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Arbeitsmarkt

Der Arbeits­markt im Sep­tem­ber 2021

Herbst­be­le­bung setzt ein, Arbeits­lo­sig­keit sinkt wieder

Im Sep­tem­ber ging die Arbeits­lo­sig­keit im Bezirk der Agen­tur für Arbeit Bam­berg-Coburg leicht zurück. Die Zahl der Arbeits­lo­sen ver­rin­ger­te sich im ver­gan­ge­nen Monat um 398 Personen.

Der Rück­gang fiel etwas dyna­mi­scher aus als in den fünf Jah­ren vor der Coro­na-Kri­se mit durch­schnitt­lich 357 Per­so­nen. Auf­grund von Nach­hol­ef­fek­ten durch die damals über­gangs­wei­se wirt­schaft­li­chen Locke­run­gen ging sie in 2020 über­pro­por­tio­nal um 1.063 Per­so­nen zurück. Aktu­ell sind 11.336 Frau­en und Män­ner im Agen­tur­be­zirk Bam­berg-Coburg arbeits­los gemel­det. Das sind bereits wie­der weni­ger als vor den Som­mer­fe­ri­en im Juli. Im Ver­gleich zum Vor­jahr hat die Arbeits­lo­sig­keit um 1.579 Per­so­nen bezie­hungs­wei­se 12,2 Pro­zent abge­nom­men. Jedoch sind es noch 9,4 Pro­zent oder 972 Per­so­nen mehr als vor der Kri­se in 2019.

Die Arbeits­lo­sen­quo­te redu­zier­te sich in den letz­ten vier Wochen um 0,2 Pro­zent­punk­te und beträgt jetzt 3,2 Pro­zent. Vor einem Jahr lag die Quo­te noch bei 3,7 Prozent.

In den letz­ten vier Wochen wur­den 1.284 Frau­en und Män­ner ent­las­sen, ledig­lich 1,1 Pro­zent bezie­hungs­wei­se 14 Per­so­nen mehr als vor einem Jahr. Der­weil konn­ten 1.236 Men­schen ihre Arbeits­lo­sig­keit durch Auf­nah­me einer neu­en Beschäf­ti­gung been­den, 17,5 Pro­zent weni­ger als in 2020. Die Ein­stell­chan­cen mit 1,4 Pro­zent weni­ger Arbeits­auf­nah­men als im Sep­tem­ber 2019 sowie das Ent­las­sungs­ri­si­ko mit 8,4 Pro­zent weni­ger Kün­di­gun­gen als im Sep­tem­ber 2019 haben seit Mona­ten das Vor­kri­sen­ni­veau erreicht und sind teil­wei­se sogar güns­ti­ger als vor der Corona-Krise.


Nach zwei Mona­ten Anstieg – Jugend­ar­beits­lo­sig­keit sinkt wieder

Zum Start in das neue Schul- und Aus­bil­dungs­jahr im Sep­tem­ber pro­fi­tier­ten vor allem die jun­gen Men­schen unter 25 Jah­re vom Abbau der Arbeits­lo­sig­keit. Der Rück­gang ent­fiel über die Hälf­te (55,3 Pro­zent) auf die­se Alters­grup­pe. Vie­le hat­ten sich seit Juli zum Schul- und Aus­bil­dungs­en­de über­gangs­wei­se arbeits­los gemel­det. 220 jun­ge Frau­en und Män­ner, die an der Schwel­le ins Berufs­le­ben stan­den, haben sich auf den Weg in eine Aus­bil­dung oder eine wei­ter­füh­ren­de Schu­le gemacht. Frisch­ge­ba­cke­ne Fach­kräf­te, die nach ihrer Aus­bil­dung nicht über­nom­men wer­den konn­ten, sind begehrt und haben jetzt den Ein­stieg ins Berufs­le­ben geschafft. Allein im letz­ten Monat ver­rin­ger­te sich die Jugend­ar­beits­lo­sig­keit um 14,8 Pro­zent. Mit Beginn des Herbst­se­mes­ters an den Hoch­schu­len wird sie vor­aus­sicht­lich auch im Okto­ber erneut zurück­ge­hen. Aktu­ell kom­men 11,2 Pro­zent aller Arbeits­lo­sen (1.269 Per­so­nen) aus der Alters­grup­pe bis 25 Jah­re. Inner­halb von zwölf Mona­ten ist ihre Zahl um 237 arbeits­lo­se Jugend­li­che bezie­hungs­wei­se 15,7 Pro­zent gesunken.


Arbeits­markt­ent­wick­lung:
Job­chan­cen waren noch nie so gut

„Bereits im Sep­tem­ber sorg­te die ein­set­zen­de Herbst­be­le­bung am Arbeits­markt wie­der für einen spür­ba­ren Beschäf­ti­gungs­an­stieg, nach­dem sich die Arbeits­lo­sig­keit sai­so­nal bedingt in den bei­den vori­gen Mona­ten erhöh­te. Der uns gemel­de­te Per­so­nal­be­darf der Fir­men war der größ­te in einem Sep­tem­ber seit Grün­dung der Bun­des­re­pu­blik. Gut gefüll­te Auf­trags­bü­cher bei gleich­zei­tig stei­gen­den Mate­ri­al­prei­sen, Lie­fer­eng­päs­sen und knap­per wer­den­den Fach­kräf­ten sor­gen für Her­aus­for­de­run­gen. Hel­fer wer­den mitt­ler­wei­le auch im Fach­kräf­te­be­reich ein­ge­setzt. Insol­ven­zen sind oft­mals die Gele­gen­heit, um sich neue Mit­ar­bei­ter zu sichern. Die Indus­trie kon­kur­riert mit dem Hand­werk um erfah­re­ne Mit­ar­bei­ter. Höhe­re Löh­ne und kür­ze­re Arbeits­zei­ten sind dabei immer wie­der das Züng­lein an der Waa­ge. All das führt jedoch erfreu­li­cher­wei­se auch dazu, dass zuneh­mend Bewer­ber zum Zuge kom­men, die auf­grund ihrer Vita in der Ver­gan­gen­heit kaum eine Chan­ce hat­ten. Mit Ein­ar­bei­tungs­zu­schüs­sen und von uns finan­zier­ten Qua­li­fi­zie­rungs­an­ge­bo­ten kann der Arbeit­ge­ber­ser­vice hier den Betrieb unterstützen.

Wir haben gute Aus­sich­ten auf einen gol­de­nen Herbst. Ich rech­ne daher damit, dass die Arbeits­lo­sig­keit auch in den kom­men­den bei­den Mona­ten zurück­ge­hen wird, bevor sie im Win­ter wie­der steigt“, so das Resü­mee von Boris Flem­ming, Geschäfts­füh­rer Ope­ra­tiv der Agen­tur für Arbeit Bamberg-Coburg.


Mehr Beschäf­tig­te als vor der Krise

Es gibt 245.900 sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­te (aktu­ells­ter Wert 03/​2021) im Agen­tur­be­zirk Bam­berg-Coburg. Das sind 0,3 Pro­zent bezie­hungs­wei­se 665 mehr als ein Jahr zuvor zu Beginn der Coro­na-Kri­se und 1.966 mehr (+0,8 Pro­zent) als vor zwei Jah­ren. Trotz der Kri­se nahm die Zahl der sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­ten Aus­län­der über­pro­por­tio­nal um 11,8 Pro­zent bezie­hungs­wei­se 2.287 auf 21.595 zu. Mehr als jeder elf­te Beschäf­tig­te (8,8 Pro­zent) hat somit einen aus­län­di­schen Pass.


Kurz­ar­beit sichert Arbeits­plät­ze – Rück­gang setzt sich kon­ti­nu­ier­lich fort

Im Mai (Hoch­rech­nung aktu­ells­ter Wert) bezo­gen im Agen­tur­be­zirk ins­ge­samt 2.425 Betrie­be für 16.890 Arbeit­neh­mer Kurz­ar­bei­ter­geld. 6,9 Pro­zent aller sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­ten waren in Kurz­ar­beit. Seit Febru­ar, als der Lock­down noch voll im Gan­ge war, sind es über ein Drit­tel bezie­hungs­wei­se 8.212 Per­so­nen und 869 Betrie­be bezie­hungs­wei­se 26,4 Pro­zent weni­ger gewor­den. Die Kurz­ar­bei­ter­quo­te betrug damals 10,2 Prozent.


Gol­de­ner Herbst­an­fang, Beschäf­ti­gungs­an­stieg in allen Regionen

Der Arbeits­markt der Agen­tur Bam­berg-Coburg umfasst fol­gen­de sie­ben Gebiets­kör­per­schaf­ten: Stadt und Land­kreis Bam­berg, Stadt und Land­kreis Coburg sowie die Land­krei­se Forch­heim, Kro­nach und Lichtenfels.

Zum Beginn der Kirch­weih­zeit setz­te die Herbst­be­le­bung am Arbeits­markt bereits in allen Regio­nen ein und ließ die Arbeits­lo­sen­zah­len sin­ken. Die ein­zel­nen loka­len Arbeits­märk­te reagie­ren dabei unter­schied­lich inten­siv. In der Regel fällt der Beschäf­ti­gungs­an­stieg in den länd­li­chen Regio­nen deut­lich dyna­mi­scher aus.

In die­sem Jahr pro­fi­tier­ten jedoch die Städ­te Bam­berg (- 5,0 Pro­zent) und Coburg (- 2,1 Pro­zent) bereits im Sep­tem­ber vom Herbst­auf­schwung nicht min­der inten­siv als die Land­krei­se Forch­heim (- 4,8 Pro­zent), Kro­nach (- 3,9 Pro­zent), Lich­ten­fels (- 3,7 Pro­zent), Coburg (- 2,9 Pro­zent) und Bam­berg (- 1,4 Prozent).

Nach­dem die Jugend­ar­beits­lo­sig­keit in den bei­den Mona­ten zuvor sai­so­nal bedingt durch das Schul- und Aus­bil­dungs­en­de gestie­gen war, sank sie jetzt wie­der in allen Regio­nen. In der Stadt Bam­berg, fiel der Rück­gang mit einem Minus von 23,3 Pro­zent am größ­ten aus.

In den Land­krei­sen Lich­ten­fels (-20,9 Pro­zent), Kro­nach (-17,8 Pro­zent), Forch­heim (- 11,5 Pro­zent) und der Stadt Coburg (-10,2 Pro­zent) liegt die Zahl der Arbeits­lo­sen pro­zen­tu­al aktu­ell im zwei­stel­li­gen Bereich unter dem Vor­jah­res­wert. Aber auch die Stadt Bam­berg (- 9,8 Pro­zent) sowie die Land­krei­se Bam­berg (- 9,8 Pro­zent) und Coburg (- 8,1 Pro­zent) machen deut­li­che Fort­schrit­te beim Abbau der Arbeitslosigkeit.

In den Land­krei­sen Lich­ten­fels (- 3,9 Pro­zent) und Kro­nach (- 3,3 Pro­zent) hat die Zahl der Arbeits­lo­sen das Vor­kri­sen­ni­veau von 2019 bereits den zwei­ten Monat in Fol­ge unter­schrit­ten. Im Bam­ber­ger Land (2,5 Pro­zent) und Forch­heim (2,7 Pro­zent) herrscht Voll­be­schäf­ti­gung. Die Mar­ke dazu liegt bei einer Arbeits­lo­sen­quo­te von 3,0 Prozent.


Stel­len­markt: Rekord­zu­gang und –bestand in einem Sep­tem­ber seit Grün­dung der BRD vor 72 Jahren

Der Arbeit­ge­ber­ser­vice der Agen­tur für Arbeit Bam­berg-Coburg bekam im Sep­tem­ber 1.752 sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Stel­len gemel­det. Das sind 540 bezie­hungs­wei­se 44,6 Pro­zent mehr als vor einem Jahr. Der Stel­len­be­stand ist mit 8 431 Beschäf­ti­gungs­an­ge­bo­ten um 2.378 (+39,3 Pro­zent) in den letz­ten zwölf Mona­ten gewachsen.

Min­des­tens seit der Grün­dung der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land vor 72 Jah­ren gab es noch nie so vie­le Neu­mel­dun­gen und Job­an­ge­bo­te im Bestand in einem Sep­tem­ber. Auf 100 gemel­de­te Stel­len kom­men aktu­ell sta­tis­tisch ledig­lich 134 arbeits­lo­se poten­ti­el­le Bewerber.

Der Groß­teil des Bedarfs ent­fällt auf Fach­kräf­te. Ledig­lich 27,4 Pro­zent der Job­an­ge­bo­te sind für Hel­fer bestimmt.

Die Agen­tur ver­fügt über einen bun­ten Mix an Beschäf­ti­gungs­chan­cen in ihrem Bestand. Das Gros des Per­so­nal­be­darfs ent­fällt auf die fol­gen­den Berufsbereiche:

2.665 Pro­duk­ti­on und Fer­ti­gung, 1.689 Ver­kehr, Logis­tik, Schutz und Sicher­heit, 1.186 Gesund­heit, Sozia­les, Leh­re und Erzie­hung, 1.109 kauf­män­ni­sche Dienst­leis­tun­gen, Han­del, Ver­trieb, Tou­ris­mus sowie 763 Bau, Archi­tek­tur, Ver­mes­sung und Gebäudetechnik.

Die größ­ten Zuwäch­se im Ver­gleich zum Vor­jahr gibt es bei kauf­män­ni­sche Dienst-leis­tun­gen, Han­del, Ver­trieb, Tou­ris­mus (+62,8 Pro­zent), Büro­tä­tig­kei­ten (Unter­neh­mens­or­ga­ni­sa­ti­on, Buch­hal­tung, Recht und Ver­wal­tung) mit plus 61,2 Pro­zent, Pro­duk­ti­on und Fer­ti­gung (+43,9 Pro­zent), Ver­kehr, Logis­tik, Schutz und Sicher­heit (+39,9 Pro­zent) sowie Natur­wis­sen­schaft, Geo­gra­fie, Infor­ma­tik eben­falls mit einem Plus von 39,9 Prozent.


Job­cen­ter – Herbst­auf­schwung bie­tet Chancen

In den Job­cen­tern des Agen­tur­be­zirks waren Ende Sep­tem­ber 4.576 Per­so­nen arbeits­los gemel­det. Das sind 92 Men­schen oder 2,0 Pro­zent weni­ger als im August. Der Rechts­kreis des SGB II ist von sai­so­na­len Ein­flüs­sen am Arbeits­markt nicht so aus­ge­prägt betrof­fen wie der des SGB III. Vom begin­nen­den Herbst­auf­schwung pro­fi­tier­ten daher im letz­ten Monat zu 76,9 Pro­zent Arbeits­lo­se aus dem Ver­si­cher­ten­be­reich des SGB III. 

Durch die anhal­tend gute Auf­trags­la­ge vie­ler Betrie­be bie­ten sich jedoch auch für Men­schen aus dem Bereich der Grund­si­che­rung mitt­ler­wei­le wie­der gute Chan­cen. Ihre Arbeits­lo­sig­keit liegt ledig­lich noch um 1,6 Pro­zent bzw. 72 Per­so­nen über der vom letz­ten Jahr. Die Zahl der Lang­zeit­ar­beits­lo­sen nahm seit­dem jedoch um 22,1 Pro­zent (+ 388) zu.


Arbeits­markt­ent­wick­lung in der Regi­on Bamberg

Bam­berg Stadt

In der Stadt Bam­berg hat der Herbst­auf­schwung bereits dyna­misch ein­ge­setzt. Die Arbeits­lo­sig­keit ver­rin­ger­te sich im Sep­tem­ber um 95 Per­so­nen bezie­hungs­wei­se 5,0 Pro­zent auf 1.805. Bam­berg ver­zeich­ne­te damit unter allen Krei­sen und Städ­ten des gesam­ten Arbeits­agen­tur­be­zirks pro­zen­tu­al den kräf­tigs­ten Rück­gang inner­halb der letz­ten vier Wochen. Seit dem Vor­jahr ist die Zahl der arbeits­lo­sen Frau­en und Män­ner um 9,8 Pro­zent bezie­hungs­wei­se 197 Per­so­nen gesun­ken. Die Arbeits­lo­sen­quo­te beträgt aktu­ell 4,3 Pro­zent (August 4,5 Pro­zent, Vor­jahr 4,7 Prozent).

Im letz­ten Monat gin­gen aus dem Stadt­ge­biet 328 sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Stel­len­an­ge­bo­te ein, 89 (+ 37,2 Pro­zent) mehr als im Vor­jah­res­mo­nat. Im Bestand betreut der Arbeit­ge­ber­ser­vice aktu­ell 1.635 Job­an­ge­bo­te, 40,2 Pro­zent bezie­hungs­wei­se 469 mehr als in 2020.


Land­kreis Bamberg

Im Bam­ber­ger Land setz­te der Herbst­auf­schwung bereits im Sep­tem­ber ein. Die Arbeits­lo­sig­keit nahm in den letz­ten vier Wochen um 32 Men­schen oder 1,4 Pro­zent ab. Am Monats­en­de waren 2 192 Per­so­nen arbeits­los gemel­det. Seit dem letz­ten Jahr ist die Arbeits­lo­sig­keit um 239 Per­so­nen bezie­hungs­wei­se 9,8 Pro­zent gesun­ken. Die Arbeits­lo­sen­quo­te beträgt wie im August 2,5 Pro­zent (Vor­jahr 2,7 Pro­zent). Das ist Voll­be­schäf­ti­gung und die nied­rigs­te Quo­te im gesam­ten Arbeitsagenturbezirk.

Aus dem Bam­ber­ger Land gin­gen in die­sem Monat 437 sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Stel­len­an­ge­bo­te bei den Ver­mitt­lungs­ex­per­ten ein, 141,4 Pro­zent bezie­hungs­wei­se 256 mehr als im Vor­jahr. Der Groß­teil des Stel­len­zu­wach­ses kommt aus den Berei­chen Pro­duk­ti­on, Lager und Sicher­heits­we­sen Der Land­kreis ver­buch­te agen­tur­be­zirks­weit den größ­ten Zuwachs an neu­ge­mel­de­ten Jobs. Im Stel­len­pool des Arbeit­ge­ber­ser­vice befin­den sich aktu­ell 1.670 Beschäf­ti­gungs­an­ge­bo­te, 494 bezie­hungs­wei­se 42,0 Pro­zent mehr als im Sep­tem­ber 2020.

Der Arbeits­markt im August 2021

Sai­so­nal unter­durch­schnitt­li­cher Anstieg der Arbeitslosigkeit

Zum Start in die Som­mer­fe­ri­en und zum Ende des Berufs­aus­bil­dungs­jah­res erhöh­te sich die Arbeits­lo­sig­keit im Bezirk der Agen­tur für Arbeit Bam­berg-Coburg wie­der leicht, nach­dem sie sich bis ein­schließ­lich Juli ver­rin­gert hatte.

In die­sem Jahr fiel der Anstieg jedoch deut­lich gerin­ger aus als im Durch­schnitt der letz­ten fünf Jah­re, der bei 789 Per­so­nen liegt. Die Zahl der Arbeits­lo­sen nahm in den ver­gan­ge­nen vier Wochen im Bezirk der Agen­tur für Arbeit Bam­berg-Coburg nur um 152 Per­so­nen bezie­hungs­wei­se 1,3 Pro­zent auf 11.734 Frau­en und Män­ner zu. Seit dem letz­ten Jahr hat sie um 2.244 Men­schen bezie­hungs­wei­se 16,1 Pro­zent wie­der abge­nom­men. Sie liegt jedoch noch um 8,9 Pro­zent oder 959 Per­so­nen (Juli-Wert: +17,3 Pro­zent, +1 709 Per­so­nen) über dem Vor­kri­sen­ni­veau von 2019. Aller­dings ver­rin­gert sich der Abstand Monat für Monat kon­ti­nu­ier­lich. Die Arbeits­lo­sen­quo­te erhöh­te sich im August um 0,1 Pro­zent­punk­te auf 3,4 Pro­zent. Der Vor­jah­res­wert lag bei 4,0 Pro­zent (3,1 Pro­zent in 2019).

Der Anstieg der Arbeits­lo­sig­keit im Som­mer­mo­nat August hat ledig­lich sai­so­na­le, kei­ne kon­junk­tu­rel­len Ursa­chen. Er wie­der­holt sich all­jähr­lich aufs Neue. Jun­ge Men­schen mel­den sich nach erfolg­rei­chem Abschluss ihrer Leh­re zur Über­brü­ckung arbeits­los, da ihr Aus­bil­dungs­be­trieb sie nicht direkt im Anschluss ein­stel­len konn­te. Schul­ab­gän­ger, die ab Sep­tem­ber eine Aus­bil­dung begin­nen oder stu­die­ren, sind eben­falls häu­fig über­gangs­wei­se registriert.

Ende August waren mit 1.489 Jugend­li­chen 19,7 Pro­zent (+245) mehr arbeits­los als im Juli, aber ein Vier­tel bezie­hungs­wei­se 496 weni­ger als vor einem Jahr.

In den ver­gan­ge­nen vier Wochen ver­lo­ren 1.255 Män­ner und Frau­en ihre Beschäf­ti­gung, 53 Per­so­nen bezie­hungs­wei­se 4,1 Pro­zent weni­ger als in 2020. Im glei­chen Zeit­raum fan­den 1.081 Men­schen eine neue Anstel­lung, 35 oder 3,3 Pro­zent mehr als im Vor­jahr. Die Ein­stell­chan­cen (41 mehr Arbeits­auf­nah­men als im August 2019) sowie das Ent­las­sungs­ri­si­ko (209 weni­ger Ent­las­sun­gen als im August 2019) sind sogar güns­ti­ger als im Jahr vor der Coro­na Krise.


Arbeits­markt­ent­wick­lung: Agi­ler Arbeits­markt – Flo­rie­ren­des All­zeit­hoch am Stellenmarkt

Boris Flem­ming, Geschäfts­füh­rer Ope­ra­tiv der Agen­tur für Arbeit Bam­berg-Coburg, ist trotz der nahen­den vier­ten Coro­na Wel­le wei­ter opti­mis­tisch: „Der August bescher­te uns einen sehr gerin­gen sai­so­na­len Anstieg der Arbeits­lo­sig­keit. Die über­gangs­wei­se Erhö­hung der Jugend­ar­beits­lo­sig­keit nach dem Schul- oder Aus­bil­dungs­en­de wur­de von der wei­ter­hin hohen Ein­stell­be­reit­schaft der Betrie­be größ­ten­teils über­la­gert. Noch nie seit der Grün­dung der BRD im Jah­re 1949 hat­ten wir so vie­le Stel­len­an­ge­bo­te im Bestand. Auf 100 Job­of­fer­ten kom­men gera­de mal 136 bei uns gemel­de­te poten­ti­el­le Bewer­ber. Gas­tro­no­mie und Tou­ris­mus flo­rie­ren der­zeit. Wäh­rend teil­wei­se die Gäs­te zu viel wer­den, wird das Per­so­nal zu knapp. 

Man­che Arbeit­ge­ber bekom­men gar kei­ne Bewer­bun­gen mehr. Bei ande­ren über-schla­gen sich indes­sen die Inter­es­sen­ten, da die Attrak­ti­vi­tät ihrer Arbeits­be­din­gun­gen sich jetzt bezahlt macht. Schwä­che­re, moti­vier­te Bewer­ber bekom­men zuneh­mend Chan­cen. Mit Ein­ar­bei­tungs­zu­schüs­sen kann unser Arbeit­ge­ber­ser­vice hier den Betrieb unterstützen.

Eine lang­fris­ti­ge Zukunfts­pro­gno­se kann kaum einer geben. Die aktu­ell gute Auf­trags­la­ge erlaubt eine fes­te Pla­nung auf zwei bis drei Mona­te. Für die kom­men­den Mona­te ist ent­schei­dend, wie sich die bis­her posi­ti­ven Impf­fort­schrit­te wei­ter­ent­wi­ckeln und somit wei­te­re gra­vie­ren­de Ein­schrän­kun­gen der Wirt­schaft ver­mie­den wer­den können.“


Kurz­ar­beit – Rück­gang setzt sich fort, wei­ter­hin vie­le Arbeits­plät­ze gesichert

Im April (Hoch­rech­nung aktu­ells­ter Wert) bezo­gen im Agen­tur­be­zirk ins­ge­samt 2.584 Betrie­be für 18.198 Arbeit­neh­mer Kurz­ar­bei­ter­geld. 7,4 Pro­zent aller sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­ten waren in Kurz­ar­beit. Im Ver­gleich zum März sind es 2.088 Per­so­nen und 114 Betrie­be weni­ger gewor­den. Die Kurz­ar­bei­ter­quo­te betrug damals 8,3 Prozent.


Sai­son­üb­li­cher Anstieg der Jugend­ar­beits­lo­sig­keit in allen Regionen

Der Arbeits­markt der Agen­tur Bam­berg-Coburg umfasst fol­gen­de sie­ben Gebiets­kör­per­schaf­ten: Stadt und Land­kreis Bam­berg, Stadt und Land­kreis Coburg sowie die Land­krei­se Forch­heim, Kro­nach und Lichtenfels.

Über die Feri­en­zeit mel­den sich jähr­lich wie­der­keh­rend vie­le Schul­ab­gän­ger und Aus­bil­dungs­ab­sol­ven­ten zur Über­brü­ckung vor­über­ge­hend arbeits­los. Aus die­sem Grund ist es nicht unge­wöhn­lich, dass sich die Zahl der Arbeits­lo­sen in nahe­zu allen Städ­ten und Krei­sen des Agen­tur­be­zirks im August leicht erhöh­te. Ledig­lich im Land­kreis Bam­berg nahm sie erneut ab (-2,2 Pro­zent). Im Land­kreis Lich­ten­fels stieg die Arbeits­lo­sig­keit in den ver­gan­ge­nen vier Wochen um 4,2 Pro­zent, in der Stadt Bam­berg um 2,6 Pro­zent, in der Stadt Coburg um 2,3 Pro­zent, im Land­kreis Coburg um 2,1 Pro­zent, im Land­kreis Forch­heim um 1,2 Pro­zent, und im Land­kreis in Kro­nach um 0,7 Prozent.

In den Land­krei­sen Lich­ten­fels (-24,2 Pro­zent), Kro­nach (-22,9 Pro­zent), der Stadt Coburg (-17,4 Pro­zent) sowie den Land­krei­sen Bam­berg (-16,9 Pro­zent), Coburg

(-13,8 Pro­zent) und Kro­nach (-10,8 Pro­zent) liegt die Zahl der Arbeits­lo­sen pro­zen­tu­al bereits im zwei­stel­li­gen Bereich unter dem Vor­jah­res­wert. In der Stadt Bam­berg ist die Arbeits­lo­sig­keit (-9,3 Pro­zent) eben­falls deut­lich unter Vor­jah­res­ni­veau. In den Land­krei­sen Kro­nach und Lich­ten­fels hat die Zahl der Arbeits­lo­sen sogar das Vor­kri­sen­ni­veau von 2019 bereits wie­der unter­schrit­ten. Im Bam­ber­ger Land (2,5 Pro­zent) und Forch­heim (2,9 Pro­zent) herrscht Voll­be­schäf­ti­gung. Die Mar­ke dazu liegt bei einer Arbeits­lo­sen­quo­te von 3,0 Prozent.

Die Arbeits­lo­sig­keit der Jugend­li­chen und jun­gen Erwach­se­nen unter 25 Jah­ren nahm im August in allen Regio­nen um durch­schnitt­lich 19,7 Pro­zent zu. Im Land­kreis Kro­nach fiel der Anstieg am gerings­ten aus (+9,9 Pro­zent). Im Land­kreis Bam­berg (+26,9 Pro­zent) war er am größ­ten. Bis auf die Stadt Bam­berg (+ 2,6 Pro-zent) ist die Jugend­ar­beits­lo­sig­keit seit dem letz­ten Jahr in allen Regio­nen pro­zen­tu­al im zwei­stel­li­gen Bereich gesunken.


Stel­len­markt: Rekord­be­stand seit Grün­dung der BRD vor 72 Jahren

Im August bekam der Arbeit­ge­ber­ser­vice 2.179 sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Stel­len­an­ge­bo­te gemel­det. Im Ver­gleich zum Vor­jahr waren es 735 bezie­hungs­wei­se 50,9 Pro­zent mehr. Erfah­rungs­ge­mäß geht die Nach­fra­ge für Neu­ein­stel­lun­gen über die Som­mer­mo­na­te sicht­bar zurück, bevor sie im Sep­tem­ber mit dem ein­set­zen­den Herbst-auf­schwung wie­der anzieht. Im Ver­gleich zum Juli waren es jedoch ledig­lich 0,4 Pro­zent (-9) weni­ger Neu­mel­dun­gen gewe­sen. Im Stel­len­be­stand waren Ende August 8.640 Beschäf­ti­gungs­an­ge­bo­te, 2.611 (+43,3 Pro­zent) mehr als vor einem Jahr. Min­des­tens seit der Grün­dung der Bun­des­re­pu­blik vor 72 Jah­ren gab es noch nie so vie­le Stel­len im Bestand. Auf 100 gemel­de­te Stel­len kom­men aktu­ell sta­tis­tisch ledig­lich 136 arbeits­lo­se poten­ti­el­le Bewerber.

Die Agen­tur für Arbeit ver­fügt über einen hete­ro­ge­nen Stel­len­mix. Der Schwer­punkt des Bedarfs ist für Fach­kräf­te bestimmt. Ledig­lich 29,1 Pro­zent der Job­an­ge­bo­te ent­fällt auf den Helferbereich.

Der Groß­teil der Arbeits­stel­len schlägt in den fol­gen­den Berufs­be­rei­chen zu Buche: 2.750 Pro­duk­ti­on und Fer­ti­gung, 1.803 Ver­kehr, Logis­tik, Schutz und Sicher­heit, 1.219 Gesund­heit, Sozia­les, Leh­re und Erzie­hung, 1.088 kauf­män­ni­sche Dienst­leis­tun­gen, Han­del, Ver­trieb, Tou­ris­mus sowie 774 auf Bau, Archi­tek­tur, Ver­mes­sung und Gebäudetechnik.

Die größ­ten Zuwäch­se im Ver­gleich zum Vor­jahr gibt es bei kauf­män­ni­sche Dienst­leis­tun­gen, Han­del, Ver­trieb, Tou­ris­mus (+65,9 Pro­zent), Ver­kehr, Logis­tik, Schutz und Sicher­heit (+55,3 Pro­zent), Pro­duk­ti­on und Fer­ti­gung (+50,4 Pro­zent), Büro­tä­tig­kei­ten (Unter­neh­mens­or­ga­ni­sa­ti­on, Buch­hal­tung, Recht und Ver­wal­tung) mit plus 48,7 Pro­zent sowie Natur­wis­sen­schaft, Geo­gra­fie, Infor­ma­tik (+34,4 Prozent).


Job­cen­ter – Sai­son­üb­li­cher Anstieg der Arbeits­lo­sig­keit in der Ferienzeit

Auch bei den Job­cen­tern des Agen­tur­be­zirks ist die Arbeits­lo­sig­keit im letz­ten Monat erwar­tungs­ge­mäß leicht gestie­gen. Ende August waren 4.668 Per­so­nen dort arbeits­los gemel­det, 85 (+ 1,9 Pro­zent) mehr als im Juli 2021. Somit ent­fal­len 55,9 Pro­zent des Anstiegs der Arbeits­lo­sig­keit auf den Rechts­kreis des SGB II. Im Ver­gleich zum Vor­jahr blieb die Zahl der Arbeits­lo­sen jedoch nahe­zu unver­än­dert (+6 Per­so­nen, +0,1 Pro­zent). Die der Lang­zeit­ar­beits­lo­sen stieg seit­dem im Bereich der Grund­si­che­rung hin­ge­gen um 23,8 Pro­zent (+416) auf 2.162 Personen.

Im Ver­si­cher­ten­be­reich des SGB III sank die Arbeits­lo­sig­keit in den letz­ten zwölf Mona­ten um 24,2 Pro­zent (-2 250) auf 7.066 Men­schen. Aber auch hier liegt die Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit mit 1.193 Betrof­fe­nen spür­bar über dem Vor­jah­res­wert (+14,3 Pro­zent, +149).


Arbeits­markt­ent­wick­lung in der Regi­on Bamberg

Bam­berg Stadt

In der Stadt Bam­berg stieg die Zahl der Arbeits­lo­sen im August um 49 Men­schen (+ 2,6 Pro­zent) auf 1.900 Per­so­nen. Seit dem letz­ten Jahr ist sie um 194 Per­so­nen (-9,3 Pro­zent) zurück­ge­gan­gen. Vor allem jun­ge Men­schen mel­de­ten sich ver­stärkt nach dem Aus­bil­dungs­en­de arbeits­los, da nicht immer ein naht­lo­ser Über­gang in eine Beschäf­ti­gung auf­grund der Feri­en­zeit mög­lich war. Die Zahl der arbeits­lo­sen Jugend­li­chen und jun­gen Erwach­se­nen unter 25 Jah­ren erhöh­te sich daher im letz­ten Monat um 43 oder 21,8 Pro­zent auf 240. Etli­che haben jedoch bereits eine Per­spek­ti­ve ab Herbst. Die Arbeits­lo­sen­quo­te zählt 4,5 (Juli 4,4 Pro­zent). Vor einem Jahr betrug sie noch 4,9 Prozent.

Im August mel­de­ten die Betrie­be aus dem Stadt­ge­biet dem Arbeit­ge­ber­ser­vice 483 sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Stel­len, 79,6 Pro­zent mehr (+214) als im Vor­jahr. Im Stel­len­pool der Ver­mitt­ler befin­den sich aktu­ell 1.671 Beschäf­ti­gungs­an­ge­bo­te. Das sind 489 oder 42,5 Pro­zent mehr als in 2020.


Land­kreis Bamberg

Im Bam­ber­ger Land redu­zier­te sich die Arbeits­lo­sig­keit im August um 49 Per­so­nen (-2,2 Pro­zent) auf 2.224, trotz der ver­stärk­ten Mel­dung von Jugend­li­chen, die nach ihrem Aus­bil­dungs­en­de arbeits­los wur­den, da nicht immer ein naht­lo­ser Über­gang in eine Beschäf­ti­gung auf­grund der Feri­en­zeit mög­lich war. Die Zahl der arbeits­lo­sen Jugend­li­chen und jun­gen Erwach­se­nen unter 25 Jah­ren erhöh­te sich daher im ver­gan­ge­nen Monat um 58 oder 26,9 Pro­zent auf 274. Sie liegt jedoch um 29,0 Pro­zent (-112) unter dem Wert von 2020 und erst­mals unter dem von vor zwei Jah­ren. Im Jahr vor der Kri­se waren es 301 Jugend­li­che gewe­sen. Die Arbeits­lo­sen­quo­te sank seit Juli um 0,1 Pro­zent­punk­te auf 2,5 Pro­zent (Vor­jahr 3,0 Pro­zent). Das ist Voll­be­schäf­ti­gung und die nied­rigs­te Quo­te im gesam­ten Agenturbezirk.

Im Land­kreis Bam­berg erhielt der Arbeit­ge­ber­ser­vice in die­sem Monat 357 sozi­al-ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Stel­len­an­ge­bo­te, 3,2 Pro­zent (+11) mehr als im letz­ten Jahr. Im Stel­len­pool der Ver­mitt­lungs­pro­fis befin­den sich der­zeit 1.709 Beschäf­ti­gungs­chan­cen, 537 oder 45,8 Pro­zent mehr als im August 2020.

Der Arbeits­markt im Juni 2021

Rück­gang der Arbeits­lo­sig­keit setzt sich agil fort

Der Abbau der Arbeits­lo­sig­keit setz­te sich auch im Juni im Bezirk der Agen­tur für Arbeit Bam­berg-Coburg unge­bremst fort. Die Zahl der Arbeits­lo­sen nahm im letz­ten Monat um über­durch­schnitt­li­che 410 Per­so­nen (-3,4 Pro­zent) wei­ter ab, in der Regi­on Bam­berg sank die Arbeits­lo­sen­zahl um 3,7 Prozent.

Im Vor­jahr hin­ge­gen ver­lor zu die­ser Zeit der bis dahin seit April andau­ern­de rapi­de Anstieg der Arbeits­lo­sig­keit im Agen­tur­be­zirk Bam­berg-Coburg an Dyna­mik (+1,0 Pro­zent, +134 Per­so­nen). In den letz­ten fünf Jah­ren vor der Kri­se betrug der Rück­gang im Juni im Schnitt 275 Per­so­nen, das heißt, in die­sem Jahr fiel er um 49,1 Pro­zent dyna­mi­scher aus.

Die Zahl der Arbeits­lo­sen war am Ende des ers­ten Halb­jah­res mit 11.775 Men­schen um 10,8 Pro­zent bzw. 1 427 Per­so­nen nied­ri­ger als in 2020. Im Zwei-Jah­res­ver­gleich ist sie jedoch noch gut ein Vier­tel (+24,6 Pro­zent, +2.328 Per­so­nen) grö­ßer als im Juni 2019 vor der Kri­se. Die Arbeits­lo­sen­quo­te nahm im Juni um 0,1 Pro­zent­punk­te auf 3,4 Pro­zent ab. Vor einem Jahr lag sie bei 3,8 Pro­zent (Juni 2019: 2,7 Prozent).

Im letz­ten Monat ver­lo­ren 900 Män­ner und Frau­en ihren Arbeits­platz und mel­de­ten sich arbeits­los, 198 Per­so­nen bezie­hungs­wei­se 18,0 Pro­zent weni­ger als in 2020. Zeit­gleich konn­ten 1.136 Men­schen ihre Arbeits­lo­sig­keit durch Auf­nah­me einer neu­en Beschäf­ti­gung been­den. Das sind 174 oder 18,1 Pro­zent mehr als im letz­ten Jahr.

Die Job­chan­cen (1.025 Ein­stel­lun­gen im Juni 2019) sowie das Risi­ko ent­las­sen zu wer­den (1.159 Arbeits­los­mel­dun­gen im Juni 2019) sind mitt­ler­wei­le sta­tis­tisch güns­ti­ger als im Jahr vor der Coro­na- Kri­se. Beson­ders Jugend­li­che (-25,5 Pro­zent, ‑383 im Ver­gleich zu 2020) und Aus­län­der (-15,3 Pro­zent, ‑361 im Ver­gleich zu 2020) pro­fi­tie­ren über­pro­por­tio­nal von der aktu­ell güns­ti­gen Ent­wick­lung. Die Zahl der Lang­zeit­ar­beits­lo­sen ist hin­ge­gen seit dem letz­ten Jahr um 38,7 Pro­zent (+974) auf 3.493 gestiegen.


Arbeits­markt­ent­wick­lung: Der Anfang vom Ende der Krise?

Ein­schät­zung von Bri­git­te Glos, Lei­te­rin der Agen­tur für Arbeit Bam­berg-Coburg, zur aktu­el­len Situa­ti­on am Arbeits­markt: „Im Juni wirk­ten sich die nied­ri­gen Infek­ti­ons­zah­len sowie die anzie­hen­de welt­wei­te Kon­junk­tur auf unse­ren regio­na­len Arbeits­markt posi­ti­ver aus als erwar­tet. Im Gegen­satz zum letz­ten Jahr, als vie­le Jugend­li­che wegen der Kri­se im Som­mer nach ihrer Aus­bil­dung kei­ne Über­nah­me­per­spek­ti­ve hat­ten, sieht es heu­er für sie wesent­lich bes­ser aus. Es mel­den sich nur ver­ein­zelt gut aus­ge­bil­de­te Fach­kräf­te, die bestimmt schnell wie­der eine Anstel­lung fin­den. Vor allem Betrie­be aus dem Bereich der Pro­duk­ti­on und Indus­trie sowie das Hand­werk sind auf der Suche nach Ver­stär­kung ihrer Mannschaft.

Blitz­start in Tou­ris­mus und der Gastronomie

Der Bereich Tou­ris­mus und Gas­tro­no­mie leg­te mit der Öff­nung in den ver­gan­ge­nen Wochen eine regel­rech­te Auf­hol­jagd hin. Die nor­ma­ler­wei­se ab Ende Febru­ar bis Mai sich hin­zie­hen­den übli­chen Wie­der­ein­stel­lun­gen nach der Win­ter­pau­se wur­den inner­halb kür­zes­ter Zeit nach­ge­holt. Die Pan­de­mie war und ist beson­ders für Unge­lern­te ein Impuls­ge­ber zum Reflek­tie­ren, wie sie ihre beruf­li­che Zukunft gestal­ten. Da über die Hälf­te aller Ent­las­se­nen kei­nen Berufs­ab­schluss hat­ten, traf die Kri­se gera­de sie und ihre Fami­li­en beson­ders hart. Zwar gibt es für sie im Hel­fer­be­reich wie­der zuneh­mend Chan­cen, jedoch sind es oft kei­ne beruf­li­chen Per­spek­ti­ven auf Dau­er. Ihre Bereit­schaft zu Wei­ter­bil­dun­gen und zum Errei­chen eines Berufs­ab­schlus­ses ist daher spür­bar gestie­gen. Unse­re Bera­ter unter­stüt­zen sie ger­ne dabei, sich beruf­lich neu zu ori­en­tie­ren oder weiterzuentwickeln.“


Beschäf­ti­gungs­an­stieg trotz Krise

Es gibt 246.154 sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­te (aktu­ells­ter Wert 12/​2020) im Agen­tur­be­zirk Bam­berg-Coburg. Das sind 0,2 Pro­zent bezie­hungs­wei­se 383 mehr als ein Jahr zuvor und 2 442 (+1,0 Pro­zent) mehr als vor zwei Jah­ren. Trotz der Coro­na-Kri­se nahm die Zahl der sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig-beschäf­tig­ten Aus­län­der um 11,3 Pro­zent bezie­hungs­wei­se 2.138 auf 20.982 zu. Gut jeder zwölf­te Beschäf­tig­te (8,5 Pro­zent) hat somit einen aus­län­di­schen Pass.


Kurz­ar­beit – Fach­kräf­te gesi­chert, mit gan­zer Mann­schaft aus der Kri­se starten

Im Febru­ar (Hoch­rech­nung aktu­ells­ter Wert) bezo­gen im Agen­tur­be­zirk ins­ge­samt 3.304 Betrie­be für 24 940 Arbeit­neh­mer Kurz­ar­bei­ter­geld. 10,1 Pro­zent aller sozi­al-ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­ten waren in Kurz­ar­beit. Der durch­schnitt­li­che Arbeits­aus­fall liegt pro Kurz­ar­bei­ter bei cir­ca 40 Pro­zent. Ohne das Instru­ment der Kurz-arbeit läge die Arbeits­lo­sen­quo­te hypo­the­tisch im Juni nicht bei 3,4 Pro­zent, son­dern wür­de unge­fähr 5,7 Pro­zent betra­gen (Arbeits­aus­fall aller Kurz­ar­bei­ter addiert auf Voll­zeit­äqui­va­len­te). Jetzt, da die Kon­junk­tur an Fahrt gewinnt, macht sich die Kurz­ar­beit bezahlt, da sich die Betrie­be die sonst teil­wei­se lang­wie­ri­ge Per­so­nal­su­che erspa­ren und gleich durch­star­ten können.


Arbeits­lo­sig­keit erst­mals seit Beginn der Coro­na-Kri­se in allen Regio­nen wie­der klei­ner als vor einem Jahr

Der Arbeits­markt der Agen­tur Bam­berg-Coburg umfasst fol­gen­de sie­ben Gebiets­kör­per­schaf­ten: Stadt und Land­kreis Bam­berg, Stadt und Land­kreis Coburg sowie die Land­krei­se Forch­heim, Kro­nach und Lichtenfels.

Neben der seit Mona­ten sich wie­der erho­len­den Kon­junk­tur sorg­ten mit den wirt­schaft­li­chen Locke­run­gen im Juni jetzt auch die Wie­der­ein­stel­lun­gen in der Gas­tro­no­mie sowie im Tou­ris­mus für ein Sin­ken der Arbeits­lo­sig­keit in nahe­zu allen Krei­sen und Städ­ten. Ledig­lich im Land­kreis Coburg sta­gnier­te sie. Die Krei­se Lich­ten-fels (-6,5 Pro­zent), Forch­heim (-4,6 Pro­zent) Bam­berg (-3,7 Pro­zent) sowie die Stadt Bam­berg (-3,7 Pro­zent) ver­zeich­ne­ten den dyna­mischs­ten Rück­gang. Aber auch in der Stadt Coburg (-2,7 Pro­zent) und Kro­nach (-2,1 Pro­zent) ging die Arbeits­lo­sig­keit zum Som­mer­an­fang erneut zurück. Erst­mals seit Beginn der Coro­na Kri­se ist die Arbeits­lo­sig­keit wie­der in allen Regio­nen des Agen­tur­be­zirks gerin­ger als vor einem Jahr.

In den Land­krei­sen Lich­ten­fels (-20,8 Pro­zent), Kro­nach (-18,1 Pro­zent), der Stadt (-14,4 Pro­zent) und dem Land­kreis Coburg (-11,8 Pro­zent) liegt die Zahl der Arbeits­lo­sen pro­zen­tu­al bereits im zwei­stel­li­gen Bereich unter dem Vor­jah­res­wert. Aber auch im Land­kreis Bam­berg (-7,5 Pro­zent), der Stadt Bam­berg (-5,6 Pro­zent) und dem Land­kreis Forch­heim (-2,1 Pro­zent) war sie im Juni nun wie­der klei­ner als vor einem Jahr. Die nied­rigs­te Arbeits­lo­sen­quo­te und Voll­be­schäf­ti­gung haben die Land­krei­se Bam­berg mit 2,6 Pro­zent und Forch­heim mit 2,9 Pro­zent, wäh­rend sie in der Stadt Coburg mit 5,4 Pro­zent am höchs­ten ist.


Stel­len­markt: Stel­len­zu­gang und –bestand sta­bil über Vorkrisenniveau

Der Arbeit­ge­ber­ser­vice der Agen­tur für Arbeit Bam­berg-Coburg bekam im Juni 1.918 sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Beschäf­ti­gungs­an­ge­bo­te gemel­det. Das waren 18,5 Pro­zent bezie­hungs­wei­se 300 mehr als im Mai. Im Ver­gleich zum Vor­jahr waren es über die Hälf­te (+58,4 Pro­zent) oder 707 Ange­bo­te mehr gewe­sen. Der Stel­len­zu­gang lag heu­er das gesam­te zwei­te Quar­tal über dem Vor­kri­sen­ni­veau. Seit Okto­ber 2018 (1.964 Stel­len) wur­den in kei­nem Monat mehr so vie­le Stel­len gemel­det wie in den letz­ten vier Wochen. Im Stel­len­be­stand waren Ende Juni 7.384 Offer­ten, 1.493 (+25,3 Pro­zent) mehr als vor einem Jahr. Das ist der Höchst­stand seit 21 Monaten.

Auf 100 gemel­de­te Stel­len kom­men aktu­ell sta­tis­tisch ledig­lich 159 arbeits­lo­se poten­ti­el­le Bewer­ber. Waren es im Bereich Tou­ris­mus, Hotel und Gast­stät­ten­ge­wer­be im Mai noch 233 gewe­sen sind es mitt­ler­wei­le nur noch 150. Auf­grund der Locke­run­gen der wirt­schaft­li­chen Ein­schrän­kun­gen im Ver­lauf des Monats stieg hier der Stel­len­be­stand bin­nen vier Wochen sprung­haft um 44,3 Prozent.

Der Groß­teil der der Stel­len­an­ge­bo­te ent­fällt auf die fol­gen­den Berufs­be­rei­che: 2.301 Pro­duk­ti­on, Fer­ti­gung, 1.434 Ver­kehr, Logis­tik, Schutz und Sicher­heit, 1.154 Gesund­heit, Sozia­les, Leh­re und Erzie­hung, 817 kauf­män­ni­sche Dienst­leis­tun­gen, Han­del, Ver­trieb, Tou­ris­mus sowie 712 Bau, Archi­tek­tur, Ver­mes­sung und Gebäu­de­tech­nik Die größ­ten Zuwäch­se im Ver­gleich zum Vor­jahr gibt es bei kauf­män­ni­schen Dienst­leis­tun­gen, Han­del, Ver­trieb, Tou­ris­mus (+37,8 Pro­zent), Büro­tä­tig­kei­ten (Unter­neh­mens­or­ga­ni­sa­ti­on, Buch­hal­tung, Recht und Ver­wal­tung) mit plus 35,3 Pro­zent, Gesund­heit, Sozia­les, Leh­re und Erzie­hung (+26,5 Pro­zent) sowie Pro­duk­ti­on (+26,0 Prozent).

Die Zeit­ar­beit par­ti­zi­piert wei­ter­hin über­pro­por­tio­nal am gestie­ge­nen Per­so­nal­be­darf, da Betrie­be mit Fest­an­stel­lun­gen teil­wei­se noch abwar­ten. Mit 2.034 Job­an­ge­bo­ten im Bestand sind es aktu­ell 520 bezie­hungs­wei­se 34,3 Pro­zent mehr als vor einem Jahr.


Job­cen­ter – Im Juni erst­mals weni­ger Arbeits­lo­se als in 2020, jedoch deut­li­cher Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit

4.760 Per­so­nen waren Ende Juni bei den Job­cen­tern des Agen­tur­be­zirks arbeits­los gemel­det. In den letz­ten vier Wochen hat ihre Zahl um 75 Per­so­nen (-1,6 Pro­zent) abge­nom­men. Seit dem Vor­jahr ver­rin­ger­te sich die Arbeits­lo­sig­keit im SGB II Be-reich um 0,7 Pro­zent (-33 Per­so­nen), wäh­rend sie sich im SGB III auf­grund der an-zie­hen­den Kon­junk­tur bereits um 16,6 Pro­zent (-1.394 Per­so­nen) redu­zier­te. Die Zahl der Lang­zeit­ar­beits­lo­sen hat bei den Job­cen­tern in den ver­gan­ge­nen zwölf Mona­ten auf­grund der Coro­na Kri­se und der Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­se in der Auto­mo­bil­in­dus­trie um 35,0 Pro­zent (+586 Per­so­nen) auf 2.258 zuge­legt. Aber auch im Ver­si­cher­ten­be­reich bei der Arbeits­agen­tur sind es mit 1.235 Betrof­fe­nen 45,8 Pro­zent mehr gewor­den (+388) als vor einem Jahr.


Arbeits­markt­ent­wick­lung in der Regi­on Bamberg


Bam­berg Stadt

Der Juni bescher­te der Stadt Bam­berg einen wei­te­ren Beschäf­ti­gungs­an­stieg. Die Arbeits­lo­sen­zahl ver­rin­ger­te sich in den letz­ten vier Wochen um 74 Per­so­nen (-3,7 Pro­zent). Am Ende des ers­ten Halb­jahrs waren 1.910 Arbeits­lo­se gemel­det, 113 bezie­hunsgwei­se 5,6 Pro­zent weni­ger als vor einem Jahr. Es ver­lo­ren 139 Men­schen im Juni ihren Arbeits­platz, 11,5 Pro­zent weni­ger als in 2020. Zeit­gleich fan­den 185 Per­so­nen eine Beschäf­ti­gung, 36,0 Pro­zent mehr als im Vor­jah­res­mo­nat. Die Arbeits­lo­sen­quo­te beträgt 4,5 Pro­zent (Mai 4,7 Pro­zent). Vor einem Jahr lag sie bei 4,8 Prozent.

Im Juni mel­de­ten die Betrie­be aus dem Stadt­ge­biet 387 sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Job­an­ge­bo­te dem Arbeit­ge­ber­ser­vice, 179 (+86,1 Pro­zent) mehr als im letz­ten Jahr. Im Stel­len­pool sind aktu­ell 1 464 Beschäf­ti­gungs­an­ge­bo­te, 313 (+27,2 Pro­zent) mehr als 2020.


Land­kreis Bamberg

Im Land­kreis Bam­berg sank die Arbeits­lo­sig­keit im Juni um wei­te­re 89 Per­so­nen (-3,7 Pro­zent) auf 2.289 Men­schen. Seit dem Vor­jahr hat die Zahl der Arbeits­lo­sen um 7,5 Pro­zent (-185) abge­nom­men. In den ver­gan­ge­nen vier Wochen ver­lo­ren 207 Men­schen ihren Arbeits­platz, 17,2 Pro­zent weni­ger als in 2020. Im glei­chen Zeit-raum fan­den 235 Per­so­nen eine Beschäf­ti­gung, 16,9 Pro­zent mehr als im Vor­jah­res­mo­nat. Die Arbeits­lo­sen­quo­te liegt bei 2,6 Pro­zent (Mai 2,7 Pro­zent, Vor­jahr 2,8 Pro­zent). Das ist Voll­be­schäf­ti­gung und wei­ter­hin die nied­rigs­te Quo­te im gesam­ten Agen­tur­be­zirk. Die Mar­ke zur Voll­be­schäf­ti­gung liegt bei 3,0 Prozent.

Aus dem Bam­ber­ger Land gin­gen beim Arbeit­ge­ber­ser­vice im Juni 400 sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Stel­len­an­ge­bo­te ein, 169 (+73,2 Pro­zent) mehr als im Vor­jahr. In der Job­bör­se befin­den sich aktu­ell 1 439 Offer­ten, 263 (+22,4 Pro­zent) mehr als vor zwölf Monaten.

Arbeits­markt

Agen­tur für Arbeit: „Ist die Ampel in der Gas­tro­no­mie grün, wird ein­ge­stellt, stei­gen die Infek­ti­ons­zah­len, wird entlassen“

Die öffent­li­chen Beschrän­kun­gen, die in den ver­gan­ge­nen Mona­ten zur Bekämp­fung der Coro­na-Pan­de­mie unter­nom­men wur­den, haben sich in so gut wie allen Tei­len der Gesell­schaft aus­ge­wirkt. Auch der Arbeits­markt ist betrof­fen – vie­le Men­schen haben ihre Arbeits­stel­le ver­lo­ren. Bian­ca Heger ist Beauf­trag­te für Chan­cen­gleich­heit am Arbeits­markt bei der Agen­tur für Arbeit Bam­berg- Coburg. Unter ihrer Lei­tung bie­tet die Behör­de ab dem 27. Novem­ber ein kos­ten­lo­ses Online-Semi­nar zu Mög­lich­kei­ten des Wie­der­ein­stiegs in den Arbeits­markt an. Bei Frau Heger haben wir nach­ge­fragt, wie die der­zei­ti­gen Chan­cen, eine Stel­le zu fin­den, aus­se­hen, wie sich der Arbeits­markt wegen Coro­na ver­än­dert hat und wie man sich im Vor­stel­lungs­ge­spräch am bes­ten verhält.
Frau Heger, Sie sind bei der Agen­tur für Arbeit Bam­berg-Coburg Beauf­trag­te für Chan­cen­gleich­heit am Arbeits­markt. Wel­chen Anfor­de­run­gen sind Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer am Arbeits­markt ausgesetzt?
Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg: Bianca Heger
Bian­ca Heger, Foto: Agen­tur für Arbeit Bamberg-Coburg

Bian­ca Heger: Gera­de zu Zei­ten der Pan­de­mie ver­la­gern sich die Anfor­de­run­gen an die Arbeit­neh­mer, aber auch an die Arbeit­ge­ber sehr stark. Neben der eigent­li­chen täg­li­chen Arbeit bezie­hungs­wei­se der Suche nach einer Arbeits­stel­le oder pas­sen­den Mit­ar­bei­tern gilt es, Fami­lie und Beruf trotz geschlos­se­ner Kin­der­ta­ges­stät­ten, Home Schoo­ling und ver­mehr­ter Tele­ar­beits­wün­sche unter einen Hut zu brin­gen. Da ist die Mög­lich­keit, Bera­tungs- und Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­te in Anspruch zu neh­men, umso wich­ti­ger. Wir bie­ten daher allen Bür­gern und Arbeit­ge­bern ein viel­fäl­ti­ges indi­vi­du­el­les Ange­bot, das auf die jewei­li­ge per­sön­li­che Lebens­la­ge abge­stimmt ist. Ich kann allen, die an einem Schei­de­weg ste­hen, nur wärms­tens emp­feh­len, die Situa­ti­on auch als Chan­ce zu ver­ste­hen, neue Wege zu gehen. Die Agen­tur für Arbeit und ich bera­ten Sie gerne.

Wel­che Maß­nah­men ergreift die Agen­tur für Arbeit genau?

Bian­ca Heger: Wir bie­ten unter­schied­lichs­te Bera­tungs­for­ma­te an. So haben Arbeit­neh­mer, genau­so aber auch Arbeit­ge­ber – neben der regu­lä­ren Arbeits­ver­mitt­lung – die Mög­lich­keit, Bera­tungs­ter­mi­ne bei der Beauf­trag­ten für Chan­cen­gleich­heit am Arbeits­markt wahr­zu­neh­men.
Als Beauf­trag­te für Chan­cen­gleich­heit bie­te ich ein sehr umfang­rei­ches Ange­bot: Ich infor­mie­re über die Situa­ti­on von Frau­en und Män­nern auf dem Aus­bil­dungs- und Arbeits­markt und zei­ge Hand­lungs­be­dar­fe auf, wo Benach­tei­li­gun­gen abge­baut wer­den soll­ten. Ich bera­te zum Wie­der­ein­stieg in den Beruf nach einer Fami­li­en- oder Pfle­ge­pha­se sowie über Fra­gen der Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Beruf und bera­te und unter­stüt­ze Arbeit­ge­ber sowie deren Orga­ni­sa­tio­nen in die­sen Fra­gen. Außer­dem arbei­te ich als Netz­werk­part­ne­rin mit dem Ziel der gleich­be­rech­tig­ten Teil­ha­be von Frau­en und Män­nern am Erwerbs­le­ben, dem soge­nann­ten Gen­der-Main­strea­ming, mit kom­mu­na­len und öffent­li­chen Stel­len, Kir­chen, Unter­neh­men, Ver­bän­den, Kam­mern, Ver­ei­nen und Netz­wer­ken zusam­men. Dann wir­ke ich bei der Ent­wick­lung von geschäfts­po­li­ti­schen Kon­zep­ten der Agen­tur für Arbeit zur Gleich­stel­lung von Frau­en und Män­nern am Arbeits­markt mit und bera­te und unter­stüt­ze Fach- und Füh­rungs­kräf­te bei der frau­en- und fami­li­en­ge­rech­ten fach­li­chen Aufgabenerledigung.

Wie haben sich die Arbeits­lo­sen­zah­len seit Beginn der Pan­de­mie entwickelt?

Bian­ca Heger: Im Okto­ber setz­te sich der Herbst­auf­schwung in einer für die­sen Monat übli­chen Inten­si­tät fort. Die Arbeits­lo­sig­keit sank den zwei­ten Monat in Fol­ge seit Beginn der Kri­se. Seit drei Mona­ten ver­lo­ren kon­ti­nu­ier­lich weni­ger Men­schen ihren Arbeits­platz, wäh­rend mehr eine neue Beschäf­ti­gung fan­den als im letz­ten Jahr. Allein im letz­ten Monat wur­den 366 Per­so­nen in der Pro­duk­ti­on und Fer­ti­gung ein­ge­stellt, 15,5 Pro­zent mehr als im Vor­jahr. Im Bereich Ver­kehr und Logis­tik waren es 214 Per­so­nen, 11,5 Pro­zent mehr. Wir hat­ten bis­her nur weni­ge für den Win­ter vor­sorg­li­che Arbeits­los­mel­dun­gen vom Bau. Fach­kräf­te wer­den in der Regel gehal­ten. Wir ste­hen momen­tan an einem Schei­de­weg. Die Ent­wick­lun­gen in den nächs­ten Tagen und Wochen wer­den ent­schei­dend sein.

Wel­che Bevöl­ke­rungs­grup­pen sind oder waren beson­ders der Gefahr aus­ge­setzt, ihre Arbeits­stel­le auf­grund der im Zuge der Virus­be­kämp­fung unter­nom­me­nen Ein­schrän­kun­gen der Wirt­schaft zu verlieren?

Bian­ca Heger: Der Arbeits­markt geriet ab April durch die vom Virus her­vor­ge­ru­fe­nen wirt­schaft­li­chen Fol­gen und Gegen­maß­nah­men zuneh­mend unter Druck. Das schlägt sich in einem sprung­haf­ten Anstieg der Arbeits­lo­sig­keit nie­der. Die­ser wur­de jedoch durch die rege Inan­spruch­nah­me von Kurz­ar­bei­ter­geld deut­lich abge­mil­dert. Die meis­ten Arbeits­los­mel­dun­gen kamen in den ers­ten Mona­ten aus dem ver­ar­bei­ten­den Gewer­be, ins­be­son­de­re aus der Metall- und Elek­tro­in­dus­trie. Neben der Zeit­ar­beit sind auch der Han­del sowie das Gast­ge­wer­be stark betrof­fen. Aber auch Selb­stän­di­ge mel­de­ten sich arbeits­los. Jedoch ver­zeich­ne­ten wir in der Forst­wirt­schaft, dem Gar­ten­bau sowie bei den Bau­be­ru­fen der Kri­se zum Trotz kei­nen Anstieg der Arbeits­lo­sig­keit. Knapp die Hälf­te der Ent­las­se­nen übten Hel­fer­tä­tig­kei­ten aus. Die Jugend­ar­beits­lo­sig­keit sowie die der Aus­län­der erhöh­ten sich über­pro­por­tio­nal. Das sind jedoch kri­sen­ty­pi­sche Ent­wick­lun­gen. Die Gas­tro­no­mie ist ein Spie­gel­bild der Pan­de­mie. Ist die Ampel grün, wird ein­ge­stellt, stei­gen die Infek­ti­ons­zah­len, wird ent­las­sen. Ein bis­he­ri­ges Novum – erst­mals mel­de­ten sich auf­grund der ange­spann­ten Situa­ti­on im Tou­ris­mus Deut­sche bei uns zurück, die seit Jah­ren auf­grund der bes­se­ren Ver­dienst­mög­lich­kei­ten in Öster­reich arbei­ten. Um tem­po­rä­re Auf­trags­spit­zen abzu­de­cken, steigt die Beschäf­ti­gung in der Zeit­ar­beit wie­der. Aller­dings beob­ach­ten wir hier einen Dreh­tür­ef­fekt bei Ein­stel­lun­gen und Freisetzungen.

Wie wirkt sich die Pan­de­mie auf die Zahl offe­ner Arbeits­stel­len aus?

Der Arbeit­ge­ber­ser­vice der Agen­tur für Arbeit Bam­berg-Coburg bekam im Okto­ber 1.594 sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Stel­len­an­ge­bo­te gemel­det, 6,1 Pro­zent mehr als im letz­ten Jahr. Im Zuge der Herbst­be­le­bung zieht der Stel­len­markt von Sep­tem­ber auf Okto­ber in wirt­schaft­lich pro­spe­rie­ren­den Zei­ten an. In die­sem Jahr fiel der Neu­zu­gang an Stel­len trotz der andau­ern­den Coro­na-Kri­se im ver­gan­ge­nen Monat sogar um 31,5 Pro­zent grö­ßer aus als im Sep­tem­ber. Zum Ver­gleich – im letz­ten Jahr, als die Kon­junk­tur bereits leicht abflau­te, gin­gen im Okto­ber 7,3 Pro­zent weni­ger sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Stel­len­an­ge­bo­te ein als im Vor­mo­nat. Gut ein Drit­tel der Stel­len kamen aus dem Bereich der Zeit­ar­beit, die im Ver­gleich zum Vor­jahr 46,5 Pro­zent mehr Job­an­ge­bo­te mel­de­te. Der Stel­len­be­stand leg­te im Okto­ber um 193 Offer­ten, ein Plus von 3,2 Pro­zent auf 6.246, zu. Er ist den vier­ten Mona­ten in Fol­ge leicht gewach­sen und erholt sich peu à peu. Vor einem Jahr war er um 794 Ange­bo­te bezie­hungs­wei­se 11,3 Pro­zent grö­ßer gewe­sen. Seit sei­nem Tief­punkt vor vier Mona­ten ver­rin­ger­te sich der Abstand zum Vor­jah­res­ni­veau um 1.015 Job­an­ge­bo­te. Auf 100 gemel­de­te Beschäf­ti­gungs­an­ge­bo­te kom­men rein sta­tis­tisch nur 198 arbeits­lo­se poten­ti­el­le Bewerber.

Das Online-Semi­nar, das Sie ab 27. Novem­ber anbie­ten, wen­det sich an Men­schen, die den beruf­li­chen Wie­der­ein­stieg vor­ha­ben. Ist es auch für Leu­te geeig­net, die zum ers­ten Mal auf Job­su­che sind?

Bian­ca Heger: Das Semi­nar greift ver­schie­de­ne The­men um den beruf­li­chen Wie­der­ein­stieg auf, aber natür­lich kön­nen auch Arbeits­su­chen­de auf der Suche nach der ers­ten Arbeits­stel­le von den Inhal­ten der Semi­na­re pro­fi­tie­ren. Vie­le Schrit­te wie­der­ho­len sich in der Suche nach einer Arbeits­stel­le immer wie­der, aber die ers­te Arbeits­stel­le und somit auch das ers­te eige­ne Gehalt setzt mög­li­cher­wei­se den Grund­stein einer beruf­li­chen Zukunft – daher gilt es hier auf jeden Fall sich gut vorzubereiten.

Ein Seg­ment des Semi­nars beschäf­tigt sich mit Bewer­bungs­stra­te­gien. Wie sieht eine erfolg­ver­spre­chen­de Bewer­bungs­stra­te­gie aus?

Bian­ca Heger: Es gibt die unter­schied­lichs­ten Lebens­si­tua­tio­nen, die Men­schen dazu ver­an­las­sen, sich auf dem Arbeits­markt zu bewer­ben. So reizt plötz­lich eine inter­es­san­te Stel­len­an­zei­ge zu einem beruf­li­chen Neu­start oder Wech­sel oder nach einer län­ge­ren Erzie­hungs­pau­se oder Pfle­ge­pha­se steht der Wie­der­ein­stieg an. Vie­les ist im spä­te­ren Berufs­le­ben nicht mehr so selbst­ver­ständ­lich wie kurz nach der Aus­bil­dung oder vor eini­gen Jah­ren und es tau­chen immer wie­der neue Fra­gen auf: Wie bewer­be ich mich zeit­ge­mäß? Wann ist eine Bewer­bung erfolgs­ver­spre­chend? Wo fin­de ich eigent­lich Jobs? Wie brin­ge ich einen roten Faden in mei­nen Lebens­lauf? Wie ver­mit­te­le ich trotz Unsi­cher­heit einen pro­fes­sio­nel­len Ein­druck? All die­se Fra­gen sind wich­ti­ge Punk­te einer erfolgs­ver­spre­chen­den Bewer­bungs­stra­te­gie, aber die eine per­fek­te und immer pas­sen­de Stra­te­gie gibt es nicht. Dazu ist der Arbeits­markt zu viel­fäl­tig und dafür sind die Men­schen auch zu unter­schied­lich. Das ist auch gut so. Denn unse­re Viel­falt ist unse­re Stär­ke. Im Gegen­satz zu ande­ren Län­dern wir­ken sich daher die wirt­schaft­li­chen Fol­gen der Pan­de­mie in Deutsch­land nicht so gra­vie­rend aus. Ein wich­ti­ger Erfolgs­bau­stein ist aber auch, eine selbst­be­wuss­te posi­ti­ve inne­re Ein­stel­lung zu haben und die­se auch durch ein über­zeu­gen­des Auf­tre­ten zu untermauern.

Ein ande­res Seg­ment han­delt von über­zeu­gen­dem Auf­tre­ten im Vor­stel­lungs­ge­spräch. Wor­auf gilt es in solch einer Situa­ti­on zu achten?

Bian­ca Heger: Es gibt in jedem Vor­stel­lungs­ge­spräch fünf ver­schie­de­ne Pha­sen: den Small­talk als Ein­stieg, das Ken­nen­ler­nen, die Selbst­prä­sen­ta­ti­on, Rück­fra­gen und den Abschluss. Grund­le­gend gilt, wer zu einem Vor­stel­lungs­ge­spräch ein­ge­la­den wird, hat schon mal gute Kar­ten in der Hand. Denn zu einem Vor­stel­lungs­ge­spräch wer­den in der Regel nur jene Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber ein­ge­la­den, die dem Anfor­de­rungs­pro­fil ent­spre­chen oder die das Inter­es­se des Arbeit­ge­bers geweckt haben. Trotz­dem gibt es eini­ge Feh­ler im Vor­stel­lungs­ge­spräch, die Sie leicht ver­mei­den kön­nen. Bei­spie­le hier­für sind: Unpünkt­lich­keit, feh­len­de Vor­be­rei­tung oder feh­len­de Ant­wor­ten, ein klin­geln­des Han­dy, unrea­lis­ti­sche Gehalts­vor­stel­lun­gen, offen­sicht­li­che Lügen, unpas­sen­des Auf­tre­ten oder unpas­sen­de Klei­dung, kein abschlie­ßen­des Dan­kes­wort und schlecht über ande­re oder ehe­ma­li­ge Arbeit­ge­ber zu spre­chen. Wenn Sie die­se Punk­te beach­ten und mit einer posi­ti­ven Ein­stel­lung zum Vor­stel­lungs­ge­spräch gehen, ste­hen die Chan­cen gut, dass Sie in die enge­re Aus­wahl kommen.

Zum letz­ten Ter­min des Semi­nars geht es um Gehalts­ver­hand­lun­gen. Wie for­dernd darf man hier sein, was soll­te man vermeiden?

Bian­ca Heger: Mitt­ler­wei­le gibt es vie­le Mög­lich­kei­ten, über Gehäl­ter zu recher­chie­ren, um sich auch vor dem Gespräch Gedan­ken über per­sön­li­che Gehalts­un­ter­gren­zen zu machen. Dies soll­te man auf jeden Fall tun. Spre­chen Sie aber auf kei­nen Fall als ers­tes über das Gehalt, hier macht das Unter­neh­men den ers­ten Schritt. Wei­te­re Tipps sind: Begrün­den Sie den Gehalts­wunsch stets mit guten Argu­men­ten, wie Zusatz­qua­li­fi­ka­tio­nen, Sprach­kennt­nis­sen und Arbeits­er­fah­run­gen. Wenn Sie nach dem vor­he­ri­gen Gehalt gefragt wer­den, sagen Sie die Wahr­heit – Lügen wer­den schnell ent­tarnt und sind ein abso­lu­tes Aus­schluss­kri­te­ri­um. Klä­ren Sie ab, ob es sich bei dem ver­han­del­ten Gehalt um das Brut­to- oder Net­to­ge­halt han­delt und ob Zusatz­ver­gü­tun­gen wie Urlaubs- oder Weih­nachts­geld schon mit ein­be­rech­net wur­den. Aus­führ­lich wird das The­ma der Gehalts­ver­hand­lun­gen in unse­rem Semi­nar am 14. Dezem­ber besprochen.

Online-Semi­nar zum beruf­li­chen Wiedereinstieg

Ab 27. Novem­ber, jeweils 9 Uhr

Anmel­dung an:

Bian­ca Heger, Email: Bamberg-Coburg.BCA@arbeitsagentur.de

Wei­te­re Informationen:

www.arbeitsagentur.de/vor-ort/bamberg-coburg/bamberg