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Innenstädte

Ein­kaufs­näch­te und ver­kaufs­of­fe­ne Sonntage

City­ma­na­ger for­dern neue Rege­lun­gen zur Bele­bung baye­ri­scher Innenstädte

Der Berufs­ver­band City- und Stadt­mar­ke­ting Bay­ern begrüßt ein Eck­punk­te­pa­pier des Baye­ri­schen Kabi­netts zur Ein­füh­rung eines neu­en Laden­schluss­ge­set­zes. Die­ses soll vita­le­re und attrak­ti­ve­re Innen­städ­te ermög­li­chen. Trotz­dem for­dert der Ver­band zusätz­li­che Anpas­sun­gen, um die Innen­städ­te in Bay­ern nach­hal­tig leben­dig zu halten.

Im Zen­trum der For­de­run­gen des Berufs­ver­band City- und Stadt­mar­ke­ting Bay­ern (AKCS) ste­hen laut einer Mit­tei­lung des Ver­bands die Erwei­te­rung der Geneh­mi­gung für Ein­kaufs­näch­te und ver­kaufs­of­fe­ne Sonn­ta­ge sowie der Weg­fall der bis­her not­wen­di­gen Anlass­bin­dung. „Für die Attrak­ti­vi­tät unse­rer Innen­städ­te“, sagt Klaus Stier­in­ger, Lei­ter des Bam­ber­ger Stadt­mar­ke­tings und AKCS-Vor­stands­vor­sit­zen­der, „sind regel­mä­ßi­ge Ver­an­stal­tun­gen wie Ein­kaufs­näch­te und ver­kaufs­of­fe­ne Sonn­ta­ge unver­zicht­bar. Doch die bis­he­ri­ge Rege­lung, die eine Kop­pe­lung an Märk­te oder ähn­li­che Anläs­se vor­schreibt, behin­dert die fle­xi­ble Pla­nung und Durch­füh­rung die­ser wich­ti­gen Events.“

Dar­um for­dert der AKCS Ände­run­gen am Eck­punk­te­pa­pier des Kabi­netts zur Ein­füh­rung eines neu­en Laden­schluss­ge­set­zes. So soll es auch wei­ter­hin vier ver­kaufs­of­fe­ne Sonn­ta­ge pro Jahr geben, jedoch eben­falls ohne die bis­he­ri­ge Not­wen­dig­keit einer Ver­knüp­fung mit Märk­ten oder Mes­sen. Und Kom­mu­nen soll die Mög­lich­keit über­tra­gen wer­den, selbst über räum­li­che Begren­zun­gen und Geneh­mi­gun­gen ent­schei­den zu können.

„Der Online­han­del ist 247 ver­füg­bar, wäh­rend der sta­tio­nä­re Ein­zel­han­del durch stren­ge Vor­schrif­ten benach­tei­ligt wird“, sagt Chris­tia­ne Kickum, Geschäfts­füh­re­rin des AKCS. „Mit einer fle­xi­ble­ren und anlas­sun­ge­bun­de­nen Rege­lung könn­ten wir einen wich­ti­gen Schritt in Rich­tung einer zukunfts­fä­hi­gen und wett­be­werbs­fä­hi­gen Innen­stadt­ge­stal­tung machen.“

Dar­über hin­aus spricht sich der Berufs­ver­band der Baye­ri­schen Innen­stadt­ex­per­ten im AKCS für eine Libe­ra­li­sie­rung der Laden­öff­nungs­zei­ten bis 22 Uhr aus, um mit den benach­bar­ten Bun­des­län­dern kon­kur­renz­fä­hig zu bleiben.

„Die AKCS-Mit­glie­der sehen in die­sen Anpas­sun­gen eine not­wen­di­ge Grund­la­ge“, sagt Wolf­gang Wei­er, stell­ver­tre­ten­der AKCS-Vor­sit­zen­der und Geschäfts­füh­rer des Würz­bur­ger Stadt­mar­ke­tings, „um den Innen­städ­ten wie­der mehr Leben ein­zu­hau­chen und den Her­aus­for­de­run­gen der moder­nen Han­dels­welt wirk­sam zu begeg­nen. Die Umset­zung die­ser For­de­run­gen wür­de nicht nur den sta­tio­nä­ren Ein­zel­han­del stär­ken, son­dern auch die Lebens­qua­li­tät in baye­ri­schen Städ­ten erheb­lich verbessern.“

För­de­rung von Städ­ten und Gemeinden

Pro­jekt­auf­ruf „Zukunfts­fä­hi­ge Innen­städ­te und Zentren“

Die Bun­des­re­gie­rung möch­te im Rah­men des Pro­jekt­auf­rufs „Zukunfts­fä­hi­ge Innen­städ­te und Zen­tren“ Städ­te und Gemein­den modell­haft bei der Erar­bei­tung von inno­va­ti­ven Kon­zep­ten und Hand­lungs­stra­te­gien und deren Umset­zung för­dern und ruft zum Ein­rei­chen von Pro­jekt­vor­schlä­gen auf. Dar­auf weist Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter Andre­as Schwarz hin.

„Vie­le Städ­te und Gemein­den sind von tief­grei­fen­den Ver­än­de­run­gen in ihren Innen­städ­ten, Stadt- bezie­hungs­wei­se Orts­teil­zen­tren und Orts­ker­nen betrof­fen“, stellt der Bam­berg-Forch­hei­mer Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Andre­as Schwarz fest. „Das gilt vor allem für einen anhal­ten­den Struk­tur­wan­del im Ein­zel­han­del. Aber auch ande­re Nut­zun­gen im Tou­ris­mus und im Gast­ge­wer­be, von Kul­tur­ein­rich­tun­gen oder in Kir­chen, gewerb­li­che Nut­zun­gen und die Wohn­nut­zung sind zum Teil in ihren jet­zi­gen Ange­bots- und Betriebs­for­men nur noch gering gefragt oder nicht mehr tragfähig.“

Die Aus­wir­kun­gen der Coro­na-Pan­de­mie beschleu­ni­gen die­se struk­tu­rel­len Ent­wick­lun­gen zusätz­lich und decken die drän­gen­den Hand­lungs­be­dar­fe auf. „Die Bun­des­re­gie­rung möch­te im Rah­men des Pro­jekt­auf­rufs „Zukunfts­fä­hi­ge Innen­städ­te und Zen­tren“ Städ­te und Gemein­den modell­haft bei der Erar­bei­tung von inno­va­ti­ven Kon­zep­ten und Hand­lungs­stra­te­gien und deren Umset­zung för­dern“, so der SPD-Abge­ord­ne­te weiter.

Ziel ist es, Städ­te und Gemein­den bei der Bewäl­ti­gung aku­ter und auch struk­tu­rel­ler Pro­blem­la­gen („Ver­ödung“) in den Innen­städ­ten, Stadt- und Orts­teil­zen­tren zu unter­stüt­zen, indem die­se als Iden­ti­fi­ka­ti­ons­or­te der Kom­mu­ne zu mul­ti­funk­tio­na­len, resi­li­en­ten und koope­ra­ti­ven Orten (weiter)entwickelt werden.

Städ­te und Gemein­den sind auf­ge­ru­fen, bis zum 17. Sep­tem­ber 2021 Pro­jekt­vor­schlä­ge für inno­va­ti­ve Kon­zep­te und Hand­lungs­stra­te­gien zur Stär­kung der Resi­li­enz und Kri­sen­be­wäl­ti­gung einzureichen.

Das Bun­des­in­sti­tut für Bau‑, Stadt- und Raum­for­schung (BBSR) setzt das Bun­des­pro­gramm „Zukunfts­fä­hi­ge Innen­städ­te und Zen­tren” um. Hier­für haben sich Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Olaf Scholz, die Kom­mu­nen und Gemein­den in den letz­ten Mona­ten inten­siv um den Beginn des För­der­auf­ru­fes durch das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um und eine Auf­sto­ckung des Pro­gramms ein­ge­setzt, so dass nun ins­ge­samt 250 Mil­lio­nen Euro zur Ver­fü­gung stehen.

„Es wäre schön, wenn die Städ­te und Gemein­den in mei­nem Wahl­kreis sich um einen För­der­bei­trag im Rah­men des Bun­des­pro­gramms „Zukunfts­fä­hi­ge Innen­städ­te und Zen­tren” mit Pro­jekt­vor­schlä­gen für inno­va­ti­ve Kon­zep­te und Hand­lungs­stra­te­gien beim Bun­des­in­sti­tut für Bau‑, Stadt- und Raum­for­schung (BBSR) bewer­ben“, so Schwarz abschließend.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen sind zu fin­den unter https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/forschung/aufrufe/aktuelle-meldungen/innenstadtprogramm.html