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Handwerksbetriebe

Hand­werks­kam­mern und Baye­ri­scher Hand­werks­tag kri­ti­sie­ren Testpflicht

„Miss­trau­ens­vo­tum der Politik“

Die baye­ri­schen Hand­werks­kam­mern und der Baye­ri­sche Hand­werks­tag hal­ten die Bun­des­re­ge­lung der Test­pflicht für unnö­tig. Schon heu­te wür­den zahl­rei­che Hand­werks­be­trie­be in Ober­fran­ken die Selbst­ver­pflich­tung der Wirt­schaft umset­zen und ihren Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern regel­mä­ßig Test-Ange­bo­te machen. Die Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken sieht in der Test­pflicht eine wei­te­re finan­zi­el­le und büro­kra­ti­sche Belas­tung für die Betriebe.

Die Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken kri­ti­siert die Test­pflicht für Betrie­be gemein­sam mit den ande­ren baye­ri­schen Kam­mern und dem Baye­ri­schen Hand­werks­tag (BHT) als „Miss­trau­ens­vo­tum der Bun­des­re­gie­rung gegen­über den Betrie­ben und ihren Beschäf­tig­ten“. Schon heu­te wür­den zahl­rei­che Hand­werks­be­trie­be in Ober­fran­ken die Selbst­ver­pflich­tung der Wirt­schaft umset­zen und ihren Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern regel­mä­ßig Test-Ange­bo­te machen. Zugleich gebe es bei den klei­nen und mitt­le­ren Betrie­ben des Hand­werks bereits aus­ge­klü­gel­te Hygie­nekon­zep­te im Kampf gegen das Virus.

Das Bun­des­ka­bi­nett hat in sei­ner Sit­zung am 13. April neben dem „Vier­ten Gesetz zum Schutz der Bevöl­ke­rung bei einer epi­de­mi­schen Lage von natio­na­ler Trag­wei­te“ auch die Ände­rung der SARS-Covid-2-Arbeitschutz­ver­ord­nung beschlos­sen. Damit wird es für Arbeit­ge­ber die Ver­pflich­tung geben, für alle Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter, die nicht aus­schließ­lich im Home-Office arbei­ten, min­des­tens ein­mal pro Woche einen Coro­na-Test anzu­bie­ten. Beschäf­tig­ten­grup­pen mit erhöh­tem Infek­ti­ons­ri­si­ko müs­sen die Mög­lich­keit bekom­men, sich zwei­mal pro Woche zu tes­ten. „Das bedeu­tet eine wei­te­re finan­zi­el­le und büro­kra­ti­sche Belas­tung für unse­re Betrie­be“, bewer­tet der Geschäfts­füh­rer der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken, Dr. Bernd Sau­er, die Test­pflicht. „Wir hal­ten die­se gesetz­li­che Ver­pflich­tung nicht für not­wen­dig und für nicht für sinnvoll.“


Hand­werks­kam­mer mit Selbst­tests für Mitarbeiter*innen

Der Geschäfts­füh­rer und der Vize­prä­si­dent der Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken, Mat­thi­as Graß­mann, stim­men mit ihren Kol­le­gen der ande­ren baye­ri­schen Kam­mern und des Baye­ri­schen Hand­werks­tag (BHT) auch über­ein, dass die­se gesetz­li­che Pflicht „ein Miss­trau­ens­vo­tum der Bun­des­re­gie­rung gegen­über den Betrie­ben und ihren Beschäf­tig­ten“ ist. Schon heu­te wür­den zahl­rei­che Hand­werks­be­trie­be in Ober­fran­ken die Selbst­ver­pflich­tung der Wirt­schaft umset­zen und ihren Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern regel­mä­ßig Test-Ange­bo­te machen. Zugleich gebe es bei den klei­nen und mitt­le­ren Betrie­ben des Hand­werks bereits aus­ge­klü­gel­te Hygie­nekon­zep­te im Kampf gegen das Virus. Der Geschäfts­füh­rer: „Schließ­lich ist es auch im Inter­es­se jedes Betriebs­in­ha­bers, dass sei­ne Fach­kräf­te und auch sei­ne Kun­den gesund bleiben.“

Dane­ben sei die Test­pflicht eine wei­te­re büro­kra­ti­sche und finan­zi­el­le Belas­tung, zumal die Kos­ten allei­ne bei den Betrie­ben hän­gen blei­ben. „Das ist das Gegen­teil des­sen, was unse­re ohne­hin schon stark belas­te­ten Betrie­be jetzt brau­chen“, betont Sau­er. „Wir emp­fin­den dies ein Stück weit auch als Ver­such, die beim Staat lie­gen­de Ver­ant­wor­tung für die Pan­de­mie­be­kämp­fung auf die Wirt­schaft zu ver­la­gern. Wir brau­chen in die­ser Situa­ti­on aller­dings nicht die­se, damit ein­her­ge­hen­de Miss­trau­ens­kul­tur, son­dern einen Schul­ter­schluss!“
Die Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken stellt ihren Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern übri­gens schon seit dem 1. April pro Woche einen Selbst­test zur Ver­fü­gung. „Damit kann jede Mit­ar­bei­te­rin und jeder Mit­ar­bei­ter, der die­sen Test für sich machen will, dies auch tun.“

Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken appel­liert für Coro­na-Tests in Handwerksbetrieben

„Regel­mä­ßi­ges Tes­ten schmä­lert die Gefahr einer erneu­ten Lockdown-Verschärfung“

Regel­mä­ßi­ge Coro­na-Tests kön­nen die Gefahr einer erneu­ten Lock­down-Ver­schär­fung ver­rin­gern. Die Hand­werks­kam­mer (HWK) für Ober­fran­ken appel­liert daher an ihre rund 16.400 Mit­glieds­be­trie­be, Beschäf­tig­ten ver­mehrt Selbst­tests anzubieten.

„Dies ist im Inter­es­se aller, um Infek­tio­nen früh­zei­tig zu ent­de­cken und Infek­ti­ons­ket­ten ent­spre­chend durch­bre­chen zu kön­nen“, sagt der Vize­prä­si­dent der HWK für Ober­fran­ken, Mat­thi­as Graß­mann. Eine gene­rel­le Test­pflicht, die mit zusätz­li­chen büro­kra­ti­schen Belas­tun­gen für Unter­neh­men ver­bun­den wäre, lehnt die Hand­werks­kam­mer eben­so wie die ande­ren baye­ri­schen Kam­mern aller­dings strikt ab.


Wer trägt die Kosten?

„Durch regel­mä­ßi­ges Tes­ten und die Ein­hal­tung der Hygie­ne­re­geln kann die Zeit über­brückt wer­den, bis allen Bür­ge­rin­nen und Bür­gern ein Impf­an­ge­bot gemacht wer­den kann“, betont Graß­mann wei­ter. Zwar bestehe aktu­ell weder für Betrie­be noch für Beschäf­tig­te eine Test­pflicht: „Es ist jedoch im Inter­es­se von uns allen, dass sowohl Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mer als auch ihre Beschäf­tig­ten gesund blei­ben. Eine leis­tungs­star­ke und gesun­de Beleg­schaft ist die maß­geb­li­che Vor­aus­set­zung für einen funk­tio­nie­ren­den Betrieb ohne Produktionsausfälle.“

Außer­dem könn­ten regel­mä­ßi­ge Tests dazu bei­tra­gen, das Infek­ti­ons­ge­sche­hen unter Kon­trol­le zu hal­ten. „Dies wie­der­um schmä­lert die Gefahr einer erneu­ten Lock­down-Ver­schär­fung“, sagt Graß­mann. Aller­dings for­dert das Hand­werk auch. „Damit unse­re Betrie­be in Ober­fran­ken und auch in ganz Bay­ern groß­flä­chig tes­ten kön­nen, müs­sen die erfor­der­li­chen Tests aber auch vor­han­den sein. Hier muss die Poli­tik ihre Haus­auf­ga­ben machen und für die ent­spre­chen­den Kapa­zi­tä­ten sor­gen.“ Zudem stel­le sich natür­lich die Fra­ge, wer letzt­lich für die Kos­ten der Betrie­be auf­kom­me, wenn auf der ande­ren Sei­te alle Bür­ge­rin­nen und Bür­ger kos­ten­los getes­tet wer­den. Den­noch rät der HWK-Vize­prä­si­dent sei­nen Hand­werks­kol­le­gen, mög­lichst viel zu tes­ten. „Wir tra­gen so unse­ren Teil dazu bei, wei­te­re beschrän­ken­de Maß­nah­men zu verhindern.“

Die Hand­werks­kam­mer für Ober­fran­ken hat auf der Web­sei­te https://www.hwk-oberfranken.de/corona-schnelltest die wich­tigs­ten Fra­gen und Ant­wor­ten für Betrie­be zusammengestellt.