IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth for­dert pra­xis­taug­li­che Regeln

Nach­hal­ti­ge Ver­pa­ckun­gen ja, Büro­kra­tie­mons­ter nein!

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Dr. Michael Waasner, Präsident der IHK für Oberfranken Bayreuth. Foto: Thorsten Ochs /Ochsenfoto
Die neue EU-Ver­pa­ckungs­ver­ord­nung PPWR soll Ver­pa­ckun­gen nach­hal­ti­ger machen und den Bin­nen­markt stär­ken. Die IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth unter­stützt die­ses Ziel. Aus Gesprä­chen mit Unter­neh­men der Regi­on weiß sie aber, es hapert an einer prak­ti­ka­blen Umset­zung, wie die IHK mitteilt.

Mit der Ver­ord­nung ver­folgt die Euro­päi­sche Uni­on die Zie­le, den Ver­pa­ckungs­ver­brauch zu sen­ken, Ver­pa­ckun­gen nach­hal­ti­ger zu gestal­ten, die Kreis­lauf­wirt­schaft zu stär­ken und den euro­päi­schen Bin­nen­markt zu har­mo­ni­sie­ren. „Die­se Zie­le begrü­ßen wir und wer­den dabei von unse­ren Mit­glieds­un­ter­neh­men aus­drück­lich unter­stützt”, macht IHK-Prä­si­dent Dr. Micha­el Waas­ner deutlich.


Unter­neh­men brau­chen Planungssicherheit

Vor allem die feh­len­de Pla­nungs­si­cher­heit macht Unter­neh­men aber zu schaf­fen. Wich­ti­ge Details der Ver­ord­nung wer­den erst nach und nach in wei­te­ren Rechts­ak­ten fest­ge­legt, Unter­neh­men müs­sen aber schon heu­te über neue Ver­pa­ckun­gen ent­schei­den. Die­se Unsi­cher­heit erschwert lang­fris­ti­ge Pla­nun­gen erheb­lich und füh­re dazu, dass Inves­ti­tio­nen teil­wei­se zurück­ge­stellt wer­den. „Wer heu­te inves­tie­ren muss, kann nicht auf Rechts­ak­te war­ten, die erst mor­gen kom­men”, so Dr. Waasner.

Hin­zu kom­men auf­wen­di­ge Nach­weis­pflich­ten. Wer bele­gen muss, aus wel­chem Mate­ri­al eine Ver­pa­ckung besteht oder wie viel recy­cel­tes Mate­ri­al sie ent­hält, braucht Daten aus lan­gen Lie­fer­ket­ten. „Gera­de unse­re klei­nen und mit­tel­stän­di­schen Betrie­be sto­ßen dabei schnell an ihre Gren­zen”, weiß Dr. Waasner.


Statt Büro­kra­tie­ab­bau ent­steht wie­der ein­mal mehr Bürokratie

„Die Sor­ge rich­tet sich dabei nicht gegen höhe­re Umwelt­stan­dards, son­dern gegen einen wach­sen­den büro­kra­ti­schen Auf­wand, feh­len­de Pla­nungs­si­cher­heit und die Gefahr einer unein­heit­li­chen Anwen­dung inner­halb Euro­pas”, so Dr. Waas­ner. „Unse­re Unter­neh­men brau­chen kla­re Vor­ga­ben statt Büro­kra­tie, die am Ende nur Kos­ten ver­ur­sacht. Wie­der ein­mal wer­den Res­sour­cen in Ver­wal­tung und Com­pli­ance gebun­den, die unse­re Unter­neh­men viel lie­ber in Inno­va­tio­nen und nach­hal­ti­ge Ver­pa­ckungs­lö­sun­gen inves­tie­ren würden.”

Die IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth for­dert von der Poli­tik: Kei­ne zusätz­li­chen natio­na­len Vor­ga­ben über die PPWR hin­aus, einen ein­heit­li­chen Voll­zug in Euro­pa, har­mo­ni­sier­te Mel­de­sys­te­me, früh­zei­tig ver­öf­fent­lich­te tech­ni­sche Vor­ga­ben sowie ein­fa­che­re Nach­weis­pflich­ten für klei­ne und mitt­le­re Unternehmen.

Nur wenn Umwelt­schutz und Pra­xis zusam­men­pas­sen, gelingt die Kreis­lauf­wirt­schaft. Die IHK für Ober­fran­ken Bay­reuth bie­tet der Poli­tik wei­ter­hin den fach­li­chen Aus­tausch an.

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