vbw-Pressemitteilung zum bayerischen Außenhandel im Oktober 2025
Bayerischer Außenhandel erfährt leichte Erholung
Der bayerische Außenhandel erfährt eine leichte Erholung insgesamt, aber ein Minus bei den Exportgütern Pkw und Maschinen, wie die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft mitteilt.
Demnach exportierte die bayerische Wirtschaft im Oktober 2025 Waren im Wert von rund 20,6 Milliarden Euro, das waren 4,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Importe stiegen im selben Zeitraum um 3,7 Prozent auf 21,3 Milliarden Euro. Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. gibt sich angesichts der heute vom Landesamt für Statistik veröffentlichten Zahlen weiterhin zurückhaltend. „Der Anstieg sowohl von Export als auch Import im Oktober macht uns vorsichtig hoffnungsvoll. Gleichzeitig haben wir auch in den vergangenen Monaten immer wieder einen leichten Aufschwung erlebt, der dann wieder in den Folgemonaten verpufft ist. Zudem liegen sowohl Aus- als auch Einfuhren des Freistaats in der Gesamtbetrachtung Januar bis Oktober 2025 weiterhin um 0,3 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Die Herausforderungen seien enorm: Die US-Zölle und der sich weltweit ausbreitende Protektionismus, die starke Konkurrenz aus China und ein zu stark aufgewerteter Euro erschwerten unserer internationalisierten bayerischen Exportwirtschaft massiv das Geschäft. „Wir müssen daher von innen heraus wirtschaftlich so stark aufgestellt wie möglich sein. Solange wir aber nicht die tiefgreifenden strukturellen Standortprobleme lösen, können wir unsere Exportindustrie im harten globalen Wettbewerb nicht stärken. Für das neue Jahr erwarten wir daher zügig grundlegende Reformen.“
Die Betrachtung wichtiger Exportmärkte ergibt eine gemischte Lage. „Vor allem bei unserem wichtigsten ausländischen Absatzmarkt, den USA, schmerzt der Exportrückgang weiterhin sehr. Hier fielen unsere Exporte auch im Oktober, und zwar deutlich um fast zehn Prozent. Die neuen wirtschaftlichen Realitäten, ausgelöst durch die US-Zollpolitik, sind immer mehr erkennbar. Auch die Ausfuhren nach China – unserem größten Handelspartner – gingen leicht zurück. Erfreulich ist dagegen, dass sich das Exportgeschäft mit unseren europäischen Nachbarn immer weiter verbessert. Im Oktober sehen wir einen Zuwachs um fast zehn Prozent. Überdurchschnittlich wuchsen unsere Ausfuhren in wichtige Absatzmärkte wie Polen, Spanien, die Niederlande und Italien. Wir dürfen nicht vergessen, welches wirtschaftliche Potenzial im europäischen Binnenmarkt steckt. Wir müssen wirtschaftlich noch enger zusammenwachsen“, so Brossardt.
Bei den Ausfuhren der wichtigsten Exportgüter zeigt sich ein schwieriges Bild. „Die Exporte von Pkw und Maschinen gingen auch im Oktober erneut zurück – um sieben beziehungsweise knapp fünf Prozent. Der Trend setzt sich fort: Zwei unserer wichtigsten Exportprodukte verlieren zunehmend an globalen Exportanteilen. Das ist verheerend. Positiv war zumindest, dass sich die Ausfuhren für Geräte zur Elektrizitätserzeugung und ‑verteilung um 9,2 Prozent erhöht haben“, erklärt Brossardt und betont: „Die Zahlen geben leider weiterhin keinen Anlass für großen Optimismus. Im Gegenteil: Unser Standort steckt weiterhin in einer echten Wettbewerbsfähigkeitskrise. Jetzt gilt es im kommenden Jahr die Weichen dafür zu stellen, dass unsere Wirtschaft für die Zukunft gut aufgestellt ist.“
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vbw-Pressemitteilung zum bayerischen Außenhandel
Export- und Importgeschäft im ersten Halbjahr 2025 im Minus
Die bayerische Wirtschaft exportierte im ersten Halbjahr 2025 Waren im Wert von fast 114 Milliarden Euro, das waren knapp ein Prozent weniger als im Vorjahr. Dies teilt die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. mit.
Die Importe sanken demnach ebenfalls um rund ein Prozent auf 112,5 Milliarden Euro. Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. gibt sich angesichts der heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen weiterhin besorgt. „Wie befürchtet, sind die Zahlen in diesem Jahr sowohl für Ausfuhren als auch Einfuhren bislang rückläufig. Die Vorzieheffekte aufgrund der US-Zölle haben nur für einen zwischenzeitlichen Anstieg der Exporte gesorgt, im gesamten ersten Halbjahr ergibt sich jedoch ein Minus im Vorjahresvergleich. Zudem drückt die weiterhin schwache Inlandsnachfrage das Importgeschäft. Die tiefgreifenden strukturellen Probleme unseres Standorts verhindern weiterhin ein dauerhaftes Comeback unserer Wirtschaft. Wir setzen auf die Bundesregierung, dass sie die Vollendung der Wirtschaftswende weiter entschlossen angeht“, betont vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Die Betrachtung der wichtigsten Exportmärkte ergebe ein gemischtes Bild. „Stark rückläufig waren die Exporte nach China – sie sanken um knapp 25 Prozent. Unsere Betriebe spüren die chinesische Konkurrenz vor Ort, auch durch unfaire Wettbewerbsverzerrungen seitens China“, erklärt Brossardt. Die Volksrepublik sei aber unser größter Handelspartner und drittgrößter Exportmarkt. Auch mit den USA sei ein Rückgang der Ausfuhren um rund drei Prozent zu sehen. Bislang habe der EU-US-Zolldeal nur bedingt für Planungssicherheit gesorgt. „Für den Deal zahlen wir gleichzeitig einen wirtschaftlich hohen Preis und müssen mit Einbußen im Exportgeschäft rechnen. Die Exporte in die EU stiegen dagegen um rund ein Prozent. Ebenfalls sinkende Ausfuhren um bis 3,6 Prozent verzeichnen wir bei unseren wichtigsten europäischen Absatzmärkten Frankreich und Österreich.“
Die Ausfuhren der wichtigsten Exportgüter lagen im ersten Halbjahr 2025 ebenfalls im Minus. „Insgesamt wurden vier Prozent weniger Maschinen und 3,5 Prozent weniger Pkw exportiert. Das gleiche gilt für Kfz-Teile, chemische Produkte und elektrische Ausrüstungen, deren Ausfuhren zwischen zwei und sechs Prozent gesunken sind.“ Auffällig sei dagegen der starke Exportzuwachs von Pharmaprodukten und Luftfahrtzeugen und ‑teilen zwischen 33 und knapp 50 Prozent – auch wenn beide einen eher geringen Anteil am Gesamtexport hätten. „Die Zahlen dokumentieren die weiterhin herausfordernde Lage. In einem immer härter werdenden globalen Wettbewerb, geprägt durch Protektionismus und unfaire Wettbewerbspraktiken, müssen wir unseren Unternehmen deshalb noch mehr den Rücken stärken. Dazu müssen wir noch entschiedener für einen attraktiven und wettbewerbsfähigen Standort arbeiten“, so Brossardt abschließend.
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Bayerischer Außenhandel im November 2024
Exporte eingebrochen, auch in die USA und nach China
Die bayerischen Exporte verzeichneten laut der heute vom Landesamt für Statistik veröffentlichten Zahlen im November 2024 einen Rückgang um über elf Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf 18,7 Milliarden Euro. „Wir müssen wieder mehr Wirtschaft wagen“, so die Forderung der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. dazu.
„Auch die Exporte in die USA – unserem wichtigsten Exportmarkt – gingen im November um knapp zehn Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zurück. Im Jahresverlauf sehen wir eine klare Abwärtsdynamik“, erläutert Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. Die stark gesunkenen Exporte in die USA sind aus Sicht der vbw ein dramatisches Signal. „Im Dezember und Januar erwarten wir bei den Exporten in die USA etwas bessere Zahlen, da die Unternehmen wegen der Unwägbarkeiten auf dem US-Markt noch so weit wie möglich ihre Lager aufgefüllt haben dürften. Aber für die Zeit danach sind wir sehr skeptisch. Wir sehen Trumps Ankündigungen von Strafzöllen auf US-Importe in Höhe von zehn bis 20 Prozent mit großer Sorge. Diese würden Produkte bayerischer Hersteller teurer und damit weniger wettbewerbsfähig auf dem US-Markt machen. Kommt es als Folge der US-Zollanhebungen zu Gegenreaktionen und dadurch zu einem allgemeinen Anstieg der Handelshemmnisse weltweit, wären Deutschland und Bayern als besonders exportorientiert überdurchschnittlich betroffen. Ein Wettlauf bei Strafzöllen kennt nur Verlierer“, gibt Brossardt zu Bedenken.
Die Exporte in die restlichen EU-Staaten gingen im November ebenfalls um 10,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurück. „Die Ausfuhren nach China nahmen im November sogar um über 25 Prozent ab. Damit verzeichneten die Ausfuhren in alle führenden Exportländer deutliche Rückgänge. Lediglich die Ausfuhren auf den afrikanischen Kontinent nahmen um über elf Prozent zu – eine Region, die wir verstärkt in den Blick nehmen sollten“, so Brossardt.
Die Rückgänge beim Export zeigen sich über alle Branchen und Warengruppen hinweg. „Die Exporte von pharmazeutischen Erzeugnissen sanken sogar um fast 33 Prozent, die von Pkw gingen um überdurchschnittliche 14 Prozent zurück“, erläutert Brossardt und ergänzt: „Erneut zeigt sich: 2024 war wirtschaftlich ein verlorenes Jahr. Die neue Regierung muss mutig handeln. Wir brauchen Veränderungsbereitschaft und mehr Freiheit für unsere Unternehmen statt Gängelung. Wir müssen wieder mehr Wirtschaft wagen“, so Brossardt abschließend.
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2020 hartes Jahr für oberfränkische Exporteure
Corona, Trump, Brexit, Pkw-Nachfrage– 2020 mit vielen Herausforderungen
Im April und Mai vergangenen Jahres waren von heute auf morgen alle Exportmärkte weggebrochen, die oberfränkische Industrie verkaufte rund ein Drittel weniger als sonst ins Ausland. Unerwartet schnell hat sich der Außenhandel aber wieder stabilisiert, im Dezember 2020 wurde sogar wieder mehr exportiert, als im Vorjahresmonat, so die IHK für Oberfranken Bayreuth in einer aktuellen Analyse.
Die Corona-Pandemie hat beim oberfränkischen Export 2020 eine deutliche Spur hinterlassen. Zwar hatte Oberfranken bereits vor der Corona-Krise einen leichten Rückgang beim Auslandsumsatz zu verzeichnen, allerdings folgte im 2. Quartal mit ‑24,4 Prozent der stärkste Einbruch seit der Finanzkrise 2009.
Oberfränkische Exportwirtschaft hat sich schnell wieder erholt
Die oberfränkische Exportwirtschaft hatte sich vergleichsweise schnell von der ausgeprägten Nachfrageflaute und dem Zusammenbruch der Lieferketten im April 2020 erholt. „Nach einem Minus von 28 Prozent im April und von 31 Prozent im Mai stabilisierte sich die Situation im Juni bereits wieder. Aber erst im November und Dezember haben die Exporte wieder das Vorjahresniveau erreicht”, so Sara Franke, Leiterin Bereich International.
Diesen Verlauf verzeichneten praktisch alle Branchen; mal stärker, mal schwächer ausgeprägt. Ganz anders die Entwicklung im Bereich Glas und Keramik: Diese Branche verzeichnete im ersten und dritten Quartal ein Exportplus von rund 40 Prozent und im zweiten Quartal ein Plus von 15 Prozent. Dafür brach der Umsatz im 4. Quartal um 27 Prozent ein.
Kfz-Zulieferer besonders betroffen
Über das ganze Jahr hinweg betrachtet ging der oberfränkische Auslandsumsatz um 10,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro zurück. Allen voran trugen die Kfz-Zulieferer und die Bekleidungshersteller mit einem deutlichen Exportrückgang von über 20 Prozent zu dieser Entwicklung bei. Knapp dahinter folgen die Möbelhersteller, die Hersteller chemischer Erzeugnisse und der Maschinenbau mit Exportrückgängen von über 15 Prozent über das ganze Jahr hinweg betrachtet. „Das Jahr 2020 war etwa für die Automobil- und die Bekleidungsindustrie weltweit ein schweres Jahr, da macht auch die oberfränkische Wirtschaft leider keine Ausnahme”, so Franke.
Allerdings verzeichneten nicht alle Branchen einen Exportrückgang. Die Hersteller von Glas und Keramik konnten im abgelaufenen Jahr 14,8 Prozent mehr exportieren als 2019. Auch die Hersteller von Textilien (+2,6 Prozent) und die Produzenten sonstiger Waren (+3,9 Prozent) konnten ihre Exporte steigern.
2021 mit schwachem Start
Franke: „Anfang 2021 fing der Exportmotor wieder zu stottern an, erst im März 2021 verzeichnet die oberfränkische Wirtschaft mit einem Plus von 14 Prozent wieder einen spürbaren Anstieg, getragen in erster Linie von den Kfz-Zulieferern.”
Bayerische Exporte 2020 auf breiter Front rückläufig
Der Exportrückgang im Jahr 2020 war nicht auf Oberfranken beschränkt, wie die IHK für Oberfranken in einer Analyse feststellt. In manchen Ländern konnte die bayerische Wirtschaft trotz der schwierigen Rahmenbedingungen ihre Position ausbauen. Insgesamt ging das Exportvolumen allerdings um 11,3 Prozent zurück.
Die Exportentwicklung Bayerns hatte 2020 etwas von einer Achterbahnfahrt. Wurde das erste Quartal belastet von der Exportschwäche der Kfz-Industrie, stürzten die Exportzahlen im zweiten Quartal generell in den Keller, um sich dann wieder vergleichsweise schnell zu stabilisieren. Im Dezember 2020 verzeichnete die bayerische Industrie erstmals seit Dezember 2019 wieder einen Exportzuwachs. Insgesamt gingen die bayerischen Exporte gegenüber 2019 um 21,4 Milliarden Euro auf 168,2 Milliarden Euro zurück.
Mehr Exporte in die Türkei, nach Litauen oder Uganda
Zur Erholung trugen die Handelspartner in den verschiedenen Ländern in unterschiedlichem Maßstab bei. Während die Exporte nach China, Ungarn oder Polen bereits ab dem dritten Quartal wieder über dem Vorjahresniveau lagen, dauerte die Erholung der Handelsbeziehungen mit anderen Ländern länger, etwa bei Norwegen, den VAE oder Irland. “Die Exporte in die USA, nach Großbritannien, Italien oder Japan haben sich zwar in der zweiten Jahreshälfte ebenfalls stabilisiert, verzeichneten aber über das gesamte Jahr hinweg einen Negativtrend”, so Sara Franke, Leiterin International bei der IHK für Oberfranken Bayreuth. Ganz anders die Entwicklung der Exporte in die Türkei, nach Litauen oder Uganda: hier stiegen die Exporte selbst im zweiten Quartal, dem Höhepunkt der Exportkrise. Insgesamt sind die bayerischen Exporte auf das Niveau von 2013 zurückgefallen.
„2020 hat sich gezeigt, dass sich eine Resilienz bei den Lieferketten in beide Richtungen bezahlt machen kann, denn nicht alle Länder waren zur gleichen Zeit gleich stark von den Corona-Auswirkungen betroffen. Gerne unterstützen wir die Unternehmen, die sich international breiter aufstellen möchten”, so Franke.
USA bleibt als Abnehmerland führend
Trotz des großen Einbruchs der Exporte in die USA bleibt das Land weiterhin größter Abnehmer bayerischer Exporte mit 17,2 Milliarden Euro vor China (15,7) und Österreich (13,2). Großbritannien ist 2020 als Abnehmerland um einen Platz auf Rang 6 zurückgefallen, Japan von 14 auf 17, die Türkei kletterte von Rang 20 auf 18 und Taiwan von 28 auf 23. Tschechien bleibt unter den Abnehmerländern auf Rang 9.
Teils erhebliche Verschiebungen seit 2010
Seit 2010 gab es einige Verschiebungen bei der Bedeutung der Abnehmerländer, überraschenderweise fällt das Vereinigte Königreich nicht darunter. Zwar sanken die Exporte nach Großbritannien seit 2015 um 5,1 Milliarden auf 10,2 Milliarden Euro, diesem Bedeutungsverlust waren aber hohe Zuwächse um 5,9 Milliarden Euro seit 2010 vorangegangen.
Im vergangenen Jahrzehnt als Abnehmerland zurückgefallen sind vor allem Spanien (von Rang 8 auf 12), Brasilien (von 20 auf 28) Singapur (von 22 auf 31) und Iran (von 40 auf 71). Eingebrochen sind die Exporte vor allem nach Syrien, Afghanistan und Venezuela, nicht wirklich überraschend angesichts der Lage vor Ort.
Immer mehr an Bedeutung gewonnen haben dagegen China (von Rang 3 auf Rang 2 der wichtigsten Abnehmerländer), Polen (von 12 auf 7), Rumänien (von 25 auf 19), Malaysia (von 32 auf 24) und Mexiko (von 33 auf 22). Sogar 65 Plätze gut machen auf Rang 84 konnte Kambodscha.