Zwi­schen Auf­bruch, Digi­ta­li­sie­rung und neu­en Per­spek­ti­ven für die Branche

Immo­bi­li­en­mes­se Fran­ken 2026

5 Min. zu lesen
Immobilienmesse
Gut besucht war auch in den Vorjahren die Immobilienmesse, Foto: Claus Riegl
Wenn sich im Janu­ar 2026 die Türen der bro­se ARENA öff­nen, steht die Regi­on ein­mal mehr im Zei­chen von Immo­bi­li­en, Inno­va­ti­on und Inspi­ra­ti­on. Die 23. Immo­bi­li­en­mes­se Fran­ken bringt am 24. und 25. Janu­ar mehr als 150 Aus­stel­ler zusam­men – von Bau­trä­gern und Ener­gie­be­ra­tern bis hin zu Ban­ken, Hand­werks­be­trie­ben und SmartHome-Spezialisten.

Seit mehr als zwei Jahr­zehn­ten ist die Immo­bi­li­en­mes­se Fran­ken eine fes­te Insti­tu­ti­on im frän­ki­schen Ver­an­stal­tungs­ka­len­der und konn­te immer wie­der zahl­rei­che Inter­es­sen­ten begeistern.

Gera­de in einer Zeit, in der die Immo­bi­li­en­bran­che unter ver­än­der­ten Rah­men­be­din­gun­gen steht – so bei­spiels­wei­se stei­gen­de Bau­kos­ten, höhe­re Zin­sen, Unsi­cher­heit bei För­de­run­gen und der­glei­chen – bie­tet die Mes­se eine wert­vol­le Platt­form für einen kon­struk­ti­ven Aus­tausch, all­ge­mei­ne Ori­en­tie­rung inner­halb des Immo­bi­li­en­sek­tors und selbst­ver­ständ­lich auch kon­kre­te Lösun­gen für offe­ne Fragestellungen.


Kon­ti­nui­tät und Aufschwung

„Natür­lich hat sich in den 2020er Jah­ren zunächst die Besu­cher­zahl ver­rin­gert“, erin­nert sich Yan­nick Beulcke, für Mar­ke­ting zustän­dig beim Mes­se­team Bam­berg. Die Coro­na­jah­re hät­ten auch hier deut­li­che Spu­ren hin­ter­las­sen. Doch schon bald nach der Pan­de­mie sei spür­bar gewe­sen, dass das Inter­es­se am The­ma Woh­nen unge­bro­chen ist: „Nach Ende der Covid-19-Pan­de­mie konn­ten wir wie­der Jahr für Jahr eine Stei­ge­rung der Besu­cher­zah­len verzeichnen.“

Für 2026 blickt das Team opti­mis­tisch nach vorn und hofft erneut auf sta­bi­le Besu­cher­zah­len: „Wir ver­su­chen im kom­men­den Jahr wie­der die Ursprungs­zah­len mit über 6000 Besu­chern zu errei­chen – und sind dahin­ge­hend zuver­sicht­lich, dass das gut funk­tio­nie­ren wird“, so Beulcke.

Auch inhalt­lich habe sich die Mes­se ste­tig wei­ter­ent­wi­ckelt: „Wir haben eine star­ke Basis an Stamm­aus­stel­lern, mit denen wir seit vie­len Jah­ren zusam­men­ar­bei­ten. Gleich­zei­tig sto­ßen immer wie­der neue, span­nen­de Unter­neh­men hin­zu – das hält die Ver­an­stal­tung lebendig.“

Ein kla­rer Trend zeich­net sich dabei ab: Der Bereich Sanie­rung gewinnt zuneh­mend an Bedeu­tung: „Das mer­ken wir bei unse­ren Besu­chern deut­lich“, sagt Beulcke und führt fort: „Die­ser The­men­kom­plex wird immer belieb­ter – im Ein­klang mit der all­ge­mei­nen Markt­ent­wick­lung.“ Denn die Zahl der pri­va­ten und öffent­li­chen Bau­ge­neh­mi­gun­gen gehe zurück. Dies habe mit den gestie­ge­nen Zin­sen, der unsi­che­ren wirt­schaft­li­chen Zukunfts­er­war­tung und natür­lich mit hohen Prei­sen zu tun.


Digi­ta­li­sie­rung trifft auf den Wunsch nach per­sön­li­chem Austausch

Die Mes­se 2026 steht unter dem Mot­to „Moder­ni­sie­ren, Reno­vie­ren, In- & Out­door-Living, Ener­gie, Ser­vice Woh­nen, Smar­tHome, Sicher­heit & Ein­bruch­schutz & alter­na­ti­ve Wohn­for­men“. Die­se The­men spie­geln die aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen wider, aber bie­ten im Umkehr­schluss auch zahl­rei­che Chan­cen für bei­de Sei­ten: Nach­hal­tig­keit, Ener­gie­ef­fi­zi­enz, digi­ta­le Steue­rungs­sys­te­me und die Suche nach neu­en Wohnkonzepten:

„Natür­lich gibt es in die­sen Berei­chen durch tech­no­lo­gi­sche Ent­wick­lun­gen span­nen­de Neue­run­gen“, betont Beulcke. „Unse­re inno­va­ti­ven Aus­stel­ler prä­sen­tie­ren die­se auch auf der Mes­se“, lädt er herz­lich alle Inter­es­sen­ten zur zukunfts­ori­en­tier­ten Mes­se ein.

Auch orga­ni­sa­to­risch hat sich die Mes­se moder­ni­siert: mit einem Online-Ticket­shop, neu­en digi­ta­len Wer­be­ka­nä­len und geziel­ten Social-Media-Akti­vi­tä­ten. Trotz­dem blei­be der per­sön­li­che Kon­takt das Herz­stück der Ver­an­stal­tung: „Das Mes­se­er­leb­nis selbst lebt vom per­sön­li­chen Aus­tausch. Mes­sen sind der Treff­punkt zwi­schen Anbie­ter und Nach­fra­ger, der alle Sin­ne bedient und den es seit Men­schen­ge­den­ken gibt.“

Die Immo­bi­li­en­mes­se bie­tet auch wie­der ein brei­tes Vor­trags­pro­gramm an, Foto: Claus Riegl

Gera­de in einer zuneh­mend digi­ta­len Welt sei es wich­tig, rea­le Begeg­nun­gen zu ermög­li­chen. „Wir möch­ten in die­ser Zeit bewusst einen Kon­trast schaf­fen“, erklärt Beulcke und sagt wei­ter: „Bei der eige­nen Immo­bi­lie spielt Ver­trau­en eine sehr gro­ße Rol­le – und Ver­trau­en ent­steht im per­sön­li­chen Gespräch. Die 23. Immo­bi­li­en­mes­se Fran­ken soll erneut eine Platt­form für genau die­sen Aus­tausch sein. Zwi­schen­mensch­li­che Bezie­hun­gen wer­den mehr und mehr digitalisiert.“

Orga­ni­sa­ti­on, Erfah­rung und Begeisterung

Hin­ter einer Mes­se die­ser Grö­ßen­ord­nung steckt enor­me Logis­tik. Die Koor­di­na­ti­on von über 150 Aus­stel­lern, die Pla­nung von Flä­chen, Tech­nik, Wer­bung und Besu­cher­strö­men – all das erfor­dert Rou­ti­ne und Detail­wis­sen: „Gro­ße Ver­an­stal­tun­gen sind mit gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen ver­bun­den. Man muss zahl­rei­che Din­ge unter einen Hut brin­gen“, so Yan­nick Beulcke.

Das Mes­se­team Bam­berg sei dabei ein ein­ge­spiel­tes Team: „Wir gehen die Sache sehr rou­ti­niert und struk­tu­riert an. Das ist wich­tig, damit am Ende alle Tei­le zusammenpassen.“

Und die Mühe lohnt sich: „Das Schöns­te ist, wenn am Ende alles funk­tio­niert und man in glück­li­che Gesich­ter blickt, denn wenn wir unse­ren Job gut machen, geht jeder zufrie­den nach Hau­se. Der Besu­cher hat eine Lösung für sein Anlie­gen gefun­den – und auch für die Aus­stel­ler lohnt sich das Gan­ze. Die­ses posi­ti­ve Feed­back zu bekom­men, macht ein­fach Freu­de. Dafür macht man es.“


Regio­na­li­tät als Stärke

Ein beson­de­res Merk­mal der Immo­bi­li­en­mes­se Fran­ken ist ihr star­ker regio­na­ler Bezug. Sie ver­steht sich nicht nur als Bran­chen­treff, son­dern auch als eine Art „Schau­fens­ter“ der regio­na­len Wirt­schafts­kraft. Hier wird Lokal­ko­lo­rit ver­mit­telt: „Der Groß­teil unse­rer Aus­stel­ler kommt aus der Regi­on“, erklärt Beulcke und fügt selbst­be­wusst hin­zu: „Fran­ken ist nach wie vor eine wirt­schafts­star­ke Regi­on – und das gilt auch für die Immobilienbranche.“

Auf der Mes­se las­se sich die­se Viel­falt unmit­tel­bar erle­ben: inno­va­ti­ve Bau­kon­zep­te aus der Regi­on, nach­hal­ti­ge Ener­gie­pro­jek­te aus dem Umland sowie krea­ti­ve Innen- und Außen­raum­ge­stal­tung aus dem Hand­werk. „Wir möch­ten die klei­ne Hür­de auf wie­der über 6000 Besu­cher neh­men und für die 23. Immo­bi­li­en­mes­se Fran­ken begeis­tern“, betont Beulcke.


Zwi­schen Markt­un­si­cher­heit und Aufbruchstimmung

Die Lage auf dem Immo­bi­li­en­markt bleibt trotz guter Ideen und gesun­dem Opti­mis­mus nichts­des­to­trotz ange­spannt: Zin­sen und Bau­kos­ten brem­sen Inves­ti­tio­nen, gleich­zei­tig steigt der Bedarf an Wohn­raum. Den­noch will Beulcke Mut machen: „Es sind her­aus­for­dern­de Zei­ten. Aber das heißt nicht, den Kopf in den Sand zu ste­cken und auf­zu­ge­ben. Her­aus­for­de­run­gen muss man ent­ge­gen­tre­ten – durch Akti­on, nicht Resignation.“

Vie­le Unter­neh­men, die auf der Mes­se ver­tre­ten sind, hät­ten bereits frü­he­re Kri­sen über­stan­den: „Die­se Fir­men sind stark, erfah­ren und ver­läss­lich – und somit gute Ansprech­part­ner, wenn es um Neu­bau­ten, Sanie­run­gen oder auch den Erwerb von Immo­bi­li­en geht.“

Auch die Wün­sche der Käu­fe­rin­nen und Käu­fer hät­ten sich im Lau­fe der Zeit zum Teil deut­lich gewan­delt: „Es ist ganz nor­mal, dass sich mit der Zeit Prio­ri­tä­ten ver­än­dern“, erklärt Beulcke. „Gera­de die The­men rund um Ener­gie­ef­fi­zi­enz sind beson­ders stark nach­ge­fragt, eben­so wie Sanie­run­gen.“ Immer wich­ti­ger wer­de zudem der Aspekt der Aut­ar­kie – also der Wunsch, unab­hän­gi­ger zu wer­den, da die Zukunft auf allen Ebe­nen für immer mehr immer unbe­re­chen­ba­rer wer­de auf­grund ver­schie­dens­ter Din­ge: „Dazu zäh­len span­nen­de Lösun­gen im Ener­gie­be­reich eben­so wie das Hoch­beet im Gar­ten oder Gärt­nern auf dem Balkon.“


Inno­va­tio­nen, För­de­run­gen und poli­ti­sche Weichenstellungen

Wer sich auf der Mes­se umschaut, kann haut­nah erle­ben, wie rasant sich die Bran­che wei­ter­ent­wi­ckelt. In die­ser Bran­che ist es bedeu­tend, immer mit der Zeit zu gehen: „Den neu­es­ten Stand der Tech­nik sieht man bei den Pro­duk­ten der Aus­stel­ler“, erklärt Beulcke. „Ob bei Fens­tern mit bes­se­ren Dämm­wer­ten, höher­wer­ti­gen Sicher­heits­stan­dards, inno­va­ti­ven Bau­stof­fen oder Heiz­sys­te­men mit gestei­ger­ter Effek­ti­vi­tät bei teil­wei­se rück­läu­fi­gen Prei­sen – Fort­schritt ist über­all sichtbar.“

Auch bei der Finan­zie­rung und För­de­rung bleibt die Mes­se ein wich­ti­ger Infor­ma­ti­ons­punkt für alle Betrof­fe­nen und Inter­es­sen­ten: „In eini­gen Tei­len gibt es För­der­mög­lich­kei­ten, in ande­ren spricht man dar­über und hofft auf wei­te­re Pro­gram­me“, so Beulcke. „Letzt­end­lich wer­den die Aus­stel­ler über den jeweils aktu­el­len Stand infor­mie­ren. Nie­mand ist näher dran als diese.“

Doch auch die poli­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen beein­flus­sen die Dyna­mik des Mark­tes, dar­über hin­aus sei­en sta­bi­le wirt­schaft­li­che Per­spek­ti­ven ent­schei­dend. „Wei­te­re För­der­pro­gram­me, etwa für jun­ge Fami­li­en, wären hilf­reich. Und ein sta­bi­ler Arbeits­markt ist wich­tig, damit Men­schen es sich vor­stel­len und leis­ten kön­nen, in eine Immo­bi­lie zu inves­tie­ren und aus einer per­spek­ti­visch pro­spe­rie­ren­den und siche­ren Zukunfts­er­war­tung her­aus Kraft für eine Inves­ti­ti­on die­ser Grö­ßen­ord­nung zu schöpfen.“

Die Immo­bi­li­en­mes­se Fran­ken 2026 wird ein­mal mehr zei­gen, dass die Bran­che trotz wirt­schaft­li­cher Unsi­cher­hei­ten vol­ler Ener­gie und Gestal­tungs­wil­len steckt. Zwi­schen Digi­ta­li­sie­rung, Nach­hal­tig­keit und regio­na­ler Stär­ke bleibt sie das, was sie immer war: ein Ort, an dem Ver­trau­en ent­steht, Ideen Gestalt anneh­men und Zukunfts­plä­ne Form gewin­nen – und das am aller­bes­ten, wenn man sich gegen­über­steht und von Ange­sicht zu Ange­sicht kom­mu­ni­zie­ren kann.

Weiterer Artikel

CERATONIA Vol­leys rei­sen als Außen­sei­ter nach Gotha

Elt­mann zu Gast beim amtie­ren­den Meister

Nächster Artikel

Smart-City-Pro­jekt unter­stützt Bewegungsfreiheit

Men­schen mit Demenz digi­tal im Blick