahres weniger dynamisch ein. Die Arbeitslosigkeit nahm um 2,0 Prozent beziehungsweise 46 Personen leicht zu. Ende des Monats waren 2.331 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 12,9 Prozent (+266) mehr als im Vorjahr. In den vergangenen vier Wochen wurden 12,7 Prozent mehr Menschen entlassen, jedoch auch 6,6 Prozent mehr eingestellt als in 2024. Die Arbeitslosenquote stieg seit August um 0,1 Prozentpunkte auf aktuell 5,2 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 4,7 Prozent. Im September meldeten die Arbeitgeber aus dem Stadtgebiet 192 sozialversicherungspflichtige Stellen, lediglich 2,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Im Bestand betreut der Arbeitgeberservice aktuell 1.043 Beschäftigungsofferten, 20,9 Prozent weniger als im Vorjahr.
Im Landkreis Bamberg setzte im September eine leichte Herbstbelebung ein. Die Zahl der Arbeitslosen nahm seit Ende August um 18 Menschen (-0,7 Prozent) auf 2.496 leicht ab. Sie liegt um 1,5 Prozent (+38 Personen) leicht über dem Vorjahres-wert. Im September verloren 6,0 Prozent mehr Personen ihren Job als in 2024; gleichzeitig fanden 7,1 Prozent weniger eine Beschäftigung. Die Arbeitslosenquote beträgt unverändert weiterhin 2,8 Prozent (Vorjahr 2,8 Prozent). Dies ist die niedrigste Quote im gesamten Agenturbezirk und entspricht Vollbeschäftigung. Aus dem Landkreis Bamberg gingen in den vergangenen vier Wochen 168 sozial-versicherungspflichtige Stellenangebote bei den Vermittlungsexperten ein. 9,1 Pro-zent mehr als im Vorjahr. Der Personalmehrbedarf kam zum Großteil aus der Zeitarbeit. Im Stellenpool des Arbeitgeberservice befinden sich aktuell 1 294 Beschäftigungsangebote; 12,1 Prozent weniger als im September 2024.
