Natur­schutz­fach­kar­tie­rung lie­fert neue Erkenntnisse

Sel­te­ne Arten im Stadt­ge­biet entdeckt

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Arten
Ein ins Netz gegangener Kammmolch. Aufgrund seines auffälligen, gezackten Kamms ist er auch unter dem Namen „Wasserdrache“ bekannt. Foto: Jürgen Thein
Vom Lan­des­amt für Umwelt wur­de der Schluss­be­richt der Natur­schutz­fach­kar­tie­rung an Bür­ger­meis­ter und Umwelt­re­fe­rent Jonas Glüsen­kamp über­ge­ben. Ziel der Unter­su­chung war es, aktu­el­le und belast­ba­re Daten zur Tier­welt im Stadt­ge­biet zu gewin­nen und damit eine wich­ti­ge Grund­la­ge für den Natur­schutz zu schaf­fen, wie die Stadt Bam­berg mit­teilt. Dabei zeig­te sich, dass sich auch sehr sel­te­ne Arten im Stadt­ge­biet wohl­füh­len: Erst­mals nach­ge­wie­sen wer­den konn­te der vom Aus­ster­ben bedroh­te Kammmolch.

Im Rah­men der Kar­tie­rung wur­den die Vor­kom­men von Vögeln, Rep­ti­li­en, Amphi­bi­en, Libel­len, Tag­fal­tern und Heu­schre­cken auf zuvor aus­ge­wähl­ten Flä­chen im Stadt­ge­biet erfasst. Die letz­te sys­te­ma­ti­sche Art­kar­tie­rung in ver­gleich­ba­rem Umfang hat­te Ende der 1990er Jah­re statt­ge­fun­den, wes­halb eine Aktua­li­sie­rung der Daten­grund­la­ge not­wen­dig war.


Mehr als 5.000 Artnachweise

Die Ergeb­nis­se zei­gen die hohe Bedeu­tung des Stadt­ge­biets für den Arten­reich­tum: Ins­ge­samt konn­ten 5.343 Art­nach­wei­se an 283 Fund­or­ten doku­men­tiert wer­den. Die unter­such­ten Flä­chen umfass­ten zusam­men 1.006,5 Hekt­ar und damit rund 18,4 Pro­zent der Stadt­flä­che Bam­bergs. „Bam­berg ist somit nicht nur beson­ders lebens­wert für den Men­schen, son­dern auch für vie­le Tier­ar­ten“, so Tho­mas Fischer von der Unte­ren Natur­schutz­be­hör­de. Bei nahe­zu allen unter­such­ten Arten­grup­pen – mit Aus­nah­me der Heu­schre­cken – lag die Zahl der neu erfass­ten Fund­or­te teil­wei­se deut­lich über der Anzahl der bis­lang bekann­ten Altfundorte.

Bemer­kens­wert ist auch der Nach­weis der Gelb­bau­chun­ke in einem klei­nen Teich auf einem Pri­vat­grund­stück im Umfeld der Alten­burg. Das natur­nah gestal­te­te Gar­ten­grund­stück ver­deut­licht, dass auch pri­va­te Gär­ten wert­vol­le Lebens­räu­me für bedroh­te Tier­ar­ten sein kön­nen. Bür­ger­meis­ter Jonas Glüsen­kamp freut sich über den Bericht: „Er beschleu­nigt unse­re Ver­fah­ren, da wir nun sehr genau über die Vor­kom­men, auch räum­lich, Bescheid wis­sen. Dadurch sind wir in der Lage, schnell und prä­zi­se Aus­kunft an Drit­te zu geben.“


Ergeb­nis­se öffent­lich zugänglich

Der voll­stän­di­ge Schluss­be­richt der Natur­schutz­fach­kar­tie­rung steht unter www.stadt.bamberg.de zum Down­load zur Ver­fü­gung (dazu in der Such­funk­ti­on Natur­schutz­fach­kar­tie­rung ein­ge­ben und „Doku­men­te“ öff­nen). Zudem ist geplant, die Ergeb­nis­se im Früh­jahr 2026 einem städ­ti­schen Gre­mi­um vorzustellen.

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