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Bamberg - Page 47

Ein­stim­mi­ger Stadtratsbeschluss

Post­hal­le wird zum Raum für Kultur

Die ehe­ma­li­ge Post­hal­le auf dem Lag­ar­de-Gelän­de soll nach­hal­tig saniert und für eine kul­tu­rel­le Nut­zung gesi­chert wer­den. Das hat der Bam­berg Stadt­rat ein­stim­mig beschlos­sen und zugleich die Stadt­bau Bam­berg mit der Umset­zung in Zusam­men­ar­beit mit dem städ­ti­schen Kul­tur­re­fe­rat beauf­tragt. „Das Kul­tur­quar­tier ist das Herz­stück des ehe­ma­li­gen Lag­ar­de-Gelän­des. Mit der Post­hal­le und dem angren­zen­den Kul­tur­hof wird ein neu­er und attrak­ti­ver Treff­punkt für alle Bam­ber­ge­rin­nen und Bam­ber­ger geschaf­fen“, freut sich Andre­as Star­ke, Ober­bür­ger­meis­ter der Stadt Bam­berg über die­sen wich­ti­gen Schritt im Rah­men der Konversion.

Bis­her war ledig­lich ange­dacht, die Post­hal­le nur rudi­men­tär zu sanie­ren, um kurz­fris­tig eine Nut­zung zu ermög­li­chen. Im Kon­sens mit den Kul­tur­schaf­fen­den wur­de jetzt umge­plant. Zum einen ist das Gebäu­de der­zeit in einem bau­li­chen Zustand, der eine kul­tu­rel­le Nut­zung bau­recht­lich nicht zulässt. Um eine Ver­kehrs­si­cher­heit zu gewähr­leis­ten, müs­sen Ein­bau­ten abge­ris­sen und ent­sorgt wer­den. Aktu­ell ver­fügt das Gebäu­de auch über kei­ne Wasser‑, Strom‑, Wär­me- und Medi­en­ver­sor­gung. Zum ande­ren könn­ten dort bei einer not­dürf­ti­gen Sanie­rung nur weni­ge Ver­an­stal­tun­gen statt­fin­den. Um eine Refi­nan­zie­rung der Her­stel­lungs­kos­ten zu ermög­li­chen und ein rea­lis­ti­sches Betriebs­kon­zept zu ent­wi­ckeln, „ist eine nach­hal­ti­ge Sanie­rung der Post­hal­le sinn­voll“, so der OB.


Ergän­zung um gas­tro­no­mi­sche Nut­zung in Form eines Kulturcafés

Wegen der andau­ern­den Coro­na-Pan­de­mie ist davon aus­zu­ge­hen, dass in 2021 grö­ße­re Ver­an­stal­tun­gen dort nicht statt­fin­den kön­nen. „Eine Über­ar­bei­tung des Kon­zep­tes mit einer nach­hal­ti­gen Nut­zung des gesam­ten Gebäu­de­kom­ple­xes ist sicher die bes­se­re und auch lang­fris­tig wirt­schaft­li­che­re Lösung“, erklärt Kul­tur­re­fe­ren­tin Ulri­ke Sie­ben­haar. Die Neu­aus­rich­tung erlau­be zudem auch die hilf­rei­che För­de­rung der bau­li­chen Maß­nah­men durch Städ­te­bau­för­de­rung. Zudem sol­len wei­te­re För­der­mög­lich­kei­ten aus­ge­lo­tet und ver­han­delt wer­den, kün­dig­te die Kul­tur­re­fe­ren­tin an.

Die Ent­wick­lung der Post­hal­le Lag­ar­de für kom­mer­zi­el­le und nicht­kom­mer­zi­el­le Nut­zung bil­det einen wich­ti­gen Bau­stein im Kon­zept „Kul­tur- und Krea­tiv­quar­tier Lag­ar­de“. Ergänzt wird die­ser Kul­tur­treff­punkt um eine gas­tro­no­mi­sche Nut­zung in Form eines Kul­tur­ca­fés. Ein wei­te­rer Teil­be­reich soll ange­mes­sen und kul­tur­ver­träg­lich gewerb­lich genutzt werden.

„Die Post­hal­le soll ein Ort sein für Krea­ti­ve, Künst­ler und Kul­tur­lieb­ha­ber sowie Treff­punkt für kul­tu­rell und künst­le­risch enga­gier­te Bür­ger sein. Es soll sich aber auch hin zu einem zen­tra­len Begeg­nungs­ort in Bam­berg-Ost ent­wi­ckeln, mit Strahl­kraft über den Stadt­teil und die Stadt­gren­zen hin­weg“, wagt Kul­tur­re­fe­ren­tin Ulri­ke Sie­ben­haar einen Blick in die Zukunft. Damit wer­de auch ein Vor­schlag des Bür­ger­ver­eins Bam­berg-Ost aufgegriffen.

Die neu­en Ziel­set­zun­gen sind auch mit den betei­lig­ten Inves­to­ren­grup­pen im Umfeld der Post­hal­le abge­stimmt. Der Stadt­rat hat die Ver­wal­tung nun offi­zi­ell damit beauf­tragt, die Wei­ter­ent­wick­lung der Post­hal­le vor­an­zu­trei­ben und zuguns­ten der Stadt zu nutzen.


Und was pas­siert mit der Reithalle?

Die benach­bar­te „Reit­hal­le“ ist ein ein­ge­tra­ge­nes Ein­zel­denk­mal ent­spre­chend der Denk­mal­lis­te des Frei­staa­tes Bay­ern und befin­det sich im Eigen­tum der Stadt Bam­berg. Es han­delt sich um ein städ­te­bau­li­ches Klein­od und muss sehr sen­si­bel ent­wi­ckelt wer­den. Es gab und gibt über die Jah­re hin­weg eini­ge sehr gute und durch­aus trag­fä­hi­ge Kon­zep­te und Ideen dafür, die auch als Ergän­zung oder ele­men­ta­rer Bestand­teil des Kul­tur­quar­tiers Lag­ar­de her­vor­ra­gend geeig­net schei­nen. Dazu zäh­len sicher­lich auch die Plä­ne für eine Ver­an­stal­tungs­hal­le oder gar einen Kam­mer­mu­sik­saal, wie es nach wie vor die Bam­ber­ger Sym­pho­ni­ker – Baye­ri­sche Staats­phil­har­mo­nie favo­ri­sie­ren wür­den. Bedau­er­li­cher­wei­se ste­hen für kei­ne die­ser Ideen in den nächs­ten Jah­ren Gel­der, die wohl min­des­tens im mitt­le­ren zwei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­reich lie­gen, zur Ver­fü­gung – auch nicht beim Frei­staat Bayern.

Der Frei­staat Bay­ern ist jedoch aktiv auf die Stadt Bam­berg zuge­gan­gen und hat Gesprä­che zur Wei­ter­ent­wick­lung des Jus­tiz­stand­or­tes auf der Lag­ar­de initi­iert. Dabei wird auch eine mög­li­che neue Nut­zung der Reit­hal­le unter­sucht. Ergeb­nis­se dazu lie­gen noch nicht vor. Die Ver­wal­tung wird in Bezug auf mög­li­che Nut­zungs­sze­na­ri­en wie­der im zustän­di­gen Kon­ver­si­ons­se­nat im Mai berichten.

Coro­na

Start­schuss für den Bam­ber­ger Schnelltest-Bus

Am mor­gi­gen Don­ners­tag nimmt der neue Bam­ber­ger Schnell­test-Bus sei­nen Betrieb auf: Von Diens­tag bis Frei­tag fährt das mobi­le Schnell­test-Zen­trum acht Sta­tio­nen im Bam­ber­ger Stadt­ge­biet an – von der Gar­ten­stadt bis Bug. „Wir wol­len damit die Test­ka­pa­zi­tä­ten für den Gesund­heits­schutz erhö­hen und vor Ort ein bür­ger­freund­li­ches Ange­bot machen“, erläu­tert Andre­as Star­ke, Ober­bür­ger­meis­ter der Stadt Bam­berg, die­se zusätz­li­che kos­ten­lo­se Testmöglichkeit.

Wich­tig in die­sem Zusam­men­hang ist fol­gen­des: Es ist nicht not­wen­dig, sich für einen Test anzu­mel­den, aber man soll­te sich aus­wei­sen kön­nen. Der Bus hält pro Sta­ti­on andert­halb Stun­den vor Ort und kann cir­ca 30 Tests durch­füh­ren. Betrie­ben wird die mobi­le Test­sta­ti­on von der HTK, der Hygie­ne Tech­no­lo­gie Kom­pe­tenz­zen­trum GmbH, einem Toch­ter­un­ter­neh­men der Sozi­al­stif­tung Bam­berg, das bereits das Schnell­test­zen­trum am ZOB betreibt.

Start­schuss ist am Don­ners­tag, 15. April, um 9.30 Uhr mit Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke und Bür­ger­meis­ter Jonas Glüsen­kamp in Bam­berg-Ost in der Wei­ßen­burg­stra­ße – Hal­te­stel­le „Kant­stra­ße“.

Wer also einen Test benö­tigt, kann sich ger­ne ab mor­gen zu den ange­ge­be­nen Zei­ten an den jewei­li­gen Hal­te­sta­tio­nen einfinden:

Diens­tag 
9.30 bis 11.00 Uhr Gartenstadt/​Kuni­gun­den­schu­le

12.30 bis 14.00 Uhr Kra­mers­feld-Bru­ckerts­hof/­Wen­de­plat­te an der Kemmerstraße

Mitt­woch 

9.30 bis 11.00 Uhr Gaustadt/​Wendeplatte am Sylvanersee

12.30 bis 14.00 Uhr Gereuth/​Wunderburg Grun­flä­che am Wolfgangsplatz

Don­ners­tag 

9.30 bis 11.00 Uhr Bam­berg-Ost/ Weißenburgstraße/“Haltestelle Kantstraße“

12.30 bis 14.00 Uhr Bam­berg-Ost/­Un­te­rer Park­platz vor dem Fuchsparkstadion

Frei­tag 

9.30 bis 11.00 Uhr Bam­berg-Süd­wes­t/­Park­bucht nach der Hal­te­stel­le St. Urban,

12.30 bis 14.00 Uhr Bam­berg Bug/​Park­platz gegen­über Hotel Bug­er Hof

Grü­ne Visio­nen für die Bam­ber­ger City

Grü­ne Anträ­ge wol­len Innen­stadt über rei­nen Kon­sum hin­aus den­ken und mit E‑Commerce stärken

Bei der für Ende April anbe­raum­ten Son­der­sit­zung des Stadt­rats zum Wirt­schafts­stand­ort Bam­berg soll ein beson­de­rer Fokus auf die Bam­ber­ger Innen­stadt gelegt wer­den. Hier­zu wur­den von der Stadt­rats­frak­ti­on Grü­nes Bam­berg ent­spre­chen­de Anträ­ge eingebracht.

Beson­ders für die Zeit nach der Coro­na-Kri­se rech­net der wirt­schafts­po­li­ti­sche Grü­nen-Spre­cher Wolf­gang Gra­der mit nach­hal­ti­gen Ver­än­de­run­gen für die Bam­ber­ger City, „die wir nicht ein­fach so gesche­hen las­sen dür­fen, son­dern aktiv gestal­ten und beglei­ten müs­sen.“ Er will eine Task Force ein­set­zen, die alle rele­van­ten Akteur*innen an einen Tisch bringt, dazu ent­spre­chen­de Beauf­trag­te in der Ver­wal­tung und aus den Rei­hen der Stadtratsfraktionen.

Gra­d­ers Visi­on ist auf lan­ge Sicht ange­legt und will Ein­zel­han­del und Gas­tro­no­mie nach­hal­tig unter­stüt­zen, aber er will auch dar­über hin­aus den­ken: „Es geht in der Innen­stadt der Zukunft nicht nur um Kon­sum, son­dern eben­so um Kom­mu­ni­ka­ti­on, Kul­tur, Kuli­na­rik, Kom­fort und Kreativität.“

Das Herz der Stadt und des Welt­kul­tur­er­bes soll nach dem Wil­len von Stadt­rä­tin Vera Mame­row, Grü­ne Spre­che­rin für Welt­kul­tur­er­be, aus sich her­aus attrak­tiv sein und vie­le Men­schen zur Begeg­nung, zum Ver­wei­len und natür­lich auch zum Ein­kauf ein­la­den. „Das ist natür­lich ein Ent­wick­lungs­pro­zess, der nicht von heu­te auf mor­gen been­det ist“, so Mame­row, „aber vie­le klei­ne und gro­ße Ideen umge­setzt, erge­ben ein neu­es gro­ßes Gan­zes.“ So sei­en alle Bür­ge­rin­nen und Bür­ger ein­ge­la­den, an ihrer Innen­stadt mit­zu­ge­stal­ten, damit das Welt­erbe auch eine Welt­zu­kunft habe.


E‑Com­mer­ce-Platt­form Bam­ber­ger Geschäfte

Dass der klas­si­sche sta­tio­nä­re City-Ein­zel­han­del nach Coro­na vor gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen steht, davon ist Chris­ti­an Hader über­zeugt, denn „für den kon­kur­rie­ren­den Online-Han­del hat Coro­na den Boom noch ange­heizt“. Er for­dert: „Wir müs­sen es nun schaf­fen, loka­len Han­del und Online-Poten­tia­le zusam­men­zu­brin­gen und gezielt zu ver­net­zen.“ Sein Zau­ber­wort und damit ein wei­te­rer grü­ner Antrag lau­tet „E‑Commerce“.

Eine sol­che E‑Com­mer­ce-Platt­form der Bam­ber­ger Geschäf­te soll die Stadt in Koope­ra­ti­on mit den Betei­lig­ten ansto­ßen und mit auf­bau­en. „Ziel muss eine Platt­form sein, die einen mög­lichst gro­ßen Teil des Bam­ber­ger Han­dels abbil­det und sich in Bekannt­heit, Funk­tio­na­li­tät, Waren­ver­füg­bar­keit, intui­ti­ver Bedie­nung und Bezahl­vor­gang mit den bekann­ten, gro­ßen Platt­for­men mes­sen kann.“ Das bereits vor­han­de­ne Ange­bot hier­für ist aus Haders Sicht unge­nü­gend. Er stellt sich ein aus­ge­feil­tes, öko­lo­gisch ori­en­tier­tes, regio­na­les Logis­tik-Sys­tem vor, mit Mikro-Depot in der Innen­stadt, eine leicht bedien­ba­re App, eine shop­ping-map mit gutem Über­blick über das gesam­te Ange­bot, sowie Unter­stüt­zungs­leis­tun­gen für Einzelhändler*innen, die bis­her über kein Online-Ange­bot verfügen.

Coro­na

Impf­zen­trum impft sie­ben Tage die Woche – 90 Pro­zent der Über-80-Jäh­ri­gen erstgeimpft

Andre­as Star­ke, Ober­bür­ger­meis­ter der Stadt Bam­berg, und Johann Kalb, Land­rat des Land­kreis Bam­berg, zei­gen sich zufrie­den mit der der­zei­ti­gen Impf­stoff­be­lie­fe­rung. Das Imp­fen im Impf­zen­trum Bam­berg und dezen­tral im Land­kreis läuft auf Hochtouren.

„Seit dem ver­gan­ge­nen Wochen­en­de wird an sie­ben Tagen die Woche im Impf­zen­trum Bam­berg geimpft. Die­se erfreu­li­che Ent­wick­lung mit 1.000 Ter­mi­nen für den heu­ti­gen Diens­tag ist mög­lich, weil sich die Impf­stoff­lie­fe­run­gen auf hohem Niveau ein­pen­deln“, so Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke nach der heu­ti­gen Sit­zung des Coro­na-Kri­sen­stabs. Land­rat Johann Kalb ergänzt: „Zusam­men mit den dezen­tra­len Imp­fun­gen im Land­kreis kön­nen wir die­se Woche so auf 7.000 Erst­imp­fun­gen kom­men.“ Mit Blick auf die hohe Impf­ra­te der über 80-Jäh­ri­gen und immo­bi­len Pati­en­ten, die zuhau­se gepflegt wer­den, wur­de dazu auf­ge­ru­fen, wer sich in die­ser Impf­grup­pe noch nicht regis­triert habe, sich beim Impf­zen­trum oder beim Haus­arzt zu mel­den. Ansons­ten schrei­te die Imp­fung der von der Stän­di­gen Impf­kom­mis­si­on defi­nier­ten Prio Grup­pe 2, ange­führt von den über-70-Jäh­ri­gen voran.


Wich­tig, auch bei schö­nem Wet­ter Sicher­heits­ab­stän­de und Mas­ken­pflicht zu beachten

Kri­tisch fiel der Blick auf die Ent­wick­lung des regio­na­len Infek­ti­ons­ge­sche­hens aus. Wie vom Fach­be­reich Gesund­heits­we­sen am Land­rats­amt Bam­berg am ver­gan­ge­nen Frei­tag pro­gnos­ti­ziert, lie­gen die 7‑Ta­ge-Inzi­den­zen für Stadt und Land­kreis am heu­ti­gen Diens­tag bei 112,4 bezie­hungs­wei­se 118,9. Der Anteil der hoch­an­ste­cken­den Muta­tio­nen lie­ge mitt­ler­wei­le bei Zwei­drit­teln. Vor die­sem Hin­ter­grund sei die Ent­schei­dung, aus Grün­den des Gesund­heits­schut­zes wegen der stei­gen­den Ten­denz der Infek­ti­ons­zah­len Distanz­un­ter­richt für die Schu­len und Not­be­treu­ung für die Kin­der­ta­ges­stät­ten anzu­ord­nen, rich­tig gewesen.

Im Kri­sen­stab wur­de zudem dar­auf hin­ge­wie­sen, dass es gera­de auch wegen der hoch­an­ste­cken­den Muta­ti­ons­va­ri­an­ten wich­tig sei, bei schö­nem Wet­ter Sicher­heits­ab­stän­de und Mas­ken­pflicht in Bam­bergs Innen­stadt zu beach­ten. Die Poli­zei wird ihre Kon­trol­len zum Schutz der Men­schen wei­ter fortführen.

In die­sem Zusam­men­hang wie­sen die Lei­tun­gen der Land­kreis­kli­ni­ken sowie des Kli­ni­kums Bam­berg dar­auf hin, dass nach wie vor die Inten­siv­bet­ten­ka­pa­zi­tät für Covid-Pati­en­ten hoch aus­ge­las­tet sei – auch durch Zube­le­gun­gen aus ande­ren Land­krei­sen. Ins­ge­samt befän­den sich 40 Per­so­nen im Kli­ni­kum Bam­berg und den bei­den Kli­ni­ken der Gemein­nüt­zi­gen Kran­ken­haus­ge­sell­schaft des Land­krei­ses, davon 15 auf den jewei­li­gen Inten­siv­sta­tio­nen. Dabei han­de­le es sich nicht mehr – wie in der Anfangs­zeit der Pan­de­mie – um älte­re und hoch­alt­ri­ge Patienten.

Der Aus­bau der Schnell­test­in­fra­struk­tur schrei­te zügig vor­an, so Bam­bergs Ober­bür­ger­meis­ter. Um sicher­zu­stel­len, dass mög­lichst nur getes­te­te Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in den Innen­stadt­be­reich ein­fah­ren, sei­en im Betrieb der HTK (Hygie­ne Tech­no­lo­gie Kom­pe­tenz­zen­trum GmbH), einer Toch­ter der Sozi­al­stif­tung Bam­berg, vier wei­te­re gro­ße Test­zen­tren in Pla­nung: im Bereich der Park&Ride-Parkplätze Würz­bur­ger Stra­ße, Kro­nacher Stra­ße und Hein­richs­damm sowie im Ein­gangs­be­reich des Erleb­nis­ba­des „Bam­ba­dos“ an der Pödel­dor­fer Stra­ße. Bür­ger­meis­ter Glüsen­kamp beton­te, dass vor dem Hin­ter­grund der Bewer­bung Bam­bergs als Modell­re­gi­on eine leis­tungs­star­ke, flä­chen­de­cken­de Test­in­fra­struk­tur wich­ti­ges Stand­bein sei. Dazu pas­se auch der mobi­le Schnell­test­bus, der ab 15. April in Bam­bergs Stadt­tei­len bür­ger­na­hes Schnell­tes­ten ermög­li­che. Bis­lang sei­en in den Land­kreis­ge­mein­den 10.000 Schnell­tests durch­ge­führt wor­den. Die Kom­mu­nen woll­ten das Ange­bot schritt­wei­se aus­bau­en und auch ein Schnell­test­bus sei für den Land­kreis geplant, ergänz­te Land­rat Kalb.

Vie­le offe­ne Fra­gen zur Gewer­be­an­sied­lung der Fir­ma Refood bei Walsdorf

Grü­ne befürch­ten Fol­gen für Bam­ber­ger Klär­an­la­ge und Verkehrsbelastung

Das Vor­ha­ben der Fir­ma Refood, einen Betriebs­stand­ort für Lebens­mit­tel­ver­wer­tung in der Nähe von Wals­dorf anzu­sie­deln, ruft nun auch die Grü­nen auf den Plan.

Sie haben dazu noch eine gan­ze Rei­he von Fra­gen, die eben­so wie die Bürger*innen-Initiative vor Ort kri­ti­sche Aspek­te beleuch­ten. So ist es etwa Grü­nen-Stadt­rat Wolf­gang Gra­der nicht klar, war­um Refood an sei­nem Stand­ort in Elt­mann einen Antrag auf Betriebs­er­wei­te­rung gestellt hat, der aktu­ell ent­schei­dungs­reif ist, und sich gleich­zei­tig bei Wals­dorf neu ansie­deln will.

Skep­tisch ist Gra­der auch bezüg­lich der Nähe zur vor­han­de­nen Tier­kör­per­be­sei­ti­gungs­an­la­ge bei Wals­dorf, die vom Zweck­ver­band Tier­be­sei­ti­gung Nord­bay­ern betrie­ben wird, an dem auch Stadt und Land­kreis betei­ligt sind. Gemein­sam mit sei­nem Kreis­tags­kol­le­gen Bernd Fri­cke hat er des­halb eine Anfra­ge gestellt, ob sich etwa Refood an die­ser Anla­ge betei­li­gen will, ob also hier die eigent­li­che Begrün­dung für die Stand­ort­wahl liegt. „Gab es schon Vor­stö­ße in die­se Rich­tung?“ wol­len die bei­den Grü­nen-Poli­ti­ker wis­sen. Und wür­de eine Betei­li­gung nicht zur Fol­ge haben, dass der Zweck­ver­band auf­ge­löst und repri­va­ti­siert wer­den müss­te, so ihre Frage.

Gäbe es eine Ver­bin­dung zwi­schen einem neu­en Refood-Stand­ort und der Tier­kör­per­be­sei­ti­gungs­an­la­ge, so könn­te das näm­lich Fol­gen für die Bam­ber­ger Klär­an­la­ge haben, befürch­tet Wolf­gang Gra­der, denn von dort besteht eine direk­te Druck­was­ser­lei­tung. „Könn­te das zu einer Über­las­tung der Klär­an­la­ge füh­ren?“ fragt er des­halb wei­ter. Gra­der ver­weist auf ande­re Refood-Filia­len, die bereits an Tier­ver­wert­ung­an­la­gen betei­ligt sind. Und meh­re­re Umwelt­vor­komm­nis­se im Zusam­men­hang mit Refood sind nach Infor­ma­tio­nen der Grü­nen auch schon bekannt gewor­den. So etwa in Schles­wig im Jahr 2018, wo Mikro­plas­tik aus den ent­sorg­ten Abfäl­len ins Abwas­ser gera­ten war und der Fluss Schlei nach­hal­tig geschä­digt wurde.

Für Kreis­rat Bernd Fri­cke ist auch zu klä­ren, wie sich die Ver­kehrs­be­las­tung für die umlie­gen­den Ort­schaf­ten aus­wirkt, da mit zusätz­li­chem Schwer­ver­kehr für Tros­dorf, Tüt­schen­ge­reuth und zum Bei­spiel Ste­gau­rach gerech­net wer­den muss. Im Übri­gen soll­te die Zeit vor­bei sein, sol­che gro­ßen Pro­jek­te auf die grü­ne Wie­se in eine intak­te Land­schaft zu setzen.

Neu­wah­len

Fluss­pa­ra­dies Fran­ken: Mit­glie­der­ver­samm­lung bestä­tigt per Brief­wahl Groß­teil der Vorstandschaft

Mit­te März fand die 17. Mit­glie­der­ver­samm­lung des Fluss­pa­ra­die­ses Fran­ken in Bau­nach statt. Wäh­rend die Stadt Bau­nach den orga­ni­sa­to­ri­schen Rah­men stell­te, war ein Groß­teil der Teil­neh­men­den, dar­un­ter auch gut ein Dut­zend För­der­mit­glie­der und Gäs­te, per Video­kon­fe­renz zuge­schal­tet. In der Fol­ge, bis Ende März, wur­de über die Vor­stand­schaft abge­stimmt, und die­se größ­ten­teils bestätigt.

Der Vor­sit­zen­de, Land­rat Johann Kalb, führ­te zusam­men mit Geschäfts­füh­re­rin Anne Schmitt durch die Ver­an­stal­tung. Zwei gro­ße Pro­jek­te wer­den das Fluss­pa­ra­dies die nächs­ten Jah­re beglei­ten: Marc Heinz als Pro­jekt­ma­na­ger für „geMAIN­sam“ star­te­te im Febru­ar sei­ne Tätig­keit, wäh­rend für „Kunst­be­geg­nun­gen am Kanal“ die ers­ten Umset­zun­gen ab Herbst 2021 geplant sind. Ein­mal mehr zeig­te sich im ver­net­zen­den Cha­rak­ter der Ver­eins­tä­tig­keit der Mehr­wert für Gemein­den, Anwoh­ner und Touristen.

Per Brief­wahl konn­ten die wahl­be­rech­tig­ten Mit­glie­der schließ­lich bis Ende März über die Vor­stand­schaft abstim­men. Dabei wur­den die Land­rä­te Johann Kalb (Land­kreis Bam­berg) als Vor­sit­zen­der, Wil­helm Schnei­der (Land­kreis Haß­ber­ge) als stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der, die Bür­ger­meis­ter Bern­hard Sto­rath (Markt Ebens­feld) als Kas­sen­wart und Claus Schwarz­mann (Markt Eggols­heim) als Schrift­füh­rer sowie Land­rat Chris­ti­an Meiß­ner (Land­kreis Lich­ten­fels) als Bei­sit­zer, im Amt bestä­tigt. Neu in die Vor­stand­schaft gewählt wur­den Zwei­ter Bür­ger­meis­ter Jonas Glüsen­kamp (Stadt Bam­berg) als wei­te­rer stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der sowie Bür­ger­meis­ter Ste­fan Pau­lus (Gemein­de Knetz­gau) als Bei­sit­zer. Als Kas­sen­prü­fe­rin­nen wur­den die Bür­ger­meis­te­rin­nen Sig­rid Rein­fel­der (Gemein­de Brei­ten­güß­bach) und Regi­na Wohl­part (Gemein­de Vier­eth-Trun­stadt) bestätigt.

Ter­mi­ne des Fluss­pa­ra­die­ses Fran­ken 2021


„Mein Main muss sau­ber sein“

Noch bis zum 30. April lau­fen­de Akti­on der Part­ner für den Main anläss­lich des, jähr­lich zum 22. März von den Ver­ein­ten Natio­nen aus­ge­ru­fe­nen, Welt­was­ser­ta­ges.
https://www.flussparadies-franken.de/lebendige-fluesse/mein-main-muss-sauber-sein/


Aus­stel­lung „Tüte um Tüte“ im His­to­ri­schen Muse­um Bamberg

Wie­der­eröff­nung und Ver­län­ge­rung der Aus­stel­lung bis 3. Okto­ber 2021. https://museum.bamberg.de/historisches-museum/ausstellungsdetail/news/tuete-um-tuete/


7‑Flüsse Wan­de­rung

Etap­pe Rat­tels­dorf-Recken­dorf am 30. Mai 2021


Fle­der­maus­weg Viereth-Unterhaid

Eröff­nung im Rah­men des Jubi­lä­ums­wo­chen­en­des 50 Jah­re Natur­park Stei­ger­wald am 18. Juni 2021.

Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bamberg

Vor­le­sungs­zeit beginnt mit rund 12.000 Studierenden

Die Uni­ver­si­tät Bam­berg star­te­te heu­te in die Vor­le­sungs­zeit des Som­mer­se­mes­ters 2021. Aktu­ell sind 11.831 Stu­die­ren­de imma­tri­ku­liert. 653 von ihnen sind Erst- und Neu­ein­schrei­be­rin­nen und ‑ein­schrei­ber. Das geht aus der vor­läu­fi­gen Stu­die­ren­den­sta­tis­tik hervor.

Die von der Uni­ver­si­tät genann­ten Zah­len ent­spre­chen dem Stand vom 7. April. Die amt­li­che Sta­tis­tik mit den end­gül­ti­gen Zah­len erscheint Anfang Juni. Ins­ge­samt erwar­tet die Uni­ver­si­tät rund 12.000 Stu­die­ren­de für das Som­mer­se­mes­ter 2021. Im Vor­jahr waren 12.175 Stu­den­tin­nen und Stu­den­ten eingeschrieben.

„Trotz der Pan­de­mie erwar­tet die Stu­die­ren­den ein voll­stän­di­ges Stu­di­en­an­ge­bot, das nach der­zei­ti­gem Stand größ­ten­teils online statt­fin­den wird“, sagt Prof. Dr. Ste­fan Hör­mann, Vize­prä­si­dent für Leh­re und Stu­die­ren­de. „Orga­ni­sa­to­risch sind wir für die Online­leh­re gut auf­ge­stellt und pro­fi­tie­ren von den Erfah­run­gen aus den ver­gan­ge­nen bei­den Semes­tern. Ich freue mich, dass sich auch in die­sem Semes­ter vie­le Stu­di­en­an­fän­ge­rin­nen und ‑anfän­ger für die Uni­ver­si­tät Bam­berg ent­schie­den haben.“


Betriebs­wirt­schafts­leh­re ist belieb­tes­ter Bache­lor- und Masterstudiengang

Aktu­ell bie­tet die Uni­ver­si­tät Bam­berg 28 Bache­lor­stu­di­en­gän­ge an. Die meis­ten von ihnen sind zulas­sungs­frei. Das heißt, Stu­di­en­in­ter­es­sier­te kön­nen sich ohne Bewer­bung ein­schrei­ben. Etwas weni­ger als die Hälf­te (302) der Erst- und Neu­ein­schrei­be­rin­nen und ‑ein­schrei­ber strebt einen Bache­lor­ab­schluss an. Die meis­ten Stu­die­ren­den in zulas­sungs­frei­en Bache­lor­stu­di­en­gän­gen zäh­len Betriebs­wirt­schafts­leh­re (875) und Päd­ago­gik (528). Für einen Mas­ter­stu­di­en­gang sind 208 Per­so­nen neu- oder erst­ein­ge­schrie­ben. Ins­ge­samt gibt es an der Uni­ver­si­tät Bam­berg mehr als 30 Pro­zent Mas­ter­stu­die­ren­de. Am belieb­tes­ten ist auch hier die Betriebs­wirt­schafts­leh­re mit 562 Stu­die­ren­den, gefolgt von Psy­cho­lo­gie mit 245 Stu­den­tin­nen und Stu­den­ten. Ins­ge­samt stu­die­ren 2.170 Per­so­nen in Bam­berg Lehr­amt. Sie machen etwa 20 Pro­zent der Stu­die­ren­den aus. Unter ihnen sind 1.172 Per­so­nen, die Grund­schul­lehr­amt studieren.


Rund 61 Pro­zent aller Imma­tri­ku­lier­ten sind Frau­en. Die Fakul­tät Geis­tes- und Kul­tur­wis­sen­schaf­ten hat mit ins­ge­samt 4.062 den größ­ten Zulauf an Stu­die­ren­den, gefolgt von den Fakul­tä­ten Sozi­al- und Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten, Human­wis­sen­schaf­ten und Wirt­schafts­in­for­ma­tik und Ange­wand­te Informatik.


Weni­ger Beur­lau­bun­gen für Prak­ti­ka und Auslandsaufenthalte

Wei­ter­hin las­sen sich weni­ger Stu­die­ren­de beur­lau­ben. 143 Per­so­nen haben bis­lang eine Beur­lau­bung für das Som­mer­se­mes­ter bean­tragt. Prak­ti­ka und Aus­lands­auf­ent­hal­te, für die häu­fig Beur­lau­bun­gen in Anspruch genom­men wer­den, sind wäh­rend der Coro­na-Pan­de­mie noch immer schwer umsetz­bar. Vor der Pan­de­mie im Som­mer­se­mes­ter 2019 lag die Zahl der Beur­lau­bun­gen noch bei 419. In den ver­gan­ge­nen bei­den Semes­tern nahm außer­dem die Zahl der Aus­tausch­stu­die­ren­den im Ver­gleich zu den Vor­jah­ren Coro­na-bedingt stark ab. Doch zum Som­mer­se­mes­ter 2021 sind nach aktu­el­lem Stand wie­der 122 Aus­tausch­stu­die­ren­de an der Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät imma­tri­ku­liert. Wie vie­le von ihnen tat­säch­lich nach Bam­berg kom­men kön­nen, ist noch nicht abzu­schät­zen. Die Aus­tausch­stu­die­ren­den machen etwa neun Pro­zent der aus­län­di­schen Stu­die­ren­den aus. Ins­ge­samt sind 1.357 Per­so­nen mit aus­län­di­scher Staats­an­ge­hö­rig­keit sowie aus­län­di­scher Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gung an der Uni­ver­si­tät eingeschrieben.

Alle genann­ten Zah­len sind vor­läu­fig, da eine Ein­schrei­bung noch mög­lich ist und Stu­die­ren­de noch die Hoch­schu­le wech­seln oder sich exma­tri­ku­lie­ren kön­nen. Die amt­li­che Sta­tis­tik wird Anfang Juni erstellt.

Buch­erschei­nung

Flo­ri­an Herrn­le­ben: “Over­n­ör­ge­lism”

Seit fast zehn Jah­ren steht Flo­ri­an Herrn­le­ben auf Kaba­rett­büh­nen. In sei­nem nun erschie­ne­nen Buch “Over­n­ör­ge­lism!” fasst er sämt­li­che Büh­nen­tex­te aus die­ser Zeit zusam­men. Die Tex­te bie­ten einen sati­ri­schen Rück­blick auf zehn Jah­re poli­ti­scher Ver­feh­lun­gen in Bam­berg. Herrn­le­bens Lieb­lings­geg­ner in all den Jah­ren: Andre­as Star­ke. Vor Kur­zem tra­fen sich Autor und Ober­bür­ger­meis­ter sogar zum klä­ren­den Gespräch. Wir haben uns mit Flo­ri­an Herrn­le­ben zum Inter­view verabredet.

Als letz­tes Jahr im Bam­ber­ger Rat­haus die Miss­stän­de rund um Zah­lun­gen womög­lich nicht geleis­te­ter Über­stun­den bekannt wur­den, erreich­te Kolum­nist, Kaba­ret­tist und Kas­perl-Pup­pen­spie­ler Flo­ri­an Herrn­le­ben mit sei­ner Face­book-Kolum­ne “Herrn­le­bens Über­stun­de” neue Aus­ma­ße der Bekannt­heit. Die “Über­stun­den” ent­wi­ckel­ten sich zu einer der fun­dier­tes­ten und belieb­tes­ten Infor­ma­ti­ons­quel­len zum The­ma. Die Freu­de im Rat­haus dar­über hielt sich zwar in Gren­zen – der gro­ße Zuspruch der Leser*innen hin­ge­gen ermu­tig­te Herrn­le­ben, ehe der Rat­haus-Über­stun­den-Fall gericht­lich end­gül­tig geklärt wird, mit “Over­n­ör­ge­lism!” einen Rück­blick auf ver­gan­ge­ne poli­ti­sche Skan­da­le zu werfen.


Flo­ri­an, war­um hast du dich ent­schie­den, dei­ne kaba­ret­tis­ti­schen und kolum­nis­ti­schen Tex­te in Buch­form zusam­men­ge­fasst zu veröffentlichen?

Flo­ri­an Herrn­le­ben: Weil es sehr viel posi­ti­ves Feed­back auf mei­ne Face­book-Kolum­ne “Herrn­le­bens Über­stun­de” gab. Den Leu­ten gefällt der Schreib­stil und die Inhal­te. Da die “Überstunden”-Problematik aber noch nicht abge­schlos­sen ist, dach­te ich mir, eine Ver­öf­fent­li­chung mit all mei­nen alten Inhal­ten zu machen. Ein Vor­teil davon ist auch, dass Büh­nen­tex­te, die einen gro­ßen Teil des Buchs aus­ma­chen und in die man viel Arbeit gesteckt hat, nach­dem man sie gespielt hat, eigent­lich in der Schub­la­de ver­schwin­den. Das ist scha­de. Die Buch­form bie­tet auch ein biss­chen die Mög­lich­keit, sol­che Tex­te zu verewigen.


Bie­tet das Buch neue Erkennt­nis­se zu den Über­stun­den-Vor­gän­gen im Rathaus?

Flo­ri­an Herrn­le­ben: Nein, aber am Ende des Buches gibt es einen Cliff­han­ger, also sozu­sa­gen ein offe­nes Ende, das nach einer Fort­set­zung von “Over­n­ör­ge­lism!” schreit – dann mit sämt­li­chen “Über­stun­den”. Wie auch immer sie sich bis dahin entwickeln.


Mit wel­chen Gefüh­len hast du dei­ne alten Tex­te durch­ge­se­hen? Mit Weh­mut oder nostalgisch?

Flo­ri­an Herrn­le­ben: Ein biss­chen was von allem. Beim Lesen ist mir auf­ge­fal­len, dass ich vie­le Num­mern und Tex­te schon gar nicht mehr im Kopf hat­te und nicht mehr beson­ders tief drin in den Details war. Es geht ja um einen Zeit­raum von fast zehn Jah­ren. Auch mei­ne Gedan­ken­gän­ge in älte­ren Tex­ten konn­te ich teil­wei­se nicht mehr ganz nach­voll­zie­hen. Ande­rer­seits habe ich auch eine gewis­se Ent­wick­lung in den Tex­ten fest­ge­stellt. Eini­ge Din­ge wür­de ich heu­te so weder qua­li­ta­tiv, noch sti­lis­tisch schrei­ben. Die­se Tex­te für das Buch noch­mal kom­plett zu über­ar­bei­ten und sie zu aktua­li­sie­ren, woll­te ich aber auch nicht – das fän­de ich nicht authentisch.


Ist das Buch auch für Leu­te geeig­net, die sich mit Bam­ber­ger Poli­tik nicht auskennen?

Flo­ri­an Herrn­le­ben: Ich ver­su­che, eine Grat­wan­de­rung zu machen. Auf der einen Sei­te will ich nicht erklä­ren müs­sen, dass Bam­berg einen Dom hat. Auf der ande­ren Sei­te will ich den Leu­ten mög­lichst breit­ge­fä­cher­te Aspek­te der jewei­li­gen Geschich­ten auf­zei­gen. Ein grund­sätz­li­ches Inter­es­se an Bam­ber­ger Poli­tik scha­det aber nicht.


Die Miss­stän­de, die du seit Jah­ren in der Bam­ber­ger Poli­tik kri­ti­sierst und öffent­lich machst, haben sich kaum ver­bes­sert, Ver­feh­lun­gen wur­den kaum geahn­det. Siehst du die Miss­stän­de eher als Fund­gru­be, die dein sati­ri­sches Arbei­ten auf Jah­re hin­aus sichern könn­ten, oder stellt sich Resi­gna­ti­on ein?

Flo­ri­an Herrn­le­ben: Nein, es wäre schlimm, wenn ein Kaba­ret­tist resi­gnie­ren wür­de. Ich den­ke auch nicht, dass Bam­berg in Sachen Ver­rucht­heit wie so eine Art Got­ham City beson­ders her­aus­sticht und es einen Ret­ter braucht. Ich den­ke, dass man in jeder Stadt, egal ob grö­ßer oder klei­ner als Bam­berg, Poten­zi­al für ein Kaba­rett­pro­gramm fin­den könn­te. Aber mei­ne Hood ist Bam­berg, hier ken­ne ich mich aus und bin in den The­men drin. Die Gesell­schaft ist nicht per­fekt und in der Poli­tik pas­sie­ren Feh­ler und es gibt Miss­stän­de. Da braucht es Pres­se und Kaba­rett, die sich die Din­ge anschauen.


An kei­ner Per­so­na­lie arbei­test du dich im Buch so sehr ab, wie an Andre­as Star­ke. Wie weit wären “Over­n­ör­ge­lism!” und der Kaba­ret­tist und Kolum­nist Flo­ri­an Herrn­le­ben ohne den Ober­bür­ger­meis­ter möglich?

Flo­ri­an Herrn­le­ben: Die Fra­ge habe ich mir auch schon gestellt. Die Auf­ga­be des Kaba­ret­tis­ten ist es grund­sätz­lich, sich an der Obrig­keit zu rei­ben, egal, wer da oben hockt. Aber, was wäre mit mir gesche­hen, wenn Andre­as Star­ke nicht immer wie­der­ge­wählt wor­den wäre? Wir ken­nen uns, man hat sich ken­nen­ge­lernt – es gab vor Kur­zem auch ein Tref­fen wegen der “Über­stun­den”. Und auch die übri­gen der­zei­ti­gen Prot­ago­nis­ten machen es mir leicht, mich ihrer kaba­ret­tis­tisch anzu­neh­men. Sie for­dern es teil­wei­se gera­de­zu her­aus. Mit einem neu­en Ober­bür­ger­meis­ter wei­ter­zu­ma­chen, wäre für mich här­ter gewe­sen als mit dem alten. Man hät­te sich erst­mal abtas­ten müs­sen, was für mich heißt, mei­ne Rol­le als Kaba­ret­tist erst­mal neu defi­nie­ren zu müssen.


Wie ver­lief das Gespräch mit Andre­as Star­ke über die “Über­stun­den”?

Flo­ri­an Herrn­le­ben: Es ging ihm dar­um und es wur­de ihm in sei­nem Umfeld auch dazu gera­ten, mir, als einer der am fun­dier­test infor­mier­ten Per­so­nen bezüg­lich der Über­stun­den­zah­lun­gen, sei­ne Sicht der Din­ge dar­zu­stel­len. Wich­tig zu erwäh­nen ist aber, dass wir mit­ein­an­der ja gut aus­kom­men. Wir haben uns über eine Stun­de unter­hal­ten und was ich hin­ter­her aus sei­nem Dunst­kreis gehört habe, hat mei­ne Mei­nung über das Gespräch bestä­tigt, näm­lich, dass es ein sehr ange­neh­mes war. Das Ergeb­nis des Gesprächs war aber nicht über­ra­schend. Wir haben unse­re Argu­men­te aus­ge­tauscht, neh­men aber zwei Posi­tio­nen ein, die sich gegen­über­ste­hen und so blieb es auch.


Hat er dein Buch gelesen?

Flo­ri­an Herrn­le­ben: Das wür­de mich wun­dern. Ich glau­be nicht. Was sein Umfeld von mei­nem Buch hält, weiß ich – das ist nicht immer das Bes­te. Aber wenn die Rat­haus­spit­ze mich fei­ern wür­de, hät­te ich mei­nen Job nicht rich­tig gemacht.


In einer der Aus­ga­ben von “Herrn­le­bens Über­stun­de” schreibst du, dass du im Vor­feld der Ver­öf­fent­li­chung des Buches eini­ge For­mu­lie­run­gen juris­tisch abge­klärt hast. Ging es dabei wie­der um Micha­el Sto­schek und sein von dir als “Nazi­mu­schel” bezeich­ne­tes Amphibienfahrzeug?

Flo­ri­an Herrn­le­ben: Ja, auch. Die­se For­mu­lie­rung ist nach wie vor eine der kri­tischs­ten. Aber “juris­tisch abge­klärt” ist immer ein so gro­ßes Wort. Ich den­ke über vie­le For­mu­lie­run­gen län­ger nach und ver­su­che, mei­ne Tex­te so zu schrei­ben, dass sie mög­lichst nicht angreif­bar sind. Dar­auf habe ich auch bei der Zusam­men­stel­lung des Buches geach­tet. Ich möch­te vor allem nicht, dass etwas Fal­sches drin­steht. Wäre die Nazi­mu­schel ein ande­res, nicht ehe­mals für die Wehr­macht gebau­tes Amphi­bi­en­fahr­zeug gewe­sen, hät­te ich sie nicht so genannt.


Wel­che Hoff­nun­gen hast du bezüg­lich der Verkaufszahlen?

Flo­ri­an Herrn­le­ben: Kei­ne. Das ist mir auch egal. Anhand der Vor­be­stel­lun­gen konn­te ich ein­schät­zen, wie groß die ers­te Auf­la­ge sein soll­te. Trotz kom­for­ta­bler Mehr­be­stel­lung ist die­se nun auch schon fast voll­stän­dig ver­grif­fen, was wohl an der Bekannt­heit und Auf­merk­sam­keit der “Über­stun­den” lie­gen könn­te. Das ist gut, aber auch wenn das Buch eine zwei­te Auf­la­ge bekom­men soll­te – am Ende habe ich es mehr aus Spaß veröffentlicht.


Hast du jemals mit dem Gedan­ken gespielt, einen Roman zu schrei­ben? Viel­leicht einen Bambergkrimi?

Flo­ri­an Herrn­le­ben: Bam­berg­kri­mi – gibt es sowas bereits? Ich kann mir schon vor­stel­len, etwas Bel­le­tris­ti­sches zu schrei­ben, wenn auch viel­leicht kei­nen Kri­mi. Ich schüt­te­le mei­ne Tex­te aber nicht aus dem Ärmel, son­dern fei­le immer, bis jedes Wort passt. Bei einem Roman wäre mein Hor­ror, dass ich nie fer­tig wer­de. Ande­rer­seits – ich hät­te schon Bock drauf.

Fahr­rad­kli­ma-Test 2020 

Bam­berg holt bei Fahr­rad­för­de­rung und Wer­bung für das Rad­fah­ren auf

Der All­ge­mei­ne Deut­sche Fahr­rad-Club (ADFC) hat die Ergeb­nis­se des Fahr­rad­kli­ma-Tests 2020 ver­öf­fent­licht: Bam­berg schnei­det mit einer Gesamt­no­te von 3,79 (Schul­no­te) im bun­des­wei­ten Ver­gleich (3,93) über­durch­schnitt­lich gut ab. Die Stadt Bam­berg darf sich bei neue­ren Maß­nah­men über gute Bewer­tun­gen der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger freu­en. Bür­ger­meis­ter Jonas Glüsen­kamp sieht aller­dings auch noch Luft nach oben. 

In der bay­ern­wei­ten Orts­grö­ßen­klas­se sichert sich Bam­berg den Rang­platz eins von neun, im bun­des­wei­ten Ver­gleich liegt sie auf Platz 31 von 110. Beson­ders gut kom­men bei den Bürger:innen die jüngs­ten Maß­nah­men der Stadt Bam­berg an: die Wer­bung für mehr Rad­fah­ren in der Stadt und die geziel­te Fahr­rad­för­de­rung. „Die Unter­stüt­zung des Rad­ver­kehrs ist kein Selbst­zweck, son­dern die Umset­zung des ein­stim­mi­gen Stadt­rats­be­schlus­ses, dass im Jahr 2030 drei von vier Wegen in der Stadt mit dem Fahr­rad zu Fuß oder mit dem Bus zurück­ge­legt wer­den sol­len. Bei die­sem Ziel müs­sen wir immer wei­ter vor­an­kom­men“, so Bür­ger­meis­ter und Mobi­li­täts­re­fe­rent Jonas Glüsenkamp.


Mit der Note 3,8 liegt Bam­berg über dem bun­des­wei­ten Durchschnitt

Gro­ße Stär­ken in Sachen Rad­fah­ren in Bam­berg sehen die Teil­neh­men­den in der guten Erreich­bar­keit des Stadt­zen­trums, in der aus­ge­wo­ge­nen Mischung jün­ge­rer und älte­rer Rad­fah­rer sowie in den Gege­ben­hei­ten für ein zügi­ges Rad­fah­ren. Als Schwä­chen haben die Bürger:innen die Mög­lich­kei­ten zur Mit­nah­me von Rädern im Öffent­li­chen Nah­ver­kehr, die zu gerin­ge Kon­trol­le von Falsch­par­kern auf Rad­we­gen und deren Brei­te ausgemacht.

Ver­gleicht man die Bewer­tun­gen aus den Jah­ren 2012 bis 2020 dann zeigt sich, dass Bam­berg bei der Fra­ge der Rad­ab­stell­plät­ze in den ver­gan­ge­nen Jah­ren auf­ge­holt hat. Lagen die Wer­te 2016 und 2018 bei 4,1, sind sie in 2020 nun auf 3,8 geklettert.

Der ADFC Fahr­rad­kli­ma-Test wird aus Sicht der Ver­kehrs­pla­ner begrüßt, da das The­ma Rad­fah­ren eines der Hand­lungs­fel­der bei der lau­fen­den Aktua­li­sie­rung des Ver­kehrs­ent­wick­lungs­pla­nes ist. Im Zuge der Bestands­auf­nah­me ste­hen dabei Hin­wei­se auf Rad­we­g­lü­cken und Pro­blem­stel­len, eben­so wie all­ge­mein zur Stär­kung des Rad­ver­kehrs oder eine all­ge­mei­ne Zie­le-Dis­kus­si­on im Mit­tel­punkt. Also: „Was läuft gut, was nicht?“ Die Pla­ner erhal­ten mit dem Test­ergeb­nis viel­fäl­ti­ge Hin­wei­se zur Qua­li­tät der Angebote.


ADFC-Fahr­rad­kli­ma-Test 

Der ADFC-Fahr­rad­kli­ma-Test ist eine der größ­ten Befra­gun­gen zum Rad­fahr­kli­ma welt­weit und fand 2020 zum neun­ten Mal statt. Geför­dert wird das Pro­jekt vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ver­kehr und digi­ta­le Infra­struk­tur (BMVI) aus Mit­teln zur Umset­zung des Natio­na­len Rad­ver­kehrs­plans (NRVP).

230.000 Rad­fah­ren­de haben sich am Fahr­rad­kli­ma-Test 2020 betei­ligt. Im Ver­gleich zu 2018 ist das eine Stei­ge­rung um 35 %. Sie haben 1.024 Städ­te und Gemein­den bewer­tet und damit so vie­le wie nie zuvor (2018: 683 und 2016: 539 Städte).

Welt­erbe Bamberg

Patri­cia Alberth ist die neue Vor­sit­zen­de der IAWHP

Seit 2013 lei­tet Patri­cia Alberth das Zen­trum Welt­erbe Bam­berg. Jüngst wur­de sie zur Vor­sit­zen­den der Inter­na­tio­nal Asso­cia­ti­on of World Heri­ta­ge Pro­fes­sio­nals (IAWHP) gewählt. Die Ver­ei­ni­gung ver­bin­det Welt­erbe-Theo­rie und ‑Pra­xis. Wir haben mit ihr gespro­chen und nach­ge­fragt, was die­ses Amt für sie und für die Stadt Bam­berg bedeutet.

Frau Alberth, wie erwei­tert sich das täg­li­che Auf­ga­ben­spek­trum der Lei­te­rin des Zen­trums Welt­erbe Bam­berg durch die Wahl zur Vor­sit­zen­den der Inter­na­tio­nal Asso­cia­ti­on of World Heri­ta­ge Professionals?

Patri­cia Alberth: Mein neu­es Amt als Vor­sit­zen­de der Inter­na­tio­nal Asso­cia­ti­on of World Heri­ta­ge Pro­fes­sio­nals ist ein Ehren­amt. Vor­stands­sit­zun­gen und Pro­jekt­be­spre­chun­gen fin­den in mei­ner Frei­zeit statt – teil­wei­se zu unge­wöhn­li­chen Tages­zei­ten, wenn wir mit Bam­berg, Tif­lis, Peking und La Paz an einem – vir­tu­el­len – Tisch sit­zen. Aktu­ell pla­nen wir eine Ver­an­stal­tung im Rah­men der nächs­ten Sit­zung des UNESCO-Welt­erbe­ko­mi­tees in Chi­na sowie einen Publi­ka­ti­ons­bei­trag für das Jubi­lä­um der Welt­erbe-Kon­ven­ti­on im kom­men­den Jahr.


Muss man sich für die Posi­ti­on bewer­ben oder wird man vorgeschlagen?

Patri­cia Alberth: Ich habe mich um eine akti­ve Rol­le in der Ver­ei­ni­gung bewor­ben und wur­de vom Vor­stand ein­stim­mig zur Prä­si­den­tin gewählt. Mei­ne Amts­zeit beträgt drei Jahre.


Wodurch haben Sie sich für die Posi­ti­on qualifiziert?

Patri­cia Alberth: 20 Jah­re Welt­erbe-Erfah­rung? Eine gesun­de Por­ti­on Prag­ma­tis­mus? Dass das Bam­ber­ger Welt­erbe weit über die Stadt­gren­ze hin­aus strahlt, hat sicher auch zu mei­ner Wahl bei­getra­gen. Ins­ge­samt bin ich begeis­tert, wie gut wir uns im Vor­stand mit Fach­wis­sen, tech­ni­schen Fähig­kei­ten, juris­ti­scher Exper­ti­se und orga­ni­sa­to­ri­schem Kön­nen ergänzen.


Wel­che Zie­le möch­ten Sie in Ihrer Amts­zeit errei­chen? Wel­che Pro­jek­te ste­hen für die IAWHP an?

Patri­cia Alberth: Wir haben in unse­rer Ver­ei­ni­gung vie­le klu­ge, enga­gier­te Welt­erbe-Exper­tin­nen und ‑Exper­ten, dar­un­ter auch eini­ge Kory­phä­en. Mir ist dar­an gele­gen, dass die­ses Exper­ten­tum Anwen­dung fin­det, dass Theo­rie und Pra­xis ein­an­der ergän­zen. Das kann über Aus­tausch­for­ma­te, auch infor­mel­ler Art, gelin­gen. Ich möch­te die Gele­gen­heit nut­zen, um über die Ver­ei­ni­gung ein inter­na­tio­na­les Sym­po­si­um zu einem der The­men, an denen wir in Bam­berg gera­de arbei­ten, zu orga­ni­sie­ren und dadurch neue Impul­se zu setzen.


Wie und was kann die IAWHP vom Welt­erbe Bam­berg ler­nen oder pro­fi­tie­ren, wie Bam­berg von der IAWHP?

Patri­cia Alberth: Die 2010 gegrün­de­te Ver­ei­ni­gung bringt For­sche­rin­nen und Prak­ti­ker aus aller Welt zusam­men und fun­giert als Ideen­schmie­de für die Ent­wick­lung inno­va­ti­ver Ansät­ze zum Schutz, zur Erhal­tung und zum Manage­ment kul­tu­rel­len und natür­li­chen Erbes. Die Inter­na­tio­nal Asso­cia­ti­on of World Heri­ta­ge Pro­fes­sio­nals erreicht rund 5.000 Fach­leu­te. Damit kön­nen wir Bam­bergs Prä­senz inter­na­tio­nal fes­ti­gen und aus­bau­en. Gleich­zei­tig brin­gen wir Bam­ber­ger Lösungs­an­sät­ze in die Ver­ei­ni­gung ein, die auch auf ande­re Orte über­trag­bar sind wie unser inter­ak­ti­ves Besu­cher­zen­trum oder die För­de­rung von Bar­rie­re­frei­heit im urba­nen Raum.


Gibt es so etwas wie eine Bam­ber­ger Art des Welt­erbe-Manage­ments, eine Vor­ge­hens­wei­se, die nur hier prak­ti­ziert wird und die Sie inter­na­tio­nal ein­brin­gen könnten?

Patri­cia Alberth: Bam­berg zeich­net sich durch eine enga­gier­te Stadt­ge­sell­schaft und eine gro­ße Anzahl an Ver­ei­nen aus, die sich in die loka­len Belan­ge ein­brin­gen. Vie­le Bam­ber­ge­rin­nen und Bam­ber­ger besit­zen auch selbst ein Denk­mal. Das Bam­ber­ger Welt­erbe-Manage­ment funk­tio­niert nicht aus dem Elfen­bein­turm her­aus, son­dern zusam­men mit den Menschen.


Die IAWHP setzt sich für den Schutz von kul­tu­rel­lem Erbe ein. Wel­che Erbe­stät­ten sind der­zeit beson­ders gefährdet?

Patri­cia Alberth: Von den aktu­ell 1.121 UNESCO-Welt­erbe­stät­ten ste­hen der­zeit 53 auf der Lis­te des Welt­er­er­bes in Gefahr. Das sind rund fünf Pro­zent. Zu den gefähr­de­ten Welt­erbe­stät­ten zäh­len bei­spiels­wei­se die Moscheen, Mau­so­leen und Fried­hö­fe von Tim­buk­tu in Mali, die Alt­stadt von Wien und die boli­via­ni­sche Sil­ber­mi­nen­stadt Poto­sí. Die Gefähr­dun­gen rei­chen von bewaff­ne­ten Kon­flik­ten über Kli­ma­wan­del bis hin zu Infrastrukturprojekten.


In wel­chem all­ge­mei­nen Zustand befin­det sich das inter­na­tio­na­le Welterbe-System?

Patri­cia Alberth: Die Anzahl der Welt­erbe­stät­ten wächst jähr­lich bei, im bes­ten Fall, sta­gnie­ren­den Bud­gets. Der Mul­ti­la­te­ra­lis­mus befin­det sich in der Kri­se und die UNESCO steht auf­grund ihrer Schwer­fäl­lig­keit und Fäl­len von poli­ti­scher Ver­ein­nah­mung immer wie­der in der Kri­tik. Doch gera­de ange­sichts glo­ba­ler Her­aus­for­de­run­gen wie der Coro­na-Pan­de­mie oder dem Kli­ma­wan­del brau­chen wir star­ke über­staat­li­che Orga­ni­sa­tio­nen, die glo­ba­le Lösun­gen vor­an­trei­ben können.


Wel­che Mit­tel ste­hen Ihnen als Vor­sit­zen­de zur Ver­fü­gung, Welt­erbe, das sich zum Bei­spiel in einem Kriegs­ge­biet befin­det, zu schützen?

Patri­cia Alberth: Der Schutz von Kul­tur­gut in Kri­sen­re­gio­nen oder die geziel­te Zer­stö­rung von kul­tu­rel­lem Erbe durch Ter­ro­ris­mus sind schwie­ri­ges Ter­rain. 2016 wur­de die mut­wil­li­ge Zer­stö­rung von Kul­tur­gut zum ers­ten Mal vor dem Inter­na­tio­na­len Straf­ge­richts­hof ver­han­delt und ver­ur­teilt. Das war eine weg­wei­sen­de Ent­schei­dung. Als Ver­ei­ni­gung liegt unse­re Stär­ke vor allem dar­in, das Bewusst­sein für Welt­erbe-Belan­ge zu schär­fen, Pra­xis und For­schung zusam­men­zu­brin­gen und den Wis­sens­trans­fer zu unterstützen.


Sie sind seit etwa zwei Mona­ten im Amt. Lässt sich bereits ein Fazit ziehen?

Patri­cia Alberth: Die Neu­wahl des Vor­stan­des fand schon am 12. Dezem­ber 2020 statt. Wir benö­tig­ten eini­ge Zeit, um die Ver­eins­über­ga­be wäh­rend des Lock­downs über meh­re­re Kon­ti­nen­te hin­weg zu regeln. Das hat erstaun­lich gut geklappt – nicht zuletzt auf­grund der guten Zusam­men­ar­beit mit den Behör­den und erfah­re­nen Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen im Vorstand.

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