Mit dem Rad von Bambergs jüngstem Naturschutzgebiet in den Hain
„Bamberg on tour“ am 7. Juni führt ins Grüne
Ziel der „Bamberg on tour“ am Sonntag, dem 7. Juni, sind zwei der zweifelsfrei naturschutzfachlich wertvollsten Gebiete im Stadtgebiet, wie die Stadt Bamberg mitteilt: der Flugplatz Breitenau und der Bürgerpark Hain. Gerade wegen ihrer unterschiedlichen Entstehungsgeschichte und Nutzung beherbergen diese Areale eine Vielzahl an unterschiedlichen besonderen und seltenen Tier- und Pflanzenarten.
Treffpunkt ist der Mitteilung der Stadt Bamberg zufolge um 14 Uhr am Aero-Club Bamberg e.V., Zeppelinstraße 18. Von dort aus erkunden die Radlerinnen und Radler mit Thomas Fischer, Sachgebietsleiter und Fachkraft für Naturschutz beim Klima- und Umweltamt der Stadt Bamberg, den Flugplatz Breitenau, der jüngst als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde. Durch den Flugbetrieb und besondere Pflegemaßnahmen konnten auf über 80 Hektar Fläche 16 verschiedene Einzelbiotope entstehen.
Damit ist der Flugplatz größter Biotopkomplex im Stadtgebiet. Vor allem sandige und trockene Bereiche kommen hier vor, aber auch feuchte Stellen beherbergen eine Vielzahl an spezialisierten Arten. Diese extremen Standorte sind in Deutschland äußerst rar, aber von großer Bedeutung. Die Breitenau gilt als außergewöhnliches Beispiel für den „Schutz durch Nutzung“.
Einzigartig in Bayern
Anschließend geht es quer durch die Stadt zu einem der beliebtesten Ausflugsziele in Bamberg: dem zwischen den beiden Regnitzarmen gelegenen „Hain“. Dieser ist einer der ältesten Bürgerparks Bayerns. Die ehemalige Auenlandschaft beherbergt ganz andere Tier- und Pflanzengesellschaften als der Flugplatz. Das Zusammenspiel von Wald, Wiesen und Wasser machen diesen Ort einzigartig in Bayern, sodass er als Schutzgebiet von europäischem Rang ausgewiesen wurde.
Start der „Bamberg on tour“ am Sonntag, 7. Juni 2026, ist um 14 Uhr am Aero-Club Bamberg e.V., Zeppelinstraße 18. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Insgesamt sind für die Radtour vom Flugplatz Breitenau zum Hain etwa drei Stunden angesetzt. Die Teilnahme an „Bamberg on tour“ erfolgt auf eigene Gefahr und eigenes Risiko, den Anweisungen des Begleitpersonals ist Folge zu leisten.
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Einzigartige Verbindung von Naturschutz und Flugbetrieb
„Breitenau“ als neues und größtes Naturschutzgebiet in der Stadt Bamberg ausgewiesen
Die „Breitenau“ ist jetzt offiziell das dritte und größte Naturschutzgebiet der Stadt Bamberg. Dies teilt die Stadt Bamberg mit.
„Das ist ein bedeutender Meilenstein für den regionalen Naturschutz“, erklärte Oberbürgermeister Andreas Starke bei der feierlichen Einweihung gemeinsam mit Regierungspräsident Florian Luderschmid am Dienstag. Das rund 80 Hektar große Gebiet rund um den Sonderlandeplatz vereint auf einzigartige Weise ökologische Vielfalt und eine nachhaltige Nutzung durch den Flugbetrieb.
„Mit der Breitenau schützen wir den größten Sandlebensraum im Stadtgebiet und sichern zugleich den Fortbestand des traditionsreichen Flugbetriebs in Bamberg – ein Vorzeigeprojekt für Kooperation und Nachhaltigkeit“, sagte OB Starke. Diese Ausweisung zeige, dass Umweltschutz und aktive Nutzung keine Gegensätze sein müssen, „sondern sich – wie hier – gegenseitig stärken können“.
Die Breitenau blickt auf eine bewegte Geschichte zurück: Einst befand sich hier der rund 100 Hektar große Breitensee, später nutzten Militär, US-Streitkräfte und schließlich der Aero-Club Bamberg das Gelände. Seit 1969 ist die Breitenau zudem Stützpunkt der Luftrettungsstaffel Bayern. Nach Aufgabe der militärischen Nutzung im Jahr 2012 begann ein langer Prozess, der schließlich 2025 zur offiziellen Ausweisung durch die Regierung von Oberfranken führte.
Naturschutz mit Modellcharakter
Das neue Naturschutzgebiet umfasst 16 verschiedene Biotoptypen, darunter Sandmagerrasen, Borstgrasrasen, Tümpel und den renaturierten Seebach. Über 385 Pflanzenarten – darunter 83 Arten der Roten Liste – sowie seltene Tierarten wie Kreuzkröte, Heidelerche, Rebhuhn und Bekassine finden hier ihren Lebensraum. Fachleute gehen sogar davon aus, dass über 500 Pflanzenarten vorkommen könnten.
Regierungspräsident Florian Luderschmid betonte die überregionale Bedeutung der Ausweisung: „Mit der Breitenau ist ein weiterer wichtiger Baustein im Rahmen der SandAchse Franken geschaffen worden. Dieses Projekt vernetzt die wertvollsten Sandlebensräume Bayerns – von Bamberg bis Weißenburg – und leistet einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt unserer Biodiversität.“
Die Ausweisung des Naturschutzgebiets geht unter andrem auf einen Bürgerantrag des Bund Naturschutz aus dem Jahr 2019 an die Stadt Bamberg zurück und ist das Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit zwischen der Regierung von Oberfranken, der Stadt Bamberg, dem Aero-Club Bamberg, den Naturschutzverbänden und dem Luftamt Nordbayern.
„Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen“, sagte Bürgermeister und Umweltreferent Jonas Glüsenkamp. „Die Breitenau ist ein Symbol für einen modernen, partnerschaftlichen Naturschutz, der die Interessen von Natur, Mensch und Infrastruktur in Einklang bringt. Sie ist ein Gewinn für die Artenvielfalt und für Bamberg als lebenswerte, grüne Stadt.“ Er dankte insbesondere dem Bund Naturschutz für dessen Initiative.
Das größte Naturschutzgebiet der Stadt
Mit über 80 Hektar Fläche – das entspricht etwa 115 Fußballfeldern – ist die Breitenau fast doppelt so groß wie die bisherigen Naturschutzgebiete „Wolfsruhe“ und „Muna“. Insgesamt stehen damit in Bamberg nun rund 125 Hektar Fläche unter strengem Naturschutz.
OB Starke fasst zusammen: „Die Breitenau ist ein Paradebeispiel für vorausschauende Stadtentwicklung und gelebten Umwelt- und Artenschutz. Sie beweist, dass Bamberg Verantwortung übernimmt – für seine Geschichte, für die Natur und für kommende Generationen.“