Planungen zur Sanierung können starten
„Obere Sandstraße 20“: Zuwendungsbescheid übergeben
Ende des vergangenen Jahres wurde die Stadt Bamberg als eine von 18 Kommunen für das Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ ausgewählt. Nun wurde der förmliche Zuwendungsbescheid über 6,75 Millionen Euro bei einem Ortstermin am künftigen Kulturhaus „Obere Sandstraße 20“ übergeben.
„Ohne diese wichtige finanzielle Förderung wäre eine Sanierung des maroden Gebäudes nicht möglich“, betonte Oberbürgermeister Andreas Starke, als er den Zuwendungsbescheid für das künftige Kulturhaus entgegennahm.
Das Haus, in dessen Keller sich ehemals der Club Sound’n’Arts befunden hatte, steht vor aufwendigen Sanierungsarbeiten. Die Stadt Bamberg hatte es vor dreieinhalb Jahren aus einem „Spekulationsfonds“ gekauft und sich zügig an Notsicherungsmaßnahmen für die baufällige Immobilie im historischen Stadtkern gemacht. Insgesamt sind für die Sanierung und Umnutzung des Hauses 9 Millionen Euro veranschlagt. Den Mammut-Teil der Kosten stemmt mit 6,75 Millionen Euro und damit 75 Prozent das Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“.
„Bei der Immobilie handelt es sich um eine der aufwendigsten Baumaßnahmen, die wir in Bamberg je hatten“
Oberbürgermeister Starke bedankte sich beim Ortstermin bei den örtlichen Bundestagsabgeordneten, vor allem MdB Andreas Schwarz, „einem Motor des Projekts“, so Starke. Ein weiterer Fördermittelgeber sind die Oberfrankenstiftung mit 900.000 Euro sowie die Bayerische Landesstiftung mit 152.000 Euro. Die Kosten für die Stadt Bamberg belaufen sich damit auf etwa 1,2 Millionen Euro. „Ich bin mir sicher, dass sich die Anstrengungen für diese wichtige Immobilie im Herzen der Altstadt lohnen werden“, so Oberbürgermeister Starke, der nochmals ein klares Bekenntnis zum Musik-Club im Rahmen einer künftigen Nutzung gab.
Im Anwesen Obere Sandstraße 20 sind nach Abschluss der umfangreichen Sanierungsmaßnahmen eine musikalische Clubnutzung im Kellerbereich, ein Gastronomiebetrieb im Erdgeschoss sowie ein multifunktionaler Veranstaltungssaal und Büroflächen für städtische Beiräte geplant. „Bei der Immobilie handelt es sich um eine der aufwendigsten Baumaßnahmen, die wir in Bamberg je hatten. Dank der großzügigen Fördermittel können wir die Denkmalsubstanz künftig vor weiterem Verfall bewahren“, stellte Kämmerer Bertram Felix fest.
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Starke holt 6,75 Millionen Euro in Berlin ab
Förderung für Obere Sandstraße 20 bewilligt
Anfang der Woche fuhr Oberbürgermeister Andreas Starke nach Berlin, um einen Fördermittelbescheid zur Sanierung der Oberen Sandstraße 20 abzuholen. 6,75 Millionen Euro beträgt die Fördersumme. Eine Machbarkeitsstudie lotet bereits verschiedene Nutzungsmöglichkeiten des Gebäudes aus.
Dem Zuschlag für die Obere Sandstraße 20 war ein umfangreiches Auslobungsverfahren vorausgegangen. Insgesamt hatten sich 76 Kommunen mit Sanierungs-Projekten beim Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ beworben. Eine Mitteilung der Stadt zitiert Andreas Starke mit den Worten: „Die Anstrengungen haben sich für unsere Stadt gelohnt.“
Eine Jury des Bundesprogramms hat 18 Städte und Landkreise ausgewählt, die nun eine finanzielle Förderung erhalten. Klara Geywitz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, sagte bei der Bekanntgabe der Förderbescheide: „Wir ehren heute die 18 Klassenbesten.“
Die Stadt Bamberg ging mit dem Projekt „Obere Sandstraße 20“ ins Rennen. Kommentar Starke: „Es handelt sich um ein wichtiges Objekt mitten im Welterbe. Wir müssen dieses baufällige Gebäude dringend sanieren. Dazu brauchen wir eine finanzielle Unterstützung.“
Bamberg habe nach Auffassung der Jury nicht nur mit dem baulichen Konzept überzeugt, teilte die Stadt mit, sondern auch mit guten Ideen und ersten Projektskizzen, um die künftige Nutzung zu definieren. Dabei gehe es um kulturelle Aufgaben und soziale Einrichtungen, die dort in Zukunft Platz finden könnten.
„Einzelheiten wollen wir im Stadtrat und einer breit angelegten Bürgerbeteiligung klären“, sagte Starke. „Die Bürgerschaft soll letztlich entscheiden, was mit ihrem Gebäude geschehen soll.“
Machbarkeitsstudie lotet Nutzungsmöglichkeiten aus
Die Sanierung ist möglich, weil die Stadt Bamberg vor drei Jahren das Haus aus einem Spekulationsfond erworben hat. Danach unternahm sie Notsicherungsmaßnahmen und baute ein weit in Sandstraße ragendes Holzgerüst, um die Standsicherheit zu gewährleisten.
Andreas Starke versicherte der Bundesbauministerin, „dass jetzt der Weg frei ist, um mit der Umsetzung zu beginnen“. Ohne die 6,75 Millionen Euro wäre ein Startschuss aber nicht möglich gewesen.
Zur „Oberen Sandstraße 20“ gibt es bereits eine Machbarkeitsstudie, wonach verschiedene Nutzungen denkbar sind. So könnten in die Kellerräume erneut ein Club einziehen und Kulturveranstaltungen stattfinden. Im Erdgeschoss böte sich Gastronomie an und in den übrigen Räumen des Anwesens ist Platz für soziale Initiativen, Büros, Wohnungen und kleineres Gewerbe.
Das Ensemble umfasst vier Gebäudeteile. Dass der Prozess über die Zukunft des Gebäudes nun in Gang kommt, bestätigt Natalie Zitzmann, Leiterin Hochbau im Immobilienmanagement der Stadt. Jüngst habe ein Koordinierungsgespräch mit dem Fördermittelgeber – dem Bund – stattgefunden. „Der nächste Schritt ist, dass der Bund die Erlaubnis für die ersten Planungsstufen erteilt. Dann können wir als Stadt Bamberg ausschreiben.“
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Information von Parlamentariern über aktuellen Stand
„Obere Sandstraße 20 ist herausragende Zukunftsaufgabe“
Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke hat den Bundestagsabgeordneten aus der Region sowie Staatsministerin Melanie Huml eine Ortsbesichtigung des Objekts „Obere Sandstraße 20“ ermöglicht.
Vor Ort trafen sich MdB Emmi Zeulner, MdB Andreas Schwarz sowie MdB Lisa Badum. Ebenfalls anwesend war auch der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der älteren Bürger Bambergs, Wolfgang Budde. Oberbürgermeister Andreas Starke legte Wert auf die Feststellung, dass sich alle Abgeordneten aus der Region über die Parteigrenzen hinweg für die Finanzierung des Sanierungsvorhabens einsetzen. Starke: „Mitten im Welterbe ist es der Stadt Bamberg gelungen, ein denkmalgeschütztes Haus zu erwerben. Nur dadurch konnten wir den Verfall stoppen. Es ist eine herausragende Zukunftsaufgabe, dieses baufällige Einzeldenkmal sensibel zu sanieren und ein vernünftiges, bürgernahes Nutzungskonzept zu entwickeln.“
Idee: Nutzung als Kulturstätte
Architektin Natalie Zitzmann, die im Immobilienmanagement der Stadt Bamberg das Projekt betreut, gab den Abgeordneten einen Einblick in den gegenwärtigen Zustand. Demnach ist es gelungen, das Gebäude im Inneren statisch soweit zu sichern, dass ein weiterer Verfall verhindert werden kann. Für die künftige, ganzheitliche Nutzung wurden bereits erste Ideen gesammelt. Oberbegriff soll hier die Nutzung als Kulturstätte sein.
Der Oberbürgermeister freute sich über die „geschlossene Zustimmung und Unterstützung“ der Parlamentarier. Man erwarte nun in Kürze eine Entscheidung über die Höhe der Förderung durch den Bund. Allen Teilnehmenden des Treffens ist daran gelegen, das Projekt zum Erfolg zu führen, um der Verantwortung, die sich aus der Bewahrung und dem Erhalt des Welterbes ergibt, gerecht zu werden.