Browse Tag

Impfzentrum - Page 2

Impf­zen­trum und Haus­ärz­te beflü­geln Impfquote

Kur­ve der Coro­na-Schutz­imp­fun­gen in der Regi­on Bam­berg steigt

Direkt zu Beginn der Koor­di­nie­rungs­grup­pe Coro­na von Stadt Bam­berg und Land­kreis Bam­berg gab es eine posi­ti­ve Nach­richt: Die nie­der­ge­las­se­nen Ärz­tin­nen und Ärz­te, die in der Regi­on mit Impf­stoff ver­sorgt wer­den, haben in der ver­gan­ge­nen Woche deut­lich zum Vor­an­kom­men bei den Coro­na-Schutz­imp­fun­gen bei­getra­gen. Neben dem Impf­zen­trum Bam­berg – inklu­si­ve sei­ner mobi­len Impf­teams – sowie den dezen­tra­len Impf­sta­tio­nen im Land­kreis hat sich damit eine sta­bi­le Impf-Infra­struk­tur etabliert.

Die­se Woche wer­den vor­aus­sicht­lich 6000 Men­schen ihre Imp­fung erhal­ten. Das Impf­zen­trum hat sei­ne Kapa­zi­tä­ten aus­ge­baut und kann prin­zi­pi­ell bis zu 1.300 Imp­fun­gen pro Tag ermög­li­chen, sofern aus­rei­chend Impf­stoff gelie­fert wird.

Eben­falls gute Nach­rich­ten gibt es in Hin­blick auf die Schnell­tests: Die Schu­len in Stadt und Land­kreis sind aktu­ell gut aus­ge­stat­tet und es wur­den bereits neue Schnell­tests nach­ge­or­dert. Dar­über hin­aus nimmt die Bevöl­ke­rung das bestehen­de Schnell­test­an­ge­bot an den ver­schie­de­nen Test­stel­len in Stadt und Land­kreis sehr gut an. Seit ver­gan­ge­nem Don­ners­tag fährt zudem der Bam­ber­ger Schnell­test-Bus ver­schie­de­ne Stadt­tei­le an und wird von den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern ger­ne genutzt: Ursprüng­lich auf 70 Tests pro Tag aus­ge­legt, wur­den bereits 90 pro Tag durchgeführt.


Bele­gungs­zah­len in den Kran­ken­häu­sern sind wie­der gestiegen

Gene­rell gilt: Bei einer Inzi­denz über 100 ist für den Groß­teil des Ein­zel­han­dels Ter­min­shop­ping („Click & Meet“) mög­lich. Zusätz­lich benö­ti­gen Kun­den einen nega­ti­ven Coro­na-Test. Dies kann ein PCR-Test (gilt für 48 Stun­den) oder ein POC-Tes­t/­Schnell­test (gilt für 24 Stun­den) sein. Eben­falls mög­lich ist ein ein­fa­cher Selbst­test unter „Auf­sicht“ des Ver­kaufs­per­so­nals. Jedes die­ser nega­ti­ven Test­ergeb­nis­se – auch, wenn es zum Bei­spiel beim Arbeit­ge­ber durch­ge­führt wur­de – ist gül­tig und kann vor­ge­zeigt werden.

Land­rat Johann Kalb und Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke sind sich einig: „Die Kom­bi­na­ti­on einer guten Impf- und Test­in­fra­struk­tur ist in der aktu­el­len Pan­de­mie-Lage das Mit­tel der Wahl. Wir hof­fen wei­ter­hin, dass die Ver­sor­gung mit Impf­stoff in den kom­men­den Wochen anhält.“ Dies sei umso wich­ti­ger, da die Anzahl der Neu­in­fek­tio­nen wei­ter­hin zunimmt und die Bele­gungs­zah­len in den Kran­ken­häu­sern wie­der gestie­gen sind. Zudem liegt der Anteil von Muta­tio­nen mitt­ler­wei­le bei drei Vier­tel aller Infek­tio­nen, in der Woche vor­her waren es noch zwei Drittel.

Das Gesund­heits­amt ist zwi­schen­zeit­lich tech­nisch so aus­ge­stat­tet und ein­ge­rich­tet, dass die Luca-App nutz­bar ist. Nun kön­nen Gas­tro­no­mie, Ein­zel­han­del und kul­tu­rel­le Ein­rich­tun­gen bereits begin­nen, ihre jewei­li­gen Ört­lich­kei­ten in der App zu registrieren.


Wei­te­re Informationen

Hier kann man sich tes­ten lassen:


Test­zen­trum am Sen­del­bach (ohne Anmeldung):

Am Sen­del­bach 15
96050 Bam­berg

Schnell­tests: Mon­tag bis Sonn­tag, 15 bis 19 Uhr

PCR-Tests: Mon­tag bis Don­ners­tag, 15 bis 19 Uhr


Schnell­test­zen­trum Bamberg:

Pro­me­na­den­stra­ße 6a (ehe­mals Stadt­wer­ke-Info­point)
96047 Bam­berg

Mon­tag bis Sams­tag, 9 bis 15 Uhr

Ter­mi­ne nur nach Anmel­dung unter https://corona-schnelltest-bamberg.de/


Abstrich­stel­le Scheßlitz:

Ober­end 32 (alter Net­to­markt)
96110 Scheß­litz

Schnell­tests und PCR-Tests: Mon­tag bis Don­ners­tag, 9 bis 13 Uhr

Frei­tag 9 bis 12.30 Uhr


Schnell­test-Bus Bam­berg (ohne Anmel­dung, mit Ausweis):

Diens­tag
9.30 bis 11 Uhr Gartenstadt/​Kunigundenschule
12.30 bis 14 Uhr Kra­mers­feld-Bru­ckerts­hof/­Wen­de­plat­te an der Kemmerstraße


Mitt­woch
9.30 bis 11.00 Uhr Gaustadt/​Wendeplatte am Syl­va­ner­see
12.30 bis 14.00 Uhr Gereuth/​Wunderburg Grün­flä­che am Wolfgangsplatz


Don­ners­tag
9.30 bis 11.00 Uhr Bam­berg Ost/​Weißenburgstraße/​Haltstelle Kant­stra­ße
12.30 bis 14.00 Bam­berg Ost/​Unterer Park­platz vor dem Fuchsparkstation


Frei­tag
9.30 bis 11.00 Uhr Bam­berg-Süd­wes­t/­Park­bucht nach der Hal­te­stel­le St. Urban
12.30 bis 14 Uhr Bam­berg Bug/​Parkplatz gegen­über Hotel Bug­er Hof


Zudem bie­ten im Land­kreis Bam­berg fast alle Gemein­den und zahl­rei­che Apo­the­ken, auch in der Stadt, Schnell­tests an. Infor­ma­tio­nen hier­zu sind auf den Inter­net­sei­ten des Land­krei­ses und der Stadt Bam­berg zu finden.

Impf-Kam­pa­gne

Dr. Klaus Wei­ner, Lei­ter des Bam­ber­ger Impf­zen­trums, im Interview

Es hat ein wenig gedau­ert, aber so lang­sam beschleu­nigt sich die natio­na­le Impf­kam­pa­gne zur Bekämp­fung des Coro­na-Virus. So auch in Ober­fran­ken. Wir haben mit Dr. Klaus Wei­ner, dem ärzt­li­chen Lei­ter des Bam­ber­ger Impf­zen­trums, über den Stand der Imp­fun­gen in Bam­berg, den gebeu­tel­ten Impf­stoff von Astra­Ze­ne­ca und die bun­des­wei­te Impf­kam­pa­gne gesprochen. 

Das Bam­ber­ger Land­rats­amt ver­zeich­net knapp 25.000 Erst­imp­fun­gen und knapp 15.000 Zweit­imp­fun­gen (Stand 6. April). Wie zufrie­den sind Sie mit die­sen Zah­len? Könn­te man schon mehr Men­schen geimpft haben oder ist man nah am mög­li­chen Maximum?

Klaus Wei­ner: Trotz der durch uns nicht zu beein­flus­sen­den Gege­ben­hei­ten, wie zeit­wei­se unsi­che­re Impf­stoff­ver­sor­gung, bis hin zu aus­ge­blie­be­nen Lie­fe­run­gen, ist es uns gelun­gen, einem Groß­teil der teils immo­bi­len Bewoh­ner in sämt­li­chen Pfle­ge­ein­rich­tun­gen in Stadt und Land­kreis sowie dem Pfle­ge­per­so­nal zeit­nah ein Impf­an­ge­bot zu machen. Eben­so konn­te die über­wie­gen­de Mehr­zahl der in der soge­nann­ten Prio­ri­sie­rungs­stu­fe 1 gelis­te­ten ande­ren Impf­wil­li­gen min­des­tens mit der ers­ten, teil­wei­se bereits mit der zwei­ten Impf­do­sis ver­se­hen wer­den. Dar­über hin­aus wird bereits die viel brei­te­re Stu­fe 2 abge­ar­bei­tet. Inso­fern sind wir mit dem Geleis­te­ten erst­mal nicht unzu­frie­den. Was wir zur Ver­fü­gung hat­ten, wur­de ver­impft. Natür­lich wäre unter etwas güns­ti­ge­ren Vor­aus­set­zun­gen ein höhe­res Tem­po mög­lich gewe­sen. Den Man­gel ver­wal­ten muss­ten wir – auch wenn die Poli­tik den “Tur­bo” einfordert.


Wor­an liegt das zu lang­sa­me Vorankommen?

Klaus Wei­ner: Wie schon benannt: Durch teils schlep­pen­de Impf­stoff­ver­sor­gung, aber auch durch zeit­rau­ben­den büro­kra­ti­schen Auf­wand. Zu beden­ken ist aber auch: Wir hat­ten eine Viel­zahl von sehr alten Men­schen mit all ihren Ein­schrän­kun­gen, wie erschwer­te Kom­mu­ni­ka­ti­on, Mobi­li­tät, mühe­vol­lem zeit­rau­ben­den Aus- und Anklei­den im Win­ter, zu versorgen.


Gibt es ein Ziel, wie vie­le Men­schen im Bam­ber­ger Impf­zen­trum geimpft wer­den sol­len? Wie groß ist sozu­sa­gen sein Einzugsgebiet?

Klaus Wei­ner: Unser Ein­zugs­ge­biet ist Stadt und Land­kreis Bam­berg mit etwa 200.000 Ein­woh­nern. Unser Ziel ist kein ande­res, als das von der Poli­tik Ver­spro­che­ne: Allen Impf­wil­li­gen ein rea­lis­tisch zeit­na­hes Impf­an­ge­bot zu machen.


Wie vie­le Leu­te haben Sie bereits per­sön­lich geimpft?

Klaus Wei­ner: Vie­le, sicher im vier­stel­li­gen Bereich.


Ande­re Impf­zen­tren muss­ten bereits vor­über­ge­hend geschlos­sen wer­den, weil kein Impf­stoff nach­ge­lie­fert wur­de. Ist auch das Bam­ber­ger Impf­zen­trum die­ser Gefahr ausgesetzt?

Klaus Wei­ner: Nein, zumal die Ver­sor­gungs­la­ge wohl zuneh­mend bes­ser wer­den dürf­te – laut Poli­tik ab Mit­te April.


Der Impf­stoff von Astra­Ze­ne­ca stand zuletzt mehr­fach in der Kri­tik auf­grund mög­li­cher gefähr­li­cher Neben­wir­kun­gen. Kön­nen Sie die Kri­tik nachvollziehen?

Klaus Wei­ner: Die Ver­un­si­che­rung und Ängs­te, her­vor­ge­ru­fen durch die Ent­wick­lung der ver­gan­ge­nen Wochen, kann ich sehr gut nach­voll­zie­hen und ver­ste­hen. Poten­ti­ell sehr schwer­wie­gen­de Fol­gen im Bereich des Gerin­nungs­sy­tems sind beschrie­ben. Es han­delt sich um eine immu­no­lo­gisch beding­te Akti­vie­rung der Blut­plätt­chen. Eine sel­te­ne gene­ti­sche Dis­po­si­ti­on scheint auch eine Rol­le zu spie­len. Die­se Throm­bo­se-Ent­ste­hung geschieht auf einem völ­lig ande­ren Weg als eine “nor­ma­le” Throm­bo­se-Ent­wick­lung. Das ist der Kennt­nis­stand vom 11. April 2021. Aber: Sie ist sehr sel­ten. Eine Ein­gren­zung auf bestimm­te Alters­grup­pen konn­te fest­ge­stellt wer­den. Es gibt eine gute Behand­lungs­mög­lich­keit bei früh­zei­ti­ger Dia­gno­se. Die Zulas­sungs­or­ga­ne auf euro­päi­scher Sei­te, die EMA, und auf deut­scher, das Paul-Ehr­lich-Insti­tut und die Stän­di­ge Impf­kom­mis­si­on, haben reagiert und eine Neu­be­wer­tung der Risi­ko­ab­wä­gung vor­ge­nom­men. Dies ist ein Beweis für das Grei­fen unse­rer hohen Sicher­heits­stan­dards. Die kom­mu­ni­ka­ti­ve Ver­mitt­lung aller bekann­ten Tat­sa­chen und Begrün­dung, der dar­aus fol­gen­den Kon­se­quen­zen sei­tens genann­ter Orga­ne, war jedoch nicht immer aus­rei­chend und ein­deu­tig. Sowohl Poli­tik als auch Pres­se haben hier gro­ße Verantwortung.


Wird Astra­Zenaca in Bam­berg verimpft?

Klaus Wei­ner: Ja, wir nut­zen alle ver­füg­ba­ren Impfstoffe.


Wie ste­hen die Impf­lin­ge dem Impf­stoff gegen­über? Gibt es Bedenken?

Klaus Wei­ner: Natür­lich gibt es die­se. Wir haben hier einen beson­ders gro­ßen Auf­klä­rungs- und Erklärungsbedarf.


Wel­che sind die Risi­ken bei BionTech, John­son & John­son und Moderna?

Klaus Wei­ner: Wie bei allen Impf­stof­fen sind sehr sel­ten auf­tre­ten­de All­er­gien zu berück­sich­ti­gen. Die Anwen­dung von John­son & John­son ist in USA aktu­ell, Stand 13.April, gestoppt. Es erfolgt der­zeit kei­ne Aus­lie­fe­rung nach Euro­pa. Der Grund sind ein­zeln auf­ge­tre­te­ne Sinus­ve­nen­throm­bo­sen, ähn­lich wie bei Astra­Ze­ne­ca. Die­se wer­den der­zeit unter­sucht und bewer­tet. Aber zuge­las­sen ist die­ser Impf­stoff in Deutsch­land ohne­hin noch nicht.


Klä­ren Sie vor der Imp­fung über Risi­ken auf?

Klaus Wei­ner: Selbst­ver­ständ­lich, ja.


Was pas­siert, wenn Impf­lin­ge einen bestimm­ten Impf­stoff nicht und dafür einen ande­ren wol­len? Sind Sie fle­xi­bel und ver­ab­rei­chen dann spon­tan einen ande­ren? Oder muss ein neu­er Impf­ter­min ange­setzt werden?

Klaus Wei­ner: Eine Wahl­mög­lich­keit nach Wunsch ist nicht vor­ge­se­hen. Besteht aber eine medi­zi­ni­sche Begrün­dung, einen ande­ren Impf­stoff als den vor­ge­se­he­nen zu ver­ab­rei­chen, wird zeit­gleich – vor­be­halt­lich der Ver­füg­bar­keit – umge­stellt. Ansons­ten ist eine Neu­ter­mi­nie­rung notwendig.


Wie kön­nen sich Men­schen, die womög­lich nicht über Inter­net­zu­gang ver­fü­gen, im Vor­feld informieren?

Klaus Wei­ner: Wer die Tages­pres­se auf­merk­sam ver­folgt, hat zumin­dest eine grund­le­gen­de Ahnung.


Kann man sich auch dar­über infor­mie­ren, wel­cher Impf­stoff der pas­sends­te bei wel­cher medi­zi­ni­schen Vor­ge­schich­te ist?

Klaus Wei­ner: Grund­sätz­lich ja, aber unkri­ti­sche Lai­en­be­wer­tung kann gro­ße Unsi­cher­heit und Fehl­ein­schät­zung hin­ter­las­sen. Ein Arzt­ge­spräch ist dar­um unverzichtbar!


Die Bun­des­re­gie­rung hat das Ver­spre­chen abge­ge­ben, allen Bürger*innen bis Sep­tem­ber ein Impf­an­ge­bot zu machen. In der Bevöl­ke­rung machen sich im Ange­sicht des lang­sa­men Impf­fort­schritts aber immer stär­ke­re Zwei­fel an der Ein­hal­tung die­ses Ver­spre­chens breit. Wie steht es um Ihre Zwei­fel oder Ihren Glau­ben an die­ses Versprechen?

Klaus Wei­ner: Ver­spre­chen zu bewer­ten, sehe ich nicht als mei­ne Auf­ga­be. Wir sind durch ver­bes­ser­te Abläu­fe schnel­ler gewor­den und könn­ten durch Erwei­te­rung der Impf­stra­ßen womög­lich noch an Geschwin­dig­keit zulegen.


Wie müss­te die Impf­stra­te­gie geän­dert wer­den, um sie zu beschleunigen?

Klaus Wei­ner: Ein Abbau büro­kra­ti­scher Erschwer­nis­se sowie all­zu strin­gen­ter Hand­ha­bung der Prio­ri­sie­rungs­vor­ga­ben wäre eine Möglichkeit.


Was hal­ten Sie von der jüngst begon­ne­nen Aus­wei­tung der Impf-Kam­pa­gne auf Arztpraxen?

Klaus Wei­ner: Ich fin­de sie abso­lut not­wen­dig! Anders kön­nen zum Bei­spiel immo­bi­le, häus­lich gepfleg­te, drin­gend Impf­be­dürf­ti­ge nicht in erfor­der­li­cher Anzahl ver­sorgt werden.

Coro­na

Impf­zen­trum impft sie­ben Tage die Woche – 90 Pro­zent der Über-80-Jäh­ri­gen erstgeimpft

Andre­as Star­ke, Ober­bür­ger­meis­ter der Stadt Bam­berg, und Johann Kalb, Land­rat des Land­kreis Bam­berg, zei­gen sich zufrie­den mit der der­zei­ti­gen Impf­stoff­be­lie­fe­rung. Das Imp­fen im Impf­zen­trum Bam­berg und dezen­tral im Land­kreis läuft auf Hochtouren.

„Seit dem ver­gan­ge­nen Wochen­en­de wird an sie­ben Tagen die Woche im Impf­zen­trum Bam­berg geimpft. Die­se erfreu­li­che Ent­wick­lung mit 1.000 Ter­mi­nen für den heu­ti­gen Diens­tag ist mög­lich, weil sich die Impf­stoff­lie­fe­run­gen auf hohem Niveau ein­pen­deln“, so Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke nach der heu­ti­gen Sit­zung des Coro­na-Kri­sen­stabs. Land­rat Johann Kalb ergänzt: „Zusam­men mit den dezen­tra­len Imp­fun­gen im Land­kreis kön­nen wir die­se Woche so auf 7.000 Erst­imp­fun­gen kom­men.“ Mit Blick auf die hohe Impf­ra­te der über 80-Jäh­ri­gen und immo­bi­len Pati­en­ten, die zuhau­se gepflegt wer­den, wur­de dazu auf­ge­ru­fen, wer sich in die­ser Impf­grup­pe noch nicht regis­triert habe, sich beim Impf­zen­trum oder beim Haus­arzt zu mel­den. Ansons­ten schrei­te die Imp­fung der von der Stän­di­gen Impf­kom­mis­si­on defi­nier­ten Prio Grup­pe 2, ange­führt von den über-70-Jäh­ri­gen voran.


Wich­tig, auch bei schö­nem Wet­ter Sicher­heits­ab­stän­de und Mas­ken­pflicht zu beachten

Kri­tisch fiel der Blick auf die Ent­wick­lung des regio­na­len Infek­ti­ons­ge­sche­hens aus. Wie vom Fach­be­reich Gesund­heits­we­sen am Land­rats­amt Bam­berg am ver­gan­ge­nen Frei­tag pro­gnos­ti­ziert, lie­gen die 7‑Ta­ge-Inzi­den­zen für Stadt und Land­kreis am heu­ti­gen Diens­tag bei 112,4 bezie­hungs­wei­se 118,9. Der Anteil der hoch­an­ste­cken­den Muta­tio­nen lie­ge mitt­ler­wei­le bei Zwei­drit­teln. Vor die­sem Hin­ter­grund sei die Ent­schei­dung, aus Grün­den des Gesund­heits­schut­zes wegen der stei­gen­den Ten­denz der Infek­ti­ons­zah­len Distanz­un­ter­richt für die Schu­len und Not­be­treu­ung für die Kin­der­ta­ges­stät­ten anzu­ord­nen, rich­tig gewesen.

Im Kri­sen­stab wur­de zudem dar­auf hin­ge­wie­sen, dass es gera­de auch wegen der hoch­an­ste­cken­den Muta­ti­ons­va­ri­an­ten wich­tig sei, bei schö­nem Wet­ter Sicher­heits­ab­stän­de und Mas­ken­pflicht in Bam­bergs Innen­stadt zu beach­ten. Die Poli­zei wird ihre Kon­trol­len zum Schutz der Men­schen wei­ter fortführen.

In die­sem Zusam­men­hang wie­sen die Lei­tun­gen der Land­kreis­kli­ni­ken sowie des Kli­ni­kums Bam­berg dar­auf hin, dass nach wie vor die Inten­siv­bet­ten­ka­pa­zi­tät für Covid-Pati­en­ten hoch aus­ge­las­tet sei – auch durch Zube­le­gun­gen aus ande­ren Land­krei­sen. Ins­ge­samt befän­den sich 40 Per­so­nen im Kli­ni­kum Bam­berg und den bei­den Kli­ni­ken der Gemein­nüt­zi­gen Kran­ken­haus­ge­sell­schaft des Land­krei­ses, davon 15 auf den jewei­li­gen Inten­siv­sta­tio­nen. Dabei han­de­le es sich nicht mehr – wie in der Anfangs­zeit der Pan­de­mie – um älte­re und hoch­alt­ri­ge Patienten.

Der Aus­bau der Schnell­test­in­fra­struk­tur schrei­te zügig vor­an, so Bam­bergs Ober­bür­ger­meis­ter. Um sicher­zu­stel­len, dass mög­lichst nur getes­te­te Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in den Innen­stadt­be­reich ein­fah­ren, sei­en im Betrieb der HTK (Hygie­ne Tech­no­lo­gie Kom­pe­tenz­zen­trum GmbH), einer Toch­ter der Sozi­al­stif­tung Bam­berg, vier wei­te­re gro­ße Test­zen­tren in Pla­nung: im Bereich der Park&Ride-Parkplätze Würz­bur­ger Stra­ße, Kro­nacher Stra­ße und Hein­richs­damm sowie im Ein­gangs­be­reich des Erleb­nis­ba­des „Bam­ba­dos“ an der Pödel­dor­fer Stra­ße. Bür­ger­meis­ter Glüsen­kamp beton­te, dass vor dem Hin­ter­grund der Bewer­bung Bam­bergs als Modell­re­gi­on eine leis­tungs­star­ke, flä­chen­de­cken­de Test­in­fra­struk­tur wich­ti­ges Stand­bein sei. Dazu pas­se auch der mobi­le Schnell­test­bus, der ab 15. April in Bam­bergs Stadt­tei­len bür­ger­na­hes Schnell­tes­ten ermög­li­che. Bis­lang sei­en in den Land­kreis­ge­mein­den 10.000 Schnell­tests durch­ge­führt wor­den. Die Kom­mu­nen woll­ten das Ange­bot schritt­wei­se aus­bau­en und auch ein Schnell­test­bus sei für den Land­kreis geplant, ergänz­te Land­rat Kalb.

Dr. Klaus Wei­ner im Interview

„Astra­Ze­ne­ca ist hochwirksam“

Seit zwei Mona­ten ist Dr. Klaus Wei­ner Ärzt­li­cher Lei­ter am Impf­zen­trum Bam­berg in der Bro­se-Are­na. Im Inter­view mit der Stadt Bam­berg beant­wor­tet er die wich­tigs­ten Fra­gen zum AstraZeneca-Impfstoff. 

Sehr geehr­ter Herr Dr. Wei­ner, wirkt Astra­Ze­ne­ca bes­ser oder schlech­ter als ande­re Impfstoffe?

Dr. Klaus Wei­ner: Alle zuge­las­se­nen Impf­stof­fe sind hoch­wirk­sam und sicher, Astra­Ze­ne­ca macht da kei­ne Aus­nah­me. Die Zulas­sungs­stu­di­en deu­ten zunächst auf eine 70%ige Wirk­sam­keit hin. Dies schien, gemes­sen an 95% bei BionTech und 94% bei Moder­na, zunächst ein­mal nied­ri­ger und somit „schlech­ter“ wirk­sam. Nach mil­lio­nen­fa­cher Ver­imp­fung in Groß­bri­tan­ni­en zeich­net sich jedoch ein ande­res Wirk­sam­keits­pro­fil ab: Das Risi­ko für einen Kli­nik­auf­ent­halt wird laut einer schot­ti­schen Stu­die bereits nach Ver­ab­rei­chung der ers­ten Impf­do­sis um 94% redu­ziert. Bei BionTech sind es „nur“ 85%. Dar­aus ist ersicht­lich, dass man sich bei der Beur­tei­lung von „bes­ser oder schlech­ter“ nicht nur auf eine Zahl ver­las­sen soll­te. Abschlie­ßen­de Daten lie­gen lei­der natur­ge­mäß noch nicht vor.


Wie ver­hält es sich mit Impf­re­ak­tio­nen und Nebenwirkungen?

Dr. Klaus Wei­ner: Impf­re­ak­tio­nen sind bei Astra­Ze­ne­ca etwas häu­fi­ger, zumal bei jün­ge­ren Per­so­nen das Immun­sys­tem noch stär­ker reagiert als bei älte­ren Men­schen. Eine Reak­ti­on auf die Imp­fung ist zwar uner­wünscht, spricht aber für eine gute Immun­ant­wort und ist harmlos. 

Viel­leicht noch eine Unter­schei­dung zur Klä­rung: Unspe­zi­fi­sche Sym­pto­me nach einer Imp­fung wie leich­tes Fie­ber, Glie­der­schmer­zen, oder Kopf­schmer­zen sind kei­ne Neben­wir­kung einer Imp­fung, son­dern eine Impf­re­ak­ti­on. Die­se Reak­tio­nen sind Aus­druck der erwünsch­ten Aus­ein­an­der­set­zung des Immun­sys­tems mit dem Impf­stoff und klin­gen in der Regel nach weni­gen Tagen kom­plett ab. Neben­wir­kun­gen sind schwe­re und anhal­ten­de Impf­kom­pli­ka­tio­nen oder ‑schä­den.

Dr. Klaus Wei­ner, Foto: privat

War­um steht der Impf­stoff in der Kritik?

Dr. Klaus Wei­ner: Der Haupt­grund dürf­te sein, dass die Zulas­sung in Deutsch­land durch die ver­ant­wort­li­chen Stel­len zunächst nur für 18- bis 65-Jäh­ri­ge erfolg­te und die Begrün­dung nur schlecht erklärt wur­de. Näm­lich: In den zur Zulas­sung füh­ren­den Stu­di­en war nur die ange­spro­che­ne Alters­grup­pe ver­tre­ten, es lagen also kei­ner­lei Daten für Älte­re und Jün­ge­re vor. Fol­ge­rich­tig erfolg­te die Zulas­sung nur für den getes­te­ten Per­so­nen­kreis. Dies unter­streicht nur den hohen Sicher­heits­stan­dard, auf den wir in Deutsch­land zurecht stolz sein kön­nen. Auf­grund neu­er, aktu­el­ler Daten­er­he­bung ist die Alters­be­schrän­kung für über 65-Jäh­ri­ge bereits auf­ge­ho­ben. Wei­te­re Grün­de für den Vor­be­halt gegen die­sen Impf­stoff lie­gen wohl in dem schwie­ri­gen, für einen Lai­en schwer nach­voll­zieh­ba­ren Wirk­sam­keits­nach­weis, wie oben beschrieben.


Gibt es Stu­di­en, die bewei­sen, dass Astra­Ze­ne­ca bes­ser als sein Ruf ist?

Dr. Klaus Wei­ner: Eine von schot­ti­schen Uni­ver­si­tä­ten für die schot­ti­schen Gesund­heits­be­hör­den erstell­te Stu­die wur­de jüngst ver­öf­fent­licht (Pre­print im LANCET, Uni­ver­si­tät Edin­burgh: „Effec­ti­ve­ness of First Dose of Covid-19 Vac­ci­nes Against Hos­pi­tal Admis­si­ons in Scot­land: Natio­nal Pro­s­pec­ti­ve Cohort Stu­dy of 5.4 Mil­li­on Peo­p­le“). Eine wei­te­re eng­li­sche Stu­die („Public Health Eng­land“), kommt zu fol­gen­dem Ergeb­nis: Älte­re (Prio­ri­sie­rungs­stu­fe 1 ent­spre­chend) haben bei BionTech und Astra­Ze­ne­ca einen ver­gleich­ba­ren Schutz. Die Zweit­imp­fung mit Astra­Ze­ne­ca erfolgt im Übri­gen nach vier bis zwölf Wochen.


Wie ver­hält es sich mit der Anste­ckungs­ge­fahr für ande­re nach einer Imp­fung mit AstraZeneca?

Dr. Klaus Wei­ner: Noch gibt es dazu kei­ne belast­ba­ren Daten, die­se müs­sen in wei­te­ren Stu­di­en erho­ben wer­den. Dafür reicht der seit Impf­be­ginn ver­stri­che­ne Zeit­rah­men nicht aus.


Was sagen Sie Men­schen, die den Impf­stoff ablehnen?

Dr. Klaus Wei­ner: Astra­Ze­ne­ca ist kein Impf­stoff „zwei­ter Klas­se“, er ist hoch wirk­sam und sicher.

Coro­na

40 Pro­zent der Grup­pe 1 in Stadt und Land­kreis Bam­berg erstgeimpft

Das Impf­zen­trum Bam­berg will bei sta­bi­ler Bereit­stel­lung von Impf­stoff in den Tei­len des Land­krei­ses, die wei­ter als 15 Kilo­me­ter von der Stadt Bam­berg ent­fernt sind, dezen­tra­le Impf­an­ge­bo­te unter­brei­ten. Die­se ers­ten Über­le­gun­gen stell­te Dr. Tobi­as Pfaf­fen­dorf von der Sozi­al­stif­tung Bam­berg am Diens­tag in die Koor­di­nie­rungs­grup­pe Coro­na vor, wie Stadt Bam­berg und Land­kreis Bam­berg mit­tei­len. Ein kon­kre­tes Kon­zept, das auch auf die Infra­struk­tur in ein­zel­nen Gemein­den baut und bei dem Imp­fun­gen von 300 bis 500 Per­so­nen pro Ter­min mög­lich sein sol­len, wol­len die Ver­ant­wort­li­chen des Impf­zen­trums in der kom­men­den Woche vorstellen.

Die Mit­glie­der der Koor­di­nie­rungs­grup­pe dis­ku­tier­ten unter der Lei­tung von Land­rat Johann Kalb und Bür­ger­meis­ter Jonas Glüsen­kamp auch über das Infek­ti­ons­ge­sche­hen, über die Aus­wir­kun­gen der Inzi­denz­wer­te auf Aus­gangs­sper­ren und Bil­dungs­ein­rich­tun­gen. „Wir wol­len der Bevöl­ke­rung im Land­kreis kur­ze Wege für die Imp­fun­gen anbie­ten und gleich­zei­tig so vie­le Imp­fun­gen durch­füh­ren wie Impf­stoff zuge­teilt wird“, dank­te Land­rat Kalb für das Grob­kon­zept für dezen­tra­le Impfungen.

Aus dem Bericht des Impf­zen­trums ging wei­ter her­vor, dass inzwi­schen rund 40 Pro­zent der ers­ten Grup­pe – Über-80-Jäh­ri­ge, Ärz­te, Pfle­ge­per­so­nal, unter ande­rem – erst­ge­impft sind. Sofern die Bereit­stel­lung des Impf­stof­fes von Astra­Ze­ne­ca sich so fort­setzt, wie in den letz­ten Tagen, kann in der ers­ten März­hälf­te mit der Imp­fung der Grup­pe der zwei­ten Prio­ri­tät der unter 65-Jäh­ri­gen – der Impf­stoff ist nur bis zu die­sem Alter zuge­las­sen – gestar­tet wer­den. Des­halb wird eine Regis­trie­rung im Impf­por­tal Bay­ern emp­foh­len (https://impfzentren.bayern/).


Inzi­denz­wer­te wir­ken sich auf Aus­gangs­sper­ren und Bil­dungs­ein­rich­tun­gen aus

„Die Pfle­ge­hei­me berei­ten uns wei­ter Sor­gen“, so die Lei­te­rin des Fach­be­rei­ches Gesund­heits­we­sen beim Land­rats­amt Bam­berg, Dr. Susan­ne Paul­mann. In einer Ein­rich­tung ist rund ein Drit­tel des Hei­mes infi­ziert. Auch in ande­ren Fäl­len gebe es Aus­bruchs­ge­sche­hen, die bis­her mil­de ver­lau­fen. In neun Ein­rich­tun­gen gibt es ein­zel­ne Infek­tio­nen. Grö­ße­re Sprün­ge der Inzi­denz­wer­te sei­en der­zeit auf das Infek­ti­ons­ge­sche­hen in Alten- und Pfle­ge­hei­men zurück­zu­füh­ren.
Der Sie­ben-Tage-Inzi­denz­wert hat seit der letz­ten Ände­rung der 11. Infek­ti­ons­schutz­maß­nah­men­ver­ord­nung direk­te Aus­wir­kun­gen auf Aus­gangs­sper­re und den Betrieb von Bil­dungs­ein­rich­tun­gen. Unter­schrei­tet der Inzi­denz­wert min­des­tens sie­ben Tage die Mar­ke von 100, dann ent­fällt die Aus­gangs­sper­re. Schu­len und Kitas öff­nen dann in der für die jewei­li­ge Ein­rich­tung vor­ge­se­he­nen ein­ge­schränk­ten Form. In der Stadt Bam­berg liegt der letz­te drei­stel­li­ge Inzi­denz­wert bereits län­ger als sie­ben Tage zurück. Im Land­kreis über­schritt der Wert zuletzt am ver­gan­ge­nen Frei­tag die 100er-Mar­ke. Bleibt der Wert unter 100, dann ent­fällt die Aus­gangs­sper­re ab kom­men­dem Sams­tag. Maß­geb­lich ist hier­für der Inzi­denz­wert des Robert-Koch-Insti­tu­tes, der auch auf den Home­pages von Stadt und Land­kreis ver­öf­fent­licht wird. Über­schrei­tet der Inzi­denz­wert erneut die 100-er-Mar­ke, dann gel­ten ab dem Fol­ge­tag die Aus­gangs­sper­re und die zusätz­li­chen Beschrän­kun­gen für die Schu­len. Ent­schei­dend dabei ist der Stand­ort der Schu­le und nicht der Wohn­ort der Schü­le­rin­nen und Schüler.

Leich­te Ent­span­nung gibt es in den Kli­ni­ken von Stadt und Land­kreis: In Sum­me hat die Zahl der infi­zier­ten Pati­en­ten die Mar­ke von 50 unter­schrit­ten. Nach wie vor müs­sen ein Dut­zend Per­so­nen inten­siv­me­di­zi­nisch behan­delt werden. 

Ärzt­li­cher Lei­ter Impf­zen­trum Bamberg

Dr. Klaus Wei­ner im Interview

Seit zwei Wochen ist der Bam­ber­ger Arzt Dr. Klaus Wei­ner der ärzt­li­che Lei­ter des Impf­zen­trums Bam­berg. Wir haben mit dem Medi­zi­ner über die täg­li­che Arbeit im Impf­zen­trum, Impf­stoff­eng­päs­se und Impf­skep­sis gesprochen.

Herr Dr. Wei­ner, wie sieht Ihre täg­li­che Arbeit im Impf­zen­trum aus?

Klaus Wei­ner: Mor­gens habe ich eine kur­ze Bespre­chung zum Infor­ma­ti­ons­aus­tausch mit unse­rer Ver­wal­tungs­lei­tung über die tages­ak­tu­el­le Situa­ti­on. Wie vie­le Impf­stoff-Dosen haben wir vor­rä­tig, wie sieht die per­so­nel­le Ein­tei­lung der Teams aus, wie die anste­hen­de Ver­sor­gung sta­tio­nä­rer Ein­rich­tun­gen nach ein­ge­gan­ge­nen Mel­de­zah­len? Dann beginnt die akti­ve Betei­li­gung an der Impf­lo­gis­tik, mit ande­ren Wor­ten, wir imp­fen – ambu­lant oder im Zen­trum. Wei­te­re täg­li­che Auf­ga­ben bestehen in Mit­ar­bei­ter­ge­sprä­chen, zum Bei­spiel über Vor­ge­hens­wei­se bei Pro­blem­imp­fun­gen. Am Abend hal­te ich wie­der mit der orga­ni­sa­to­ri­schen Lei­te­rin ein Tagesresümee.

Wie vie­le Leu­te wur­den im Bam­ber­ger Impf­zen­trum bereits geimpft?

Klaus Wei­ner: Zum 21. Janu­ar hat­ten wir über 3.000 Erst­imp­fun­gen in Pfle­ge­ein­rich­tun­gen und über 1.000 im Impf­zen­trum. Die Zweit­imp­fun­gen sind auch schon angelaufen.


Lie­gen Sie mit die­sen Zah­len im Plan oder hät­ten bereits mehr Leu­te geimpft wer­den können?

Klaus Wei­ner: Wir lie­gen ganz gut im Plan, wur­den zeit­wei­se aber durch Impf­stoff­ver­knap­pung und durch sehr kurz­fris­tig abge­sag­te Lie­fe­rung zuge­sag­ter – und ver­plan­ter – Dosen sozu­sa­gen ausgebremst.

Im IZ sol­len bis zu 600 Imp­fun­gen täg­lich mög­lich sein. Errei­chen Sie die­se Zahl? Ist genü­gend Impf­stoff vor­han­den oder ist auch Bam­berg von Eng­päs­sen im Nach­schub betroffen?

Dr. Klaus Wei­ner, Foto: Anna Lienhardt/​Amt für Bür­ger­be­tei­li­gung, Pres­se- und Öffentlichkeitsarbeit

Klaus Wei­ner: Bei Voll­aus­las­tung aller sechs Impf­stra­ßen ist die­se Zahl rech­ne­risch im Ide­al­fall wohl denk­bar, rea­lis­tisch wür­de mei­ne Ein­schät­zung aber dar­un­ter lie­gen. Wir arbei­ten mit Men­schen, deren indi­vi­du­el­le Gege­ben­hei­ten, Ängs­te, Reak­tio­nen, Ein­schrän­kun­gen – aktu­ell imp­fen wir vie­le über 80-Jäh­ri­ge – wir zu berück­sich­ti­gen haben. Eng­päs­se gab es natür­lich, auch die Zuord­nungs­lo­gis­tik, wie die Vor­pla­nung und Bereit­stel­lung der Zweit­do­sis nach drei Wochen, bei noch unge­wis­ser Nach­lie­fe­rung, ist eine Her­aus­for­de­rung, die ein qua­si tages­ak­tu­el­les Nach­jus­tie­ren erfordert.

Wel­cher Impf­stoff wird im Bam­ber­ger IZ verwendet?

Klaus Wei­ner: Bis­lang ver­wen­den wir aus­schließ­lich den Impf­stoff von BioNTech/​Pfizer.

Lässt sich ein­schät­zen, wie aus­ge­prägt Impf­be­reit­schaft bezie­hungs­wei­se Impf­skep­sis in der Regi­on sind?

Klaus Wei­ner: Das ist schwer ein­zu­schät­zen. Wir sehen nur die Impf­wil­li­gen. In der sta­tio­nä­ren Pfle­ge ist der Anteil des impf­wil­li­gen Pfle­ge­per­so­nals aber teils noch bedrü­ckend niedrig.

Wel­che Bot­schaft wür­den Sie Impf­skep­ti­ke­rin­nen und ‑skep­ti­kern übermitteln?

Klaus Wei­ner: Infor­mie­ren Sie sich! Nut­zen Sie seriö­se Quel­len. Suchen Sie nicht nur nach Aus­sa­gen meist zwei­fel­haf­ter Kom­pe­tenz, die die eige­ne Skep­sis bestär­ken. Und im All­ge­mei­nen soll­ten die Leu­te zur Kennt­nis neh­men, dass tod- und leid­brin­gen­de Erkran­kun­gen nur durch kon­se­quen­te Impf­stra­te­gien ver­hin­dert oder sogar ganz eli­mi­niert wer­den konn­ten. Bei­spie­le hier­für sind die Pocken, Diph­te­rie, Kin­der­läh­mung, Wund­starr­krampf oder Hirn­haut­ent­zün­dung. Wir besit­zen eine schar­fe Waf­fe, die­ses Virus zu bekämp­fen: Eine wirk­sa­me und siche­re Imp­fung.
Ohne ein gewis­ses Grund­ver­trau­en in evi­denz­ba­sier­te Medi­zin wer­den wir die­se, uns alle betref­fen­de, lebens­ver­än­dern­de Pan­de­mie nicht beherr­schen. Die­ses Virus tötet, täglich.