Erzbischof Gössl gratuliert im Namen des Bistums
Alt-Erzbischof Karl Braun wird 95 Jahre alt
Der frühere Bamberger Erzbischof Karl Braun wird am Samstag, dem 13. Dezember, 95 Jahre alt. Erzbischof Herwig Gössl gratuliert dem Jubilar mit einem Glückwunschschreiben im Namen des ganzen Erzbistums. Seit seiner Emeritierung 2001 diene er der Kirche durch sein Gebet und sei ein „wacher und aufmerksamer Begleiter der aktuellen Vorgänge in Kirche und Welt“ geblieben.
„Ich danke Dir für Deine Verbundenheit und für Deine liebenswürdigen und pastoral hilfreichen Gedanken, die immer zugleich getragen sind vom Fundament einer tiefen Verwurzelung im katholischen Glauben“, fügte Gössl in seinem Brief hinzu. Mit dem Bamberger Pastoralgespräch habe Karl Braun einen wichtigen Akzent der Synodalität im Erzbistum gesetzt. „In unzähligen Impulsen und Ansprachen hast Du Dich um eine Vertiefung der inhaltlichen Gespräche und um eine Stärkung des Glaubens bemüht“, so Gössl.
Der emeritierte Erzbischof Ludwig Schick würdigte seinen Vorgänger mit den Worten: „Du hast Dein ganzes Leben im Geist Jesu Christi der Kirche und den Menschen gewidmet.“ Er wünschte ihm weiter Gesundheit des Leibes und der Seele, Zufriedenheit und Wohlergehen.
Karl Braun wurde am 13. Dezember 1930 in Kempten in einer Kaufmannsfamilie geboren. Am 10. Oktober 1958 wurde er in Rom zum Priester geweiht. Nach Aufgaben in der Seelsorge in Grönenbach und Murnau studierte Braun ab 1962 Kirchenrecht in Rom. Er war Konzilssekretär der Bischöfe Joseph Freundorfer und Josef Stimpfle. In seinem Heimatbistum Augsburg war er Domvikar und zweiter Sekretär von Bischof Stimpfle sowie Leiter der diözesanen Vorbereitungskommission der Gemeinsamen Synode der deutschen Bistümer. 1972 wurde er ins Augsburger Domkapitel berufen. Als Bistumstheologe war Karl Braun Ansprechpartner für Fragen des Glaubens und der Liturgie. Am 17. April 1984 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Eichstätt. Die Bischofsweihe empfing er am 16. Juni 1984 im Eichstätter Dom.
Am 25. März 1995 ernannte Papst Johannes Paul II. Karl Braun zum Erzbischof von Bamberg. Er war damit der 74. Bischof und der zwölfte Erzbischof. Sechs Jahre lang leitete Karl Braun die Erzdiözese. In seine Amtszeit fiel das Bamberger Pastoralgespräch, in dem sich Gläubige und Hirten intensiv mit der Kirche und der Erzdiözese Bamberg vor den Herausforderungen der heutigen Zeit beschäftigten. Auch seine überdiözesanen Aufgaben in der Deutschen Bischofskonferenz versah Erzbischof Braun mit dem Blick auf die Einheit der Kirche in Deutschland und deren Einbindung in die Weltkirche.
Auch nach seinem Ruhestand, den er zurückgezogen in Bamberg-Wildensorg verbringt, hat er zahlreiche Bücher und Beiträge in Zeitschriften zu Themen des geistlichen Lebens der Priester und zur gegenwärtigen Situation der Kirche veröffentlicht.
10.000 Euro für kinderreiche Familien in akuter Notlage und Initiativen der Caritas
Stiftung von Erzbischof em. Schick unterstützt Familien und Projekte
Mit einer Gesamtsumme von 10.000 Euro unterstützt die Familienstiftung Kinderreich des früheren Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick erneut Familien mit vielen Kindern sowie wichtige Projekte der Familienhilfe, wie das Erzbistum Bamberg mitteilt.
Die Mittel kommen Familien zugute, die in diesem Jahr besonders stark von finanziellen Engpässen, gesundheitlichen Belastungen, beengten Wohnverhältnissen oder sozialen Krisensituationen betroffen waren. Gleichzeitig stärkt die Stiftung Einrichtungen der Caritas, die seit Jahren wertvolle Arbeit für Kinder und Eltern in herausfordernden Lebenslagen leisten.
Die Stiftung fördert in diesem Jahr mit 3000 Euro die Kindererholung des Diözesan-Caritasverbandes Bamberg. Sie ermöglicht jährlich zweiwöchige Ferienfreizeiten mit pädagogischer Begleitung und bietet insbesondere Kindern im Alter von 8 bis 14 Jahren aus finanziell belasteten Familien einen unbeschwerten Aufenthalt. Darüber hinaus unterstützt die Stiftung mit 1000 Euro die Bildungsmaßnahme „Fit für Familie“, die Familien in schwierigen Situationen eine intensive Woche mit pädagogischer Begleitung, alltagspraktischen Themen und stabilisierenden Impulsen in der Jugendherberge Pottenstein bietet. Ebenso erhält das Projekt „Schulmaterial – Lager“ der Caritas Erlangen 1000 Euro, damit bedürftige Familien beispielsweise zum Schuljahresbeginn besser ausgestattet sind, wenn staatliche Zuschüsse nicht ausreichen.
Neben diesen drei Projekten werden auch fünf Familien mit bis zu sechs Kindern in akuten Notlagen mit insgesamt 5000 Euro gefördert. Die Bandbreite der Unterstützungsanliegen ist groß Sie reicht von notwendigen Möbeln in Haushalten, in denen Kinder keinen eigenen Schlafplatz hatten, über Winterbekleidung und Haushaltsgeräte für Familien in wirtschaftlichen Engpässen bis zu Hilfe bei Renovierungsarbeiten, um dringend benötigten Wohnraum für Kinder herzurichten. Besonders belastete Familien, darunter Alleinerziehende, Menschen nach Flucht, Familien in Trennungssituationen oder Haushalte, die durch Krankheitsphasen oder fehlende Einkommen zeitweise in Not geraten waren, erhalten gezielte Entlastung in Höhe von 400 bis 1900 Euro.
Die Stiftung sieht ihre Aufgabe vor allem darin, dort zu helfen, wo staatliche Maßnahmen nicht ausreichen und Familien mit vielen Kindern schnell und unbürokratisch Unterstützung benötigen. Die Zuwendungen erfolgen unabhängig von Herkunft oder Religionszugehörigkeit, entscheidend sind der Wohnsitz im Gebiet der Erzdiözese Bamberg sowie eine besondere Bedürftigkeit. Gerade in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten möchte die Stiftung dazu beitragen, dass Familien Stabilität erfahren und Kinder gute
Entwicklungs- und Bildungschancen behalten
Erzbischof Schick betonte die Bedeutung von Familien mit Kindern für den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft „Gerade in Zeiten hoher Belastungen dürfen wir sie nicht allein lassen. Die Stiftung Kinderreich zeigt jedes Jahr neu, wie wichtig konkrete und verlässliche Hilfe ist. Mein Wunsch ist, dass diese Unterstützung den Familien Mut macht und ihnen zeigt, dass sie nicht vergessen sind.“
Diözesancaritasdirektor Michael Endres dankte dem Erzbischof für sein Engagement, das er auch nach seinem Amtsverzicht vor drei Jahren fortführe, und fügte hinzu „Unsere Beratungsstellen erleben täglich, wie sehr steigende Preise und soziale Unsicherheiten die Familien belasten. Besonders Haushalte mit vielen Kindern geraten schnell an ihre Grenzen.“ Die Hilfe aus der Stiftung komme genau dort an, wo sie am dringendsten gebraucht werde.
Weitere Informationen über die Arbeit der Stiftung finden sich hier.
Erzbischof seit 2002
Ludwig Schick als Erzbischof verabschiedet
Mit einem Gottesdienst hat sich am dritten Adventssonntag (11. Dezember) Ludwig Schick nach mehr als 20 Jahren als Bamberger Erzbischof verabschiedet. Schick war seit 2002 Erzbischof von Bamberg. Am 1. November 2022 hatte Papst Franziskus das Rücktrittsgesuch des 73-Jährigen angenommen.
In seiner Abschieds-Predigt blickte Ludwig Schick auf seine 20 Amtsjahre zurück, wie das Erzbistum in einer Mitteilung bekanntgab. Als Erfolge dieser Zeit nannte er die Umsetzung des Pastoralgesprächs, die Erstellung eines Pastoralplans, die Konsolidierung der Finanzen, das tausendste Jubiläum von Bistum und Dom, die Bildung der Seelsorgebereiche, die Umstrukturierung im Ordinariat und die Sanierung und Renovierung vieler Bauten. Dann kam er auf die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen und die Prävention gegen Missbrauch zu sprechen, diese seien „angegangen worden“.
Diözesanadministrator und Weihbischof und Schicks Nachfolger bis ein neuer Erzbischof bestimmt ist, Herwig Gössl, dankte in seiner Rede während des Gottesdienstes für 20 Jahre treue, sichere, weitsichtige, väterliche und brüderliche Führung durch schwierige Zeiten. „Wir wissen zu schätzen, dass in unserem Erzbistum ein vertrauensvoller und offener Umgangston und ein gutes Miteinander herrschen, und wir wissen, wem wir das auch zu verdanken haben.“
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Georg Bätzing, verglich Schick mit dem Bamberger Reiter: „Wie der Reiter war er immer unterwegs. Er war immer bei den Menschen. Und war immer dort, wo Not besonders groß ist.“
Der Münchner Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, blickte auf herausfordernde gemeinsame Jahre in der Freisinger Bischofskonferenz zurück. Er nannte Schick einen „Schaffer“, der Arbeit annehme und nicht davor weglaufe.
Auch Dorothea Greiner, evangelisch-lutherische Regionalbischöfin Bayreuths, Astrid Schubert und Günter Heß, Vorsitzende des Diözesanrats, der Würzburger Bischof Franz Jung, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Oberbürgermeister Andreas Starke würdigten im Verlauf des Gottesdienstes Ludwig Schick.
Abschließend bedankte sich dieser für alles Wohlwollen, alle Hilfe und Mitarbeit. In zuversichtlicher Erwartung auf die Barmherzigkeit Gottes scheide er aus dem Dienst, werde aber zu Diensten bleiben. „Nun stehen neue Aufgaben an, die ein neuer Bischof mit Kraft und Energie anfassen wird.“
Papst Franziskus nimmt Amtsverzicht an
Ludwig Schick legt Amt als Erzbischof nieder
Bambergs Erzbischof Ludwig Schick legt nach 20 Jahren sein Amt nieder, wie das Erzbistum Bamberg heute bekanntgab. Papst Franziskus habe am Allerheiligentag der Bitte Ludwig Schicks entsprochen, ihn vom Amt zu entpflichten.
Ludwig Schick betonte, er lege „dankbar und zuversichtlich“ wichtige Entscheidungen und Weichenstellungen in die Hände eines Nachfolgers.
Die Entscheidung wurde am Dienstag zeitgleich in Rom und in Bamberg verkündet. Mit seinem Rücktritt wolle Schick die bevorstehenden wichtigen Entscheidungen und Weichenstellungen im Erzbistum einem jüngeren Nachfolger überlassen. „Vernunft und Verantwortung“ hätten ihn bereits im ersten Quartal des Jahres zu dieser Überzeugung kommen lassen. In einer Privataudienz im April habe er deshalb dem Papst seinen Rücktritt angeboten, schreibt Schick, der im September 73 Jahre alt geworden ist, in einem am Dienstag veröffentlichten Brief an die Menschen im Erzbistum Bamberg.
Seine Aufgaben im Erzbistum habe er in seiner 20-jährigen Amtszeit erfüllt und abgeschlossen, schreibt Schick weiter und nennt die Beschlüsse des Bamberger Pastoralgesprächs, die Strukturreform mit der Bildung neuer Seelsorgebereiche sowie die Renovierung zahlreicher Gebäude wie das Bamberger Priesterseminar, das Jugendhaus Burg Feuerstein, die Akademie Caritas-Pirckheimer-Haus in Nürnberg, die Bildungshäuser Vierzehnheiligen sowie alle Schulen in katholischer Trägerschaft und viele Kirchen, Kapellen, Kindergärten und Seniorenheime. Auch das Ordinariat sei neu strukturiert worden. „Vor allem konnte die tägliche Seelsorgearbeit in Verkündigung, Gottesdienst und karitativer Gemeinschaftbildung getan werden“, schreibt Schick weiter.
Administrator soll zeitnah Leitung interimsweise übernehmen
In seinem Brief weist Schick auf bevorstehende Personalentscheidungen im Erzbistum und auf die Umsetzung der Reformbeschlüsse des Synodalen Wegs und des weltweiten synodalen Prozesses hin. Papst Franziskus habe ihn zunächst gebeten, weiter im Amt zu bleiben. „Nach nochmaligem Vortragen meiner Gründe hat er meiner Bitte Ende September dann entsprochen“, erläutert Schick. Der Amtsverzicht ist damit am 1. November 2022 wirksam geworden.
Schick betont weiter, dass er alle übernommenen und zugesagten Verpflichtungen erfüllen werde, sofern dies von den Gläubigen und Gemeinden sowie dem künftigen Administrator des Erzbistums gewünscht werde. „Dankbar und zuversichtlich scheide ich aus dem Amt“, schreibt er. „Die Aufgaben der Kirche in Verkündigung der frohen Botschaft in den Gottesdiensten, der Seelsorge und Caritas können auf einem guten Fundament fruchtbar weitergeführt werden.“ Das Schreiben endet mit den Worten: „Ich bin dankbar, dass ich am Allerheiligentag ausscheiden darf und die Erzdiözese Bamberg sowie die ganze Kirche Jesus Christus und allen Heiligen für eine segensreiche Zukunft anvertrauen darf.“
Die katholische Kirche sieht Schick derzeit in einer Phase der Neuorientierung, wie das Erzbistum Bamberg mitteilt. „Reformen sind möglich und nötig“, betonte er und machte auch deutlich, dass die Gemeinschaft der Glaubenden wichtiger ist als die Institution Kirche.
In den letzten Monaten seiner Amtszeit musste Schick sich auch verstärkt mit der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen befassen. Jeder Fall habe ihn tief erschüttert, betonte er und räumte auch Kommunikationsfehler der Bistumsleitung in den vergangenen Jahrzehnten ein. Missbrauch sei Mord an Kinderseelen.
Ludwig Schick wurde am 22. September 1949 in Marburg geboren und 1975 in Fulda zum Priester geweiht. 1995 wurde er Generalvikar in Fulda, 1998 Weihbischof. Ab 1985 war er Inhaber des Lehrstuhls für Kirchenrecht an der Theologischen Fakultät in Fulda, bis er 2002 zum Erzbischof von Bamberg ernannt wurde. Von 2006 bis 2021 war er Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz. In seine Amtszeit in Bamberg fielen das 1000. Bistumsjubiläum 2007 und das 1000. Domjubiläum 2012.
Das Domkapitel werde baldmöglichst einen Administrator wählen, der bis zur Ernennung eines Nachfolgers durch den Papst das Erzbistum leitet.