Neujahrsempfang des Erzbistums Bamberg
„Die Kraft der Hoffnung ist gewaltig“
Unter dem Leitwort „Du bewegst die Welt“ ist das Erzbistum Bamberg in das Jahr 2026 gestartet. Damit soll die Dynamik aus dem von Papst Franziskus ausgerufenen Heiligen Jahr 2025 mit dem Motto „Pilger der Hoffnung“ fortgeführt werden, sagte Erzbischof Herwig Gössl am Samstag beim Neujahrsempfang des Erzbistums, zu dem rund 850 Gäste aus Kirche, Politik, Kultur und Gesellschaft in die Bamberger Konzerthalle gekommen waren.
Trotz vieler Krisen und Belastungen sei 2025 ein hoffnungsstarkes Jahr gewesen, sagte Gössl. Viele Menschen hätten Orte der Hoffnung sichtbar gemacht – dort, wo sich Menschen umeinander kümmern und Verantwortung füreinander übernehmen. „Die Kraft der Hoffnung ist gewaltig, das war spürbar“, so Gössl. Diese Hoffnung solle mit dem Motto „Du bewegst die Welt“ in die Zukunft fortgeführt werden.
Das Jahresmotto solle aussagen: „Es kommt auf jede und jeden Einzelnen an“, erläuterte der Erzbischof. Schon kleine Gesten könnten die Welt eines Menschen verändern. Zugleich sei das Motto ein Appell zur Verantwortung: Wer die Welt bewege, hinterlasse Spuren. Aus christlicher Sicht gehörten dazu die Verantwortung vor Gott und das gemeinsame Wohl aller Menschen. Das Leitwort könne zudem als Ansprache an Gott und so auch als Glaubensbekenntnis verstanden werden, sagte Gössl. Gott sei der eigentliche Beweger, der auch dort Veränderung ermögliche, wo aus menschlicher Sicht alles erstarrt scheine.
Besonders verwies der Erzbischof auf den Salesianerpater Rudolf Lunkenbein, dessen Todestag sich am 15. Juli zum 50. Mal jährt. Lunkenbein war 1976 in Brasilien von weißen Großgrundbesitzern erschossen worden. Der aus Döringstadt bei Ebensfeld stammende Priester setzte sich für die Rechte der Bororo-Indigenen ein. Lunkenbein, der nur 37 Jahre alt wurde, habe in wenigen Jahren Außergewöhnliches bewirkt, sagte Gössl. Er habe den Bororos neue Perspektiven gegeben, für ihre Landrechte gekämpft, den Dialog mit Politik und Behörden gesucht und konkrete Verbesserungen in Infrastruktur und Landwirtschaft angestoßen. 2018 wurde in Brasilien der diözesane Seligsprechungsprozess eröffnet, im November 2025 äußerte sich das zuständige vatikanische Dikasterium positiv, sodass auf eine baldige Seligsprechung gehofft wird. Auch Angehörige Lunkenbeins waren zum Neujahrsempfang gekommen.
Um Pater Lunkenbein ging es auch in einem von Joffrey Streit moderierten Podiumsgespräch mit Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des Hilfswerks missio Aachen und des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“, Martina Edenhofer vom Salesianum München und Domkapitular und Kirchenhistoriker Norbert Jung. Lunkenbein habe sich schon für Klimaschutz und die Bewahrung der Schöpfung engagiert, als diese Begriffe noch gar nicht gebräuchlich waren, sagte Jung. Wie lange das Seligsprechungsverfahren noch dauern werde, sei nicht abzuschätzen. Der Papst könne theoretisch innerhalb eines Tages entscheiden, manche Verfahren hätten aber auch Jahrhunderte gedauert. Da Papst Leo XIV. selbst Missionar in Lateinamerika war, hoffe er auf ein schnelles Verfahren, so Jung.
Edenhofer kündigte zum diesjährigen Katholikentag einen Dokumentarfilm über Pater Lunkenbein an. Und Bingener appellierte an die Politiker, sich weltweit gegen Kinderarbeit zu engagieren. Ihn erfülle es mit Hoffnung, dass überall auf der Welt die Kirche präsent sei, auch wo staatliche Strukturen versagen.
Zuvor hatte der scheidende Bamberger Oberbürgermeister Andreas Starke in einem Grußwort das Wirken der katholischen Kirche mit ihre zahlreichen Initiativen, Ideen und Institutionen gewürdigt: „Der soziale Zusammenhalt in den Städten und Gemeinden lebt von diesem vorbildlichen Engagement.“ Die Kirchen übernähmen herausregende Aufgaben im Krankenhauswesen, in der Schule und Erziehung und in vielen sozialen Bereichen. „Neben der Seelsorge haben beide Kirchen in unserem Land Verantwortung übernommen“, betonte Starke. Es sei auch künftig notwendig, dass die Kirchen „Motoren für bestimmte Aufgaben“ bleiben und verbindliche Moralvorstellungen in die Gesellschaft einbringen und dort verankern. „Das können nur die Kirchen, das kann sonst niemand mehr, auch nicht die Parteien.“
Musikalisch gestaltet wurde der Empfang von dem Duo „Frau Schmitt und ihr Pianist“, Heike Schmitt und Johannes Klehr.
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„Schenken Sie den Menschen Hoffnung und Licht!“
Erzbischof Gössl weiht vier Männer aus dem Erzbistum Bamberg zu Ständigen Diakonen
Bei einem feierlichen Weihegottesdienst im Bamberger Dom hat Erzbischof Herwig Gössl am Samstag Dr. Johannes Kraus, Christian Kainzbauer-Wütig, Markus Eberl sowie Martin Wolters in ihrem Amt als Ständige Diakone bestätigt und die Bedeutung der Diakonenweihe für die Verkündigung der christlichen Hoffnung unterstrichen.
In seiner Predigt betonte Erzbischof Gössl, dass Diakone nicht nur in der Liturgie, sondern auch im täglichen Leben das Wort Gottes verkünden sollen, „durch ihre Taten und ihre Haltung“. Diakone seien dazu aufgerufen, nicht nur Worte der Hoffnung zu sprechen, sondern auch als Pilger der Hoffnung voranzugehen und die Menschen zu inspirieren: „In der Art und Weise, wie sie leben, wie sie in ihrem Beruf und in ihrer Freizeit mit Menschen umgehen, soll ablesbar sein, welche Botschaft Diakone verkünden und welchen Horizont der Hoffnung unser christlicher Glaube auftut“, so Gössl.
Die wahre Hoffnung, die Christen in die Welt tragen, zeichne sich nicht alleine durch gute Stimmung oder ungetrübten Optimismus aus, sagte der Erzbischof. Stattdessen sei die Hoffnung, die durch den Glauben an die Auferstehung Jesu Christi geschenkt wird, eine tiefgründige und tragende Hoffnung, die spürbar macht, dass es immer Raum zum Handeln gibt, „auch angesichts bedrückender und bedrohlicher Situationen“.
Gössl hob hervor, dass wir in einer Zeit leben, in denen viele Leute von Ängsten umgetrieben werden: „vor dem Krieg, vor der Klimakatastrophe, vor dem sozialen Kälteeinbruch, vor der Manipulierbarkeit durch Despoten oder durch die KI“. Umso wichtiger sei es, in diesem Klima Hoffnung zu vermitteln und Mut zu machen. Diakone sollen den Bedürftigen, Leidenden und Suchenden beistehen und dabei die christliche Botschaft der Versöhnung und des Friedens weitertragen.
Dr. Johannes Kraus ist 37 Jahre alt, kommt aus Kersbach bei Neunkirchen am Sand im Seelsorgebereich Pegnitztal und arbeitet als Projektmanager. Christian Kainzbauer-Wütig ist 55 Jahre alt, Ordinariatsrat sowie Leiter der Hauptabteilung Außerschulische Bildung und wohnt in Bischberg im Seelsorgebereich Main-Aurach.
Markus Eberl ist 58 Jahre alt und arbeitet als Notar in Bayreuth, seine Heimatpfarrei ist die Gemeinde Heilig Kreuz im Seelsorgebereich Bayreuth. Martin Wolters ist 54 Jahre alt und arbeitet als Elektroingenieur in Nürnberg, wo er sich in der Pfarrei St. Michael im Seelsorgebereich Nürnberg Mitte-Nord-West engagiert.
Die vier Geweihten werden künftig in ihren jeweiligen Seelsorgebereichen als Diakone im Zivilberuf eingesetzt, um die Teams vor Ort zu unterstützen und lebendiges Zeugnis für eine diakonische Kirche zu sein. Bereits im letzten Jahr wurden vier Männer zu Diakonen geweiht, so dass die Ständigen Diakone unter den Berufsgruppen der pastoralen Dienste den stärksten Zuwachs verzeichnen. Im Erzbistum Bamberg gibt es mit den Neugeweihten insgesamt 58 Ständige Diakone.
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„Hope“
Erzbistum Bamberg startet Podcast zum Heiligen Jahr
Mit einem eigenen Podcast begleitet die Medienabteilung des Erzbistums Bamberg das Heilige Jahr 2025. „Hope – Der Podcast aus dem Erzbistum Bamberg“ beschäftigt sich mit dem Thema Hoffnung in den unterschiedlichsten Facetten und ist ab sofort auf allen gängigen Plattformen kostenlos abrufbar, wie das Erzbistum mitteilt.
In der ersten Folge spricht Volontärin Lara-Marie Deeg mit dem für das Heilige Jahr zuständigen Domkapitular Martin Emge. Der Leiter des Seelsorgeamts erläutert, was das Heilige Jahr 2025 für die katholische Kirche bedeutet, welche besonderen Initiativen und Ereignisse geplant sind und wie dieses Jahr die Menschen in ihrem Glauben und ihrer Hoffnung stärken soll: „Wir übersehen leicht die Hoffnung im Alltag. Wir holen ins Bewusstsein, wofür es sich zu leben lohnt.“ Im Heiligen Jahr würden deshalb Hoffnungsorte gesucht, „wo das Herz aufgeht und ich daheim bin“, so Emge.
Der Podcast „Hope“ führt seine Hörerinnen und Hörer auf eine Reise zu besonderen „Orten der Hoffnung“. In jeder neuen Episode besucht Lara-Marie Deeg monatlich einen Ort im Erzbistum Bamberg, der für die Menschen dort eine Quelle der Hoffnung und Inspiration darstellt. Ob spirituelle Rückzugsorte, beeindruckende Kirchen, soziale Einrichtungen oder Projekte, die das Leben der Menschen positiv verändern – „Hope“ zeigt, wie Hoffnung in der Welt von heute sichtbar wird.
„In einer Zeit, die von Herausforderungen und Unsicherheiten geprägt ist, möchten wir mit diesem Podcast ein Zeichen der Hoffnung setzen“, erklärt Lara-Marie Deeg. „Wir möchten die Menschen einladen, die positiven Geschichten, die der Glaube und die Gemeinschaft hervorrufen, zu entdecken und sich von ihnen ermutigen zu lassen“, so die 24-jährige Volontärin, die in Zusammenarbeit mit der katholischen Journalistenschule ifp zur Redakteurin ausgebildet wird.
Papst Franziskus hat das Heilige Jahr 2025 unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“ ausgerufen. In der katholischen Kirche findet alle 25 Jahre ein Heiliges Jahr statt.
Weitere Informationen zum Podcast sind hier zu finden.