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Hallstadt

Zwi­schen Punk­rock und epi­schen Klanglandschaften

Mat­ze Rossi

Der Schwein­fur­ter Song­wri­ter, Sän­ger und Gitar­rist Mat­ze Ros­si ist heu­te als bekann­ter Solo­künst­ler unter­wegs. Sei­ner umfang­rei­chen Dis­ko­gra­fie fügt er mit der aktu­el­len LP/​CD „Wunder.punkt“ neu­es Mate­ri­al hin­zu. Für ihn das per­sön­lichs­te und reflek­tier­tes­te Werk, das er je gemacht hat. Die dar­auf ent­hal­te­nen 10 Lie­der spre­chen von den Her­aus­for­de­run­gen des Lebens, von der Ver­letz­lich­keit und von den klei­nen und gro­ßen Wun­dern, die uns prä­gen. Selbst­ver­ständ­lich geht er damit auch auf Tour­nee, am 16. Okto­ber ist er im Kul­tur­bo­den in Hall­stadt zu Gast.
Mit wel­cher Musik bist du als Kind/​Jugendlicher auf­ge­wach­sen. Wer hat dich beein­flusst, sel­ber Musik zu machen?

Ich bin mit sehr musik­be­geis­ter­ten Eltern groß gewor­den, bei uns lie­fen die Beat­les, die Stones, Bob Dylan, Jazz, Blues, aber auch Klas­sik. Das hat mir schon früh gezeigt, dass Musik mehr ist als Unter­hal­tung: Sie ist eine Spra­che, die Men­schen ver­bin­det, beru­higt und wach­rüt­telt. Mit 11 oder 12 war mir klar, dass ich selbst Musik machen und mit mei­nen Songs durch Städ­te und Län­der rei­sen möch­te. Damals habe ich auch mei­ne ers­te Band gegründet.


Hast Du pro­fes­sio­nell ein Instru­ment erlernt und ggf. sogar ein Stu­di­um mit Bezug zu Musik absolviert?

Als Kind hat­te ich vier Jah­re Kla­vier- und drei Jah­re Trom­pe­ten­un­ter­richt. Aller­dings hat­ten mei­ne Lehrer*innen nicht die Geduld oder viel­leicht auch nicht die Lust, mir das bei­zu­brin­gen, was ich eigent­lich machen woll­te. Oder ich war zu unge­dul­dig. Des­halb ist das, was ich heu­te spie­le, kom­plett auto­di­dak­tisch und intuitiv.


Wann hast du die Ent­schei­dung getrof­fen, als Songwriter/​Sänger dei­nen Lebens­un­ter­halt zu ver­die­nen? War von Anfang an klar, auf Deutsch zu singen?

2015, nach dem Tod mei­nes guten Freun­des Wauz, Sän­ger der Band Red Tape Para­de. Bei einem Kran­ken­haus­be­such sag­te er mir, dass das Leben zu kurz ist, um sei­ne Lei­den­schaft und Bestim­mung nicht zu leben. Die­se Wor­te beglei­ten mich seit­dem. Ich habe schon immer auf Deutsch geschrie­ben, manch­mal auch auf Eng­lisch. Aber in mei­ner Mut­ter­spra­che kann ich mich am bes­ten aus­drü­cken, auch wenn es mir melo­disch oft leich­ter fällt, auf Eng­lisch zu singen.


Wie kam es, dass aus dei­nem Geburts­na­men Mat­thi­as Nürn­ber­ger der Künst­ler­na­me Mat­ze Ros­si wur­de. Gibt es da irgend­ei­nen Bezug zu „Signor Rossi/​Herr Ros­si sucht das Glück“, der ita­lie­ni­schen Trick­film-Figur von Bru­no Bozzetto?

Ja, abso­lut! „Signor Ros­si“ war eine prä­gen­de Kind­heits­er­in­ne­rung, genau wie ich, immer auf der Suche nach dem Glück. 2000 habe ich bei mei­ner Band Tag­traum einen Song mit dem Titel „Herr Ros­si“ geschrie­ben, und ab da blieb der Name an mir hängen.


Wie wür­dest du kurz dei­ne künst­le­ri­sche Ent­wick­lung zwi­schen der Band Tag­traum, dei­nem Debüt „solo(w) boy, so-low“ bis hin zum neu­en Album skizzieren?

Tag­traum war mein Leben, wir haben in ganz Euro­pa getourt, bis wir merk­ten, dass wir im Punk­rock alles gesagt hat­ten. Ich begann ruhi­ger und akus­ti­scher zu schrei­ben, wäh­rend die ande­ren ihre eige­nen Wege gin­gen. Aber eigent­lich hat sich nicht viel geän­dert: Ich beob­ach­te die Welt, spü­re die Men­schen und schrei­be Songs dar­über. Jeder Tag, an dem ich Musik machen darf, ist für mich ein High­light. Das größ­te Geschenk bleibt, wenn mir Men­schen nach Kon­zer­ten erzäh­len oder in Mails beschrei­ben, was sie durch mei­ne Lie­der erle­ben und was sie für sie bedeuten.


Auf den Band­kon­text hast du nicht durch­gän­gig ver­zich­tet. Mit Gas­ton und Signals To Air­craft gab es Grup­pen, deren Teil du warst. Bis heute?

Gas­ton war ein Ver­such, eine fes­te Back­ing-Band auf­zu­bau­en – finan­zi­ell aber schwer umzu­set­zen. Bei Signals To Air­craft habe ich als Gitar­rist gespielt, was ich sehr genos­sen habe, weil ich mal nicht im Mit­tel­punkt stand. Heu­te gibt es mei­ne „Alt­her­ren-Punk­band“ Bad Drugs, wir haben ein Album drau­ßen („Old Men, Young Blood“), aber wir sind eher eine Pro­be­raum-Band. Mit Ros­si selbst gibt es 2025 ein beson­de­res Band-High­light: Am 29.11. neh­me ich im Audio­lodge-Stu­dio in Schwan­feld mit Publi­kum mein drit­tes Live-Album auf – das ein­zi­ge Kon­zert mit Band.


Um wel­che Inhal­te geht es auf dei­nem neu­en Album „Wunder.punkt“? Pri­mär um rei­ne Unter­hal­tung, eine Art Info­tain­ment oder mehr um eine kri­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit Gesell­schaft und Politik

„Wunder.punkt“ ist defi­ni­tiv kein rei­nes Unter­hal­tungs-Album. Die Songs sind wie klei­ne Fens­ter in mei­ne Gedan­ken- und Gefühls­welt. Da geht es um Ver­letz­lich­keit, Zwei­fel, Hoff­nung, Ver­lust, aber auch um die klei­nen und gro­ßen Wun­der, die uns allen begeg­nen. Retro­spek­tiv betrach­tet zieht sich vor allem ein The­ma durch: sich der eige­nen Ver­letz­lich­keit bewusst zu wer­den und dar­aus Kraft zu schöp­fen. Lie­der wie die Sin­gle „Gitar­re Stift Papier“ erzäh­len von mei­nem Weg, mit Musik mei­nen Platz im Leben zu fin­den, „Rot­wein­fla­schen­län­ge“ geht um ech­te Begeg­nun­gen und das Zuhö­ren, „Ich denk so oft an dich“ ist eine sehr per­sön­li­che Erin­ne­rung an mei­nen ver­stor­be­nen Freund Wauz und mit „Weit“ schaue ich fast sehn­süch­tig auf die Mög­lich­keit, dass wir alle die Schön­heit und Wei­te um uns wahr­neh­men und auf­hö­ren uns klein zu machen. Gesell­schaft und Poli­tik spie­len dabei immer indi­rekt mit, weil ich glau­be, dass per­sön­li­che Aus­ein­an­der­set­zung nie los­ge­löst von der Welt um uns her­um ist. Wenn wir über Nähe, Ver­lust, Ehr­lich­keit oder Hoff­nung sin­gen, dann ist das auto­ma­tisch auch ein Kom­men­tar zu unse­rer Zeit.


Wer unter­stützt dich in Sachen Boo­king und Label-Arbeit, oder bist du auch kom­plett selbständig?

Ich kom­me aus dem Punk­rock und DoI­tY­ours­elf ist mei­ne Lebens­de­vi­se. 2004–2015 habe ich alles auf mei­nem eige­nen Label Dancing In The Dark ver­öf­fent­licht. Von 2015 bis 2024 war ich bei End Hits Records, ech­te Lehr­jah­re was das Musik-Busi­ness angeht, zum Glück ist Betrei­ber, Oise Ronsber­ger, schon seit bald 30 Jah­ren ein guter Freund. Seit 2024 mache ich wie­der alles über mein eige­nes Label. Das Boo­king über­nimmt Grand Hotel van Cleef aus Ham­burg. Alles ande­re, Social Media, Patre­on, Manage­ment, mache ich kom­plett selbst. Ich bin sehr froh, dass mich mei­ne Fami­lie, allen vor­an mei­ne Frau, immer tat­kräf­tig unterstützt.


Wie wich­tig ist es dir Vide­os zu dre­hen und/​oder auf Social Media-Kanä­len prä­sent zu sein? Für hohe Reich­wei­ten muss man in der Regel auch ent­spre­chen­de Geld­sum­men einsetzen.

Klar, Social Media ist wich­tig, aber auch ein kapi­ta­lis­tisch getrie­be­nes Spiel mit Algo­rith­men. Ich ver­su­che, mich nicht abhän­gig zu machen. Ich bin über­all prä­sent, aber ohne Druck.


Was kön­nen alte und neue Fans von dei­nem Auf­tritt in Hall­stadt erwarten?

Mei­ne Kon­zer­te sind immer Über­ra­schun­gen, ich spie­le sel­ten nach einer Set-Lis­te. Ich las­se mich vom Publi­kum tra­gen und ent­schei­de spon­tan, wel­cher Song als nächs­tes passt.


Neben dem Künst­ler Mat­ze Ros­si gibt es auch die Pri­vat­per­son. Wie und wobei ent­spannst du abseits der Musik am besten?

Das ist ein flie­ßen­der Über­gang. Des­halb ist es so, dass ich immer zu viel mache und übe mich bewusst im „weni­ger machen“, oder wie mei­ne Kin­der sagen wür­den: im „Chil­len“. Ich lie­be es, mit unse­ren Hun­den im Wald zu sein oder mei­ner Frau bei den Pfer­den zu hel­fen. Da bin ich ein ziem­lich guter „Mis­ter“ und „Pfos­ten-in-die-Erde-Hau­er“.

Vor­le­sun­gen für jun­ge For­sche­rin­nen und Forscher

Anmel­dung zur Bam­ber­ger Kin­der-Uni ab sofort möglich

Bei der Kin­der-Uni an der Uni­ver­si­tät Bam­berg wer­den Schü­le­rin­nen und Schü­ler zu jun­gen For­sche­rin­nen und For­schern. An drei Sams­ta­gen fin­det die­se im Win­ter­se­mes­ter wie­der an der Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg statt.

War­um ist Tay­lor Swift so erfolg­reich? Was pas­siert durch den Kli­ma­wan­del mit der Umwelt? Und was ver­ra­ten archäo­lo­gi­sche Fun­de über die Kul­tur des Mit­tel­al­ters? Die­se drei The­men­ge­bie­te erfor­schen Nach­wuchs­wis­sen­schaft­le­rin­nen und Nach­wuchs­wis­sen­schaft­ler im Alter von 9 bis 12 Jah­ren im Rah­men der Kin­der-Uni. Sie fin­det im Win­ter­se­mes­ter 2025/​/​26 an drei Sams­ta­gen an der Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg statt.


Mega-Star Tay­lor Swift – War­um ist sie so erfolgreich?

In der ers­ten Vor­le­sung am Sams­tag, 8. Novem­ber 2025, beschäf­ti­gen sich die jun­gen For­sche­rin­nen und For­scher gemein­sam mit Prof. Dr. Jörn Gla­sen­app vom Lehr­stuhl für Lite­ra­tur und Medi­en mit der Fra­ge, war­um die Sän­ge­rin Tay­lor Swift so erfolg­reich ist. Ist es ihre Stim­me? Sind es ihre Melo­dien? Oder ist es ihr Image? Die­sen Fra­gen gehen sie in der Vor­le­sung gemein­sam mit dem Swift-Exper­ten und Swif­tie Prof. Dr. Jörn Gla­sen­app auf den Grund. Zudem erwar­ten die jun­gen For­schen­den Erkennt­nis­se dar­über, wie die Musik­in­dus­trie funk­tio­niert und was es bedeu­tet, ein Mega-Star zu sein. Die Ver­an­stal­tung fin­det von 11 bis 12 Uhr im Hör­saal U7 /​/​01.05, An der Uni­ver­si­tät 7, statt.


Der Kli­ma­wan­del und wir – Was mit unse­rer Umwelt pas­siert und was wir ändern müssen

Alle reden über den Kli­ma­wan­del. Man­che fin­den Kli­ma­schutz wich­tig und ande­re sagen, das ist über­trie­ben. Aber was steckt eigent­lich dahin­ter? War­um wird es auf der Erde immer wär­mer, und wel­che Fol­gen hat das für Men­schen, Tie­re und Pflan­zen? Prof. Dr. Ras­mus Hoff­mann, Lehr­stuhl für Sozio­lo­gie, ins­be­son­de­re Sozia­le Ungleich­heit, gestal­tet am Sams­tag, 15. Novem­ber 2025, die zwei­te Vor­le­sung der Kin­der-Uni. Gemein­sam wird erforscht, wie die Erd­er­wär­mung ent­steht und was getan wer­den muss, um auch in Zukunft gut auf der Erde und von der Natur leben zu kön­nen. Dabei geht es nicht nur um Umwelt und Kli­ma, son­dern auch um mehr Gerech­tig­keit: Denn rei­che Men­schen scha­den dem Kli­ma viel mehr als Arme, aber lei­den viel weni­ger unter den Fol­gen. In die­ser Vor­le­sung wird gezeigt, wie Armut und Reich­tum mit dem Kli­ma­wan­del zusam­men­hän­gen. Außer­dem wird gemein­sam über­legt, was man selbst gegen den Kli­ma­wan­del tun kann. Die Ver­an­stal­tung fin­det von 11 bis 12 Uhr im Hör­saal U7 /​/​01.05, An der Uni­ver­si­tät 7, statt.


Von Rit­tern und Bam­ber­ger Bür­gern – Was archäo­lo­gi­sche Fun­de über die (Tisch-)Kultur des Mit­tel­al­ters verraten

Die drit­te Vor­le­sung fin­det am Sams­tag, 22. Novem­ber 2025, statt. Brit­ta Zieg­ler vom Lehr­stuhl für Archäo­lo­gie des Mit­tel­al­ters und der Neu­zeit erklärt, was Archäo­lo­gin­nen und Archäo­lo­gen durch Aus­gra­bun­gen alles erfah­ren kön­nen. Wenn bei­spiels­wei­se eine alte Kera­mik­scher­be gefun­den wird, kann die­se Scher­be ver­ra­ten, wie eine Burg ein­ge­rich­tet war oder ob die Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner eines Hau­ses arm oder reich waren. Außer­dem geben sol­che Fun­de Aus­kunft dar­über, wel­che Werk­zeu­ge und Tech­ni­ken die Men­schen frü­her bereits kann­ten. Die Nach­wuchs­wis­sen­schaft­le­rin­nen und Nach­wuchs­wis­sen­schaft­ler haben die Mög­lich­keit, 500 Jah­re alte Ori­gi­nal­fun­de ken­nen­zu­ler­nen, den Umgang mit ihnen zu erler­nen und die Geheim­nis­se über das Leben von damals zu erfah­ren. Die Ver­an­stal­tung fin­det zwei Mal statt, von 10 bis 11 Uhr und von 11.30 bis 12.30 Uhr im Raum KR14 /​/​00.06, Am Kra­nen 14. Bei die­ser Vor­le­sung ist die Teil­neh­men­den­zahl auf 20 Kin­der begrenzt.

Seit 2003 prä­sen­tie­ren Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler jedes Jahr The­men aus ihren For­schungs­ge­bie­ten in Vor­le­sun­gen, die sie spe­zi­ell für Kin­der hal­ten. Erwach­se­ne Zuhö­re­rin­nen und Zuhö­rer sind des­halb bei den Vor­le­sun­gen nicht zuge­las­sen. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen sind unter www.uni-bamberg.de/kinderuni zu fin­den, eben­so die Anmeldemöglichkeit.

Stu­die­ren­de leis­ten Grund­la­gen­ar­beit für künf­ti­ges Museum

Uni­ver­si­tät Bam­berg erschließt Paul Maars Vorlass

Bald soll Paul Maars Werk in einem eige­nen Muse­um in Hall­stadt, dem Geburts­ort sei­ner Mut­ter, gewür­digt wer­den. Ein Team der Uni­ver­si­tät Bam­berg unter­stützt den Auf­bau des Muse­ums. Es inven­ta­ri­sier­te seit Febru­ar 2025 den gesam­ten Vor­lass des Autors und Illus­tra­tors, den die­ser bereits der Stadt Hall­stadt über­ge­ben hat­te, wie die Uni­ver­si­tät Bam­berg mitteilt.

Paul Maar ist einer der bekann­tes­ten Kin­der­buch­au­to­ren im deutsch­spra­chi­gen Raum – und weit dar­über hin­aus. Sei­ne Bücher rund um das „Sams“ sind in über 40 Spra­chen über­setzt. Zuletzt brach­te er auch Lite­ra­tur für Erwach­se­ne her­aus. Bald soll sein Werk in einem eige­nen Muse­um in Hall­stadt, dem Geburts­ort sei­ner Mut­ter, gewür­digt wer­den. Ein Team der Uni­ver­si­tät Bam­berg unter­stützt den Auf­bau des Muse­ums: Es inven­ta­ri­sier­te seit Febru­ar 2025 den gesam­ten Vor­lass des Autors und Illus­tra­tors, den die­ser bereits der Stadt Hall­stadt über­ge­ben hat­te. In den zahl­rei­chen Kis­ten fan­den sie unter ande­rem Bücher, Manu­skrip­te, Fotos, Film­re­qui­si­ten, Sams-Pup­pen, Zeich­nun­gen, Fan­post und per­sön­li­che Noti­zen. Ohne eine sys­te­ma­ti­sche Inven­ta­ri­sie­rung wäre eine musea­le Pla­nung eben­so wie die spä­te­re Bestands-Ver­wal­tung im lau­fen­den Betrieb unmög­lich. Am 31. August 2025 konn­ten sie die Inven­ta­ri­sie­rung dank der erfolg­rei­chen Zusam­men­ar­beit mit der Stadt Hall­stadt und der Lan­des­stel­le für die nicht­staat­li­chen Muse­en in Bay­ern abschließen.


Inven­ta­ri­sie­ren, archi­vie­ren, bewahren

„Ich habe mich sehr gefreut, als ich von der Muse­ums­idee gehört habe. Paul Maar ist ein Aus­hän­ge­schild für unse­re Regi­on – und welt­weit bekannt. Mit sei­nen Büchern hat er die Kind­heit vie­ler Men­schen geprägt“, sagt Prof. Dr. Heid­run Alz­hei­mer, ehe­ma­li­ge Inha­be­rin des Lehr­stuhls für Euro­päi­sche Eth­no­lo­gie an der Uni­ver­si­tät Bam­berg. Sie lei­te­te das Inventarisierungsprojekt.

Die Inven­ta­ri­sie­rung – also die Erfas­sung und Doku­men­ta­ti­on sämt­li­cher Objek­te – ist Grund­vor­aus­set­zung für jedes Muse­um. Sie dient nicht nur der Ord­nung und Archi­vie­rung, son­dern ist auch Basis für spä­te­re Aus­stel­lun­gen, digi­ta­le Anwen­dun­gen, Kon­ser­vie­rung, Scha­dens­do­ku­men­ta­ti­on und Ver­wal­tung. Seit Febru­ar erfass­ten vier Mas­ter­stu­die­ren­de der Euro­päi­schen Eth­no­lo­gie gemein­sam mit Heid­run Alz­hei­mer sämt­li­che Objek­te aus Paul Maars Vor­lass mit­hil­fe einer pro­fes­sio­nel­len Soft­ware. Bis Ende August 2025 haben sie einen Groß­teil der rund 5.000 Stü­cke doku­men­tiert. Nur kur­so­risch erfasst wur­de die Fan­post auf­grund der schie­ren Mas­se an Zuschrif­ten begeis­ter­ter Leser und Lese­rin­nen. Vie­le Schrei­ben sind lie­be­voll illus­triert und zeu­gen von der anhal­ten­den Wir­kung von Maars Werk.


Stu­die­ren­de ler­nen pro­fes­sio­nel­le Museumsarbeit

Dass Stu­die­ren­de an dem Pro­jekt betei­ligt waren, kommt nicht von unge­fähr, son­dern ist eines der Ergeb­nis­se einer vor­aus­schau­en­den Lehr­stra­te­gie: Heid­run Alz­hei­mer erkann­te früh, dass Absol­ven­tin­nen und Absol­ven­ten aus der Euro­päi­schen Eth­no­lo­gie häu­fig das Berufs­feld „Muse­um“ anstre­ben. Um dar­auf im Stu­di­um vor­zu­be­rei­ten, ent­wi­ckel­te sie eigens ein Pra­xis­mo­dul zur Muse­ums­aus­bil­dung, in dem der Umgang mit Samm­lun­gen, kon­ser­va­to­ri­sche Grund­la­gen und digi­ta­le Erfas­sungs­me­tho­den pra­xis­nah ver­mit­telt wer­den. Die Stu­die­ren­den bli­cken in den Kur­sen auch hin­ter die Kulis­sen, etwa bei Besu­chen in den Muse­en Bay­erns. Die Arbeit am Paul-Maar-Vor­lass ist ein Bei­spiel dafür, wie eng aka­de­mi­sche Aus­bil­dung und ange­wand­te Kul­tur­ar­beit zusam­men­spie­len kön­nen: „Die Stu­die­ren­den ler­nen hier Muse­ums­pra­xis im bes­ten Sin­ne – von der Ver­schlag­wor­tung bis zur Erfas­sung kom­ple­xer Objek­te in ver­schie­de­nen Spra­chen, Schrif­ten und media­len For­ma­ten“, so Alz­hei­mer. Eine Inven­tar­num­mer wird nach kon­ser­va­to­ri­schen Stan­dards direkt am Objekt ange­bracht, Ver­wei­se auf ver­wand­te Stü­cke in der Daten­bank mit Hil­fe von Refe­renz­num­mern ergänzt. Das emp­find­li­che Mate­ri­al wird in säu­re­frei­em Sei­den­pa­pier und Spe­zi­al­kar­tons archiviert.

„Ich woll­te schon immer im Muse­ums­be­reich arbei­ten – und durch die­ses Pro­jekt hat sich mein Berufs­wunsch noch ein­mal rich­tig gefes­tigt“, sagt Melis­sa Link, Mas­ter­stu­den­tin der Euro­päi­schen Eth­no­lo­gie. „Beson­ders schön war, dass wir dabei nicht ein­fach nur Objek­te inven­ta­ri­siert haben, son­dern viel über Paul Maar als Mensch erfah­ren konn­ten. Und er selbst war bei Fra­gen ansprech­bar – das war wirk­lich ein High­light.“ Für Link war die Inven­ta­ri­sie­rung nicht nur eine pro­fes­sio­nel­le, son­dern auch eine pri­va­te Berei­che­rung: „Paul Maar hat mich mit sei­ner Krea­ti­vi­tät ange­steckt. Und ich sehe manch all­täg­li­che Din­ge mit ganz ande­ren Augen.“ In ihrer Mas­ter­ar­beit möch­te sie sich nun mit den hand­werk­li­chen und kon­ser­va­to­ri­schen Aspek­ten des Inven­ta­ri­sie­rens beschäf­ti­gen – am Bei­spiel der Paul Maar Samm­lung. Eini­ge Objek­te wird sie auch bio­gra­phisch erforschen.


Bli­cke in das Leben von Paul Maar

Neben den bekann­ten Publi­ka­tio­nen und ihren inter­na­tio­na­len Aus­ga­ben fin­den sich im Vor­lass auch per­sön­li­che Zeug­nis­se: Fotos von Lese­rei­sen und Besu­chen in Goe­the-Insti­tu­ten rund um den Glo­bus, Gra­phi­ken, Brie­fe, hand­schrift­li­che Skiz­zen und Manu­skrip­te und Bücher mit Anmer­kun­gen für Lesun­gen. „Man spürt an vie­len Stel­len, wie eng bio­gra­phi­sche Erfah­run­gen und lite­ra­ri­sche Arbeit bei Paul Maar ver­knüpft sind und vor allem auch, dass Paul Maar viel mehr ist als sei­ne Sams-Bücher“, sagt Alz­hei­mer. So fin­den sich im Vor­lass bei­spiels­wei­se Fotos mit den Jazz­grö­ßen Keith Jar­rett und Jan Gar­ba­rek, für die Maar ein Schall­plat­ten­co­ver gestal­tet hat. Sie waren eine Woche bei Paul und Nele Maar in ihrem dama­li­gen Wohn­ort Gröt­zin­gen zu Besuch.

Beson­ders kurio­ses Mate­ri­al stel­len die Requi­si­ten aus dem zwei­ten Sams-Film von 2003 dar. Sie schlum­mer­ten jah­re­lang in der Gara­ge eines Bam­ber­ger Stadt­füh­rers, der sie nun dem Muse­um über­las­sen hat. Im Film war in der Bam­ber­ger Innen­stadt ein Hun­de­sa­lon ein­ge­rich­tet, daher zäh­len zu den Requi­si­ten so kurio­se Din­ge wie Hundelockenwickler.

Die Eröff­nung des Muse­ums ist in den nächs­ten Jah­ren geplant. Bereits im Okto­ber 2025 fin­det im Kul­tur­bo­den Hall­stadt eine öffent­li­che Ver­an­stal­tung mit Podi­ums­dis­kus­si­on und einer Aus­stel­lung mit Gra­fi­ken von Paul Maar statt. Auch der Künst­ler selbst wird anwe­send sein.

Freund­schaft und gute Gesell­schaft feiern

LaBrass­Ban­da

Mit „Pol­ka Par­ty“ fügen LaBrass­Ban­da ihrer umfang­rei­chen Dis­ko­gra­fie und welt­wei­ten Kar­rie­re ein neu­es, 12 Stü­cke umfas­sen­des Album hin­zu. Seit 2007 über­zeugt die Band, aktu­ell ein Oktett, mit einer ein­zig­ar­ti­gen Mischung aus Brass-Sounds, Volks­mu­sik, Ska, Reg­gae, Jazz, Tech­no und Punk. Am 14. Juni ist sie in Hall­stadt beim Markt­platz-Open Air zu Gast, unter­stützt von Soul­jam und Kel­ler­kom­man­do. Im Vor­feld ihrer dies­jäh­ri­gen Tour­nee durch die DACH-Regi­on spra­chen wir mit dem Band­lea­der Ste­fan Dettl.
Wer außer Dir ist seit der Band­grün­dung 2007 aktu­ell noch Bestand­teil des Oktetts aus Übersee?

Ursprüng­lich sind wir zu fünft gestar­tet und über die Jah­re zum Oktett ange­wach­sen. Als Grü­nungs­mit­glie­der sind noch Manu­el da Coll (Schlag­zeug, Gesang), Manu­el Win­beck (Posau­ne, Gesang) und ich (Trom­pe­te, Gesang) in der heu­ti­gen For­ma­ti­on mit dabei. Und mitt­ler­wei­le sind nicht nur Ober­bay­ern in der Band, son­dern auch ein Öster­rei­cher und ein Oberfranke.


Wie wür­dest du sel­ber nach 18 Jah­ren Band­ge­schich­te euren Sound sti­lis­tisch beschreiben?

Wir defi­nie­ren uns sel­ber als Voll­blut­mu­si­ker und als eine Live-Band. Von der Sti­lis­tik her sind wir nah am Punk anzusiedeln.


Habt ihr es bis heu­te bei­be­hal­ten, bei euren Shows bar­fuß und in Leder­ho­sen aufzutreten?

Ja. Unse­re Auf­trit­te kann man mit Hoch­leis­tungs­sport ver­glei­chen. Bar­fuß hast du einen spe­zi­el­len Kon­takt zur Büh­ne und die Leder­ho­se ist ein­fach unwahr­schein­lich stra­pa­zier­fä­hig. Und die Schu­he wür­den im Tour­bus nach solch schweiß­trei­ben­den Auf­trit­ten
ein­fach nur stinken.


Wel­che musi­ka­li­schen Mei­len­stei­ne wür­dest du aus eurer umfang­rei­chen Dis­ko­gra­fie
von Stu­dio,-, Live,- und Remix-Alben nennen?

„Habe­die­eh­re“, das Debüt aus dem Jahr 2008, auf dem eigent­lich gar kein Hall ver­wen­det wur­de. Das war für unse­ren Blä­ser­sound stil­prä­gend. Bis heute.


Wel­che der unzäh­li­gen Live-Auf­trit­te im In- und Aus­land sind in blei­ben­der Erin­ne­rung geblie­ben, was waren ech­te Highlights?

Zwei Kon­zer­te in Bra­si­li­en, in Rio de Janei­ro und For­ta­le­za im Rah­men unse­rer ers­ten Welt-Tour­nee. Und Auf­trit­te in Kasach­stan, wo wir im letz­ten Jahr waren. Das Land hat uns fas­zi­niert und die Men­schen waren bei unse­ren Shows sehr emo­tio­nal. Wir sind da wirk­lich mit offe­nen Armen emp­fan­gen worden.


2024 gab es bereits mit den drei Sin­gles „goaßn­maß“, „teu­fels­tanz“ und „space
bäda“ einen Vor­ge­schmack auf das neue Album „Pol­ka Par­ty“. Wann, wo und mit wem wur­de es fertiggestellt?

Auch die­ses Album wur­de wie­der von mir pro­du­ziert. Ins­ge­samt haben wir mit den Vor­be­rei­tun­gen, dem Auf­neh­men und dem Mix ein Jahr für die Fer­tig­stel­lung gebraucht. Was die Auf­nah­men angeht, sind wir in Sachen Stu­dio­zeit nicht mehr unter Druck, da wir uns in der Nähe vom Chiem­see in einem Bau­ern­hof ein eige­nes Stu­dio mit taug­li­chem Equip­ment ein­ge­rich­tet haben. Und unse­ren Blä­ser­sound ken­nen wir mitt­ler­wei­le sel­ber am bes­ten. Da pro­ben wir übri­gens auch.


Neben Bewähr­tem betre­tet ihr auf „space bäda“ mit der Zusam­men­ar­beit mit dem
Münch­ner Rap­per Roger Rekless Neu­land, baye­ri­sche Klän­ge fusio­nie­ren mit moder­nem Hip­Hop. Für euch ein gelun­ge­ner
Aus­flug?

Er ist ja der Live-MC von Deich­kind und die­ses Mit­ein­an­der hat mensch­lich und qua­li­ta­tiv super funk­tio­niert. Und Hip­Hop mit Blä­sern hat durch­aus Tra­di­ti­on und wir hat­ten da über­haupt kei­ne Berührungsängste.


Hast du einen Lieb­lings­ti­tel auf dem Album und wenn ja, warum? 

Ja, habe ich. Es ist „ohne schuah“. Ein super Song, der unser Lebens­ge­fühl per­fekt beschreibt.


Die Tex­te und die dazu­ge­hö­ri­ge Musik des neu­en Albums stam­men vor­wie­gend von Dir. Um was dre­hen sich die Stü­cke inhalt­lich. Geht es um rei­nes Enter­tain­ment, eine Art Info­tain­ment oder um eine kla­re Aus­ein­an­der­set­zung mit Gesell­schaft und Politik?

Unse­re Bot­schaft ist klar, es geht um die Gemein­schaft und das Mit­ein­an­der. Nur so funk­tio­niert Musik, die live auf die Büh­ne gebracht wird. Und da soll sich jeder wohl­füh­len und kei­ner aus­ge­grenzt werden.


Was dür­fen die Fans auf der kom­men­den Tour­nee durch Deutsch­land, Öster­reich und die Schweiz in punk­to Aus­stat­tung
(Licht, Effek­te) erwar­ten? Weni­ger ist mehr?

Wir sind in ers­ter Linie bewusst auf unse­re Instru­men­te und unse­re ener­ge­ti­sche Musik
redu­ziert. Das ist das Wich­tigs­te. Und wir kön­nen auch mit einem redu­zier­ten Büh­nen­bild und pas­sen­dem Licht die Musik immer noch gebüh­rend in Sze­ne setzen.


Du hast 2016 mit „Soul­train“ dein drit­tes und bis dato letz­tes Solo­al­bum ver­öf­fent­licht. Wird es noch eine Fort­set­zung
geben?

Also den Abschluss der Solo­ak­ti­vi­tä­ten habe ich noch nicht gefun­den. Mit die­ser Band rocke ich also gele­gent­lich, zuletzt Mit­te März. Ich bin ein­fach ein zu lei­den­schaft­li­cher Musi­ker um da einen Schluss­strich zu ziehen.


Neben dem Künst­ler Ste­fan Dettl gibt es auch den Pri­vat­mann. Hast Du mitt­ler­wei­le Fami­lie? Wie ver­bringst Di dei­ne Frei­zeit, um dich vom Musik­busi­ness zu
erho­len?

Die Musik kommt für mich schon an ers­ter Stel­le. Bei LaBrass­Ban­da bin ich zudem auch im Büro aktiv. Und ich bin Hob­by­land­wirt, da ist auf mei­nem Hof natür­lich immer eini­ges zu tun.


Ab 2010 warst Du auch als Ver­le­ger des baye­ri­schen Kul­tur­ma­ga­zins MUH tätig,
gibt es das noch?

Ja, das gibt es noch und ich bin der Her­aus­ge­ber. Für alle, die sich für Bay­ern inter­es­sie­ren, für baye­ri­sche Kul­tur, Geschich­te, Gau­di und Politik.

Für beson­de­ren ehren­amt­li­chen Einsatz

Hall­stadt: Ver­lei­hung der Ehren­amts­me­dail­len 2024

All­jähr­lich wer­den in Hall­stadt Ehren­amts­me­dail­len ver­lie­hen. Dies­mal ging die Aus­zeich­nung an sechs Bürger:innen der Stadt.

Hall­stadt hat ein intak­tes Ver­eins­le­ben. Etwa 50 Ver­ei­ne sind maß­geb­lich für den Zusam­men­halt in der Gemein­de ver­ant­wort­lich, wie die Stadt aktu­ell mit­teilt. Dar­um zeich­nen Bür­ger­meis­ter Tho­mas Söder und sein Stell­ver­tre­ter Hans-Jür­gen Wich ein­mal im Jahr jene mit Ehren­amts­me­dail­len aus, die sich durch beson­de­ren ehren­amt­li­chen Ein­satz beson­ders her­vor­ge­tan haben. In die­sem Jahr ging die­se Aus­zeich­nung an sechs Bürger:innen.

Ehren­amts­me­dail­len gin­gen an

Ob im Frau­en­kreis in der Kir­che oder der „Run­de der Alten“ beim SV Dörf­leins – Ger­lin­de Nickel hilft ger­ne und macht dar­aus kein gro­ßes Auf­se­hen. Über Jahr­zehn­te hin­weg wirk­te sie bei der Haus­samm­lung des Dia­ko­ni­schen Werks mit. Heu­te noch orga­ni­siert sie den Brunch für das Team des Früh­stücks­treffs der evan­ge­li­schen Kir­chen­ge­mein­de und unter­stützt beim Auf­bau und Schmü­cken der Weih­nachts­krip­pe in der Johan­nes­kir­che. Sowohl bei der Johan­nes­kirch­weih in Hall­stadt als auch bei der Kirch­weih in Dörf­leins ist auf Ger­lin­de Nickel schon immer Ver­lass gewesen.

Bea­te Schmitt, Toch­ter von Ger­lin­de Nickel, unter­stützt ihre Mut­ter dabei tat­kräf­tig. Doch weit mehr noch als in der Johan­nes­kir­che, ist sie beim SV Dörf­leins enga­giert. Seit mehr als 30 Jah­ren putzt, kocht und orga­ni­siert sie im Sport­heim bei Fei­er­lich­kei­ten und ande­ren Ver­an­stal­tun­gen. Die Tri­kot­wä­sche der Fuß­bal­ler bedeu­tet einen erheb­li­chen Zeit­auf­wand, den sie ger­ne auf sich nimmt. Wie ihre Mut­ter auch, bleibt Bea­te Schmitt bei all die­sen Tätig­kei­ten stets im Hintergrund.

Eine wei­te­re Ehren­amts­me­dail­le geht an Eri­ka Lang. Seit ist vie­len Jah­ren ehren­amt­lich in der evan­ge­li­schen Johan­nes­ge­mein­de aktiv. Dabei wirkt sie an einer Viel­zahl unter­schied­li­cher Auf­ga­ben mit. Regel­mä­ßig sorgt sie dafür, dass der Früh­stücks­treff und der Brunch am Sonn­tag nach dem Got­tes­dienst im evan­ge­li­schen Gemein­de­heim statt­fin­den kön­nen. Und auch an ande­rer Stel­le bemüht sie sich dar­um, dass das Gemein­de­le­ben erhal­ten bleibt. So teilt sie den Gemein­de­brief aus, unter­stützt beim Krip­pen­auf­bau und der Johan­nes­kirch­weih, packt bei der jähr­li­chen Auf­räum­ak­ti­on im Früh­jahr tat­kräf­tig mit an und backt Kuchen, wann immer Kuchen gebraucht wird.

Ehren­amts­me­dail­len gin­gen an – Teil 2

Als Musi­ke­rin ist Bir­git Hit­tin­ger dem Musik­ver­ein Hall­stadt seit inzwi­schen 44 Jah­ren treu. Anfangs als Posau­nis­tin, erlern­te sie spä­ter wei­te­re Instru­men­te wie Tenor­horn, Bari­ton und Tuba. 1997 leg­te sie einen Aus­bil­der­lehr­gang ab, seit­dem ist sie Aus­bil­de­rin im Ver­ein. Unzäh­li­gen Schüler:innen hat sie in den ver­gan­ge­nen 27 Jah­ren die Freu­de an der Musik ver­mit­telt. Auch in der Vor­stand­schaft des Musik­ver­eins half sie tat­kräf­tig mit. Im Mai 2000 erhielt sie die Ehren­na­del in Sil­ber des Nord­baye­ri­schen Musik­bun­des, 2005 die Ehren­na­del in Sil­ber der Bun­des­ver­ei­ni­gung Deut­scher Musikverbände.

Erwin Mor­gen­roth ist Unter­stüt­zer und Mit­glied zahl­rei­cher Ver­ei­ne und Grup­pen. So zählt er zu den Grün­dungs­mit­glie­dern des Musik­ver­eins Hall­stadt, für den er 24 Jah­re als Kas­sie­rer und 19 Jah­re in der erwei­ter­ten Vor­stand­schaft tätig war. Er über­nahm dabei ins­be­son­de­re die Orga­ni­sa­ti­on von Musik­fes­ten und dem Mühl­bau­ern­fest. Auch im Anna­ka­pel­len-Ver­ein ist er Grün­dungs­mit­glied. In der Grup­pe „Mit­ein­an­der – Für­ein­an­der“ beglei­tet er ehren­amt­lich Behin­der­te zum Ein­kau­fen und zum Arzt, fast 20 Jah­re lang brach­te er Lebens­mit­tel von der Bam­ber­ger Tafel zu Bedürftigen.

Seit Juli 1980 ist Die­ter Ramer Mit­glied der Krie­ger- und Sol­da­ten­ka­me­rad­schaft Dörf­leins, in der er 1987 das Amt des Kas­sie­rers über­nom­men hat. Bis heu­te übt er die­se Tätig­keit pflicht­be­wusst und zuver­läs­sig im Ehren­amt aus. Zugleich ist er in den katho­li­schen Kir­chen­ge­mein­den von Hall­stadt und Dörf­leins regel­mä­ßig als Mes­ner, Lek­tor oder Kom­mu­ni­on­hel­fer tätig. Jüngst küm­mer­te er sich um die Gestal­tung und Durch­füh­rung des Fest­got­tes­diens­tes anläss­lich des Jubi­lä­ums „75 Jah­re SV Dörf­leins, 1200 Jah­re Dörf­leins“.

Hall­stadt

Kul­tur­bo­den-Pro­gramm: Cover­bands, Kaba­rett, Songwriter

Letz­te Woche hat der Kul­tur­bo­den Hall­stadt sein neu­es Pro­gramm vor­ge­stellt. In der Spiel­zeit 2024 /​/​2025 tre­ten Cover­bands, Kaba­rett-Acts und ver­schie­de­ne Song­wri­ter auf.

Das Pro­gramm im Kul­tur­bo­den Hall­stadt, das bereits seit der Eröff­nung des Ver­an­stal­tungs­hau­ses im Herbst 2015 über die Gren­zen Ober­fran­kens hin­aus bekannt ist, bie­tet auch in die­ser Spiel­zeit eine viel­tei­li­ge Lis­te an regio­na­len und über­re­gio­na­len Künstler:innen. Vor allem Tri­bu­te- und Cover­bands sowie Kaba­rett­ver­an­stal­tun­gen und Song­wri­ter-Kon­zer­te wer­den in den nächs­ten Mona­ten nach Hall­stadt kommen.

So tre­ten im Okto­ber etwa die ABBA-Tri­bu­te-Band BABA Explo­si­on, UDOMAT und die Panik­ge­nos­sen – Deutsch­lands größ­te Udo Lin­den­berg Tri­bu­te Band, The John­ny Cash Show von The Cash­bags und Wei­ter­sa­gen singt Wes­tern­ha­gen auf.

Im Novem­ber steht „The Music of QUEEN“ an, die Red Hot Chil­li Pipers, ReCart­ney, eine Beat­les-Cover-Band, und die Tote-Hosen-Tri­bu­te-Band Opi­um fürs Volk.

Den Dezem­ber eröff­nen Marley’s Ghost, gefolgt von den Ulti­ma­te Eagles und Street Fight­ing Men, einer Rol­ling-Stones-Tri­bu­te-Band. Kurz vor Weih­nach­ten spie­len Viva La Vida Cold­play-Lie­der ehe Kil­mis­ter mit einem Tri­but an Motör­head das Jahr abschließen.

Kaba­rett und Songwriter

Aber auch Kaba­rett steht auf dem Pro­gramm des Kul­tur­bo­dens. Im Okto­ber eröff­nen Micha­el Altin­ger, Frie­de­mann Wei­se, Hel­mut Schleich, Julia Als­hei­mer, Sekt and the City und Mar­kus Lan­ger. Im Novem­ber fol­gen die Kay Ray Show, Ing­mar Sta­del­mann, Wigald Boning und Bern­hard Hoë­cker, Andre­as Rebers und Lisa Fitz.

Den Dezem­ber bestrei­ten Night­Wa­sh, Wolf­gang Krebs, Egers­dör­fer und Fils­ner, Vogel­may­er und Gery Ger­spit­zer, Fas­ten­pre­di­ger Wolf­gang Reich­mann und Hanu­ta Gonzales.

Musi­ka­lisch wird es erneut, wenn etwa Mar­tin Käl­be­rer, Pam Pam Ida, Wer­ner Schmid­bau­er oder Simon und Jan in Hall­stadt spie­len. Pip­po Pol­li­na tritt im Novem­ber auf, genau wie Andre­as Küm­mert und Band.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum Pro­gramm, auch im Jahr 2025, hat der Kul­tur­bo­den online hin­ter­legt.

Bil­dung und Pflege

Cari­tas und Dia­ko­nie bau­en Pfle­ge­schu­le in Hallstadt

Der Fach­kräf­te­man­gel macht sich vor allem in der Pfle­ge bemerk­bar. Um dem ent­ge­gen­zu­wir­ken, haben die Cari­tas und Dia­ko­nie Bam­berg vor, in Hall­stadt die Pfle­ge­schu­le Dr. Sel­ma Graf zu errich­ten. Ent­ste­hen soll die Ein­rich­tung auf dem Gelän­de des eben­falls neu ent­ste­hen­den Dr. Pfle­ger Cam­pus, Spa­ten­stich soll in zwei Jah­ren sein.

Jetzt ist der neue Stand­ort der Pfle­ge­schu­le Dr. Sel­ma Graf laut einer Mit­tei­lung der Bam­ber­ger Cari­tas, offi­zi­ell. Sie wird Teil des in Hall­stadt neu ent­ste­hen­den Dr. Pfle­ger Cam­pus. Dr. Sel­ma Graf war zu Zei­ten des Natio­nal­so­zia­lis­mus Frau­en­ärz­tin in Bam­berg. Sie wur­de 1938 wegen des Vor­wurfs der gewerbs­mä­ßi­gen Abtrei­bung ver­haf­tet und starb spä­ter im KZ Auschwitz.

Aktu­ell ist die Öku­me­ni­sche Berufs­fach­schu­le für Pfle­ge und Pfle­ge­hil­fe, die der Cari­tas­ver­band für die Erz­diö­ze­se Bam­berg und die Dia­ko­nie Bam­berg-Forch­heim zu glei­chen Tei­len als Gesell­schaf­ter ver­ant­wor­ten, im Hain unter­ge­bracht, teil­wei­se in Con­tai­nern. „Wir freu­en uns sehr, dass wir mit dem neu­en Stand­ort Schü­le­rin­nen und Schü­lern ein attrak­ti­ves Lern­um­feld bie­ten kön­nen“, so Schul­lei­te­rin Ulri­ke Sänger.

Ent­ste­hen wird der Schul­neu­bau auf dem Grund­stück des ehe­ma­li­gen Unter­neh­mens­sit­zes der Dr. Pfle­ger Arz­nei­mit­tel GmbH in der Emil-Kem­mer-Stra­ße. „Ich möch­te mich bei der Dok­tor Robert Pfle­ger Stif­tung und der Dr. Pfle­ger Arz­nei­mit­tel GmbH ganz herz­lich bedan­ken“, sag­te Micha­el End­res, Diö­ze­san-Cari­tas­di­rek­tor. „Durch ihre Bereit­schaft, ihr Grund­stück für die­ses drin­gend benö­tig­te Pfle­ge­schul­pro­jekt bereit­zu­stel­len, schaf­fen sie über­haupt erst die Vor­aus­set­zung dafür, dass wir jetzt den Pro­jekt­start ver­kün­den können.“

Dem Fach­kräf­te­man­gel entgegenwirken

Drin­gend benö­tigt wer­den die ange­hen­den Pfle­ge­fach­per­so­nen bereits heu­te. Der Fach­kräf­te­man­gel im Pfle­ge­be­reich ist spür­bar. Laut Pro­gno­sen wird der Bedarf an aus­ge­bil­de­ten Pfle­ge­per­so­nen mit dem zuneh­men­den Durch­schnitts­al­ter der Bevöl­ke­rung zudem wei­ter anstei­gen. „Umso mehr freut es uns, dass unse­re gemein­sa­me Pfle­ge­schu­le Dr. Sel­ma Graf wächst“, so Nor­bert Kern, Vor­stands­vor­sit­zen­der der Dia­ko­nie Bam­berg-Forch­heim. Ziel sei es, dass pro Schul­jahr ins­ge­samt drei Klas­sen mit jeweils bis zu 30 Aus­zu­bil­den­den ihren Abschluss erreichen.

Ein nicht gerin­ger Anteil der Schüler:innen stammt aktu­ell bereits aus dem Aus­land. „Hier benö­ti­gen wir inno­va­ti­ve Schul­kon­zep­te, um eine gute Inte­gra­ti­on nicht nur in die Arbeits­welt, son­dern auch in unse­re Gesell­schaft zu errei­chen“, sagt Karl-Heinz Seib, Geschäfts­füh­rer der Pfle­ge­schu­le Dr. Sel­ma Graf. Mit einem Kon­zept von selbst­ver­ant­wort­li­chem Ler­nen, Deutsch­kur­sen oder dem Enga­ge­ment der Schu­le als „Schu­le ohne Ras­sis­mus – Schu­le mit Cou­ra­ge“ möch­te das Team der Schu­le die­sen Anspruch schon jetzt ver­wirk­li­chen. Auch im Neu­bau soll etwa eine offe­ne Raum­ge­stal­tung die­se päd­ago­gi­schen Ansät­ze unterstützen.

Ein Cam­pus für Viel­falt und Bildung

„Unse­re Inte­gra­ti­on in den Dr. Pfle­ger Cam­pus eröff­net uns hier vie­le wei­te­re Mög­lich­kei­ten, unse­re Viel­falt und unse­re Offen­heit als Pfle­ge­schu­le zu leben und auch für ande­re erleb­bar zu machen“, so Ulri­ke Sän­ger. Der neue Bil­dungs-Cam­pus in Hall­stadt umfasst zukünf­tig eine Drei­fach­turn­hal­le und die Bil­dungs­ein­rich­tun­gen von Montesso­ri e.V. „Mit dem Dr. Pfle­ger Cam­pus schaf­fen wir einen Ort, der Bil­dung und Pfle­ge, der sowohl für Hall­stadt als auch für die gesam­te Regi­on von gro­ßer Bedeu­tung sein wird“, sagt Ralf Will, Geschäfts­füh­rer der Dr. Pfle­ger Arz­nei­mit­tel GmbH.

„Die Öffent­lich­keit wird erheb­lich von dem Cam­pus pro­fi­tie­ren: Es ent­ste­hen Ange­bo­te für Schu­len, die Siche­rung der Pfle­ge­fach­kraft­aus­bil­dung für die Regi­on sowie eine Drei­fach­turn­hal­le für Hall­stadt und den Land­kreis“, fasst Tho­mas Söder, 1. Bür­ger­meis­ter der Gemein­de Hall­stadt zusammen.

Die Inves­ti­tio­nen der Betei­lig­ten sind dabei nicht uner­heb­lich. Der Neu­bau der Pfle­ge­schu­le allein soll vor­aus­sicht­lich 18,3 Mil­lio­nen Euro kos­ten. Unter­stützt wer­den die bei­den Gesell­schaf­ter bei der Finan­zie­rung durch die Regie­rung von Ober­fran­ken, die Ober­fran­ken­stif­tung sowie die Dok­tor Robert Pfle­ger Stiftung.

Der Spa­ten­stich für den beson­de­ren Bil­dungs-Cam­pus ist für 2026 geplant, die Fer­tig­stel­lung für 2028.

Bücher, Illus­tra­tio­nen, Thea­ter­stü­cke, Dreh­bü­cher, Kostüme

In Hall­stadt soll ein Paul-Maar-Muse­um entstehen

Paul Maar zählt zu den bedeu­tends­ten Kin­der- und Jugend­buch­au­to­ren in Deutsch­land. Sei­ne Sams-Bän­de wur­den in mehr als 30 Spra­chen über­setzt und mehr als sechs Mil­lio­nen Mal ver­kauft. Um sein Lebens­werk zu sichern, soll nun ein Paul-Maar-Muse­um in Hall­stadt entstehen.

Wenn Paul Maar zu einer Lesung oder ande­ren Ver­an­stal­tun­gen kommt, wird er stets mit sei­ner berühm­tes­ten Schöp­fung, dem Sams, in Ver­bin­dung gebracht, so die Stadt Hall­stadt in einer Mit­tei­lung. Paul Maar ist jedoch mehr als das Sams und hat in sei­nem jahr­zehn­te­lan­gen künst­le­ri­schen Wir­ken Bücher, Illus­tra­tio­nen, Skiz­zen, Thea­ter­stü­cke, Dreh­bü­cher, Kos­tü­me und vie­les mehr geschaffen.

Ende letz­ter Woche (26. Juli) stell­ten Maar, Hall­stadts Bür­ger­meis­ter Tho­mas Söder und Dag­mar Stonus vom Kul­tur­bü­ro fran­kon­zept aus Würz­burg ein Kon­zept für ein Paul-Maar-Muse­um vor. „Ich freue mich, dass mei­ne Samm­lung und Wer­ke nun in Hall­stadt ein Zuhau­se fin­den und mei­ne Bücher und Geschich­ten für vie­le Gene­ra­tio­nen erleb­bar sein wer­den“, sag­te Paul Maar.

Doch war­um hat er dazu Hall­stadt aus­ge­wählt? „Was vie­le nicht wis­sen, ist, dass mei­ne leib­li­che Mut­ter, Bar­ba­ra Ben­ker, und mei­ne Groß­el­tern aus Hall­stadt stam­men.“ Enge Ver­bin­dun­gen zwi­schen Paul Maar und Hall­stadt sei­en in den letz­ten Jah­ren zudem durch Lesun­gen, Aus­stel­lun­gen und Begeg­nun­gen gewach­sen, berich­te­te Tho­mas Söder. Durch den jeweils gro­ßen Zuspruch ent­stand dann die Idee, ein Paul-Maar-Muse­um in Hall­stadt zu schaffen.

„Von einer Fügung“ spricht Clau­dia Maria Pech­er, Prä­si­den­tin der Deut­schen Aka­de­mie für Kin­der- und Jugend­li­te­ra­tur und Lei­te­rin der Lan­des­fach­stel­le für Büche­rei­en und Bil­dung im Sankt Micha­els­bund, dass mit dem Anwe­sen Fischer­gas­se 4 und 6 in Hall­stadt außer­dem ein Muse­umsort gefun­den wor­den sei, der die frän­ki­sche Prä­gung von Paul Maar in Form hei­mi­scher Archi­tek­to­nik Aus­druck ver­lei­he. „Hier besteht die Chan­ce“, so Pech­er, „dass Fran­ken, Bay­ern und die Welt eine ein­zig­ar­ti­ge Begeg­nungs­stät­te für die Ver­mitt­lung der her­aus­ra­gen­den Kin­der- und Jugend­li­te­ra­tur von Paul Maar bekommt. Denn mit Büchern, Fil­men, Büh­nen­stü­cken für Kin­der und Fami­li­en erreicht man die Her­zen der Menschen.“

Stadt­rat stimm­te zu

Um zu erkun­den, ob ein Paul-Maar-Muse­um in Hall­stadt rea­li­siert wer­den kann, wur­de das Kul­tur­bü­ro fran­kon­zept aus Würz­burg beauf­tragt. Dag­mar Stonus und Jochen Ramming leg­ten dem Stadt­rat Hall­stadts nun ein aus­ge­ar­bei­te­tes Muse­ums­kon­zept vor, an dem auch Paul Maar mit­ge­wirkt hat­te. Das Ergeb­nis der Mach­bar­keits­stu­die sei, so die Mit­tei­lung aus Hall­stadt wei­ter, dass die Vor­aus­set­zun­gen in der Fischer­gas­se opti­mal sei­en und gro­ßes Poten­zi­al für die Stadt­ent­wick­lung böten.

Dag­mar Stonus sag­te: „Paul Maar ist mehr als das Sams und so muss ein Paul Maar Muse­um mehr als nur ein Muse­um sein. Es soll Erleb­nis­se bie­ten und begeis­tern.“ Ent­spre­chend soll das Muse­ums­kon­zept neben der musea­len Prä­sen­ta­ti­on der umfang­rei­chen Samm­lung an Illus­tra­tio­nen und Wer­ken von Paul Maar einen kla­ren Schwer­punkt auf die Ver­mitt­lungs­zie­le und inter­ak­ti­ven, spie­le­ri­schen und ziel­grup­pen­ori­en­tier­ten Ange­bo­te legen.

Der Stadt­rat der Stadt Hall­stadt stimm­te für das Muse­ums­kon­zept und dafür, die erfor­der­li­chen finan­zi­el­len För­der­mit­tel zu bean­tra­gen. Und so soll Paul Maars Sam­mel­su­ri­um in Hall­stadt ein neu­es Zuhau­se finden.

Für gemein­nüt­zi­ges Engagement

Hall­stadt: Bür­ger­me­dail­len an drei Stadtrats-Mitglieder

Gün­ter Hof­mann, Hei­ko Nit­sche und Tho­mas Söder haben Bür­ger­me­dail­len der Stadt Hall­stadt erhal­ten. Alle drei enga­gie­ren sich in Ver­ei­nen und sind Stadtrats-Mitglieder.

Regel­mä­ßig ver­leiht die Stadt Hall­stadt Bür­ger­me­dail­len an Bür­ge­rin­nen und Bür­gern für gemein­nüt­zi­ges Enga­ge­ment. Nun erhiel­ten aller­dings aus­schließ­lich Bür­ger bezie­hungs­wei­se Stadt­rä­te die Aus­zeich­nung. Wie die Stadt mit­teil­te, han­delt es sich dabei um Gün­ter Hof­mann, Hei­ko Nit­sche und Bür­ger­meis­ter Tho­mas Söder.

Gün­ter Hof­mann (CSU) ist seit mehr als 20 Jah­ren Mit­glied des Hall­stad­ter Stadt­rats. In der aktu­el­len Wahl­pe­ri­ode hat der selbst­stän­di­ge Archi­tekt den Vor­sitz des Rech­nungs­prü­fungs­aus­schus­ses inne. Die Bür­ger­me­dail­le erhält er für sein sport­li­ches Enga­ge­ment. Denn schon lan­ge ist Gün­ter Hof­mann in Ver­ei­nen aktiv, zum Bei­spiel als Jugend­lei­ter und Vor­stand beim SV Hall­stadt. Immer habe er dabei, so die Stadt, sein Ziel, die Jugend­ar­beit zu stär­ken, wei­ter umgesetzt.

Anfang der 2000er Jah­re wur­de Gün­ter Hof­mann zudem 2. Vor­sit­zen­der beim Sport- und Kul­tur­ring Hall­stadts, unter dem damals 30 Hall­stad­ter Ver­ei­ne orga­ni­siert waren. 2007 wur­de Hof­mann zum Kir­chen­rat der katho­li­schen Kir­chen­stif­tung beru­fen. Zwei Jah­re spä­ter über­nahm er außer­dem das Amt des Kirchenpflegers.

Hei­ko Nitsche

Hei­ko Nit­sche sitzt seit 2002 für die SPD im Stadt­rat. Seit 45 Jah­ren ist er zudem Mit­glied beim SV Dörf­leins und erhält die Bür­ger­me­dail­le für sein dor­ti­ges Enga­ge­ment. 1986 kam Hei­ko Nit­sche in den Ver­eins­aus­schuss, zwei Jah­re spä­ter über­nahm der den Pos­ten des 2. Vor­sit­zen­den, den er sechs Jah­re inne­hat­te. 1997 wur­de er zum Vor­sit­zen­den des Ver­eins gewählt. Die­sen Pos­ten hat­te er 24 Jah­re inne und grün­de­te in der Zeit die „SV Dörf­leins Fest­zelt GdbR“.

Es folg­ten der Bau eines Betriebs­ge­län­des mit Umklei­den, Duschen und Toi­let­ten sowie eines Tanz­raums mit Spie­gel­wand und Woh­nung. Die Inves­ti­ti­on sei­en im sechs­stel­li­gen Bereich gewe­sen. Schnell grün­de­te sich unter Nit­sches Vor­sitz auch eine Tanz­sport­grup­pe, heu­te ein Aus­hän­ge­schild des SV Dörfleins.

Tho­mas Söder

Der drit­te aktu­el­le Trä­ger der Hall­stad­ter Bür­ger­me­dail­le ist Hall­stadts Bür­ger­meis­ter Tho­mas Söder. Schon früh trat er in die Jun­ge Uni­on ein und über­nahm wäh­rend sei­nes Jura­stu­di­ums 2000 den Orts­vor­sitz in Hall­stadt. Zwei Jah­re spä­ter folg­te das Stadt­rats­man­dat. In der ers­ten Wahl­pe­ri­ode enga­gier­te sich Tho­mas Söder als Jugend­be­auf­trag­ter. In die­ser Funk­ti­on erstell­te er bei­spiels­wei­se ein Feri­en­pro­gramm. In den fol­gen­den sechs Jah­ren wur­de er Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der und 2011 Orts­vor­sit­zen­der. Seit 2014 ist Tho­mas Söder Hall­stadts Bür­ger­meis­ter. Auch ist er Bezirks­rat, stell­ver­tre­ten­der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der, Mit­glied im Lan­des­pfle­ge­aus­schuss, Ver­wal­tungs­rat der Gesund­heits­ein­rich­tun­gen Ober­fran­ken und Auf­sichts­rat der Sozi­al­stif­tung Bamberg.

Auch in Ver­ei­nen ist Söder aktiv, dar­un­ter der Ang­ler­ver­ein, der Bür­ger­ver­ein, der Bund Natur­schutz, die bei­den Krie­ger- und Reser­vis­ten­ver­ei­ne Hall­stadts und Dörf­leins, der Musik­ver­ein und weitere.

Sebas­ti­an Reich & Aman­da: „Aman­da freut sich über jede Steilvorlage“

Mit „Ver­rück­te Zeit!“ prä­sen­tiert der Würz­bur­ger Bauch­red­ner und Come­di­an Sebas­ti­an Reich sein vier­tes Pro­gramm. Mit dabei sein Mar­ken­zei­chen, die Nil­pferd-Pup­pe Aman­da. Wir haben mit Sebas­ti­an Reich im Vor­feld sei­nes Auf­tritts auf dem Hall­stad­ter Markt­platz am 24. Juni gesprochen.
Herr Reich, wann haben Sie die Lie­be zum Bauch­re­den und Pup­pen­spiel entdeckt?

Sebas­ti­an Reich: Mein Onkel war 30 Jah­re lang Bauch­red­ner. Schon als Kind habe ich die Mate­rie des Bauch­re­dens und Pup­pen­spiels mit­be­kom­men und mich dafür begeis­tert. Zu mei­nem vier­ten Geburts­tag schenk­te mir mein Onkel ein klei­nes Zau­ber­kunst­stück. Zwei Jah­re spä­ter stand ich dann als Zau­ber­lehr­ling gemein­sam mit ihm zum ers­ten Mal auf einer gro­ßen Büh­ne. Vie­le Jah­re habe ich dann gezau­bert, das Bauch­re­den war jedoch immer mein gro­ßes Ziel.

Sie sind zunächst unter dem Künst­ler­na­men Pierre Ruby auf­ge­tre­ten. War­um sind Sie dann zu Ihrem bür­ger­li­chen Namen zurückgekehrt?

Sebas­ti­an Reich: Mein Onkel ist damals als Pierre Ruby auf­ge­tre­ten, als es noch geläu­fig war, sich einen Künst­ler­na­men zuzu­le­gen. Bei mei­ner Pre­mie­re im Jahr 2002 stand ich dann unter dem Pseud­onym „Pierre Ruby jun.“ auf der Büh­ne. Ich habe dann jedoch recht schnell gemerkt, dass ich mich nicht hin­ter einem Namen ver­ste­cken möch­te, son­dern ein­fach der Sebas­ti­an auf der Büh­ne sein möch­te, der ich auch im rich­ti­gen Leben bin. Zumal der Name Pierre für den Fran­ken gar nicht so leicht aus­zu­spre­chen war.

Seit 2012 schrei­ben Sie Pro­gram­me. Allei­ne oder in einem Team?

Sebas­ti­an Reich: Neue Pro­gram­me zu schrei­ben, ist ein sehr lan­ger und inten­si­ver Pro­zess. Alle bis­he­ri­gen Tour-Pro­gram­me und die dazu­ge­hö­ri­gen Ideen stam­men aus mei­ner Feder. Die Ideen kom­men oft kurz vor dem Ein­schla­fen, beim Auto­fah­ren, in ganz all­täg­li­chen Situa­tio­nen oder wenn ich mich zum krea­ti­ven Schaf­fen in eine ein­sa­me Bucht ans Meer zurück­zie­he. Dann gibt es aber auch mal Ein­wür­fe aus dem Umfeld, von Freun­den oder Fami­lie, auch so kön­nen ver­rück­te Ideen für neue Pro­gram­me ent­ste­hen. Für den letz­ten Schliff arbei­te ich dann mit einem befreun­de­ten Autor und Regis­seur zusammen.

Wel­ches der bis­he­ri­gen Pro­gram­me brach­te Ihnen den Durch­bruch, wel­ches ist das bis­her erfolgreichste?

Sebas­ti­an Reich: Wir haben uns über die Jah­re unser Publi­kum erspielt und das ist, den­ke ich, auch durch die immer wie­der neu­en Ideen der Pro­gram­me ent­stan­den. Ich erin­ne­re mich noch gut an die Anfän­ge und unser ers­tes Mün­chen-Gast­spiel im Schlacht­hof mit genau 38 Zuschau­ern! Ein paar Jah­re spä­ter gas­tier­ten wir dann im Münch­ner Kro­ne-Bau mit 1.800 Men­schen. Jedes Pro­gramm hat sei­ne Beson­der­heit, so ist es beim aktu­el­len Pro­gramm eine tech­ni­sche Spie­le­rei die uns ganz neue Mög­lich­kei­ten bie­tet und so für die lang­jäh­ri­gen Fans auch wie­der eine Neu­heit mit sich bringt.

Man kennt Sie vor allem durch die Nil­pferd-Hand­pup­pe Aman­da und das Schwein Pig­Nic. Waren das Spezialanfertigungen?

Sebas­ti­an Reich: Ja. Am Anfang steht die Idee. So zum Bei­spiel bei Pig­Nic. Wir such­ten ein lie­bens­wer­tes und den­noch etwas trau­ri­ges und ver­peil­tes Mar­zi­pan­schwein­chen. Mit die­ser Idee geht es dann zum Pup­pen­bau­er – hier gibt es wah­re Künst­ler in Deutsch­land. In einem krea­ti­ven Pro­zess ent­steht dann die Figur und auch der Cha­rak­ter, von der Bewe­gung bis letzt­lich zur Stim­me. Mitt­ler­wei­le zählt der klei­ne Zoo um mich her­um rund 30 Tie­re und Lebewesen.

Der­zeit sind Sie mit dem Pro­gramm „Ver­rück­te Zeit!“ auf Tour­nee, mit dem Sie auch nach Hall­stadt kom­men. Um was geht es dabei?

Sebas­ti­an Reich: „Ver­rück­te Zeit!“ ist eine zwei­stün­di­ge Mischung aus Nil­pferd-Come­dy, Bauch­red­ne­rei und Spaß. Wäh­rend ich in einer Zeit auf­ge­wach­sen bin, in der man noch mit dem Blei­stift die Kas­set­te für den Walk­man zurück­ge­spult hat, blüht Aman­da im Jahr 2023 in der Welt der Influen­cer auf. War das damals eine ver­rück­te Zeit oder sind wir jetzt mit­ten­drin? Da haben Aman­da und ich ganz ande­re Sicht­wei­sen. Wir wer­den ver­su­chen, eine Ant­wort zu fin­den. Die Gäs­te kön­nen sich zudem auf eine reso­lu­te Ele­fan­ten-Dame vom Ord­nungs­amt ein­stel­len, inter­na­tio­na­le Star­gäs­te vom Süd­pol und ein Mar­zi­pan­schwein­chen, wel­ches sich ganz neu erfun­den hat. Und dann bleibt da noch die Fra­ge offen, ob Aman­da end­lich ihr Herz­blatt fin­den wird. Und wor­über ich mich freue, dass auch ein paar Minu­ten Sebas­ti­an Reich ganz ohne Beglei­tung wun­der­bar funktionieren.

Bezie­hen Sie das Publi­kum in Ihr Pro­gramm auch ein, gibt es eine Art Interaktion?

Sebas­ti­an Reich: Abso­lut. Das macht unse­re Show aus und wird auch vom Publi­kum geliebt. Es gibt bei dem aktu­el­len Pro­gramm einen roten Faden. Aber ins­be­son­de­re das Drum­her­um ist manch­mal für die Zuschau­er und auch uns immer wie­der eine Wun­der­tü­te. Gera­de bei einem Open­Air wie in Hall­stadt kann es pas­sie­ren, dass uns wie­der die eine oder ande­re Über­ra­schung beglei­tet. Wir haben dies­be­züg­lich schon eine Men­ge erlebt, von Stör­chen auf dem Büh­nen­dach bis hin zu tief­flie­gen­den Fle­der­mäu­sen im Schein­wer­fer­licht. Aber Aman­da freut sich über jede Steilvorlage.

An wen rich­tet sich das Pro­gramm? Ist es eher für Kin­der, für Erwach­se­ne oder die gan­ze Fami­lie geeignet?

Sebas­ti­an Reich: Das ist das schö­ne an unse­rem Pro­gramm, es eig­net sich für jeder­mann. Wir haben im Publi­kum glei­cher­ma­ßen das Rent­ner­paar sit­zen genau­so wie Fami­li­en mit Kin­dern, Jugend­li­che, Erwach­se­ne, bunt­ge­mischt eigent­lich alle Alters­klas­sen durch sämt­li­che Bevöl­ke­rungs­schich­ten. Jeder, der Lust auf 120 Minu­ten Spaß und Unter­hal­tung hat und sei­ne Lach­mus­keln mal wie­der stra­pa­zie­ren möch­te, ich bei uns genau richtig.

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