Rund 300 Gäste feierten im Ziegelbau
Emotionale Sportgala des Förderkreis goolkids
Zum siebten Mal fand am vergangenen Samstag (25. Oktober) die goolkids-Sportgala statt. Die Klammer des Abends bildete Initiator Robert Bartsch. Zu Beginn blickte ein Einspielfilm, mit Bartsch als Erzähler, auf die Anfänge des Förderkreises zurück. Und am Ende der Gala überraschte das Team von goolkids seinen Gründer mit dem Video „Danke, Robert!“. Unter großer Rührung, sowohl im Publikum als auch auf der Bühne, verdeutlichte der Film noch einmal das Ausmaß von Bartsch‘ Engagement der vergangenen zehn Jahre. Die Gäste reagierten mit stehenden Ovationen. Doch der Abend hatte noch viele weitere tolle und emotionale Momente zu bieten.
Dem Einspieler folgte die Begrüßung durch Moderator Matthias „Stego“ Steger und anschließend ein Grußwort von Oberbürgermeister Andreas Starke.
Danach betraten die goolkids-Vorstände Anna Niedermaier und Wolfgang Heyder gemeinsam mit Wilfried Kämper vom Namensgeber Magnat die Bühne, zeigten sich selbst begeistert von der Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren und gaben einen kurzen Abriss über die unterschiedlichen Projekte unter dem gookids-Dach.
Zum Projekt Inklusions-Fußball, das in Zusammenarbeit von goolkids mit dem FV 1912 Bamberg läuft, kam der stellvertretende 12-er-Kapitän Andreas Güßregen zu einem kurzen Interview mit Moderator Steger auf die Bühne, zum Fitness-Projekt RehaFit Trainer Franz Bezold gemeinsam mit drei seiner AthletInnen. Initiator Robert Bartsch informierte über das Sammelcenter, das quasi direkt mit goolkids vor zehn Jahren startete und dazu dient, bedürftige Kinder mit Sportklamotten zu versorgen. In diesem Zusammenhang überreichte er Lilo Fischer, „ohne die das Sammelcenter nicht möglich wäre“, einen Blumenstrauß und dankte ihr von ganzem Herzen. Von ihr erhielt er umgehend die Zusage, solange es ihr gesundheitlich möglich ist, für goolkids da zu sein.
Stehende Ovationen für Gründer Robert Bartsch
Dr. Schönberger stellte im Namen des Bamberg Gutschein-Teams die Aktion „3 x Glück“ vor, bei der ein Teil des Erlöses gekaufter Gutscheine an vier Projekte geht. Begünstigte sind neben dem Förderkreis goolkids die Stiftung Zirkus Giovanni, der Förderverein der Lebenshilfe Bamberg „Hand in Hand“ und das Kinder- und Jugendhospiz Sternenzelt.
goolkids-Sozialpädagogin Lisca Dogan gab ein Feedback über Projekte wie „Rollstuhlsport macht Schule“ und die Inklusionsmesse und blickte auf den Benefiz-Lauftreff am 6. Dezember, bevor die AthletInnen, die bei den Special Olympics Medaillen gewannen, und ihr Trainer Udo Pörschke mit „Stego“ sprachen und Hans Martin Lechner vom Lions Club Residenz über den Bamberger Adventskalender informierte. Um auch weiterhin das Projekt „Rollstuhlsport macht Schule“ sichern zu können, überreichte Mathias Polz, Marketingleiter der Sparkasse Bamberg, einen Scheck.
Die Band Heaven sorgte für die musikalische Unterhaltung der Gala und versteigerte außerdem ein Wohnzimmerkonzert, für welches Matthias Stegers Kumpel den Zuschlag erhielt.
Emotional wurde es, als Johannes Grasser zum Botschafter ernannt wurde. Der junge Mann, lebt seit seiner Geburt mit Tetraspastik und stellt sich dennoch zeit seines Lebens neuen körperlichen Herausforderungen, sei es ein Sprung mit dem Rollstuhl vom Sprungbrett im Schwimmbad, oder das Klettern auf den Zuckerhut in Rio de Janeiro. Mittlerweile ist er als Speaker aktiv und hat vor einem Jahr das Buch „Mich bremst niemand aus“ veröffentlicht. Bei der Ernennung und den jeweiligen Wortbeiträgen von Moderator, goolkids-Vorstandschaft und Johannes Graser selbst hatten alle auf der Bühne Anwesenden mit ihren Emotionen zu kämpfen und im Saal war es still wie den restlichen Abend nicht mehr.
Im Anschluss ging es an die Verleihung von goolkids-Förderpreisen und die Ehrungen von Spielerin und Spieler des Jahres, Mannschaft des Jahres bei den Damen und Mannschaft des Jahres bei den Herren sowie des Funktionärs des Jahres.
Die vier goolkids-Förderpreise gingen an den MTV Bamberg, das Projekt „Wir Helden“, Heiner´s Traumelf und den FV 1912 Bamberg. Mit diesen Auszeichnungen würdigt goolkids Inklusions-Projekte und hofft, dadurch weitere derartige Projekte anzuregen.
Anschließend wurden je drei nominierte FußballerInnen beziehungsweise Mannschaften in Einspielern vorgestellt, bevor die Siegenden verkündet wurden. Bei den Damen räumte die SpVgg Ebing ab, stellte mit Caroline Eberth die Spielerin des Jahres sowie mit der 2. Mannschaft die Mannschaft des Jahres. Spieler des Jahres wurde Nico Imhof vom VfL Mürsbach, Mannschaft des Jahres bei den Herren der SC Kemmern, und als Funktionär des Jahres wurde Sascha Dorsch vom FC Eintracht Bamberg ausgezeichnet.
Zum Ende trat nochmals die goolkids-Vorstandschaft sowie Robert Bartsch auf die Bühne, um ihren Dank auszusprechen an Alle im Backoffice, an Moderator Matthias Steger und an alle Sponsoren, die diesen Abend ermöglichten. In diesem Zuge überraschte das goolkids-Team Initiator Robert Bartsch mit einem Einspielfilm über ihn mit Szenen aus den vergangenen zehn Jahren mit dem Titel „Danke, Robert“.
„Der Abend war eine emotionale Zeitreise mit wunderbaren Menschen und Höhepunkten!“, zeigte sich Bartsch bewegt. „Wir haben als Team weit mehr erreicht als im ersten Schritt gedacht war. Dass unser Streben nach mehr Inklusion im Sport so gut ankommt, hätte ich vorher nie erwartet”, ergänzte er im Rückblick auf seine Vision von vor rund 10 Jahren. „Doch gerade für eine inklusive Sportwelt gibt es noch viel zu tun. Aber durch unseren positiven Anfang werden wir die nächsten Meilensteine höchst motiviert anpacken.“
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Wenn aus einer Idee eine Bewegung wird
Zehn Jahre goolkids
Es begann mit einer Vision: Menschen mit und ohne Behinderung sollten nicht in getrennten Welten leben, sondern auf Augenhöhe, Seite an Seite, in der Mitte der Gesellschaft. Sport, so glaubte der Gründer von goolkids, Robert Bartsch, kann dafür der Schlüssel sein – eine Brücke, die verbindet, Vorurteile abbaut und Freude schenkt. Zehn Jahre später ist aus dieser Idee eine Bewegung geworden, die weit über Bamberg hinausstrahlt.
„In denjenigen zehn Jahren, in denen sich der Förderkreis goolkids in Bamberg und Umgebung für Inklusion und Integration einsetzt, ist es uns gelungen, den Wert der Teilhabe in der Gesellschaft bekannter zu machen und viele inklusive Veranstaltungen zu organisieren“, sagt Gründer Bartsch rückblickend. Was damals klein begann, hat sich zu einem Netzwerk entwickelt, das Politik, Wirtschaft, Schulen und Sportvereine miteinander verbindet.
Ein Jahrzehnt voller Meilensteine
Das Spektrum der Projekte ist beeindruckend und unterstreicht das soziale Engagement: Die Inklusionsmesse informiert seit Jahren über Angebote in der Region. Turniere wie die Franken- und MITeinander-Cups begeistern Sportler:innen mit und ohne Behinderung gleichermaßen. Benefizläufe oder Golfturniere bringen Menschen zusammen, die vielleicht sonst nie miteinander ins Gespräch gekommen wären.
Vor allem aber zeigen Projekte wie „Rollstuhlsport macht Schule“, wie nachhaltig Inklusion wirken kann. In Klassenzimmern und Turnhallen erleben Kinder und Jugendliche, was es bedeutet, im Rollstuhl einen Hindernisparcours zu bewältigen. Sie spielen Rollstuhlbasketball, lachen, schwitzen und vergessen nach wenigen Minuten, dass sie gerade in eine ganz andere Lebensrealität eintauchen: „So lernen die Kinder nicht nur ein soziales Miteinander schätzen, sondern verstehen auch, wie erstrebenswert eine vielfältige und diversitätsfreundliche Gesellschaft ist“, erklärt Robert Bartsch.
Besondere Sternstunden erlebten die goolkids-Athlet:innen bei den Special Olympics: „Jüngst konnten sich Athlet:innen von unserem Kooperationsverein FV 1912 Bamberg für die Special Olympics Landesspiele in Erlangen qualifizieren und dort Medaillen gewinnen“, erzählt er. Für viele sei es das erste Mal gewesen, bei einem großen sportlichen Wettbewerb dabei zu sein – und das Strahlen in den Gesichtern wirke noch lange nach.
Ein weiteres Kapitel, das unvergessen bleibt, war die Host-Town-Rolle während der Special Olympics World Games 2023 in Berlin. Bamberg empfing eine Delegation aus Bahrain, trainierte, feierte und lebte tatsächlich im wahrsten Sinne des Wortes „gelebte Teilhabe“. „Wie wir damals gemeinsam trainiert und gefeiert haben, werden unsere Athlet:innen sicher niemals vergessen“, ist sich Bartsch dessen ganz sicher. Solche Erlebnisse sind es, die nicht nur den Verein, sondern eine ganze Region prägen.
Die Sportgala: Ein Fest der Begegnung
Der Höhepunkt des Jubiläumsjahres wird zweifellos die große Sportgala am 25. Oktober im Welcome Kongresshotel. Unter dem Motto „10 Jahre goolkids“ feiert Bamberg einen Abend, der Herz und Haltung verbindet: „Wir wollen den Gästen zeigen, wie wir Inklusion leben und was wir den Menschen geben wollen“, beschreibt der Gründer die Idee hinter dem großangelegten Event.
Die Gala ist dabei jedoch weitaus mehr als nur ein Rückblick. Es gibt ein festliches Drei-Gänge-Buffet, Musik der Band Heaven und eine Moderation durch Matthias „Stego“ Steger von Radio Bamberg, der mit Humor und Leidenschaft durch den Abend führt. Emotionale Momente sind hierbei garantiert, wenn die goolkids-Förderpreise verliehen und die besten Fußballer:innen der Region geehrt werden – unterstützt von anpfiff.info.
Ein ganz besonderer Höhepunkt wird dabei die Ernennung von Jonny Grasser zum Inklusionsbotschafter. Grasser, der bereits beim Neujahrsempfang für Begeisterung sorgte, steht wie kaum ein anderer dafür, dass Barrieren vor allem in den Köpfen existieren – und schließlich auch überwunden werden können und sollen.
Doch die Gala ist nicht nur eine Bühne für Sportler:innen. Sie ist auch ein Ort der Begegnung für Sponsoren, Partner und Gäste – auch das ist von besonderer Bedeutung. „Die Sportgala ist ein großes Fest und eine große Anerkennung für die teilnehmenden Sportler:innen. Doch sie bietet auch die Chance, sowohl beeindruckende Menschen als auch höchst emotionale Leistungen hautnah kennenzulernen“, betont Bartsch.
Das mediale Interesse sorgt dafür, dass die Botschaft von goolkids weit über die Region hinaus getragen und auf diese Weise für noch mehr Leute greif- und erfahrbar wird. Außerdem: „Wer teilnimmt und sich einen Tisch reserviert, unterstützt zudem Inklusions-Projekte aus dem Bereich Jugendsport für Inklusion und Integration.“
Persönliche Vision und kollektive Kraft
Wer den Gründer von goolkids, Robert Bartsch, nach seiner Rolle fragt, bekommt eine bescheidene Antwort. „Persönlich sehe ich mich eher als Ideengeber und möchte ganz einfach die Menschen zusammenbringen.“ Ihm gehe es nicht um die eigene Person, sondern um die Vision, dass Menschen mit und ohne Behinderung selbstverständlich gemeinsam Sport treiben.
Doch natürlich braucht jede Bewegung Motoren – Menschen, die Ideen entwickeln, Türen öffnen, Partner gewinnen. Ohne die Leidenschaft eines gemeinsamen Gründerteams wäre goolkids nicht da, wo es heute steht. „Ich glaube, dass meine Vision und vor allem das große Engagement aller Beteiligten von goolkids zusammen den Weg weiter gehen können“, betont Robert Bartsch.
Geschichten, die alle berühren
Wenn von zehn Jahren goolkids die Rede ist, sind es vor allem die vielen persönlichen Geschichten, die hängen bleiben. Sie machen deutlich, dass Inklusion kein theoretisches Konzept ist, sondern gelebte Realität. Sie berührt uns alle und wir alle haben immer wieder Berührungspunkte mit ihr. Da ist das junge Mädchen, das bei den Landesspielen in Erlangen ihr sportliches Debüt feierte – und gleich die Goldmedaille holte. Da ist der Athlet, der eigentlich nur „dabei sein wollte“ und plötzlich mit Silber um den Hals vor Glück weinte. „Wenn sich dann diese Sportler zusammen mit ihrem hoch engagierten Trainer in den Armen liegen, dann geht einem das Herz auf“, erinnert sich der Gründer. Diese Emotionen sind es, die alle Anstrengungen lohnenswert und mit nichts anderem vergleichbar machen.
Herausforderungen und Zukunftsziele
Trotz aller Erfolge bleibt die Arbeit von goolkids kein Selbstläufer und am Ende des Tages eben weiterhin knochenharte ehrenamtliche Arbeit: „Da wir ein ehrenamtlicher Verein sind, bestand und besteht eine immens hohe Herausforderung darin, Geldgeber und Förderer zu finden“, schildert er. Öffentliche Mittel gibt es nicht, stattdessen haben Stiftungen wie Aktion Mensch, die Oberfranken-Stiftung oder die RAPS-Stiftung wichtige Projektförderungen ermöglicht. Inzwischen stehen auch viele Unternehmen aus der Region hinter goolkids: REWE, die VR-Bank, die Sparkasse Bamberg oder der Wirtschaftsclub Bamberg – um nur einige zu nennen, denn da gehören noch viele weitere dazu. Ohne diese Partner könnten viele Ideen nicht umgesetzt werden: „Herzlichen Dank an dieser Stelle!“, sagt der Vereinsgründer mit Nachdruck.
Die größte Aufgabe bleibt jedoch nach wie vor die gesellschaftliche Haltung. Noch immer stoßen Menschen mit Behinderung im Alltag auf Barrieren – seien es fehlende Rampen, Vorbehalte in Sportvereinen oder mangelndes Verständnis: „Inklusion, also alle Menschen ohne Vorbehalte einzubeziehen, ist unser großes Ziel“, fasst Bartsch zusammen. Und er verweist auf eine Zahl, die zum Nachdenken anregt: Mehr als zwölf Prozent der Bevölkerung in der Region Bamberg leben mit einer Beeinträchtigung. Hätten Sie diese Zahl erwartet?
Das Ziel der kommenden Jahre lautet daher: Strukturen schaffen, die über einzelne Projekte hinaus wirken. Inklusion soll kein Leuchtturm sein, sondern Alltag. Sportvereine sollen lernen, Berührungsängste abzubauen und Teilhabe selbstverständlich zu machen. „Wir wünschen uns eine Gesellschaft, in der Sport für alle zugänglich ist“, formuliert es der Gründer.
Es ist weit mehr als Sport
Zehn Jahre goolkids – das ist die Geschichte einer Idee, die zur Bewegung wurde. Einer Initiative, die nicht nur sportliche Erfolge feierte und weiterhin feiert, sondern vor allen Dingen Herzen öffnet, Vorurteile abbaut und Perspektiven verändert.
Die Jubiläumsgala wird diese Reise würdigen. Sie wird zurückblicken auf bewegende Momente, großartige sportliche Leistungen und Menschen, die durch ihren Mut und ihre Leidenschaft andere inspiriert haben. Doch noch wichtiger: Sie wird nach vorn blicken – auf eine Zukunft, in der Inklusion kein Ziel mehr ist, sondern gelebte Normalität für die Gesamtgesellschaft.
Oder, wie es der Gründer selbst formuliert: „Es liegt mir sehr am Herzen, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam sportlich aktiv sein können. Dass wir eine inklusive Gesellschaft werden, in der Teilhabe etwas Selbstverständliches ist.“
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Inklusionsfußball-Turnier
1. Franken Cup von goolkids bringt Spaß und Begegnung
Bei strahlendem Sonnenschein richtete der Förderkreis goolkids e.V. am Wochenende auf der Anlage des FV 1912 Bamberg in der Armeestraße den ersten Franken Cup aus. Viele Tore gab es während des gesamten Turniers zu bejubeln, das Finale dagegen blieb in der regulären Spielzeit torlos und wurde im Siebenmeterschießen entschieden.
Seit zehn Jahren setzt sich goolkids in Bamberg und Umgebung durch Sport für Inklusion und Integration sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher sowie von Menschen mit Behinderung ein. Da sich der Fußball dafür als besonders wirkungsvoll erwiesen hat, wie es zum Beispiel Anfang des Jahres der bereits achte MITeinanderCup des Förderkreises zeigte, haben sich die Verantwortlichen entschlossen, ein weiteres Inklusionsfußball-Turnier in die Stadt zu bringen.
„Denn Sport verbindet Menschen und fördert den Teamgeist“, sagt Robert Bartsch, Gründer und Leiter von goolkids über den Franken Cup. Auch auf die Möglichkeit neuer Freundschaften, die zwischen Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft entstehen können, legt goolkids großen Wert. Und am wichtigsten: Solche inklusiven Veranstaltungen fördern die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung.
Inklusion als gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Der Gastgeber FV 1912 Bamberg empfing am 31. Mai für den ersten Franken Cup Inklusions-Mannschaften aus der fränkischen Region. Mit dabei waren der FV 1912 selbst mit goolkids Bamberg, zwei Mannschaften des 1. FC Nürnberg, die Brügg’nbauer, ebenfalls aus Nürnberg, und Heiners Traumelf aus Baiersdorf/Altenkunstadt.
Um 11 Uhr erfolgte der erste Anstoß. Der Spielmodus des Turniers sah vor, dass die Teams auf inklusivem Spielniveau allesamt aus mindestens genauso vielen Spieler:innen mit Behinderung bestehen müssen wie ohne. Dabei kann es sich um geistige, psychische, körperliche, organische oder sonstige Beeinträchtigungen handeln.
Jede Mannschaft setzte sich aus sechs Feldspieler:innen plus Torwart zusammen. In einer Vorrunde spielten alle Mannschaften gegeneinander jeweils zehn Minuten um die Platzierungen für die Finalrunde. Doch auch wenn sich für das Endspiel nur zwei Mannschaften qualifizierten, standen in den Spielen nicht so sehr Wettbewerb oder Tabellenpunkte im Vordergrund. Vielmehr möchte goolkids mit dem Franken Cup die Begegnung und das Miteinander fördern. „Für uns ist die Inklusion von Menschen mit Behinderung in Sportvereine eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe“, sagt Robert Bartsch. Doch so wichtig diese Aufgabe auch sei, verdiene sie noch mehr Aufmerksamkeit.
Siebenmeterschießen musste entscheiden
Am frühen Nachmittag waren nach leidenschaftlich und einsatzfreudig geführten Spielen die Halbfinalisten aus der Vorrunde hervorgegangen. Dort traten die beiden Nürnberger Mannschaften sowie Heiners Traumelf und die Brügg’nbauer gegeneinander an. Im ersten Spiel der Runde der letzten Vier setze sich der 1. FC Nürnberg A gegen den 1. FC Nürnberg B mit 2:1 durch. Heiners Traumelf unterlag kurz darauf den Brügg’nbauer mit 0:3.
Alles war bereitet für das Endspiel zwischen Nürnberg und den Brügg’nbauern. Obwohl insgesamt im Turnier fast 60 Tore gefallen waren, blieb das Finale in der regulären Spielzeit torlos. Ein Siebenmeterschießen musste entscheiden. Diese höchst spannende Angelegenheit und damit den ersten Franken Cup gewannen die Brügg’nbauer mit 4:3.
Und auch wenn Spaß und Inklusion im Vordergrund standen – ohne Pokal und ein paar sportlichen Geschenken ließen der FV 1912 und goolkids die teilnehmenden Mannschaften nicht gehen. So konnten alle Teams am Ende ihre silber glänzende Trophäe mit nach Hause nehmen.
Christian Bauer, 1. Vorstand des FV 1912 Bamberg, sagte zum Abschluss des Franken Cups: „Dieses Turnier bedeutet unserem Verein für die noch junge Inklusionsabteilung sehr viel. Zusammen mit goolkids setzen wir uns schon seit Jahren für Inklusion und Integration ein. Diese Entwicklung hat mit dem 1. Franken Cup nun einen weiteren Höhepunkt gefunden.“
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3. Inklusionsmesse in Bamberg
„Gemeinsam stark – Inklusion über das Sichtbare hinaus“:
An diesem Samstag, 10. Mai, veranstaltet der Förderkreis goolkids in Kooperation mit der Behindertenbeauftragten der Stadt Bamberg die 3. Inklusionsmesse Bamberg.
Wie fährt man Fahrrad, wenn man im Rollstuhl sitzt? Kann man sich trotz Behinderung selbstständig machen? Welche Sportangebote für Menschen mit Behinderung gibt es in Bamberg? Wie kann man als Mensch mit Behinderung mobil bleiben? Auf solche und weitere Fragen geht unter dem Motto „Gemeinsam stark – Inklusion über das Sichtbare hinaus“ die 3. Inklusionsmesse Bamberg ein.
Die Veranstaltung findet im Rahmen des jährlichen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt. Bundesweit bietet dabei unter anderem „Aktion Mensch“ Aktivitäten zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung an.
„Die Teilhabe von Menschen mit Behinderung ist eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, sagen die Verantwortlichen von goolkids. Diese Teilhabe setzt allerdings ein Ausmaß an Barrierefreiheit voraus, das noch nicht erreicht ist. Auch für sogenannte unsichtbare Behinderungen, wie chronische, aber nicht sofort erkennbare psychische oder physische Erkrankungen, möchten goolkids und Nicole Orf, die Behindertenbeauftragte der Stadt Bamberg, mehr Aufmerksamkeit schaffen und haben darum das Messemotto „Gemeinsam stark – Inklusion über das Sichtbare hinaus!“ gewählt. Denn: „Für ein respektvolles und schönes Miteinander innerhalb unserer Gesellschaft brauchen wir mehr Inklusion, denn diese geht alle etwas an!“
Breites Beratungsangebot und Vortragsprogramm
Entsprechend gibt die Inklusionsmesse einen Überblick über das Beratungs- und Unterstützungsangebot zur Teilhabe von Menschen mit Behinderung in der Region Bamberg. Insbesondere in den Themenbereichen Freizeit, Beruf oder Selbsthilfe im Alltag bietet die Messe Einblicke. Auch kann sich das Publikum über die Möglichkeiten des Fahrzeugumbaus informieren oder rollstuhlgerechte elektrische Fahrräder ausprobieren.
Auf dem Programm stehen außerdem Fachvorträge, Informationsangebote, Sportangebote und eine Podiumsdiskussion. An dieser nehmen unter anderem Bürgermeister Jonas Glüsenkamp, Vertreter:innen der ARGE und der Selbsthilfegruppe Autismus teil. Die Moderation übernimmt Heike Bauer-Banzhaf, der Titel der Diskussion lautet „Menschen mit nicht sichtbaren Einschränkungen – über sensorische und andere Barrieren“.
Auch ein vielseitiges Vortragsprogramm haben goolkids und die Stadt Bamberg auf die Beine gestellt. So werden zum Beispiel Dr. Bernhard Conrads und Johannes Grasser zu Gast sein. Conrads war 30 Jahre lang Bundesgeschäftsführer der Lebenshilfe und arbeitete als Vorstands- und Kuratoriumsmitglied von „Aktion Mensch“. Anfang der 1990er war Conrads außerdem an der Gründung von Special Olympics Deutschland beteiligt. Das Thema seines Vortrags lautet „Kunst, Kultur und Sport als Türöffner für gelingende Inklusion“.
Der Bamberger Johannes Grasser hat seit seiner Geburt eine Tetraspastik mit Lähmungen vor allem in den Beinen. Eine Behinderung, die ihn eigentlich an den Rollstuhl fesseln und Sport fast unmöglich machen sollte. Trotzdem lässt er sich nicht davon abhalten, täglich mehrere Stunden Sport zu treiben. Vor einigen Jahren unternahm er sogar eine Klettertour auf dem Zuckerhut in Brasilien. Auch als Buchautor oder Sprecher ist Johannes Grasser unterwegs. Mit einem seiner Vorträge nimmt er an der Inklusionsmesse teil und spricht über sein Leben und darüber, wie man mit Rückschlägen umgeht.
Im Vorfeld der Landesspiele Erlangen 2025 (14. bis 18. Juli) ist zudem Special Olympics Bayern zu Gast. Die Sportorganisation setzt sich für Menschen mit geistiger Behinderung in Bayern ein und gibt auf der Messe einen Ausblick auf die Landesspiele.
Abgerundet wird das Messe-Programm mit Aktivitäten wie Rollstuhlbasketball, Dreiradfahren, Kinderschminken, Basteln und Tischtennis.
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„MITeinander-Cup“ feiert die Vielfalt
goolkids lässt alle Barrieren aus der Halle fliegen
Der „MITeinander-Cup“ des Förderkreises goolkids, das beliebte Turnier für Inklusion und Integration, geht an diesem Samstag, dem 22. Februar, ab 10.30 Uhr in der Sporthalle der Berufsschule in der Ohmstraße in seine achte Ausgabe.
Auch im zehnten Jahr seines Bestehens möchte goolkids ein buntes Sportfest mit Fußball, Rollstuhlbasketball und vielen Begegnungen feiern. Im MIT- statt im Gegeneinander verschwinden an diesem Tag die Grenzen zwischen Beteiligten mit und ohne Handicap.
Seit zehn Jahren setzt sich der Förderkreis goolkids e.V. in Bamberg und Umgebung für Inklusion und Integration sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher sowie von Menschen mit Behinderung ein. Neben zahlreichen weiteren Veranstaltungen wie der Inklusionsmesse, einem Benefiz-Golfturnier oder einer großen Sportgala steht im Jubiläumsjahr erneut auch der „MITeinander-Cup“ auf dem Programm.
Geht es im Sport immer nur darum, am besten zu sein und stets gewinnen zu wollen? Nein! Beim „MITeinander-Cup“ zeigen junge Freizeitsportler:innen mit und ohne Handicap, dass bei einem Fußballturnier auch der Spaß und vor allem das Miteinander im Vordergrund stehen können.
In diesem Jahr findet dieses sportliche Fest der Integration und Inklusion bereits zum achten Mal statt und hat sich damit trotz zwischenzeitlicher Pause längst etabliert. Tatsächlich haben sich dieses Jahr sogar mehr Teams beworben als Startplätze zur Verfügung stehen. Tatkräftige Unterstützung beim Turnier bekommt goolkids auf jeden Fall insbesondere von der Offenen Jugendarbeit Bamberg „ja:ba“ sowie von der Lebenshilfe Bamberg.
Dieses Zusammenwirken zeigt sich auch im Modus des „MITeinander-Cups“. „Es können sich kleine Mannschaften aber auch einzelne Spieler anmelden – mit und ohne Handicap und auch egal welcher Herkunft“, sagt Robert Bartsch, Gründer von goolkids. „Das heißt, wir stellen die Teams erst vor Ort final zusammen. Jede Mannschaft bildet einen Kern, den wir dann kunterbunt auffüllen. Auf diese Weise können die jungen Leute auch neue Freundschaften knüpfen.“
Die teilnehmenden Mannschaften kommen teilweise von weit her, unter anderem aus Ingolstadt oder Hilpoltstein. Mit den Teams von „Frankenpower“ aus Haßfurt, „Heiners Traum11“ oder der SpVgg Etzelskirchen begrüßt goolkids zudem gute alte Freunde beim „MITeinander-Cup“. Stammgast ist mittlerweile außerdem der amtierende bayerische Inklusionsmeister 1.FC Nürnberg, der bis vor kurzem noch als SV Altensittenbach spielte.
Rollstuhlbasketball, ein DJ, Medaillen und der Fairness-Pokal als Schmankerl
Beim „MITeinander-Cup“ geht es nicht in erster Linie darum, die meisten Tore zu schießen oder zu gewinnen. Glänzende Medaillen und ein exklusives „MITeinander-Cup“-Shirt erhalten am Ende nämlich alle Teilnehmer:innen. Das Besondere bei diesem Turnier besteht neben dem inklusiven Kennenlernen zusätzlich darin, dass „es auch einen Fairness-Pokal gibt“, erklärt Lisca Dogan, als Projektleiterin bei goolkids die fachliche Hand hinter dem Inklusions-Projekt ginaS. „Am Ende der Spiele stimmen die Spieler und Schiedsrichter um Referee Carlos Brodmerkel dafür ab, welches Team das fairste war.“ Der Fairness-Pokal wird auch dieses Jahr unter dem Namen „Wolfgang-Eichfelder-Pokal“ verliehen, zu Ehren des verstorbenen Wolfgang „Eichi“ Eichfelder. Dieser betreute die Inklusions-Mannschaft von goolkids einst als Trainer.
Ein weiteres Highlight wird das Einlagespiel im Rollstuhlbasketball. Das Spiel wird dabei durch Prominente und vor allem durch Aktive vom „RSV Bamreuth“ verstärkt, einer Kooperation zwischen Bayreuther und Bamberger Rollstuhlbasketballern. Aber Zuschauer:innen können sich ebenso melden, um den Reiz dieses Spiels selbst zu erleben und mitzuspielen. Inklusion wird live vor Ort – und der Erfahrung von goolkids nach zum Spaß aller Beteiligten – veranschaulicht. „Die bewegenden Momente der vergangenen „MITeinander-Cups“ haben eindrucksvoll gezeigt“, sagt Robert Bartsch, „dass gerade der Sport Jugendliche aller Nationen und Gruppen ganz ohne Barrieren zusammenführen kann.“
Die Moderation des „MITeinander-Cups“ übernehmen das Team der ja:ba und DJ Daniel Kaumanns, ein weiterer langjähriger Freund von goolkids und früher Trainer der Inklusions-Mannschaft. Er sorgt für die passende musikalische Stimmung. Und wer einmal eine Pause vom Fußballschauen oder ‑spielen braucht, kann bei einer großen Tombola Preise gewinnen, wie zum Beispiel hochwertige neue Fußbälle oder Sportausrüstung, oder geht an die reichhaltige Theke, wo alle Speisen und Getränke zu freundlichen Preisen den Tag abrunden.
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Inklusionsprojekt
Rollstuhlsport im Bundespolizeiausbildungszentrum
Drei Tage war der Förderkreis „goolkids“ mit dem Projekt „Rollstuhlsport macht Schule“ im Bundespolizeiaus- und ‑fortbildungszentrum Bamberg zu Gast. Dabei sollten sich Polizeianwärter:innen mit dem Thema Inklusion auseinandersetzen.
Vom 22. bis 24. Oktober 2024 fand im Bundespolizeiaus- und ‑fortbildungszentrum Bamberg (BPOLAFZ BA) das Projekt „Rollstuhlsport macht Schule“ statt. Dieses sollte das Bewusstsein für Inklusion und Barrierefreiheit in der Gesellschaft weiterhin stärken, wie die Polizei mitteilt.
Nachdem vor fast genau zwei Jahren eine neue Vereinbarung zur Inklusion schwerbehinderter im Bundesministeriums des Innern unterzeichnet wurde, knüpfte das BPOLAFZ BA nun an dieses Thema mit seinen Auszubildenden an. Alle haben das Recht, ein gleichberechtigter Teil der Gesellschaft zu sein, so die Mitteilung weiter, diese zu gestalten und zu prägen.
Die integrative Veranstaltung organisierte das Zentrum zusammen mit dem Förderkreis „goolkids“. So konnten sich Polizeianwärter:innen des ersten Ausbildungsjahres mit der Materie auseinandersetzen. Bereits zu Beginn der Veranstaltung betonte „goolkids“-Leiter Robert Bartsch und Lisca Dogan als Projektleitende des Vereins, die Bedeutung eines respektvollen und gleichberechtigten Miteinanders. Mit der Aktion möchte das BPOLAFZ BA zudem ein Zeichen für mehr Toleranz, Respekt und Zusammenhalt setzen.
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Inklusionstage mit goolkids
Neue Saison von „Rollstuhlsport macht Schule“
Am Freitag startete das goolkids-Projekt „Rollstuhlsport macht Schule“ in der RegnitzArena in Hirschaid in die neue Saison. Im Rahmen einer Pressekonferenz gab der Förderkreis goolkids gemeinsam mit der Sparkasse Bamberg als Partner zudem einen Ausblick auf die kommenden Monate.
Gegründet 2015 mit dem Schwerpunkt auf Integration, entstand zwischenzeitlich innerhalb des Förderkreises goolkids auch das Projekt ginaS, mit dem sich die Verantwortlichen neben Integration auch sehr stark für Inklusion engagieren. Beim Inklusionstag am Freitag (27. September) konnten Schülerinnen und Schüler der Grund- und Mittelschule Hirschaid einen Einblick gewinnen, was Inklusion in Sachen Rollstuhlsport bedeutet.
Sie erfuhren spielerisch, welchen Herausforderungen sich Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer im Alltag gegenübersehen. Mittels eines Parcours kann im Rahmen des Projektes durch aktives Auspropieren ein Gefühl für den Rollstuhl entstehen und dafür, wie mit diesem Hindernisse überwunden werden können.
„Wir stehen für Chancengleichheit und Vielfalt“
Im Namen des goolkids-Vorstands schilderte Wolfgang Heyder den ersten Berührungspunkt, der zu diesem Projekt führte. Heyder ist damals im Rahmen seiner Tätigkeit als Funktionär bei Gothas Basketballern in Kontakt mit den Thuringia Bulls, einem Rollstuhlbasketballverein im thüringischen Elxleben, gekommen, die damals bereits aktiv den Rollstuhlsport in die Schulen der Region brachten.
Vor drei Jahren startete goolkids, ebenfalls damals in Hirschaid, damit, in Bayern Inklusion durch den Sport in die Schulen zu bringen. Es ging schon damals darum, eine nachhaltige Wirkung zu erzielen, deshalb wurde von Anfang an das Thema nicht nur in der Region Bamberg, sondern bayernweit umgesetzt.
Zum Start wurde damals auch die Rollstuhlbasketball-Mannschaft der Thuringia Bulls ins Boot geholt und unter Anleitung zweier Rollstuhlprofibasketballer hatten damals in Hirschaid Schüler die Möglichkeit, Inklusion zu erleben.
Das Projekt erfordert auch finanzielle Unterstützung durch einen starken Partner, der mit der Sparkasse Bamberg damals gefunden wurde. Dies sei damals auch der erste Berührungspunkt mit der Thematik gewesen und er sei mit der Entwicklung sehr zufrieden, betonte Thomas Schmidt, Vorstandsmitglied der Sparkasse Bamberg. Deswegen sei sein Haus gerne wieder dabei. „Wir stehen für mehr als Geld. Wir stehen für Chancengleichheit und Vielfalt“, so Schmidt, der im Anschluss einen Scheck über 10.000 Euro überreichte.
„Seit Mitte der 90-er Jahre spielen wir schon gemeinsam Rollstuhlbasketball“
Schulleiterin Sibylle Kretschmar freute sich am Freitag auch darüber, dass ein neuer Turnus startete und ihre Schule wieder dabei sein darf. Denn sie sei sehr dankbar, wie sich das Projekt entwickelt habe und betonte als positiven Effekt, dass Schüler durch das Zusammentreffen mit Menschen mit Beeinträchtigung auch Empathie entwickelten.
Lisca Dogan, die Projektleiterin von ginaS, betonte das Ziel, das Thema Inklusion weiter in den Vordergrund zu rücken. Besonders möchte man für Kinder die Tür aufmachen, die bisher keine Berührungspunkte mit dem Thema Rollstuhl haben. Denn es gebe mit derartigen Projekten die Möglichkeit, andere Perspektiven aufgezeigt zu bekommen. „Eben nicht nur die Perspektive, was gibt es für Schwierigkeiten und Hindernisse, sondern auch die Perspektive, was kann man Positives für ein gemeinsames Miteinander in der Gesellschaft mitnehmen.“
Das Projekt dient also auch dazu, durch Rollstuhlsport Barrieren im Kopf abzubauen und Berührungsängsten zu begegnen und Empathie zu entwickeln. Das wird auch dadurch verstärkt, das im Rahmen des Projekts immer in Teams geübt wird, bei dem ein zweiter Schüler den Rollstuhl absichert, während ein Schüler den Parcours absolviert.
Wie das Projekt innerhalb des Förderkreises in den letzten Jahren gewachsen ist, zeigt auch die hohe Resonanz für die neue Saison. 12 Termine stehen bereits jetzt fest, so Wolfgang Heyder.
Am Freitag wurde neben dem Absolvieren des Parcours auch der Ball in die Hand genommen. Ehrenamtlich begleitet Günther Vogel, jahrzehntelang im Rollstuhlbasketball tätig, das Projekt, und bezeichnet Rollstuhlbasketball als die erste inklusive Sportart. „Seit Mitte der 90-er Jahre spielen wir schon gemeinsam Rollstuhlbasketball.“
Der Auftakt mit begeisterten Kindern und engagierten Verantwortlichen zeigt, dass Projekte wie die Inklusionstage förderlich dafür sein können, frühzeitig aufzuzeigen, dass es keinen Unterschied macht, ob man Sport mit jemandem mit oder mit jemandem ohne Handicap macht.
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Fußball und Rollstuhlbasketball
„MITeinandercup“ fördert Inklusion und Integration
Mitte Februar fand zum siebten Mal das inklusive Sportturnier „MITeinandercup“ statt. Dabei ging es in erster Linie wie immer nicht darum, erste Plätze zu gewinnen, sondern das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung stand im Vordergrund.
Einen Tag lang spielten am 17. Februar Menschen mit und ohne Behinderung in der Sporthalle der Bamberger Berufsschule beim siebten „MITeinandercup“ Fußball und Rollstuhlbasketball. Organisiert wurde die Sportveranstaltung für Integration und Inklusion erneut vom Förderkreis goolkids, in diesem Jahr erstmals in Kooperation mit dem FV1912 Bamberg. Unterstützung erhielt das Turnier zudem von der Offenen Jugendarbeit Bamberg und der Lebenshilfe Bamberg.
Und über zu wenig Zuspruch und Interesse am „MITeinandercup“ hätte sich Robert Bartsch, Organisator des Turniers und Initiator von goolkids, nicht beschweren können. Bereits vor 10 Uhr am Morgen des 17. Februar herrschte reges Treiben in der Sporthalle in der Ohmstraße.
Doch bevor der Ball zum ersten Fußball- und ersten Rollstuhlbasketballspiel rollen und hüpfen konnte, wurden die Teams zusammengestellt. Dies geschah wie immer bei diesem Turnier unter der Maßgabe, dass jede Mannschaft mit Menschen mit und ohne Behinderung besetzt ist. Dieser Modus der Ausrichtung ist eine Besonderheit des Cups. So soll ein vorheriges Kennenlernen der behinderten und nicht-behinderten Beteiligten unterstützt beziehungsweise ermöglicht werden.
Dann wurde gespielt. Auch wenn der sportliche Wettstreit beim „MITeinandercup“ nicht im Vordergrund steht, sondern das namengebende Miteinander, setzt sich ein Team am Ende doch durch. Beziehungsweise am Ende wird der Sieger durch Applaus gekürt. Diesmal wurde für den Gastgeber des FV1912 goolkids am lautesten geklatscht.
Als Hauptpreis erhielten die Spieler:innen Eintrittskarten für das Zweitligafußballspiel des 1.FC Nürnberg gegen Eintracht Braunschweig. Außerdem erhielten alle, die teilgenommen hatten, Medaillen und „MITeinandercup 2024“-T-Shirts.
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MITeinander-Cup: Zur Förderung von Inklusion und Integration
Der MITeinander-Cup, ein Sportturnier für Inklusion und Integration, findet auch 2024 statt. Am 17. Februar stehen erneut Fußball und Rollstuhlbasketball auf dem Programm.
Beim MITeinander-Cup geht es nicht darum zu gewinnen. Freizeitsportlerinnen und ‑sportler mit und ohne Handicap zeigen bei dem inklusiven, vom Förderkreis goolkids veranstalteten Fußballturnier, dass der Spaß und ein Miteinander im Vordergrund stehen. Die Teams, die teilnehmen, stammen von Sportvereinen, Schulen und Sozialeinrichtungen. In diesem Jahr findet das sportliche Fest der Integration und Inklusion bereits zum siebten Mal in Bamberg statt. In der Sporthalle der Bamberger Berufsschule (Ohmstraße 16) geht es am 17. Februar um 10:30 Uhr los. Tatkräftige Unterstützung bekommt goolkids dabei insbesondere von der Offenen Jugendarbeit Bamberg sowie von der Lebenshilfe.
„Es können sich kleine Mannschaften aber auch einzelne Spieler anmelden – mit und ohne Handicap und egal welcher Herkunft“, sagt Robert Bartsch, Gründer von goolkids. „Das heißt, die Teams werden erst vor Ort zusammengelost. Jedes Team bildet dann einen kleinen Kern, der durch die Auslosung kunterbunt aufgefüllt wird. Auf diese Weise können die jungen Leute zudem neue Freundschaften knüpfen.“
Die teilnehmenden Mannschaften kommen dabei nicht nur aus Bamberg. Mit den Teams des 1. SC Gröbenzell oder der SpVgg Etzelskirchen nehmen auch zwei Vereine von außerhalb am MITeinander-Cup teil. Außerdem wird der 1.FC Nürnberg zum ersten Mal Personal nach Bamberg schicken.
Rollstuhlbasketball
Ein Programmpunkt ist am 17. Februar ein Rollstuhlbasketball-Spiel. Die Mannschaft „fit4rollies“ werden dabei durch bekannte Personen, zum Beispiel Wolfgang Metzner, Dritter Bürgermeister Bambergs und mittlerweile Stammgast beim Rollstuhlbasketball, verstärkt. Aber auch Zuschauer:innen können teilnehmen.
Auch wenn es bei diesem Turnier nicht darum geht, etwa die meisten Tore zu schießen, gibt es am Ende doch Preise. Neben Medaillen erhalten alle Teilnehmer:innen ein „MITeinander-Cup“-Shirt. „Und es gibt einen Fairness-Pokal“, sagt Lukas Parzych, Projektleiter bei goolkids. „Am Ende der Spiele stimmen die Spieler und Schiedsrichter um Referee Carlos Brodmerkel ab, welches Team das Fairste war.“ Der Fairness-Pokal wird auch dieses Jahr unter dem Namen „Wolfgang-Eichfelder-Pokal“ verliehen, zu Ehren des verstorbenen ehemaligen Trainers und Betreuers der Inklusionsmannschaft von goolkids.
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Jahresrückblick des Sozialprojekts
Förderkreis „goolkids“: Host-Town, Special Olympics World Games und Sportgala
Der Inklusions-Förderkreis „goolkids“ hat mit inklusiven Großveranstaltungen wie „Host Town“ und den Special Olympics World Games ein ereignisreiches Jahr hinter sich. Bevor im November mit der Sportgala des Sozialprojekts der Jahresabschluss
ansteht, haben wir mit Gründer Robert Bartsch auf das Jahr 2023 zurückgeblickt.
Der Förderkreis „goolkids“ wurde im Frühjahr 2015 gegründet. Der Wirkungsbereich des Sozialprojekts ist seither breit gefächert, jedoch gibt es einen Themenbereich, auf den die Initiative einen besonderen Fokus legt: integrative Sportangebote schaffen. Im Laufe der Jahre hat „goolkids“ dafür Projekte wie Sportgalas, einen Menschenkicker, den MITeinander-Cup, einen Lauftreff, Rollstuhlsport und zahlreiche weitere Veranstaltungen, bei denen Menschen mit und ohne Behinderung Sport miteinander machen können, ins Leben gerufen.
Robert Bartsch ist der Gründer des Förderkreises „goolkids“ und Inklusionsexperte mit Leib und Seele. Er erinnert sich noch an die Anfänge des Projekts und seine Entwicklung. „Die Entwicklung von „goolkids“ verlief wesentlich rasanter als wir uns das vorstellen konnten. Waren wir zu Beginn mehr auf die kostenlose Vermittlung von Sportausrüstung fokussiert, so entstand rasend schnell eine Anlaufstelle für Sportlerinnen und Sportler – insbesondere beim Fußball, wie mit unserer Mannschaft FV 1912 goolkids. Doch auch beim Basketball oder Volleyball gab es guten Zulauf zu unseren kostenfreien Angeboten.“
Durch gute Kontakte in die Bamberger Sportszene haben sich für das Sozialprojekt außerdem vor allem zwei Standbeine entwickelt. „Unser Sammelcenter für kostenlose Sportsachen und völlig überraschend für uns: Die Welt des inklusiven Sports“, sagt Bartsch. „Wir starteten mit einem Versuchsballon, dem MITeinander-Cup. Die Idee dahinter, die eines gemischten Fußballtages für Menschen mit und ohne Behinderung, fand so viele Freunde, dass wir 2023 bereits das sechste Turnier dieser Art durchgeführt haben. Und es waren sogar Gäste aus München oder Hersbruck vor Ort.“
Seitdem haben auch immer wieder neue, starke Partner die Arbeit von „goolkids“ unterstützt. „Aus diesen Anfängen wuchs unser Projekt in fantastische Bereiche, gerade mit den Partnern der Lebenshilfe oder anderen Inklusionsgruppen. Die gemeinsamen Begegnungen mit den Menschen mit Behinderung sind an sich schon wunderschön. Live erlebt haben wir das zum Beispiel letztes Jahr in Berlin bei den Special Olympics 2022. Diese Offenheit, diese Begeisterung und Freude mit den Menschen werden uns ewig im Gedächtnis und im Herzen bleiben.“
Zunehmende Aufmerksamkeit für Inklusion
Das Thema „Inklusion” ist jedoch immer noch ein Thema, über das im Angesicht seiner Wichtigkeit relativ wenig gesprochen wird. Dies möchten Vereinigungen wie „goolkids“ ändern.
„Inklusion beginnt leider nur sehr langsam in der Gesellschaft anzukommen“, sagt Robert Bartsch. „Es zeigen sich jedoch zunehmend Erfolge im Kleinen durch viele tatkräftige Engagierte. In Bamberg selbst ist es den frühen Aktivitäten einer Jutta Sturm-Heidler und ihrer Nachfolgerin, der aktuellen Behindertenbeauftragten der Stadt, Nicole Orf, zu verdanken, dass wir wesentlich offener und inklusiver dastehen als so manch andere Kommune. Gerade erst haben wir mit der ersten „Toilette für Alle“ in Bamberg einen Meilenstein erhalten, um die Barrierefreiheit voranzubringen. Zusammen mit der ARGE, der Arbeitsgemeinschaft chronisch kranker und behinderter Menschen, bewegt sich in unserer Region also durchaus Einiges. Dabei versuchen wir von „goolkids“, unseren Teil beizusteuern, indem wir gerade im Sport neue Ideen umsetzen, um inklusive Begegnungen zu ermöglichen.“
Zu solchen Begegnungen kam es vor allem im laufenden Jahr in neuen Ausmaßen. Ereignisse wie das Projekt „Host Town“, als Bamberg Gastgeber der Delegation Bahrains war, und der Anlass der Special Olympics World Games Berlin sowie zwei Fußball-Benefizspiele im vergangenen August präsentierten den Inklusionsgedanken mit großer öffentlicher Wirkung.
„Gerade die Erlebnisse rund um „Host Town“ oder bei den World-Games sind Events, auf die wir natürlich besonders stolz sind. Es war ein langer Weg und gelang vor allem durch unsere ständige Kooperation mit Special Olympics Bayern oder dem Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Bayern. Ganz wichtig war dabei, dass es uns gelang, die Stadt mit all ihren Gremien samt Stadtrat hinter die Idee des Sportbegegnungsprojekts „Host Town“ zu bringen. Diese begegnungsreichen Tage fanden auch in der ländlichen Region einen großen Anklang. Mit dem Besuch der Eröffnungsfeier der World Games in Berlin gelang für eine große Gruppe von AthletInnen zudem ein Höhepunkt der besonderen Art. So konnten wir unseren Gästen aus Bahrain zeigen, wie schön die „Host-Town“-Tage für uns und unsere Bürger waren.“
Aber Optimierungspotential gebe es dennoch immer. Insbesondere wünscht sich „goolkids“, dass sich noch mehr Sportvereine und Gruppen der inklusiven Idee öffnen. „Aber auch die Medien könnten dabei helfen, indem sie den besonderen Wert von gemeinsamen Erlebnissen herausstellen“, sagt Bartsch. „Hier hätte ich mir während der World Games von den TV-Anstalten aus Berlin viel mehr Berichterstattung über Menschen mit und ohne Behinderung gewünscht, die gemeinsam Sport ausüben. Dieses Miteinander kam stellenweise nur sehr bedingt rüber. Es muss unser aller Wunsch sein, den inklusiven, leistungsfreien Sport als die wichtigste Brücke zwischen Menschen mit und ohne Behinderung zu stärken.“
Sportgala am 11. November
Am 11. November bringt „goolkids“ sein ereignisreiches Jahr 2023 mit einer Sportgala zum Abschluss. „Diese Gala“, sagt Robert Bartsch, „ist eine gute Möglichkeit, das Wirken von „goolkids“ auf einer besonderen Bühne darzustellen. Dabei wird es mehrere Höhepunkte geben. Einer davon wird der Besuch der Traditionsmannschaft des 1. FC Nürnberg sein. Diese ist 2022 Deutscher Meister der Ü40-Liga geworden. Im Rahmen der Gala zeichnen wir das Team mit einem Ehrenpreis aus. Darüber hinaus freue ich mich genauso auf die Wahl der besten Fußballerinnen und Fußballer Bambergs.“
Nominiert für den Preis sind bei den Männern Stanislaw Nikiforow vom SC Reichmannsdorf, Simon Fischer, TSV Staffelstein, und Christopher Kettler (FC Eintracht Bamberg). Bei den Frauen haben es Lisa Kestler vom Schwabthaler SV, Celina Horcher, DJK Don Bosco Bamberg, und Nadine Janousch (SV Frensdorf) in die Auswahl geschafft.
Chancen, Trainer des Jahres zu werden, haben Jan Gernlein (FC Eintracht Bamberg), Dominik Schmitt (FC Oberhaid) und Thomas Fleischmann vom DJK Don Bosco Bamberg Damen.
Beste Herrenmannschaft könnte der FC Oberhaid werden oder der TSV Neudrossenfeld oder der FC Eintracht Bamberg. Die Nominierten als beste Damenmannschaft sind: DJK Don Bosco Bamberg, Schwabthaler SV und 1. FC Redwitz.
Auch die beste Nachwuchsarbeit im Bamberger Fußball wird ausgezeichnet. Der Preis geht entweder an den SV Waizendorf 1969 e.V., die JFG Leitenbachtal oder den TSV Hirschaid.
So kann für „goolkids“ das nächste Jahr auf jeden Fall kommen. Doch wie soll es 2024 weitergehen? „Persönlich wünsche ich mir nur Gesundheit und viele herzerfrischende Erlebnisse mit all meinen inklusiven Freunden“, sagt Robert Bartsch. „Für „goolkids“ wünsche ich mit vor allem einen starken, intensiven Nachwuchs bei Helfern, Ehrenamtlichen und anderen Unterstützern. Es gilt, unsere Arbeit zu stabilisieren, denn Inklusion braucht ein gutes Fundament an Engagement und natürlich auch an finanzieller Unterstützung. Hier hoffe ich sehr, dass wir die Basis unserer Sponsoren und Gönner nachhaltig ausbauen können, damit wir auch im nächsten Jahr noch inklusiv arbeiten können. Die nächsten Ziele warten schon.“