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Bauen

Bau­bran­che und Corona

Auf­trä­ge rei­ßen nicht ab

Mit der Bau­bran­che gibt es einen Wirt­schafts­zweig, der nicht oder kaum unter den gesell­schaft­li­chen Beschrän­kun­gen der Pan­de­mie­be­kämp­fung lei­det. Im Gegen­teil: Bau-Auf­trä­ge rei­ßen nicht ab. War­um das so ist und ob die Pro­gno­sen für die kom­men­den Jah­re ähn­lich erfolgs­ver­spre­chend aus­se­hen, haben wir mit Hans Beer, dem Lei­ter des Regio­nal­bü­ros Fran­ken der Indus­trie­ge­werk­schaft Bau­en-Agrar-Umwelt, besprochen.

Herr Beer, wie wir­ken sich die Coro­na-Pan­de­mie und die gesell­schaft­li­chen Beschrän­kun­gen zu ihrer Bekämp­fung auf die Bau­bran­che aus? Stimmt es, dass es der Bran­che ver­hält­nis­mä­ßig gut geht?

Hans Beer: Es geht ihr sogar sehr gut. Die Beschrän­kun­gen wir­ken sich kaum oder gar nicht auf die Bau­bran­che aus, weil auch wäh­rend des har­ten Lock­downs im Früh­jahr voll­kom­men durch­ge­ar­bei­tet wor­den ist. Es gibt nicht ein­mal Kurz­ar­beit. Auf den Bau­stel­len haben wir zusam­men mit den Arbeit­ge­ber­ver­bän­den und der Berufs­ge­nos­sen­schaft rela­tiv schnell Maß­nah­men zum Schutz der Beschäf­tig­ten erlas­sen. Der ein­zi­ge nega­ti­ve Fak­tor bestand im Früh­jahr in Mit­ar­bei­tern von Sub­un­ter­neh­men, die in ihre Hei­mat­län­der gereist sind und dann nicht mehr nach Deutsch­land ein­rei­sen durf­ten, weil die Gren­zen geschlos­sen wor­den waren.


Lässt sich die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung der Bau­bran­che des Jah­res 2020 bereits beziffern?

Hans Beer: Noch nicht, aber die Zah­len wer­den trotz allem ein biss­chen schlech­ter als 2019 aus­fal­len. Der leich­te Rück­gang liegt zum Teil an Coro­na, weil es natür­lich Kom­mu­nen oder Städ­te gibt, die Bau­pro­jek­te ver­schie­ben. Bei­spie­le wären Sanie­rungs­maß­nah­men im Stra­ßen­netz oder der geplan­te Neu­bau einer Kon­zert­hal­le in Nürn­berg. Die Kom­mu­nen wol­len erst noch ein biss­chen Geld auf­bau­en, um ver­scho­be­ne Pro­jek­te dann 2021 oder 2022 zu realisieren.


Man sagt, die Bau­bran­che habe ein gol­de­nes Jahr­zehnt hin­ter sich? Wür­den Sie zustim­men? Und wie sehen die Pro­gno­sen für 2021 aus?

Hans Beer: Ja, das kann man so sagen. Die Pro­gno­sen für 2021 sehen ähn­lich aus wie die Ent­wick­lung im Jahr 2020. Wir wer­den nicht ganz das Level von 2019 errei­chen. Die­ses Jahr war im erfolg­rei­chen zurück­lie­gen­den Jahr­zehnt das erfolg­reichs­te und bes­te für die Bauwirtschaft.


Wel­che Art der Bau­pro­jek­te sind beson­ders für die­sen Erfolg ver­ant­wort­lich – Groß­pro­jek­te oder eher klei­ne Bau­vor­ha­ben wie der pri­va­te Hausbau?

Hans Beer: Eigent­lich alle. Von Ein­fa­mi­li­en­häu­sern über Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser bis hin zu gro­ßen Stra­ßen­bau­maß­nah­men, wie dem Neu­bau von Auto­bah­nen oder Brü­cken­bau, hat alles zum Erfolg der letz­ten Jah­re bei­getra­gen. Es gab einen Inves­ti­ti­ons­stau, fäl­li­ge Inves­ti­tio­nen in Bau­pro­jek­te blie­ben also aus oder wur­den unter­las­sen, aber die­ser wird lang­sam abge­ar­bei­tet. Das bringt der gesam­ten Bau­wirt­schaft – genau wie die ver­hält­nis­mä­ßig mil­den ver­gan­ge­nen Win­ter – den Vor­teil, dass fast voll­stän­dig durch­ge­baut wer­den konnte.

Wäre ein Haus­bau der­zeit ver­hält­nis­mä­ßig teu­er oder billig?

Hans Beer: Bil­lig war er noch nie, wir machen nichts bil­li­ges, son­dern bau­en qua­li­ta­tiv hoch­wer­tig. Das Teu­re am Haus­bau heut­zu­ta­ge ist nicht mehr der Roh­bau, son­dern der Innen­aus­bau – was also an Elek­trik oder Sani­tär­an­la­gen alles ein­ge­baut wird. Wenn man frü­her zum Bei­spiel in einer Küche fünf Steck­do­sen und ent­spre­chen­de Ver­ka­be­lung ein­ge­baut hat, baut man heu­te 15 ein. Was die Bau­wirt­schaft am Pro­dukt Haus erbringt, ist mitt­ler­wei­le der gerin­ge­re Teil.


Wel­che Aus­wir­kun­gen auf die gesamt­deut­sche Wirt­schaft hat die Ent­wick­lung einer Schlüs­sel­in­dus­trie wie die Baubranche?

Hans Beer: Die Bau­bran­che ist nach wie vor eine der wich­tigs­ten wirt­schaft­li­chen Bran­chen in der Bun­des­re­pu­blik. Wenn man sich anschaut, wie sicher Arbeits­plät­ze in der Bau­bran­che sind, wird ihre Wich­tig­keit als Schlüs­sel­in­dus­trie in den nächs­ten Jah­ren noch zuneh­men. Wir haben, wie gesagt, kei­ne Kurz­ar­beit und kein Per­so­nal abge­baut, und in den letz­ten acht Jah­ren haben wir allein in Bay­ern rund 30.000 Stel­len geschaf­fen. Stel­len, die wir in den nächs­ten Jah­ren auch brau­chen wer­den, weil wir auch schon lan­ge vor Coro­na – wie so vie­le ande­re Bran­chen auch – mit Nach­wuchs­man­gel zu kämp­fen hat­ten. Der Bau hat ein­fach nicht die Attrak­ti­vi­tät wie bei­spiels­wei­se eine Stel­le in der Auto­in­dus­trie. Das wird sich aber ändern, dadurch, dass in ande­ren Bran­chen mas­siv Stel­len abge­baut wer­den. Bran­chen, die man für seri­ös, was die Arbeits­platz­si­cher­heit angeht, hält.


Wodurch wird die Bau­bran­che in die­sem Sin­ne seriös?

Hans Beer: Wir haben in den letz­ten Jah­ren tarif­ver­trags­mä­ßig vie­les abge­si­chert Wir haben eine über­be­trieb­li­che Aus­bil­dung, die wir schon seit Mit­te der 70-er Jah­re des zurück­lie­gen­den Jahr­hun­derts über eine Umla­ge absi­chern. Und wir bekämp­fen zusam­men mit den Arbeit­ge­ber­ver­bän­den und dem Zoll Schwarzarbeit.


Zur Bau­bran­che gehört auch das Sanie­rungs­ge­wer­be. In wel­chem Zustand befin­det sich dieses?

Hans Beer: Da gibt es vie­le Pro­jek­te, die gemacht und abge­ar­bei­tet wer­den müs­sen, sonst wer­den sie noch teu­rer und noch sanie­rungs­be­dürf­ti­ger. Das haben wir 30 Jah­re lang eigent­lich ein biss­chen ver­schlampt und bür­den jetzt unse­rer Nach­fol­ge­ge­nera­ti­on die­se Din­ge auf und müs­sen schau­en, dass das finan­ziert wer­den kann. Was aber Woh­nungs­bau angeht, lau­fen Sanie­rungs­maß­nah­men sehr gut.


Sieht man sich die Aus­rich­tung zurück­lie­gen­der Bau­fach­mes­sen an, kann man einen Trend zum alters­ge­rech­ten Bau­en erken­nen. Sehen Sie die­sen Trend auch?

Hans Beer: Ja. Die­ser Trend, die­se ver­stärk­te Nach­fra­ge sowohl im Sanie­rungs- als auch im Neu­bau­be­reich lei­tet sich dar­aus ab, dass die Bevöl­ke­rung immer älter wird. Gera­de in die­sem Seg­ment hat die Bau­wirt­schaft gro­ßen Nach­hol­be­darf. Woh­nun­gen müs­sen ver­mehrt alters­ge­recht oder auch behin­der­ten­ge­recht umge­baut wer­den. Auch die­ser Fak­tor trägt dazu bei, dass es in der Bau­bran­che und im Woh­nungs­bau Voll­be­schäf­ti­gung gibt. Die Nach­fra­ge ist sogar so groß, dass sie momen­tan nicht voll­stän­dig abge­ar­bei­tet wer­den kann und ein Häus­le­bau­er, der zum Bei­spiel sein Bad alters­ge­recht umbau­en möch­te, ver­trös­tet wer­den und sich ein wenig gedul­den muss.

Kreis­hand­wer­ker­schaft Bamberg

Kon­junk­tu­rel­le Achterbahnfahrt

Das Hand­werk in Stadt und Land­kreis Bam­berg hat die Aus­wir­kun­gen der Coro­na-Pan­de­mie bis­lang deut­lich weni­ger zu spü­ren bekom­men als die ört­li­che Indus­trie. Wäh­rend die Betrie­be aus dem Bau- und Aus­bau­hand­werk nahe­zu unbe­scha­det durch die Kri­se gekom­men sind, haben indus­trie­na­he Hand­werks­be­trie­be deut­li­che wirt­schaft­li­che Ein­bu­ßen hin­neh­men müs­sen. Hin­zu kommt ein seit län­ge­rem herr­schen­der Per­so­nal­man­gel. Man­fred Amon ist Kreis­hand­werks­meis­ter der Kreis­hand­wer­ker­schaft Bam­berg. Mit ihm haben wir über den Zustand der ört­li­chen Hand­werks­bran­che gesprochen.

Herr Amon, wie geht es der ober­frän­ki­schen Hand­werks­bran­che, lässt sich die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung des Jah­res 2020 bereits beziffern?

Man­fred Amon: Laut der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken lässt sich das Jahr 2020 für das ober­frän­ki­sche Hand­werk in der Gesamt­heit noch nicht bezif­fern, daher kön­nen nur all­ge­mei­ne Aus­sa­gen getrof­fen wer­den. Für die ober­frän­ki­schen Hand­werks­be­trie­be glich das Jahr 2020 einer kon­junk­tu­rel­len Ach­ter­bahn­fahrt. Nach einem star­ken Start hat der Lock­down im Früh­jahr auch der Hand­werks­wirt­schaft einen star­ken Dämp­fer ver­passt. Zwar hat sich das Hand­werk nach den ers­ten Locke­run­gen wie­der auf­ge­rap­pelt und erholt, durch den aktu­ell anhal­ten­den Teil-Lock­down wer­den aller­dings eini­ge Betrie­be aber­mals kon­junk­tu­rell aus­ge­bremst. Ins­be­son­de­re Gewer­ke, die direkt von den Ein­schrän­kun­gen betrof­fen sind, wie Kos­me­ti­ker oder die Lebens­mit­tel­hand­wer­ke, haben erneu­te Umsatz­ein­bu­ßen. Für das Jahr 2020 gehen wir daher davon aus, dass das ober­frän­ki­sche Hand­werk einen Umsatz­rück­gang von cir­ca 4 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jahr ver­zeich­nen wird. Damit ist das Hand­werk – im Ver­gleich zu ande­ren Bran­chen – bis­her zwar nicht unge­scho­ren, aber bes­ser als zunächst erwar­tet durch die Kri­se gekom­men, ins­be­son­de­re mit Blick auf die Beschäf­tig­ten­ent­wick­lung. Die Beschäf­tig­ten­zahl konn­te über das Jahr kon­stant gehal­ten wer­den.
Den­noch ist die finan­zi­el­le Per­spek­ti­ve für vie­le Betrie­be unge­wiss. Fast jeder zwei­te Betrieb rech­net mit zuneh­men­den finan­zi­el­len Eng­päs­sen. Vor die­sem Hin­ter­grund und mit Blick auf die nach wie vor nicht abseh­ba­re Ent­wick­lung der Pan­de­mie und ihrer wirt­schaft­li­chen Fol­gen ist es wei­ter wich­tig, mit staat­li­chen Hilfs­maß­nah­men den Betrie­ben unter die Arme zu grei­fen. Deut­li­che­re Spu­ren hat die Coro­na-Pan­de­mie übri­gens im Aus­bil­dungs­markt hin­ter­las­sen. Im Ver­gleich zum Vor­jahr beträgt der Rück­gang an neu geschlos­se­nen Aus­bil­dungs­ver­trä­gen etwa 8 Pro­zent, wäh­rend der Bedarf an Fach­kräf­ten wei­ter­hin hoch ist.

Wäre ein Haus­bau der­zeit ver­hält­nis­mä­ßig teu­er oder billig?

Man­fred Amon: Auf­grund der anhal­ten­den Nied­rig­zins­pha­se hält der Trend zum Eigen­heim­bau an. Wäh­rend die Prei­se am Bau nahe­zu kon­stant geblie­ben sind, stei­gen die Grund­stücks­prei­se auf­grund des knap­pen Bau­land­an­ge­bots in der Regi­on ste­tig an.

Gibt es inner­halb der Bran­che Unter­schie­de in den Aus­wir­kun­gen der Pan­de­mie? Wel­che Gewer­ke sind mehr, wel­che weni­ger betroffen?

Man­fred Amon: Auf­grund der Inho­mo­ge­ni­tät des Hand­werks­sek­tors sind auch die wirt­schaft­li­chen Fol­gen für die ein­zel­nen Gewer­ke sehr unter­schied­lich. Das Bau- und Aus­bau­hand­werk in Stadt und Land­kreis Bam­berg spürt bei­spiel­wei­se nur wenig bis gar nichts von der Kri­se. Die Auf­trags­bü­cher sind gut gefüllt. Ledig­lich War­tungs­ter­mi­ne wer­den ver­ein­zelt sei­tens der Kun­den ver­scho­ben. Und auch das Lebens­mit­tel­hand­werk ohne Cate­ring ist bis­lang robust durch die Kri­se gekom­men. Für indus­trie­na­he Zulie­fer­ge­wer­ke, Betrie­be aus dem Lebens­mit­tel­hand­werk, die eng mit der Gas­tro­no­mie ver­bun­den sind oder Cate­ring anbie­ten, sowie für per­sön­li­che Dienst­leis­tun­gen wie Fri­seu­re und Kos­me­tik­stu­di­os, sind die wirt­schaft­li­chen Fol­gen der Pan­de­mie dage­gen deut­li­cher spür­bar.
Eini­ge indus­trie­na­he Hand­werks­be­trie­be in der Regi­on Bam­berg, ins­be­son­de­re im Metall­be­reich, haben Pro­ble­me ihre Pro­duk­ti­on am Lau­fen zu hal­ten, weil Lie­fer­ket­ten unter­bro­chen sind.
Auch per­so­nel­le Eng­päs­se machen den Betrie­ben zuneh­mend zu schaf­fen, da immer mehr Mit­ar­bei­ter krank­heits- oder qua­ran­tä­ne­be­dingt aus­fal­len. Die gestie­ge­nen Anfor­de­run­gen an Hygie­ne- und Schutz­vor­keh­run­gen sind vor allem für die­je­ni­gen Hand­wer­ker eine zusätz­li­che Belas­tung, für die das kör­per­na­he Arbei­ten unab­ding­bar ist. Die schwie­ri­gen Geschäf­te in eini­gen Gewer­ken machen sich auch bei den Aus­bil­dungs­plät­zen bemerk­bar. Kon­kre­te Zah­len zu den nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen der betrof­fe­nen Hand­werks­be­trie­be lie­gen uns bis­lang jedoch noch nicht vor.
Doch hat die Kri­se im regio­na­len Hand­werk auch krea­ti­ve Kräf­te frei­ge­setzt. Mit einem Lie­fer­ser­vice, beson­de­ren Ange­bo­ten und einer Umstruk­tu­rie­rung der Pro­duk­ti­on reagier­ten eini­ge Betrie­be auf die ver­än­der­te Situa­ti­on. Vor allem im Hin­blick auf die Digi­ta­li­sie­rung hat sich hier viel bewegt.

Gibt es in der Bran­che wie­der­keh­ren­de Kla­gen? Wenn ja, welche?

Man­fred Amon: Größ­te Her­aus­for­de­run­gen des Hand­werks neben der aktu­el­len Coro­na-Kri­se ist der seit lan­gem bestehen­de Fach­kräf­te- und Nach­wuchs­man­gel. Ober­fran­ken­weit ist im Hand­werk ein deut­li­cher Rück­gang an Aus­zu­bil­den­den in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren zu ver­zeich­nen. Die regio­na­len Hand­werks­be­trie­be haben vie­le poten­zi­el­le Aus­zu­bil­den­de an die Indus­trie ver­lo­ren. Die­se Ent­wick­lung ist durch die zuneh­men­de Aka­de­mi­sie­rung der Gesell­schaft noch ver­schärft wor­den. Die Coro­na-Kri­se, die teils zu mas­si­ven Umsatz­ein­brü­chen in der Indus­trie geführt und die Zukunfts­per­spek­ti­ven in der Indus­trie ein­ge­trübt hat, könn­te sich des­halb mit­un­ter posi­tiv auf die Fach­kräf­te- und Nach­wuchs­si­tua­ti­on im Hand­werk auswirken.

Zur Hand­werks­bran­che gehört auch das Sanie­rungs­ge­wer­be. In wel­chem Zustand befin­det sich die­ses? Sehen Sie beim Sanie­ren eine ver­stärk­te Nach­fra­ge? Wel­che Instand­hal­tungs­maß­nah­men wer­den der­zeit ver­stärkt durch­ge­führt? Wenn ja, wie erklä­ren Sie sich die­sen Trend?

Man­fred Amon: Gera­de klei­ne­re Bau­vor­ha­ben von pri­va­ten Eigen­tü­mern wur­den und wer­den der­zeit ver­mehrt ange­gan­gen. Vor allem die Tat­sa­che, dass mehr zuhau­se ver­weilt und gear­bei­tet wird, hat manch einen dazu ver­an­lasst, mehr ins eige­ne Heim zu inves­tie­ren. Dabei spielt auch eine Rol­le, dass zum Bei­spiel bei ener­gie­wirk­sa­men Inves­ti­tio­nen wie einer Wär­me­däm­mung, dem Aus­tausch von Fens­tern oder auch der Hei­zungs­mo­der­ni­sie­rung staat­li­cher­seits mit beträcht­li­chen Hil­fen geför­dert wird. Wenn ein Haus­ei­gen­tü­mer sieht, dass er kei­ne Zin­sen bekommt und damit ange­sichts auch einer nur gerin­gen Preis­stei­ge­rung das Geld auf der Bank weni­ger wert wird, dann liegt der Gedan­ke nahe, in Immo­bi­li­en­wer­te zu inves­tie­ren. Zudem wur­de in die­sem Jahr deut­lich weni­ger Geld für Rei­sen auf­ge­wen­det. Auch die­ses übri­ge Kapi­tal fließt mit­un­ter in Sach­in­ves­ti­tio­nen, vor allem eben in Bau- und Umbaumaßnahmen.

In einer immer älter wer­den­den Gesell­schaft muss alters­ge­recht gebaut wer­den. Wie hoch ist hier­bei die Nach­fra­ge? Wie ist die Bran­che für die­ses The­ma aufgestellt?

Man­fred Amon: Die Nach­fra­ge zu alters­ge­rech­ter Bau­wei­se nimmt ste­tig zu, das regio­na­le Hand­werk ist hier­für bes­tens gerüs­tet. Gestie­ge­ne Nach­fra­ge besteht im Bereich Elek­tro­tech­nik nach Smart Home-Lösun­gen. Hier steht die Bedie­nung elek­tri­scher Anla­gen zum Bei­spiel über Sprach­steue­rung hoch im Kurs.

Immo­bi­li­en­mes­se Franken

Nach­hol­ter­min gefunden

Die für den 30. und 31. Janu­ar geplan­te Immo­bi­li­en­mes­se Fran­ken wird ver­scho­ben. Mit dem Wochen­en­de vom 26. und 27. Juni ist aber schon ein Nach­hol­ter­min gefunden.

Die Ver­an­stal­ter der Immo­bi­li­en­mes­se Fran­ken, die MTB Mes­se­team Bam­berg GmbH, gaben bekannt, dass die für den 30. und 31. Janu­ar geplan­te 19. Immo­bi­li­en­mes­se Fran­ken auf­grund der aktu­el­len Beschlüs­se der Minis­ter­kon­fe­renz und der bis ein­schließ­lich 31. Janu­ar ver­län­ger­ten gesell­schaft­li­chen Beschrän­kun­gen nicht wie geplant statt­fin­den kann.

Mit dem Wochen­en­de vom 26. und 27. Juni ist aber bereits der Nach­hol­ter­min in der bro­se Are­na Bam­berg gefun­den. Alle Aus­stel­ler wur­den infor­miert und im Vor­feld hat­te man „mehr­glei­sig geplant“, so Stef­fen Marx, Geschäfts­füh­rer des Mes­se­teams. So behal­ten bei­spiels­wei­se die bereits ver­teil­ten oder erwor­be­nen Ein­tritts­kar­ten auch für den Nach­hol­ter­min ihre Gül­tig­keit.
„Mit einem neu­er­li­chen Vor­lauf von fast sechs Mona­ten bis zum nächs­ten Ter­min kön­nen wir nun unmit­tel­bar begin­nen, die Vor­be­rei­tun­gen zu tref­fen”, sag­te Marx wei­ter. „Ich freue mich, im Juni gemein­sam wie­der in den siche­ren Mes­se­be­trieb gehen zu können.”

Das Hygie­nekon­zept zur Bekämp­fung der Aus­brei­tung des Coro­na-Virus steht bereits. Neben Mas­ken­pflicht und Abstands­re­geln wird auch dar­auf gro­ßer Wert gelegt, die Besu­cher­strö­me mit einer Ein­bahn­stra­ßen­re­ge­lung und ent­spre­chen­der Beschil­de­rung anein­an­der vor­bei zu len­ken und ein Zugangs­li­mit durchzusetzen.

Mot­to: Alters­ge­recht bau­en & sanie­ren, Sicher­heit & Ein­bruch­schutz
Das The­ma der Immo­bi­li­en­mes­se wird 2021 das­sel­be sein wie Anfang 2020, näm­lich „Alters­ge­recht bau­en & sanie­ren, Sicher­heit & Einbruchschutz”.

Stef­fen Marx erklärt die­se Wie­der­ho­lung so: „Das sind die The­men, von denen wir von unse­ren Aus­stel­lern wis­sen, dass sie sie bedie­nen, weil sie am nach­ge­frag­tes­ten und am drän­gends­ten sind. Nach alters­ge­rech­tem Woh­nen besteht schon seit Jah­ren ein gro­ßer Infor­ma­ti­ons­be­darf, genau wie bei Sicher­heits­fra­gen. Wenn Leu­te heu­te anfan­gen, ihr Haus zu moder­ni­sie­ren, den­ken sie dabei immer mehr an Alters­ge­rech­tig­keit und Sicher­heit. So lässt sich natür­lich auch der Wert einer Immo­bi­lie erhal­ten. Das ist wich­tig, weil in einer immer älter wer­den­den Gesell­schaft immer stär­ker nach Immo­bi­li­en mit sol­chen Stan­dards gefragt wird.

Stef­fen Marx, Geschäfts­füh­rer der MTB Mes­se­team Bam­berg GmbH. Foto: Sebas­ti­an Quenzer

Außer­dem ist alters­ge­rech­tes, bar­rie­re­frei­es Moder­ni­sie­ren oder Bau­en auch im Ein­klang mit Zuschuss­pro­gram­men der Bund­e­re­gie­rung, weil man gesamt­ge­sell­schaft­lich die Erschaf­fung von alters­ge­rech­ten Wohn­for­men unter­stüt­zen möch­te.“
Der Zuspruch der Aus­stel­ler ent­wi­ckelt sich für das Mes­se­team indes zufrie­den­stel­lend. Ein Groß­teil der mög­li­chen Aus­stel­ler wer­de wie­der an der Mes­se teil­neh­men. „Es gibt auch eini­ge”, sagt Staf­fen Marx, „die noch zögern, aber etwa 90 Pro­zent der Kapa­zi­tät sind bereits gebucht. Eini­ge weni­ge noch ver­füg­ba­re Stand­plät­ze kön­nen an inter­es­sier­te Aus­stel­ler ver­ge­ben werden.”

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen rund um die Immo­bi­li­en­mes­se gibt es unter https://immobilienmesse-franken.de