Internationaler Tag der Jugend
Gesund durch die Pubertät: Warum der Gesundheitscheck für Jugendliche so wichtig ist
Zum Internationalen Tag der Jugend ruft das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit dazu auf, die kostenlose J1-Untersuchung zu nutzen.
Von Essstörungen über Fehlstellungen bis zu Diabetes oder Asthma: Viele ernstzunehmende Erkrankungen machen sich erstmals im Jugendalter bemerkbar oder verschlechtern sich in dieser Zeit. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können den Verlauf vieler Erkrankungen verbessern und die Gesundheit junger Menschen langfristig stärken. Aus diesem Grund macht das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) am Internationalen Tag der Jugend auf die kostenlose J1-Jugendgesundheitsuntersuchung aufmerksam, die in Kinder- und Jugendpraxen oder in der Hausarztpraxis durchgeführt werden kann. Denn vielen Familien ist dieses Angebot nicht bekannt. Weniger als die Hälfte nimmt am J1-Gesundheits-Check teil, bei den U‑Untersuchungen bei Kindern sind es mehr als 90 Prozent.
Die J1-Jugendunterschung wird im Alter zwischen 12 und 14 Jahren angeboten. In diesem Zeitraum verändert sich der Körper sichtbar und mit Beginn der Pubertät erleben viele Jugendliche auch emotional eine Achterbahnfahrt. Inmitten dieser Umbrüche ist es für Eltern und pädagogische Fachkräfte manchmal schwer, Risikofaktoren oder Krankheitssymptome von normalen Entwicklungsschritten zu unterscheiden.
Wachstumsschmerzen, Gefühlschaos, Hautveränderungen: Was ist normal?
Die J1-Untersuchung gibt Jugendlichen und ihren Eltern die Sicherheit, dass trotz aller körperlichen und emotionalen Veränderungen gesundheitlich alles in Ordnung ist. Falls doch etwas auffällt, erhalten sie frühzeitig eine qualifizierte Einschätzung und kostenlose Beratung zu möglichen Behandlungsschritten. Die J1 dient als Gesundheits-Check mit der Früherkennung von Entwicklungs- oder Hormonstörungen, der Kontrolle des Impfstatus und der Einschätzung der psychischen Gesundheit. Nach den U‑Untersuchungen im Kindesalter (U1 bis U9) ist sie die erste Früherkennungsuntersuchung, die Jugendliche auch eigenständig – also ohne ihre Eltern oder andere Sorgeberechtigte – wahrnehmen können.
Schweigepflicht gilt auch für Patientinnen und Patienten unter 18 Jahren
Ärztinnen und Ärzte unterliegen bei der J1-Untersuchung der Schweigepflicht. Das bedeutet: Jugendliche können entscheiden, ob die Eltern über die Ergebnisse informiert werden sollen – nur wenn bei der Untersuchung eine schwerwiegende Erkrankung festgestellt wird, dürfen Ärztinnen und Ärzte diese Vertraulichkeit brechen. Während der Untersuchung haben Jugendliche außerdem die Möglichkeit, eigene Fragen zu stellen – auch zu Themen, die ihnen im Gespräch mit Eltern, Lehrkräften oder Gleichaltrigen unangenehm sein könnten. Die J1 schafft damit einen geschützten Raum, in dem Sorgen offen angesprochen werden können, sie fördert die Selbstständigkeit und Gesundheitskompetenz der jungen Menschen.
Das passiert bei der J1-Untersuchung
Die Untersuchung besteht aus vier zentralen Bestandteilen: einem persönlichen Gespräch, einer umfassenden körperlichen Untersuchung, der Besprechung der Ergebnisse inklusive Beratung sowie einem Impfcheck. Bei der körperlichen Untersuchung werden:
Körpergröße und Gewicht gemessen,
Herz und Lunge abgehört,
der Blutdruck bestimmt,
Organe und Bewegungsapparat untersucht,
der Stand der Pubertätsentwicklung überprüft,
eine Urinprobe genommen,
ggf. für eine nähere Abklärung Blut abgenommen und die Blutwerte untersucht.
Ganzheitliche Versorgung Jugendlicher: Auch die Psyche kommt zur Sprache
Die J1 nimmt neben dem Körper auch das psychische Wohlbefinden in den Blick. Ob Schlafstörungen, Zukunftsängste oder belastende Situationen zu Hause oder in der Schule: Jugendliche können bei der J1 offen über das sprechen, was sie beschäftigt und Fragen stellen. Natürlich gibt es keine Verpflichtung – allerdings bietet es den Jugendlichen die Möglichkeit, selbst Fragen zu stellen, gerade zu Themen, die im Familien- oder Freundeskreis unangenehm sein können, zum Beispiel zu Sexualität, Verhütung oder Drogenkonsum. Die J1 ist damit mehr als ein reiner Gesundheits-Check – sie ist ein vertrauliches Gesprächsangebot in einer sensiblen Lebensphase.
Kampagne „J1 – Lass checken!“: Mehrsprachige Infos zur J1
Auf www.j1-info.de spricht das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit Jugendliche direkt an – jugendgerecht und in elf Sprachen. Fachkräfte in Kommunen sowie Eltern finden auf dem Portal www.kindergesundheit-info.de zahlreiche Materialien zur Kindergesundheit – viele davon auch in Arabisch, Türkisch, Ukrainisch und weiteren Sprachen. Besonders hilfreich: ein Terminrechner, mit dem Eltern die Untersuchungstermine individuell ermitteln können, sowie digitale Elternbriefe, die per E‑Mail an anstehende Früherkennungsuntersuchungen erinnern.
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Internationaler Tag der Jugend am 12. August
Nachwuchsgeneration hat zentralen Stellenwert für Wettbewerbsfähigkeit
Zum internationalen Tag der Jugend am 12. August betonen die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. und die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm den Stellenwert der nachwachsenden Generation für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen im Freistaat.
„Die Jugendlichen sind die Beschäftigten von morgen, manche sogar schon die Beschäftigten von heute, und unsere Gesellschaft wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten auf ihre Arbeitsleistung angewiesen sein. Entsprechend wichtig ist es für uns, herauszufinden, was die jungen Menschen arbeiten wollen, wo sie arbeiten wollen, wie und wieviel sie arbeiten wollen“, macht bayme vbm vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt klar. „Darum haben wir die Veranstaltungsreihe ‚vbw JugendWerkstatt‘ ins Leben gerufen. Der Workshop bietet ein Forum für den Austausch mit der Generation Z zu ihren Anforderungen an die künftige Arbeitswelt.“
Das Format fand erstmalig im März dieses Jahres in München statt, eine weitere Veranstaltung führten die Verbände am 25. Juni durch. Brossardt zieht eine positive Zwischenbilanz: „Der erste Termin war so erkenntnisreich, dass wir das Format ein weiteres Mal durchgeführt haben, und mein guter Eindruck hat sich erneut bestätigt. Es hat sich gezeigt: Wenn man mit den jungen Menschen redet, statt über sie, erhält man viele neue Impulse, die wir für unsere Arbeit dankend aufnehmen. Ich bin begeistert von dem Engagement und der Motivation der jungen Menschen und ich bin dankbar für die Eindrücke und Einblicke, die sie mit uns geteilt haben. Ich freue mich auf die weitere Fortsetzung des Dialogs.“
Die junge Generation, die momentan auf den Arbeitsmarkt strömt, hat laut bayme vbm vbw sehr klare Anforderungen an den künftigen Arbeitgeber. Gleichzeitig bringt sie Kompetenzen mit, von denen die Unternehmen im Zuge der Transformation profitieren. Brossardt erklärt: „Die Jugendlichen sind ‘Digital Natives’, digitale Formate und Inhalte sind selbstverständlicher Teil ihrer Lebenswelt. Gleichzeitig ist digitale Kompetenz am Arbeitsmarkt inzwischen eine Schlüsselfertigkeit. Damit sie den Wandel langfristig meistern können, sind unsere Unternehmen auf gut qualifizierte, engagierte junge Nachwuchskräfte dringend angewiesen.“
Finden die Jugendlichen ihren Weg in die bayerischen Unternehmen, warten branchenübergreifend und insbesondere in der bayerischen M+E Industrie langfristig stabile Zukunftsperspektiven auf sie. „Die Ausbildungsvergütung ist ausgezeichnet, die Jugendlichen verdienen im Schnitt über alle Ausbildungsjahre 1.347 €. Gleichzeitig bleibt auch die Übernahmequote hoch. So werden laut unserer aktuellen bayme vbm Sommerumfrage im laufenden Jahr 2025 knapp 91 Prozent der bayerischen M+E Unternehmen ihre Azubis nach dem erfolgreichen Abschluss befristet oder unbefristet übernehmen.“