Musik und Märchen für den guten Zweck
Kulturboden goes Benefiz
Der Kulturboden Hallstadt stellt sich in diesem Frühjahr in den Dienst der guten Sache: Mit gleich zwei Benefizveranstaltungen wird gezeigt, dass Kultur nicht nur Menschen verbindet, sondern auch Hoffnung schenken kann. Denn wenn Musik mehr ist als Unterhaltung, entstehen Momente, die unter die Haut gehen und nachhaltig wirken.
Zwei besondere Benefizveranstaltungen, die zeigen, wie kraftvoll Kultur sein kann, wenn sie Herz und Engagement verbindet, stehen an.
„Ein Konzert für Charlie“
Zunächst bietet der Kulturboden in Hallstadt am kommenden Sonntag wieder eine Bühne für einen besonderen Benefizabend. Mit Live-Musik verschiedener Künstler und einer Tombola mit attraktiven Gewinnen zugunsten des vierjährigen Charlie soll Hoffnung hör- und spürbar werden: Am Sonntag, den 26. April ab 17 Uhr im Kulturboden in Hallstadt beim Benefizkonzert „Ein Konzert für Charlie“ mit Live-Musik und einer Tombola, deren Erlös dem vierjährigen Charlie zugute kommt.
Charlie ist gerade einmal vier Jahre alt und doch kämpft er schon mit einer unglaublich schweren Diagnose: MPS IIIA, eine seltene, neurodegenerative Krankheit, die ihm nach und nach seine Fähigkeiten nimmt. Um Charlie mehr Leben, Zeit und gemeinsame Momente mit seiner Familie zu ermöglichen, werden Spenden für eine benötigte Gentherapie in den USA gesammelt, denn die Kosten dafür sind riesig, sie umfassen mehrere Millionen Euro. Jeder kann helfen, dem kleinen Jungen ein Stück Zukunft zu schenken – und dabei einen musikalischen Abend mit tollen Bands beim Konzert für Charlie erleben.
Mit dabei sind am Sonntag Lucky and the Heartbreakers, die ENDLICH KERWA BAND, Bambägga, TRIPLE B, Slam Elephant, 1516 und David Saam. Beim Konzert wird es auch eine Tombola mit attraktiven Preisen geben, deren Erlös Charlie zugutekommt.
„Der Stern in dir“
Am 16. Mai um 19:30 Uhr wird dann das musikalische Benefizmärchen „Der Stern in dir“ aufgeführt, das deutsche Premiere feiert. „Der Stern in dir“ ist mehr als ein Musikmärchen – es ist eine emotionale Reise durch Licht, Schatten und Menschlichkeit. Als der Stern über einem kleinen Dorf verschwindet, macht sich die junge Liva auf den Weg, ihn wiederzufinden. Auf ihrer Reise begegnet sie einem mutlosen Löwen, einer zerbrochenen Königin und einem stillen Künstler – Symbolfiguren für das, was wir alle in uns tragen: Angst, Zweifel, aber auch Mut und Hoffnung.
Zwischen Live-Gesang, Licht und Projektionen entfaltet sich eine magische Erzählung, die zeigt, wie wir selbst zu unserem eigenen Licht werden können. Geschrieben wurde die Geschichte von Andrea Raffaela Böll gemeinsam mit Saskia Steck. Unterstützt von fünf bis sechs Künstler:innen und einer Erzählerin bringen sie ein Programm auf die Bühne, das Herz, Stimme und Haltung vereint.
Bekannte Songs von Sarah Connor, Pur, Rosenstolz, Helene Fischer und Unheilig verschmelzen mit einer modernen Märchenerzählung zu einem Abend, der berührt, inspiriert und Gutes tut. Denn der Erlös kommt Hilfsorganisationen zugute, die sich für Kinder und Jugendliche einsetzen: dem «Kinder- und Jugendhospiz Sternenzelt» in Bamberg (Deutschland) und dem Verein «Against Child Abuse» in der Schweiz.
Karten für die Veranstaltungen gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen, telefonisch unter 0951–23837, oder unter www.kartenkiosk-bamberg.de .
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Zwei Welten, zwei Stimmen – eine Liebe
„Tenor trifft Rockröhre“
Mit „Tenor trifft Rockröhre“ verschmelzen Suzan Baker und Malte Müller unterschiedliche Musikrichtungen. Das „Obermain-Duo“ gastiert an diesem Sonntag in Hallstadt und Ende Juni auf der Seebühne in Bad Staffelstein. Wie es zu diesem Cross-over kam und wie sich ihre Wege kreuzten, erzählen die Powerfrau und der einstige Regensburger Domspatz, der mit diversen namhaften Symphonieorchestern in die Welt hinauszog, im Gespräch.
Die Idee, Rock und Klassik zu verbinden, ist seit den Beatles nicht neu. Zumeist zelebriert in der Kombination von Rockband und Symphonieorchester. Als Duo, bestehend aus Rockröhre und Operntenor, indes ist diese Verquickung nahezu einzigartig. Seit 2024 vermischen die in Bad Staffelstein lebende Rocksängerin Suzan Baker – einst Frontfrau bei „MacLoud“ – und der aus dem kleinen Lichtenfelser Stadtteil Roth stammende Malte Müller beide Genres in überzeugender Weise, nur begleitet von Gitarre, Violoncello und Klavier. So zu erleben am Sonntag, dem 22. März, um 19 Uhr im Kulturboden in Hallstadt und am Sonntag, dem 28. Juni, um 19.30 Uhr auf der Seebühne in Bad Staffelstein.
Wie es zu diesem Cross-over (neudeutsch für: Kreuzung) kam und wie sich ihre Wege kreuzten, erzählen die Powerfrau und der einstige Regensburger Domspatz, der mit diversen namhaften Symphonieorchestern in die Welt hinauszog, im Gespräch mit dieser/m Zeitung/Medium.
Wie seid ihr beiden denn als Sanges-Duo zusammengekommen?
Malte Müller: Ich habe Dennis Lüddicke, unseren Gitarristen, bei einer CD-Produktion mit Weihnachtsvertonungen, die ich für die Aktion „Helfen macht Spaß” eingespielt hab‘, kennengelernt. Als wir nach Corona endlich ein Release-Konzert in der Stiftskirche Kloster Banz machen konnten, konnte ich Dennis‘ Partnerin Suzan für einen Gastauftritt gewinnen. Mir war Suzan als Größe in der Popularmusik bekannt, auch wenn ich sie bis dahin nicht persönlich getroffen hatte. Aber bereits von der ersten Probe an verstanden wir uns sehr gut und fanden uns auf gleicher Wellenlänge. Auch wenn wir musikalisch aus unterschiedlichen Welten kommen – Rock beziehungsweise Singer-Songwriting und Klassik – haben wir uns gleich auf einer Ebene getroffen: Die Liebe zu guter Musik, egal aus welchem Bereich sie kommt und die Freude am Musizieren und das Weitergeben dieser Freude an das Publikum verbinden uns. Von unserem gemeinsamen Auftritt inspiriert, fassten wir direkt am Abend des Konzertes in Banz den Entschluss, auch in der Zukunft ein gemeinsames musikalisches Projekt zu starten. Dabei war es uns wichtig, dass sich keiner verstellen muss. So interpretiere ich mit großer Freude die unsterblichen Rock- bzw. Popklassiker genauso wie bekannte italienische Arien aus Oper und Konzert. Genauso ist es bei Suzan. Für mich ist es immer ein besonderes Highlight, wenn wir einige Stücke im Duett singen. Gerade die unterschiedlichen Herangehensweisen von Suzan und mir machen diesen besonderen Reiz aus. Auch ist es uns wichtig, den Charakter eines Stückes trotz neuer Herangehensweise und Interpretation nicht zu verfälschen. Dabei unterstützen uns unsere herausragenden Musiker, die auch aus unterschiedlichen Musikwelten kommen und für dieses Projekt zusammengefunden haben. Wir alle haben eine unglaubliche Freude und Spaß am gemeinsamen Musizieren und wollen unser Publikum aus dem Alltag herausreißen und mitnehmen. Dank der wunderbaren neuen Arrangements von Dennis Lüddicke kommen beide Welten immer zur Geltung, ohne sich zu verraten.
Wie erfolgt die Auswahl der Stücke fürs Repertoire?
Malte Müller: Die Ideen kommen von uns allen. Natürlich ist Suzan mehr im Rockbereich bewandert als ich, wenngleich für mich die ausgewählten Rockklassiker keine unbekannten Kompositionen sind. Bei den klassischen Stücken kommen relativ viele Ideen von mir. Aber auch hier ist Suzan sehr vorgebildet und hat gute Einfälle, welche Stücke sich für unser Projekt eignen. Wichtig ist für uns nur das Eine: Es muss gute Musik sein. Für mich als klassischen Tenor sind viele Rockstücke, die ich mit meiner klassischen Stimme interpretiere, nicht weniger herausfordernd als manche italienische Arie. Zum Teil erfordern sie einen großen Tonumfang und gehen in extreme Lagen, genauso wie italienische Arien.
Und wie fühlt sich die Zusammenarbeit an?
Suzan Baker: Die Liebe zur Musik steht bei unserem Projekt im Mittelpunkt. Malte und ich haben uns sofort verstanden, und selbst die Proben mit ihm machen mir unglaublich Spaß. Ich bewundere Malte dafür, wie er als Tenor, aus der klassischen Musik kommend, sich so mühelos in die Rockmusik einfühlen kann und freue mich unglaublich, dass er dieses spannende Experiment wagt. Für mich ist unser Projekt “Tenor trifft Rockröhre” sehr inspirierend. Schon immer habe ich mich gern in fremdes, musikalisches Terrain gewagt und dabei habe ich mir stets einen eigenen Stil bewahrt. Mittlerweile blicke ich auf 35 Jahre Bühnenerfahrung zurück und habe mich immer wieder neu erfunden. Die Arbeit mit meiner damaligen Rockband MacLoud, die für ihre kraftvollen Auftritte bekannt war, hat mich geprägt, und dieser Einfluss spiegelt sich bis heute in meinem Duo-Projekt mit Dennis Lüddicke wider, mit dem wir seit 16 Jahren deutschlandweit touren. Jetzt, durch unser Klassik-Projekt und meine Zusammenarbeit mit Malte, öffnet sich mir wieder eine völlig neue Welt – und das passt perfekt zu meinem Drang, immer weiter zu wachsen und mich weiterzuentwickeln. Durch Dennis’ virtuoses Gitarrenspiel und die inspirierenden Celloklänge entfaltet sich eine völlig neue Ausdruckskraft. Genau das ermöglicht es mir, kraftvolle Stücke mit tiefen, emotionalen Momenten zu verbinden und das Publikum in eine ganz eindrucksvolle Klangwelt mit unvergesslichen Gänsehautmomenten mitzunehmen.
Wie oft tretet ihr im Jahr zusammen auf und wo werdet ihr überall gebucht?
Suzan Baker: Unser Projekt „Tenor trifft Rockröhre” stößt überall auf große, positive Resonanz. Wir freuen uns sehr auf unsere bevorstehenden Konzerte am 22. März im Kulturboden Hallstadt, sowie am 28. Juni auf der Seebühne Bad Staffelstein. Da unser Projekt noch relativ jung ist, hoffen wir auf viele, weitere, schöne Konzerte, besonders überregional und stehen dahingehend schon mit einigen Veranstaltern in gutem Kontakt.
Wie klappt das mit der Terminkoordination?
Malte Müller: Natürlich ist das nicht immer ganz so einfach. Neben Suzan und mir müssen auch noch unsere Musiker verfügbar sein. Manchmal muss dann auch etwas, wenn möglich, verschoben oder ein Ausweichtermin gefunden werden. Da ich als klassischer Sänger auch noch mit anderem Repertoire auftrete, insbesondere hat es mir auch der Liedgesang und die Entdeckung vergessenen Liedrepertoires angetan, muss alles gut koordiniert werden. Da Singen Hochleistungssport ist, müssen auch immer Regenerationsphasen eingeplant werden.
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Kult-Status zwischen Kabarett und Comedy
Tom Gerhardt
Der Kölner Komiker und Schauspieler Tom Gerhardt wurde einer breiten Öffentlichkeit vor allem durch den Kinofilm „Voll normaaal“ (1994), dessen Fortsetzungen und die von 1999 bis 2010 ausgestrahlte Sat. 1‑Fernsehserie „Hausmeister Krause – Ordnung muss sein“ bekannt. 40 Jahre nach seinem ersten Bühnen-Programm hat der sympathische Entertainer jetzt seine verrücktesten und beliebtesten Figuren in ein neues Solo-Programm gesteckt. „Volle Packung!“ ist unterhaltsame Comedy und Grund genug im lockeren Gespräch mit Tom Gerhardt seine langjährige Karriere überblicksartig Revue passieren zu lassen.
Nach Abitur und Grundwehrdienst haben Sie zunächst studiert. Waren Germanistik und Philosophie dann doch nicht das Richtige für den weiteren Lebensweg?
Ich war zunächst als freier Lokaljournalist in Köln tätig, dann beim Fernsehen für Jürgen von der Lippe und als sich später dann schlagartig Erfolg mit dem Comedy-Programm „Dackel mit Sekt“ einstellte, habe ich mich erstmal für die Bühne entschieden.
Mit „Voll normaaal“ und den Fortsetzungen „Ballermann 6“ (1997) und „Die Superbullen“ (2011) wurden sie zum Komödienstar. Im ersten Film spielten Sie gleich drei Rollen?
Ja, Megaproll Tommie mit der Pudelmütze, Mega-Spießer Dieter Krause sowie Ekelpaket Heinz. Film, Setting und Charaktere, auch die der Fernsehserie „Hausmeister Krause – Ordnung muss sein“, basieren auf Figuren aus meinem wilden Bühnen-Unwesen.
Zwischen Köln und Düsseldorf herrscht in vielerlei Hinsicht Rivalität. Mit der Band Die Toten Hosen verstehen Sie sich aber sehr gut?
Yo, aber lange ist es her: Da habe ich für das Lied „Rambo-Dance“ auf dem Album „Kauf mich!“ (1993) das Intro eingesprochen und sie haben bei „Voll normaaal“ einen Gastauftritt und treffen auf mich, als es um den Kampf Düsseldorfer Altbier gegen Kölner „Ramsdorfer Kölsch“ geht.
Mit der TV-Serie „Hausmeister Krause – Ordnung muss sein“ haben Sie sich endgültig etabliert. Ausgestrahlt wurde 1999 bis 2010 auf Sat1, 80 Episoden in acht Staffeln. Wer außer Ihnen war maßgeblich am Schreiben beteiligt?
Die Berliner Thomas Platt und Julius Grützke – die haben schon für „Werner“ Ideen entwickelt. Meine Kölner Muse Franz Krause (er spendete damals seinen Nachnamen), die energetischen Münchner Timo Schmelzer und Martin Zeltner. Und Produzent Hermann Weigel, der zusammen mit dem unvergesslichen Bernd Eichinger (unter anderem „Der Name der Rose“, „Der Untergang“) auch diese Produktion übernommen hatte.
Hat der Erfolg der TV-Serie vor allem mit der Besetzung zu tun, die für eine deutsche Sitcom äußerst passgenau ausgewählt wurde?
Ich denke schon, denn die Familie von „Dieter Krause“ ist perfekt: Ich rede von meiner Frau „Lisbeth“ (Irene Schwarz), Dieters Sohn „Tommie“ (Axel Stein) und seiner Tochter „Carmen“ (Janine Kunze): Das geht nicht besser. Und auch nicht zu vergessen mein Kurzhaardackel Bodo, „dat jute Tier“. Aber auch in anderen Rollen haben die Darsteller geglänzt: zum Beispiel Dieters Vorgesetzter „Herr Makielski“ (Jürgen Tonkel), der Präsident des Dackelclub KTC 1881. e.V., meist Martin Stier und natürlich Dieter Krauses bester Freund: Herbert Fink, die treue Seele, die von Dieter schamlos ausgenutzt wird. Herrlich gespielt von Detlev Redinger.
Ich fand vor allem die Episoden besonders lustig, in denen Sie als Hausmeister mit den Hippies Rudolf und Gesine (´die verdammichten Marihuana-Raucher´) zu tun haben. Haben Sie Lieblingsfolgen?
Ja, da gibt‘s einige, aber wo wir beim Thema sind: Wenn Dieter Krause „Razzia bei de Drogenbrüder“ mit Kampf-Dackel Bodo gemacht hat, dann musste ich mich beim Dreh immer schwer beherrschen, um nicht loszulachen…
Für Ihre Arbeit haben Sie einige Ehrungen und Auszeichnungen erhalten, darunter den Deutschen Comedypreis. Was bedeuten Ihnen diese Preise?
Ach ja – natürlich freue ich mich über die Anerkennung… aber für mich zählt ganz überwiegend das Publikum. Und übrigens – der Comedy-Preis: Seit ich vor einigen Jahren eine Art wokes Standgericht gegen Luke Mockridge angegriffen habe, das während der Show pathetisch angeführt wurde von Maren Kroymann und Hazel Brugger, die sich veranlasst sahen, mit gewichtigen Anschuldigungen, dafür aber ohne Beweise, dem „Angeklagten“ Luke schlimmen Sexismus vorzuwerfen und ihn aus dem Kreis der anständigen Komiker dauerhaft auszuschließen. Als ich diese eilfertige woke „Gerichtsbarkeit“ als Lynchjustiz bezeichnet habe, war Schluss mit lustig. Seitdem werde ich nicht mehr eingeladen, hehehe…
Hausmeister Krause fand auch den Weg auf die Bühne. Läuft das Programm bis heute noch?
2022 hatte das Theaterstück von Drehbuchautor Franz Krause und mir Premiere in Essen. Und wir sind damit immer noch auf Tournee, im Herbst 2026 unter anderem in Soest, Hennef und Hannover. Wir hatten schon über 500 Aufführungen quer durch Deutschland. Nach einem intensiven Jahrzehnt mit Kino und TV fühlt es sich gut an, wieder auf der Bühne zu stehen. Das galt zuvor auch schon für das Theaterstück „Dinner für Spinner“ von Autor Francis Weber/Regisseur René Heinersdorff und die Komödie „Ketten der Liebe“, die wir auch selber verfasst haben – mal wieder mit Franz Krause. Da geht es um einen ausgerasteten Fan, der nicht zu bremsen ist.
Mit ihrem 2010 geborenen Sohn Rodrigo haben Sie zusammen ein Buch geschrieben. Um was geht es?
Wir wurden durch den Klassiker „Max und Moritz“ von Wilhelm Busch inspiriert. So haben wir „Mats & Murat“ entwickelt. Es geht um zwei Flegel aus unserer Zeit, zwei nichtsnutzige Katastrophen-Kids und ihre respektlosen Streiche. Und das Buch wurde dann kongenial von Kaha Schroers illustriert.
Nach Hallstadt kommen Sie demnächst als Solokünstler. Um was geht es in Ihrem Programm „Volle Packung!“?
Ich bin auch hier natürlich in meiner Parade-Rolle als „Hausmeister Krause“ zu sehen, spiele aber auch diverse andere Rollen: Zum Beispiel Dieters Tochter Carmen, Sohn Tommie – ja klar!, mit kultiger Pudelmütze und obligatorischem Auspuff. Einen hyper-aggressiven Weihnachtsmann, ein großes, männliches Körperteil, das seine eigene, neue „Identität“ gefunden hat…
Im Dezember 2025 sind Sie 68 Jahre alt geworden. Spielt die Rentenplanung bereits eine Rolle für Sie?
Nein, ich mache weiter, solange das Publikum will. Wenn‘s denen Spaß macht, macht es auch mir Spaß!
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Zwischen Punkrock und epischen Klanglandschaften
Matze Rossi
Der Schweinfurter Songwriter, Sänger und Gitarrist Matze Rossi ist heute als bekannter Solokünstler unterwegs. Seiner umfangreichen Diskografie fügt er mit der aktuellen LP/CD „Wunder.punkt“ neues Material hinzu. Für ihn das persönlichste und reflektierteste Werk, das er je gemacht hat. Die darauf enthaltenen 10 Lieder sprechen von den Herausforderungen des Lebens, von der Verletzlichkeit und von den kleinen und großen Wundern, die uns prägen. Selbstverständlich geht er damit auch auf Tournee, am 16. Oktober ist er im Kulturboden in Hallstadt zu Gast.
Mit welcher Musik bist du als Kind/Jugendlicher aufgewachsen. Wer hat dich beeinflusst, selber Musik zu machen?
Ich bin mit sehr musikbegeisterten Eltern groß geworden, bei uns liefen die Beatles, die Stones, Bob Dylan, Jazz, Blues, aber auch Klassik. Das hat mir schon früh gezeigt, dass Musik mehr ist als Unterhaltung: Sie ist eine Sprache, die Menschen verbindet, beruhigt und wachrüttelt. Mit 11 oder 12 war mir klar, dass ich selbst Musik machen und mit meinen Songs durch Städte und Länder reisen möchte. Damals habe ich auch meine erste Band gegründet.
Hast Du professionell ein Instrument erlernt und ggf. sogar ein Studium mit Bezug zu Musik absolviert?
Als Kind hatte ich vier Jahre Klavier- und drei Jahre Trompetenunterricht. Allerdings hatten meine Lehrer*innen nicht die Geduld oder vielleicht auch nicht die Lust, mir das beizubringen, was ich eigentlich machen wollte. Oder ich war zu ungeduldig. Deshalb ist das, was ich heute spiele, komplett autodidaktisch und intuitiv.
Wann hast du die Entscheidung getroffen, als Songwriter/Sänger deinen Lebensunterhalt zu verdienen? War von Anfang an klar, auf Deutsch zu singen?
2015, nach dem Tod meines guten Freundes Wauz, Sänger der Band Red Tape Parade. Bei einem Krankenhausbesuch sagte er mir, dass das Leben zu kurz ist, um seine Leidenschaft und Bestimmung nicht zu leben. Diese Worte begleiten mich seitdem. Ich habe schon immer auf Deutsch geschrieben, manchmal auch auf Englisch. Aber in meiner Muttersprache kann ich mich am besten ausdrücken, auch wenn es mir melodisch oft leichter fällt, auf Englisch zu singen.
Wie kam es, dass aus deinem Geburtsnamen Matthias Nürnberger der Künstlername Matze Rossi wurde. Gibt es da irgendeinen Bezug zu „Signor Rossi/Herr Rossi sucht das Glück“, der italienischen Trickfilm-Figur von Bruno Bozzetto?
Ja, absolut! „Signor Rossi“ war eine prägende Kindheitserinnerung, genau wie ich, immer auf der Suche nach dem Glück. 2000 habe ich bei meiner Band Tagtraum einen Song mit dem Titel „Herr Rossi“ geschrieben, und ab da blieb der Name an mir hängen.
Wie würdest du kurz deine künstlerische Entwicklung zwischen der Band Tagtraum, deinem Debüt „solo(w) boy, so-low“ bis hin zum neuen Album skizzieren?
Tagtraum war mein Leben, wir haben in ganz Europa getourt, bis wir merkten, dass wir im Punkrock alles gesagt hatten. Ich begann ruhiger und akustischer zu schreiben, während die anderen ihre eigenen Wege gingen. Aber eigentlich hat sich nicht viel geändert: Ich beobachte die Welt, spüre die Menschen und schreibe Songs darüber. Jeder Tag, an dem ich Musik machen darf, ist für mich ein Highlight. Das größte Geschenk bleibt, wenn mir Menschen nach Konzerten erzählen oder in Mails beschreiben, was sie durch meine Lieder erleben und was sie für sie bedeuten.
Auf den Bandkontext hast du nicht durchgängig verzichtet. Mit Gaston und Signals To Aircraft gab es Gruppen, deren Teil du warst. Bis heute?
Gaston war ein Versuch, eine feste Backing-Band aufzubauen – finanziell aber schwer umzusetzen. Bei Signals To Aircraft habe ich als Gitarrist gespielt, was ich sehr genossen habe, weil ich mal nicht im Mittelpunkt stand. Heute gibt es meine „Altherren-Punkband“ Bad Drugs, wir haben ein Album draußen („Old Men, Young Blood“), aber wir sind eher eine Proberaum-Band. Mit Rossi selbst gibt es 2025 ein besonderes Band-Highlight: Am 29.11. nehme ich im Audiolodge-Studio in Schwanfeld mit Publikum mein drittes Live-Album auf – das einzige Konzert mit Band.
Um welche Inhalte geht es auf deinem neuen Album „Wunder.punkt“? Primär um reine Unterhaltung, eine Art Infotainment oder mehr um eine kritische Auseinandersetzung mit Gesellschaft und Politik
„Wunder.punkt“ ist definitiv kein reines Unterhaltungs-Album. Die Songs sind wie kleine Fenster in meine Gedanken- und Gefühlswelt. Da geht es um Verletzlichkeit, Zweifel, Hoffnung, Verlust, aber auch um die kleinen und großen Wunder, die uns allen begegnen. Retrospektiv betrachtet zieht sich vor allem ein Thema durch: sich der eigenen Verletzlichkeit bewusst zu werden und daraus Kraft zu schöpfen. Lieder wie die Single „Gitarre Stift Papier“ erzählen von meinem Weg, mit Musik meinen Platz im Leben zu finden, „Rotweinflaschenlänge“ geht um echte Begegnungen und das Zuhören, „Ich denk so oft an dich“ ist eine sehr persönliche Erinnerung an meinen verstorbenen Freund Wauz und mit „Weit“ schaue ich fast sehnsüchtig auf die Möglichkeit, dass wir alle die Schönheit und Weite um uns wahrnehmen und aufhören uns klein zu machen. Gesellschaft und Politik spielen dabei immer indirekt mit, weil ich glaube, dass persönliche Auseinandersetzung nie losgelöst von der Welt um uns herum ist. Wenn wir über Nähe, Verlust, Ehrlichkeit oder Hoffnung singen, dann ist das automatisch auch ein Kommentar zu unserer Zeit.
Wer unterstützt dich in Sachen Booking und Label-Arbeit, oder bist du auch komplett selbständig?
Ich komme aus dem Punkrock und DoItYourself ist meine Lebensdevise. 2004–2015 habe ich alles auf meinem eigenen Label Dancing In The Dark veröffentlicht. Von 2015 bis 2024 war ich bei End Hits Records, echte Lehrjahre was das Musik-Business angeht, zum Glück ist Betreiber, Oise Ronsberger, schon seit bald 30 Jahren ein guter Freund. Seit 2024 mache ich wieder alles über mein eigenes Label. Das Booking übernimmt Grand Hotel van Cleef aus Hamburg. Alles andere, Social Media, Patreon, Management, mache ich komplett selbst. Ich bin sehr froh, dass mich meine Familie, allen voran meine Frau, immer tatkräftig unterstützt.
Wie wichtig ist es dir Videos zu drehen und/oder auf Social Media-Kanälen präsent zu sein? Für hohe Reichweiten muss man in der Regel auch entsprechende Geldsummen einsetzen.
Klar, Social Media ist wichtig, aber auch ein kapitalistisch getriebenes Spiel mit Algorithmen. Ich versuche, mich nicht abhängig zu machen. Ich bin überall präsent, aber ohne Druck.
Was können alte und neue Fans von deinem Auftritt in Hallstadt erwarten?
Meine Konzerte sind immer Überraschungen, ich spiele selten nach einer Set-Liste. Ich lasse mich vom Publikum tragen und entscheide spontan, welcher Song als nächstes passt.
Neben dem Künstler Matze Rossi gibt es auch die Privatperson. Wie und wobei entspannst du abseits der Musik am besten?
Das ist ein fließender Übergang. Deshalb ist es so, dass ich immer zu viel mache und übe mich bewusst im „weniger machen“, oder wie meine Kinder sagen würden: im „Chillen“. Ich liebe es, mit unseren Hunden im Wald zu sein oder meiner Frau bei den Pferden zu helfen. Da bin ich ein ziemlich guter „Mister“ und „Pfosten-in-die-Erde-Hauer“.
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Vorlesungen für junge Forscherinnen und Forscher
Anmeldung zur Bamberger Kinder-Uni ab sofort möglich
Bei der Kinder-Uni an der Universität Bamberg werden Schülerinnen und Schüler zu jungen Forscherinnen und Forschern. An drei Samstagen findet diese im Wintersemester wieder an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg statt.
Warum ist Taylor Swift so erfolgreich? Was passiert durch den Klimawandel mit der Umwelt? Und was verraten archäologische Funde über die Kultur des Mittelalters? Diese drei Themengebiete erforschen Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler im Alter von 9 bis 12 Jahren im Rahmen der Kinder-Uni. Sie findet im Wintersemester 2025//26 an drei Samstagen an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg statt.
Mega-Star Taylor Swift – Warum ist sie so erfolgreich?
In der ersten Vorlesung am Samstag, 8. November 2025, beschäftigen sich die jungen Forscherinnen und Forscher gemeinsam mit Prof. Dr. Jörn Glasenapp vom Lehrstuhl für Literatur und Medien mit der Frage, warum die Sängerin Taylor Swift so erfolgreich ist. Ist es ihre Stimme? Sind es ihre Melodien? Oder ist es ihr Image? Diesen Fragen gehen sie in der Vorlesung gemeinsam mit dem Swift-Experten und Swiftie Prof. Dr. Jörn Glasenapp auf den Grund. Zudem erwarten die jungen Forschenden Erkenntnisse darüber, wie die Musikindustrie funktioniert und was es bedeutet, ein Mega-Star zu sein. Die Veranstaltung findet von 11 bis 12 Uhr im Hörsaal U7 //01.05, An der Universität 7, statt.
Der Klimawandel und wir – Was mit unserer Umwelt passiert und was wir ändern müssen
Alle reden über den Klimawandel. Manche finden Klimaschutz wichtig und andere sagen, das ist übertrieben. Aber was steckt eigentlich dahinter? Warum wird es auf der Erde immer wärmer, und welche Folgen hat das für Menschen, Tiere und Pflanzen? Prof. Dr. Rasmus Hoffmann, Lehrstuhl für Soziologie, insbesondere Soziale Ungleichheit, gestaltet am Samstag, 15. November 2025, die zweite Vorlesung der Kinder-Uni. Gemeinsam wird erforscht, wie die Erderwärmung entsteht und was getan werden muss, um auch in Zukunft gut auf der Erde und von der Natur leben zu können. Dabei geht es nicht nur um Umwelt und Klima, sondern auch um mehr Gerechtigkeit: Denn reiche Menschen schaden dem Klima viel mehr als Arme, aber leiden viel weniger unter den Folgen. In dieser Vorlesung wird gezeigt, wie Armut und Reichtum mit dem Klimawandel zusammenhängen. Außerdem wird gemeinsam überlegt, was man selbst gegen den Klimawandel tun kann. Die Veranstaltung findet von 11 bis 12 Uhr im Hörsaal U7 //01.05, An der Universität 7, statt.
Von Rittern und Bamberger Bürgern – Was archäologische Funde über die (Tisch-)Kultur des Mittelalters verraten
Die dritte Vorlesung findet am Samstag, 22. November 2025, statt. Britta Ziegler vom Lehrstuhl für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit erklärt, was Archäologinnen und Archäologen durch Ausgrabungen alles erfahren können. Wenn beispielsweise eine alte Keramikscherbe gefunden wird, kann diese Scherbe verraten, wie eine Burg eingerichtet war oder ob die Bewohnerinnen und Bewohner eines Hauses arm oder reich waren. Außerdem geben solche Funde Auskunft darüber, welche Werkzeuge und Techniken die Menschen früher bereits kannten. Die Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler haben die Möglichkeit, 500 Jahre alte Originalfunde kennenzulernen, den Umgang mit ihnen zu erlernen und die Geheimnisse über das Leben von damals zu erfahren. Die Veranstaltung findet zwei Mal statt, von 10 bis 11 Uhr und von 11.30 bis 12.30 Uhr im Raum KR14 //00.06, Am Kranen 14. Bei dieser Vorlesung ist die Teilnehmendenzahl auf 20 Kinder begrenzt.
Seit 2003 präsentieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jedes Jahr Themen aus ihren Forschungsgebieten in Vorlesungen, die sie speziell für Kinder halten. Erwachsene Zuhörerinnen und Zuhörer sind deshalb bei den Vorlesungen nicht zugelassen. Weitere Informationen sind unter www.uni-bamberg.de/kinderuni zu finden, ebenso die Anmeldemöglichkeit.
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Studierende leisten Grundlagenarbeit für künftiges Museum
Universität Bamberg erschließt Paul Maars Vorlass
Bald soll Paul Maars Werk in einem eigenen Museum in Hallstadt, dem Geburtsort seiner Mutter, gewürdigt werden. Ein Team der Universität Bamberg unterstützt den Aufbau des Museums. Es inventarisierte seit Februar 2025 den gesamten Vorlass des Autors und Illustrators, den dieser bereits der Stadt Hallstadt übergeben hatte, wie die Universität Bamberg mitteilt.
Paul Maar ist einer der bekanntesten Kinderbuchautoren im deutschsprachigen Raum – und weit darüber hinaus. Seine Bücher rund um das „Sams“ sind in über 40 Sprachen übersetzt. Zuletzt brachte er auch Literatur für Erwachsene heraus. Bald soll sein Werk in einem eigenen Museum in Hallstadt, dem Geburtsort seiner Mutter, gewürdigt werden. Ein Team der Universität Bamberg unterstützt den Aufbau des Museums: Es inventarisierte seit Februar 2025 den gesamten Vorlass des Autors und Illustrators, den dieser bereits der Stadt Hallstadt übergeben hatte. In den zahlreichen Kisten fanden sie unter anderem Bücher, Manuskripte, Fotos, Filmrequisiten, Sams-Puppen, Zeichnungen, Fanpost und persönliche Notizen. Ohne eine systematische Inventarisierung wäre eine museale Planung ebenso wie die spätere Bestands-Verwaltung im laufenden Betrieb unmöglich. Am 31. August 2025 konnten sie die Inventarisierung dank der erfolgreichen Zusammenarbeit mit der Stadt Hallstadt und der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern abschließen.
Inventarisieren, archivieren, bewahren
„Ich habe mich sehr gefreut, als ich von der Museumsidee gehört habe. Paul Maar ist ein Aushängeschild für unsere Region – und weltweit bekannt. Mit seinen Büchern hat er die Kindheit vieler Menschen geprägt“, sagt Prof. Dr. Heidrun Alzheimer, ehemalige Inhaberin des Lehrstuhls für Europäische Ethnologie an der Universität Bamberg. Sie leitete das Inventarisierungsprojekt.
Die Inventarisierung – also die Erfassung und Dokumentation sämtlicher Objekte – ist Grundvoraussetzung für jedes Museum. Sie dient nicht nur der Ordnung und Archivierung, sondern ist auch Basis für spätere Ausstellungen, digitale Anwendungen, Konservierung, Schadensdokumentation und Verwaltung. Seit Februar erfassten vier Masterstudierende der Europäischen Ethnologie gemeinsam mit Heidrun Alzheimer sämtliche Objekte aus Paul Maars Vorlass mithilfe einer professionellen Software. Bis Ende August 2025 haben sie einen Großteil der rund 5.000 Stücke dokumentiert. Nur kursorisch erfasst wurde die Fanpost aufgrund der schieren Masse an Zuschriften begeisterter Leser und Leserinnen. Viele Schreiben sind liebevoll illustriert und zeugen von der anhaltenden Wirkung von Maars Werk.
Studierende lernen professionelle Museumsarbeit
Dass Studierende an dem Projekt beteiligt waren, kommt nicht von ungefähr, sondern ist eines der Ergebnisse einer vorausschauenden Lehrstrategie: Heidrun Alzheimer erkannte früh, dass Absolventinnen und Absolventen aus der Europäischen Ethnologie häufig das Berufsfeld „Museum“ anstreben. Um darauf im Studium vorzubereiten, entwickelte sie eigens ein Praxismodul zur Museumsausbildung, in dem der Umgang mit Sammlungen, konservatorische Grundlagen und digitale Erfassungsmethoden praxisnah vermittelt werden. Die Studierenden blicken in den Kursen auch hinter die Kulissen, etwa bei Besuchen in den Museen Bayerns. Die Arbeit am Paul-Maar-Vorlass ist ein Beispiel dafür, wie eng akademische Ausbildung und angewandte Kulturarbeit zusammenspielen können: „Die Studierenden lernen hier Museumspraxis im besten Sinne – von der Verschlagwortung bis zur Erfassung komplexer Objekte in verschiedenen Sprachen, Schriften und medialen Formaten“, so Alzheimer. Eine Inventarnummer wird nach konservatorischen Standards direkt am Objekt angebracht, Verweise auf verwandte Stücke in der Datenbank mit Hilfe von Referenznummern ergänzt. Das empfindliche Material wird in säurefreiem Seidenpapier und Spezialkartons archiviert.
„Ich wollte schon immer im Museumsbereich arbeiten – und durch dieses Projekt hat sich mein Berufswunsch noch einmal richtig gefestigt“, sagt Melissa Link, Masterstudentin der Europäischen Ethnologie. „Besonders schön war, dass wir dabei nicht einfach nur Objekte inventarisiert haben, sondern viel über Paul Maar als Mensch erfahren konnten. Und er selbst war bei Fragen ansprechbar – das war wirklich ein Highlight.“ Für Link war die Inventarisierung nicht nur eine professionelle, sondern auch eine private Bereicherung: „Paul Maar hat mich mit seiner Kreativität angesteckt. Und ich sehe manch alltägliche Dinge mit ganz anderen Augen.“ In ihrer Masterarbeit möchte sie sich nun mit den handwerklichen und konservatorischen Aspekten des Inventarisierens beschäftigen – am Beispiel der Paul Maar Sammlung. Einige Objekte wird sie auch biographisch erforschen.
Blicke in das Leben von Paul Maar
Neben den bekannten Publikationen und ihren internationalen Ausgaben finden sich im Vorlass auch persönliche Zeugnisse: Fotos von Lesereisen und Besuchen in Goethe-Instituten rund um den Globus, Graphiken, Briefe, handschriftliche Skizzen und Manuskripte und Bücher mit Anmerkungen für Lesungen. „Man spürt an vielen Stellen, wie eng biographische Erfahrungen und literarische Arbeit bei Paul Maar verknüpft sind und vor allem auch, dass Paul Maar viel mehr ist als seine Sams-Bücher“, sagt Alzheimer. So finden sich im Vorlass beispielsweise Fotos mit den Jazzgrößen Keith Jarrett und Jan Garbarek, für die Maar ein Schallplattencover gestaltet hat. Sie waren eine Woche bei Paul und Nele Maar in ihrem damaligen Wohnort Grötzingen zu Besuch.
Besonders kurioses Material stellen die Requisiten aus dem zweiten Sams-Film von 2003 dar. Sie schlummerten jahrelang in der Garage eines Bamberger Stadtführers, der sie nun dem Museum überlassen hat. Im Film war in der Bamberger Innenstadt ein Hundesalon eingerichtet, daher zählen zu den Requisiten so kuriose Dinge wie Hundelockenwickler.
Die Eröffnung des Museums ist in den nächsten Jahren geplant. Bereits im Oktober 2025 findet im Kulturboden Hallstadt eine öffentliche Veranstaltung mit Podiumsdiskussion und einer Ausstellung mit Grafiken von Paul Maar statt. Auch der Künstler selbst wird anwesend sein.
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Freundschaft und gute Gesellschaft feiern
LaBrassBanda
Mit „Polka Party“ fügen LaBrassBanda ihrer umfangreichen Diskografie und weltweiten Karriere ein neues, 12 Stücke umfassendes Album hinzu. Seit 2007 überzeugt die Band, aktuell ein Oktett, mit einer einzigartigen Mischung aus Brass-Sounds, Volksmusik, Ska, Reggae, Jazz, Techno und Punk. Am 14. Juni ist sie in Hallstadt beim Marktplatz-Open Air zu Gast, unterstützt von Souljam und Kellerkommando. Im Vorfeld ihrer diesjährigen Tournee durch die DACH-Region sprachen wir mit dem Bandleader Stefan Dettl.
Wer außer Dir ist seit der Bandgründung 2007 aktuell noch Bestandteil des Oktetts aus Übersee?
Ursprünglich sind wir zu fünft gestartet und über die Jahre zum Oktett angewachsen. Als Grünungsmitglieder sind noch Manuel da Coll (Schlagzeug, Gesang), Manuel Winbeck (Posaune, Gesang) und ich (Trompete, Gesang) in der heutigen Formation mit dabei. Und mittlerweile sind nicht nur Oberbayern in der Band, sondern auch ein Österreicher und ein Oberfranke.
Wie würdest du selber nach 18 Jahren Bandgeschichte euren Sound stilistisch beschreiben?
Wir definieren uns selber als Vollblutmusiker und als eine Live-Band. Von der Stilistik her sind wir nah am Punk anzusiedeln.
Habt ihr es bis heute beibehalten, bei euren Shows barfuß und in Lederhosen aufzutreten?
Ja. Unsere Auftritte kann man mit Hochleistungssport vergleichen. Barfuß hast du einen speziellen Kontakt zur Bühne und die Lederhose ist einfach unwahrscheinlich strapazierfähig. Und die Schuhe würden im Tourbus nach solch schweißtreibenden Auftritten
einfach nur stinken.
Welche musikalischen Meilensteine würdest du aus eurer umfangreichen Diskografie
von Studio,-, Live,- und Remix-Alben nennen?
„Habedieehre“, das Debüt aus dem Jahr 2008, auf dem eigentlich gar kein Hall verwendet wurde. Das war für unseren Bläsersound stilprägend. Bis heute.
Welche der unzähligen Live-Auftritte im In- und Ausland sind in bleibender Erinnerung geblieben, was waren echte Highlights?
Zwei Konzerte in Brasilien, in Rio de Janeiro und Fortaleza im Rahmen unserer ersten Welt-Tournee. Und Auftritte in Kasachstan, wo wir im letzten Jahr waren. Das Land hat uns fasziniert und die Menschen waren bei unseren Shows sehr emotional. Wir sind da wirklich mit offenen Armen empfangen worden.
2024 gab es bereits mit den drei Singles „goaßnmaß“, „teufelstanz“ und „space
bäda“ einen Vorgeschmack auf das neue Album „Polka Party“. Wann, wo und mit wem wurde es fertiggestellt?
Auch dieses Album wurde wieder von mir produziert. Insgesamt haben wir mit den Vorbereitungen, dem Aufnehmen und dem Mix ein Jahr für die Fertigstellung gebraucht. Was die Aufnahmen angeht, sind wir in Sachen Studiozeit nicht mehr unter Druck, da wir uns in der Nähe vom Chiemsee in einem Bauernhof ein eigenes Studio mit tauglichem Equipment eingerichtet haben. Und unseren Bläsersound kennen wir mittlerweile selber am besten. Da proben wir übrigens auch.
Neben Bewährtem betretet ihr auf „space bäda“ mit der Zusammenarbeit mit dem
Münchner Rapper Roger Rekless Neuland, bayerische Klänge fusionieren mit modernem HipHop. Für euch ein gelungener
Ausflug?
Er ist ja der Live-MC von Deichkind und dieses Miteinander hat menschlich und qualitativ super funktioniert. Und HipHop mit Bläsern hat durchaus Tradition und wir hatten da überhaupt keine Berührungsängste.
Hast du einen Lieblingstitel auf dem Album und wenn ja, warum?
Ja, habe ich. Es ist „ohne schuah“. Ein super Song, der unser Lebensgefühl perfekt beschreibt.
Die Texte und die dazugehörige Musik des neuen Albums stammen vorwiegend von Dir. Um was drehen sich die Stücke inhaltlich. Geht es um reines Entertainment, eine Art Infotainment oder um eine klare Auseinandersetzung mit Gesellschaft und Politik?
Unsere Botschaft ist klar, es geht um die Gemeinschaft und das Miteinander. Nur so funktioniert Musik, die live auf die Bühne gebracht wird. Und da soll sich jeder wohlfühlen und keiner ausgegrenzt werden.
Was dürfen die Fans auf der kommenden Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz in punkto Ausstattung
(Licht, Effekte) erwarten? Weniger ist mehr?
Wir sind in erster Linie bewusst auf unsere Instrumente und unsere energetische Musik
reduziert. Das ist das Wichtigste. Und wir können auch mit einem reduzierten Bühnenbild und passendem Licht die Musik immer noch gebührend in Szene setzen.
Du hast 2016 mit „Soultrain“ dein drittes und bis dato letztes Soloalbum veröffentlicht. Wird es noch eine Fortsetzung
geben?
Also den Abschluss der Soloaktivitäten habe ich noch nicht gefunden. Mit dieser Band rocke ich also gelegentlich, zuletzt Mitte März. Ich bin einfach ein zu leidenschaftlicher Musiker um da einen Schlussstrich zu ziehen.
Neben dem Künstler Stefan Dettl gibt es auch den Privatmann. Hast Du mittlerweile Familie? Wie verbringst Di deine Freizeit, um dich vom Musikbusiness zu
erholen?
Die Musik kommt für mich schon an erster Stelle. Bei LaBrassBanda bin ich zudem auch im Büro aktiv. Und ich bin Hobbylandwirt, da ist auf meinem Hof natürlich immer einiges zu tun.
Ab 2010 warst Du auch als Verleger des bayerischen Kulturmagazins MUH tätig,
gibt es das noch?
Ja, das gibt es noch und ich bin der Herausgeber. Für alle, die sich für Bayern interessieren, für bayerische Kultur, Geschichte, Gaudi und Politik.
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Für besonderen ehrenamtlichen Einsatz
Hallstadt: Verleihung der Ehrenamtsmedaillen 2024
Alljährlich werden in Hallstadt Ehrenamtsmedaillen verliehen. Diesmal ging die Auszeichnung an sechs Bürger:innen der Stadt.
Hallstadt hat ein intaktes Vereinsleben. Etwa 50 Vereine sind maßgeblich für den Zusammenhalt in der Gemeinde verantwortlich, wie die Stadt aktuell mitteilt. Darum zeichnen Bürgermeister Thomas Söder und sein Stellvertreter Hans-Jürgen Wich einmal im Jahr jene mit Ehrenamtsmedaillen aus, die sich durch besonderen ehrenamtlichen Einsatz besonders hervorgetan haben. In diesem Jahr ging diese Auszeichnung an sechs Bürger:innen.
Ehrenamtsmedaillen gingen an
Ob im Frauenkreis in der Kirche oder der „Runde der Alten“ beim SV Dörfleins – Gerlinde Nickel hilft gerne und macht daraus kein großes Aufsehen. Über Jahrzehnte hinweg wirkte sie bei der Haussammlung des Diakonischen Werks mit. Heute noch organisiert sie den Brunch für das Team des Frühstückstreffs der evangelischen Kirchengemeinde und unterstützt beim Aufbau und Schmücken der Weihnachtskrippe in der Johanneskirche. Sowohl bei der Johanneskirchweih in Hallstadt als auch bei der Kirchweih in Dörfleins ist auf Gerlinde Nickel schon immer Verlass gewesen.
Beate Schmitt, Tochter von Gerlinde Nickel, unterstützt ihre Mutter dabei tatkräftig. Doch weit mehr noch als in der Johanneskirche, ist sie beim SV Dörfleins engagiert. Seit mehr als 30 Jahren putzt, kocht und organisiert sie im Sportheim bei Feierlichkeiten und anderen Veranstaltungen. Die Trikotwäsche der Fußballer bedeutet einen erheblichen Zeitaufwand, den sie gerne auf sich nimmt. Wie ihre Mutter auch, bleibt Beate Schmitt bei all diesen Tätigkeiten stets im Hintergrund.
Eine weitere Ehrenamtsmedaille geht an Erika Lang. Seit ist vielen Jahren ehrenamtlich in der evangelischen Johannesgemeinde aktiv. Dabei wirkt sie an einer Vielzahl unterschiedlicher Aufgaben mit. Regelmäßig sorgt sie dafür, dass der Frühstückstreff und der Brunch am Sonntag nach dem Gottesdienst im evangelischen Gemeindeheim stattfinden können. Und auch an anderer Stelle bemüht sie sich darum, dass das Gemeindeleben erhalten bleibt. So teilt sie den Gemeindebrief aus, unterstützt beim Krippenaufbau und der Johanneskirchweih, packt bei der jährlichen Aufräumaktion im Frühjahr tatkräftig mit an und backt Kuchen, wann immer Kuchen gebraucht wird.
Ehrenamtsmedaillen gingen an – Teil 2
Als Musikerin ist Birgit Hittinger dem Musikverein Hallstadt seit inzwischen 44 Jahren treu. Anfangs als Posaunistin, erlernte sie später weitere Instrumente wie Tenorhorn, Bariton und Tuba. 1997 legte sie einen Ausbilderlehrgang ab, seitdem ist sie Ausbilderin im Verein. Unzähligen Schüler:innen hat sie in den vergangenen 27 Jahren die Freude an der Musik vermittelt. Auch in der Vorstandschaft des Musikvereins half sie tatkräftig mit. Im Mai 2000 erhielt sie die Ehrennadel in Silber des Nordbayerischen Musikbundes, 2005 die Ehrennadel in Silber der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände.
Erwin Morgenroth ist Unterstützer und Mitglied zahlreicher Vereine und Gruppen. So zählt er zu den Gründungsmitgliedern des Musikvereins Hallstadt, für den er 24 Jahre als Kassierer und 19 Jahre in der erweiterten Vorstandschaft tätig war. Er übernahm dabei insbesondere die Organisation von Musikfesten und dem Mühlbauernfest. Auch im Annakapellen-Verein ist er Gründungsmitglied. In der Gruppe „Miteinander – Füreinander“ begleitet er ehrenamtlich Behinderte zum Einkaufen und zum Arzt, fast 20 Jahre lang brachte er Lebensmittel von der Bamberger Tafel zu Bedürftigen.
Seit Juli 1980 ist Dieter Ramer Mitglied der Krieger- und Soldatenkameradschaft Dörfleins, in der er 1987 das Amt des Kassierers übernommen hat. Bis heute übt er diese Tätigkeit pflichtbewusst und zuverlässig im Ehrenamt aus. Zugleich ist er in den katholischen Kirchengemeinden von Hallstadt und Dörfleins regelmäßig als Mesner, Lektor oder Kommunionhelfer tätig. Jüngst kümmerte er sich um die Gestaltung und Durchführung des Festgottesdienstes anlässlich des Jubiläums „75 Jahre SV Dörfleins, 1200 Jahre Dörfleins“.
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Hallstadt
Kulturboden-Programm: Coverbands, Kabarett, Songwriter
Letzte Woche hat der Kulturboden Hallstadt sein neues Programm vorgestellt. In der Spielzeit 2024 //2025 treten Coverbands, Kabarett-Acts und verschiedene Songwriter auf.
Das Programm im Kulturboden Hallstadt, das bereits seit der Eröffnung des Veranstaltungshauses im Herbst 2015 über die Grenzen Oberfrankens hinaus bekannt ist, bietet auch in dieser Spielzeit eine vielteilige Liste an regionalen und überregionalen Künstler:innen. Vor allem Tribute- und Coverbands sowie Kabarettveranstaltungen und Songwriter-Konzerte werden in den nächsten Monaten nach Hallstadt kommen.
So treten im Oktober etwa die ABBA-Tribute-Band BABA Explosion, UDOMAT und die Panikgenossen – Deutschlands größte Udo Lindenberg Tribute Band, The Johnny Cash Show von The Cashbags und Weitersagen singt Westernhagen auf.
Im November steht „The Music of QUEEN“ an, die Red Hot Chilli Pipers, ReCartney, eine Beatles-Cover-Band, und die Tote-Hosen-Tribute-Band Opium fürs Volk.
Den Dezember eröffnen Marley’s Ghost, gefolgt von den Ultimate Eagles und Street Fighting Men, einer Rolling-Stones-Tribute-Band. Kurz vor Weihnachten spielen Viva La Vida Coldplay-Lieder ehe Kilmister mit einem Tribut an Motörhead das Jahr abschließen.
Kabarett und Songwriter
Aber auch Kabarett steht auf dem Programm des Kulturbodens. Im Oktober eröffnen Michael Altinger, Friedemann Weise, Helmut Schleich, Julia Alsheimer, Sekt and the City und Markus Langer. Im November folgen die Kay Ray Show, Ingmar Stadelmann, Wigald Boning und Bernhard Hoëcker, Andreas Rebers und Lisa Fitz.
Den Dezember bestreiten NightWash, Wolfgang Krebs, Egersdörfer und Filsner, Vogelmayer und Gery Gerspitzer, Fastenprediger Wolfgang Reichmann und Hanuta Gonzales.
Musikalisch wird es erneut, wenn etwa Martin Kälberer, Pam Pam Ida, Werner Schmidbauer oder Simon und Jan in Hallstadt spielen. Pippo Pollina tritt im November auf, genau wie Andreas Kümmert und Band.
Weitere Informationen zum Programm, auch im Jahr 2025, hat der Kulturboden online hinterlegt.
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Bildung und Pflege
Caritas und Diakonie bauen Pflegeschule in Hallstadt
Der Fachkräftemangel macht sich vor allem in der Pflege bemerkbar. Um dem entgegenzuwirken, haben die Caritas und Diakonie Bamberg vor, in Hallstadt die Pflegeschule Dr. Selma Graf zu errichten. Entstehen soll die Einrichtung auf dem Gelände des ebenfalls neu entstehenden Dr. Pfleger Campus, Spatenstich soll in zwei Jahren sein.
Jetzt ist der neue Standort der Pflegeschule Dr. Selma Graf laut einer Mitteilung der Bamberger Caritas, offiziell. Sie wird Teil des in Hallstadt neu entstehenden Dr. Pfleger Campus. Dr. Selma Graf war zu Zeiten des Nationalsozialismus Frauenärztin in Bamberg. Sie wurde 1938 wegen des Vorwurfs der gewerbsmäßigen Abtreibung verhaftet und starb später im KZ Auschwitz.
Aktuell ist die Ökumenische Berufsfachschule für Pflege und Pflegehilfe, die der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg und die Diakonie Bamberg-Forchheim zu gleichen Teilen als Gesellschafter verantworten, im Hain untergebracht, teilweise in Containern. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem neuen Standort Schülerinnen und Schülern ein attraktives Lernumfeld bieten können“, so Schulleiterin Ulrike Sänger.
Entstehen wird der Schulneubau auf dem Grundstück des ehemaligen Unternehmenssitzes der Dr. Pfleger Arzneimittel GmbH in der Emil-Kemmer-Straße. „Ich möchte mich bei der Doktor Robert Pfleger Stiftung und der Dr. Pfleger Arzneimittel GmbH ganz herzlich bedanken“, sagte Michael Endres, Diözesan-Caritasdirektor. „Durch ihre Bereitschaft, ihr Grundstück für dieses dringend benötigte Pflegeschulprojekt bereitzustellen, schaffen sie überhaupt erst die Voraussetzung dafür, dass wir jetzt den Projektstart verkünden können.“
Dem Fachkräftemangel entgegenwirken
Dringend benötigt werden die angehenden Pflegefachpersonen bereits heute. Der Fachkräftemangel im Pflegebereich ist spürbar. Laut Prognosen wird der Bedarf an ausgebildeten Pflegepersonen mit dem zunehmenden Durchschnittsalter der Bevölkerung zudem weiter ansteigen. „Umso mehr freut es uns, dass unsere gemeinsame Pflegeschule Dr. Selma Graf wächst“, so Norbert Kern, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Bamberg-Forchheim. Ziel sei es, dass pro Schuljahr insgesamt drei Klassen mit jeweils bis zu 30 Auszubildenden ihren Abschluss erreichen.
Ein nicht geringer Anteil der Schüler:innen stammt aktuell bereits aus dem Ausland. „Hier benötigen wir innovative Schulkonzepte, um eine gute Integration nicht nur in die Arbeitswelt, sondern auch in unsere Gesellschaft zu erreichen“, sagt Karl-Heinz Seib, Geschäftsführer der Pflegeschule Dr. Selma Graf. Mit einem Konzept von selbstverantwortlichem Lernen, Deutschkursen oder dem Engagement der Schule als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ möchte das Team der Schule diesen Anspruch schon jetzt verwirklichen. Auch im Neubau soll etwa eine offene Raumgestaltung diese pädagogischen Ansätze unterstützen.
Ein Campus für Vielfalt und Bildung
„Unsere Integration in den Dr. Pfleger Campus eröffnet uns hier viele weitere Möglichkeiten, unsere Vielfalt und unsere Offenheit als Pflegeschule zu leben und auch für andere erlebbar zu machen“, so Ulrike Sänger. Der neue Bildungs-Campus in Hallstadt umfasst zukünftig eine Dreifachturnhalle und die Bildungseinrichtungen von Montessori e.V. „Mit dem Dr. Pfleger Campus schaffen wir einen Ort, der Bildung und Pflege, der sowohl für Hallstadt als auch für die gesamte Region von großer Bedeutung sein wird“, sagt Ralf Will, Geschäftsführer der Dr. Pfleger Arzneimittel GmbH.
„Die Öffentlichkeit wird erheblich von dem Campus profitieren: Es entstehen Angebote für Schulen, die Sicherung der Pflegefachkraftausbildung für die Region sowie eine Dreifachturnhalle für Hallstadt und den Landkreis“, fasst Thomas Söder, 1. Bürgermeister der Gemeinde Hallstadt zusammen.
Die Investitionen der Beteiligten sind dabei nicht unerheblich. Der Neubau der Pflegeschule allein soll voraussichtlich 18,3 Millionen Euro kosten. Unterstützt werden die beiden Gesellschafter bei der Finanzierung durch die Regierung von Oberfranken, die Oberfrankenstiftung sowie die Doktor Robert Pfleger Stiftung.
Der Spatenstich für den besonderen Bildungs-Campus ist für 2026 geplant, die Fertigstellung für 2028.