Musicals, Komödien und Kabarett
Fränkischer Theatersommer in der Bamberger KUFA
Ende April hat die neue Spielzeit beim „Fränkischen Theatersommer“ begonnen, seit vergangener Woche ist das Ensemble der Landesbühne Oberfranken auch wieder in Bamberg in der Kulturfabrik (KUFA). Morgen geht es weiter mit „Mein Kind, wir waren Kinder“.
In „Mein Kind, wir waren Kinder“, zu dem Vam Bery alias Sybille Fritz die Musik geschrieben hat, geht es um das innere Kind, das jeder Erwachsene in sich trägt. Um es wach zu kitzeln und lebendig zu erhalten, braucht es Poesie und Musik, Lustiges und Nachdenkliches und eine Prise Unsinn. All das präsentieren an diesem Abend die Kinderbuchautorin Dagmar-Friederike Geisler, die Musikerin und Komponistin Vam Bery und Intendant Jan Burdinski. Gemeinsam wollen sie dem Kind im Erwachsenen nachspüren.
Mit „Fränkischer wird’s nemmer!“ kommt Klaus Karl-Kraus am 6. August um 19:30 Uhr auf die Bühne der KUFA. In seinem abendfüllenden Programm, in dem er den fränkischen Dialekt, den er so liebt, kabarettistisch aufblitzen lässt und virtuos damit spielt, gibt er Einblicke in die Fränkische Seele. Und damit ist er auch schon fast eine Legende – zumindest für uns Franken.
In „Resi, Tod und Teufel“ am 7. August um 19:30 Uhr, einer Eigenproduktion der Landesbühne Oberfranken mit dem Autor Rainer Dohlus und mit Musik von Franz Zwosta, bespielt das Ensemble die Irrungen und Wirrungen der digitalen Welt, in der wir uns befinden. So muss Johanna Wagner-Zangl als Resi, eine alte Frau aus Unterschnepfenbach, erleben, dass es wegen einer verlorenen Datei im Computer der Gemeinde keinen neuen Personalausweis gibt und das Konto bei der Bank gesperrt bleibt. Doch es ist viel schlimmer: Ohne Geld kein Smartphone und auch keine Whatsapp. Und damit ist sie abgehängt von der überaus wichtigen dörflichen Gerüchteküche, zumal auch der Supermarkt seine Tore für immer schließt und damit Resis soziales Umfeld an der Supermarktkasse abrupt beendet wird. Mit Regenschirm und Handtasche bewaffnet stürmt sie durchs Dorf, bereit, dem digitalen Sensenmann den Kampf anzusagen.
„Johanna Wagner-Zangl ist wie geschaffen für diese Resi- Rolle!“, so Intendant Jan Burdinski, „und das ganze übrige Männer-Ensemble trumpft mit großer Spiellust auf.“ In weiteren Rollen spielen Erwin Schraudner, Felix Braune, Leif Erik Klenner, Michael Kaiser und Rainer Dohlus.
Mit „Marilyn Monroe – What A Beautiful Dream“ am 8. August um 19:30 Uhr in der Kategorie Musical & Musiktheater kommt Jan Burdinski mit seiner Frau Nadine Burdinski in die Bamberger KUFA. Marilyn Monroe, eine weitere Legende und die Verkörperung des amerikanischen Traums in Blond, ist bis heute vielen in Erinnerung geblieben. Ihr tragischer Tod im Sommer 1962 im Alter von nur 36 Jahren bewegte die ganze Welt. Sie war eine Ikone, ein Kassenschlager für Hollywood und nebenbei auch ein Gesangstalent. Während die Filmindustrie sie auf das Klischee der naiven Blondine reduzierte, war sie doch viel mehr als das, nämlich eine aufrichtige Schauspielerin mit hohem Anspruch an sich selbst. Gezeigt wird die schillernde Persönlichkeit und die Art ihres Gesangsvortrags – facettenreich nachempfunden von Nadine Burdinski. „Marilyn Monroe ist Mythos, Legende und Jahrhundertgestalt und hat zahlreiche Sängerinnen, Filmschaffende, Schriftsteller und bildende Künstler inspiriert – und wird durch ihre Interpretin Nadine auch das heutige Publikum bezaubern“, versichert der Intendant.
Am 9. August um 19:30 Uhr zeigt das Ensemble mit „Mandragora – Liebesgift und Liebeszauber“, eine italienische Komödie frei nach Nicolo Machiavelli, die letzte Aufführung der diesjährigen KUFA-Serie. Callimaco, ein Abenteurer, begegnet der schönen Florentinerin Lucrezia. Sie ist bereits mit Nicia verheiratet und zunächst nicht an Callimaco interessiert – wären da nicht Marietta, die Zofe von Lucrezia, und Siro, der Diener von Callimaco. Siro inszeniert auf Kosten des reichen und ältlichen Nicia ein aufwendiges Intrigenspiel, damit sein Herr Callimaco doch noch die schöne Lucrezia erobern kann. Dazu muss dieser jedoch so manche Strapaze auf sich nehmen und in fremde Rollen steigen.
Die freche und faszinierende Komödie hat Niccolo Machiavelli, der als Theoretiker für den politischen Machterhalt gleichermaßen berühmt wie auch berüchtigt ist, am Ende seines Lebens der Nachwelt hinterlassen. Sie ist von Boccacios „Decamerone“ inspiriert, jener Sammlung erotischer Geschichten, die auch jene Erzählung über die Liebeswurzel „Mandragora“ enthält. „Damit haben wir unser Publikum hoffentlich neugierig gemacht“, so Jan Burdinski. „Mandragora“ spielen Nadine Buschmann, Olli Reissig, Selina Früchtl und Jan Burdinski
Umbau Heimspielstätte geht voran
Der langjährige Um- und Ausbau der neuen Heimspielstätte auf Gut Kutzenberg in Ebensfeld zum Theaterzentrum geht weiter voran. „Wir erwarten, dass die Bauarbeiten bis Ende 2026 oder im Frühjahr 2027 abgeschlossen sind“, sagt Jan Burdinski. Geplant ist, dass sämtliche Abteilungen des Theaterbetriebes, wie Kostüm‑, Requisiten- und Technikfundus, Werkstätten sowie Proben‑, Aufführungs- und Verwaltungsräume dann an einem Ort versammelt sind. Auch die Angebote der Theaterpädagogik sollen dort ausgebaut und weiterentwickelt werden. Der Gutshof, der unter Denkmalschutz steht und eine Schenkung des Bezirks an die Landesbühne Oberfranken ist, bietet mit seinem Hauptgebäude und dem Pferdestall ein besonderes architektonisches Ambiente. Auch der großzügige Hofplatz und das idyllische Gartentheater sollen als Freiflächen für viele Theateraktivitäten künftig genutzt werden. Kleiner Hinweis für Theater-Fans: Für den fortschreitenden Umbau können unterstützend Patenschaften auf Spendenbasis übernommen werden.
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