Einstimmiger Stadtratsbeschluss
Posthalle wird zum Raum für Kultur
Die ehemalige Posthalle auf dem Lagarde-Gelände soll nachhaltig saniert und für eine kulturelle Nutzung gesichert werden. Das hat der Bamberg Stadtrat einstimmig beschlossen und zugleich die Stadtbau Bamberg mit der Umsetzung in Zusammenarbeit mit dem städtischen Kulturreferat beauftragt. „Das Kulturquartier ist das Herzstück des ehemaligen Lagarde-Geländes. Mit der Posthalle und dem angrenzenden Kulturhof wird ein neuer und attraktiver Treffpunkt für alle Bambergerinnen und Bamberger geschaffen“, freut sich Andreas Starke, Oberbürgermeister der Stadt Bamberg über diesen wichtigen Schritt im Rahmen der Konversion.
Bisher war lediglich angedacht, die Posthalle nur rudimentär zu sanieren, um kurzfristig eine Nutzung zu ermöglichen. Im Konsens mit den Kulturschaffenden wurde jetzt umgeplant. Zum einen ist das Gebäude derzeit in einem baulichen Zustand, der eine kulturelle Nutzung baurechtlich nicht zulässt. Um eine Verkehrssicherheit zu gewährleisten, müssen Einbauten abgerissen und entsorgt werden. Aktuell verfügt das Gebäude auch über keine Wasser‑, Strom‑, Wärme- und Medienversorgung. Zum anderen könnten dort bei einer notdürftigen Sanierung nur wenige Veranstaltungen stattfinden. Um eine Refinanzierung der Herstellungskosten zu ermöglichen und ein realistisches Betriebskonzept zu entwickeln, „ist eine nachhaltige Sanierung der Posthalle sinnvoll“, so der OB.
Ergänzung um gastronomische Nutzung in Form eines Kulturcafés
Wegen der andauernden Corona-Pandemie ist davon auszugehen, dass in 2021 größere Veranstaltungen dort nicht stattfinden können. „Eine Überarbeitung des Konzeptes mit einer nachhaltigen Nutzung des gesamten Gebäudekomplexes ist sicher die bessere und auch langfristig wirtschaftlichere Lösung“, erklärt Kulturreferentin Ulrike Siebenhaar. Die Neuausrichtung erlaube zudem auch die hilfreiche Förderung der baulichen Maßnahmen durch Städtebauförderung. Zudem sollen weitere Fördermöglichkeiten ausgelotet und verhandelt werden, kündigte die Kulturreferentin an.
Die Entwicklung der Posthalle Lagarde für kommerzielle und nichtkommerzielle Nutzung bildet einen wichtigen Baustein im Konzept „Kultur- und Kreativquartier Lagarde“. Ergänzt wird dieser Kulturtreffpunkt um eine gastronomische Nutzung in Form eines Kulturcafés. Ein weiterer Teilbereich soll angemessen und kulturverträglich gewerblich genutzt werden.
„Die Posthalle soll ein Ort sein für Kreative, Künstler und Kulturliebhaber sowie Treffpunkt für kulturell und künstlerisch engagierte Bürger sein. Es soll sich aber auch hin zu einem zentralen Begegnungsort in Bamberg-Ost entwickeln, mit Strahlkraft über den Stadtteil und die Stadtgrenzen hinweg“, wagt Kulturreferentin Ulrike Siebenhaar einen Blick in die Zukunft. Damit werde auch ein Vorschlag des Bürgervereins Bamberg-Ost aufgegriffen.
Die neuen Zielsetzungen sind auch mit den beteiligten Investorengruppen im Umfeld der Posthalle abgestimmt. Der Stadtrat hat die Verwaltung nun offiziell damit beauftragt, die Weiterentwicklung der Posthalle voranzutreiben und zugunsten der Stadt zu nutzen.
Und was passiert mit der Reithalle?
Die benachbarte „Reithalle“ ist ein eingetragenes Einzeldenkmal entsprechend der Denkmalliste des Freistaates Bayern und befindet sich im Eigentum der Stadt Bamberg. Es handelt sich um ein städtebauliches Kleinod und muss sehr sensibel entwickelt werden. Es gab und gibt über die Jahre hinweg einige sehr gute und durchaus tragfähige Konzepte und Ideen dafür, die auch als Ergänzung oder elementarer Bestandteil des Kulturquartiers Lagarde hervorragend geeignet scheinen. Dazu zählen sicherlich auch die Pläne für eine Veranstaltungshalle oder gar einen Kammermusiksaal, wie es nach wie vor die Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie favorisieren würden. Bedauerlicherweise stehen für keine dieser Ideen in den nächsten Jahren Gelder, die wohl mindestens im mittleren zweistelligen Millionenbereich liegen, zur Verfügung – auch nicht beim Freistaat Bayern.
Der Freistaat Bayern ist jedoch aktiv auf die Stadt Bamberg zugegangen und hat Gespräche zur Weiterentwicklung des Justizstandortes auf der Lagarde initiiert. Dabei wird auch eine mögliche neue Nutzung der Reithalle untersucht. Ergebnisse dazu liegen noch nicht vor. Die Verwaltung wird in Bezug auf mögliche Nutzungsszenarien wieder im zuständigen Konversionssenat im Mai berichten.
Corona
Startschuss für den Bamberger Schnelltest-Bus
Am morgigen Donnerstag nimmt der neue Bamberger Schnelltest-Bus seinen Betrieb auf: Von Dienstag bis Freitag fährt das mobile Schnelltest-Zentrum acht Stationen im Bamberger Stadtgebiet an – von der Gartenstadt bis Bug. „Wir wollen damit die Testkapazitäten für den Gesundheitsschutz erhöhen und vor Ort ein bürgerfreundliches Angebot machen“, erläutert Andreas Starke, Oberbürgermeister der Stadt Bamberg, diese zusätzliche kostenlose Testmöglichkeit.
Wichtig in diesem Zusammenhang ist folgendes: Es ist nicht notwendig, sich für einen Test anzumelden, aber man sollte sich ausweisen können. Der Bus hält pro Station anderthalb Stunden vor Ort und kann circa 30 Tests durchführen. Betrieben wird die mobile Teststation von der HTK, der Hygiene Technologie Kompetenzzentrum GmbH, einem Tochterunternehmen der Sozialstiftung Bamberg, das bereits das Schnelltestzentrum am ZOB betreibt.
Startschuss ist am Donnerstag, 15. April, um 9.30 Uhr mit Oberbürgermeister Andreas Starke und Bürgermeister Jonas Glüsenkamp in Bamberg-Ost in der Weißenburgstraße – Haltestelle „Kantstraße“.
Wer also einen Test benötigt, kann sich gerne ab morgen zu den angegebenen Zeiten an den jeweiligen Haltestationen einfinden:
Dienstag
9.30 bis 11.00 Uhr Gartenstadt/Kunigundenschule
12.30 bis 14.00 Uhr Kramersfeld-Bruckertshof/Wendeplatte an der Kemmerstraße
Mittwoch
9.30 bis 11.00 Uhr Gaustadt/Wendeplatte am Sylvanersee
12.30 bis 14.00 Uhr Gereuth/Wunderburg Grunfläche am Wolfgangsplatz
Donnerstag
9.30 bis 11.00 Uhr Bamberg-Ost/ Weißenburgstraße/“Haltestelle Kantstraße“
12.30 bis 14.00 Uhr Bamberg-Ost/Unterer Parkplatz vor dem Fuchsparkstadion
Freitag
9.30 bis 11.00 Uhr Bamberg-Südwest/Parkbucht nach der Haltestelle St. Urban,
12.30 bis 14.00 Uhr Bamberg Bug/Parkplatz gegenüber Hotel Buger Hof
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Grüne Visionen für die Bamberger City
Grüne Anträge wollen Innenstadt über reinen Konsum hinaus denken und mit E‑Commerce stärken
Bei der für Ende April anberaumten Sondersitzung des Stadtrats zum Wirtschaftsstandort Bamberg soll ein besonderer Fokus auf die Bamberger Innenstadt gelegt werden. Hierzu wurden von der Stadtratsfraktion Grünes Bamberg entsprechende Anträge eingebracht.
Besonders für die Zeit nach der Corona-Krise rechnet der wirtschaftspolitische Grünen-Sprecher Wolfgang Grader mit nachhaltigen Veränderungen für die Bamberger City, „die wir nicht einfach so geschehen lassen dürfen, sondern aktiv gestalten und begleiten müssen.“ Er will eine Task Force einsetzen, die alle relevanten Akteur*innen an einen Tisch bringt, dazu entsprechende Beauftragte in der Verwaltung und aus den Reihen der Stadtratsfraktionen.
Graders Vision ist auf lange Sicht angelegt und will Einzelhandel und Gastronomie nachhaltig unterstützen, aber er will auch darüber hinaus denken: „Es geht in der Innenstadt der Zukunft nicht nur um Konsum, sondern ebenso um Kommunikation, Kultur, Kulinarik, Komfort und Kreativität.“
Das Herz der Stadt und des Weltkulturerbes soll nach dem Willen von Stadträtin Vera Mamerow, Grüne Sprecherin für Weltkulturerbe, aus sich heraus attraktiv sein und viele Menschen zur Begegnung, zum Verweilen und natürlich auch zum Einkauf einladen. „Das ist natürlich ein Entwicklungsprozess, der nicht von heute auf morgen beendet ist“, so Mamerow, „aber viele kleine und große Ideen umgesetzt, ergeben ein neues großes Ganzes.“ So seien alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen, an ihrer Innenstadt mitzugestalten, damit das Welterbe auch eine Weltzukunft habe.
E‑Commerce-Plattform Bamberger Geschäfte
Dass der klassische stationäre City-Einzelhandel nach Corona vor großen Herausforderungen steht, davon ist Christian Hader überzeugt, denn „für den konkurrierenden Online-Handel hat Corona den Boom noch angeheizt“. Er fordert: „Wir müssen es nun schaffen, lokalen Handel und Online-Potentiale zusammenzubringen und gezielt zu vernetzen.“ Sein Zauberwort und damit ein weiterer grüner Antrag lautet „E‑Commerce“.
Eine solche E‑Commerce-Plattform der Bamberger Geschäfte soll die Stadt in Kooperation mit den Beteiligten anstoßen und mit aufbauen. „Ziel muss eine Plattform sein, die einen möglichst großen Teil des Bamberger Handels abbildet und sich in Bekanntheit, Funktionalität, Warenverfügbarkeit, intuitiver Bedienung und Bezahlvorgang mit den bekannten, großen Plattformen messen kann.“ Das bereits vorhandene Angebot hierfür ist aus Haders Sicht ungenügend. Er stellt sich ein ausgefeiltes, ökologisch orientiertes, regionales Logistik-System vor, mit Mikro-Depot in der Innenstadt, eine leicht bedienbare App, eine shopping-map mit gutem Überblick über das gesamte Angebot, sowie Unterstützungsleistungen für Einzelhändler*innen, die bisher über kein Online-Angebot verfügen.
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Corona
Impfzentrum impft sieben Tage die Woche – 90 Prozent der Über-80-Jährigen erstgeimpft
Andreas Starke, Oberbürgermeister der Stadt Bamberg, und Johann Kalb, Landrat des Landkreis Bamberg, zeigen sich zufrieden mit der derzeitigen Impfstoffbelieferung. Das Impfen im Impfzentrum Bamberg und dezentral im Landkreis läuft auf Hochtouren.
„Seit dem vergangenen Wochenende wird an sieben Tagen die Woche im Impfzentrum Bamberg geimpft. Diese erfreuliche Entwicklung mit 1.000 Terminen für den heutigen Dienstag ist möglich, weil sich die Impfstofflieferungen auf hohem Niveau einpendeln“, so Oberbürgermeister Andreas Starke nach der heutigen Sitzung des Corona-Krisenstabs. Landrat Johann Kalb ergänzt: „Zusammen mit den dezentralen Impfungen im Landkreis können wir diese Woche so auf 7.000 Erstimpfungen kommen.“ Mit Blick auf die hohe Impfrate der über 80-Jährigen und immobilen Patienten, die zuhause gepflegt werden, wurde dazu aufgerufen, wer sich in dieser Impfgruppe noch nicht registriert habe, sich beim Impfzentrum oder beim Hausarzt zu melden. Ansonsten schreite die Impfung der von der Ständigen Impfkommission definierten Prio Gruppe 2, angeführt von den über-70-Jährigen voran.
Wichtig, auch bei schönem Wetter Sicherheitsabstände und Maskenpflicht zu beachten
Kritisch fiel der Blick auf die Entwicklung des regionalen Infektionsgeschehens aus. Wie vom Fachbereich Gesundheitswesen am Landratsamt Bamberg am vergangenen Freitag prognostiziert, liegen die 7‑Tage-Inzidenzen für Stadt und Landkreis am heutigen Dienstag bei 112,4 beziehungsweise 118,9. Der Anteil der hochansteckenden Mutationen liege mittlerweile bei Zweidritteln. Vor diesem Hintergrund sei die Entscheidung, aus Gründen des Gesundheitsschutzes wegen der steigenden Tendenz der Infektionszahlen Distanzunterricht für die Schulen und Notbetreuung für die Kindertagesstätten anzuordnen, richtig gewesen.
Im Krisenstab wurde zudem darauf hingewiesen, dass es gerade auch wegen der hochansteckenden Mutationsvarianten wichtig sei, bei schönem Wetter Sicherheitsabstände und Maskenpflicht in Bambergs Innenstadt zu beachten. Die Polizei wird ihre Kontrollen zum Schutz der Menschen weiter fortführen.
In diesem Zusammenhang wiesen die Leitungen der Landkreiskliniken sowie des Klinikums Bamberg darauf hin, dass nach wie vor die Intensivbettenkapazität für Covid-Patienten hoch ausgelastet sei – auch durch Zubelegungen aus anderen Landkreisen. Insgesamt befänden sich 40 Personen im Klinikum Bamberg und den beiden Kliniken der Gemeinnützigen Krankenhausgesellschaft des Landkreises, davon 15 auf den jeweiligen Intensivstationen. Dabei handele es sich nicht mehr – wie in der Anfangszeit der Pandemie – um ältere und hochaltrige Patienten.
Der Ausbau der Schnelltestinfrastruktur schreite zügig voran, so Bambergs Oberbürgermeister. Um sicherzustellen, dass möglichst nur getestete Bürgerinnen und Bürger in den Innenstadtbereich einfahren, seien im Betrieb der HTK (Hygiene Technologie Kompetenzzentrum GmbH), einer Tochter der Sozialstiftung Bamberg, vier weitere große Testzentren in Planung: im Bereich der Park&Ride-Parkplätze Würzburger Straße, Kronacher Straße und Heinrichsdamm sowie im Eingangsbereich des Erlebnisbades „Bambados“ an der Pödeldorfer Straße. Bürgermeister Glüsenkamp betonte, dass vor dem Hintergrund der Bewerbung Bambergs als Modellregion eine leistungsstarke, flächendeckende Testinfrastruktur wichtiges Standbein sei. Dazu passe auch der mobile Schnelltestbus, der ab 15. April in Bambergs Stadtteilen bürgernahes Schnelltesten ermögliche. Bislang seien in den Landkreisgemeinden 10.000 Schnelltests durchgeführt worden. Die Kommunen wollten das Angebot schrittweise ausbauen und auch ein Schnelltestbus sei für den Landkreis geplant, ergänzte Landrat Kalb.
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Viele offene Fragen zur Gewerbeansiedlung der Firma Refood bei Walsdorf
Grüne befürchten Folgen für Bamberger Kläranlage und Verkehrsbelastung
Das Vorhaben der Firma Refood, einen Betriebsstandort für Lebensmittelverwertung in der Nähe von Walsdorf anzusiedeln, ruft nun auch die Grünen auf den Plan.
Sie haben dazu noch eine ganze Reihe von Fragen, die ebenso wie die Bürger*innen-Initiative vor Ort kritische Aspekte beleuchten. So ist es etwa Grünen-Stadtrat Wolfgang Grader nicht klar, warum Refood an seinem Standort in Eltmann einen Antrag auf Betriebserweiterung gestellt hat, der aktuell entscheidungsreif ist, und sich gleichzeitig bei Walsdorf neu ansiedeln will.
Skeptisch ist Grader auch bezüglich der Nähe zur vorhandenen Tierkörperbeseitigungsanlage bei Walsdorf, die vom Zweckverband Tierbeseitigung Nordbayern betrieben wird, an dem auch Stadt und Landkreis beteiligt sind. Gemeinsam mit seinem Kreistagskollegen Bernd Fricke hat er deshalb eine Anfrage gestellt, ob sich etwa Refood an dieser Anlage beteiligen will, ob also hier die eigentliche Begründung für die Standortwahl liegt. „Gab es schon Vorstöße in diese Richtung?“ wollen die beiden Grünen-Politiker wissen. Und würde eine Beteiligung nicht zur Folge haben, dass der Zweckverband aufgelöst und reprivatisiert werden müsste, so ihre Frage.
Gäbe es eine Verbindung zwischen einem neuen Refood-Standort und der Tierkörperbeseitigungsanlage, so könnte das nämlich Folgen für die Bamberger Kläranlage haben, befürchtet Wolfgang Grader, denn von dort besteht eine direkte Druckwasserleitung. „Könnte das zu einer Überlastung der Kläranlage führen?“ fragt er deshalb weiter. Grader verweist auf andere Refood-Filialen, die bereits an Tierverwertunganlagen beteiligt sind. Und mehrere Umweltvorkommnisse im Zusammenhang mit Refood sind nach Informationen der Grünen auch schon bekannt geworden. So etwa in Schleswig im Jahr 2018, wo Mikroplastik aus den entsorgten Abfällen ins Abwasser geraten war und der Fluss Schlei nachhaltig geschädigt wurde.
Für Kreisrat Bernd Fricke ist auch zu klären, wie sich die Verkehrsbelastung für die umliegenden Ortschaften auswirkt, da mit zusätzlichem Schwerverkehr für Trosdorf, Tütschengereuth und zum Beispiel Stegaurach gerechnet werden muss. Im Übrigen sollte die Zeit vorbei sein, solche großen Projekte auf die grüne Wiese in eine intakte Landschaft zu setzen.
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Neuwahlen
Flussparadies Franken: Mitgliederversammlung bestätigt per Briefwahl Großteil der Vorstandschaft
Mitte März fand die 17. Mitgliederversammlung des Flussparadieses Franken in Baunach statt. Während die Stadt Baunach den organisatorischen Rahmen stellte, war ein Großteil der Teilnehmenden, darunter auch gut ein Dutzend Fördermitglieder und Gäste, per Videokonferenz zugeschaltet. In der Folge, bis Ende März, wurde über die Vorstandschaft abgestimmt, und diese größtenteils bestätigt.
Der Vorsitzende, Landrat Johann Kalb, führte zusammen mit Geschäftsführerin Anne Schmitt durch die Veranstaltung. Zwei große Projekte werden das Flussparadies die nächsten Jahre begleiten: Marc Heinz als Projektmanager für „geMAINsam“ startete im Februar seine Tätigkeit, während für „Kunstbegegnungen am Kanal“ die ersten Umsetzungen ab Herbst 2021 geplant sind. Einmal mehr zeigte sich im vernetzenden Charakter der Vereinstätigkeit der Mehrwert für Gemeinden, Anwohner und Touristen.
Per Briefwahl konnten die wahlberechtigten Mitglieder schließlich bis Ende März über die Vorstandschaft abstimmen. Dabei wurden die Landräte Johann Kalb (Landkreis Bamberg) als Vorsitzender, Wilhelm Schneider (Landkreis Haßberge) als stellvertretender Vorsitzender, die Bürgermeister Bernhard Storath (Markt Ebensfeld) als Kassenwart und Claus Schwarzmann (Markt Eggolsheim) als Schriftführer sowie Landrat Christian Meißner (Landkreis Lichtenfels) als Beisitzer, im Amt bestätigt. Neu in die Vorstandschaft gewählt wurden Zweiter Bürgermeister Jonas Glüsenkamp (Stadt Bamberg) als weiterer stellvertretender Vorsitzender sowie Bürgermeister Stefan Paulus (Gemeinde Knetzgau) als Beisitzer. Als Kassenprüferinnen wurden die Bürgermeisterinnen Sigrid Reinfelder (Gemeinde Breitengüßbach) und Regina Wohlpart (Gemeinde Viereth-Trunstadt) bestätigt.
Termine des Flussparadieses Franken 2021
„Mein Main muss sauber sein“
Noch bis zum 30. April laufende Aktion der Partner für den Main anlässlich des, jährlich zum 22. März von den Vereinten Nationen ausgerufenen, Weltwassertages.
https://www.flussparadies-franken.de/lebendige-fluesse/mein-main-muss-sauber-sein/
Ausstellung „Tüte um Tüte“ im Historischen Museum Bamberg
Wiedereröffnung und Verlängerung der Ausstellung bis 3. Oktober 2021. https://museum.bamberg.de/historisches-museum/ausstellungsdetail/news/tuete-um-tuete/
7‑Flüsse Wanderung
Etappe Rattelsdorf-Reckendorf am 30. Mai 2021
Fledermausweg Viereth-Unterhaid
Eröffnung im Rahmen des Jubiläumswochenendes 50 Jahre Naturpark Steigerwald am 18. Juni 2021.
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Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Vorlesungszeit beginnt mit rund 12.000 Studierenden
Die Universität Bamberg startete heute in die Vorlesungszeit des Sommersemesters 2021. Aktuell sind 11.831 Studierende immatrikuliert. 653 von ihnen sind Erst- und Neueinschreiberinnen und ‑einschreiber. Das geht aus der vorläufigen Studierendenstatistik hervor.
Die von der Universität genannten Zahlen entsprechen dem Stand vom 7. April. Die amtliche Statistik mit den endgültigen Zahlen erscheint Anfang Juni. Insgesamt erwartet die Universität rund 12.000 Studierende für das Sommersemester 2021. Im Vorjahr waren 12.175 Studentinnen und Studenten eingeschrieben.
„Trotz der Pandemie erwartet die Studierenden ein vollständiges Studienangebot, das nach derzeitigem Stand größtenteils online stattfinden wird“, sagt Prof. Dr. Stefan Hörmann, Vizepräsident für Lehre und Studierende. „Organisatorisch sind wir für die Onlinelehre gut aufgestellt und profitieren von den Erfahrungen aus den vergangenen beiden Semestern. Ich freue mich, dass sich auch in diesem Semester viele Studienanfängerinnen und ‑anfänger für die Universität Bamberg entschieden haben.“
Betriebswirtschaftslehre ist beliebtester Bachelor- und Masterstudiengang
Aktuell bietet die Universität Bamberg 28 Bachelorstudiengänge an. Die meisten von ihnen sind zulassungsfrei. Das heißt, Studieninteressierte können sich ohne Bewerbung einschreiben. Etwas weniger als die Hälfte (302) der Erst- und Neueinschreiberinnen und ‑einschreiber strebt einen Bachelorabschluss an. Die meisten Studierenden in zulassungsfreien Bachelorstudiengängen zählen Betriebswirtschaftslehre (875) und Pädagogik (528). Für einen Masterstudiengang sind 208 Personen neu- oder ersteingeschrieben. Insgesamt gibt es an der Universität Bamberg mehr als 30 Prozent Masterstudierende. Am beliebtesten ist auch hier die Betriebswirtschaftslehre mit 562 Studierenden, gefolgt von Psychologie mit 245 Studentinnen und Studenten. Insgesamt studieren 2.170 Personen in Bamberg Lehramt. Sie machen etwa 20 Prozent der Studierenden aus. Unter ihnen sind 1.172 Personen, die Grundschullehramt studieren.
Rund 61 Prozent aller Immatrikulierten sind Frauen. Die Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften hat mit insgesamt 4.062 den größten Zulauf an Studierenden, gefolgt von den Fakultäten Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Humanwissenschaften und Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik.
Weniger Beurlaubungen für Praktika und Auslandsaufenthalte
Weiterhin lassen sich weniger Studierende beurlauben. 143 Personen haben bislang eine Beurlaubung für das Sommersemester beantragt. Praktika und Auslandsaufenthalte, für die häufig Beurlaubungen in Anspruch genommen werden, sind während der Corona-Pandemie noch immer schwer umsetzbar. Vor der Pandemie im Sommersemester 2019 lag die Zahl der Beurlaubungen noch bei 419. In den vergangenen beiden Semestern nahm außerdem die Zahl der Austauschstudierenden im Vergleich zu den Vorjahren Corona-bedingt stark ab. Doch zum Sommersemester 2021 sind nach aktuellem Stand wieder 122 Austauschstudierende an der Otto-Friedrich-Universität immatrikuliert. Wie viele von ihnen tatsächlich nach Bamberg kommen können, ist noch nicht abzuschätzen. Die Austauschstudierenden machen etwa neun Prozent der ausländischen Studierenden aus. Insgesamt sind 1.357 Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit sowie ausländischer Hochschulzugangsberechtigung an der Universität eingeschrieben.
Alle genannten Zahlen sind vorläufig, da eine Einschreibung noch möglich ist und Studierende noch die Hochschule wechseln oder sich exmatrikulieren können. Die amtliche Statistik wird Anfang Juni erstellt.
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Bucherscheinung
Florian Herrnleben: “Overnörgelism”
Seit fast zehn Jahren steht Florian Herrnleben auf Kabarettbühnen. In seinem nun erschienenen Buch “Overnörgelism!” fasst er sämtliche Bühnentexte aus dieser Zeit zusammen. Die Texte bieten einen satirischen Rückblick auf zehn Jahre politischer Verfehlungen in Bamberg. Herrnlebens Lieblingsgegner in all den Jahren: Andreas Starke. Vor Kurzem trafen sich Autor und Oberbürgermeister sogar zum klärenden Gespräch. Wir haben uns mit Florian Herrnleben zum Interview verabredet.
Als letztes Jahr im Bamberger Rathaus die Missstände rund um Zahlungen womöglich nicht geleisteter Überstunden bekannt wurden, erreichte Kolumnist, Kabarettist und Kasperl-Puppenspieler Florian Herrnleben mit seiner Facebook-Kolumne “Herrnlebens Überstunde” neue Ausmaße der Bekanntheit. Die “Überstunden” entwickelten sich zu einer der fundiertesten und beliebtesten Informationsquellen zum Thema. Die Freude im Rathaus darüber hielt sich zwar in Grenzen – der große Zuspruch der Leser*innen hingegen ermutigte Herrnleben, ehe der Rathaus-Überstunden-Fall gerichtlich endgültig geklärt wird, mit “Overnörgelism!” einen Rückblick auf vergangene politische Skandale zu werfen.
Florian, warum hast du dich entschieden, deine kabarettistischen und kolumnistischen Texte in Buchform zusammengefasst zu veröffentlichen?
Florian Herrnleben: Weil es sehr viel positives Feedback auf meine Facebook-Kolumne “Herrnlebens Überstunde” gab. Den Leuten gefällt der Schreibstil und die Inhalte. Da die “Überstunden”-Problematik aber noch nicht abgeschlossen ist, dachte ich mir, eine Veröffentlichung mit all meinen alten Inhalten zu machen. Ein Vorteil davon ist auch, dass Bühnentexte, die einen großen Teil des Buchs ausmachen und in die man viel Arbeit gesteckt hat, nachdem man sie gespielt hat, eigentlich in der Schublade verschwinden. Das ist schade. Die Buchform bietet auch ein bisschen die Möglichkeit, solche Texte zu verewigen.
Bietet das Buch neue Erkenntnisse zu den Überstunden-Vorgängen im Rathaus?
Florian Herrnleben: Nein, aber am Ende des Buches gibt es einen Cliffhanger, also sozusagen ein offenes Ende, das nach einer Fortsetzung von “Overnörgelism!” schreit – dann mit sämtlichen “Überstunden”. Wie auch immer sie sich bis dahin entwickeln.
Mit welchen Gefühlen hast du deine alten Texte durchgesehen? Mit Wehmut oder nostalgisch?
Florian Herrnleben: Ein bisschen was von allem. Beim Lesen ist mir aufgefallen, dass ich viele Nummern und Texte schon gar nicht mehr im Kopf hatte und nicht mehr besonders tief drin in den Details war. Es geht ja um einen Zeitraum von fast zehn Jahren. Auch meine Gedankengänge in älteren Texten konnte ich teilweise nicht mehr ganz nachvollziehen. Andererseits habe ich auch eine gewisse Entwicklung in den Texten festgestellt. Einige Dinge würde ich heute so weder qualitativ, noch stilistisch schreiben. Diese Texte für das Buch nochmal komplett zu überarbeiten und sie zu aktualisieren, wollte ich aber auch nicht – das fände ich nicht authentisch.
Ist das Buch auch für Leute geeignet, die sich mit Bamberger Politik nicht auskennen?
Florian Herrnleben: Ich versuche, eine Gratwanderung zu machen. Auf der einen Seite will ich nicht erklären müssen, dass Bamberg einen Dom hat. Auf der anderen Seite will ich den Leuten möglichst breitgefächerte Aspekte der jeweiligen Geschichten aufzeigen. Ein grundsätzliches Interesse an Bamberger Politik schadet aber nicht.
Die Missstände, die du seit Jahren in der Bamberger Politik kritisierst und öffentlich machst, haben sich kaum verbessert, Verfehlungen wurden kaum geahndet. Siehst du die Missstände eher als Fundgrube, die dein satirisches Arbeiten auf Jahre hinaus sichern könnten, oder stellt sich Resignation ein?
Florian Herrnleben: Nein, es wäre schlimm, wenn ein Kabarettist resignieren würde. Ich denke auch nicht, dass Bamberg in Sachen Verruchtheit wie so eine Art Gotham City besonders heraussticht und es einen Retter braucht. Ich denke, dass man in jeder Stadt, egal ob größer oder kleiner als Bamberg, Potenzial für ein Kabarettprogramm finden könnte. Aber meine Hood ist Bamberg, hier kenne ich mich aus und bin in den Themen drin. Die Gesellschaft ist nicht perfekt und in der Politik passieren Fehler und es gibt Missstände. Da braucht es Presse und Kabarett, die sich die Dinge anschauen.
An keiner Personalie arbeitest du dich im Buch so sehr ab, wie an Andreas Starke. Wie weit wären “Overnörgelism!” und der Kabarettist und Kolumnist Florian Herrnleben ohne den Oberbürgermeister möglich?
Florian Herrnleben: Die Frage habe ich mir auch schon gestellt. Die Aufgabe des Kabarettisten ist es grundsätzlich, sich an der Obrigkeit zu reiben, egal, wer da oben hockt. Aber, was wäre mit mir geschehen, wenn Andreas Starke nicht immer wiedergewählt worden wäre? Wir kennen uns, man hat sich kennengelernt – es gab vor Kurzem auch ein Treffen wegen der “Überstunden”. Und auch die übrigen derzeitigen Protagonisten machen es mir leicht, mich ihrer kabarettistisch anzunehmen. Sie fordern es teilweise geradezu heraus. Mit einem neuen Oberbürgermeister weiterzumachen, wäre für mich härter gewesen als mit dem alten. Man hätte sich erstmal abtasten müssen, was für mich heißt, meine Rolle als Kabarettist erstmal neu definieren zu müssen.
Wie verlief das Gespräch mit Andreas Starke über die “Überstunden”?
Florian Herrnleben: Es ging ihm darum und es wurde ihm in seinem Umfeld auch dazu geraten, mir, als einer der am fundiertest informierten Personen bezüglich der Überstundenzahlungen, seine Sicht der Dinge darzustellen. Wichtig zu erwähnen ist aber, dass wir miteinander ja gut auskommen. Wir haben uns über eine Stunde unterhalten und was ich hinterher aus seinem Dunstkreis gehört habe, hat meine Meinung über das Gespräch bestätigt, nämlich, dass es ein sehr angenehmes war. Das Ergebnis des Gesprächs war aber nicht überraschend. Wir haben unsere Argumente ausgetauscht, nehmen aber zwei Positionen ein, die sich gegenüberstehen und so blieb es auch.
Hat er dein Buch gelesen?
Florian Herrnleben: Das würde mich wundern. Ich glaube nicht. Was sein Umfeld von meinem Buch hält, weiß ich – das ist nicht immer das Beste. Aber wenn die Rathausspitze mich feiern würde, hätte ich meinen Job nicht richtig gemacht.
In einer der Ausgaben von “Herrnlebens Überstunde” schreibst du, dass du im Vorfeld der Veröffentlichung des Buches einige Formulierungen juristisch abgeklärt hast. Ging es dabei wieder um Michael Stoschek und sein von dir als “Nazimuschel” bezeichnetes Amphibienfahrzeug?
Florian Herrnleben: Ja, auch. Diese Formulierung ist nach wie vor eine der kritischsten. Aber “juristisch abgeklärt” ist immer ein so großes Wort. Ich denke über viele Formulierungen länger nach und versuche, meine Texte so zu schreiben, dass sie möglichst nicht angreifbar sind. Darauf habe ich auch bei der Zusammenstellung des Buches geachtet. Ich möchte vor allem nicht, dass etwas Falsches drinsteht. Wäre die Nazimuschel ein anderes, nicht ehemals für die Wehrmacht gebautes Amphibienfahrzeug gewesen, hätte ich sie nicht so genannt.
Welche Hoffnungen hast du bezüglich der Verkaufszahlen?
Florian Herrnleben: Keine. Das ist mir auch egal. Anhand der Vorbestellungen konnte ich einschätzen, wie groß die erste Auflage sein sollte. Trotz komfortabler Mehrbestellung ist diese nun auch schon fast vollständig vergriffen, was wohl an der Bekanntheit und Aufmerksamkeit der “Überstunden” liegen könnte. Das ist gut, aber auch wenn das Buch eine zweite Auflage bekommen sollte – am Ende habe ich es mehr aus Spaß veröffentlicht.
Hast du jemals mit dem Gedanken gespielt, einen Roman zu schreiben? Vielleicht einen Bambergkrimi?
Florian Herrnleben: Bambergkrimi – gibt es sowas bereits? Ich kann mir schon vorstellen, etwas Belletristisches zu schreiben, wenn auch vielleicht keinen Krimi. Ich schüttele meine Texte aber nicht aus dem Ärmel, sondern feile immer, bis jedes Wort passt. Bei einem Roman wäre mein Horror, dass ich nie fertig werde. Andererseits – ich hätte schon Bock drauf.
Fahrradklima-Test 2020
Bamberg holt bei Fahrradförderung und Werbung für das Radfahren auf
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests 2020 veröffentlicht: Bamberg schneidet mit einer Gesamtnote von 3,79 (Schulnote) im bundesweiten Vergleich (3,93) überdurchschnittlich gut ab. Die Stadt Bamberg darf sich bei neueren Maßnahmen über gute Bewertungen der Bürgerinnen und Bürger freuen. Bürgermeister Jonas Glüsenkamp sieht allerdings auch noch Luft nach oben.
In der bayernweiten Ortsgrößenklasse sichert sich Bamberg den Rangplatz eins von neun, im bundesweiten Vergleich liegt sie auf Platz 31 von 110. Besonders gut kommen bei den Bürger:innen die jüngsten Maßnahmen der Stadt Bamberg an: die Werbung für mehr Radfahren in der Stadt und die gezielte Fahrradförderung. „Die Unterstützung des Radverkehrs ist kein Selbstzweck, sondern die Umsetzung des einstimmigen Stadtratsbeschlusses, dass im Jahr 2030 drei von vier Wegen in der Stadt mit dem Fahrrad zu Fuß oder mit dem Bus zurückgelegt werden sollen. Bei diesem Ziel müssen wir immer weiter vorankommen“, so Bürgermeister und Mobilitätsreferent Jonas Glüsenkamp.
Mit der Note 3,8 liegt Bamberg über dem bundesweiten Durchschnitt
Große Stärken in Sachen Radfahren in Bamberg sehen die Teilnehmenden in der guten Erreichbarkeit des Stadtzentrums, in der ausgewogenen Mischung jüngerer und älterer Radfahrer sowie in den Gegebenheiten für ein zügiges Radfahren. Als Schwächen haben die Bürger:innen die Möglichkeiten zur Mitnahme von Rädern im Öffentlichen Nahverkehr, die zu geringe Kontrolle von Falschparkern auf Radwegen und deren Breite ausgemacht.
Vergleicht man die Bewertungen aus den Jahren 2012 bis 2020 dann zeigt sich, dass Bamberg bei der Frage der Radabstellplätze in den vergangenen Jahren aufgeholt hat. Lagen die Werte 2016 und 2018 bei 4,1, sind sie in 2020 nun auf 3,8 geklettert.
Der ADFC Fahrradklima-Test wird aus Sicht der Verkehrsplaner begrüßt, da das Thema Radfahren eines der Handlungsfelder bei der laufenden Aktualisierung des Verkehrsentwicklungsplanes ist. Im Zuge der Bestandsaufnahme stehen dabei Hinweise auf Radweglücken und Problemstellen, ebenso wie allgemein zur Stärkung des Radverkehrs oder eine allgemeine Ziele-Diskussion im Mittelpunkt. Also: „Was läuft gut, was nicht?“ Die Planer erhalten mit dem Testergebnis vielfältige Hinweise zur Qualität der Angebote.
ADFC-Fahrradklima-Test
Der ADFC-Fahrradklima-Test ist eine der größten Befragungen zum Radfahrklima weltweit und fand 2020 zum neunten Mal statt. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP).
230.000 Radfahrende haben sich am Fahrradklima-Test 2020 beteiligt. Im Vergleich zu 2018 ist das eine Steigerung um 35 %. Sie haben 1.024 Städte und Gemeinden bewertet und damit so viele wie nie zuvor (2018: 683 und 2016: 539 Städte).
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Welterbe Bamberg
Patricia Alberth ist die neue Vorsitzende der IAWHP
Seit 2013 leitet Patricia Alberth das Zentrum Welterbe Bamberg. Jüngst wurde sie zur Vorsitzenden der International Association of World Heritage Professionals (IAWHP) gewählt. Die Vereinigung verbindet Welterbe-Theorie und ‑Praxis. Wir haben mit ihr gesprochen und nachgefragt, was dieses Amt für sie und für die Stadt Bamberg bedeutet.
Frau Alberth, wie erweitert sich das tägliche Aufgabenspektrum der Leiterin des Zentrums Welterbe Bamberg durch die Wahl zur Vorsitzenden der International Association of World Heritage Professionals?
Patricia Alberth: Mein neues Amt als Vorsitzende der International Association of World Heritage Professionals ist ein Ehrenamt. Vorstandssitzungen und Projektbesprechungen finden in meiner Freizeit statt – teilweise zu ungewöhnlichen Tageszeiten, wenn wir mit Bamberg, Tiflis, Peking und La Paz an einem – virtuellen – Tisch sitzen. Aktuell planen wir eine Veranstaltung im Rahmen der nächsten Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees in China sowie einen Publikationsbeitrag für das Jubiläum der Welterbe-Konvention im kommenden Jahr.
Muss man sich für die Position bewerben oder wird man vorgeschlagen?
Patricia Alberth: Ich habe mich um eine aktive Rolle in der Vereinigung beworben und wurde vom Vorstand einstimmig zur Präsidentin gewählt. Meine Amtszeit beträgt drei Jahre.
Wodurch haben Sie sich für die Position qualifiziert?
Patricia Alberth: 20 Jahre Welterbe-Erfahrung? Eine gesunde Portion Pragmatismus? Dass das Bamberger Welterbe weit über die Stadtgrenze hinaus strahlt, hat sicher auch zu meiner Wahl beigetragen. Insgesamt bin ich begeistert, wie gut wir uns im Vorstand mit Fachwissen, technischen Fähigkeiten, juristischer Expertise und organisatorischem Können ergänzen.
Welche Ziele möchten Sie in Ihrer Amtszeit erreichen? Welche Projekte stehen für die IAWHP an?
Patricia Alberth: Wir haben in unserer Vereinigung viele kluge, engagierte Welterbe-Expertinnen und ‑Experten, darunter auch einige Koryphäen. Mir ist daran gelegen, dass dieses Expertentum Anwendung findet, dass Theorie und Praxis einander ergänzen. Das kann über Austauschformate, auch informeller Art, gelingen. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um über die Vereinigung ein internationales Symposium zu einem der Themen, an denen wir in Bamberg gerade arbeiten, zu organisieren und dadurch neue Impulse zu setzen.
Wie und was kann die IAWHP vom Welterbe Bamberg lernen oder profitieren, wie Bamberg von der IAWHP?
Patricia Alberth: Die 2010 gegründete Vereinigung bringt Forscherinnen und Praktiker aus aller Welt zusammen und fungiert als Ideenschmiede für die Entwicklung innovativer Ansätze zum Schutz, zur Erhaltung und zum Management kulturellen und natürlichen Erbes. Die International Association of World Heritage Professionals erreicht rund 5.000 Fachleute. Damit können wir Bambergs Präsenz international festigen und ausbauen. Gleichzeitig bringen wir Bamberger Lösungsansätze in die Vereinigung ein, die auch auf andere Orte übertragbar sind wie unser interaktives Besucherzentrum oder die Förderung von Barrierefreiheit im urbanen Raum.
Gibt es so etwas wie eine Bamberger Art des Welterbe-Managements, eine Vorgehensweise, die nur hier praktiziert wird und die Sie international einbringen könnten?
Patricia Alberth: Bamberg zeichnet sich durch eine engagierte Stadtgesellschaft und eine große Anzahl an Vereinen aus, die sich in die lokalen Belange einbringen. Viele Bambergerinnen und Bamberger besitzen auch selbst ein Denkmal. Das Bamberger Welterbe-Management funktioniert nicht aus dem Elfenbeinturm heraus, sondern zusammen mit den Menschen.
Die IAWHP setzt sich für den Schutz von kulturellem Erbe ein. Welche Erbestätten sind derzeit besonders gefährdet?
Patricia Alberth: Von den aktuell 1.121 UNESCO-Welterbestätten stehen derzeit 53 auf der Liste des Weltererbes in Gefahr. Das sind rund fünf Prozent. Zu den gefährdeten Welterbestätten zählen beispielsweise die Moscheen, Mausoleen und Friedhöfe von Timbuktu in Mali, die Altstadt von Wien und die bolivianische Silberminenstadt Potosí. Die Gefährdungen reichen von bewaffneten Konflikten über Klimawandel bis hin zu Infrastrukturprojekten.
In welchem allgemeinen Zustand befindet sich das internationale Welterbe-System?
Patricia Alberth: Die Anzahl der Welterbestätten wächst jährlich bei, im besten Fall, stagnierenden Budgets. Der Multilateralismus befindet sich in der Krise und die UNESCO steht aufgrund ihrer Schwerfälligkeit und Fällen von politischer Vereinnahmung immer wieder in der Kritik. Doch gerade angesichts globaler Herausforderungen wie der Corona-Pandemie oder dem Klimawandel brauchen wir starke überstaatliche Organisationen, die globale Lösungen vorantreiben können.
Welche Mittel stehen Ihnen als Vorsitzende zur Verfügung, Welterbe, das sich zum Beispiel in einem Kriegsgebiet befindet, zu schützen?
Patricia Alberth: Der Schutz von Kulturgut in Krisenregionen oder die gezielte Zerstörung von kulturellem Erbe durch Terrorismus sind schwieriges Terrain. 2016 wurde die mutwillige Zerstörung von Kulturgut zum ersten Mal vor dem Internationalen Strafgerichtshof verhandelt und verurteilt. Das war eine wegweisende Entscheidung. Als Vereinigung liegt unsere Stärke vor allem darin, das Bewusstsein für Welterbe-Belange zu schärfen, Praxis und Forschung zusammenzubringen und den Wissenstransfer zu unterstützen.
Sie sind seit etwa zwei Monaten im Amt. Lässt sich bereits ein Fazit ziehen?
Patricia Alberth: Die Neuwahl des Vorstandes fand schon am 12. Dezember 2020 statt. Wir benötigten einige Zeit, um die Vereinsübergabe während des Lockdowns über mehrere Kontinente hinweg zu regeln. Das hat erstaunlich gut geklappt – nicht zuletzt aufgrund der guten Zusammenarbeit mit den Behörden und erfahrenen Kolleginnen und Kollegen im Vorstand.