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Klaus Holetschek

“Prä­ven­ti­on ist das A und O”

Holet­schek wirbt für mehr Eigen­ver­ant­wor­tung für die eige­ne Gesundheit

Bay­erns Gesund­heits­mi­nis­ter Klaus Holet­schek hat beim Fest­akt zum 200. Geburts­tag von Sebas­ti­an Kneipp in Bad Wöris­ho­fen für mehr Eigen­ver­ant­wor­tung für die eige­ne Gesund­heit gewor­ben. Eine gesun­de Lebens­wei­se sei die bes­te Vor­aus­set­zung, das Immun­sys­tem zu stärken.

„Die letz­ten Jah­re haben uns noch­mal ver­deut­licht, wie wich­tig Gesund­heit für jeden von uns ist. Dabei ist Prä­ven­ti­on das A und O“, beton­te der Minis­ter am Frei­tag. „Es besteht kein Zwei­fel dar­an, dass eine gesun­de Lebens­wei­se die bes­te Vor­aus­set­zung ist, das Immun­sys­tem zu stär­ken und Krank­hei­ten vorzubeugen.“

Holet­schek ergänz­te, die meis­ten Men­schen wür­den an Erkran­kun­gen ster­ben, die mit ihrem Lebens­stil zusam­men­hän­gen. Auch die Zahl chro­nisch kran­ker Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten, die an soge­nann­ten Zivi­li­sa­ti­ons­krank­hei­ten wie Herz-Kreis­lauf-Erkran­kun­gen oder Dia­be­tes mel­li­tus Typ 2 lei­den, sei deut­lich gestie­gen. Umso wich­ti­ger sei es, dass wir alle auf unse­re kör­per­li­che und see­li­sche Gesund­heit achten.

„Ich bin über­zeugt davon, dass dazu auch die Anwen­dun­gen von Kneipp einen wich­ti­gen Bei­trag leis­ten kön­nen. Sebas­ti­an Kneipp war ein Visio­när der Prä­ven­ti­on und Gesund­heits­vor­sor­ge“, so Holet­schek. „Er war ein Pio­nier auf dem Gebiet der Natur­heil­kun­de. Sein Ansatz ist aktu­el­ler denn je.“

Kam­pa­gne ‚Hand aufs Herz – Aktiv gegen Herzinfarkt‘

Der ganz­heit­li­che Ansatz zur Gesund­erhal­tung von Kör­per, Geist und See­le von Kneipp beruht auf fünf Säu­len: Was­ser, Bewe­gung, Ernäh­rung, Heil­pflan­zen und Lebens­ord­nung. Ziel­set­zung der seit ihren Anfän­gen ste­tig wei­ter­ent­wi­ckel­ten Leh­re ist es, im Ein­klang von Mensch und Natur die Gesund­heit zu erhal­ten und Krank­hei­ten aktiv vor­zu­beu­gen. Holet­schek erläu­ter­te, hin­ter Kneipps Ansatz ver­ber­ge sich die Erkennt­nis, dass ein gut funk­tio­nie­ren­des Immun­sys­tem, kör­per­li­che Fit­ness und eine gute Stress­re­sis­tenz wich­tig sind, um gesund zu blei­ben oder wie­der zu wer­den. Das Behand­lungs­spek­trum der fünf Ele­men­te sei immens – neben dem Aspekt der Prä­ven­ti­on könn­ten gesund­heit­li­che Beschwer­den auch geheilt oder Schmer­zen gelin­dert wer­den. Dies betref­fe ins­be­son­de­re chro­ni­sche Erkrankungen.

„Vor­sor­ge ist für mich ein Her­zens­an­lie­gen“, beton­te der Minis­ter. „Wir set­zen uns mit unse­rem Baye­ri­schen Prä­ven­ti­ons­plan daher aktiv dafür ein, Bür­ge­rin­nen und Bür­ger bei ihrer Ent­schei­dung für eine gesund­heits­för­der­li­che Lebens­wei­se zu unter­stüt­zen, gesun­de Lebens­wel­ten zu gestal­ten und die gesund­heit­li­che Chan­cen­gleich­heit zu fördern.“

Der Minis­ter ergänz­te: „Mit unse­rer aktu­el­len Kam­pa­gne ‚Hand aufs Herz – Aktiv gegen Herz­in­farkt‘ legen wir den Schwer­punkt in die­sem Jahr auf die Prä­ven­ti­on von Herz­in­fark­ten. Wir wol­len die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger zu einem herz­ge­sun­den Lebens­stil moti­vie­ren. Aus­ge­wo­ge­ne Ernäh­rung, aus­rei­chend Bewe­gung, Ent­span­nung, Nicht­rau­chen, aber auch ein ver­ant­wor­tungs­vol­ler Alko­hol­kon­sum sind der bes­te Weg für ein gesun­des Leben.“ 

Virus­va­ri­an­te BA.5 kann zu neu­em Infek­ti­ons­druck führen

Holet­schek ruft zu Auf­fri­schungs­imp­fun­gen auf

Bay­erns Gesund­heits­mi­nis­ter Klaus Holet­schek hat ange­sichts der sich auch in Deutsch­land aus­brei­ten­den Sub­li­nie BA.5 der Coro­na­vi­rus-Vari­an­te Omi­kron zur Vor­sicht gemahnt. Er beton­te heu­te, Imp­fung blei­be der bes­te Schutz vor einer schwe­ren Coro­na-Erkran­kung und ruft zu Auf­fri­schungs­imp­fun­gen auf.

„Die Virus­va­ri­an­te hat in Län­dern wie Por­tu­gal und Süd­afri­ka zu neu­en Infek­ti­ons­wel­len geführt. Der BA.5‑Anteil in Deutsch­land hat sich zuletzt wöchent­lich in etwa ver­dop­pelt und lag laut dem aktu­el­len RKI-Bericht in der 21. Kalen­der­wo­che bei rund 10 Pro­zent. Wir müs­sen daher damit rech­nen, das BA.5 in Kür­ze auch bei uns zur vor­herr­schen­den Vari­an­te wird“, sag­te Holet­schek heu­te in Mün­chen. Da BA.5 offen­bar Über­tra­gungs­vor­tei­le besit­ze, kön­ne es zu einem neu­en Anstieg der Infek­ti­ons­zah­len kom­men, was den Infek­ti­ons­druck stei­gen ließe.

Der Minis­ter beton­te, es gebe auch gute Nach­rich­ten: Die Krank­heits­schwe­re schei­ne sich nach den bis jetzt vor­lie­gen­den Daten nicht wesent­lich von der frü­he­rer Omi­kron-Sub­li­ni­en zu unter­schei­den. Und beson­ders wich­tig: Die Imp­fung schüt­ze nach bis­he­ri­gen Erkennt­nis­sen auch vor schwe­ren Erkran­kun­gen nach einer Infek­ti­on mit der BA.5‑Variante.

„Vie­le Men­schen sind gera­de in Som­mer­lau­ne und sor­gen sich aktu­ell wenig vor einer Anste­ckung“, so Holet­schek wei­ter. „Die Coro­na-Pan­de­mie ist aber noch nicht vor­bei, wie uns die aktu­el­le Situa­ti­on vor Augen führt. Daher emp­feh­le ich jedem, der dies noch nicht getan hat, jetzt eine Boos­ter­imp­fung durch­füh­ren zu las­sen. Die bis­he­ri­gen Daten zei­gen: Ins­be­son­de­re wenn eine Infek­ti­on oder Imp­fung schon län­ger zurück­liegt, kann man sich wie­der mit BA.5 infi­zie­ren. Jetzt ist daher die rich­ti­ge Zeit, sich ein Impf-Update abzuholen.

Imp­fung bleibt der bes­te Schutz vor einer schwe­ren Corona-Erkrankung

Die Stän­di­ge Impf­kom­mis­si­on am Robert Koch-Insti­tut (STIKO) emp­fiehlt zudem eine zwei­te Auf­fri­schungs­imp­fung frü­hes­tens drei Mona­te nach der Dritt­imp­fung allen Men­schen, die älter als 70 Jah­re sind, Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­nern in Ein­rich­tun­gen der Pfle­ge sowie Per­so­nen mit einem geschwäch­ten Immun­sys­tem. Zudem wird sie Beschäf­tig­ten in medi­zi­ni­schen Ein­rich­tun­gen und Pfle­ge­ein­rich­tun­gen emp­foh­len – hier jedoch in der Regel frü­hes­tens sechs Mona­te nach der drit­ten Impfung.

„Die Imp­fung bleibt wei­ter­hin der bes­te Schutz vor einer schwe­ren Coro­na-Erkran­kung. Auch die bekann­ten AHA+L‑Regeln – also Abstand, Hygie­ne, Mas­ke und Lüf­ten – hel­fen wei­ter­hin dabei, sich und ande­re vor einer Anste­ckung zu schüt­zen“, unter­strich Holetschek.

Der Minis­ter erläu­ter­te: „Die aktu­el­le Ent­wick­lung bestä­tigt unse­re Ein­schät­zung, dass wir mit Blick auf den Herbst wei­ter­hin mit neu­en, womög­lich auch anste­cken­de­ren oder gefähr­li­che­ren Virus­va­ri­an­ten rech­nen und uns auf die­se vor­be­rei­ten müs­sen. Als Teil unse­res 5‑Punk­te-Plans bau­en wir daher die viro­lo­gi­sche Über­wa­chung aus und stel­len sie auf drei Stand­bei­ne: Wir erwei­tern das Baye­ri­sche Ver­bund­pro­jekt Bay­VOC zur Sequen­zie­rung von SARS-CoV-2-Vari­an­ten. Wir erhö­hen die Zahl aus­ge­wähl­ter Sen­ti­nel-Arzt­pra­xen zur Beob­ach­tung der Ver­brei­tung von Atem­wegs­in­fek­tio­nen. Zudem bau­en wir das Abwas­ser­mo­ni­to­ring zur Pro­gno­se des Infek­ti­ons­ge­sche­hens und zum Nach­weis zir­ku­lie­ren­der Virus­va­ri­an­ten aus.“

Mit dem 5‑Punk­te-Plan habe Bay­ern die Wei­chen für den Herbst bereits gestellt. Die in der Coro­na-Fra­ge zer­strit­te­ne Ber­li­ner Ampel lau­fe der­weil Gefahr, den Zug zu ver­pas­sen, recht­zei­tig vor der Som­mer­pau­se des Bun­des­tags die nöti­gen Ände­run­gen auf den Weg zu brin­gen und das Infek­ti­ons­schutz­ge­setz (IfSG) fit für den Herbst zu machen, warn­te Holet­schek. Er bekräf­tig­te, der Bund müs­se den Län­dern end­lich die Werk­zeu­ge an die Hand geben, mit denen sie auf mög­li­che neue Infek­ti­ons­wel­len schnell und ange­mes­sen reagie­ren kön­nen. „Das Infek­ti­ons­schutz­ge­setz ist in sei­ner aktu­el­len Form hier­für untauglich.“

Inte­gra­ti­ve Behand­lungs­an­sät­ze bie­ten wei­te­re Therapie-Chancen 

Behand­lung von Post-COVID

Bay­erns Gesund­heits­mi­nis­ter Klaus Holet­schek hat sich in Bam­berg über neue The­ra­pie­an­sät­ze bei der Behand­lung des Post-COVID-Syn­droms infor­miert. Die Kli­nik für Inte­gra­ti­ve Medi­zin und Natur­heil­kun­de der Sozi­al­stif­tung Bam­berg will in einem Pro­jekt bewer­ten, wie gut Metho­den der inte­gra­ti­ven Medi­zin beim Ein­satz gegen Post-COVID wirken.

Holet­schek sag­te anläss­lich des Besuchs eines von der Staats­re­gie­rung geför­der­ten Pro­jek­tes der Kli­nik für Inte­gra­ti­ve Medi­zin und Natur­heil­kun­de der Sozi­al­stif­tung Bam­berg: „Post-COVID ist ein kom­ple­xes und viel­fäl­ti­ges Krank­heits­bild, das Exper­ten zufol­ge etwa zehn Pro­zent aller an COVID-19-erkrank­ten Erwach­se­nen betrifft. Die inte­gra­ti­ve Medi­zin kann uns bei der The­ra­pie die­ser Spät­fol­gen hel­fen, indem sie die Mög­lich­kei­ten der kon­ven­tio­nel­len Medi­zin und der Natur­heil­kun­de in einem ganz­heit­li­chen Ansatz best­mög­lich verbindet.“

Er ergänz­te, wenn es erfolg­reich sei, kön­ne das deutsch­land­weit ein­zig­ar­ti­ge Bam­ber­ger Pro­jekt einen wich­ti­gen Bei­trag bei der Behand­lung des Post-COVID-Syn­droms leis­ten und zugleich die wis­sen­schaft­li­che Ver­an­ke­rung der inte­gra­ti­ven Medi­zin stär­ken. Des­halb för­de­re der Frei­staat es ger­ne über sei­ne baye­ri­sche För­der­initia­ti­ve mit rund 87.000 Euro. Im gan­zen Bun­des­ge­biet gebe es nur weni­ge ver­gleich­ba­re Akut­kli­ni­ken mit einem Behand­lungs­an­ge­bot wie es die Kli­nik für Inte­gra­ti­ve Medi­zin und Natur­heil­kun­de der Sozi­al­stif­tung Bam­berg habe.

Die Sozi­al­stif­tung Bam­berg will bewer­ten, wie gut Metho­den der inte­gra­ti­ven Medi­zin beim Ein­satz gegen das Post-COVID-Syn­drom wir­ken. Dabei wer­den kon­ven­tio­nel­le Medi­zin und wis­sen­schaft­lich fun­dier­te Natur­heil­kun­de mit gesund­heits­för­dern­den Modi­fi­ka­tio­nen des Lebens­stils ver­zahnt. Zudem soll fest­ge­stellt wer­den, inwie­fern die The­ra­pie­an­sät­ze für eine Über­nah­me in die Regel­ver­sor­gung geeig­net sind.

Glie­de­rung in zwei Projektteile 

„Unse­re Erfah­run­gen mit dem inte­gra­tiv-natur­heil­kund­li­chen The­ra­pie­kon­zept bei Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten mit Post-COVID Syn­drom sind sehr viel­ver­spre­chend. Wir freu­en uns nun dar­auf, die Ver­sor­gung der betrof­fe­nen Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten wis­sen­schaft­lich zu beglei­ten und wei­ter zu ent­wi­ckeln“, beton­te Prof. Dr. Jost Lang­horst, Chef­arzt der Kli­nik für Inte­gra­ti­ve Medi­zin und Projektleiter.

Post-COVID kann die Lebens­qua­li­tät Betrof­fe­ner mas­siv ein­schrän­ken. Die Sym­pto­me sind viel­fäl­tig und kön­nen unter ande­rem von chro­ni­scher Erschöp­fung („Fati­gue“) über Kopf­schmer­zen bis hin zu mas­si­ven Kon­zen­tra­ti­ons­stö­run­gen rei­chen. Zie­le des geför­der­ten Pro­jekts sind eine kurz- und lang­fris­ti­ge Redu­zie­rung des Haupt­sym­ptoms „Chro­ni­sche Fati­gue“, die Stei­ge­rung der Lebens­qua­li­tät und die Wie­der­auf­nah­me der Erwerbs­fä­hig­keit durch Anwen­dung inte­gra­tiv-natur­heil­kund­li­cher Verfahren.

Holet­schek beton­te, die Aus­wir­kun­gen von Post-COVID wür­den unse­re Gesell­schaft und unser Gesund­heits­sys­tem noch län­ger beschäf­ti­gen. „Das Wis­sen über die Mecha­nis­men hin­ter der Erkran­kung ist dabei noch unzu­rei­chend. Die För­de­rung und Erfor­schung neu­er, brei­ter The­ra­pie­an­sät­ze ist mir des­halb ein Herzensanliegen.“

Das Pro­jekt der Sozi­al­stif­tung trägt den Namen „For­schungs­zy­klus: Inte­gra­ti­ve Medi­zin und Natur­heil­kun­de in der Behand­lung des Post-COVID-Syn­droms: Ein Mul­ti­moda­ler The­ra­pie­an­satz“. Es läuft bis zum 31. Dezem­ber 2022.

Das Vor­ha­ben ist in zwei Pro­jekt­tei­le geglie­dert. Im ers­ten Teil erfolgt die Anwen­dung und Eva­lu­ie­rung eines sta­tio­nä­ren, mul­ti­moda­len The­ra­pie­pro­gramms, wel­ches unter ande­rem klas­si­sche Kneipp‘sche Ver­fah­ren und Ver­fah­ren der erwei­ter­ten Natur­heil­kun­de beinhal­tet. Die Wirk­sam­keit, Sicher­heit und Nach­hal­tig­keit des The­ra­pie­an­sat­zes wer­den durch eine beglei­ten­de pro­spek­ti­ve Lon­gi­tu­di­nal­stu­die im Rah­men eines 14-tägi­gen, sta­tio­nä­ren Kli­nik­auf­ent­halts der Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten evaluiert.

Im zwei­ten Teil wird ein tages­kli­ni­sches Kon­zept ver­folgt, das sich über elf Wochen erstreckt. Zum Ein­satz kom­men dabei unter ande­rem Modu­le zur Ernäh­rungs­ver­bes­se­rung, Bewe­gungs­för­de­rung, Anwen­dun­gen zur Selbst­für­sor­ge und Coping­stra­te­gien sowie Ganz­kör­per­hy­per­ther­mie ver­bun­den mit einer Sauer­stoff­the­ra­pie. Die Eva­lua­ti­on erfolgt durch eine pro­spek­tiv ran­do­mi­siert kon­trol­lier­te Studie.

Unter­stützt wird die Behand­lung durch E‑He­alth-Kom­po­nen­ten, dar­un­ter ein Fit­ness­tra­cker zur Feed­back- und Daten­ge­ne­rie­rung sowie digi­ta­le Lernmodule.

Zwei wei­te­re Fälle

Affen­po­cken in Bayern

Zwei wei­te­re Fäl­le von Affen­po­cken sind in Bay­ern bestä­tigt wor­den. Ein Pati­ent wird iso­liert in Mün­chen behan­delt, einer im Land­kreis Ans­bach. Das Infek­ti­ons­ri­si­ko für die Bevöl­ke­rung in Bay­ern schätzt das Baye­ri­sche Lan­des­amt für Gesund­heit und Lebens­mit­tel­si­cher­heit aber der­zeit als gering ein.

Gesund­heits­äm­ter haben in Bay­ern einen zwei­ten und einen drit­ten Fall von Affen­po­cken bestä­tigt. Das teil­te Bay­erns Gesund­heits­mi­nis­ter Klaus Holet­schek am Diens­tag mit. Bei­de Pati­en­ten waren kürz­lich unab­hän­gig von­ein­an­der von einer Aus­lands­rei­se nach Bay­ern zurück­ge­kehrt. Einer davon befin­det sich iso­liert in der Mün­chen Kli­nik Schwa­bing. Das Gesund­heits­re­fe­rat Mün­chen hat bereits Ermitt­lun­gen zu Kon­takt­per­so­nen ein­ge­lei­tet. Den ande­ren Fall mel­de­te der Land­kreis Ans­bach, wo sich ein zwei­ter Pati­ent in Iso­la­ti­on befin­det. Auch hier ermit­tel­te das zustän­di­ge Gesund­heits­amt die Kon­takt­per­so­nen bereits.

Die Mün­chen Kli­nik Schwa­bing behan­delt auch den am ver­gan­ge­nen Frei­tag bestä­tig­ten ers­ten Fall von Affen­po­cken in Bay­ern. Das Gesund­heits­re­fe­rat Mün­chen hat außer­dem vier enge Kon­takt­per­so­nen des aus Bra­si­li­en stam­men­den Man­nes unter Qua­ran­tä­ne gestellt. Die­se wei­sen aber bis­her kei­ne Sym­pto­me auf. Bei dem nun bestä­tig­ten zwei­ten Fall in der Mün­chen Kli­nik Schwa­bing han­delt es sich jedoch nicht um eine die­ser Kontaktpersonen.

„Die neu­en Fäl­le zei­gen, dass wir wach­sam blei­ben müs­sen“, sag­te Holet­schek. „Das baye­ri­sche Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um steht in engem Kon­takt mit den Gesund­heits­be­hör­den. Bereits am ver­gan­ge­nen Frei­tag haben wir alle Gesund­heits­äm­ter in Bay­ern infor­miert und Hand­lungs­an­wei­sun­gen zum Umgang mit Ver­dachts­fäl­len gegeben.“

Das all­ge­mei­ne Infek­ti­ons­ri­si­ko für die Bevöl­ke­rung in Bay­ern schätzt das Baye­ri­sche Lan­des­amt für Gesund­heit und Lebens­mit­tel­si­cher­heit der­zeit als gering ein.

Bei allen drei Affen­po­cken-Pati­en­ten zei­gen sich typi­sche Haut­ver­än­de­run­gen, ein schwe­rer Krank­heits­ver­lauf ist bis­lang bei kei­nem der Fäl­le gemel­det. Ver­bin­dun­gen unter­ein­an­der sind eben­so wenig bekannt.

Wer unge­wöhn­li­che Haut­ver­än­de­rung bemerkt, die einer Pocken­er­kran­kung ähneln, soll­te sei­ne Kon­tak­te redu­zie­ren und sich sofort in ärzt­li­che Behand­lung bege­ben. Wer in engem Kon­takt zu einer Per­son stand, die mög­li­cher­wei­se mit Affen­po­cken infi­ziert ist, soll­te Kon­takt mit dem zustän­di­gen Gesund­heits­amt aufnehmen.

Infor­ma­tio­nen des Robert Koch Insti­tuts zu Affen­po­cken fin­den Sie hier.

74 Pal­lia­tiv­diens­te und 53 Palliativstationen

Pal­lia­tiv­ver­sor­gung in Bayern

Die Ange­bo­te für Hos­piz- und Pal­lia­tiv­ver­sor­gung in Bay­ern wer­den immer viel­fäl­ti­ger und sol­len wei­ter aus­ge­baut wer­den. Dar­auf und auf den gro­ßen Bei­trag, den ehren­amt­li­che Kräf­te leis­ten, hat Bay­erns Gesund­heits­mi­nis­ter Klaus Holet­schek hingewiesen.

Anläss­lich der fünf­ten Jah­res­ta­gung zur Hos­piz- und Pal­lia­tiv­ver­sor­gung in Nürn­berg sag­te Klaus Holet­schek: „Wir trei­ben den Aus­bau der Hos­piz- und Pal­lia­tiv­ver­sor­gung wei­ter vor­an. Obers­tes Ziel müs­sen Ange­bo­te sein, die sich an den Bedürf­nis­sen und Wün­schen der Men­schen ori­en­tie­ren. In Bay­ern sind Ver­sor­gungs­struk­tu­ren auf höchs­tem Qua­li­täts­ni­veau bereits Realität.“

Auf dem bestehen­den Ange­bot wol­le man sich aber nicht aus­ru­hen, son­dern es noch wei­ter aus­bau­en und anpas­sen. Des­halb stand der dies­jäh­ri­ge Fach­tag unter dem Mot­to „Ster­be­or­te – Hin­schau­en, wo gestor­ben wird!“.

Ziel der Fach­ta­gung war es, grund­sätz­lich über die Bedeu­tung und wei­te­re Ent­wick­lung ver­schie­de­ner Ster­be­or­te zu dis­ku­tie­ren, aber auch inno­va­ti­ve Kon­zep­te und Modell­pro­jek­te vorzustellen.

Bay­ern­weit gibt es aktu­ell 74 Pal­lia­tiv­diens­te und 53 Pal­lia­tiv­sta­tio­nen an Kran­ken­häu­sern. Zudem sichern 53 Teams der spe­zia­li­sier­ten ambu­lan­ten Pal­lia­tiv­ver­sor­gung die Ver­sor­gung von Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten mit einer beson­ders hohen Sym­ptom­last. Des Wei­te­ren exis­tie­ren 22 sta­tio­nä­re Erwach­se­nen-Hos­pi­ze mit ins­ge­samt 243 Hos­piz­plät­zen und zwei Tageshos­pi­ze mit ins­ge­samt 14 Plätzen.

Auch für Kin­der und Jugend­li­che gibt es Ange­bo­te. Ein Kin­der­hos­piz­zen­trum in Süd­bay­ern hat der­zeit acht Plät­zen. In Bam­berg ent­steht ein wei­te­res Kin­der­hos­piz­zen­trum mit einem sta­tio­nä­ren Hos­piz mit 12 Plät­zen und einem teil­sta­tio­nä­ren Tageshos­piz mit vier Plät­zen. Ein wei­te­res tageshos­piz­li­ches Ange­bot für Kin­der und Jugend­li­che ent­steht der­zeit in Nie­der­bay­ern. Das Ange­bot soll auch in ande­ren Regie­rungs­be­zir­ken aus­ge­baut werden.

Wich­tig­keit des Ehrenamts

In rund 140 Hos­piz­ver­ei­ne sind etwa 7.000 ehren­amt­li­che Hos­piz­be­glei­te­rin­nen und Hos­piz­be­glei­tern aktiv. Die­se beglei­ten die Betrof­fe­nen, ihre Ange­hö­ri­gen und Fami­li­en ins­be­son­de­re zu Hau­se, in Kran­ken­häu­sern oder in sta­tio­nä­ren Pflegeeinrichtungen.

Dazu beton­te der Minis­ter: „Um die Ver­sor­gung und Beglei­tung der Schwerst­kran­ken und Ster­ben­den in Zukunft sicher­zu­stel­len, sind wir auf die gute Zusam­men­ar­beit aller Betei­lig­ten ange­wie­sen. Das sind zum einen die haupt­amt­li­chen Pfle­ge­kräf­te, die mit ihrer kom­pe­ten­ten, pro­fes­sio­nel­len Arbeit Groß­ar­ti­ges leis­ten! Dazu kom­men die vie­len Ehren­amt­li­chen, die sich Zeit neh­men und so eben­falls einen wich­ti­gen Teil bei­tra­gen. Ich bin dank­bar, dass es bei uns so vie­le haupt- und ehren­amt­lich täti­ge Men­schen gibt, die schwerst­kran­ken und ster­ben­den Men­schen und deren Fami­li­en in die­ser emo­tio­nal belas­ten­den Zeit Halt geben.“

„Bun­des­re­gie­rung muss hier jetzt end­lich handeln“

Holet­schek for­dert mehr Tem­po bei Gesund­heits- und Pflegereform

Bay­erns Gesund­heits- und Pfle­ge­mi­nis­ter Klaus Holet­schek hat die Bun­des­re­gie­rung auf­ge­for­dert, die not­wen­di­gen Gesund­heits- und Pfle­ge­re­for­men nicht län­ger zu ver­zö­gern. Büro­kra­tie müs­se abge­baut wer­den, Doku­men­ta­ti­ons- und Nach­weis­pflich­ten auf das tat­säch­lich zwin­gend Not­wen­di­ge beschränkt werden.

Holet­schek beton­te heu­te, die Coro­na-Pan­de­mie habe wie unter einem Brenn­glas offen­bart, wo wir im deut­schen Gesund­heits- und Pfle­ge­sys­tem drin­gen­den Reform­be­darf haben. „Grund­sätz­lich hat sich unser Gesund­heits- und Pfle­ge­sys­tem zwar als robust erwie­sen und die enor­men Her­aus­for­de­run­gen durch die Pan­de­mie bis­her gut gemeis­tert – dafür noch­mal mein Dank an alle, die hier gehol­fen, geheilt und ver­sorgt haben. Aber es haben sich auch Defi­zi­te gezeigt. Die Bun­des­re­gie­rung muss hier jetzt end­lich handeln.“

Eines der Zie­le müs­se sein, eine hoch­wer­ti­ge Kran­ken­haus­ver­sor­gung flä­chen­de­ckend zu gewähr­leis­ten. Dafür brau­che es auch bedarfs- und leis­tungs­ge­rech­te Kran­ken­haus­fi­nan­zie­rungs­struk­tu­ren. „Wir müs­sen unse­re Kran­ken­häu­ser stär­ken, indem wir bei­spiels­wei­se das Fall­pau­scha­len­sys­tem gründ­lich refor­mie­ren. Die Ver­gü­tungs­struk­tu­ren müs­sen eine aus­kömm­li­che Finan­zie­rung der Kli­ni­ken ermög­li­chen. Ich for­de­re des­halb von der Bun­des­ebe­ne bereits seit län­ge­rem eine grund­sätz­li­che Über­prü­fung der gel­ten­den Rege­lun­gen. Ich tre­te dafür ein, Leis­tun­gen der Grund- und Regel­ver­sor­gung in grö­ße­rer Brei­te als bis­her los­ge­löst von den Fall­pau­scha­len zu finan­zie­ren. Dabei müs­sen wir ganz beson­ders die Ver­sor­gung von Kin­dern in den Blick neh­men und die Mög­lich­keit schaf­fen, dass die Päd­ia­trie und Geburts­hil­fe als soge­nann­te ‚beson­de­re Ein­rich­tun­gen‘ ent­spre­chend ihrem indi­vi­du­el­len Bedarf abrech­nen können.“

Holet­schek ergänz­te, dass Büro­kra­tie abge­baut wer­den müs­se. Der Bund und die Selbst­ver­wal­tungs­part­ner, ins­be­son­de­re der Gemein­sa­me Bun­desau­schuss (G‑BA), müss­ten strikt dar­auf ach­ten, Doku­men­ta­ti­ons- und Nach­weis­pflich­ten für das Kran­ken­haus­per­so­nal auf das tat­säch­lich zwin­gend Not­wen­di­ge zu beschrän­ken. Nur so kön­ne sicher­ge­stellt wer­den, dass Zeit und Kraft sinn­voll in die eigent­li­chen Auf­ga­ben inves­tiert wer­den und nicht in unnö­ti­gen und erheb­li­chen Admi­nis­tra­ti­ons- und Doku­men­ta­ti­ons­auf­wand. „Eine Ver­ste­ti­gung der zeit­lich befris­te­ten Coro­na-Son­der­re­ge­lun­gen durch den G‑BA im Bereich der Qua­li­täts­si­che­rung oder ande­re Wege zur Ent­bü­ro­kra­ti­sie­rung sind daher drin­gend zu prü­fen und rasch umzusetzen.“

Regu­lie­run­gen bei inves­to­ren­ge­tra­ge­nen medi­zi­ni­schen Versorgungszentren

Aber auch das Zusam­men­spiel zwi­schen sta­tio­nä­rer und ambu­lan­ter Ver­sor­gung müs­se ver­bes­sert wer­den. So müs­se die durch die Pan­de­mie gestopp­te Not­fall­re­form zeit­nah fort­ge­führt wer­den. Eine der Leh­ren der Pan­de­mien sei, dass eine sek­to­ren­über­grei­fen­de Ver­sor­gung wich­ti­ger denn je ist: Es gehe vor allem dar­um, die Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten in die für sie rich­ti­ge Ver­sor­gungs­ebe­ne zu steu­ern. Auch müss­ten die Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gun­gen pan­de­mie­fest gemacht wer­den, vor allem durch eine dau­er­haf­te und aus­rei­chen­de finan­zi­el­le Aus­stat­tung für die beson­de­ren Her­aus­for­de­run­gen einer Pan­de­mie – hier gehe es bei­spiels­wei­se um die Ein­rich­tung von spe­zi­el­len Infekt­sprech­stun­den oder einen Aus­bau der Tele­fon­hot­line 116 117.

Dring­lich sei es auch, Regu­lie­run­gen bei inves­to­ren­ge­tra­ge­nen medi­zi­ni­schen Ver­sor­gungs­zen­tren (MVZ) auf den Weg zu brin­gen. „Die Zahl sol­cher MVZ steigt ste­tig an, hier ver­än­dert sich aktu­ell schlei­chend und unum­kehr­bar unse­re Ver­sor­gungs­land­schaft mit unab­seh­ba­ren Fol­gen“, so Holet­schek. „Die Gesund­heits­mi­nis­ter­kon­fe­renz hat dem Bund bereits im Novem­ber 2021 Regu­lie­rungs­vor­schlä­ge über­mit­telt und die Ein­rich­tung einer Bund-Län­der-Arbeits­grup­pe gefor­dert – pas­siert ist bis­her aber lei­der nichts.“

Fer­ner müs­se nach Holet­scheks Ansicht die zwi­schen Bund und Län­dern ver­ein­bar­te Reform der Berufs­ge­set­ze für die Gesund­heits­fach­be­ru­fe wei­ter­ge­führt wer­den, um die Berufs­bil­der – ins­be­son­de­re in den The­ra­pie­be­ru­fen – zu moder­ni­sie­ren und für jun­ge Men­schen attrak­ti­ver zu machen. Auch die im Mas­ter­plan Medi­zin­stu­di­um 2020 ver­ein­bar­te Novel­lie­rung der ärzt­li­chen Appro­ba­ti­ons­ord­nung müs­se auf­ge­grif­fen und zeit­nah abge­schlos­sen werden.

„Das alles setzt ein Umden­ken bei der Finan­zie­rung der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung vor­aus: Es gilt nun, rasch und klar zu defi­nie­ren, wel­che gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Auf­ga­ben den Kran­ken­kas­sen auf­er­legt sind“, unter­strich der Minis­ter. Dafür müs­se end­lich eine voll­stän­di­ge Gegen­fi­nan­zie­rung aus Steu­er­mit­teln vor­ge­se­hen werden.

„Wir brau­chen eine umfas­sen­de Struk­tur- und Finanz­re­form der Pfle­ge­ver­si­che­rung, ein attrak­ti­ves Berufs­bild und ein steu­er­fi­nan­zier­tes Pfle­ge­zeit­geld“, bekräf­tig­te Holet­schek zudem. „Wir müs­sen den gesam­ten Pfle­ge­be­reich refor­mie­ren. Wir müs­sen kon­se­quent ver­ein­fa­chen, fle­xi­bi­li­sie­ren und ent­las­ten! Das kön­nen wir nur mit einer ech­ten Struk­tur­re­form der Pfle­ge­ver­si­che­rung errei­chen. Wir kön­nen es uns nicht leis­ten, Pfle­ge­be­dürf­ti­ge, Pfle­ge­kräf­te und Pfle­ge­an­bie­ter mit ver­meid­ba­ren kom­ple­xen Struk­tu­ren recht­li­cher, abrech­nungs­tech­ni­scher und orga­ni­sa­to­ri­scher Art davon abzu­hal­ten, sich um die best­mög­li­che Ver­sor­gung zu kümmern.“

Holet­schek ergänz­te, Deutsch­land brau­che einen attrak­ti­ven Pfle­ge­be­ruf. Mit der im Sep­tem­ber in Kraft tre­ten­den Ver­pflich­tung zur Zah­lung von Tarif­löh­nen sei ein wich­ti­ger Schritt für die not­wen­di­ge bes­se­re Bezah­lung getan. „Was wir jetzt noch brau­chen, sind steu­er­freie Zuschlä­ge für belas­ten­de Diens­te und attrak­ti­ve Auf­stiegs- und Ver­dienst­mög­lich­kei­ten für beson­ders qua­li­fi­zier­te Pfle­ge­kräf­te. Aber Geld ist nicht alles, wir brau­chen vor allem attrak­ti­ve Arbeits­be­din­gun­gen und mehr Ver­läss­lich­keit bei den Arbeitszeiten.“

„Gesund­heits­da­ten kön­nen Leben retten“

Holet­schek ver­wies dar­auf, dass er bereits einen eige­nen Reform­vor­schlag mit Eck­punk­ten für eine zukunfts­fes­te Pfle­ge­re­form vor­ge­legt habe und for­de­re ins­be­son­de­re, die Sek­to­ren­gren­zen im Leis­tungs­recht der Pfle­ge­ver­si­che­rung auf­zu­he­ben und die Kos­ten der medi­zi­ni­schen Behand­lungs­pfle­ge unab­hän­gig vom Ort der Ver­sor­gung voll durch die Pfle­ge­ver­si­che­rung zu refi­nan­zie­ren. „Vor allem brau­chen wir eine ver­bind­li­che regel­mä­ßi­ge Dyna­mi­sie­rung der Leis­tungs­be­trä­ge der Pfle­ge­ver­si­che­rung. Die bes­se­re Bezah­lung von Pfle­ge­kräf­ten, bes­se­re Per­so­nal­schlüs­sel und auch stei­gen­de Ener­gie­kos­ten wir­ken sich auf die Kos­ten der Pfle­ge aus. Damit dür­fen wir Pfle­ge­be­dürf­ti­ge und ihre Fami­li­en nicht allein lassen.“

Auch mit Blick auf den Öffent­li­chen Gesund­heits­dienst (ÖGD) gibt es aus Sicht des baye­ri­schen Gesund­heits­mi­nis­ters viel zu tun. Holet­schek erläu­ter­te, der im Ange­sicht der Pan­de­mie zwi­schen Bund und Län­dern bereits Ende 2020 geschlos­se­ne Pakt für den ÖGD sehe hier vie­le Maß­nah­men ins­be­son­de­re zur per­so­nel­len Ver­bes­se­rung vor. Doch mit ein­sei­tig vom Bund vor­ge­nom­me­nen Frist­set­zun­gen sei­en prak­ti­ka­ble Lösun­gen sei­tens der Län­der genau­so wenig mög­lich wie mit engen inhalt­li­chen Vor­ga­ben bei den För­der­pro­gram­men. „Zwar hat der Bund bereits vor Mona­ten bei allen Pro­blem­fel­dern Gesprächs­be­reit­schaft signa­li­siert, doch kon­kre­te Zusa­gen oder Ent­ge­gen­kom­men sind bis­lang nicht erfolgt. Das betref­fe ins­be­son­de­re die drin­gend zu klä­ren­de Fol­ge­fi­nan­zie­rung der neu geschaf­fe­nen Stel­len im ÖGD nach Ende der Pakt­lauf­zeit oder die Digi­ta­li­sie­rung des ÖGD.

„Wir brau­chen zum Bei­spiel prak­ti­ka­ble tech­ni­sche und recht­li­che Vor­aus­set­zun­gen für die Nut­zung von Gesund­heits­da­ten im Rah­men der Tele­ma­tik­in­fra­struk­tur! Die Bun­des­re­gie­rung muss des­halb das im Ampel-Koali­ti­ons­ver­trag vor­ge­se­he­ne Regis­ter­ge­setz und Gesund­heits­da­ten­nut­zungs­ge­setz end­lich ange­hen. Ich bin über­zeugt: Gesund­heits­da­ten kön­nen Leben ret­ten, etwa wenn alle rele­van­ten Daten in der Not­auf­nah­me schnell ver­füg­bar sind – aber auch lang­fris­tig gese­hen durch medi­zi­ni­sche For­schung mit kli­ni­schen Daten. Ein Gesund­heits­we­sen ohne Daten, ohne Digi­ta­li­sie­rung ver­schenkt die Chan­cen auf ein bes­se­res und gesün­de­res Leben.“

Der Minis­ter ergänz­te, Coro­na habe deut­lich vor Augen geführt, dass es hier noch rie­si­ges Poten­zi­al gebe. „Wir müs­sen die Nut­zung von Gesund­heits­da­ten in Deutsch­land neu den­ken. Für eine bes­se­re Ver­sor­gung der Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten müs­sen wir Gesund­heits­da­ten für die Ver­sor­gung und die For­schung nut­zen kön­nen – und gleich­zei­tig den Daten­schutz wah­ren.“ Es brau­che eine natio­na­le Daten­stra­te­gie (E‑Healthstrategie) ein­ge­bet­tet in einen euro­päi­schen Rah­men, der die digi­tal unter­stütz­te Ver­sor­gung und auch die medi­zi­ni­sche For­schung in der gesam­ten EU ermöglicht.“

Der Minis­ter unter­strich, not­wen­di­ge Refor­men dürf­ten nicht län­ger lie­gen blei­ben. „Wir müs­sen rasch und kon­se­quent die Leh­ren aus der Pan­de­mie zie­hen – alles ande­re wäre fatal! Die Zeit dafür ist jetzt.“

Coro­na-Pan­de­mie

Vor­sicht nach den Osterferien

Bay­erns Gesund­heits­mi­nis­ter Klaus Holet­schek hat zu beson­de­rer Coro­na-Vor­sicht nach den Oster­fe­ri­en auf­ge­ru­fen. Nächs­te Woche blei­be es daher bei der bis­he­ri­gen Test­re­ge­lung für Schu­len und Kitas.

Kurz vor dem Ende der Oster­fe­ri­en sag­te Klaus Holet­schek heu­te früh in Mün­chen: „Bei Rei­sen und ver­mehr­ten Kon­tak­ten stei­gen die Infek­ti­ons­ri­si­ken. Des­halb soll­te zum Bei­spiel vor der Rück­kehr zum Arbeits­platz nach dem Urlaub ver­stärkt auf mög­li­che Sym­pto­me geach­tet wer­den. Auch all­ge­mein ist es wich­tig, bei Krank­heits­zei­chen, die auf COVID-19 hin­deu­ten könn­ten, zu Hau­se zu blei­ben. Außer­dem soll­te man natür­lich mit Tests für Klar­heit sor­gen – im eige­nen Inter­es­se, aber auch zum Schutz der Mitmenschen.“

Trotz der Locke­rung von Coro­na-Schutz­maß­nah­men sei bis­lang ein star­ker Anstieg der Neu­in­fek­tio­nen aus­ge­blie­ben. Zugleich sank die Zahl an infi­zier­ten Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten in den Kran­ken­häu­sern. „Aber wir müs­sen den­noch wach­sam und vor­sich­tig bleiben.“

Kon­kret lag die 7‑Ta­ge-Inzi­denz in Bay­ern heu­te bei 780,8. Das bedeu­tet gegen­über dem gest­ri­gen Don­ners­tag (774,1) einen gerin­gen Anstieg. Am Frei­tag ver­gan­ge­ner Woche (15. April) lag die 7‑Ta­ge-Inzi­denz noch bei 1061,1 und zu Beginn des Monats am bei 1992,6.

Die Bele­gungs­zah­len der baye­ri­schen Kran­ken­häu­ser mit COVID-19-Pati­en­tin­nen und ‑Pati­en­ten war, sowohl auf den Nor­mal­pfle­ge­sta­tio­nen, als auch im inten­siv­me­di­zi­ni­schen Bereich, bis etwa Ende März 2022 sehr stark angestiegen.

Seit rund drei Wochen gehen die Zah­len der SARS-CoV-2-beding­ten sta­tio­nä­ren Bele­gun­gen zurück. Die Aus­las­tung der sta­tio­nä­ren Kapa­zi­tä­ten bewegt sich aller­dings nach wie vor auf einem hohen Niveau.

Holet­schek ergänz­te: „Wir kön­nen uns wie­der ein gutes Stück mehr Nor­ma­li­tät leis­ten. Klar ist aber: Gera­de in Feri­en­zei­ten und an Fei­er­ta­gen wie in den Oster­fe­ri­en wird weni­ger getes­tet. Teil­wei­se kommt es auch bei den Gesund­heits­äm­tern noch zu Nach­mel­dun­gen. Erfah­rungs­ge­mäß fal­len die Infek­ti­ons­zah­len nach den Feri­en ins­be­son­de­re in den Schu­len etwas höher aus. Wir set­zen in Bay­ern in Schu­len und Kin­der­ta­ges­stät­ten daher für die Woche nach den Oster­fe­ri­en wei­ter­hin auf unse­re bis­he­ri­gen Test­re­ge­lun­gen. Somit wer­den ins­be­son­de­re auch am Mon­tag nach den Oster­fe­ri­en über­all Test­nach­wei­se erbracht.“

Test­pflicht an Schu­len endet am 30. April

Schü­le­rin­nen und Schü­ler müs­sen in der kom­men­den Woche noch drei­mal einen nega­ti­ven Test­nach­weis vor­le­gen oder sich direkt in der Schu­le nega­tiv tes­ten. In der Grund­schul­stu­fe, den Jahr­gangs­stu­fen 5 und 6 sowie an bestimm­ten För­der­schu­len kön­nen wei­ter­hin an die Stel­le drei­er wöchent­li­cher Selbst­tests nach Ent­schei­dung des Staats­mi­nis­te­ri­ums für Unter­richt und Kul­tus zwei wöchent­li­che PCR-Pool­tes­tun­gen tre­ten. Eben­falls gilt wei­ter­hin in der Woche nach den Oster­fe­ri­en: Nach Bekannt­wer­den eines Infek­ti­ons­falls in einer Klas­se müs­sen die Schü­le­rin­nen und Schü­ler die­ser Klas­se fünf Unter­richts­ta­ge lang täg­lich Test­nach­wei­se vorlegen.

Klaus Holet­schek sag­te: „Bay­ern lässt die Test­pflicht an Schu­len und Kin­der­ta­ges­stät­ten zum 30. April aus­lau­fen. Dann dürf­te auch die Erkäl­tungs­sai­son weit­ge­hend zuen­de sein. Klar ist aber: Wir beob­ach­ten die Ent­wick­lung wei­ter­hin genau und pas­sen die Maß­nah­men bei Bedarf an. Trotz aller posi­ti­ver Ent­wick­lun­gen ist die Coro­na-Pan­de­mie noch nicht vor­bei. Wir müs­sen damit rech­nen, dass die Infek­tio­nen im Herbst wie­der anstei­gen. Umso wich­ti­ger ist es, dass wir alles dar­an­set­zen, für den Herbst gewapp­net zu sein. Genau das machen wir – und las­sen uns dabei von Exper­ten in regel­mä­ßig tagen­den Gesprächs­run­den beraten.“

Holet­schek dankt Kli­nik­be­schäf­tig­ten für Ein­satz in der Pandemie 

Kran­ken­häu­ser haben bei­spiel­lo­se Situa­tio­nen bewältigt

Bay­erns Gesund­heits­mi­nis­ter Klaus Holet­schek hat den Beschäf­tig­ten baye­ri­scher Kran­ken­häu­ser für ihren fort­wäh­ren­den Ein­satz zur Bewäl­ti­gung der Coro­na-Pan­de­mie gedankt. Zugleich zog Holet­schek eine Zwi­schen­bi­lanz, wie die staat­li­chen Maß­nah­men zur Ent­las­tung der Kli­ni­ken wirk­ten – zunächst in der Del­ta- und anschlie­ßend in der Omikron-Welle.

Holet­schek beton­te, das Per­so­nal den Kli­ni­ken habe sich im ver­gan­ge­nen Herbst und Win­ter erneut enor­men Her­aus­for­de­run­gen stel­len müs­sen. „Und die­se sind immer noch nicht vor­bei – auch wenn das in der öffent­li­chen Wahr­neh­mung manch­mal zu kurz kommt. Allen Beschäf­tig­ten, die sich nach wie vor an vor­ders­ter Front für die Pan­de­mie­be­wäl­ti­gung, für die Behand­lung und Pfle­ge teils schwer erkrank­ter Men­schen ein­set­zen, möch­te ich erneut mei­nen herz­li­chen Dank aussprechen!“

Holet­schek unter­strich, die Staats­re­gie­rung habe die Kran­ken­häu­ser und die dort Beschäf­tig­ten in die­sem Win­ter und Früh­jahr mit einer Viel­zahl an ziel­ge­rich­te­ten staat­li­chen Maß­nah­men unter­stützt und wer­de dies auch in Zukunft tun, wo immer nötig und mög­lich. Bay­ern habe sich bei­spiels­wei­se erfolg­reich beim Bund dafür stark gemacht, dass die Ver­sor­gungs­auf­schlä­ge des Bun­des bis zum 30. Juni 2022 ver­län­gert wur­den. „Ins­ge­samt haben wir hier bereits Zah­lun­gen in Höhe von rund 213 Mil­lio­nen Euro an die baye­ri­schen Kran­ken­häu­ser leis­ten kön­nen.“ Auch die Aus­gleichs­zah­lun­gen des Bun­des für Kran­ken­häu­ser, die plan­ba­re Auf­nah­men, Ope­ra­tio­nen oder Ein­grif­fe ver­schie­ben, um die Ver­füg­bar­keit von Behand­lungs­ka­pa­zi­tä­ten für COVID-19 Pati­en­ten zu erhö­hen, sei auf Drän­gen Bay­erns zuletzt bis zum 18. April ver­län­gert wor­den. Bis­lang hät­ten so rund 415 Mil­lio­nen Euro an die baye­ri­schen Kran­ken­häu­ser aus­ge­reicht wer­den kön­nen, um finan­zi­el­le Här­ten abzu­fe­dern. Für eine Ver­län­ge­rung der Aus­gleichs­zah­lun­gen bis zum 30. Juni 2022 mache er sich wei­ter­hin stark und habe sich dazu an Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Lau­ter­bach gewandt.

„Was hier geleis­tet wird, ist außergewöhnlich“

„Bei uns in den Kli­ni­ken ist die Pan­de­mie noch längst nicht vor­bei“, beton­te Roland Enge­hau­sen, Geschäfts­füh­rer der Baye­ri­schen Kran­ken­haus­ge­sell­schaft, mit Blick auf die finan­zi­el­le Lage der Kli­ni­ken in Bay­ern. „Eine Ver­län­ge­rung der Aus­gleichs­zah­lun­gen des Bun­des bis 30. Juni 2022 ist drin­gend gebo­ten. Außer­dem benö­ti­gen die Kli­ni­ken eine Bud­get­si­cher­heit für die Zeit nach der Pan­de­mie bis nächs­tes Jahr, um die nöti­gen Wei­chen zu stel­len, das Ver­sor­gungs­an­ge­bot bedarfs­ge­recht anpas­sen und die Fach­kräf­te ent­las­ten zu können.“

Holet­schek beton­te, der Frei­staat unter­stüt­ze die Kli­ni­ken mit der baye­ri­schen COVID-Son­der­zah­lung dar­in, die viel­fäl­ti­gen Mehr­be­las­tun­gen infol­ge der hohen Zahl an COVID-19-Erkrank­ten zu meis­tern. Die Kli­ni­ken müss­ten dabei min­des­tens die Hälf­te der Son­der­zah­lung an das mit der Behand­lung von COVID-19-Erkrank­ten beson­ders belas­te­te Per­so­nal wei­ter­ge­ben. Damit wol­le die Regie­rung das gro­ße Enga­ge­ment der Mit­ar­bei­ter beson­ders wür­di­gen und aner­ken­nen. Dane­ben erhal­ten Kli­ni­ken, die im Win­ter selbst vor dem Hin­ter­grund mas­si­ver Per­so­nal­aus­fäl­le drin­gend benö­tig­te Inten­siv­ka­pa­zi­tä­ten teils noch auf­ge­stockt haben, einen baye­ri­schen Inten­siv­pfle­ge­bo­nus, der zu 100 Pro­zent an das Per­so­nal gehe.

„Durch bewähr­te Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tu­ren – die Bezirks­ko­or­di­na­to­ren sowie die Ärzt­li­chen Lei­ter Kran­ken­haus­ko­or­di­nie­rung – und weit­rei­chen­de Anord­nungs­be­fug­nis­se haben wir zudem die best­mög­li­che Nut­zung der Kran­ken­haus­ka­pa­zi­tä­ten ermög­licht“, ergänz­te der Minis­ter. Er füg­te hin­zu, um Kran­ken­häu­ser schnell durch geeig­ne­tes Per­so­nal zu ent­las­ten, kön­nen Per­so­nal von Reha-Ein­rich­tun­gen vor­über­ge­hend in Kran­ken­häu­ser abge­ord­net wer­den. Nicht zuletzt haben wei­te­re Kran­ken­häu­ser wie Fach­kli­ni­ken erfolg­reich in die Ver­sor­gung von COVID-Pati­en­ten ein­ge­bun­den wer­den kön­nen, die nicht von den Aus­gleichs­zah­lun­gen des Bun­des pro­fi­tie­ren. Auch für die­se Fäl­le habe der Frei­staat finan­zi­el­le Unter­stüt­zung zuge­sagt. Anäs­the­sis­ten aus dem ambu­lan­ten Bereich könn­ten zudem – bei Bedarf – frei­wil­lig in den Kran­ken­häu­sern tätig wer­den – hier­für habe der Frei­staat eine ent­spre­chen­de Ver­ein­ba­rung mit der Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung tref­fen können.

„Mit Hil­fe der beschlos­se­nen Maß­nah­men konn­ten wir in die­sem Win­ter kurz­fris­tig die akut­sta­tio­nä­re Ver­sor­gung stär­ken, um die Her­aus­for­de­run­gen zu bewäl­ti­gen. Dies war sowohl in der Del­ta- als auch in der Omi­kron-Wel­le von gro­ßer Bedeu­tung. Wir haben die Kran­ken­häu­ser – auch zusätz­lich zu Leis­tun­gen des Bun­des – unter­stützt, ent­las­tet und auch die per­sön­li­chen Leis­tun­gen der Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter gewür­digt“, erklär­te der Minister.

Der Minis­ter füg­te hin­zu, die Kran­ken­häu­ser waren und sei­en – auch durch die ver­schie­de­nen Unter­stüt­zun­gen des Frei­staa­tes – in der Lage, sich auf das medi­zi­ni­sche Behand­lungs­ge­sche­hen zu kon­zen­trie­ren und die zuvor so nicht abseh­ba­ren Anfor­de­run­gen durch die ver­schie­de­nen Virus-Vari­an­ten best­mög­lich zu bewältigen.

„Auch mehr als zwei Jah­re nach Beginn der Pan­de­mie dür­fen wir den Ein­satz der Men­schen in den Kran­ken­häu­sern nicht als etwas Selbst­ver­ständ­li­ches sehen“, unter­strich Holet­schek. „Im Gegen­teil: Was hier geleis­tet wird, ist außer­ge­wöhn­lich. Des­halb unter­stüt­zen wir auch wei­ter­hin, wo wir können.“

Knapp 92 Pro­zent der Beschäf­tig­ten min­des­tens grundimmunisiert

Impf­quo­te in baye­ri­schen Pfle­ge­ein­rich­tun­gen wei­ter gestiegen

Die Impf­quo­te der Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter in baye­ri­schen teil- und voll­sta­tio­nä­ren Pfle­ge­ein­rich­tun­gen und Hos­pi­zen ist in den ver­gan­ge­nen drei Mona­ten wei­ter gestie­gen. Dar­auf hat Bay­erns Gesund­heits- und Pfle­ge­mi­nis­ter Klaus Holet­schek am Oster­mon­tag hingewiesen.

„In der Pfle­ge sind aktu­ell 91,9 Pro­zent der Beschäf­tig­ten min­des­tens grund­im­mu­ni­siert“, sag­te der Minis­ter. „Das sind fast sechs Pro­zent mehr als noch zu Beginn des Jah­res. Das ist eine posi­ti­ve Entwicklung!“

Der Minis­ter erläu­ter­te, dass sich fast neun Pro­zent der Beschäf­tig­ten seit Beginn des Jah­res noch ein drit­tes Mal haben imp­fen las­sen. Ins­ge­samt sei­en damit aktu­ell 64,4 Pro­zent der Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter in der Pfle­ge drei­fach geimpft, 2,3 Pro­zent hät­ten der Beschäf­tig­ten hät­ten bereits ihre zwei­te Auf­fri­schungs­imp­fung erhal­te und 1,6 Pro­zent sei­en zumin­dest erstgeimpft.

„Unse­re Pfle­ge­kräf­te sind sich ihrer Ver­ant­wor­tung bewusst“

„Bei der Quo­te der Auf­fri­schungs­imp­fun­gen müs­sen wir beden­ken, dass es eine erheb­li­che Anzahl an Aus­bruchs­ge­sche­hen vor allem in voll­sta­tio­nä­ren Pfle­ge­ein­rich­tun­gen gibt. Das heißt, dass auch vie­le Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter eine Infek­ti­on durch­ge­macht haben – und sich womög­lich des­halb noch kei­ne Auf­fri­schungs­imp­fung haben geben las­sen“, ergänz­te Holetschek.

Der Minis­ter unter­strich, bei den Beschäf­tig­ten in der Pfle­ge lie­ge die Impf­quo­te ins­ge­samt deut­lich höher als in der Gesamt­be­völ­ke­rung. Nur noch 6,5 Pro­zent sei­en unge­impft. „Auch das ver­deut­licht: Unse­re Pfle­ge­kräf­te sind sich ihrer Ver­ant­wor­tung bewusst. Sie schüt­zen nicht nur sich selbst und ihre Ange­hö­ri­gen, son­dern eben auch all die­je­ni­gen, um die sie sich Tag für Tag kümmern.“

Holet­schek bekräf­tig­te, dass vul­nerable Grup­pen dann am bes­ten geschützt sei­en, wenn sich mög­lichst vie­le Men­schen imp­fen las­sen. Des­halb for­de­re er einen neu­en Vor­stoß der Bun­des­re­gie­rung für eine all­ge­mei­ne Impf­pflicht. Soll­te dies nicht gesche­hen, müs­se auch die ein­rich­tungs­be­zo­ge­ne Impf­pflicht auf den Prüf­stand. „Denn alles ande­re wäre den­je­ni­gen gegen­über unfair, die seit zwei Jah­ren an vor­ders­ter Front gegen die Pan­de­mie kämpfen.“

Die Zah­len sind das Ergeb­nis der monat­li­chen Impf­sta­tus­ab­fra­ge durch das Lan­des­amt für Gesund­heit und Lebens­mit­tel­si­cher­heit (LGL). Teil- und voll­sta­tio­nä­re Pfle­ge­ein­rich­tun­gen sind nach dem Infek­ti­ons­schutz­ge­setz des Bun­des inzwi­schen meldepflichtig.

Kos­ten­freie Ruf­num­mer zur Unter­stüt­zung bei Missständen

“Pfle­ge-SOS Bay­ern” ab Mon­tag erreichbar

Am mor­gi­gen Mon­tag star­tet in Bay­ern für den Fall von Miss­stän­den in Pfle­ge­hei­men die neue Anlauf­stel­le mit dem Namen „Pfle­ge-SOS Bay­ern“, die gemein­sam mit dem Baye­ri­schen Lan­des­amt für Pfle­ge (LfP) auf­ge­baut wur­de. Die­se ist Teil eines Fünf-Punk­te-Plans, den der baye­ri­sche Gesund­heits­mi­nis­ter Holet­schek als Kon­se­quenz aus den Vor­fäl­len in einem Augs­bur­ger Pfle­ge­heim vor­ge­legt hatte.

„Miss­stän­de in Pfle­ge­hei­men müs­sen schnell erkannt und beho­ben wer­den. Des­halb ist es wich­tig, dass alle – wie Pfle­ge­be­dürf­ti­ge, Ange­hö­ri­ge und Pfle­ge­kräf­te – mög­li­che Beschwer­den rasch vor­tra­gen kön­nen. Wenn gewünscht, ist das auch anonym mög­lich, beton­te der Minister.

Der ‚Pfle­ge-SOS Bay­ern‘ wer­de ab dem 7. März unter fol­gen­der kos­ten­frei­er Num­mer erreich­bar sein: 09621−966966−0. Pfle­ge­be­dürf­ti­ge, An- und Zuge­hö­ri­ge sowie Pfle­ge­kräf­te könn­ten sich aber auch schrift­lich per E‑Mail an pflege-sos@lfp.bayern.de wenden.

Das „Pfle­ge-SOS Bay­ern“ eröff­net Betrof­fe­nen zusätz­lich zu den bereits bestehen­den Wegen eine ein­fa­che und unkom­pli­zier­te Mög­lich­keit, ihre Anlie­gen zen­tral anzu­brin­gen. Der Minis­ter unter­strich: „Mit dem Ange­bot unter­stüt­zen wir Betrof­fe­ne und bie­ten Ihnen kom­pe­ten­te Ansprech­part­ne­rin­nen und Ansprech­part­ner: Die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des ‚Pfle­ge-SOS Bay­ern‘ sind pfle­ge­fach­lich qua­li­fi­zier­te Exper­tin­nen und Exper­ten. Und wo wir nicht unmit­tel­bar wei­ter­hel­fen kön­nen, ver­mit­teln wir weiter.“

Zusätz­lich gibt es wei­ter­hin die über­ge­ord­ne­ten Beschwer­de­stel­len bei den sie­ben baye­ri­schen Regie­run­gen. Auch an die vor Ort zustän­di­ge Fach­stel­le für Pfle­ge- und Behin­der­ten­ein­rich­tun­gen (FQA) kann man sich auch künf­tig wenden.

Der Minis­ter erläu­ter­te, die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter wür­den die Anlie­gen auf­neh­men und an die rich­ti­ge Stel­le wei­ter­ge­ben, bei­spiels­wei­se an die zustän­di­ge Fach­stel­le für Pfle­ge- und Behin­der­ten­ein­rich­tun­gen. Wenn gewünscht, gesche­he dies anonym.

Exper­ten­ge­spräch am 25. März

Das „Pfle­ge-SOS Bay­ern“ ist Teil des Fünf-Punk­te-Plans, den Bay­erns Gesund­heits- und Pfle­ge­mi­nis­ter am 20. Febru­ar als Kon­se­quenz aus den Vor­fäl­len in einem Augs­bur­ger Pfle­ge­heim vor­ge­legt hat­te. „Wir haben mehr als 1.600 baye­ri­sche Pfle­ge­hei­me. Es ist unbe­strit­ten, dass in Bay­ern in der Pfle­ge gute Arbeit geleis­tet wird. Umso wich­ti­ger ist es aber, dass in ein­zel­nen kri­ti­schen Fäl­len genau hin­ge­schaut und scho­nungs­los auf­ge­klärt wird“, beton­te Holet­schek. Ziel sei es, die Qua­li­täts­si­che­rung in der Pfle­ge voranzutreiben.

Der Minis­ter bekräf­tig­te: „Die fünf Maß­nah­men unse­res Plans sind klar: das ‚Pfle­ge-SOS Bay­ern‘ bei Miss­stän­den beim LfP, ein Exper­ten­ge­spräch, ein Gut­ach­ten als Hand­rei­chung zur Ver­bes­se­rung der Struk­tu­ren, eine stär­ke­re Ein­bin­dung der Steue­rungs­stel­le Pfle­ge, die beim LGL in der Task-For­ce Infek­tio­lo­gie ange­sie­delt ist, und schnel­le Sofort­maß­nah­men bei Män­geln.“ Die Steue­rungs­stel­le Pfle­ge der Task-For­ce Infek­tio­lo­gie wird zudem noch stär­ker bei den Maß­nah­men zum Erhalt und Aus­bau der guten Pfle­ge in Bay­ern eingebunden.

Holet­schek füg­te hin­zu, dass auch der Ter­min für das Exper­ten­ge­spräch schon ste­he. „Wir wer­den am 25. März mit den zen­tra­len Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der Pfle­ge­be­dürf­ti­gen, Prüf­instan­zen, Ver­bän­de, aber auch aller Land­tags-Frak­tio­nen über die Novel­lie­rung des Pfle­ge- und Wohn­qua­li­täts­ge­set­zes dis­ku­tie­ren und die Aus­schrei­bung des exter­nen Orga­ni­sa­ti­ons­gut­ach­ten vor­be­rei­ten.“ Ziel des Gut­ach­tens ist es, Ver­bes­se­rungs­po­ten­zia­le unter Betei­li­gung der FQA sowie der Regie­run­gen herauszuarbeiten.

Holet­schek ver­wies zudem erneut dar­auf, dass die ört­li­chen Behör­den bereits ange­wie­sen wur­den, bei bestimm­ten Män­geln sofort Maß­nah­men anzu­ord­nen und nicht erneut zu bera­ten. Der Minis­ter unter­strich: „Wir brau­chen effi­zi­en­te Kon­trol­len – und das bedeu­tet kei­ne über­bor­den­de Büro­kra­tie, son­dern einen Fokus auf das, was zum Wohl der Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner wirk­lich zählt. Klar ist: Wir müs­sen alles dafür tun, dass bei der Pfle­ge der Mensch mit sei­ner Wür­de und sei­nen Bedürf­nis­sen im Mit­tel­punkt steht.“

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