Browse Tag

Kochen

Erlö­ser­schu­le bringt Koch­buch „Gar­ten­Kost“ heraus

Schü­ler säen, ern­ten und kochen kreativ

In einem Koope­ra­ti­ons­pro­jekt ist an der Erlö­ser­schu­le ein beson­de­res Koch­buch ent­stan­den: „Gar­ten­Kost“. Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler haben es krea­tiv mit Mate­ria­li­en aus dem Schul­gar­ten gestal­tet und zeig­ten beim Orts­ter­min Bam­bergs Zwei­tem Bür­ger­meis­ter und Sozi­al­re­fe­rent Jonas Glüsen­kamp ihre Koch-Fer­tig­kei­ten. Die­ser schwang auch gleich selbst den Koch­löf­fel, wie die Stadt Bam­berg mitteilt.

Nein, Sei­ten­zah­len gibt es kei­ne. Schließ­lich ist es ein Maga­zin zur Inspi­ra­ti­on – und die bekommt man. Denn so bunt und mulikul­tu­rell wie die Kin­der und Jugend­li­chen, die die Erlö­ser­schu­le in Bam­berg-Ost besu­chen, ist auch die­ses Koch­buch. 70 Pro­zent der Schü­ler haben Migra­ti­ons­hin­ter­grund. Wenn sie gemein­sam mit ihren Klas­sen­ka­me­ra­den die Hän­de in die Erde gra­ben, Rüben ern­ten oder dar­über phi­lo­so­phie­ren, wann die Zwie­beln beim Anbra­ten gla­sig genug sind, muss sich nie­mand erklä­ren. Man ver­steht sich und erschafft zusam­men etwas. Zum Bei­spiel Wal­nuss-Ata­yef, Grün­kohl-Ein­topf mit Grau­pen oder Shash­uka. Letzt­ge­nann­tes gibt es beim Orts­ter­min von Bür­ger­meis­ter Jonas Glüsen­kamp in der Schul­kü­che. Der rührt zufrie­den die Papri­ka im Koch­topf. „Sowohl den Schul­gar­ten, als auch das Koch­buch konn­ten wir über Mit­Mach­Kli­ma för­dern. Es ist schön zu sehen, dass die Schu­le dank der finan­zi­el­len Unter­stüt­zung eine Künst­le­rin mit ein­be­zie­hen konn­te. So etwas ist in einem nor­ma­len Schul­bud­get oft nicht abzu­bil­den“, so Glüsen­kamp. Eben­falls betei­ligt war von städ­ti­scher Sei­te KS:BAM, der Kultur.Service Bam­berg für Schu­len und Kitas, über die Initia­ti­ve „kul­tu­rel­le Klimabildung“.

Die inhalt­li­che Aus­ge­stal­tung und Umset­zung kam von der Schu­le in Koope­ra­ti­on mit der Künst­lern Karin Berg­dolt. Ihr ist die Begeis­te­rung über das Enga­ge­ment-Pro­jekt anzu­mer­ken. Sie drückt dem Bür­ger­meis­ter gleich einen Stem­pel zum Sel­ber-Schnit­zen in die Hand, wie er auch für das Koch­buch ver­wen­det wur­de. „Wir haben uns zur Ern­te des Gemü­ses jeweils eine künst­le­ri­sche Metho­de aus­ge­sucht. Wir haben geschält, gezeich­net, gestem­pelt oder Col­la­gen gemacht.“ Die fina­le Gestal­tung hat eine Gra­fi­ke­rin über­nom­men, gedruckt wur­de mit mög­lichst wenig Druckertinte.


Initia­to­rin­nen lie­ßen Pro­jekt wach­sen und gedeihen

Die Initia­ti­ve für „Gar­ten­Kost“ kam von Judith San­der, Fach­leh­re­rin Ernäh­rung und Sozia­les. Gemein­sam mit der Künst­le­rin Karin Begdolt wuchs und gedieh die Idee bis zur Ern­te­rei­fe. Jedes Jahr macht Judith San­der mit den Schü­lern, die das Gemü­se im Schul­gar­ten anbau­en, ein neu­es Pro­jekt. „Gar­ten­Kost“ ging als eines aus der Zusam­men­ar­beit her­vor. „Denn Schu­le sind nicht nur Fächer, Schu­le ist Leben“, sagt sie. Und: „Wer das Leben ver­ste­hen will, muss es anfas­sen dür­fen, muss gestal­ten, schme­cken, schei­tern und wach­sen“, wie sie im Vor­wort des Koch­buchs schreibt. Auf der ers­ten Sei­te begrüßt übri­gens die bekann­te Bam­ber­ger Lyri­ke­rin Nora Gom­rin­ger die Lese­rin­nen und Leser des Maga­zins als „lei­den­schaft­lich Essen­de und gro­ße Freun­din der Künste“.

Schul­lei­te­rin Elke Barth ist beein­druckt davon, wie „Kunst und Enga­ge­ment zusam­men­kom­men“ – und enga­giert sind die Schü­le­rin­nen und Schü­ler in der Tat. Ferit zum Bei­spiel hat sich aus drei Wahl­fä­chern ganz bewusst für den Schul­gar­ten bzw. das Kochen ent­schie­den. „Ich koche das gan­ze Schul­jahr über jeden Frei­tag im Fach Ernäh­rung und Sozia­les. Das macht mir rich­tig Spaß und ich kann etwas erschaf­fen“, sagt er.

Bau­ern­mu­se­um Bam­ber­ger Land

Feri­en­aben­teu­er begeis­tert Kinder

Beim Feri­en­aben­teu­er, das auch die­ses Jahr wie­der in den ers­ten bei­den Som­mer­fe­ri­en­wo­chen vom Bau­ern­mu­se­um Bam­ber­ger Land ange­bo­ten wur­de, erwar­te­te die teil­neh­men­den Kin­der ein abwechs­lungs­rei­ches Pro­gramm mit vie­len krea­ti­ven Work­shops und Aktionen.

Unter dem Mot­to „Guten Appe­tit! – Kochen wie vor 100 Jah­ren“ und „Krea­tiv und aktiv im Bau­ern­mu­se­um“ beka­men die Kin­der im Alter zwi­schen 6 und 12 Jah­ren aus der Stadt und dem Land­kreis einen Ein­blick, was und wie auf dem Land frü­her gekocht und gelebt wur­de. Ver­mit­telt wur­de dabei, wel­che Auf­ga­ben und Arbei­ten die Men­schen vor 100 Jah­ren in müh­se­li­ger Hand­ar­beit ver­rich­tet haben. Neben dem Wäsche­wa­schen mit Kern­sei­fe und einem Wasch­brett setz­ten die Kin­der ihren eige­nen Brot­teig an, „füt­ter­ten“ und kne­te­ten die­sen und konn­ten schließ­lich ihr eige­nes Brot im Stein­ofen backen und mit selbst­ge­rühr­ter But­ter genießen.


Ern­te his­to­ri­scher Gemüsesorten


Aktio­nen rund um die „Kar­tof­fel“ ver­deut­lich­ten den hohen Stel­len­wert der „tol­len Knol­le“, die sowohl in frü­he­ren Zei­ten aber auch im Feri­en­aben­teu­er viel­sei­ti­ge Varia­ti­ons­mög­lich­kei­ten in der Küche bot, schließ­lich zähl­te sie zu den wich­tigs­ten Grund­nah­rungs­mit­teln. Und Krap­fen backen war ein­fach ein „Muss“, so wie es auch heu­te noch zu vie­len Fes­ten in ober­frän­ki­schen Dör­fern gepflegt wird. Im muse­ums­ei­ge­nen Gar­ten ern­te­ten die Kin­der his­to­ri­sche Gemü­se­sor­ten und gin­gen dabei auch ganz prak­tisch der Fra­ge nach, wie die rei­che Ern­te halt­bar gemacht wer­den konn­te. Wie bereits in Groß­mutters Zei­ten leg­ten die Kin­der das Gemü­se in Salz­was­ser ein, wel­ches „fer­men­tiert“ und so auch bis in den Win­ter genieß­bar bleibt und dabei ein beacht­li­cher Vit­amin­spen­der ist.

Im Zusam­men­hang mit der Son­der­aus­stel­lung zu „Mariä Him­mel­fahrt“ konn­ten die Kin­der in der zwei­ten Woche erfah­ren, wor­in die zahl­rei­chen (Heil-)Kräuter und Blü­ten aus dem Muse­ums­gar­ten und den angren­zen­den Wie­sen über­all Ver­wen­dung fin­den kön­nen. Krea­tiv wer­den konn­ten die Kin­der bei der Her­stel­lung von selbst­ge­mach­ter Sei­fe, Kräu­ter­creme und Kräu­ter­salz. Und bei so viel erwor­be­nem Kräu­ter­wis­sen lag es auf der Hand, dass viel­fäl­ti­ge Tee­krea­tio­nen der Kin­der die Gau­men der Ver­ant­wort­li­chen ver­wöhn­ten und dazu auch noch gut taten. Was auch Land­rat Johann Kalb und Bür­ger­meis­ter Jako­bus Kötz­ner bei ihrem Besuch im Bau­ern­mu­se­um bestätigten.

Gera­de nach der lan­gen Zeit, in der sich beson­ders die Kin­der auf die Beschrän­kung von sozia­len Kon­tak­ten und wei­te­ren Ein­schrän­kun­gen ein­stel­len muss­ten, war es für die Ver­ant­wort­li­chen beson­ders schön zu sehen, wie sie im Feri­en­aben­teu­er gemein­sam aktiv sein konn­ten und dabei vor Krea­ti­vi­tät sprüh­ten und ihre eige­nen Ideen mit­brach­ten und umsetzten.

50 Jah­re – 50 Rezepte

Deutsch-fran­zö­si­sches Koch­buch zur Erin­ne­rung an 50 Jah­re Bamberg-Rodez

„Not macht erfin­de­risch“, dach­ten sich die Orga­ni­sa­to­ren des 50. Städ­te­part­ner­schafts­ju­bi­lä­ums Bam­berg-Rodez. Nach­dem die Fol­gen der Coro­na-Pan­de­mie die geplan­ten per­sön­li­chen Begeg­nun­gen zum Part­ner­schafts­ju­bi­lä­um unmög­lich mach­ten, initi­ier­te Bri­git­te Rie­gel­bau­er, die Städ­te­part­ner­schafts­be­auf­trag­te im Bam­ber­ger Rat­haus, ein Koch­buch-Pro­jekt mit dem Mot­to „Lie­be geht durch den Magen“.

Über­tra­gen auf die Städ­te­part­ner­schaft Bam­berg-Rodez nutz­te die deutsch-fran­zö­si­sche Fan­ge­mein­de die Mög­lich­keit, in Abspra­che mit ihren lang­jäh­ri­gen Freun­den hier wie dort Rezep­te ein­zeln oder gemein­sam zu kochen, um auf die­se Art und Wei­se wäh­rend der Coro­na-Pan­de­mie in Ver­bin­dung zu blei­ben. Zum 50. Jubi­lä­um der Part­ner­schaft ist so ein deutsch-fran­zö­si­sches Koch­buch ent­stan­den mit der Mög­lich­keit, die Küche des Part­ners kennenzulernen. 

Pas­send zum Jubi­lä­um laden 50 Rezep­te zum Nach­ko­chen ein. Auf Sei­ten Bam­bergs dür­fen Klas­si­ker wie Frän­ki­sches Schwei­ne­schäu­fela und Sau­er­bra­ten nicht feh­len, abge­run­det durch Peti­tes­sen wie Leb­ku­chen Bam­ber­ger Art oder Apfel­kräpfla. Die cui­sine à la Rodez kennt hin­ge­gen Boules de chou far­ci, über­setzt gefüll­te Kohl­ku­geln, oder Couf­idou ou dau­be avey­ron­nai­se, den lan­des­ty­pi­schen Rind­fleisch­ein­topf, bei dem das Rind­fleisch über Nacht in eine Mix­tur aus Rot­wein, Zwie­beln, Knob­lauch, Nel­ken, Thy­mi­an, Lor­beer­blatt sowie Salz und Pfef­fer gelegt wird. Nicht feh­len dür­fen auch hier Schman­kerln wie der Pud­ding ähn­li­che Flan Pâtis­sier – übri­gens ein Rezept des fran­zö­si­schen Gene­ral­kon­suls aus Mün­chen – oder der gehalt­vol­le Gâteau a la bro­che avey­ron­nais, ein Baum­ku­chen, für des­sen Zube­rei­tung unter ande­rem 1 Kilo­gramm Mehl, 1 Kilo­gramm Zucker und 24 Eier benö­tigt werden.

Das Koch­buch ent­hält die 50 Rezep­te auf jeweils einer Dop­pel­sei­te, jeweils bebil­dert und in einer deut­schen und fran­zö­si­schen Ver­si­on. Gruß­wor­te von Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke, Bür­ger­meis­ter Chris­ti­an Teyssed­re, Kai Non­nen­ma­cher vom Deutsch-Fran­zö­si­schen Club e.V. und Mar­ti­ne Brin­gu­ier sowie Agnès Cuis­set vom Part­ner­schafts­ko­mi­tee Rodez-Bam­berg run­den das Büch­lein ab. 

Das deutsch-fran­zö­si­sche Koch­buch ist ein Gemein­schafts­werk. Neben dem Part­ner­schafts­ko­mi­tee Rodez und dem Deutsch-Fran­zö­si­schen Club Bam­berg, die ihren Teil zum Gelin­gen bei­getra­gen haben, geht der Dank vor allem an die vie­len – von Schüler:innen bis zu Grün­dungs­mit­glie­dern der Part­ner­schaft –, die ihre Koch­re­zep­te ver­öf­fent­licht haben.

Das Koch­buch ist für einen Unkos­ten­bei­trag von sechs Euro erhält­lich und kann unter der E‑Mail-Adres­se brigitte.riegelbauer@stadt.bamberg.de oder der Tele­fon­num­mer 0951 /​/​87–1010 bestellt wer­den, solan­ge der Vor­rat reicht, da die Auf­la­ge limi­tiert ist.