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Bayerische Staatsregierung

Frei­staat schafft Rahmenbedingungen

Wär­me­pla­nung wird end­lich konkret

Nach­dem der Frei­staat Bay­ern die Umset­zung der Wär­me­pla­nung in Bay­ern Ende Dezem­ber beschlos­sen hat, wird es nun auch für die Stadt Bam­berg kon­kret. Die Stadt steht in den Start­lö­chern und erwar­tet ein Unter­stüt­zungs­pa­ket aus München.

„Jetzt kann es end­lich los­ge­hen“, sagt Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke, bei dem das The­ma direkt als Stabs­stel­le ange­sie­delt ist, zur kom­mu­na­len Wär­me­pla­nung. Nach­dem der Frei­staat die Umset­zung der Wär­me­pla­nung in Bay­ern Ende Dezem­ber beschlos­sen hat, wird es nun auch für die Stadt Bam­berg kon­kret. Die dafür erfor­der­li­chen gesetz­li­chen Rege­lun­gen in Bay­ern wur­den in die Ver­ord­nung zur „Aus­füh­rung ener­gie­wirt­schaft­li­cher Vor­schrif­ten“ auf­ge­nom­men und Ende des letz­ten Jah­res im Kabi­nett beschlos­sen. Die Kom­mu­nen wur­den dem­nach als „pla­nungs­ver­ant­wort­li­che Stel­le“ benannt. Die­ser Schritt war über­fäl­lig und „wir sind erleich­tert, dass wir nun durch­star­ten kön­nen“, so Starke.

Geprüft wur­de, ob ein­zel­ne Schrit­te der Wär­me­pla­nung zen­tral über den Frei­staat erle­digt wer­den kön­nen, um so Kos­ten ein­zu­spa­ren. Der Frei­staat kam jedoch zu dem Ergeb­nis, dass eine zen­tra­le Durch­füh­rung in einem Flä­chen­land wie Bay­ern nicht sach­ge­recht wäre und Kennt­nis­se der kon­kre­ten Vor­aus­set­zun­gen in den Städ­ten und Gemein­den genutzt wer­den müss­ten und hat ein brei­tes Unter­stüt­zungs­pa­ket vorbereitet.

Nach und nach wer­den die Unter­stüt­zungs­leis­tun­gen des Frei­staats für die Kom­mu­nen aus­ge­rollt. Dazu zäh­len bei­spiels­wei­se Daten­lie­fe­run­gen über soge­nann­te „Secu­re­bo­xen“, die die Stadt Bam­berg in den kom­men­den Wochen erwar­tet, genau­so wie Klar­heit über den Refi­nan­zie­rungs­mo­dus. „Die Stadt Bam­berg kann ein sol­ches Groß­vor­ha­ben schon allein haus­halts­recht­lich nicht ein­fach aus eige­ner Tasche finan­zie­ren, wenn klar ist, dass eine ent­spre­chen­de Unter­stüt­zung durch den Frei­staat noch kommt“, erläu­tert Pro­jekt­lei­te­rin Bir­the Wag­ner das städ­ti­sche Abwarten.


Stadt­ver­wal­tung ist vorbereitet

In den kom­men­den Mona­ten soll es mög­lich sein, die finan­zi­el­le Erstat­tung beim Frei­staat zu bean­tra­gen: Die Hälf­te wird zum Start der Wär­me­pla­nung aus­ge­schüt­tet, die ande­re Hälf­te mit Ende der Wär­me­pla­nung. Das Unter­stüt­zungs­pa­ket des Frei­staats ent­hält auch Mus­ter­aus­schrei­bun­gen, die auf die baye­ri­schen Gege­ben­hei­ten ange­passt sind, und ande­re prak­ti­sche Tools, auf wel­che die Kom­mu­nen nun kos­ten­frei geschult wer­den. Eine ent­spre­chen­de Unter­wei­sung für die Stadt Bam­berg ist im Juni in Bay­reuth geplant.

Neben der staat­li­chen Finan­zie­rung, zu der der Frei­staat auf Grund des Kon­ne­xi­täts­prin­zips ver­pflich­tet ist, war auch die Stadt Bam­berg flei­ßig, erklärt Wag­ner: „Erfreu­li­cher­wei­se kön­nen wir ein bereits vor Jah­ren in guter Vor­aus­sicht bean­trag­tes För­der­pro­jekt noch abru­fen, um die kom­mu­na­le Wär­me­pla­nung in Bam­berg per­so­nell und finan­zi­ell auf stär­ke­re Bei­ne zu stel­len, dafür gebührt unse­rem Kli­ma- und Umwelt­amt gro­ßer Dank.“

„Wir haben die Zeit genutzt und unse­re Haus­auf­ga­ben gemacht“, sagt Ober­bür­ger­meis­ter Star­ke. Er ver­weist auf die umfang­rei­chen und vor­be­rei­ten­den Tätig­kei­ten wie bei­spiels­wei­se eine Ana­ly­se der ver­füg­ba­ren Sys­te­me, der Daten­ba­sis und Netz­werk­ar­beit mit den Akteu­ren. Auch ein inter­kom­mu­na­ler Aus­tausch unter ande­rem mit baye­ri­schen Städ­ten wur­de bereits realisiert.

Anker­zen­trum

Stadt­spit­ze kri­ti­siert „glat­ten Wort­bruch“ der Staatsregierung

Anders als ver­trag­lich ver­ein­bart, will die Baye­ri­sche Staats­re­gie­rung am Anker­zen­trum fest­hal­ten. Die Stadt Bam­berg sieht dar­in einen Wort­bruch. Nun wer­de sich der Stadt­rat Ende Janu­ar mit der The­ma­tik aus­ein­an­der­set­zen müssen.

Bis zum letz­ten Tag hat die Staats­re­gie­rung die von der Stadt Bam­berg gesetz­te Frist aus­ge­reizt, um die gefor­der­te defi­ni­ti­ve Aus­sa­ge zur Schlie­ßung des Anker­zen­trums zum 1.1.2026 abzu­ge­ben. Anders als ver­trag­lich ver­ein­bart, will die Staats­re­gie­rung am Anker­zen­trum fest­hal­ten. Das stößt auf deut­li­che Kri­tik der Stadt­spit­ze: „Wir sehen dar­in einen glat­ten Wort­bruch. Die Bür­ger­schaft in Bam­berg hat­te sich dar­auf ver­las­sen, dass sich der Frei­staat ver­trags­treu ver­hält. Jetzt ist klar, dass die getrof­fe­nen Abspra­chen nicht ein­ge­hal­ten wer­den“, betont Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Starke. 

Der Ober­bür­ger­meis­ter bean­stan­det wei­ter, dass „in den ver­gan­ge­nen neun Jah­ren nichts unter­nom­men wor­den ist, um eine Alter­na­ti­ve für das Anker-Zen­trum in Ober­fran­ken zu schaf­fen.“ Die Stadt habe bei jeder sich bie­ten­den Gele­gen­heit dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die ver­ein­bar­te Frist zur „unwi­der­ruf­li­chen“ Schlie­ßung des Anker­zen­trums zum 1.1.2026 ein­ge­hal­ten wer­den muss. Trotz die­ser Erklä­run­gen wur­de weder ein Neu­bau an ande­rer Stel­le in Ober­fran­ken, noch eine ande­re Struk­tur geplant. Die­ses Ver­säum­nis las­tet die Stadt Bam­berg der Staats­re­gie­rung an, weil dadurch Nach­tei­le für die Bam­ber­ger Bür­ger­schaft aus­ge­löst wer­den. „Wer sei­ne Haus­auf­ga­ben in Mün­chen nicht macht, darf nicht mit den Fin­gern auf ande­re deu­ten“, sagt Starke.

Die Stadt­spit­ze unter­streicht die Fak­ten­la­ge: „Zustän­dig und ver­ant­wort­lich für die Unter­brin­gung von geflüch­te­ten Men­schen ist der Frei­staat. Die Kos­ten für eine dezen­tra­le Unter­brin­gung sind immer durch den Frei­staat zu tra­gen, so wie in allen ande­ren Städ­ten auch.“

Die Stadt tritt auch dem Vor­wurf ent­ge­gen, eine dezen­tra­le Unter­brin­gung nicht umset­zen zu kön­nen. „Wir kön­nen eine dezen­tra­le Unter­brin­gung in Bam­berg orga­ni­sie­ren“, stellt Star­ke klar und betont: „Der Frei­staat setzt mit sei­nem Schrei­ben das Schwar­ze-Peter-Spiel der letz­ten Mona­te fort, das führt zu kei­ner Lösung der aktu­el­len Her­aus­for­de­rung. Der Stadt­rat wird sich in sei­ner Voll­sit­zung am 29. Janu­ar mit der Tat­sa­che aus­ein­an­der­set­zen müs­sen, dass der Frei­staat das Anker­zen­trum nicht schlie­ßen will.“

Bay­erns Innen­mi­nis­ter Joa­chim Herr­mann hat­te ges­tern zur Zukunft des Anker­zen­trums in Bam­berg Stel­lung genom­men. In sei­nem Schrei­ben an die Stadt Bam­berg beton­te Herr­mann, ein leis­tungs­fä­hi­ger Anker Ober­fran­ken wer­de auch künf­tig erfor­der­lich sein. Wenn­gleich die Zugän­ge 2024 unter den sehr hohen Zugangs­zah­len der Jah­re 2022 und 2023 gele­gen hät­te, sei­en sie immer noch zu hoch. Die Ein­rich­tung in Bam­berg kön­ne daher gegen­wär­tig eben­so wenig ersatz­los weg­fal­len wie alle ande­ren Stand­or­te in Bayern.