Wei­ter­hin schlech­te Lage, aber stei­gen­de Zuversicht

Som­mer-Kon­junk­tur­um­fra­ge in der ober­frän­ki­schen Metall- und Elektro-Industrie

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oberfränkischen
Symbolbild, Foto: Pixabay
Die Lage in der ober­frän­ki­schen Metall- und Elek­tro- Indus­trie war im ers­ten Halb­jahr 2025 nach wie vor schlecht, die Aus­sich­ten für die künf­ti­ge Ent­wick­lung haben sich aber ver­bes­sert, wie die Arbeit­ge­ber­ver­bän­de der Metall- und Elek­tro­in­dus­trie in Bay­ern mitteilen.

Die inlän­di­schen Pro­duk­ti­ons­plä­ne lie­gen wie­der im posi­ti­ven Bereich, die Inves­ti­ti­ons- und Beschäf­ti­gungs­plä­ne blei­ben hin­ge­gen nega­tiv. „Die schlech­te Nach­richt ist, dass die struk­tu­rel­len Her­aus­for­de­run­gen nach wie vor bestehen. Die gute Nach­richt ist, dass der kon­junk­tu­rel­le Tief­punkt über­wun­den ist. Die neue Bun­des­re­gie­rung steht für die­se posi­ti­ve Ent­wick­lung, sorg­te sie doch für einen Stim­mungs­um­schwung. Wich­tig ist, dass jetzt nicht nach­ge­las­sen wird und Tem­po sowie Ent­schlos­sen­heit bei­be­hal­ten wer­den. Das wird sich dann auch in den Kon­junk­tur­zah­len wider­spie­geln“, fasst Tobi­as Hauk, Mit­glied des vbm Vor­stands der Regi­on Ober­fran­ken-West, die Ergeb­nis­se der aktu­el­len Umfra­ge unter den bay­me vbm Mit­glieds­un­ter­neh­men zusam­men, die heu­te in Coburg vor­ge­stellt wurde.

Laut Umfra­ge ver­bes­ser­te sich die aktu­el­le Geschäfts­la­ge gegen­über dem Win­ter­halb­jahr, bleibt aber im nega­ti­ven Bereich. Der Sal­do aus posi­ti­ven und nega­ti­ven Ant­wor­ten liegt im Inlands­ge­schäft bei ‑18,2 Punk­ten und im Aus­lands­ge­schäft bei ‑6,6 Punk­ten. Die Erwar­tun­gen für das Inlands­ge­schäft sind hin­ge­gen erst­mals seit lan­gem wie­der posi­tiv. Rund 19 Pro­zent erwar­ten in den kom­men­den sechs Mona­ten eine Ver­bes­se­rung, nur noch 4,4 Pro­zent eine Ver­schlech­te­rung. „Die Unter­neh­men sehen trotz der schwie­ri­gen Gesamt­si­tua­ti­on Licht am Ende des Tun­nels. Das ist eine gute Nach­richt und wir hof­fen, dass der ‚Dri­ve‘ der Bun­des­re­gie­rung noch zu wei­te­ren Ver­bes­se­run­gen füh­ren wird“, so Hauk.

Auch die Pro­duk­ti­ons­plä­ne der ober­frän­ki­schen Unter­neh­men sind wie­der im posi­ti­ven Bereich. Der Sal­do liegt bei +6,2 Punk­ten. „Wäh­rend vom ers­ten Halb­jahr kaum Impul­se aus­gin­gen, erwar­ten wir einen mode­ra­ten Anstieg im zwei­ten Halb­jahr. Die Pro­duk­ti­on dürf­te im Jah­res­durch­schnitt 2025 um ein Pro­zent über dem Durch­schnitt von 2024 lie­gen“, pro­gnos­ti­ziert Hauk.

Die Inves­ti­ti­ons­plä­ne der ober­frän­ki­schen M+E Unter­neh­men sind im Sal­do immer noch nega­tiv und lie­gen bei ‑12,3 Punk­ten. „Die nach­las­sen­de Inves­ti­ti­ons­zu­rück­hal­tung ist nicht zuletzt auch der neu­en Bun­des­re­gie­rung zu ver­dan­ken. Jetzt heißt es aber, zügig wei­te­re Maß­nah­men aus dem Sofort­pro­gramm umzu­set­zen, ins­be­son­de­re die Fle­xi­bi­li­sie­rung der Arbeits­zei­ten und den wei­te­ren Büro­kra­tie­ab­bau. Nur so gewin­nen wir wie­der die Attrak­ti­vi­tät zurück, die Inves­ti­tio­nen an unse­ren Stand­ort zieht“, fin­det Hauk.

Die Ver­bes­se­rung der Wett­be­werbs­fä­hig­keit bleibt auch ange­sichts des außen­wirt­schaft­li­chen Umfelds eine Dau­er­auf­ga­be. Allen vor­an die Zoll- und Han­dels­po­li­tik von US-Prä­si­dent Trump führt laut Umfra­ge zu deut­li­chen Beein­träch­ti­gun­gen. So expor­tie­ren über 70 Pro­zent der ober­frän­ki­schen M+E Unter­neh­men in die USA, 45,5 Pro­zent davon waren bereits kon­kret von Zoll­stei­ge­run­gen betrof­fen. „Es zeigt sich, dass Zöl­le und Han­dels­bar­rie­ren der Wirt­schaft scha­den, sie ver­teu­ern und den Außen­han­del brem­sen. Durch die Ver­hand­lungs­lö­sung zwi­schen den USA und der EU konn­te ein Han­dels­krieg ver­mie­den wer­den und unse­re Unter­neh­men haben end­lich mehr Pla­nungs­si­cher­heit. Die Zöl­le von 15 Pro­zent ver­teu­ern natür­lich unse­re Expor­te, sie wer­den unser Wachs­tum redu­zie­ren und sie erschwe­ren all­ge­mein den Han­del mit den USA. Die Zusa­ge der EU, Ener­gie, KI-Chips und Rüs­tungs­gü­ter zu bezie­hen, wird jeden­falls par­ti­ell zu Las­ten von Euro­pa gehen. Das Aus­maß lässt sich der­zeit nicht abse­hen. Lang­fris­ti­ges Ziel muss blei­ben, Zöl­le und Han­dels­bar­rie­ren wei­ter abzu­bau­en. Jeden­falls steigt der Druck, unse­re eige­ne Wett­be­werbs­fä­hig­keit zu erhö­hen“, for­dert Hauk.

Die Beschäf­ti­gungs­plä­ne der ober­frän­ki­schen M+E Unter­neh­men rut­schen wei­ter in den nega­ti­ven Bereich. Mitt­ler­wei­le befürch­tet mit 51 Pro­zent knapp über die Hälf­te der Unter­neh­men, Stel­len abbau­en zu müs­sen. „Auch wenn sich die Lage ins­ge­samt lang­sam ver­bes­sert, wer­den die ober­frän­ki­schen M+E‑Unternehmen bis Jah­res­en­de den­noch rund 2.000 Stel­len abbau­en müs­sen. Denn die Ertrags­la­ge ist wei­ter­hin sehr kri­tisch, jeder fünf­te befrag­te Betrieb schreibt Ver­lus­te und wei­te­re gut 14 Pro­zent der Betrie­be rech­nen mit einer Net­to­um­satz­ren­di­te von ledig­lich einem bis zwei Pro­zent“, berich­tet Hauk und fügt hin­zu: „Die Beschäf­tig­ten sind die Leid­tra­gen­den einer lan­ge ver­fehl­ten Indus­trie- und Stand­ort­po­li­tik. Die Wirt­schafts­wen­de hat begon­nen, wird aber noch Zeit in Anspruch nehmen.“

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