Fotokampagne „Wir schenken lokal!“
Gewinner:innen freuen sich über Einkaufsgutscheine
Für sechs Bürger:innen haben die Click & Collect- oder die Click & Meet-Angebote der Bamberger Einzelhandelsgeschäfte jetzt noch mehr Charme: Sie haben nämlich Einkaufsgutscheine in Höhe von 20 Euro beziehungsweise 100 Euro gewonnen, die die Stadt Bamberg jetzt ausgegeben hat.
Das Losglück hat ihnen ihre Teilnahme an der Fotokampagne „Wir schenken lokal!“ beschert, die die Stadt Bamberg in der Vorweihnachtszeit ins Leben gerufen hatte, um die Vielfalt der Bamberger Geschäfte sichtbar zu machen: Die Bürger:innen konnten sich vor den Geschäften, in denen sie ein Weihnachtsgeschenk gekauft haben, fotografieren und ihre Bilder an die Stadt Bamberg senden, die diese Fotos auf ihrer Homepage und in den Sozialen Netzwerken veröffentlicht hat.
Um der Kampagne zusätzlichen Schwung zu verleihen, sponserte das Stadtmarketing Bamberg e.V. sechs „City Schexs“, die unter allen Einsendungen ausgelost werden sollten. Der Lock-Down kurz vor Weihnachten setzte der Aktion leider vorzeitig ein Ende. Und auch die Verlosung der Einkaufsgutscheine schien in Zeiten geschlossener Geschäfte wenig sinnvoll.
Fotos weiterhin online abrufbar
Jetzt, wo die Bamberger:innen ihre Geschäfte wieder unterstützen können, wurden die Einkaufsgutscheine nun endlich verlost: Fünf Bürger:innen dürfen sich über einen Einkaufsgutschein in Höhe von 20 Euro freuen und ein Mal wurde über Gutschein über sogar 100 Euro verlost. Diese Gutscheine können auch gerne schnell eingelöst werden, denn, so betont Wirtschaftsreferent Dr. Stefan Goller, nach wie vor haben „viele Betriebe mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie und deren Einschränkungen zu kämpfen. Deshalb ist und bleibt es umso wichtiger, die Bamberger Betriebe auch weiterhin zu unterstützen und das aktuelle ‘Click & Collect´ Angebot zu nutzen.“
Die Bilder sind weiterhin auf der Stadt-Homepage abrufbar.
Das könnte Sie auch interessieren...
Solid Bamberg
Politik an der Wurzel anpacken
Seit Anfang des Jahres ist der Kreis der politischen Jugendgruppen in Bamberg um eine Organisation reicher: Die Basisgruppe der Linksjugend Solid, welche der Partei DIE LINKE nahesteht, ist am Start. Wir haben uns mit Barbara Boppré Silva und Piak Mistele unterhalten.
Barbara Boppré Silva (22) studiert Soziale Arbeit und Piak Mistele (19) macht eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger. Die beiden Solid-Mitglieder sprechen unter anderem über die allgemeine Ausgangslage, was sie in Bayern nervt und welchen politischen Wunsch sie sich erfüllen würden.
Warum braucht es eine Linksjugend in Bamberg?
Barbara Boppré Silva: Sie hat einfach gefehlt! Nachdem wir vor zwei Jahren bereits einen Versuch gestartet hatten, wollen wir nun junge Menschen zusammenbringen. Wer unsere Werte von Antifaschismus, Feminismus sowie Sozialismus teilt und politisches Interesse hat, findet bei uns eine Anlaufstelle, um die Probleme unserer Zeit ganzheitlich anzugehen.
Wie seid ihr zur Gruppe dazugestoßen?
Piak Mistele: Für mich war Politik schon immer wichtig. Ich bin bei Fridays for Future und der Bamberger Linken Liste aktiv. Früher war ich bei der Grünen Jugend, wo mir das Thema Soziales aber zu kurz kam.
Barbara Boppré Silva: Ich bin seit meiner Jugend an Themen wie Ungleichheit, Feminismus, Kapitalismuskritik und Alternativen zum bestehenden System interessiert. Es geht mir um das Bewusstsein, wie alles zusammenhängt.
Was nervt euch an der aktuellen Politik?
Barbara Boppré Silva: In Bayern herrscht generell eine sehr konservative Art, Politik zu machen. Deshalb ist gute Regierungskritik wichtig. Nicht nur in Bamberg gehören Rassismus und Sexismus leider zu Alltagserfahrungen. Da ist Aufklärungsarbeit super wichtig!
Piak Mistele: Was mich in Bayern nervt? Ganz klar: Zu viele Nazis!
Wie bewertet ihr die Bedingungen in der Stadt, um als junger Mensch politisch aktiv zu sein?
Piak Mistele: Ich denke, die Umstände sind recht gut. Viele Leute sind in ihrer Jugend in zahlreichen Initiativen engagiert. Und ich finde, dass der große Klimastreik im September 2019 mit 3500 Menschen gezeigt, wozu die jungen Menschen in der Stadt in der Lage sind.
Apropos junge Menschen: Seht ihr einen Generationenkonflikt?
Barbara Boppré Silva: Nein, finde ich nicht. Klar, sind uns andere Punkte wichtig als der älteren Generation, aber im Endeffekt geht es uns um die Verbesserung der Lebensbedingungen aller. Auch wenn manchmal behauptet wird, wir könnten nicht mitreden, weil wir ja noch nicht arbeiten und Steuern zahlen würden.
Piak Mistele: Es wird dann behauptet, die Jugend motzt nur rum, aber wir streiten für eine bessere Welt und eine echte Veränderung.
Wenn ihr einen politischen Wunsch für dieses Jahr freihättet, welchen würdet ihr in Bamberg erfüllen wollen?
Piak Mistele: Ausreichend Sozialwohnungen für alle, die sich die Mieten nicht leisten können und dass Bamberg nachhaltiger wird.
Barbara Boppré Silva: Mehr Platz für Kulturräume und die queere Szene. Und einen Abbau von Vorurteilen gegenüber Geflüchteten.
Weitere Informationen
Das könnte Sie auch interessieren...
„Teurer Wohnraum mitverantwortlich“
40.000 Menschen pendeln zum Arbeiten von außerhalb nach Bamberg
Wenn Lebenszeit im Stau verloren geht: Auch in Zeiten von Lockdown und Homeoffice bleibt die Zahl der Pendler in Bamberg auf einem hohen Level. Im vergangenen Jahr kamen rund 40.000 Menschen zum Arbeiten regelmäßig von außerhalb in die Stadt. Darauf macht die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) aufmerksam. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Demnach stieg die Zahl der sogenannten Einpendler nach Bamberg um 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Zu den Hauptursachen für die anhaltend großen Pendelströme zählt nach Einschätzung der IG BAU Oberfranken der teure Wohnraum in den Städten. „Nach jahrelangen Mietsteigerungen können sich viele Beschäftigte das Leben am Arbeitsort nicht mehr leisten. Ihnen bleibt als Alternative oft nur stundenlange Fahrerei mit dem Auto oder der Bahn“, so Bezirksvorsitzender Gerald Nicklas. In der Baubranche seien weite Anfahrtswege besonders verbreitet. Es dürfe aber nicht sein, dass Bauarbeiter, die in den Ballungsräumen Wohnungen bauten, sich diese selbst nicht mehr leisten könnten.
Nicht nur eine soziale, sondern auch eine ökologische Frage
Die IG BAU fordert deshalb mehr Anstrengungen bei der Schaffung bezahlbaren Wohnraums. „Deutlich mehr Wohnungen, die sich in den Städten auch Gering- und Normalverdiener leisten können, sind ein entscheidender Beitrag, um die Pendler-Zahlen zu verringern“, sagt Nicklas. Dafür müsse die Politik klare Vorgaben machen, etwa indem kommunale Grundstücke nicht an den Meistbietenden verkauft würden, sondern an Bauherren, die sich zu bezahlbaren Mieten verpflichteten. Beim sozialen Wohnungsbau müssten die staatlichen Fördermittel massiv aufgestockt werden und einmal gebaute Sozialwohnungen dauerhaft preisgebunden bleiben.
Dass Menschen in der Nähe ihres Arbeitsplatzes wohnen können, sei nicht nur eine soziale, sondern auch eine ökologische Frage: „Weniger Pendelei bedeutet für die Betroffenen mehr Zeit für die Familie, Freunde und Hobbys. Gleichzeitig kann ein erheblicher Teil der CO2-Emissionen im Verkehrssektor eingespart werden“, so Nicklas weiter.
Nach Angaben der Arbeitsagentur verließen im vergangenen Jahr bundesweit vier von zehn sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf dem Weg zur Arbeit die Grenzen ihrer Stadt oder ihres Landkreises. Damit erreichte die Zahl der Fern-Pendler trotz Pandemie einen Höchststand von 13 Millionen.
Das könnte Sie auch interessieren...
Cleantech Innovation Park Hallstadt
Bayerisches Wirtschaftsministerium und Bayern Innovativ unterstützen Transformation in der Automobilregion Bamberg
Das Bayerische Wirtschaftsministerium und Bayern Innovativ unterstützen die Transformation in der Automobilzulieferer-Region Bamberg. Im neuen Cleantech Innovation Park Hallstadt sollen Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Start-ups zu einem nachhaltigen Ökosystem heranwachsen. Der neue Technologietransformationsmanager hat seine Arbeit aufgenommen, worüber sich auch Landrat Johann Kalb für den Landkreis Bamberg und Bürgermeister Thomas Söder seitens der Stadt Hallstadt freuen.
Der neue Technologietransfermanager soll vor Ort das Konzept des Cleantech Innovation Parks weiterentwickeln, Netzwerkstrukturen aufbauen und hinsichtlich verschiedener Förderungen beraten.
Die Automobilbranche ist gemessen am Umsatz der mit Abstand bedeutendste Industriezweig in Deutschland. Gleichzeitig ist es genau die Industrie, die sich inmitten des Klimawandels und der Gesundheitskrise in einer weitreichenden Transformation befindet. So auch in der traditionsreichen Automobilregion Bamberg in Oberfranken. Auf dem ehemaligen Gelände des Michelin-Reifenwerks soll deshalb ein „Cleantech Innovation Park Hallstadt“ entstehen. Das Projekt soll Unternehmen und Forschungseinrichtungen zusammenführen, die den Wandel aktiv angehen wollen. „Wir wollen zum Leuchtturmprojekt für den herbeigesehnten Strukturwandel werden. Das rund 88.000 Quadratmeter große Gelände, auf dem bis Ende 2020 Autoreifen gefertigt wurden, bietet eine perfekte Infrastruktur, um gemeinsam wichtige Innovationsfelder zu bearbeiten und zu einem nachhaltigen Ökosystem heranzuwachsen“, so Peter Keller, der das Projekt leitet. Das 2020 gemeinsam von Michelin, dem Landkreis Bamberg und der Stadt Hallstadt gestartete Projekt soll in den nächsten beiden Jahren umgesetzt werden und neue Geschäftsfelder am Standort ansiedeln.
Das Bayerische Wirtschaftsministerium begleitet das Projekt seit Beginn an. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Hier in der Region Bamberg haben wir jetzt die große Chance für einen umfassenden Technologietransfer. Das bedeutet die konkrete Möglichkeit, dass die ganze Region ihr wirtschaftliches Profil schärft und Unternehmen ihre Geschäftsmodelle stärken und ausbauen können. Das sichert bestehende Arbeitsplätze und schafft langfristig auch neue. Ich bin sehr zuversichtlich, dass der Cleantech Innovation Park den gesamten Standort fit für die Zukunft macht. Wir haben deshalb alle regionalen Partner von Beginn an bei diesem Prozess unterstützt. Ich bedanke mich ausdrücklich bei allen für ihr herausragendes Engagement und kann versichern, dass sie auch künftig jederzeit Hilfe aus dem Bayerischen Wirtschaftsministerium erwarten können.“
Bayern Innovativ stellt Transformationsmanager
Bayern Innovativ unterstützt aktiv den Transformationsprozess in der traditionsreichen Automobilregion Bamberg mit seinen professionellen Angeboten rund um das Innovationsmanagement – von der Produktidee bis zur Markteinführung. Ab sofort steht allen interessierten Firmen und Instituten vor Ort ein erfahrener Innovationsmanager der Bayern Innovativ GmbH als Ansprechpartner zur Verfügung. Christoph Heinen, Manager im Spezialisierungsfeld Mobilität, bietet allen Interessenten den direkten Zugang zum Bayern Innovativ-Ecosystem rund um Forschung, Technologietransfer, Innovation und Förderprogramme. Im Fokus steht der Aufbau von Netzwerken zwischen Wirtschaft und Wissenschaft unter Einbindung bayerischer und nationaler Initiativen und die Kooperationsvermittlung geeigneter Partner. Ebenso unterstützt Christoph Heinen bei der Identifizierung geeigneter Kooperationsprojekte und bei der Einbindung weiterer regionaler und überregionaler Initiativen. Als Förderlotse navigiert er außerdem zu technologieorientierten Förderprogrammen des Freistaats, des Bundes und der Europäischen Union und begleitet bei Bedarf auch in der Antragsphase.
„Um Innovationen voranzubringen, wird es immer wichtiger, über den Rand der eigenen Branche zu blicken. Unsere Netzwerke führen deswegen bewusst Experten aus unterschiedlichen Bereichen zusammen“, so Dr. Rainer Seßner, Geschäftsführer der Bayern Innovativ GmbH. „Unser Technologietransfermanager wird den Cleantech Innovation Park Hallstadt mit dem bayerischen Innovations-Ecosystem verbinden und wichtige Impulse für eine erfolgreiche Transformation des Automobilstandorts Bamberg geben.“
„Wir freuen uns sehr über die Unterstützung durch Herrn Heinen. Wir haben in den letzten 18 Monaten gemeinsam mit dem Landkreis Bamberg und der Stadt Hallstadt eine sehr gute Basis für unser Konzept zur Revitalisierung des Standortes und zum Aufbau des Cleantech Innovation Park Hallstadt vorbereiten können. Die Unterstützung des Freistaats Bayern und Bayern innovativ und des Technologietransfermanagers ist der nächste wichtige Schritt Richtung Ziel: den Strukturwandel in unserer Region auf die Straße bringen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit“, sagt Christian Metzger, Standortleiter Michelin Hallstadt.
Landrat Johann Kalb bekräftigt: „Wir arbeiten mit Hochdruck gemeinsam an der konzeptionellen Umsetzung des Cleantech Innovation Park Hallstadt. Das Projekt wird ein Schlüssel für die Transformation der Automobilzulieferer in der Region werden. Umso mehr freuen wir uns, dass uns das Bayerische Wirtschaftsministerium und die Bayern Innovativ GmbH hier unterstützen. Mit Herrn Heinen als Technologietransformationsmanager vor Ort ist der erste wichtige Schritt zur Realisierung getan.“
„Für den Wirtschaftsstandort Hallstadt ist die nachhaltige Entwicklung des Michelin-Geländes und die Ansiedlung des Cleantech Innovation Parks von großer Bedeutung. Wir freuen uns, dass Christoph Heinen von Bayern Innovativ uns künftig unterstützen wird. Zusammen mit Michelin und dem Landkreis haben wir bereits erste gute Konzepte erarbeitet, die nun in die Umsetzung gehen“, ergänzt Hallstadts Bürgermeister Thomas Söder.
Über den Cleantech Innovation Park Hallstadt
Auf dem Gelände des Michelin-Standorts Hallstadt bietet sich die einmalige Chance, alle ambitionierten Akteure der Region unter einem gemeinsamen Dach interdisziplinär zusammenzubringen. Im angedachten Cleantech Innovation Park Hallstadt sollen führende Forschungseinrichtungen und Unternehmen der Automobilzulieferindustrie und aus dem Bereich Cleantech zu einem nachhaltigen Ökosystem heranwachsen. Zusammen mit weiteren Schnittstellen-Partnern können sie die Innovationsfelder aktiv bearbeiten, die die Region dauerhaft stärken werden: neue Mobilitätskonzepte, Antriebssysteme und grüne Spitzentechnologien. Das Projekt befindet sich aktuell in der Konzeptionsphase – eine große Chance für alle interessierten Partner, sich mit ihren Themen- und Technologiefeldern rund um Mobilität von Morgen und Cleantech einzubringen, Prototypen zu bauen und diese zur Marktreife zu entwickeln.
Das könnte Sie auch interessieren...
Corona
Stadtspitze bittet um Vorsicht und Rücksicht – gerade bei herrlichem Wetter
Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke und Bürgermeister Jonas Glüsenkamp bitten aufgrund der ansteigenden Coronainfektionen in der Stadt Bamberg um Einhaltung der Coronaregeln.
Die Corona-Pandemie hat Deutschland und die Welt weiterhin fest im Griff: Die Zahl der Ansteckungen mit dem Virus steigt fast überall wieder an – auch in Bamberg nimmt das aktuelle Infektionsgeschehen zu. Ursache dafür ist die britische Mutante B1.1.7, die inzwischen mehr als 60 Prozent aller Coronainfektionen in der Stadt ausmacht. Die 7‑Tage-Inzidenz ist inzwischen auf 161,6 angestiegen, vor einer Woche lag diese noch bei 60,7.
„Wir müssen leider noch einmal die Zähne zusammenbeißen“
Nachdem die Stadt an drei aufeinanderfolgenden Tagen (27. bis 29. März) die Inzidenz von 100 überschritten hatte, hat die Stadt Bamberg die „Notbremse“ gezogen. Das bedeutet, dass ab dem heutigen Mittwoch, den 31. März, 0.00 Uhr, „schärfere“ Regelungen nach der Zwölften Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (12. BayIfSMV) gelten. Um die Pandemie einzudämmen, bittet die Stadtspitze die Bürgerinnen und Bürger darum, diese Regelungen einzuhalten. Vor allem appellieren sie, auf größere Ansammlungen, teilweise ohne Maske, an beliebten Orten, wie beispielsweise der Unteren Brücke oder der Kettenbrücke zu verzichten. „Wir wissen, dass das herrliche Wetter gerade mehr als verlockend ist, und uns ist auch klar, dass die Menschen nach einem Jahr Pandemie das Bedürfnis haben, sich draußen mit Freunden auf ein Bier zu treffen. Aber wenn wir die Dritte Welle brechen und damit mehr Aussicht auf Normalität haben wollen, dann müssen wir jetzt leider alle gemeinsam noch einmal die Zähne zusammenbeißen“, betonen OB Starke und Bürgermeister Glüsenkamp. Sie appellieren an die Bürgerinnen und Bürger, sich weiterhin an den durch die Corona-Pandemie vorgeschriebene Mindestabstand von 1,50 Meter, die Kontaktbeschränkungen, die Maskenpflicht sowie die allgemeinen Hygieneregeln zu halten.
Die Stadtspitze erinnert daran, dass insbesondere auf den zentralen Begegnungsflächen in der Innenstadt Maskenpflicht herrscht und dort auch der Konsum von Alkohol untersagt ist. Die jeweils konkret betroffenen Örtlichkeiten sind von der Stadt Bamberg zuletzt mit Allgemeinverfügung vom 26. März 2021 festgesetzt worden.
Die Polizei wird die Einhaltung des Infektionsschutzes, insbesondere wegen des aktuell stark gestiegenen Inzidenzwertes in Bamberg, mit gezielten Kontrollen überprüfen.
Das könnte Sie auch interessieren...
Zehn Jahre Kesselhaus
Beliebter Ausstellungsort für die Kulturszene
In diesem Jahr feiert das Kesselhaus seinen zehnten Geburtstag als Ausstellungsort, den es mit einer Open-Air-Ausstellung begeht!
Zehn Jahre ist es her, als sich im Frühjahr 2011 ein kleines Häuflein Aktivisten vom Kunstverein, dem BBK Oberfranken, dem Architekturtreff Bamberg und dem damaligen Baureferenten der Stadt, Michael Ilk, mit eigener Hände Arbeit daranmachten, den brach liegenden Industrieraum im Kesselhaus aufzuräumen. Und beinahe 40 Ausstellungen und Events beweisen seither die Richtigkeit des ehrenamtlichen Engagements für diesen Ort mit seinen 225 Quadratmetern Fläche, sieben Metern Höhe, durchgängig originalen Oberflächen und seiner zentralen Lage am Leinritt als Ausstellungs- und Veranstaltungsfläche. Denn: Das „Kesselhaus“ – bis 1984 genutzte ehemalige Energiezentrale des „Alten Krankenhauses“ mit Krankenhauswäscherei und Pathologie ¬–, am westlichen „Eingangstor“ zu Altstadt und Welterbe Bambergs gelegen, birgt ein außerordentliches Potenzial als lebendiger Kulturort. Es strahlt vor allem wegen der besonderen funktionalen Architektur der frühen 60er Jahre und dem in Bamberg seltenen industriellen Charakter einen außergewöhnlichen Charme aus.
„Was mir zum Kesselhaus einfällt“
In diesem Jahr feiert das Kesselhaus nun seinen zehnten Geburtstag als Ausstellungsort. Aber wie begeht man einen runden Geburtstag in Zeiten von Corona? Ganz einfach: mit einer Open-Air-Ausstellung!
Die Idee dazu ist bereits im ersten Lockdown und dem damit erzwungenen Stillstand für die Kultur entstanden. Bamberger Künstler:innen aus den Reihen des BBK Oberfranken haben zum Plakatwettbewerb eingeladen, um das Kesselhaus materiell zu unterstützen und damit für die Zukunft als Kulturstandort zu sichern. Die Aufgabe bestand in der Gestaltung eines Plakates zum Thema „Was mir zum Kesselhaus einfällt“, das als Banner an der EG-Fassade des Kesselhauses zum Leinritt open-air ausgestellt werden soll. Ein begleitender eigener QR-Code erlaubt es allen Interessenten, sich auf der Website des Vereins einzuklinken, um Näheres zu den Entwürfen zu erfahren. Herausgekommen ist eine kunterbunte Mischung utopischer Vorstellungen, augenzwinkernde bis ernsthafte Anstöße an die Stadt Bamberg bis hin zu ziemlich konkret formulierten Vorstellungen, die seit Anfang Februar 2021 nun am vorgesehenen Ort ausgestellt sind.
Im Einzelnen findet man nun eine Idee von Gerhard Hagen, in einer Quasi-Karikatur Bamberg darauf aufmerksam zu machen, dass die Realisierung einer Kunsthalle analog zur Landung auf dem Mond eigentlich nur einen „kleinen“ Schritt darstellen würde.
Peter Schoppel hat ein Modell entworfen, das zeigt, wie ein aufgewertetes Kesselhaus aussehen könnte. Höchst realistisch visualisiert Thomas Michel einen erfolgten Umbau des Kesselhauses unter Wahrung seiner prägnanten Gestalt und entwirft sehr reizvolle Aufenthaltsqualitäten im Außenbereich. Nina Gross folgt mit einer bunten Phantasieansicht eines veritablen Ausstellungshauses, die gleichfalls Wert auf Aufenthaltsqualitäten als Anziehungspunkt für Publikum legt: der Parkplatz ist einer Wiese gewichen und das Dach des Kesselhauses begrünt. Christiane Toewe wiederum schafft einen wuchtigen Architekturkörper, um ihn dann mit kräftigen rot-weißen Bänderungen zu versehen, ähnlich dem berühmten Leuchtturm „Roter Sand“ in der Wesermündung – ein Weltkulturerbe übrigens –, um dem unschwer erkennbaren Kesselhaus einen programmatischen Leuchtturmcharakter zu verleihen. Dagmar Ohrndorf nimmt in ihrem Banner Bezug auf die Aktivitäten der Vergangenheit und hat aus Fragmenten alter Ausstellungsplakate ein neues tänzerisches Gesamtbild komponiert. Gerhard Schlötzer, neben seinen fotografischen Fähigkeiten ein leidenschaftlicher und begabter Zeichner, präsentiert den Betrachter:innen mit peniblen Bleistiftsstrichen seine leicht nachvollziehbare Vision des Kesselhauses mit aufgesetztem Dachcafè und der zu einem Kiosk umfunktionierten Trafostation an der Nordspitze des Areals inmitten einer publikumsfreundlichen Freifläche. David Grimm schließlich sieht das Kesselhaus als Funkstation, als geerdete Basis für interplanetaren Austausch, als ein Labor für Relevanz, Funktion und Verantwortung von Kunst und Kultur im 21. Jahrhundert.
Stadtwärts beenden die Open-Air-Ausstellung zwei architektenbasierte und computergrafisch aufbereitete Idealansichten eines umgebauten Kesselhauses, einmal das Innere des Sheddachbereichs als veritable Kunsthalle und zum anderen die Gesamtschau des Kesselhauses als Kunstort samt autofreiem Leinritt und Freitreppenanlage am Fluss mit zuvor ungeahnten Aufenthaltsqualitäten.
Allen ausgestellten Künstlern gemein ist ihre klar ausgedrückte Hoffnung auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Kesselhauses als Kulturort. Denn nirgends sonst findet sich in dieser Stadt ein anderer, besser geeigneter Ort als diese städtebaulich irgendwie verkannte Brache am äußersten Westende des Sandviertels – und dies nur den sprichwörtlichen Steinwurf von St. Michael entfernt!
Das könnte Sie auch interessieren...
Termine sind online buchbar
Schnelltestzentrum am ZOB eröffnet
Das Corona-Schnelltestzentrum am Zentralen Omnibusbahnhof in Bamberg hat gestern seinen Betrieb aufgenommen. Es befindet sich im ehemaligen Infopoint der Stadtwerke Bamberg in der Promenadenstraße 6a und ist zentrale Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger, die einen kostenlosen Corona-Schnelltest durchführen lassen wollen.
Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke sagte beim Ortstermin: „Dank dieser Einrichtung erhöhen wir die Kapazitäten für Schnelltests in der Stadt Bamberg deutlich. Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich testen zu lassen.“ Jonas Glüsenkamp, Zweiter Bürgermeister, wies darauf hin, dass die Teststelle auch über die Osterfeiertage und für Kinder ab drei Jahren geöffnet ist, verbunden mit dem Appell: „Bitte kommen Sie nur, wenn Sie symptomfrei sind. Wer Symptome an sich beobachtet, wendet sich bitte zuerst an den Arzt oder Kinderarzt.“
Das Schnelltestzentrum Bamberg am ZOB wird betrieben von der HTK Hygiene Technologie Kompetenzzentrum GmbH, einem Teil der Sozialstiftung Bamberg. Für den Standort am ZOB wird noch zusätzliches medizinisches Personal gesucht, namentlich: Medizinische Fachangestellte (m/w/d), Arzthelfer (m/w/d) und Krankenpfleger (m/w/d). Bewerbungen können über das Jobportal der Sozialstiftung Bamberg eingereicht werden: https://www.sozialstiftung-bamberg.de/klinikum-bamberg/stellenangebote/
Bürgerinnen und Bürger, die erst nach 15 Uhr einen Schnelltest durchführen lassen können, wenden sich an die Abstrichstelle an der Galgenfuhr (Am Sendelbach 15). Diese ist von Montag bis Samstag von 15 bis 19 Uhr geöffnet sowie von Karfreitag bis Ostermontag, täglich von 15 Uhr bis 19 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht nötig.
Außerdem bieten mittlerweile zahlreiche Apotheken in Bamberg kostenlose Schnelltests an. Aktualisierte Informationen hierzu sind unter anderem auf der Internetseite der Stadt Bamberg zu finden.
Das Angebot wird künftig noch ergänzt durch ein mobiles Schnelltestzentrum: Ab Donnerstag, dem 15. April, wird ein Omnibus der Stadtwerke Bamberg verschiedene Stationen in den Stadtteilen anfahren. Informationen hierzu werden noch bekannt gegeben.
Schnelltestzentrum Bamberg
Promenadestraße 6a, Bamberg
Montag bis Samstag: 9 – 15 Uhr
Von Karfreitag bis Ostermontag täglich von 9 bis 15 Uhr geöffnet
Anmeldung unter: https://corona-schnelltest-bamberg.de/
Das könnte Sie auch interessieren...
Corona
„Notbremse“ gilt ab dem 31. März in Bamberg
Am heutigen Montag hat die Stadt Bamberg den dritten Tag in Folge eine 7‑Tages-Inzidenz über 100 erreicht. Die Stadt Bamberg weist darauf hin, dass deshalb ab Mittwoch, dem 31. März, um 00:00 Uhr, wieder strengere Regeln und die Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr gelten.
Der 7‑Tage-Inzidenz-Wert für die Stadt Bamberg hat am Samstag, den 27. (113,7), Sonntag, den 28. (138,3) und Montag, den 29. März (137,0) jeweils einen Wert von 100 überschritten. Damit ist der Wert von 100 den dritten Tag in Folge überschritten. Die Stadt Bamberg hat dies heute auch in einem Sonderamtsblatt kommuniziert. Ab Mittwoch, den 31. März, 0.00 Uhr, gelten dann die „schärferen“ Regelungen nach der 12. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmen-Verordnung (12. BayIfSMV).
Stärkere Kontaktbeschränkungen
Man darf nur noch zu maximal einer Person Kontakt haben, die nicht dem eigenen Haushalt angehört. Die zu diesen Hausständen gehörenden Kinder unter 14 Jahren bleiben für die Gesamtzahl außer Betracht. Ehegatten, Lebenspartner und Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft gelten jeweils als ein Hausstand, auch wenn sie keinen gemeinsamen Wohnsitz haben.
Zulässig ist ferner die wechselseitige, unentgeltliche, nicht geschäftsmäßige Beaufsichtigung von Kindern unter 14 Jahren in festen, familiär oder nachbarschaftlich organisierten Betreuungsgemeinschaften, wenn sie Kinder aus höchstens zwei Hausständen umfasst.
Geltung einer nächtlichen Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr:
Von 22 bis 5 Uhr ist der Aufenthalt außerhalb einer Wohnung untersagt. Eine Ausnahme gilt nur, wenn ein triftiger Grund nach § 26 der 12. BayIfSMV vorliegt.
Einschränkungen beim Einzelhandel:
Generell ist die Öffnung von Ladengeschäften mit Kundenverkehr untersagt. Die Abholung vorbestellter Waren (sog. Click & Collect) bleibt möglich.
Für Kundinnen und Kunden gilt eine FFP2-Maskenpflicht, das Personal trägt eine Mund-Nasen-Bedeckung. Die Geschäfte tragen dafür Sorge, dass Ansammlungen von Kunden vermieden werden, zum Beispiel durch gestaffelte Zeitfenster. Waren zur Abholung dürfen nur an einem entsprechenden Schalter oder außerhalb des Ladengeschäfts platziert werden. Verkaufsräume dürfen nicht für die Kundschaft geöffnet werden.
Folgende Läden dürfen aktuell unabhängig vom Inzidenzwert geöffnet bleiben:
- Abgabe von Speisen und Getränken zum Mitnehmen
- Apotheken
- Babyfachmärkte
- Banken und Sparkassen
- Baumärkte
- Baumschulen
- Blumenfachgeschäfte
- Buchhandlungen
- Büchereien
- Drogerien
- E‑Zigaretten-Fachgeschäfte
- Fahrradwerkstätten
- Fahrschulen
- Filialen des Brief- und Versandhandels
- Friseure
- Gartenmärkte
- Gärtnereien
- Getränkemärkte
- Großhandel
- Hörgeräteakustiker
- Jagdbedarf
- Kfz-Werkstätten
- Kosmetikbetriebe
- Lebensmittelhandel inklusive Direktvermarktung
- Lieferdienste
- nichtmedizinische Fuß‑, Hand‑, Nagel- und Gesichtspflege
- Optiker
- Pfandleihhäuser
- Reformhäuser
- Reinigungen und Waschsalons
- Sanitätshäuser
- Schlüsseldienst
- Tabakläden
- Tankstellen,Tankstellenshops
- Tierbedarf und Futtermittel, Tierpflege
- Verkauf von Presseartikeln (Zeitungen, Zeitschriften)
- Versicherungsbüros
- Wertstoffhöfe
- sonstige für die tägliche Versorgung unverzichtbare Ladengeschäfte
Eingeschränkte Sportausübung:
Zulässig ist nur kontaktfreier Sport unter freiem Himmel und unter Beachtung der Kontaktbeschränkung. Die Ausübung von Mannschaftssport ist untersagt.
Einschränkungen bei außerschulischer Bildung und Musikschulen
Angebote der beruflichen Aus‑, Fort‑, und Weiterbildung sind in Präsenzform untersagt. Davon ausgenommen sind Erste-Hilfe-Kurse und die Ausbildung von ehrenamtlichen Angehörigen der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und des Technischen Hilfswerks. Untersagt sind weiterhin Angebote der Erwachsenenbildung nach dem Bayerischen Erwachsenenbildungsgesetz und vergleichbare Angebote anderer Träger sowie außerschulische Bildungsangebote. Instrumental- und Gesangsunterricht in Präsenzform ist untersagt.
Schließung von Kulturstätten:
Neben Theatern, Konzerthallen, Bühnen, Kinos und ähnlichen Einrichtungen sind nun auch Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten und vergleichbare Kulturstätten geschlossen. Büchereien und Archive bleiben geöffnet.
Maskenpflicht und Alkoholkonsumverbot unabhängig vom Inzidenzwert
Im öffentlichen Raum gelten unabhängig vom Inzidenzwert nach wie vor die Corona-Schutzmaßnahmen. Dazu zählen auch die Maskenpflicht und das Alkoholkonsumverbot in der Innenstadt. Hier bittet die Stadt Bamberg mit Blick auf das Infektionsgeschehen und den steigenden Anteil an Corona-Mutationen dringend, sich insbesondere auch bei schönem Wetter im Bereich der Oberen und Unteren Brücke und der Kettenbrücke an die Abstandsregeln und die Maskenpflicht zu halten.
Das könnte Sie auch interessieren...
Das Projekt „Neugestaltung Troppauplatz“ geht in die zweite Runde
Ein neuer Baum für den Troppauplatz
Im vergangenen Jahr wurde mit der Neugestaltung des Troppauplatzes begonnen und der Schulbrunnen der Heidelsteigschule errichtet, großzügig unterstützt von der Denk-Mal-Stiftung und der Stiftung Weltkulturerbe Bamberg. Umrahmt wird der Brunnen von Sitzgelegenheiten. Ab jetzt steht neben den Sitzgelegenheiten ein neuer Baum.
Der Brunnen am Troppauplatz ist der fünfte Trinkwasserbrunnen in Bamberg, an dem die Bürger im Sommer kostenlos frisches Trinkwasser zapfen können. Die gestalterischen Arbeiten der Brunnenstehle übernahm der Bamberger Künstler Thomas Gröhling in Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern der Heidelsteigschule. Bei der Umsetzung unterstützt wurden Sie vom Entsorgungs- und Baubetrieb der Stadt, dem Garten- und Friedhofsamt der Stadt und den Stadtwerken Bamberg, die auch künftig den Trinkwasserbrunnen betreuen.
Ab jetzt steht ein neuer Baum neben den Sitzgelegenheiten rund um den Brunnen, der für die nötige Beschattung im Sommer sorgen soll. Diese nachhaltige und klimafreundliche Belebung des Troppauplatzes wurde maßgeblich vom Bürgerverein Bamberg-Ost unterstützt, der den neuen Blauglockenbaum gespendet hat. „Der Bürgerverein Bamberg-Ost freut sich, dass es mit dem Glockenbaum zu einer weiteren Verschönerung des Troppauplatzes gekommen ist“, erklärte Heinz Kuntke, Vorsitzender des Bürgervereins Bamberg-Ost e.V.
Das könnte Sie auch interessieren...
Audiorundgang mit dem TiG
W:ORTE: Flanieren mit Literatur und Musik im Ohr
Das Theater im Gärtnerviertel (TiG) bietet ab dem heutigen Samstag den kulturellen Audiorundgang „W:ORTE“ durch das Gärtnerviertel an. Per App kann man sich unterwegs literarische Texte, Gedichte und Musik – eingesprochen und eingespielt von Mitgliedern des Ensembles – anhören. Die Straßen werden zum Kunstort. TiG-Chefin Nina Lorenz hat mit dem Webecho einen Ausblick unternommen.
Frau Lorenz, wie sind Sie auf die Idee zum literarischen Wortweg gekommen?
Nina Lorenz: Die erste Idee kam von Lena Kalt und Lina Hofmann, beide Kostüm- und Bühnenbildnerinnen beim TiG, und sah so aus, Schaufensterinstallationen anzubieten und dazu eine Führung oder einen Audioguide zu gestalten. Diese Idee hat mich fasziniert und darauf aufbauend haben wir sie gemeinsam weiter entwickelt. Als klar war, dass Olga Seehafer und Jakob Fischer die musikalische Gesamtkomposition übernehmen, ein Großteil des Schauspielensembles die Texte einspricht und wir diese gemeinsam mit Toningenieur Michel Spek aufnehmen können, war der Audioweg geboren. Den schönen Titel W:ORTE hat Werner Lorenz entwickelt.
Sie beschreiben “W:ORTE” als Kunstprojekt. Um was geht es genau?
Nina Lorenz: Es geht um das Öffnen der Sinne – Hören, Sehen, Riechen, Fühlen.
Um das Gehen – in Bewegung kommen, sich die eigene Stadt ergehen, sie wahrnehmen aus einer anderen Perspektive, die durch Worte und Töne, durch Literatur und Musik angereichert wird.
Es geht auch darum, sich einzulassen auf den Sound der Stadt – um vielleicht ein Teil der Stadt zu werden, geleitet von der Kunst. Mit dem TiG-Ensemble im Ohr entstehen die Bilder nicht nur auf den Straßen, sondern auch im Kopf.
Wodurch unterscheidet sich der Rundgang von touristischen Rundgängen?
Nina Lorenz: Wir bieten keine klassische Stadtführung zu den Sehenswürdigkeiten Bambergs an, sondern gehen eher unbekanntere Wege und beleben diese mit Wort und Musik. Wir bleiben dem TiG-Prinzip treu, das bedeutet, wir erschließen mit jedem neuen Projekt neue Orte, lassen uns von ihnen inspirieren und verwandeln alltägliche Orte in Theaterstätten. In diesem Fall wird das Gärtnerviertel insgesamt und werden die Wege darin zu einem Kunstort.
Wie viele und welche Stationen hat der Weg?
Nina Lorenz: Der Weg hat insgesamt 19 Stationen, umfasst etwa anderthalb Stunden oder 6000 Schritte durchs Gärtnerviertel. Die Texte werden entweder an den Stationen direkt gehört und man verweilt dabei vor Gebäuden, Geschäften, Spielplätzen, Brücken, oder werden während des Gehens erlebbar gemacht. Man kann jederzeit den Rundgang unterbrechen und wieder aufnehmen, wie es für den eigenen Gehrhythmus am besten ist. Startpunkt ist das TiG-Büro in der Josephstraße 7.
Bitte nennen Sie drei Beispiele, was es wo zu hören beziehungsweise zu sehen gibt?
Nina Lorenz: Zu sehen gibt es immer was – die Stadt bildet den Rahmen dazu. Ebenso gibt es von Lena Kalt und Linda Hofmann gestaltete Schaufensterinstallationen. Zu hören gibt es zum Beispiel auf der Luitpoldstraße einen Monolog aus „Anna Karenina“ von Leo Tolstoi, als sich Anna auf dem Weg zum Bahnhof befindet. An der Landesjustizkasse Bamberg ist Kafka zu erleben und an der Gärtnerei Niedermaier ein Erlebnisbericht von Michael Niedermaier über den Versuch der Stadt Bamberg, 1970 eine mehrspurige Schnellstraße durch das Gärtnerviertel zu bauen und wie die Gärtner dies seinerzeit verhindert haben. Zwischendrin gibt es einen Song von „Be an Animal“ von und mit Olga Seehafer und Jakob Fischer und vieles mehr.
Unterwegs gibt es auch Schaufenster-Installationen. Was erwartet das Publikum hierbei?
Nina Lorenz: Die Installationen unterstützen die Geschichten, die an dieser Stelle erzählt werden und können im besten Falle die Fantasie anregen.
Folgt “W:ORTE” wie ein Theaterstück einer Handlung oder einem Spannungsbogen?
Nina Lorenz: Der Spannungsbogen entsteht durch die Musik und durch die dramaturgische Durchmischung von literarischen Texten, Gedichten, O‑Tönen von Bamberger Bürgerinnen und Bürgern und Musik. Im klassischen Sinne eine durchgehende Handlung ist nicht vorhanden. Jeder literarischer Beitrag ist in sich abgeschlossen. Dennoch ergibt alles in allem in Kombination mit der Musik einen Spannungsbogen und eine Darstellung von Leben in seinen unterschiedlichen Facetten.
Vor der Teilnahme an “W:ORTE” muss man die App Hearonymus herunterladen. Sie ist genau wie die Teilnahme kostenfrei. Die Finanzierung soll durch Spenden gesichert werden. Wieso setzen Sie auf Freiwilligkeit anstatt auf festgelegte Preise?
Nina Lorenz: Da es zur Zeit keinen Vorverkauf bei den Vorverkaufsstellen gibt, uns die technischen Möglichkeiten eines online Kartenverkaufes nicht zur Verfügung stehen, haben wir uns für die Finanzierung auf Spendenbasis nach dem Pay-as-you-wish-Verfahren entschieden. Wir sind außerordentlich froh über die Unterstützung von „Hearonymus Audioguide“, die es uns ermöglicht hat, den Audioweg über eine professionelle App anzubieten.
Wann ist “W:ORTE” für Sie ein Erfolg?
Nina Lorenz: Sobald die ersten Zuhörer*innen mit dem TiG-Ensemble im Ohr durch die Straßen ziehen – schon ab da ist es ein Erfolg für uns. Die Zuschauer*innen können nicht zu uns ins Theater kommen, aber wir können zu ihnen kommen – und wenn wir es schaffen, mit diesem Audioweg den Kontakt zu halten und zu zeigen, dass wir auch in der Pandemie weiterhin für da sind, machen wir das Kunsterlebnis auch in diesen schwierigen Zeiten möglich. Unser Publikum kann trotz Krise unsere Schauspieler*innen hören und fühlen. Das allein ist ein Riesenerfolg.