vbw-Roh­stoff­preis­in­dex

Rekord­hoch bei Roh­stoff­prei­sen im April – Belas­tung für die Indus­trie wächst weiter

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Industrie
Symbolbild, Foto: Pixabay
Der Roh­stoff­preis­in­dex der vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. leg­te im April 2026 gegen­über März um 4,3 Pro­zent auf einen neu­en Höchst­stand von 202,1 Punk­ten zu, wie die vbw mit­teilt. Damit wach­se die Belas­tung für die Indus­trie weiter.

„Die Roh­stoff­prei­se haben ein neu­es All­zeit­hoch erreicht und das bis­he­ri­ge Rekord­ni­veau aus dem März 2022 über­schrit­ten. Die Dyna­mik der ver­gan­ge­nen Mona­te setzt sich fort und ver­schärft die ohne­hin ange­spann­te Lage für die Unter­neh­men im Frei­staat wei­ter“, erklärt vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Brossardt.

Der Teil­in­dex für Indus­trie­me­tal­le stieg im April um 4,5 Pro­zent. Beson­ders stark ver­teu­er­te sich Ger­ma­ni­um (+16, 7 Pro­zent), das unter ande­rem für die Her­stel­lung von Halb­lei­tern und Solar­zel­len rele­vant ist. Auch Alu­mi­ni­um wur­de mit einem Anstieg von 6,6 Pro­zent merk­lich teu­rer. Im Ver­gleich zum April 2025 zeigt sich eine extre­me Ent­wick­lung bei ein­zel­nen Roh­stof­fen: „Der Preis für Wolf­ram stieg im Ver­gleich zum Vor­jah­res­mo­nat um 642,7 Pro­zent – und damit um mehr als das Sie­ben­fa­che inner­halb eines Jah­res. Das knap­pe Ange­bot trifft auf eine stark wach­sen­de Nach­fra­ge aus der Tech­no­lo­gie- und Rüs­tungs­in­dus­trie. Wolf­ram wird unter ande­rem bei der Her­stel­lung von KI-Chips und moder­nen Waf­fen ein­ge­setzt. Alu­mi­ni­um ver­teu­er­te sich im Jah­res­ver­gleich um 50,9 Pro­zent. Das belas­tet die Unter­neh­men im Frei­staat beson­ders stark, da Alu­mi­ni­um in vie­len indus­tri­el­len Anwen­dun­gen unver­zicht­bar ist und die Pro­duk­ti­ons­kos­ten ent­spre­chend deut­lich stei­gen“, so Brossardt.

Ent­ge­gen dem all­ge­mei­nen Trend ging der Teil­in­dex für Sel­te­ne Erden im April um 3,3 Pro­zent zurück. Deut­lich güns­ti­ger waren vor allem Sama­ri­um (-37,6 Pro­zent) und Pra­seo­dym (-11,1 Pro­zent). Gleich­zei­tig kam es bei ein­zel­nen Roh­stof­fen wie Gado­li­ni­um (+17,5 Pro­zent) und Ceri­um (+11,5 Pro­zent) zu spür­ba­ren Preis­an­stie­gen. Auch die Prei­se für Edel­me­tal­le gaben im April nach. Der ent­spre­chen­de Teil­in­dex sank gegen­über März um 2,5 Pro­zent. Neben Gold (-2,8 Pro­zent) ver­güns­tig­te sich auch Sil­ber (-2,6 Pro­zent). Im Vor­jah­res­ver­gleich blieb ins­be­son­de­re Sil­ber jedoch auf einem sehr hohen Niveau und ist wei­ter­hin mehr als dop­pelt so teu­er (+135,4 Prozent).

Ange­sichts der anhal­tend hohen Prei­se for­dert die vbw, den Bezug von Roh­stof­fen poli­tisch zu prio­ri­sie­ren. „Wir müs­sen unse­re Abhän­gig­kei­ten redu­zie­ren, Lie­fer­ket­ten brei­ter auf­stel­len und die Kreis­lauf­wirt­schaft kon­se­quent stär­ken. Nur so kön­nen wir die Ver­sor­gungs­si­cher­heit lang­fris­tig gewähr­leis­ten und die Wett­be­werbs­fä­hig­keit unse­rer Unter­neh­men sichern“, betont Brossardt.

Basis­jahr für den vbw Roh­stoff­preis­in­dex ist 2015 (2015=100). In den vbw Roh­stoff­preis­in­dex flie­ßen die Welt­markt­prei­se von 42 Roh­stoff­ar­ten ein. Es han­delt sich um Prei­se auf US-Dol­lar Basis. Die­se wer­den gewich­tet mit dem Import­an­teil des jewei­li­gen Roh­stof­fes nach Bay­ern. Der kom­plet­te vbw-Roh­stoff­preis­in­dex ist hier zu finden.

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