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Inklusion - Page 4

Inklu­si­ons­stu­die INSIDE 

Kin­der mit För­der­be­darf konn­ten im Lock­down schlech­ter lernen

Inklu­siv beschul­te Schü­le­rin­nen und Schü­ler mit son­der­päd­ago­gi­schen För­der­be­dar­fen haben wäh­rend der Schul­schlie­ßun­gen im Früh­jahr 2020 ungüns­ti­ge­re Lern­be­din­gun­gen erlebt als ihre Mit­schü­le­rin­nen und Mit­schü­ler ohne sol­che beson­de­ren Bedar­fe, wie aus einer der Aus­wer­tung einer Befra­gung von fast 2.000 Kin­dern der Klas­sen­stu­fen 7 und 8 hervorgeht.

Die Befra­gung wur­de als Teil der schul­be­zo­ge­nen Inklu­si­ons­stu­die INSIDE durch­ge­führt, die unter ande­rem am Leib­niz-Insti­tut für Bil­dungs­ver­läu­fe (LIf­Bi) behei­ma­tet ist. Es zeig­te sich, dass gleich­zei­tig die Kin­der, unab­hän­gig von För­der­be­dar­fen, die Zeit der Schul­schlie­ßung sehr unter­schied­lich wahr­ge­nom­men haben.

Die Bedin­gun­gen für das Ler­nen zuhau­se wäh­rend der ers­ten Schul­schlie­ßung waren für Schü­le­rin­nen und Schü­ler von ganz unter­schied­li­chen Vor­aus­set­zun­gen geprägt. Inzwi­schen herrscht Einig­keit dar­über, dass sich bestehen­de Benach­tei­li­gun­gen durch die Schul­schlie­ßun­gen wei­ter ver­schärft haben. Eine Grup­pe ist dabei beson­ders betrof­fen, jedoch weit­ge­hend aus dem Blick­feld gera­ten: Zur Situa­ti­on von Schü­le­rin­nen und Schü­lern mit son­der­päd­ago­gi­schen För­der­be­dar­fen lie­gen bis­lang nur wenig empi­ri­sche Befun­de vor. Die­se Lücke will das Pro­jekt INSIDE (Inklu­si­on in und nach der Sekun­dar­stu­fe) ver­rin­gern. Die For­sche­rin­nen Dr. Cor­ne­lia Gresch von der Hum­boldt-Uni­ver­si­tät zu Ber­lin und Dr. Mon­ja Schmitt vom LIf­Bi in Bam­berg gehen in einer aktu­el­len Aus­wer­tung der Fra­ge nach, wel­che Unter­schie­de es wäh­rend der Schul­schlie­ßun­gen im Früh­jahr 2020 beim Ler­nen und Wohl­be­fin­den zwi­schen Schul­kin­dern mit und ohne För­der­be­dar­fe gab. Die Daten dafür lie­fern Selbst­ein­schät­zun­gen von 1.939 Kin­dern, die im Rah­men der regu­lä­ren Erhe­bun­gen der Lang­zeit­stu­die INSIDE im Herbst 2020 erfragt wur­den. 13 Pro­zent die­ser Kin­der hat­ten son­der­päd­ago­gi­sche Förderbedarfe.


Prä­senz­un­ter­richt ermög­licht Teilhabe

Kin­der mit son­der­päd­ago­gi­schen För­der­be­dar­fen wei­sen zu Hau­se häu­fig eher ungüns­ti­ge Lern­vor­aus­set­zun­gen auf. Für sie ist das Feh­len von Prä­senz­un­ter­richt beson­ders fol­gen­reich, denn die Teil­ha­be an Bil­dungs­an­ge­bo­ten wird ihnen dadurch erschwert. Dazu kommt, dass das Ler­nen zuhau­se sich stark von den indi­vi­dua­li­sier­ten Unter­richts­for­ma­ten unter­schei­det, die die­se Grup­pe gewohnt ist: Sie benö­tigt mehr Moti­va­ti­on, mehr Beglei­tung und Auf­merk­sam­keit durch die Lehr­kraft und umso mehr das Gefühl, in einer Gemein­schaft zu ler­nen – Fak­to­ren, die beim Ler­nen zuhau­se im Früh­jahr 2020 weit­ge­hend weg­ge­fal­len sind.


Kin­der mit För­der­be­darf lern­ten weniger

Wie auch aus ande­ren Befra­gun­gen zum Ler­nen zuhau­se wäh­rend der Schul­schlie­ßung (–> NEPS Coro­na & Bil­dung No. 1) her­vor­ging, war die Zeit­span­ne, die Schü­le­rin­nen und Schü­ler mit schu­li­schen Lern­in­hal­ten ver­brach­ten, sehr unter­schied­lich. Die­ses Bild zeigt sich auch in der INSI­DE-Befra­gung. Es gibt sowohl Kin­der, die berich­te­ten, in die­ser Zeit deut­lich weni­ger für die Schu­le gear­bei­tet zu haben, als auch sol­che, die einen viel grö­ße­ren Zeit­auf­wand als zu nor­ma­len Schul­zei­ten anga­ben. Beim Ver­gleich der Grup­pen mit und ohne För­der­be­dar­fe zei­gen sich sta­tis­tisch bedeut­sa­me Unter­schie­de. 18 Pro­zent der Schü­le­rin­nen und Schü­ler mit För­der­be­dar­fen gaben an, viel weni­ger gear­bei­tet zu haben. Bei den Mit­schü­le­rin­nen und Mit­schü­lern ohne För­der­be­dar­fe mach­ten die­se Aus­sa­ge nur 11 Pro­zent. Noch deut­li­cher wird die­ser Unter­schied bei der Fra­ge, in wel­chem Umfang die Auf­ga­ben bear­bei­tet wur­den, die von der Schu­le zur Ver­fü­gung gestellt wur­den. 17 Pro­zent der Kin­der mit För­der­be­dar­fen gaben hier „kei­ne“ oder „wenig“ an (im Ver­gleich zu 8 Pro­zent bei der Grup­pe ohne För­der­be­dar­fe). Bei der Arbeits­um­ge­bung ist auf­fäl­lig, dass Kin­der mit För­der­be­dar­fen weni­ger oft einen Zugang zu Dru­ckern hat­te, aber häu­fi­ger von Per­so­nen berich­te­ten, die auf die Erle­di­gung der Auf­ga­ben achteten.


Schul­schlie­ßung beein­flusst auch Wohlbefinden

Die For­schen­den frag­ten die Kin­der auch, wie es ihnen wäh­rend der ers­ten Schul­schlie­ßung ins­ge­samt gegan­gen ist. Die Ant­wor­ten erge­ben ein hete­ro­ge­nes Bild. Auf­fäl­lig ist, dass Kin­der mit För­der­be­dar­fen signi­fi­kant häu­fi­ger extre­me Emp­fin­dun­gen („über­haupt nicht gut“ oder „sehr gut“) angaben.

Ins­ge­samt sehen die For­sche­rin­nen Gresch und Schmitt Kin­der mit son­der­päd­ago­gi­schen För­der­be­dar­fen beim Ler­nen zuhau­se benach­tei­ligt. „Sie hat­ten zusätz­lich zu den bestehen­den Her­aus­for­de­run­gen teil­wei­se ungüns­ti­ge­re Lern­be­din­gun­gen und ver­brach­ten auch weni­ger Zeit mit Ler­nen. Wir sehen hier die Befun­de ande­rer Stu­di­en bestä­tigt, dass Ungleich­heit durch feh­len­den Prä­senz­un­ter­richt wei­ter ver­stärkt wird“, so Cor­ne­lia Gresch.

Der voll­stän­di­ge Bericht ist auf https://www.lifbi.de/Transferberichte zu finden.


Über das Leib­niz-Insti­tut für Bil­dungs­ver­läu­fe (LIf­Bi)

Das Leib­niz-Insti­tut für Bil­dungs­ver­läu­fe (LIf­Bi) unter­sucht Bil­dungs­pro­zes­se von der Geburt bis ins hohe Erwach­se­nen­al­ter. Um die bil­dungs­wis­sen­schaft­li­che Längs­schnitt­for­schung in Deutsch­land zu för­dern, stellt das LIf­Bi grund­le­gen­de, über­re­gio­nal und inter­na­tio­nal bedeut­sa­me, for­schungs­ba­sier­te Infra­struk­tu­ren für die empi­ri­sche Bil­dungs­for­schung zur Verfügung.

Kern des Insti­tuts ist das Natio­na­le Bil­dungs­pa­nel (NEPS), das am LIf­Bi behei­ma­tet ist und die Exper­ti­se eines deutsch­land­wei­ten, inter­dis­zi­pli­nä­ren Exzel­lenz­netz­werks ver­eint. Wei­te­re Groß­pro­jek­te, an denen das LIf­Bi betei­ligt oder füh­rend ist, sind die Geflüch­te­ten­stu­di­en ReGES und Bil­dungs­we­ge­Flucht oder das Inklu­si­ons­pro­jekt INSIDE. Grund­la­ge dafür sind die eige­nen For­schungs- und Ent­wick­lungs­ar­bei­ten, ins­be­son­de­re die fun­dier­te Instru­men­ten- und Metho­den­ent­wick­lung für längs­schnitt­li­che Bil­dungs­stu­di­en, von der auch ande­re Infra­struk­tur­ein­rich­tun­gen und ‑pro­jek­te profitieren.

„Wie geht wählen?“

Katho­li­sche Aka­de­mie CPH ver­öf­fent­licht Buch zur inklu­siv aus­ge­rich­te­ten poli­ti­schen Bildung

Mit Blick auf die anste­hen­de Bun­des­tags­wahl hat die Nürn­ber­ger Aka­de­mie Cari­tas-Pirck­hei­mer-Haus (CPH) einen neu­en Band der inklu­si­ven Buch­rei­he „Wie geht Demo­kra­tie?“ ver­öf­fent­licht. Das Buch trägt den Titel „Wie geht wählen?“.

Auf 103 Sei­ten ent­hält das Buch „Wie geht wäh­len?“ ver­schie­de­ne Bau­stei­ne, die dazu genutzt wer­den kön­nen, Men­schen mit Lern­schwie­rig­kei­ten auf leicht ver­ständ­li­che Wei­se den Wahl­pro­zess näher­zu­brin­gen. Der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick bezeich­ne­te die Publi­ka­ti­on als wich­ti­ges Werk­zeug zur För­de­rung der Par­ti­zi­pa­ti­on von Men­schen mit Behin­de­rung am gesell­schaft­li­chen Leben. „Um an Demo­kra­tie teil­zu­ha­ben und sei­ne Inter­es­sen in der Poli­tik ein­brin­gen zu kön­nen, benö­tigt es Ver­ständ­nis und Kom­pe­tenz. Das gilt für alle Bür­ge­rin­nen und Bür­ger, beson­ders für Men­schen mit Behin­de­rung“, so Schick.


Hil­fe­stel­lung zur Bun­des­tags­wahl für Men­schen in Vollbetreuung


Der Ver­öf­fent­li­chungs­zeit­punkt vor der Bun­des­tags­wahl im Sep­tem­ber sei ganz bewusst gewählt, ver­si­chert Dr. Doris Kathe­der, Co-Autorin des Buches und Lei­te­rin des Res­sorts Erinnerungsarbeit/​Menschenrechte/​Werte an der Aka­de­mie CPH. Aus ihrer Sicht ist das Wahl­jahr 2021 ein „his­to­ri­sches Jahr“, denn 2019 hat­te der Deut­sche Bun­des­tag beschlos­sen, dass zukünf­tig auch Men­schen in Voll­be­treu­ung wäh­len dür­fen. „Die­se kön­nen somit im Herbst 2021 zum ers­ten Mal in der Geschich­te der Bun­des­re­pu­blik an der Bun­des­tags­wahl teil­neh­men. Ein gro­ßer Schritt in Rich­tung umfas­sen­de Teil­ha­be am poli­ti­schen und öffent­li­chen Leben“, so Katheder.

Doch Wäh­len will gelernt sein. Nach­dem im ers­ten Band der Buch­rei­he, „Demo­kra­tie und ich“, bereits Grund­zü­ge der Demo­kra­tie und deren Ein­fluss auf die Lebens­wirk­lich­keit der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger behan­delt wur­den, fokus­siert sich der zwei­te Band auf den Wahl­pro­zess und alles, was es dabei zu beach­ten und zu wis­sen gilt. „Das Buch ver­sucht, die Fra­gen rund ums Wäh­len so kon­kret, umfas­send und bar­rie­re­frei wie mög­lich zu beant­wor­ten“, sagt Kathe­der. Es rich­te sich dabei an alle, die die gleich­be­rech­tig­te poli­ti­sche Teil­ha­be von Men­schen mit Lern­schwie­rig­kei­ten aktiv unter­stüt­zen möch­ten, „also in ers­ter Linie an Fach­kräf­te und Ehren­amt­li­che in Insti­tu­tio­nen der Behin­der­ten­hil­fe, der poli­ti­schen Bil­dung und der Men­schen­rechts­bil­dung.“ Zum Buch gehö­ren digi­ta­le und ana­lo­ge Arbeits­ma­te­ria­li­en mit denen Work­shops und Semi­na­re durch­ge­führt wer­den können.

Damit das auch rei­bungs­los funk­tio­niert, wur­den Buch und Bil­dungs­ma­te­ria­li­en in enger Zusam­men­ar­beit mit Men­schen mit Lern­schwie­rig­kei­ten ent­wi­ckelt. CPH-Mit­ar­bei­te­rin Bar­ba­ra Rei­ser hat bei­spiels­wei­se mit an den Bau­stei­nen der Lern­ein­hei­ten gefeilt und immer wie­der kri­tisch hin­ter­fragt: „Ver­ste­he ich das jetzt wirk­lich?“ Das End­ergeb­nis wur­de von capi­to Nord­bay­ern, dem Kom­pe­tenz-Zen­trum für Bar­rie­re­frei­heit der Rum­mels­ber­ger Dia­ko­nie, hin­sicht­lich Auf­bau, Ver­ständ­lich­keit, Dar­stel­lung und Durch­führ­bar­keit geprüft und für „sehr emp­feh­lens­wert“ befunden.

Lobens­wert und wich­tig fin­det der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick, dass sich die Aka­de­mie CPH – anders als ihr Name ver­mu­ten las­se – nicht nur Aka­de­mi­ke­rin­nen und Aka­de­mi­kern wid­met, son­dern sich auch mit Pro­jek­ten wie die­sem dafür ein­setzt, dass in der Gesell­schaft alle ihr Recht auf Teil­ha­be wahr­neh­men kön­nen. Als Jesus sag­te: „Ich bin gekom­men, damit sie das Leben haben und es in Fül­le haben“, habe er alle Men­schen gemeint, selbst­ver­ständ­lich auch Men­schen mit Behin­de­rung, ver­deut­licht der Erz­bi­schof. Leben in Fül­le bedeu­te Inklu­si­on und Par­ti­zi­pa­ti­on an allen Lebens­be­rei­chen, „den sozia­len, wirt­schaft­li­chen, kul­tu­rel­len, reli­giö­sen und natür­lich auch poli­ti­schen.“ Zu Letz­te­rem tra­ge die Publi­ka­ti­on bei.

Das Buch ist im ech­ter-Ver­lag erschie­nen und ab sofort im Buch­han­del erhält­lich. Die Arbeits­ma­te­ria­li­en kön­nen kos­ten­frei unter https://www.cph-nuernberg.de/projekte/wie-geht-demokratie abge­ru­fen wer­den. Dort kann man sich auch über Work­shops infor­mie­ren. Drei wei­te­re Bän­de der Rei­he „Wie geht Demo­kra­tie?“ sind in Pla­nung. Die Buch­rei­he ist ein Modell­pro­jekt der Arbeits­ge­mein­schaft katho­lisch-sozia­ler Bil­dungs­wer­ke in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land e.V. (AKSB), wel­ches durch das Bun­des­pro­gramm „Demo­kra­tie leben!“ geför­dert wird.

Auf dem Weg zur „Host Town“ 

Bam­berg bewirbt sich als Gast­ge­ber­stadt für die Spe­cial Olym­pics World Games 2023

Die Spe­cial Olym­pics World Games fin­den 2023 in Ber­lin und damit erst­mals in Deutsch­land statt. Nach ein­stim­mi­gem Beschluss des Stadt­ra­tes wird die Stadt Bam­berg sich nun als Host Town bewerben.

Die inter­na­tio­na­len Sport­le­rin­nen und Sport­ler der 170 Dele­ga­tio­nen sol­len in Deutsch­land auf eine beson­de­re Art will­kom­men gehei­ßen wer­den. In die­sem Zusam­men­hang fin­det das ein­zig­ar­ti­ge „Host Town-Pro­gramm“ statt. Jeder Dele­ga­ti­on wird eine Host Town zuge­wie­sen. Die Host Towns berei­ten einen vier­tä­gi­gen Auf­ent­halt der Dele­ga­ti­on vom 11. bis 14. Juni 2023 vor und gestal­ten dabei ein Pro­gramm nach ihren Vor­stel­lun­gen und loka­len Gegebenheiten.

Die Spe­cial Olym­pics World Games sind welt­weit die größ­te inklu­si­ve Sport­ver­an­stal­tung. Tau­sen­de Ath­le­tin­nen und Ath­le­ten mit geis­ti­ger und mehr­fa­cher Behin­de­rung tre­ten in 26 Sport­ar­ten mit­ein­an­der an. Dabei soll vor allem das Host Town-Pro­gramm für die Stär­kung von inklu­si­ven Struk­tu­ren und Netz­wer­ken in den Städ­ten sor­gen. „Die Bot­schaft der Spe­cial Olym­pics World Games ist von beson­de­rer Bedeu­tung. Eine so gro­ße inklu­si­ve Sport­ver­an­stal­tung ist ein­ma­lig. Das ist eine Chan­ce für die Stadt Bam­berg zu zei­gen: Wir sind eine Inklu­si­ons­stadt“, betont Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke die gesell­schaft­li­che Rele­vanz der Veranstaltung.

Ein Pro­jekt des För­der­krei­ses gool­kids e.V. zeigt deut­lich, dass Inklu­si­on im Sport in der Stadt Bam­berg schon gelebt wird. Der „Leit­fa­den für inklu­si­ven Sport in Bam­berg und der Regi­on“ des För­der­krei­ses bie­tet auf 15 Sei­ten einen Über­blick über inklu­si­ve Sport­ar­ten und Sport­ver­ei­ne, die für bar­rie­re­frei­en Sport offen sind. Neben den bereits bestehen­den Ange­bo­ten wird auch auf Ideen für neue inklu­si­ve Sport­an­ge­bo­te auf­merk­sam gemacht.


Spe­cial Olympics

Hin­ter den Spe­cial Olym­pics World Games steht die glo­ba­le Inklu­si­ons­be­we­gung Spe­cial Olym­pics. Die­se wur­de 1968 in den USA gegrün­det und ist heu­te mit mehr als fünf Mil­lio­nen Ath­le­tin­nen und Ath­le­ten in 174 Län­dern die welt­weit größ­te Sport­be­we­gung für Men­schen mit geis­ti­ger und mehr­fa­cher Behin­de­rung. Das Ziel der Bewe­gung ist es, die­ser Per­so­nen­grup­pe durch den Sport zu mehr Aner­ken­nung, Selbst­be­wusst­sein und Teil­ha­be an der Gesell­schaft zu verhelfen.

„Wenn nicht jetzt, wann dann?“ 

Bun­des­frei­wil­li­gen­dienst bei goolkids

„Spaß an der Arbeit mit Kin­dern und Jugend­li­chen hat­te ich schon immer“, betont Chris­ti­na Weiss, die zum Jah­res­an­fang beim För­der­kreis gool­kids ihre Tätig­keit als Bun­des­frei­wil­li­gen­dienst­leis­ten­de begann. Wir haben mit ihr und gool­kids-Initia­tor Robert Bartsch zurückgeblickt.

Wäh­rend der Schul­zeit war sie unter ande­rem als Tuto­rin für jün­ge­re Schü­le­rin­nen und Schü­ler tätig, hat im Feri­en­pro­gramm ihrer Hei­mat­stadt unter­stützt und in der Kir­chen­ge­mein­de als Kon­fir­man­den­be­treue­rin Aus­flü­ge und Grup­pen­ar­bei­ten betreut. Nach dem Stu­di­um hat sie ein Bun­des­frei­wil­li­gen­jahr absol­vie­ren wol­len, bei dem sie Sport mit Sozia­lem ver­bin­den kann. „Ich glau­be, dass es weni­ge, rich­tungs­wei­sen­de Ent­schei­dungs­punk­te im Leben gibt, an denen man erst­mal kom­plett frei und fle­xi­bel ist. Der Abschluss der Schu­le ist so ein Punkt, aber auch der Abschluss eines Stu­di­ums. Ich dach­te, ok, jetzt habe ich Zeit, etwas ganz ande­res zu machen und ande­re Erfah­run­gen zu sam­meln, also wenn nicht jetzt, wann dann? Die­se Zeit in ein sozia­les Pro­jekt mit Sport zu ste­cken erschien mir dop­pelt logisch – etwas Sinn­vol­les tun und eine Men­ge Spaß dabei haben.“

Aus der Forch­hei­mer Gegend war Chris­ti­na Weiss nach einem Dua­len Stu­di­um und einem Aus­lands­prak­ti­kum zum wei­te­ren Stu­di­um nach Regens­burg gezo­gen. Nach­dem die­ses mit dem Mas­ter erfolg­reich been­det war, stieß sie im Herbst ver­gan­ge­nen Jah­res auf die von gool­kids aus­ge­schrie­be­ne Stelle.


Geneh­mi­gung für zwei Budfi-Stellen

Die Ver­ant­wort­li­chen waren schon eini­ge Mona­te auf der Suche nach einer Nach­fol­ge für den schei­den­den Juli­us Rosi­wal, der bis Mit­te ver­gan­ge­nen Jah­res ers­ter Bun­des­frei­wil­li­gen­dienst­leis­ten­der über­haupt bei gool­kids war.

Wäh­rend er damals direkt von der Schu­le kam, vie­le büro­kra­ti­schen Hür­den erst genom­men wer­den muss­ten, taten sich bei­de Sei­ten dies­mal leich­ter als damals, als sowohl gool­kids als auch Rosi­wal Neu­land betre­ten hat­ten. „Mit abso­lu­ter Gewiss­heit ging es die­ses Mal leich­ter von der Hand. Lau­ras Vor­gän­ge­rin­nen hat­ten hier gute Vor­ar­beit geleis­tet, so dass der doch sehr büro­kra­ti­sche Vor­gang schnel­ler und locke­rer bewäl­tigt wer­den konn­te“, sagt Robert Bartsch. „Lau­ra“ – das ist Lau­ra Stel­zer, die für gool­kids als Sozi­al­ar­bei­te­rin tätig ist und die Pro­jekt­lei­tung für das Inklu­si­ons­pro­jekt ginaS innehat.

Für Chris­ti­na Weiss sieht Bartsch auch den Vor­teil, erst nach ihrem Stu­di­um als Buf­di ein­ge­stie­gen zu sein. „Dadurch gelingt es ihr auch in die­sen Zei­ten leich­ter, den Anschluss an die Pro­jek­te und Zie­le zu fin­den. Mensch­lich sehe ich kei­nen Unter­schied – am liebs­ten hät­ten wir ger­ne Bei­de und dau­er­haft bei uns.“ Mög­li­cher­wei­se geht sein Wunsch nach zwei Bun­des­frei­wil­li­gen­dienst­leis­ten­de in der Zukunft in Erfül­lung – denn der För­der­kreis ist wie­der auf der Suche. Und gool­kids hat die Geneh­mi­gung, zwei Bud­fi-Stel­len zu besetzen.


Digi­ta­les Inklu­si­ves Sport­fest in Planung

Momen­tan ist das gool­kids-Team dabei, die Sport­an­ge­bo­te als digi­ta­le Treffs auf­zu­bau­en und so gut es geht auch sport­li­che Ele­men­te zu inte­grie­ren. Zur wei­te­ren Moti­va­ti­on hat­te Chris­ti­na Weiss die Idee, solan­ge gemein­sa­mer Sport nicht mög­lich ist, unter dem Mot­to #mach­MITt­woch jeden Mitt­woch ein Video auf Insta­gram zu pos­ten, das Anre­gun­gen zu Sport und Bewe­gung bie­ten soll.

„Außer­dem unter­stüt­ze ich bei der Aktu­ell-Hal­tung von Home­page und Face­book-Sei­te. Zudem hel­fe ich, eine geplan­te Rei­he von Inklu­si­ons­ta­gen an Schu­len zu orga­ni­sie­ren, und es läuft die Pla­nung für das Sport­fest.“ Gemeint ist das inklu­si­ve Sport­fest, für des­sen Pla­nung sie ver­ant­wort­lich ist. Die­ses hät­te ver­gan­ge­nes Jahr Pre­mie­re fei­ern sol­len, was aller­dings Coro­na zum Opfer fiel. Auch in die­sem Jahr kann es nicht als phy­si­sche Ver­an­stal­tung statt­fin­den, statt­des­sen wird es digi­tal vonstattengehen.

„Die Kunst liegt auf jeden Fall dar­in, seit Coro­na stän­dig zwei­glei­sig zu fah­ren. Das heißt aber auch, dass nicht alle Ideen umge­setzt wer­den kön­nen“, so Robert Bartsch. „Nicht jede Sport­art kann so ohne wei­te­res inner­halb von Stun­den auf neue Vor­ga­ben umge­stellt wer­den. Auch den teil­neh­men­den Ver­ei­nen ist es nicht immer mög­lich, die Kon­takt­vor­ga­ben stän­dig neu zu jus­tie­ren; gera­de im Hin­blick auf Kon­takt­sport.“ Dank die­ser Weit­sicht kann nun das Inte­gra­ti­ve Sport­fest immer­hin eine vir­tu­el­le Pre­mie­re feiern.

Viel zu orga­ni­sie­ren – Chris­ti­na Weiss am Whiteboard

Orga­ni­sa­ti­on ist Alles! Home-Office jeder­zeit möglich

Opti­mal war der Start zu Jah­res­be­ginn auf­grund der Pan­de­mie nicht, doch alles hat gut geklappt und sich ein­ge­spielt, wie bei­de beto­nen. „Am Anfang war ich im Büro, zur Ein­füh­rung und bis tech­nisch alles ein­ge­rich­tet war. Jetzt bin ich die meis­te Zeit im Home­of­fice und die Abstim­mung geht über E‑Mail, Tele­fon, Whats­App und Online­mee­tings – eigent­lich genau­so wie im sons­ti­gen Leben der­zeit“, resü­miert Frau Weiss.

„gool­kids ist mitt­ler­wei­le so orga­ni­siert, dass jeder­zeit auch Home-Office mög­lich ist“, ergänzt Robert Bartsch. „Team­be­spre­chun­gen fin­den vor­wie­gend per Video-Chat statt und per­sön­li­che Bespre­chun­gen wären in den neu­en Räu­men auch mit gro­ßem Abstand ein Mal wöchent­lich machbar.“

Natür­lich seh­nen alle her­bei, dass es end­lich wie­der phy­si­sche Ver­an­stal­tun­gen gibt, die durch das vir­tu­el­le Inter­agie­ren nicht ersetzt wer­den kön­nen. „Wenn wir Spaß bei den vir­tu­el­len Tref­fen der Sport­an­ge­bo­te haben und ich eine Idee bekom­me, was für coo­le Sport­grup­pen da nor­ma­ler­wei­se zusam­men in der Hal­le, auf dem Feld oder im Stu­dio sporteln!“

Wäh­rend der Bun­des­frei­wil­li­gen-Zeit gilt es für die Frei­wil­li­gen, diver­se je eine Woche dau­ern­de Schu­lun­gen zu besu­chen. Auch die­se fan­den in die­sem Jahr vir­tu­ell statt. „Tat­säch­lich fand ich den Kon­takt und den Aus­tausch mit den ande­ren Bun­des­frei­wil­li­gen­dienst­leis­ten­den am span­nends­ten – das wäre natür­lich live noch coo­ler gewe­sen, hat aber eigent­lich auch so ganz gut geklappt“, betont Chris­ti­na Weiss. Neben dem Semi­nar zu poli­ti­scher Bil­dung fie­len in ihre Zeit noch drei wei­te­re unter den Mot­tos „Kom­pe­tenz“, „Abschluss“ und „Ver­tie­fung“.

Wenn sie zurück­schaut, was sie in der Zeit bei gool­kids Neu­es ler­nen konn­te, meint sie, sie habe wahr­schein­lich noch nie so haut­nah erlebt, dass adres­sa­ten­ge­rech­te Kom­mu­ni­ka­ti­on unfass­bar wich­tig sei, „schließ­lich ist das Haupt­ziel ja immer, die eige­ne Mes­sa­ge so zu ver­mit­teln, dass sie bei einer ande­ren Per­son auch genau­so ankommt. Vir­tu­ell ist das natür­lich nicht immer so leicht. Um hier noch dazu­zu­ler­nen, habe ich zum Bei­spiel auch ange­fan­gen, mich mit Leich­ter Spra­che zu beschäftigen.“

Release

Inklu­si­ve Band Slee­ping Ann ver­öf­fent­licht ers­te EP „Wege“

Die acht Musi­ke­rIn­nen der Bam­ber­ger Band Slee­ping Ann zei­gen schon seit Jah­ren, wie inklu­siv Musik sein kann. Die Band ist eine von ins­ge­samt sechs Kul­tur­grup­pen der Inklu­si­ven Kul­tur­werk­statt der Offe­nen Behin­der­ten­ar­beit der Lebens­hil­fe Bam­berg. Nun steht mit der EP „Wege“ am mor­gi­gen Frei­tag der ers­te eige­ne Release an.

Die drei abwechs­lungs­rei­chen Eigen­kom­po­si­tio­nen, wel­che sti­lis­tisch alle­samt als deutsch­spra­chi­ger Pop-Rock beschrie­ben wer­den kön­nen, wur­den größ­ten­teils live in der Turn­hal­le der Bert­hold-Schar­fen­berg-Schu­le ein­ge­spielt und auf­ge­nom­men. Ver­ant­wort­lich für Auf­nah­me, Mix und Pro­duk­ti­on der Songs war Alex­an­der Dra­bold, wel­cher unter ande­rem schon mit Bands wie J.B.O. oder Fiddler’s Green gear­bei­tet hat. Ermög­licht wur­de dies durch die groß­zü­gi­ge finan­zi­el­le Unter­stüt­zung des Rota­ry Club Bamberg-Domreiter.

Die Band nimmt die Hörer­schaft mit auf eine musi­ka­li­sche Rei­se, inner­halb wel­cher The­men wie die Selbst­ori­en­tie­rung, das Zusam­men­le­ben in einer Gesell­schaft und die zwi­schen­mensch­li­che Bezie­hung durch die eige­ne Bril­le mal fröh­lich-frech, mal melan­cho­lisch-gefühl­voll betrach­tet und hin­ter­fragt werden. 

Der Ope­ner „Auf mein Herz hören“ lei­tet das Album mit ruhi­gen, pop­pi­gen Klän­gen und mehr­stim­mi­gem Gesang ein. Im zwei­ten Titel der Plat­te „Hier bin ich“ wird dem Taten­drang, der Lebens­freu­de und der Ener­gie der Band­mit­glie­der ein Ven­til gege­ben. Ihre ers­te Ver­öf­fent­li­chung beschlie­ßen die Musi­ker mit „Anein­an­der vor­bei“. Der Song führt die bei­den vor­he­ri­gen Stü­cke zusam­men und lädt das Publi­kum zum Mit­klat­schen, Sin­gen und Tan­zen ein, ohne dabei den nach­denk­li­chen Grund­cha­rak­ter zu verlieren.

„Wege“ ist ab Frei­tag, dem 30. April, digi­tal auf allen gän­gi­gen Strea­ming-Platt­for­men und in sämt­li­chen Online-Shops wie Spo­ti­fy, Apple, Ama­zon, You­Tube et cete­ra erhält­lich. Somit steht dem Tanz in den Mai nichts mehr im „Wege“.

Wei­te­re Informationen 

https://www.kufa-bamberg.de/

Das Jahr im Schnelldurchlauf

9 Fra­gen, 9 Ant­wor­ten mit Robert Bartsch

Der För­der­kreis gool­kids, der sich um Inklu­si­on und Inte­gra­ti­on küm­mert, ist mitt­ler­wei­le fünf Jah­re alt. In der Serie „Das Jahr im Schnell­durch­lauf” las­sen wir heu­te Robert Bartsch, den Initia­tor der Bam­ber­ger Orga­ni­sa­ti­on, auf 2020 zurück­bli­cken und einen Aus­blick in das kom­men­de Jahr wagen.
Herr Bartsch, das Jahr 2020 war geprägt von der Coro­na-Pan­de­mie. Wenn sie so kurz vor dem Jah­res­wech­sel zurück­bli­cken: Was neh­men Sie als Fazit aus die­sem Jahr mit?

Wir dür­fen uns nie sicher sein, dass Gesund­heit eine Selbst­ver­ständ­lich­keit ist. Die Kri­se hat mir gezeigt, wer die ech­ten Freun­de sind und wie sie sich in sol­chen Zei­ten verhalten.

Was war das Schlimms­te für Sie an die­sem Jahr?

Die Erkennt­nis, dass die Gesell­schaft mehr und mehr von Ego­is­mus geprägt wird. In der Kri­se wur­den eher Kon­fron­ta­ti­on und Streit statt ein MIT­ein­an­der gesucht. Men­schen am Rand der Gesell­schaft wur­den noch mehr igno­riert und beson­ders unse­re Schütz­lin­ge bei gool­kids hatten/​haben extrem stark mit der Aus­gren­zung zu kämpfen.

Wenn Ihnen vor dem Lock­down im Früh­jahr gesagt wor­den wäre wie sich die Situa­ti­on zum Ende des Jah­res dar­stellt, wann und wie hät­ten Sie seit­dem anders gehan­delt als Sie es getan haben?

Viel­leicht hät­ten ich bezie­hungs­wei­se unser Team noch inten­si­ver auf digi­ta­le Ange­bo­te für Trai­ning im eige­nen Zuhau­se set­zen sol­len? Aber gene­rell hat­ten auch wir sehr viel mit der aku­ten Ver­sor­gung oder per­sön­li­chen Betreu­ung unse­rer Mit­men­schen zu tun. Ein­kaufs­ser­vice oder Gesprächs­zei­ten per Telefon/​Video waren so wich­tig für sie, um sich nicht gänz­lich abge­hängt zu fühlen.

Wenn Sie eine posi­ti­ve Sache aus die­sem Jahr her­aus­stel­len möch­ten, wel­che wäre das?

Es gab eine extrem gro­ße Wel­le der Hilfs­be­reit­schaft; sogar mehr als Hil­fen ange­fragt wur­den. Das Schö­ne dar­an, bei all den tol­len Hel­fern und Hilfs­an­ge­bo­ten war es leicht, die Hass­pre­di­ger und Lüg­ner zu igno­rie­ren. Es war viel leich­ter oder es gelang frü­her, die Guten unter den Men­schen zu erken­nen. Wir waren und wir sind mehr!

Auch Weih­nach­ten wird für die meis­ten Men­schen anders statt­fin­den als in den Jah­ren zuvor. Wie ver­brin­gen Sie das Fest?

Da ich kei­ne Fami­lie habe, muss (darf?) ich das Fest allei­ne ver­brin­gen. Ich nut­ze die Zeit, all die schö­nen Bil­der aus den weni­gen Begeg­nun­gen mit unse­ren Freun­den in den Pro­jek­ten von 2020 ins Gedächt­nis zu rufen. Ich genie­ße die wun­der­ba­ren Stun­den noch ein­mal und gön­ne mir dabei lecke­re Weih­nachts­ge­schen­ke, die ich von sehr guten Freun­den bekom­men habe.

Auf­grund der Erfah­run­gen in die­sem Jahr: Wie ver­än­dert sich der pri­va­te Robert Bartsch und wie sei­ne Arbeits­wei­se für die Zukunft?

Der pri­va­te Mensch wird noch mehr an sei­nen Stär­ken arbei­ten. Sie haben mich durch die Kri­se geführt und gezeigt, dass Mensch­lich­keit ein Geschenk ist, das man pfle­gen darf. Für die Arbeit bedeu­tet das kaum Unter­schie­de, weil mir die Zie­le schon immer mehr bedeu­tet haben als kurz­fris­ti­ges Schul­ter­klop­fen. Viel­leicht wer­de ich sie noch inten­si­ver ver­fol­gen als bisher?

Was berei­tet Ihnen Sor­gen im Hin­blick auf das neue Jahr?

In Wahr­heit der Gedan­ke, dass die Hass­re­den und Ver­schwö­rungs­mär­chen noch unge­hemm­ter und noch düm­mer wer­den. Dass sich die schlei­chen­de Spal­tung wei­ter fort­setzt, weil die Bewäl­ti­gung der Pan­de­mie nicht im Sin­ne der ego­is­ti­schen Moti­ve die­ser Leer(nicht)denker geschafft wer­den kann. Noch mehr Sor­gen berei­tet mir die Poli­tik mit ihren zuneh­mend popu­lis­ti­schen statt weit bli­cken­den Pau­schal-Ent­schei­dun­gen. Man ist zu faul, oder sind es Lob­by­in­ter­es­sen, die Mög­lich­kei­ten von Maß­nah­men dif­fe­ren­zier­ter ein­zu­set­zen. Es wird immer nur über den Kamm geschert, kos­te es (Steu­er­gel­der und Plei­ten) was es wol­le. Dies führt zu einer Ent­frem­dung, die durch nichts mehr repa­riert wer­den kann. Die Wah­len wer­den es hof­fent­lich den „Köni­gen“ die­ses Lan­des zeigen.

Wel­che Wün­sche haben Sie für das neue Jahr?

Gesund­heit! Was sonst ist wich­tig für uns? Mehr MIT­ein­an­der, wenig Ego­is­mus, weni­ger Streit und vor allem, mehr Weit­sicht bei Poli­ti­kern und bei den Men­schen selbst. Dann gelingt es schon bald wie­der, gemein­sam in unse­ren Pro­jek­ten das Leben und den Sport zu genie­ßen. Neue Begeg­nun­gen braucht das Land.

Was macht Ihnen Mut für das neue Jahr?

Schlech­te Zei­ten machen uns bewusst, wie wert­voll das Leben ist. Doch schlech­te Zei­ten sind nie von Dau­er. Ich ver­traue dar­auf, dass sich das Pen­del wie­der in die bes­se­re Rich­tung dreht. Es gab sogar in schwe­ren Tagen neue Begeg­nun­gen, die für die guten Zei­ten rich­ti­ge Lebens­freu­de versprechen.

För­der­ver­ein goolkids 

Bene­fiz-Golf­tur­nier zuguns­ten von Inte­gra­ti­on und Inklusion

Men­schen durch Sport zu ver­bin­den! Das ist der Leit­ge­dan­ke, den der För­der­ver­ein gool­kids ver­folgt. Ob klein oder groß, mit oder ohne Behin­de­rung, wel­cher Nati­on oder Reli­gi­on auch immer sie ange­hö­ren, bei gool­kids geht es um das Mit­ein­an­der, oder in der gool­kids-Schreib­wei­se MIT­ein­an­der. Im Okto­ber fand zum zwei­ten Mal das „BKM-Man­nes­mann-Bene­fiz-Golf­tur­nier“ auf der Golf­an­la­ge Gut Lei­mers­hof statt, das dazu die­nen soll­te, auf den För­der­kreis gool­kids und des­sen Pro­jekt ginaS auf­merk­sam zu machen und des­sen Erlös deren Pro­jek­ten zukam. Robert Bartsch, der Initia­tor von gool­kids, und Lau­ra Stel­zer, die Pro­jekt­lei­te­rin von ginaS, blick­ten für uns zurück auf die Veranstaltung.

Im ver­gan­ge­nen Jahr kam Bene­dikt Zeng­lein von der Golf­an­la­ge Gut Lei­mers­hof auf Robert Bartsch zu und schlug vor, ein Bene­fiz-Golf­tur­nier auf die Bei­ne zu stel­len. „Die Idee dahin­ter war es, gemäß dem Wunsch vie­ler Akteu­re, den Golf­sport und sei­ne Anla­gen etwas offe­ner für die Bevöl­ke­rung zu hal­ten, um zu zei­gen, dass Golf nicht immer nur eli­tär sein muss. Die­se Idee ver­band man mit dem Wunsch, dabei auch etwas Gutes für gool­kids zu tun“, erin­nert sich Herr Bartsch. Gesagt, getan, die Pre­mie­ren­ver­an­stal­tung zeig­te den gewünsch­ten Erfolg. Nach dem Gol­fen inklu­si­ve Rah­men­pro­gramm gab es ein gemüt­li­ches Bei­sam­men­sein umrahmt von Show­gril­len und Musik.

Im Zuge der Coro­na-Pan­de­mie stand die dies­jäh­ri­ge zwei­te Auf­la­ge unter beson­de­ren Vor­zei­chen. Nach dem Lock­down im Früh­jahr war die Pla­nung schwie­rig. Dem­entspre­chend war zunächst das Prin­zip Hoff­nung vor­herr­schend, wie Lau­ra Stel­zer betont. „Ein Bene­fiz­tag soll­te ja nicht nur den Gol­fern, son­dern auch den Besu­chern Spaß machen. Dies schien im Früh­jahr noch undenk­bar. Wir muss­ten dann den Ter­min um drei Mona­te nach hin­ten ver­le­gen. Aber für uns war es wich­tig, den­noch ein Pro­jekt die­ses Jahr statt­fin­den zu lassen.“ 

Gün­ter Lückemei­er (links) von Haupt­spon­sor BKM-Man­nes­mann und Bene­dikt Zeng­lein von der Golf­an­la­ge Gut Lei­mers­hof nah­men gemein­sam die Sie­ger­eh­rung vor

Gol­fen sehr gut, Rah­men­pro­gramm regen­be­dingt nur ein­ge­schränkt möglich 

Um die Hygie­ne­maß­nah­men ein­zu­hal­ten, wur­de im Ver­gleich zum Vor­jahr Per­so­nal auf­ge­stockt. „Wir brauch­ten Kenn­zeich­nun­gen für Weg­ab­läu­fe, Mas­ken­pflicht, Abstand hal­ten und Gäs­te­re­gis­trie­rung am Ein­gang. All dies ist ja aktu­ell gang und gäbe. Dadurch, dass das Golf­tur­nier im Außen­be­reich statt­fand, konn­te jedoch dar­auf gut geach­tet wer­den“, so Herr Bartsch. Da dies­mal das Tur­nier erst im Herbst statt­fand, wur­de ein Zelt auf­ge­baut, das vom Haupt­spon­sor der Ver­an­stal­tung orga­ni­siert wur­de, Heiz­pil­ze und war­me Geträn­ke hal­fen zusätzlich.

„Kom­men denn auch wirk­lich alle gemel­de­ten Spie­ler? Und kom­men über­haupt Gäs­te mit Kin­dern?“ Die­se Fra­gen gin­gen Herrn Bartsch durch den Kopf, als er am Sams­tag­mor­gen bei leich­tem Regen von Bam­berg gen Lei­mers­hof fuhr. Und letz­ten Endes unter­schei­det er beim Resu­mee. „Golf lief sehr gut. Bei der Zahl der akti­ven Gol­fer wur­den wir sogar sehr posi­tiv über­rascht. Trotz schlech­ten Wet­ters gab es deut­lich mehr Akti­ve als Vor­anmel­dun­gen. Was die Infor­ma­ti­on über unse­re Pro­jek­te betrifft, so waren per­sön­li­che Gesprä­che lei­der nur begrenzt durch­führ­bar. Da fehl­ten uns die Begeg­nun­gen in klei­nen Grup­pen. Wir hät­ten auch ger­ne mehr Kin­der mit Fami­li­en sowie Men­schen mit Behin­de­rung ange­spro­chen, um mit­ein­an­der einen schö­nen Tag zu erle­ben. Lei­der war uns dies durch die aktu­el­le Lage nicht mög­lich.“
Dies ist beson­ders scha­de, weil gool­kids dies­mal im Ver­gleich zur Pre­mie­re für ein Kin­der­pro­gramm in Form einer Spie­le­wie­se mit vie­len kos­ten­lo­sen Aktio­nen sowie für Begeg­nungs­or­te für Men­schen mit Behin­de­rung gesorgt hatte.

Ins­ge­samt zei­gen sich die Ver­ant­wort­lich jedoch sehr zufrie­den, nicht nur wegen des hohen zusam­men­ge­kom­me­nen Erlö­ses. „Zu sehen, wie trotz der schlech­ten Wet­ter­la­ge so vie­le Gol­fer Spaß hat­ten und den Tag genie­ßen konn­ten“ sei sein per­sön­li­ches High­light an die­sem Tag gewe­sen, so Robert Bartsch.

Aktu­ell trei­ben den För­der­ver­ein Fra­gen um, wie er trotz der aktu­el­len Situa­ti­on wei­ter­hin für sei­ne Schütz­lin­ge da sein kann, ob Pro­jek­te gestar­tet wer­den kön­nen, in Klein­grup­pen oder sogar digi­tal, und wel­che Hilfs­an­ge­bo­te mög­lich sind bei einem Weih­nach­ten unter Distanz­re­geln. „Zusätz­lich haben wir bei ginaS eine neue bar­rie­re­freie Web­site ent­wi­ckelt, die für mehr Infor­ma­ti­ons­aus­tausch unter­ein­an­der sor­gen soll“, berich­tet Lau­ra Stelzer.

Und auch einen Ter­min für das drit­te Bene­fiz­golf­tur­nier gibt es bereits. „Es gibt eine Neu­auf­la­ge, die schon für den 12. Juni kom­men­den Jah­res fest­ge­legt wur­de“, so Lau­ra Stel­zer. „Wir hof­fen auf einen son­ni­gen Tag, mehr Begeg­nun­gen, ein ein­ge­dämm­tes Coro­na und vie­le freu­di­ge Gesich­ter, die nicht nur auf dem Golf­platz zu sehen sind.”

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen rund um ginaS unter http://www.ginas.net

Crowd­fun­ding für Sportrollstühle

För­der­kreis goolkids

Der För­der­kreis gool­kids setzt sich für die gesell­schaft­li­che Inklu­si­on von sozi­al benach­tei­lig­ten Kin­dern und Jugend­li­chen sowie Men­schen mit Behin­de­rung durch Sport­an­ge­bo­te ein. Mit­te Sep­tem­ber star­te­te der Ver­ein um Pro­jekt­lei­te­rin Lau­ra Stel­zer und Grün­der Robert Bartsch mit einer Crowd­fun­ding-Kam­pa­gne sein neu­es­tes Pro­jekt. Ziel war es, 15.000 Euro ein­zu­neh­men, um zusam­men mit bereits aus För­der­mit­teln und Spen­den akqui­rier­ten 25.000 Euro Sport­roll­stüh­le anzu­schaf­fen. Die­se sol­len der ört­li­chen Unter­stüt­zung und Ver­brei­tung des Roll­stuhl­sports, vor allem des Roll­stuhl­bas­ket­balls, die­nen. Mit­te Okto­ber ende­te die Spen­den­frist – 15.861 Euro waren ein­ge­nom­men. Robert Bartsch, mit dem wir über die Kam­pa­gne gespro­chen haben, und sein Team muss­ten aber bis zum Schluss zittern.
Herr Bartsch, wie kam die Idee, das Inklu­si­ons­an­ge­bot von gool­kids durch die Crowd­fun­ding-Kam­pa­gne um das Ange­bot des Roll­stuhl­sports zu erwei­tern, zustande?

Robert Bartsch: Unser Vor­stands­mit­glied Wolf­gang Heyder ent­wi­ckel­te die Idee auf­grund sei­ner Zeit bei den Pro­fi­bas­ket­bal­lern in Erfurt. Dort funk­tio­niert die Sym­bio­se zwi­schen Bas­ket­bal­lern und Roll­stuhl­bas­ket­bal­lern per­fekt. Sie fei­ern mit­ein­an­der, ver­an­stal­ten zusam­men Aktio­nen und ken­nen außer auf dem Spiel­feld kei­ne gro­ßen Unter­schie­de inner­halb des Ver­eins­le­bens. Davon war Wolf­gang so begeis­tert, dass er eine die­ser Aktio­nen der Rockets, näm­lich einen Sport­roll­stuhl-Inklu­si­ons­tag, nach Bam­berg brin­gen woll­te. Mit gool­kids konn­te er begeis­ter­te Beglei­ter für die Idee ins Boot holen.

Um was han­delt es sich beim Inklusionstag?

Robert Bartsch: Dabei lädt gool­kids die dafür neu ange­schaff­ten Sport­roll­stüh­le in einen eben­falls neu­en Trans­por­ter und besucht zusam­men mit einem pro­fes­sio­nel­len Roll­stuhl­bas­ket­ball­team eine Schu­le – der geplan­te Kick­off ist im Janu­ar 2021 in Hirschaid, um den Jugend­li­chen auf spie­le­ri­sche Art und Wei­se Ein­bli­cke in den Roll­stuhl­sport und ins all­täg­li­che Leben eines Men­schen, der im Roll­stuhl sitzt, zu ermög­li­chen. Eigent­lich hät­te der Start des Pro­jek­tes schon die­ses Jahr statt­fin­den sol­len, aber wegen der Pan­de­mie haben wir ihn aufs nächs­te Jahr ver­scho­ben. Das über­ge­ord­ne­te Ziel des Inklu­si­ons­ta­ges ist es, ihn ein­mal in jedem baye­ri­schen Regie­rungs­be­zirk statt­fin­den zu lassen.

Was wer­den Sie bis dahin mit den neu­en Sport­roll­stüh­len machen?

Robert Bartsch: Grund­sätz­lich wol­len wir den Gedan­ken der Inklu­si­on im und durch Sport in die Gesell­schaft tra­gen, indem wir die Sport­roll­stüh­le an Ver­ei­ne, Ver­bän­de, Uni­ver­si­tä­ten, Schu­len und Unter­neh­men ver­lei­hen und die­se dazu brin­gen, neue Inklu­si­ons­sport­grup­pen zu grün­den. Sport­ar­ten, die sich dafür anbie­ten sind bei­spiel­wei­se Bas­ket­ball, Hand­ball, Vol­ley­ball oder auch Tennis.

Wor­in besteht der Unter­schied zwi­schen einem Sport­roll­stuhl und einem her­kömm­li­chen Rollstuhl?

Robert Bartsch: Ein­mal sind Sport­roll­stüh­le kei­ne Seri­en­pro­duk­te und mit einem Preis von etwa 2.000 Euro pro Stück deut­lich teu­rer als nor­ma­le Roll­stüh­le. Dann sind die Räder eines Sport­roll­stuhls nicht ver­ti­kal, son­dern leicht schräg nach außen gerich­tet ange­bracht. Die­se schrä­ge Rad­auf­hän­gung ermög­licht schnel­le­re Wen­de­ma­nö­ver, fes­te­ren Stand und mini­miert die Ver­let­zungs­ge­fahr beim Sport. Außer­dem sind Sport­roll­stüh­le höhe­ren Belas­tun­gen und viel mehr Zusam­men­stö­ßen aus­ge­setzt und dar­um deut­lich sta­bi­ler gebaut.

Das Ende der Crowd­fun­ding-Kam­pa­gne war für Mon­tag, den 12. Okto­ber, ange­setzt. Sie haben mit 15.861 Euro sogar ein biss­chen mehr als ange­peilt ein­ge­nom­men. Hat es sich schon früh abge­zeich­net, dass Sie das Geld zusam­men­be­kom­men wer­den oder muss­ten Sie bis zum Ende der Frist zittern?

Robert Bartsch: Oh ja, es war span­nend bis zum Schluss! Am Sonn­tag, dem vor­letz­ten Tag der Kam­pa­gne, haben noch etwa 1.200 Euro gefehlt. Am Tag dar­auf, am Mon­tag­nach­mit­tag, waren es noch etwa 600 Euro. Wir hat­ten Zusa­gen, dass ver­schie­de­ne Geld­be­trä­ge noch ein­ge­hen wür­den, aber auf unse­rem Kon­to war die­se eben noch nicht ange­kom­men. Dann ging das Tele­fo­nie­ren natür­lich erst so rich­tig los. Um 20 Uhr, dem Ende der Frist, war alles gut und wir hat­ten sogar noch ein biss­chen mehr eingenommen.

Was hät­ten Sie gemacht, wenn Sie die Sum­me am Ende des letz­ten Crowd­fun­ding-Tages nicht zusam­men­be­kom­men gehabt hätten?

Robert Bartsch: Wir haben ja noch Freun­de im Hin­ter­grund. Eine die­ser Per­so­nen hat­te uns zuge­si­chert, wenn uns weni­ge Stun­den vor Fris­ten­de noch eine Sum­me fehlt, die­sen Betrag per Schnell­über­wei­sung bei­zu­steu­ern. Aber das war nicht nötig und es war eine rie­si­ge Erleich­te­rung und Freu­de und vor allem eine rie­si­ge Vor­freu­de, dass das Roll­stuhl­pro­jekt jetzt los­ge­hen kann. An die­ser Stel­le wol­len wir uns herz­lich bei allen Unter­stüt­zern bedan­ken, die mit uns mit­ge­fie­bert haben und es uns ermög­licht haben, die­ses tol­le Pro­jekt umzusetzen.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen unter: 

www.goolkids.de

Sport­li­che Inklusion

Sen­si­bi­li­sie­rung durch Sportrollstühle

Inte­gra­ti­on und Inklu­si­on von Men­schen mit Behin­de­rung sind Begrif­fe, die immer mehr ins gesell­schaft­li­che Bewusst­sein drin­gen. Trotz­dem gibt es, was die Chan­cen­gleich­heit von Men­schen mit und ohne Behin­de­rung angeht, noch gro­ße Unter­schie­de. Der För­der­kreis gool­kids setzt sich seit meh­re­ren Jah­ren für die Inklu­si­on auf sport­li­chem Wege und eine gesell­schaft­li­che Sen­si­bi­li­sie­rung für das The­ma ein. Mit ihrem neu­es­ten Pro­jekt möch­te die Initia­ti­ve Sport­roll­stüh­le kau­fen, um eine Begeg­nungs­mög­lich­keit für Men­schen mit und ohne Behin­de­rung zu schaffen.
Günther Vogel vom Rollstuhlbasketball BSV Bayern erklärt Sportrollstühle
Gün­ther Vogel vom Roll­stuhl­bas­ket­ball BSV Bay­ern erklärt Sportrollstühle

Anhand eige­ner, neu ange­schaff­ter Sport­roll­stüh­le und Koope­ra­tio­nen mit ver­schie­de­nen Insti­tu­tio­nen oder Orga­ni­sa­tio­nen möch­te gool­kids gemisch­te Sport­grup­pen ent­ste­hen las­sen und den Gedan­ken der Inklu­si­on im und durch den Sport in die Gesell­schaft tra­gen und Per­spek­tiv­wech­sel ermöglichen.

Ins­ge­samt möch­te gool­kids 12 Sport­roll­stüh­le und einen Anhän­ger für den Trans­port kau­fen. Die Sport­roll­stüh­le sol­len auf Anfra­ge Sport­ver­ei­nen, Schu­len oder Fir­men über­las­sen wer­den, um die­sen die Mög­lich­keit zu bie­ten, ihre Sport­le­rIn­nen, Mit­glie­der, Schü­le­rIn­nen oder Teil­neh­me­rIn­nen durch gemein­sa­me sport­li­che Akti­vi­tä­ten im Sport­roll­stuhl für den Gedan­ken der Inklu­si­on zu sensibilisieren.

Die Kos­ten des Pro­jekts sind auf 40.000 Euro ver­an­schlagt. 25.000 Euro konn­ten die Ver­ant­wort­li­chen bereits aus Zuwen­dun­gen loka­ler Stif­tun­gen gene­rie­ren. Um die ver­blei­ben­den 15.000 ein­zu­sam­meln, wur­de nun eine Crowd­fun­ding-Kam­pa­gne gestartet.

Ab dem 21. Sep­tem­ber und bis zum 11. Okto­ber kann unter www.toyota-crowd.de/goolkidss gespen­det wer­den. Soll­te die Sum­me von 15.000 Euro nach Ablauf der Frist nicht ein­ge­nom­men sein, gehen alle Zah­lun­gen an die Spen­de­rin­nen und Spen­der zurück.

5 Jah­re Ein­satz für mehr Teil­ha­be im Sport

5 Jah­re goolkids

Am heu­ti­gen Mitt­woch fei­ert der För­der­kreis gool­kids sei­nen 5. Geburts­tag. Seit 24. Juni 2015 setzt sich der gemein­nüt­zi­ge Ver­ein für mehr Teil­ha­be benach­tei­lig­ter Jugend­li­cher ein.

„Aus einer Visi­on eta­blier­te sich ein sta­bi­les Netz­werk, in wel­chem wir mit vie­len tol­len Mit­strei­tern nicht nur Hil­fe leis­ten, son­dern auch zahl­rei­che eige­ne Pro­jek­te und Ange­bo­te umset­zen konn­ten“, sagt Pro­jekt­lei­ter Robert Bartsch über die Ent­wick­lung der Initia­ti­ve gool­kids. Bis zu die­sem Zwi­schen­fa­zit gab es für das Team von gool­kids jedoch auch eini­ge Hür­den zu nehmen.

Der Traum des Bam­ber­gers Bartsch nahm bereits wäh­rend der Fuß­ball-Welt­meis­ter­schaft 2014 Gestalt an, als er mit einem ehe­ma­li­gen Arbeits­kol­le­gen in Para­gu­ay chat­te­te und die Idee von gool­kids gebo­ren wur­de. Es folg­te die Suche nach geeig­ne­ten Mit­strei­te­rin­nen und Mit­strei­tern, ehe der ers­te Gra­tis-Basar oder die ers­ten Sam­mel­bo­xen ange­schafft und die ers­ten Sport­le­rin­nen und Sport­ler mit Klei­dung und Schu­hen aus­ge­stat­tet wer­den konn­ten. „Wir wün­schen uns, dass jeder Mensch unge­ach­tet sei­ner sozia­len Her­kunft oder behin­de­rungs­be­ding­ten Ein­schrän­kung die Mög­lich­keit hat, sich nach sei­ner Wahl sport­lich zu entfalten.“

Ein Bene­fiz­spiel zwi­schen dem FC Ein­tracht Bam­berg 2010 und der SpVgg Bay­reuth war der öffent­li­che Start­schuss von gool­kids und sorg­te auch über­re­gio­nal für Auf­se­hen, ehe die Bemü­hun­gen des Ver­eins durch die aller­ers­te finan­zi­el­le Unter­stüt­zung der Fir­ma „Pflaum Logis­tik“ rich­tig Fahrt auf­neh­men konnten.

„Unser herz­lichs­ter Dank gilt aber allen klei­nen und gro­ßen För­de­rern, die unse­re rasan­te Ent­wick­lung mit ihrer Unter­stüt­zung so nach­hal­tig ermög­licht haben“, sagt Robert Bartsch. Ein Men­schen­ki­cker-Tur­nier auf dem Max­platz war die ers­te eige­ne Akti­on des För­der­krei­ses. Die Wich­tig­keit der Gemein­schaft zeigt sich eben­falls in Form der Sport­ga­la, in deren Rah­men auf Ein­la­dung der gool­kids seit 2016 jähr­lich rund 300 Per­so­nen aus Poli­tik, Wirt­schaft, Sport und Gesell­schaft zusam­men­kom­men, um die bes­ten Fuß­ball­spie­ler und Fuß­ball-Funk­tio­nä­re zu ehren.

In Anwe­sen­heit pro­mi­nen­ter Gäs­te, wie zum Bei­spiel des ehe­ma­li­gen Fuß­ball-Natio­nal­spie­lers Ste­fan Kieß­ling, der den För­der­kreis mitt­ler­wei­le auch als Bot­schaf­ter reprä­sen­tiert, oder des Fuß­ball-Leh­rers Hans Mey­er, der den 1. FC Nürn­berg im Jahr 2007 zum DFB-Pokal­sieg führ­te, gelang es, einen gro­ßen Bau­stein zur Finan­zie­rung eige­ner Pro­jek­te auf die Bei­ne zu stel­len. „Im Mit­tel­punkt steht für uns der ein­zel­ne Mensch, wobei wir nur als Ver­mitt­ler auf­tre­ten, um die Stär­ken aller betei­lig­ten Akteu­re zur Gel­tung zu brin­gen“, so Bartsch.

ginaS – gool­kids inte­griert natür­lich alle Sportler

Im Zen­trum die­ser Bestre­bung steht inzwi­schen das Pro­jekt „ginaS – gool­kids inte­griert natür­lich alle Sport­ler“. Ange­fan­gen beim jähr­li­chen MIT­ein­an­der-Cup, über einen wöchent­li­chen Lauf­treff, bis hin zur ers­ten Bam­ber­ger Fuß­ball-Inklu­si­ons­mann­schaft unter dem Dach des FV 1912 Bam­berg, hat sich gool­kids dabei der Inklu­si­on im und durch Sport verschrieben.

Ein Ziel, wel­ches durch gemein­sa­me Besu­che von Men­schen mit und ohne Behin­de­rung im Fit­ness­stu­dio schon vor­bild­haft erreicht wur­de, da eini­ge Sport­ler mitt­ler­wei­le auch bereits allei­ne wei­ter trai­nie­ren. Dank der neu­en Pro­jekt­lei­te­rin von ginaS, Lau­ra Stel­zer, wird sich rund um die Sport­in­k­lu­si­on auch zukünf­tig eini­ges bewe­gen lassen.

„Vie­le unse­rer heu­ti­gen Pro­jekt­part­ner konn­ten wir über die Aus­schrei­bung des gool­kids-För­der­prei­ses, den wir jähr­lich im Rah­men unse­rer Sport­ga­la ver­ge­ben, für eine Koope­ra­ti­on gewin­nen“.  Robert Bartsch ist der Aspekt des Von- und Mit­ein­an­der­ler­nens beson­ders wichtig.

Die Sym­bio­se von Poli­tik, Wirt­schaft, Sport und Behin­der­ten­hil­fe ist sicher­lich ein wei­te­rer Trumpf des För­der­krei­ses gool­kids. Gool­kids konn­te bereits bun­des­weit mit diver­sen gleich­ge­sinn­ten Initia­ti­ven ein Netz­werk auf­bau­en. Schon in naher Zukunft wird das The­ma Roll­stuhl­sport eine grö­ße­re Auf­merk­sam­keit bekom­men und dafür sor­gen, noch mehr Bar­rie­re­frei­heit in die Welt des Sports zu tragen.

För­der­kreis gool­kids e.V.

Zoll­ner­stra­ße 26

Tele­fon: 0951 3090 0992

www.goolkids.de