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ETA Hoffmann Theater - Page 4

Weg­wei­sen­de Aus­wahl und 100 Pro­zent Aus­las­tung angekündigt

38. Baye­ri­sche Thea­ter­ta­ge in Bamberg

Wenn vom 13. bis 28. Mai die 38. Aus­ga­be der Baye­ri­schen Thea­ter­ta­ge statt­fin­det, ist es bereits das sieb­te Mal, dass das ETA Hoff­mann Thea­ter ihr Aus­rich­ter ist. Nach­dem Bay­erns größ­tes Thea­ter­fes­ti­val 2021 pan­de­mie­be­dingt aus­fal­len muss­te, plant das ETA Thea­ter die Rück­kehr 2022 in eben­so gro­ßen Dimensionen.

In ers­ter Linie soll das für die Aus­las­tung des Publi­kums­raums gel­ten. „Vor dem Hin­ter­grund einer hof­fent­lich zurück­ge­hen­den Pan­de­mie“, sag­te ETA-Inten­dan­tin Sibyl­le Broll-Pape bei der Vor­stel­lung des Spiel­plans der Thea­ter­ta­ge, „gehen wir von 100 Pro­zent Publi­kums-Aus­las­tung aus.“ Auch eine „rau­schen­de Eröff­nungs­fei­er“ und ein Berg­fest, jeweils inklu­si­ve eines eigens gebrau­ten Fes­ti­val­biers, Kon­zer­te und Dis­kus­si­ons­run­den sind geplant. „Es soll ein­fach ein Fest für Bam­berg und das Publi­kum sein.“

Die­sem Publi­kum hat das Aus­wahl­gre­mi­um ein Pro­gramm von mehr als 25 Stü­cken zusam­men­ge­stellt. Um die Aus­wahl der Insze­nie­run­gen, die Thea­ter aus ganz Bay­ern in Bam­berg auf die Büh­ne brin­gen wer­den, tref­fen zu kön­nen, reis­te das Gre­mi­um um ETA-Dra­ma­tur­gie­lei­te­rin Vic­to­ria Weich die letz­ten Mona­te durch den Frei­staat und sich­te­te mehr als 100 Pro­duk­tio­nen. Her­aus­ge­kom­men ist ein Spiel­plan mit Insze­nie­run­gen von unter ande­rem dem Main­fran­ken­thea­ter Würz­burg, dem Thea­ter Hof, dem Münch­ner Resi­denz- und Volks­thea­ter, den Staats­thea­tern Nürn­berg und Augs­burg, dem Lan­des­thea­ter Schwa­ben und dem Bam­ber­ger Thea­ter im Gärtnerviertel.

Auf dem Pro­gramm für Kin­der und Jugend­li­che ste­hen Bei­trä­ge vom, zum Bei­spiel, Lan­des­thea­ter Coburg oder dem Thea­ter Mumm­pitz aus Nürn­berg. Zur Eröff­nung zeigt das ETA Thea­ter mit der Urauf­füh­rung von „Ein neu­es Stück“ von The­re­sia Wal­ser sei­nen ein­zi­gen eige­nen Bei­trag zum Programm.

Aus­wahl der Produktionen

Die letz­li­che Aus­wahl der­je­ni­gen Pro­duk­tio­nen, die nach Bam­berg ein­ge­la­den wer­den, geschah indes nach „selbst­ge­stell­ten Kri­te­ri­en“, so Sibyl­le Broll-Pape, und müs­se zum Haus pas­sen. Anders aus­ge­drückt heißt das: je zeit­ge­nös­si­scher, des­to bes­ser. Vic­to­ria Weich fass­te die Aus­wahl in die­sem Sin­ne gar als eine „weg­wei­sen­de für das Baye­ri­sche Thea­ter“ zusammen.

Auch wenn Insze­nie­run­gen älte­rer Stü­cke oder von Klas­si­kern bei der Zusam­men­stel­lung des Pro­gramms nicht ver­ges­sen wor­den sei­en, und durch­aus „für Ver­gnü­gen sor­gen kön­nen“, erkennt das Gre­mi­um das Poten­zi­al des Weg­wei­sen­den eher in zeit­ge­nös­si­schen Produktionen.

„Es geht nicht mehr nur um Goe­the“, sag­te Vic­to­ria Weich. „An den Pro­duk­tio­nen, die wir aus­ge­wählt haben, kann man erken­nen, wie sich Thea­ter heu­te mit Wirk­lich­keit aus­ein­an­der­setzt.“ Spe­zi­ell in die­ser Offen­heit gegen­über aktu­el­len The­men wie zum Bei­spiel Gleich­be­rech­ti­gung und Iden­ti­tät habe man Weg­wei­sen­des aus­ge­macht. Inwie­weit das Pro­gramm der Thea­ter­ta­ge im Ange­sicht der Tat­sa­che, dass gera­de in der Thea­ter­sze­ne bereits seit Jah­ren sol­che The­ma­ti­ken behan­delt wer­den, aber wirk­lich neue Wege beschrei­tet, sei dahingestellt.

Eine Aus­sa­ge, die Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke im Zuge der Vor­stel­lung des Spiel­plans mach­te, passt inso­fern auf jeden Fall dop­pelt. Dank der Per­spek­ti­ve deut­lich ent­spann­te­rer Rah­men­be­din­gun­gen für das Fes­ti­val als in den bei­den Coro­na-Jah­ren zuvor „sind die Thea­ter­ta­ge auch eine Rück­kehr zur Normalität.“

38. Baye­ri­sche Theatertage

ETA Hoff­mann Thea­ter sucht Jun­ge Festivalredaktion

Für die ab Mit­te Mai statt­fin­den­den Baye­ri­schen Thea­ter­ta­ge sucht der dies­jäh­ri­ge Aus­rich­ter, das ETA Hoff­mann Thea­ter, jun­ge Men­schen, die das Fes­ti­val als Jun­ge Fes­ti­val­re­dak­ti­on mit unter­schied­li­chen Bei­trä­gen begleiten.

Zum 7. Mal rich­tet das ETA Hoff­mann Thea­ter in Bam­berg die Baye­ri­schen Thea­ter­ta­ge aus: Vom 13.–28. Mai 2022 wer­den weg­wei­sen­de, poli­ti­sche, inspi­rie­ren­de Insze­nie­run­gen sowie digi­ta­le Pro­jek­te aus ganz Bay­ern gezeigt.

Für die Jun­ge Fes­ti­val­re­dak­ti­on der 38. Baye­ri­schen Thea­ter­ta­ge sucht das Thea­ter Men­schen unter­schied­lichs­ter Wer­de­gän­ge und Sicht­wei­sen, die Lust haben, das Fes­ti­val mit viel­fäl­ti­gen Bei­trä­gen zu beglei­ten. Beson­ders wür­den sich die Ver­an­stal­ter freu­en, wenn die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer Begeis­te­rung fürs Thea­ter, kri­ti­sche Hal­tun­gen und krea­ti­ve Ideen mit­brin­gen. Ein aka­de­mi­scher bezie­hungs­wei­se jour­na­lis­ti­scher Hin­ter­grund ist nicht von­nö­ten, auch Arbeits­er­fah­rung im Thea­ter ist nicht notwendig.

Ein­blick in jour­na­lis­ti­sches Arbeiten

Die Jun­ge Fes­ti­val­re­dak­ti­on wird als Werk­statt zum Aus­pro­bie­ren und Expe­ri­men­tie­ren mit ver­schie­de­nen For­ma­ten ver­stan­den. Der geschrie­be­ne Text muss dabei nicht unbe­dingt im Mit­tel­punkt ste­hen. Es kön­nen Kri­ti­ken, Inter­views oder freie For­ma­te sein, die als Tex­te oder Audio­bei­trä­ge, in Form von Foto­gra­fien, Zeich­nun­gen oder als Tik­Tok-Vide­os ver­öf­fent­licht wer­den kön­nen. Beglei­tet wird das zehn­köp­fi­ge Team dabei von zwei erfah­re­nen Journalistinnen.

Die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer soll­ten zwi­schen 16 und 30 Jah­ren alt sein und sich wäh­rend des Fes­ti­val­zeit­raums vom 13. bis 28. Mai in Bam­berg auf­hal­ten kön­nen. Gebo­ten wer­den der Ein­blick in (theater-)journalistisches Arbei­ten, die Mög­lich­keit, ein Thea­ter­fes­ti­val haut­nah mit­zu­er­le­ben und der kos­ten­lo­se Zugang zu den Fes­ti­val­ver­an­stal­tun­gen. Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber wer­den gebe­ten, eine Mail an btt22@theater.bamberg.de zu sen­den, in der kurz beschrie­ben wird, auf wel­che Form von Bericht­erstat­tung sie beson­ders Lust haben und der ein Lebens­lauf bei­gefügt ist. Ein­sen­de­schluss ist der 15. März 2022. Bei Rück­fra­gen geben die Ver­ant­wort­li­chen ger­ne unter der Mail­adres­se btt22@theater.bamberg.de oder unter 0951−87−3027 Auskunft.

Pre­mie­re bei erst­mals wie­der 50 Pro­zent Auslastung

Gott ist nicht schüchtern

Am ver­gan­ge­nen Frei­tag fei­er­te Olga Grjas­no­was „Gott ist nicht schüch­tern“ Pre­mie­re im Bam­ber­ger ETA Hoff­mann Thea­ter. Eine beson­de­re Pre­mie­re, bei der erst­mals seit lan­gem wie­der 50 Pro­zent Aus­las­tung gestat­tet und das Thea­ter ange­sichts die­ser Vor­ga­be aus­ver­kauft war.

Die Zuschaue­rin­nen und Zuschau­er erleb­ten bei der Pre­mie­re von „Gott ist nicht schüch­tern“ einen Thea­ter­abend, der auf beein­dru­cken­de Wei­se das Schick­sal jun­ger Men­schen im Ara­bi­schen Früh­ling mit den Mit­teln des Thea­ters erfahr­bar macht. Anhand der Bio­gra­fien ihrer Haupt­fi­gu­ren zeigt die Autorin, wie aus den Demons­tra­tio­nen, die zu Beginn noch von gro­ßen Hoff­nun­gen geprägt waren, ein Krieg entstand.

Ent­lang der Ereig­nis­se des sich ent­wi­ckeln­den Bür­ger­krie­ges ver­wan­deln sich die opti­mis­ti­schen Lebens­läu­fe der Figu­ren Hamm­ou­di, Amal und ihres Freunds Yous­sef zu Flucht­bio­gra­fien. Alle drei flie­hen über das Meer und erle­ben das Grau­en über­füll­ter Boo­te, ertrin­ken­der Men­schen und der Insel Mori­as. In Ber­lin, wäh­rend ihrer Asyl­ver­fah­ren, tref­fen sie zufäl­lig aufeinander.

Die Pre­mie­re von „Gott ist nicht schüch­tern“ woll­te sich auch der baye­ri­sche Staats­mi­nis­ter für Wis­sen­schaft und Kunst Bernd Sibler nicht ent­ge­hen las­sen. Die Vor­stel­lung gehör­te zu den ers­ten, die nach der Ände­rung des baye­ri­schen Infek­ti­ons­schutz­maß­nah­men­ge­set­zes wie­der vor 50% der maxi­ma­len Aus­las­tung statt­fin­den konnten.

Auch Ulri­ke Sie­ben­haar, Refe­ren­tin für Kul­tur und Welt­erbe der Stadt Bam­berg, zeig­te sich von dem Abend bewegt: „Die­se Insze­nie­rung hat eine Kraft und eine Wucht, die berührt und die herz­zer­rei­ßen­den Geschich­ten hin­ter der Flucht spür­bar macht.“

Nach der Pre­mie­re kamen Sibler, Sie­ben­haar sowie die baye­ri­sche Staats­mi­nis­te­rin für Euro­pa­an­ge­le­gen­hei­ten und Inter­na­tio­na­les, Mela­nie Huml, gemein­sam mit Inten­dan­tin Sibyl­le Broll-Pape im Foy­er zusam­men, um auf das gro­ße baye­ri­sche Thea­ter­high­light des Jah­res auf­merk­sam zu machen: Vom 13. bis 28. Mai fin­den die 38. Baye­ri­schen Thea­ter­ta­ge in Bam­berg statt. Gemein­sam wün­schen die Betei­lig­ten, dass dann noch mehr Zuschaue­rin­nen und Zuschau­er wie­der in die Thea­ter wer­den strö­men dürfen.

Bis zu 50 Pro­zent Auslastung

Locke­run­gen für die Kultur

Posi­ti­ve Nach­rich­ten für Thea­ter und Kinos: Ab heu­te dür­fen Kul­tur­ein­rich­tun­gen in Bay­ern wie­der mehr Zuschaue­rin­nen und Zuschau­er ein­las­sen als bis­her. Wir haben in der Bam­ber­ger Sze­ne nach­ge­fragt, wie die Locke­run­gen dort ankommen.

An kul­tu­rel­len Ver­an­stal­tun­gen in Innen­räu­men kön­nen ab heu­te wie­der mehr Zuschaue­rin­nen und Zuschau­er teil­neh­men als bis­her. Dafür hat sich das Baye­ri­sche Kabi­nett am Diens­tag, 25.1., ent­schie­den. Das heißt: Kinos, Thea­ter oder Kon­zert­hal­len kön­nen ihre Publi­kums­räu­me wie­der bis zu 50 Pro­zent aus­las­ten, wei­ter­hin unter Ein­hal­tung der 2G plus Regel. Bis­her erlaub­ten die Beschlüs­se aus Mün­chen nur 25 Prozent.

Kunst­mi­nis­ter Bernd Sibler und Digi­tal­mi­nis­te­rin Judith Ger­lach, zustän­dig für Kinos in Bay­ern, sehen die vom Baye­ri­schen Kabi­nett beschlos­se­ne Anhe­bung der Aus­las­tungs­gren­ze für den Kul­tur­be­reich auf 50 Pro­zent und die Mög­lich­keit, das Publi­kum mit redu­zier­tem Abstand etwa nach dem Schach­brett­mus­ter zu plat­zie­ren, als „einen wich­ti­gen Schritt, der in die rich­ti­ge Rich­tung weist.“

„Wir kön­nen Kunst und Kul­tur“, sag­te Bernd Sibler, „im wört­li­chen wie im über­tra­ge­nen Sinn wie­der mehr Raum geben. Die neue Aus­las­tungs­ka­pa­zi­tät ermög­licht mehr Publi­kum und damit auch mehr Per­spek­ti­ve für unse­re Kunst- und Kul­tur­ein­rich­tun­gen in Bay­ern, ins­be­son­de­re für die klei­ne­ren Büh­nen. Künst­le­rin­nen und Künst­ler brau­chen die Büh­ne. Mit den neu­en Rege­lun­gen sor­gen wir für mehr Auf­tritts­mög­lich­kei­ten und für ein grö­ße­res kul­tu­rel­les Ange­bot. Ich freue mich dar­auf, dass ein kul­tu­rel­les Erleb­nis mit mehr Men­schen im Saal mög­lich ist.“

Wir haben bei Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern der Bam­ber­ger Ver­an­stal­tungs-Kul­tur nach­ge­fragt, was sie von den Locke­run­gen hal­ten. Die Reak­tio­nen dar­auf fal­len gemischt aus.

Reak­tio­nen von ETA und Wildwuchstheater

Sibyl­le Broll-Pape, Inten­dan­tin der ETA Hoff­man Thea­ters, freut sich über die Locke­run­gen. „End­lich kön­nen wir der gro­ßen Nach­fra­ge für unse­re Ver­an­stal­tun­gen bes­ser nach­kom­men. Die 2G plus Rege­lung, FFP2-Mas­ken­pflicht und Abstän­de bie­ten gleich­zei­tig unse­rem Publi­kum den größt­mög­li­chen Schutz. Des­we­gen hal­te ich die 50 Pro­zent-Regel für einen guten Kom­pro­miss in die­ser wei­ter­hin her­aus­for­dern­den Zeit.“

Fre­de­ric Hei­sig vom Wild­wuchs­thea­ter sieht die Locke­run­gen hin­ge­gen nicht ganz so posi­tiv. Er befürch­tet sogar, dass grund­le­gen­de Schä­den ent­stan­den sind, die sich auch durch höhe­re Aus­las­tung nicht so schnell behe­ben lassen.

„Aus viro­lo­gisch-epi­de­mio­lo­gi­scher Sicht kann ich die Locke­rung nicht beur­tei­len, aber für das Thea­ter sind sie erst­mal eine Ver­bes­se­rung. Auch wenn die Finan­zie­rung von Insze­nie­run­gen auch bei 50 Pro­zent schwer ist. Grund­le­gend muss ich aller­dings sagen, dass es mir ein biss­chen komisch vor­kommt, wenn man im Thea­ter sitzt, Abstand hält und Mas­ke trägt, nur um dann auf dem Heim­weg oder so viel­leicht an einem Restau­rant vor­bei­zu­kom­men und zu sehen, was dort mög­lich ist. Voll­be­le­gung und kei­ne Mas­ken. Da passt für mich nicht zusam­men, da fin­det eine Wer­tung statt, bei der Kul­tur ganz klar den Kür­ze­ren zieht. Das kann ich nicht verstehen.

Ich habe ohne­hin mehr und mehr das Gefühl, dass die Kul­tur zwar schon robus­ter ist als vie­le am Anfang der Pan­de­mie gedacht haben. Aber so lang­sam, nach über zwei Jah­ren, beob­ach­te ich, dass die Pra­xis, Kul­tur­ver­an­stal­tun­gen wahr­zu­neh­men, ange­schla­gen ist. Selbst im Som­mer, als noch mehr ging, und man dach­te, die Leu­te rei­ßen einem die Kar­ten aus der Hand, egal für was, war vie­les nicht aus­ver­kauft. Viel­leicht wird die Bran­che gera­de nach­hal­tig beschä­digt, indem sie mehr beschränkt wird als ande­re Bereiche.“

Die Mei­nung von Licht­spiel und Symphonikern

Ger­rit Zach­rich vom Licht­spiel­ki­no ist froh über die Ent­schei­dung, bemän­gelt aber sei­ner­seits die Ungleich­be­hand­lung von Kul­tur und Gastronomie.

„Die Mög­lich­keit, 50 Pro­zent Aus­las­tung zu haben, ist ein ers­ter Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung. Damit kann man ein biss­chen bes­ser und kos­ten­de­cken­der arbei­ten. Gera­de für die Kurz­film­ta­ge ist uns das sehr wich­tig und wir freu­en uns. Aber eigent­lich hat­ten wir gehofft, dass die Locke­run­gen noch einen Schritt wei­ter gehen. Wir hat­ten gehofft, dass die­se him­mel­schrei­en­de Unge­rech­tig­keit zwi­schen 2Gplus in der Kul­tur und 2G in der Gas­tro­no­mie been­det wird und es auch für uns mit 2G geht. Bei 2Gplus ist es schwer, die Leu­te dazu zu bewe­gen, spon­tan ins Kino zu gehen. Das ist ein Ungleich­ge­wicht, das uns nie­mand, auch nicht die Staats­kanz­lei erklä­ren kann.“

Die Reak­ti­on der Bam­ber­ger Sym­pho­ni­kern auf die Locke­run­gen geht wie­der­um in die glei­che Rich­tung wie beim ETA Hoff­mann Thea­ter. Inten­dant Mar­cus Rudolf Axt sag­te auf Webecho-Anfrage:

„Wir sind sehr glück­lich über die­sen Schritt der Staats­re­gie­rung. Er beweist gera­de in die­sen Wochen, dass Thea­ter und Kon­zert­häu­ser auch bei einer etwas höhe­ren Aus­las­tung sicher sind. Ein gutes Signal für unser treu­es Publi­kum, das uns und vie­le ande­re Kul­tur­ver­an­stal­ter in den letz­ten Mona­ten sehr unter­stützt hat.“

Pre­mie­re am ETA Hoff­mann Theater

Gott ist nicht schüchtern

Das ETA Hoff­mann Thea­ter insze­niert Olga Grjas­no­was Roman “Gott ist nicht schüch­tern”. Mit gro­ßer Aktua­li­tät zeich­net das Stück Bio­gra­fien syri­scher Geflüch­te­ter nach.

In Olga Grjas­no­was Roman „Gott ist nicht schüch­tern“ geht es um den soge­nann­ten Ara­bi­schen
Früh­ling, der 2011 auch in Syri­en vor allem die jun­ge Mit­tel- und Ober­schicht auf die Stra­ße brach­te. Die Autorin hat zahl­rei­che Inter­views mit Geflüch­te­ten geführt und in der Tür­kei, im Liba­non und in Grie­chen­land recher­chiert. Anhand der Bio­gra­fien ihrer Haupt­fi­gu­ren zeigt sie, wie aus den Demons­tra­tio­nen, die zu Beginn noch von gro­ßen Hoff­nun­gen geprägt waren, ein Krieg entstand.

In „Gott ist nicht schüch­tern“ lebt der jun­ge Chir­urg Hamm­ou­di in Paris und ver­bringt dort die glück­lichs­ten Jah­re sei­nes Lebens. Eines Tages muss er aber sei­nen Pass ver­län­gern las­sen und des­we­gen nach Syri­en in sei­ne Hei­mat­stadt Deir az-Zour rei­sen. Es ist der Früh­ling 2011 und auf den Stra­ßen pro­tes­tiert die Bevöl­ke­rung fried­lich für ein demo­kra­ti­sches Leben und gegen die Will­kür­herr­schaft von Prä­si­dent Baschar al-Assad. Hamm­ou­dis Pass­ver­län­ge­rung fällt aller­dings büro­kra­ti­scher Schi­ka­ne zum Opfer und er darf nicht mehr ausreisen.

Amal ist eine Toch­ter der syri­schen Ober­schicht, die sich in Damas­kus an den Demons­tra­tio­nen betei­ligt, um eine freie­re Zukunft zu ermög­li­chen. Doch das Regime beschat­tet sie, nimmt sie fest und ver­hört sie.

Ent­lang der Ereig­nis­se des sich ent­wi­ckeln­den Bür­ger­krie­ges ver­wan­deln sich die opti­mis­ti­schen Lebens­läu­fe Hamm­ou­dis, Amals und ihres Freunds Yous­sef zu Flucht­bio­gra­fien. Alle drei flie­hen über das Meer und erle­ben das Grau­en über­füll­ter Boo­te, ertrin­ken­der Men­schen und der Insel Morias.

In Ber­lin, wäh­rend ihrer Asyl­ver­fah­ren, tref­fen sie zufäl­lig auf­ein­an­der. Amal hasst es, sich nicht auf Deutsch ver­ständ­lich machen zu kön­nen und dass in den Behör­den nie­mand außer den Secu­ri­ty-Män­nern in der Lage ist, auch nur das pri­mi­tivs­te Eng­lisch zu spre­chen. Sie hasst es, als Mus­li­min und Schma­rot­ze­rin ange­se­hen zu wer­den, und sie hasst sich selbst.

Aktua­li­tät und Bamberg-Bezug

Für ihre ers­te Regie­ar­beit der aktu­el­len Spiel­zeit hat ETA-Inten­dan­tin Sibyl­le Broll-Pape zusam­men mit Dra­ma­tur­gie Petra Schil­ler eine Büh­nen­fas­sung des Romans erstellt, die sie nun außer­dem insze­niert. Maß­geb­lich für die Ent­schei­dung für die­ses Pro­jekt war vor allem die Aktua­li­tät der lite­ra­ri­schen Vor­la­ge und die Mög­lich­keit, sie auch auf Bam­berg zu beziehen.

„Seit Jah­ren“, sagt Sibyl­le Broll-Pape, „wird auf dem Gebiet Syri­ens ein Stell­ver­tre­ter­krieg geführt und die inter­na­tio­na­le Staa­ten­ge­mein­schaft ringt schon genau­so lan­ge um eine poli­ti­sche Lösung des Kon­flikts. Assad hat bis 2020 über 100.000 Men­schen fest­neh­men las­sen. Vie­le davon sind nicht wie­der auf­ge­taucht. Der Fol­ter­tod von Zehn­tau­sen­den ist bewie­sen. Unzäh­li­ge Zivilist*innen sind gestor­ben bei Gift­gas­an­grif­fen, bei Atta­cken auf Wohn­vier­teln und geziel­ten Angrif­fen auf Spi­tä­ler und 12 bis 14 Mil­lio­nen Men­schen wur­den zu Flücht­lin­gen gemacht.“

Tau­sen­de der fast 800.000 Syre­rin­nen und Syrer, die den lebens­ge­fähr­li­chen Flucht­weg über das Mit­tel­meer oder über Land Euro­pa wag­ten, haben die­sen nicht über­lebt. Trotz die­ser erschüt­tern­der Zah­len ver­har­ren sol­che Ereig­nis­se in der west­li­chen Vor­stel­lung oft nur in der Fer­ne der Nach­rich­ten­welt. Mit der ANKER-Ein­rich­tung hat Bam­berg aller­dings eine Anlauf­stel­le für Geflüch­te­te. „Wir könn­ten allen drei­en, Hamm­ou­di, Amal und Yous­sef, hier auf den Stra­ßen begegnen.“

Kei­ne Diver­si­tät in der Besetzung

In der Insze­nie­rung von „Gott ist nicht schüch­tern“ über­neh­men Anto­nia Bockel­mann, Eli­as Rei­chert, Ste­fan Herr­mann, Phi­li­ne Büh­rer und Dani­el Seni­uk die Rol­len. Auf­fäl­lig an der Beset­zung ist jedoch, dass nie­mand mit ara­bi­schen Wur­zeln berück­sich­tigt wur­de, obwohl das Stück vom Leben syri­scher Geflüch­te­ter han­delt. Ist da Kri­tik auf­grund man­geln­der Diver­si­tät nicht programmiert?

Sibyl­le Broll-Pape sagt dazu: „Die Autorin selbst ver­weist dar­auf, dass Erfah­rung poli­ti­scher Ver­fol­gung, Ver­trei­bung und Flucht nicht neu sei­en. In den 30er- und 40er-Jah­ren waren es bei­spiels­wei­se vor allem Flücht­lin­ge aus Deutsch­land, die anders­wo um Auf­nah­me baten.“

Olga Grjas­no­was „Gott ist nicht schüch­tern“ leh­ne sich sogar expli­zit an deut­sche Exil­li­te­ra­tur an. „Es gibt Sze­nen, die direkt auf bei­spiels­wei­se Wer­ke von Erich Maria Remar­que ver­wei­sen. Olga Grjas­no­was jüdi­sche Groß­mutter muss­te mit 14 Jah­ren vor den Natio­nal­so­zia­lis­ten aus Weiß­russ­land flie­hen, bis ihr Weg sie irgend­wann nach Aser­bai­dschan führ­te und die selbst mit elf Jah­ren nach Deutsch­land kam. Das The­ma geht uns also alle an und der Kon­flikt in Syri­en kann stell­ver­tre­tend für so vie­le ande­re Krie­ge ver­stan­den wer­den. Außer­dem haben wir beim Erstel­len der Fas­sung, der Beset­zung und den Pro­ben ein Erzähl­kon­zept ent­wi­ckelt, das die urei­gens­ten Mit­tel von Thea­ter bedient und somit kei­ne nega­ti­ven Erzähl­mus­ter reproduziert.“

War­um Gott nicht schüch­tern ist

Beim Gott, auf den sich der Titel „Gott ist nicht schüch­tern“ bezieht, han­delt es sich um Baschar al-Assad. „Und der ist tat­säch­lich nicht gera­de schüch­tern“, sagt Sibyl­le Broll-Pape. „Amal, Yous­sef und Hamm­ou­di ste­hen im Zen­trum der Geschich­te. Ihre Gene­ra­ti­on ist die ers­te, die nichts außer der tota­len Herr­schaft des Assad-Regimes kennt, das wie eine gott­ge­ge­be­ne Ord­nung auf­tritt. Mehr noch: Assad ist grö­ßer als Gott, zumin­dest sug­ge­riert dies sei­ne Omni­prä­senz, und sei es in Form von Por­träts, die in jedem Win­kel des Lan­des hän­gen, wie Vogel­scheu­chen, die die Men­schen ängs­ti­gen und ver­trei­ben sol­len. So heißt es im Roman.“

Am 28. Janu­ar um 19:30 hat „Gott ist nicht schüch­tern“ Premiere.

Umfang­rei­ches Jubi­lä­ums­pro­gramm in die­sem Jahr

E.T.A. Hoff­mann – „Unheim­lich fantastisch“

Das Jahr 2022 steht im kul­tu­rel­len Bam­berg ganz unter dem Stern des Geden­kens an Ernst Theo­dor Ama­de­us Hoff­mann. Die­ser viel­sei­ti­ge Künst­ler ver­starb am 25. Juni 1822. Anläss­lich des 200. Todes­ta­ges sind für die­ses Jahr zahl­rei­che Ver­an­stal­tun­gen geplant.

E.T.A. Hoff­mann hat­te fünf Jah­re in Bam­berg ver­bracht, die ihn als Mensch und Künst­ler nach­hal­tig geprägt haben – dar­auf fußt die Ver­bun­den­heit des Künst­lers mit die­ser Stadt. Unter dem Titel „Unheim­lich Fan­tas­tisch“ fin­den in die­sem Jubi­lä­ums­jahr zahl­rei­che Ver­an­stal­tun­gen in den ver­schie­dens­ten Kunst­spar­ten statt, genau­so facet­ten­reich und spar­ten­über­grei­fend wie der Kom­po­nist, Lite­rat, Illus­tra­tor, Musik­kri­ti­ker und Jurist einst arbei­te­te. Dar­über infor­miert das Kul­tur­amt der Stadt Bamberg.

In Bam­berg wer­den Insti­tu­tio­nen wie die Bam­ber­ger Sym­pho­ni­ker, das ETA Hoff­mann Thea­ter, die Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg und freie Akteu­re der Kul­tur­sze­ne wie das Thea­ter im Gärt­ner­vier­tel, der Rosen­gar­ten-Sere­na­den e.V., das Bam­ber­ger Mario­net­ten­thea­ter und vie­le wei­te­re in ihrem Jah­res­pro­gramm den Künst­ler auf­neh­men oder thematisieren.

Das gesam­te bun­des­wei­te Jah­res­pro­gramm wird maß­geb­lich von der Staats­bi­blio­thek Ber­lin koor­di­niert und gestal­tet. In Zusam­men­ar­beit mit der Staats­bi­blio­thek Bam­berg und dem Frei­en Deut­schen Hoch­stift wur­de eine Wan­der­aus­stel­lung zu Leben und Werk Hoff­manns kon­zi­piert. Die als Gesamt­schau zu Hoff­mann ange­leg­te und an ein brei­tes Publi­kum gerich­te­te Schau wird im Früh­jahr zunächst im Biblio­theks­mu­se­um der Staats­bi­blio­thek zu Ber­lin Unter den Lin­den zu sehen sein. Vom 24.07. – 29.10.2022 wird die Aus­stel­lung in Bam­berg in der Staats­bi­blio­thek aus­ge­stellt sein. Ende Novem­ber zieht die Aus­stel­lung dann in das neue Roman­tik-Muse­um in Frank­furt am Main.


Son­der­aus­stel­lung im E.T.A.-Hoffmann-Haus

Neben der stän­di­gen Aus­stel­lung ist in die­ser Sai­son eine Aus­ein­an­der­set­zung zum The­ma der Fan­ta­sie im Hoff­mann­schen Sin­ne zu sehen. Die­se ent­steht in Koope­ra­ti­on mit der Hegel­wo­che der Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät. Sowohl bil­den­de Künst­le­rin­nen und Künst­ler als auch Autorin­nen und Autoren wer­den beauf­tragt, Wer­ke bei­zu­steu­ern, um so dem Wech­sel­spiel von Den­ken und Fan­ta­sie­ren näher und dem Uner­gründ­li­chen auf die Spur zu kom­men. Das E.T.A.-Hoffmann-Haus öff­net zum 1. Mai 2022 sei­ne Pforten.

Aus­zeich­nung für das ETA Hoff­mann Theater

Audio-Walk „ETA: Zei­ge dei­ne Stadt auf dei­ne Weise“

Der Bun­des­ver­band der Jugend­kunst­schu­len und kul­tur­päd­ago­gi­schen Ein­rich­tun­gen hat das Audio-Walk-Pro­jekt „ETA: Zei­ge dei­ne Stadt auf dei­ne Wei­se“ des ETA Hoff­mann Thea­ters ausgezeichnet.

Unter der Lei­tung von Thea­ter­päd­ago­gin Saskia Zink hat das ETA Hoff­mann Thea­ter eine per­for­ma­ti­ve Bam­ber­ger Stadt­füh­rung, den Audio-Walk „ETA: Zei­ge dei­ne Stadt auf dei­ne Wei­se“, erschaf­fen. Zusam­men mit dem ETA Hoff­mann Thea­ter, dem Zen­trum Welt­erbe Bam­berg und der Inno­va­ti­ven Sozi­al­ar­beit (iSo) e.V. haben Jugend­li­che im Früh­ling und Som­mer 2021 die Stadt­füh­rung erar­bei­tet, vor­ge­führt und in eine digi­ta­le Kar­ten­an­wen­dung überführt.

Unter dem Mot­to „Kind­heits­er­in­ne­run­gen“ lei­tet der Audio-Walk anhand von Audio­auf­nah­men Besu­che­rin­nen und Besu­cher durch die Stadt. Dabei geht es nicht in ers­ter Linie um Sehens­wür­dig­kei­ten, son­dern dar­um, wie die Jugend­li­chen die Stadt gese­hen haben.

Unter­stüt­zung bekam das Pro­jekt vom Deut­schen Büh­nen­ver­ein im Rah­men des För­der­pro­gramms „Kul­tur macht stark. Bünd­nis­se für Bil­dung“. Und eine Aus­zeich­nung gab es auch bereits. Der Bun­des­ver­band der Jugend­kunst­schu­len und kul­tur­päd­ago­gi­schen Ein­rich­tun­gen hat das Audio-Walk-Pro­jekt „ETA: Zei­ge dei­ne Stadt auf dei­ne Wei­se“ des ETA Hoff­mann Thea­ters als eines der zehn bes­ten Pro­jek­te ausgezeichnet.

ETA Hoff­mann Theater

Advents­ca­fé und Lesung

Am 19. Dezem­ber fei­ert das ETA Hoff­mann Thea­ter den vier­ten Advent wie­der mit einem Advents­ca­fé und einer Lesung. Mit dem dies­jäh­ri­gen Mot­to kön­nen wahr­schein­lich alle etwas anfan­gen: „Kurz vor Weih­nach­ten geht doch immer was schief.“

Wer kennt das nicht? Weih­nach­ten kommt Tag für Tag näher, aber Fei­er­tags­ent­span­nung will sich ein­fach nicht ein­stel­len. Ganz im Gegen­teil, es steigt der Stress. Man fin­det nicht recht­zei­tig oder über­haupt kei­ne pas­sen­den Geschen­ke, die Weih­nachts­gans ver­brennt im Ofen, es gibt Streit unter dem Weih­nachts­baum und so weiter.

Pas­send dazu ver­an­stal­tet das ETA Hoff­man Thea­ter am kom­men­den Sonn­tag um 15 Uhr in der Treff­bar ein Advents­ca­fé samt Lesung von Flo­ri­an Wal­ter. Das Mot­to der vor­weih­nacht­li­chen Ver­an­stal­tung lau­tet „Kurz vor Weih­nach­ten geht doch immer was schief!“.

Thea­ter­päd­ago­gin Sophie Rin­tel­mann, die das Advents­ca­fé orga­ni­siert, hat das Mot­to ausgewählt,weil wahr­schein­lich alle damit und mit Weih­nachts­stress etwas anfan­gen kön­nen. „Jedes Jahr nimmt man sich vor”, sagt sie, „die­ses Jahr schaf­fe ich es, das Fest ruhig anzu­ge­hen, ganz ohne Stress. Aber es kommt eben nie ganz so, wie man es sich vornimmt.“

Sie selbst hat auch Erfah­rung mit Weih­nachts­är­ger. „In mei­ner Kind­heit hat­ten wir in der Fami­li­en mal einen ver­güns­tig­ten Baum gekauft. Als wir ihn zuhau­se auf­stell­ten, ist uns klar gewor­den, war­um er bil­li­ger war. Er roch nach Gül­le. Kurz gesagt: Wir muss­ten den Baum wie­der rauswerfen.“

Auf dem Lese-Pro­gramm des Advents­ca­fés ste­hen dar­um auch nur Geschich­ten, bei denen mot­to­ge­mäß auch eini­ges schief geht. Wel­che Geschich­ten es genau sind, ent­schei­det Sophie Rin­tel­mann am Sonn­tag spon­tan anhand der Alters­truk­tur der Kin­der im Publikum.

Auf jeden Fall wird am vier­ten Advents­sonn­tag ETA-Schau­spie­ler Flo­ri­an Wal­ter auf der Büh­ne der ETA-Treff­bar Platz neh­men und die Geschich­ten bei Punsch und Kek­sen vor­le­sen. Die Lesung ist für alle ab vier Jah­ren geeignet.

Der Ein­tritt zum Advents­ca­fé ist frei, 15 Plät­ze ste­hen zur Ver­fü­gung. Zähl­kar­ten kön­nen an der Thea­ter­kas­se reser­viert wer­den. Bei der Ver­an­stal­tung gilt aber 2G-Plus. Schnell­tests kann das Publi­kum im Vor­feld in Thea­ter­nä­he sonn­tags unter ande­rem in der Tou­rist-Info in der Gey­ers­wörth­stra­ße 5 machen.

Urauf­füh­rung

ETA Hoff­mann Thea­ter: Der end­los tip­pen­de Affe

Mor­gen Abend zeigt das ETA Hoff­mann Thea­ter die Urauf­füh­rung von Björn SC Deig­ners kapi­ta­lis­mus­kri­ti­schem Stück “Der end­los tip­pen­de Affe”. Zutritt gewährt das Thea­ter auf­grund neu­er Coro­na-Bestim­mun­gen aller­dings nur den­je­ni­gen, die die Maß­ga­ben des 2G+ erfüllen.

Setz­te man einen Affen vor eine Schreib­ma­schi­ne und lie­ße ihn bis in alle Ewig­keit tip­pen, würde er an einem bestimm­ten Punkt die gesam­te französische Natio­nal­bi­blio­thek abge­tippt haben. Aus­ge­hend vom die­sem mathe­ma­ti­schen Theo­rem des unend­lich tip­pen­den Affens begibt sich Björn SC Deig­ner in sei­nem für das ETA Hoff­mann Thea­ter geschrie­be­nen Auf­trags­werk in ein Dickicht absur­der Vor­komm­nis­se und Sprach­ver­wir­run­gen. Dort soll der Fra­ge nach­ge­gan­gen wer­den, wo der Sinn beginnt und wie er endet.

Was als mathe­ma­ti­sche Anschau­ung für die Unend­lich­keit dient, wirft die Fra­ge nach Sinn­pro­duk­ti­on auf: Sind wir am Ende alle tip­pen­de Affen, die ver­su­chen, dem eige­nen Kau­der­welsch Bedeu­tung abzuleiten?

Galt die Börse einst als soge­nann­te Rein- bezie­hungs­wei­se Schönschrift der Welt, erscheint sie uns heu­te immer mehr als willkürlicher Zah­len­in­dex. Mit dem Kli­ma­wan­del haben Beschrei­bun­gen und Kar­tie­run­gen von Welt ihre eins­ti­ge Logik ver­lo­ren. Der Kapi­ta­lis­mus erscheint immer mehr als para­do­xe Lebens­form, der wir unter­lie­gen. Gehen unse­re ideo­lo­gi­schen Rah­mun­gen fehl, so lau­ert auch für uns überall der Feh­ler, die Willkür – das Kauderwelsch.

Björn SC Deig­ner ist Autor für Thea­ter und Hörspiel sowie Sound­de­si­gner und Kom­po­nist. Sei­ne Stücke “Der Reichs­kanz­ler von Atlan­tis” (2019) und “Die Poli­zey” (2020) sind bei­de am ETA Hoff­mann Thea­ter uraufgeführt worden.

Regie bei “Der end­los tip­pen­de Affe” führt Mir­jam Loibl, für Büh­ne und Kos­tü­me ist Thi­lo Ull­rich ver­ant­wort­lich, Vic­to­ria Weich für die Dra­ma­tur­gie. Anto­nia Bockel­mann, Anton Dre­ger und Marie-Pau­li­na Schen­del über­neh­men die Spiel­rol­len. Wei­te­re Vor­stel­lun­gen sind für den 25. und 28. Novem­ber geplant sowie für den 1., 3., 9., 15., 17., 22. und 28. Dezember.

Außer­dem öff­net das ETA Hoff­mann Thea­ter heu­te Abend um 20 Uhr dem Publi­kum sei­ne Türen für die Gene­ral­pro­be von „Der end­los tip­pen­de Affe“.

Um Zutritt zum Spiel­ort zu erhal­ten, dem Stu­dio im ETA Hoff­mann Thea­ter, muss im Ein­klang mit von der baye­ri­schen Staats­re­gie­rung für den 24. Novem­ber ange­kün­dig­ten Ände­run­gen bei den Coro­na-Bestim­mun­gen 2G+ ein­ge­hal­ten wer­den. Das bedeu­tet, das Publi­kum muss geimpft bezie­hungs­wei­se gene­sen sein, und eine Beschei­ni­gung über einen nega­ti­ven Coro­na-Test (ein Schnell­test, der höchs­tens 24 Stun­den oder ein PCR-Test, der maxi­mal 48 Stun­den alt ist) vorlegen.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu aktu­el­len Coro­na-Bestim­mun­gen unter:

www.theater.bamberg.de

Pre­mie­re vor Publikum

Das Weih­nachts­mär­chen im ETA Hoff­mann Theater

Am kom­men­den Sams­tag, dem 13. Novem­ber, um 16 Uhr, fei­ert das Weih­nachts­mär­chen „Herr Bel­lo und das blaue Wun­der“ von Paul Maar und Ulrich Lim­mer sei­ne Pre­mie­re vor Publi­kum im ETA Hoff­mann Theater.

Ursprüng­lich für die Weih­nachts­zeit 2020/​/​21 geplant, konn­te „Herr Bel­lo“ coro­nabe­dingt nur online gezeigt wer­den. Umso mehr freu­en sich die Betei­lig­ten um Regis­seu­rin Jana Vet­ten, das Fami­li­en­stück jetzt den klei­nen und gro­ßen Zuschau­en­den prä­sen­tie­ren zu können.


Der Bam­ber­ger Kin­der­buch­au­tor Paul Maar hat mit den Geschich­ten von “Herr Bel­lo” eine eben­so magi­sche wie ver­spiel­te Welt erschaf­fen, in der die Schwie­rig­kei­ten des mensch­li­chen Zusam­men­le­bens und ganz all­täg­li­che Kin­der­pro­ble­me auf amü­san­te und wunderbar­ tie­ri­sche Wei­se ver­han­delt werden.


Zum Stück

Der Apo­the­ker Stern­heim besitzt eine klei­ne Apo­the­ke im länd­li­chen Raum. Dort wohnt er ger­ne, weil er hier Ruhe und viel Zeit für sei­nen Sohn Max hat, den er allei­ne erzieht. Vor Kur­zem zog Frau Licht­blau in den obe­ren Stock des Hau­ses ein. Sofort emp­fin­den Herr Stern­heim und Frau Licht­blau eine gewis­se Zunei­gung, doch Vater Stern­heim möch­te eigent­lich nicht, dass sein Sohn eine neue Mut­ter bekommt, und Max selbst behagt die­se Vor­stel­lung über­haupt nicht.

Als eine geheim­nis­vol­le alte Frau eines Tages einen zau­ber­haf­ten blau­en Saft in die Apo­the­ke von Max Stern­heim und sei­nem Vater bringt, nimmt das Unheil sei­nen Lauf. Hund Bel­lo ist näm­lich dum­mer­wei­se so unvor­sich­tig und schlab­bert die gan­ze Fla­sche des blau­en Tranks aus – wodurch sich Bel­lo blitz­schnell in den Men­schen “Herr Bel­lo” ver­wan­delt. Auch Herr Bel­lo ist ver­liebt in Frau Licht­blau und Max sieht dar­in eine gro­ße Chan­ce, sei­nen Herrn Bel­lo und Frau Licht­blau zu ver­kup­peln, damit er sei­nen Vater wei­ter­hin ganz für sich allei­ne hat. Doch das “blaue Wun­der”, der Trank, führt zu einer lan­gen und amü­san­ten Ket­te von Ver­wick­lun­gen, denn nicht nur Hund Bel­lo hat davon gekos­tet. Und außer­dem ist es für Herrn Bel­lo gar nicht so leicht, als Hund im Kör­per eines Men­schen zu leben.


Beset­zung

Dani­el Dietrich

Lara Hel­ler

Ste­fan Herrmann

Flo­ri­an Walter

Eric Wehlan


Hygie­ne­be­stim­mun­gen

Besu­che­rin­nen und Besu­cher wer­den gebe­ten, sich tages­ak­tu­ell über die Web­site https://theater.bamberg.de/ oder die Thea­ter­kas­se (0951÷87−3030) über die jeweils gel­ten­den Hygie­ne­be­stim­mun­gen zu infor­mie­ren.
Wei­te­re Vor­stel­lun­gen im Frei­en Ver­kauf fin­den statt am 14. Novem­ber um 16:00 Uhr, am 4. Dezem­ber um 15:00 und um 17:00 Uhr, am 5. Dezem­ber um 15:00 und um 17:00 Uhr (geschlos­se­ne Vor­stel­lung) sowie am 26. Dezem­ber um 16:00 Uhr. Kar­ten sind an der Thea­ter­kas­se und auf https://theater.bamberg.de/ erhältlich.