Handwerkskammern und Bayerischer Handwerkstag kritisieren Testpflicht
„Misstrauensvotum der Politik“
Die bayerischen Handwerkskammern und der Bayerische Handwerkstag halten die Bundesregelung der Testpflicht für unnötig. Schon heute würden zahlreiche Handwerksbetriebe in Oberfranken die Selbstverpflichtung der Wirtschaft umsetzen und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern regelmäßig Test-Angebote machen. Die Handwerkskammer für Oberfranken sieht in der Testpflicht eine weitere finanzielle und bürokratische Belastung für die Betriebe.
Die Handwerkskammer für Oberfranken kritisiert die Testpflicht für Betriebe gemeinsam mit den anderen bayerischen Kammern und dem Bayerischen Handwerkstag (BHT) als „Misstrauensvotum der Bundesregierung gegenüber den Betrieben und ihren Beschäftigten“. Schon heute würden zahlreiche Handwerksbetriebe in Oberfranken die Selbstverpflichtung der Wirtschaft umsetzen und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern regelmäßig Test-Angebote machen. Zugleich gebe es bei den kleinen und mittleren Betrieben des Handwerks bereits ausgeklügelte Hygienekonzepte im Kampf gegen das Virus.
Das Bundeskabinett hat in seiner Sitzung am 13. April neben dem „Vierten Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ auch die Änderung der SARS-Covid-2-Arbeitschutzverordnung beschlossen. Damit wird es für Arbeitgeber die Verpflichtung geben, für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nicht ausschließlich im Home-Office arbeiten, mindestens einmal pro Woche einen Corona-Test anzubieten. Beschäftigtengruppen mit erhöhtem Infektionsrisiko müssen die Möglichkeit bekommen, sich zweimal pro Woche zu testen. „Das bedeutet eine weitere finanzielle und bürokratische Belastung für unsere Betriebe“, bewertet der Geschäftsführer der Handwerkskammer für Oberfranken, Dr. Bernd Sauer, die Testpflicht. „Wir halten diese gesetzliche Verpflichtung nicht für notwendig und für nicht für sinnvoll.“
Handwerkskammer mit Selbsttests für Mitarbeiter*innen
Der Geschäftsführer und der Vizepräsident der Handwerkskammer für Oberfranken, Matthias Graßmann, stimmen mit ihren Kollegen der anderen bayerischen Kammern und des Bayerischen Handwerkstag (BHT) auch überein, dass diese gesetzliche Pflicht „ein Misstrauensvotum der Bundesregierung gegenüber den Betrieben und ihren Beschäftigten“ ist. Schon heute würden zahlreiche Handwerksbetriebe in Oberfranken die Selbstverpflichtung der Wirtschaft umsetzen und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern regelmäßig Test-Angebote machen. Zugleich gebe es bei den kleinen und mittleren Betrieben des Handwerks bereits ausgeklügelte Hygienekonzepte im Kampf gegen das Virus. Der Geschäftsführer: „Schließlich ist es auch im Interesse jedes Betriebsinhabers, dass seine Fachkräfte und auch seine Kunden gesund bleiben.“
Daneben sei die Testpflicht eine weitere bürokratische und finanzielle Belastung, zumal die Kosten alleine bei den Betrieben hängen bleiben. „Das ist das Gegenteil dessen, was unsere ohnehin schon stark belasteten Betriebe jetzt brauchen“, betont Sauer. „Wir empfinden dies ein Stück weit auch als Versuch, die beim Staat liegende Verantwortung für die Pandemiebekämpfung auf die Wirtschaft zu verlagern. Wir brauchen in dieser Situation allerdings nicht diese, damit einhergehende Misstrauenskultur, sondern einen Schulterschluss!“
Die Handwerkskammer für Oberfranken stellt ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern übrigens schon seit dem 1. April pro Woche einen Selbsttest zur Verfügung. „Damit kann jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter, der diesen Test für sich machen will, dies auch tun.“
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Wegen Softwareproblemen verzögerte sich Auszahlungsstart spürbar
Corona-Hilfen kommen an
Im Rahmen der Novemberhilfe wurden bisher 55,6 Millionen Euro und im Rahmen der Überbrückungshilfe II 16,7 Millionen Euro im Einzugsgebiet der IHK für Oberfranken ausbezahlt, das entspricht gut 86 Prozent der beantragten Hilfen. Gabriele Hohenner, Hauptgeschäftsführerin der IHK für Oberfranken, zeigt sich erleichtert, dass die Auszahlung nach einem holprigen Start wegen fehlender Software zügig erfolgen konnte.
In Bayern ist die IHK für München und Oberbayern für die Prüfung und Auszahlung der verschiedenen Corona-Hilfen verantwortlich. Nach den Startschwierigkeiten, die vor allem der fehlenden Software geschuldet war, konnten letztendlich in Bayern Anträge schneller als in anderen Bundesländern bewilligt und ausgezahlt werden. „Diese Aufholjagt war wichtig für unsere Unternehmen, von denen viele mit dem Rücken zur Wand stehen”, so Hohenner. „Ziel muss es nun sein, dass auch die Anträge für die Dezemberhilfe, die Neustarthilfe und die Überbrückungshilfe III ähnlich schnell geprüft und bewilligt werden.” 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der IHK in München bearbeiten die Anträge, unterstützt von 250 externen Vollzeitkräften, unter anderem von Beamten des Freistaates, der Messe München und von Personaldienstleistern.
Überbrückungshilfe II
Mit der Überbrückungshilfe II bezuschusst der Bund die laufenden Fixkosten von Selbstständigen, Betrieben und anderen Organisationen im Zeitraum September bis Dezember 2020. Im Kammerbezirk der IHK für Oberfranken Bayreuth wurden im Rahmen der Überbrückungshilfe II bislang rund 16,7 Millionen Euro an rund 1.300 betroffene Betriebe ausgezahlt. 3,9 Millionen Euro gingen an das Gastgewerbe, 3,5 Millionen an Unternehmen im Wirtschaftszweig “sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen”. Zu diesem Bereich gehören unter anderem Reisebüros, Event- und Messeveranstalter. 90,9 Prozent der Anträge wurden positiv beschieden, 86,3 Prozent der beantragten Gelder bisher bewilligt. Die Antragsfrist für die Überbrückungshilfe II endete am 31. März 2021.
Novemberhilfe
Bei der Novemberhilfe erstattet der Staat den Betrieben, die während des Teil-Lockdowns im November schließen mussten, bis zu 75 Prozent der ausgefallenen Umsätze. Betroffen von den Einschränkungen waren vor allem Hotels, Gaststätten, Fitnessstudios, Freizeiteinrichtungen, die Reisebranche und Veranstalter. Insgesamt wurden bisher knapp 4.100 Anträge auf Novemberhilfe im Einzugsgebiet der IHK für Oberfranken Bayreuth mit einer Gesamtfördersumme von 55,6 Millionen Euro bewilligt. Davon flossen, Stand Mitte März, knapp zwei Drittel in das Gastgewerbe, gefolgt von 13,5 Prozent in den Bereich “Kunst, Untererhaltung und Erholung”. 92 Prozent der Anträge wurden positiv beschieden, 86,4 Prozent der beantragten Gelder bisher bewilligt. Anträge auf Novemberhilfe können noch bis Ende April gestellt werden.
Zeitnahe Verfügbarkeit von Tests und Impfungen nächster Schritt
Hohenner: „Seit gut einem Jahr bestimmt die Corona-Pandemie das öffentliche Leben und die Wirtschaftsentwicklung.” Vielen Unternehmen hätten die staatlichen Hilfen geholfen, ihre Zahlungsfähigkeit abzusichern. „Es muss uns aber allen klar sein, dass die Corona-Hilfen nie alle Verluste abdecken können. Umso wichtiger ist es, mit dem Testen und Impfen voranzukommen, um unseren Unternehmen eine Perspektive zu geben”, so die IHK-Hauptgeschäftsführerin.
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Handwerkskammer für Oberfranken appelliert für Corona-Tests in Handwerksbetrieben
„Regelmäßiges Testen schmälert die Gefahr einer erneuten Lockdown-Verschärfung“
Regelmäßige Corona-Tests können die Gefahr einer erneuten Lockdown-Verschärfung verringern. Die Handwerkskammer (HWK) für Oberfranken appelliert daher an ihre rund 16.400 Mitgliedsbetriebe, Beschäftigten vermehrt Selbsttests anzubieten.
„Dies ist im Interesse aller, um Infektionen frühzeitig zu entdecken und Infektionsketten entsprechend durchbrechen zu können“, sagt der Vizepräsident der HWK für Oberfranken, Matthias Graßmann. Eine generelle Testpflicht, die mit zusätzlichen bürokratischen Belastungen für Unternehmen verbunden wäre, lehnt die Handwerkskammer ebenso wie die anderen bayerischen Kammern allerdings strikt ab.
Wer trägt die Kosten?
„Durch regelmäßiges Testen und die Einhaltung der Hygieneregeln kann die Zeit überbrückt werden, bis allen Bürgerinnen und Bürgern ein Impfangebot gemacht werden kann“, betont Graßmann weiter. Zwar bestehe aktuell weder für Betriebe noch für Beschäftigte eine Testpflicht: „Es ist jedoch im Interesse von uns allen, dass sowohl Unternehmerinnen und Unternehmer als auch ihre Beschäftigten gesund bleiben. Eine leistungsstarke und gesunde Belegschaft ist die maßgebliche Voraussetzung für einen funktionierenden Betrieb ohne Produktionsausfälle.“
Außerdem könnten regelmäßige Tests dazu beitragen, das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu halten. „Dies wiederum schmälert die Gefahr einer erneuten Lockdown-Verschärfung“, sagt Graßmann. Allerdings fordert das Handwerk auch. „Damit unsere Betriebe in Oberfranken und auch in ganz Bayern großflächig testen können, müssen die erforderlichen Tests aber auch vorhanden sein. Hier muss die Politik ihre Hausaufgaben machen und für die entsprechenden Kapazitäten sorgen.“ Zudem stelle sich natürlich die Frage, wer letztlich für die Kosten der Betriebe aufkomme, wenn auf der anderen Seite alle Bürgerinnen und Bürger kostenlos getestet werden. Dennoch rät der HWK-Vizepräsident seinen Handwerkskollegen, möglichst viel zu testen. „Wir tragen so unseren Teil dazu bei, weitere beschränkende Maßnahmen zu verhindern.“
Die Handwerkskammer für Oberfranken hat auf der Webseite https://www.hwk-oberfranken.de/corona-schnelltest die wichtigsten Fragen und Antworten für Betriebe zusammengestellt.
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Umfrage der IHK für Oberfranken
Viele Hürden für Corona-Tests in Unternehmen
Testen und impfen werden als wichtige Strategie angesehen, um aus dem Lockdown zu kommen und eine weitere Ausbreitung des Virus zu minimieren. Gut 50 Prozent der Unternehmen bieten ihre Beschäftigten bereits Corona-Tests an oder planen zeitnah ein solches Angebot. So die Ergebnisse einer aktuellen Blitzumfrage der IHK für Oberfranken Bayreuth zum Thema “Testen”.
32 Prozent der befragten Unternehmen bieten bereits regelmäßig Tests für ihre Mitarbeiter an, 22 Prozent planen solche Tests in Kürze. Getestet wird bereits vor allem in Industrieunternehmen, so Malte Tiedemann, Standortreferent der IHK für Oberfranken Bayreuth. In Kürze wollen vor allem auch Unternehmen im Bereich Einzelhandel und Tourismus Tests für ihre Mitarbeiter anbieten, wobei das davon abhängt, ob und wann diese Unternehmen öffnen dürfen. Über alle Branchen und Größenklassen hinweg hat rund die Hälfte der Unternehmen bis dato keine konkreten Pläne für eine Teststrategie.
Fehlende Kostenübernahme und Informationen größte Hemmschwelle
Die Gründe dafür sind vielfältig. Auf die Frage, wo Unternehmen Unterstützungsbedarf sehen, wird in allen Branchen an erster Stelle der Kostenfaktor genannt. Knapp 60 Prozent der oberfränkischen Unternehmen, die bereits testen, wünschen sich eine finanzielle Unterstützung. Derzeit müssen die Test und die Durchführung der Testung im vollen Umfang von den Unternehmen finanziert werden.
Für Unternehmen, die noch nicht testen, sind fehlende Informationen zum Umgang mit Tests in den Unternehmen für gut 40 Prozent der Befragten der größte Hemmschuh. Darüber hinaus fehlen 22 Prozent der Unternehmen entsprechende Schulungsangebote, um Testungen im eigenen Betrieb sicher und professionell durchführen zu können. Ein Unternehmer bringt es auf den Punkt: „Wir sind sehr verunsichert wegen fehlender Richtlinien, wissen nicht, welche Voraussetzungen die Tests erfüllen müssen, wer die Tests durchführen kann und wo wir die Tests beschaffen können.”
Die IHK-Organisation greift die Fragen zu den technischen und rechtlichen Voraussetzungen auf und bietet allen Unternehmen zwei kostenlose Webinare an. Die Webinare “Covid-19-Selbsttests in Unternehmen organisieren und durchführen” sowie “Corona-Tests in Unternehmen – Was geht rechtlich, was nicht?” werden ab sofort jeweils mindestens zehn Mal angeboten. Informationen dazu auf der IHK-Homepage https://www.bayreuth.ihk.de/
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R.I.O.! Rock in Oberfranken
Die Bands für die Clubtour 2021 stehen fest
Vier auserwählte Musikacts haben die Chance, „Oberfrankens Band des Jahres 2021“ zu werden. Ink4Ivy wird hierbei die Region Bamberg /Forchheim bei der Clubtour der vom Bezirk Oberfranken ausgerichteten Veranstaltung R.I.O.! Rock in Oberfranken vertreten. Als Special Guest zeigt Samu Neves sein musikalisches Können auf der Bühne.
„Trotz der derzeitigen Ungewissheit wollen wir versuchen ein Live-Event auf die Beine zu stellen. Wie üblich soll der Eintritt frei sein und jedem Gast die Möglichkeit geboten werden über seinen Favoriten abzustimmen“, so Bezirkstagspräsident Henry Schramm.
Eine Vorentscheidung wurde dieses Jahr im Rahmen einer Online-Jurysitzung getroffen. Die Jury wählte je eine Band aus den Regionen Coburg/Kronach/Lichtenfels, Bamberg/Forchheim, Kulmbach/Bayreuth und Hof/Wunsiedel anhand von Video- und Tonmaterial aus. Samuel Rauch, Popularmusikbeauftragter des Bezirks Oberfranken, ist für die Organisation zuständig: „Die Qualität der Einsendungen war in diesem Jahr enorm hoch. Die Besucherinnen und Besucher können sich auf wirklich starke Liveshows freuen. Jetzt hoffen wir, dass im Sommer eine Tour stattfinden kann.“
Es ist geplant, im Sommer die R.I.O.!-Tour möglicherweise auf oberfränkischen Freilichtbühnen durchzuführen. Sollten die fünf Konzerte dieses Jahr nicht stattfinden können, gehen die qualifizierten Bands im Frühjahr 2022 auf Tour. Nach jedem Auftritt erhalten die Musikerinnen und Musiker professionelles Feedback und Tipps. Neben der gewonnenen Bühnenerfahrung und einer Tourgage kann sich die Siegerband auf ein Preisgeld in Höhe von 1000 Euro freuen.
Die Bands
Die vierköpfige Band Ink4Ivy, die die Region Bamberg/Forchheim vertritt, arbeitet mit Elan und Engagement an eigenen Songs. Geprägt von vielen verschiedenen Pop-Rock-Punks Band aus deren Jugend entwickelt sich eine Eigendynamik, der ein komplett eigener Sound entspringt. Es werden Elemente von Metal, Rock oder Pop mit dem Grundverständnis von Punk verwoben.
Jack Torrance wird die Region Coburg /Kronach /Lichtenfels vertreten. Jack Torrance ist nicht nur eine Band mit Vorliebe für Jack Nicholson und seine Rolle in „The Shining“, Jack Torrance machen Heartcore. Mit einer Sozialisation im Hardcore und Punkrock und allen damit verbundenen Werten sowie jahrelanger Erfahrungen in anderen Bands ist den Mitgliedern von Jack Torrance nicht nur klar, was sie nicht wollen, sondern vor allem was sie wollen: Emotionen ausleben und Emotionen wecken. Niemals halbherzig, immer raus mit all dem Herzblut.
Die siebenköpfige Mittelalterrockband Corvidae kommt aus dem Kulmbacher Raum und vertritt die Region Kulmbach /Bayreuth. Ihre Lieder erzählen Geschichten von Rittern, Räubern und Piraten, schönen Prinzessinnen und üblen Schurken. Sie sind meistens heiter, aber auch mal schwer und laden zum Nachdenken und Mitsingen ein. Der einzigartige Sound der Raben entsteht hierbei aus 2‑stimmigen Dudelsäcken, gepaart mit einer Prise knackigem Bass, verfeinert mit treibenden Gitarrenriffs, zermalmenden Drums, kraftvollen mehrstimmigen Gesängen und das Ganze angerichtet auf einer Portion Symphonie.
Inspiriert von Frank Turner, John Allen und anderen Singer/Songwritern, hat Maximilian Adler, der mit seiner Band Maximilian Adler & The Splider Phaser Naked Band die Region Hof /Wunsiedel vertritt, seinen ganz eigenen Sound gefunden. Ein von seiner Akustikgitarre getragener Punkrocksound, mit starken Folkeinflüssen. Über alldem thront seine leicht melancholische, dafür umso durchdringendere Stimme. Mal schnell, laut und eingängig, mal leise und dafür umso eindringlicher. Zusammen mit seinen Bandkollegen an der Mandoline, Geige, E‑Gitarre, am Bass und an den Drums entsteht ein einzigartiger Sound.
Der gebürtige Brasilianer Samuel Neves tritt als Special Guest auf. Er begann mit 11 Jahren Gitarre zu spielen und zu singen. Er hatte bereits zahlreiche Auftritte in Coburg sowie auf dem Samba Festival. Er beeindruckt mit Rock, Pop, Bossa Nova und brasilianischer Popmusik.
Weitere Informationen sind zu finden auf den Social-Media-Kanälen des Bezirks Oberfranken bei Facebook, Instagram und YouTube.
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IHK-Vertreter im Gespräch mit Monika Hohlmeier
“Update Europa”
In Brüssel werden immer mehr EU-weite Entscheidungen getroffen, die auch auf die oberfränkischen Unternehmen unmittelbare Auswirkungen haben. Die IHK für Oberfranken Bayreuth hat das zum Anlass genommen, um unter dem Motto “Update Europa” aktuelle Europathemen an die Politik zu adressieren. Ansprechpartnerin der virtuellen Sitzung war die oberfränkische Europaabgeordnete Monika Hohlmeier.
„Durch die Corona-Pandemie und die in diesem Zusammenhang diskutierten Themen, wie etwa die Beschaffung der Impfstoffe oder die faktischen Grenzschließungen des Binnenmarktes, sind andere Themen in den Hintergrund gerückt , obwohl sie von großer Bedeutung für unsere Unternehmen sind”, betonte IHK-Präsidentin Sonja Weigand in ihrer Begrüßung. Die Europaabgeordnete versprach, bei allen Entscheidungen auf europäischer Ebene die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft im Auge zu behalten. Drei Themenbereiche hatte die IHK vorbereitet, die durch Experten aus dem IHK-Ehrenamt quasi als “Paten” eingeführt wurden.
IHK-Vizepräsident Dr. Heinrich Strunz ging zunächst auf die anstehende neue EU-Förderperiode 2022–2028 ein, in der Deutschland deutlich weniger EU-Fördermittel erhalten soll als bisher. In der Folge droht nach seinen Worten ein Fördergefälle von 40 Prozent zwischen Oberfranken und Höchstfördergebieten in der Tschechischen Republik. Das werde insbesondere in den Grenzregionen zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen führen und im schlechtesten Fall zu einem Rückgang von Investitionen oder gar zu Betriebsverlagerungen. „Wir fordern die deutsche Politik in Land, Bund und EU auf, drohende Nachteile für die oberfränkische Wirtschaft durch Wettbewerbsverzerrungen über Nachverhandlungen zu verhindern. Zudem muss der Freistaat Bayern einen größeren eigenen finanziellen Handlungsspielraum bekommen, um einzelbetriebliche Investitionen in Oberfranken auch künftig fördern zu können”, so Dr. Strunz.
„Es ist völlig inakzeptabel, dass ein Höchstfördergebiet der EU an eine Region grenzt, die ohne Förderung auskommen muss”, kritisierte Monika Hohlmeier den von der EU-Kommission vorgelegten Entwurf für die Neuordnung der EU-Förderung. Die Abgeordnete will sich gegenüber der Kommission dafür einsetzen, die Deutschland zustehenden Förderanteile zu erhöhen.
So gewinne der Bund zusätzlichen Spielraum, um zusätzliche Fördergebiete in den Grenzregionen ausweisen zu können. Ziel müsse es sein, das Fördergefälle zur Tschechischen Republik auf maximal 15 Prozent zu begrenzen.
Brexit führt zu Beeinträchtigungen
Einen Impuls zum Brexit und seinen Auswirkungen auf die oberfränkische Wirtschaft gab Stefan Trassl, Geschäftsführer der Sigmund Lindner GmbH in Warmensteinach. Er berichtete von erheblichen Beeinträchtigungen der Handelsbeziehungen seines Unternehmens mit dem Vereinigten Königreich. „Die Probleme betreffen nicht nur unser Unternehmen, denn rund 190 Unternehmen in Oberfranken haben wirtschaftliche Beziehungen nach Großbritannien”, betonte Trassl. Die bayerischen Exporte nach Großbritannien sind 2020 um 18 Prozent eingebrochen, wodurch das Vereinigte Königreich von Platz 5 der bayerischen Handelspartner auf Platz 8 zurückgefallen sei. Konkret leide man derzeit unter erheblich verlängerten Lieferzeiten, deutlich höheren Frachtkosten und erheblichen Problemen mit unerfahrenen britischen Zollbehörden. Insgesamt beeinträchtige die Situation die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen erheblich.
„Alles ist jetzt teurer und umständlicher”, so das Resümee Hohlmeiers zum Brexit. Die britische Regierung unter Premier Boris Johnson habe sich nicht auf den EU-Austritt vorbereitet und so treffe man nun völlig unvorbereitete britische Beamte vor allem bei der Zollabwicklung. Das mache Just-in-time-Lieferungen nahezu unmöglich und führe zu langen Transport- und Standzeiten. Den oberfränkischen Unternehmern machte die Abgeordnete allerdings wegen der unberechenbaren Haltung der britischen Regierung wenig Hoffnung auf schnelle Besserung und faire Wettbewerbsbedingungen. Schon jetzt verstoße das Vereinigte Königreich gegen zentrale Punkte des ratifizierten Übergangsvertrages und nutze die Sonderrolle Nordirlands zum eigenen Vorteil. „Wir müssen hart verhandeln, denn die Briten vertreten die Position ‘Wir profitieren, aber die EU zahlt’ “, so Hohlmeier.
“Green Deal” darf kein “Green Kill” werden
Als dritten Themenkomplex führte Bernd Hörauf, Geschäftsführer der Gerresheimer Tettau GmbH aus Tettau in die Folgen des “Green Deal” für oberfränkische Unternehmen ein. Mit dem Green Deal verfolge die Europäische Union das Ziel, bis 2050 klimaneutral zu sein und das Wirtschaftswachstum in der EU von der Ressourcennutzung abzukoppeln. Das führe zu enormen Herausforderungen für die Wirtschaft, insbesondere für die industrielle Produktion. „Wir müssen aufpassen, dass aus dem ‘Green Deal’ kein ‘Green Kill’ wird”, mahnte Hörauf. Schließlich müsse man auf der einen Seite die erneuerbare Stromerzeugung, die Stromnetze und die Forschung in innovativen Zukunftstechnologien, wie der Wasserstofftechnik, massiv ausbauen, zugleich aber auf der anderen Seite den betroffenen Unternehmen im Übergang beistehen. „Eine neue Glaswanne mit Umfeld kann bis zu 30 Millionen Euro kosten und hat eine Laufzeit von 15 Jahren. Betreibt man diese Anlage mit regenerativ erzeugtem Strom und grünem Wasserstoff, bringt das erhebliche Mehrkosten mit sich”, so Hörauf. Die Politik müsse deshalb einen Mehrkostenausgleich bei Schlüsseltechnologien einführen, um das Abwandern der Produktion und damit die Verlagerung der CO2-Belastung zu verhindern.
Die Umsetzung des “Green Deal” nannte auch Monika Hohlmeier eine Herkulesaufgabe. Die EU-Kommission habe 50 Maßnahmen definiert, um die Klimaziele zu erreichen. Der Umstieg dürfe vor allem im Bereich der Wirtschaft nicht nur ideologisch motiviert sein, sondern müsse verträglich erfolgen. „Wir müssen die internationale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Volkswirtschaften im Auge behalten, sonst kommt es zu Verlagerungen, die unserer Wirtschaft schaden, und dabei dem Weltklima auch nicht helfen”, so die Abgeordnete, die sich vor allem für Investitionsprogramme zur Förderung neuer Zukunftstechnologien aussprach. Bisher allerdings sei der Green Deal lediglich ein reines Ideenwerk, das über konkrete Kommissionsentscheidungen erst zu einem Regelwerk heranwachsen müsse. „Alleine einen fairen Emissionszertifikatehandel zu implementieren ist extrem aufwendig, vor allem wenn man die unterschiedlichen Akteure in den EU-Mitgliedsstaaten betrachtet”, erläuterte Monika Hohlmeier.
In ihrem Schlusswort kritisierte IHK-Hauptgeschäftsführerin Gabriele Hohenner die Kurzfristigkeit, mit der manche Entscheidungen von erheblicher Tragweite für die Wirtschaft oft angegangen und umgesetzt werden. „Viele Themen werden lange aufgeschoben und dann zur Unzeit mit äußerst knappen Umsetzungsfristen entschieden”, so Hohenner.
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Nachrüstfrist bei Registrierkassen läuft ab
Mitten in der Corona-Krise kommen Nachrüstkosten für Unternehmen zu
Bis spätestens 30. März müssen Unternehmen ihre elektronischen Registrierkassen mit einer zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung nachgerüstet haben. Die IHK für Oberfranken fordert angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen eine Verlängerung dieser Frist.
„Viele der betroffenen Unternehmen befindet sich seit Monaten im Lockdown und wissen nicht, wann sie wieder öffnen dürfen und ob sie die aktuelle Krisensituation überhaupt überstehen”, so Gabriele Hohenner, Hauptgeschäftsführerin der IHK für Oberfranken Bayreuth. „Viele Unternehmen kämpfen aktuell um jeden Euro Liquidität. In dieser Situation eine derartige Umrüstung zu verlangen, ist absolut nicht verhältnismäßig.” Alleine in Oberfranken gebe es nach IHK-Schätzung 20.000 bis 30.000 elektronische Kassen und Kassensysteme, die in erster Linie bei Einzelhändlern und Gastronomen stehen.
Unternehmen mit elektronischen Registrierkassen sollten diese ursprünglich bis Anfang 2020 mit einer zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) ausrüsten. Da wegen Verzögerungen bei der zuständigen Bundesbehörde lange Zeit überhaupt keine zertifizierten Sicherheitslösungen am Markt erhältlich waren, hatte das Bundesfinanzministerium nach Forderungen der Wirtschaft eine Nichtbeanstandungsfrist bis 30. September 2020 eingeräumt. „Bayern hatte zusätzlich, wie fast alle anderen Bundesländer, wegen der Belastungen der Unternehmen durch Corona-Pandemie und Lock-Downs unter bestimmten Voraussetzungen eine Schonfrist bis Ende März 2021 eingeräumt”, erläutert Andreas Wandner, IHK-Referent für Steuern, Finanzen und Handelsregister.
IHK-Empfehlung: Beim Finanzamt Antrag auf Fristverlängerung stellen
Solange keine weitere, allgemeingültige Fristverlängerung von der Finanzverwaltung verkündet wird, empfiehlt die IHK daher, dass Unternehmen, die sich derzeit in einer Zwangslage befinden, bei ihrem Finanzamt einen Antrag auf Fristverlängerung stellen. Der Betrieb einer ungeschützten Kasse wäre ansonsten ab April nicht rechtmäßig und es drohen Maßnahmen wie Schätzungen von Besteuerungsgrundlagen sowie Bußgelder.
„Es besteht auch weiterhin keine allgemeine Pflicht zur Nutzung einer Registrierkasse”, betont Wandner. „Unternehmer, die nach wie vor eine offene Ladenkasse verwenden, sind nicht zur Anschaffung gezwungen.”
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Fränkischer Theatersommer
„Den Gefallen, ein Stück über Corona auf die Bühne zu bringen, werde ich dem Virus nicht tun“
Trotz Pandemie blickt die oberfränkische Landesbühne des Fränkischen Theatersommers auf ein künstlerisch und wirtschaftlich zufriedenstellendes Jahr 2020 zurück. Zwischen den Lockdowns spielte die Wanderbühne über 80 Auftritte. Jan Burdinski ist Regisseur, Darsteller und Intendant des Fränkischen Theatersommers. Im Interview wirft er einen Blick auf die vergangene Saison.
Wie war der zurückliegende Theatersommer? Wie weit war reguläres Arbeiten möglich?
Jan Burdinski: Die Theatersommer-Saison 2020 war eine einzigartige Erfahrung: Die Ungewissheit, ob wir überhaupt würden spielen können, zehrte an den Nerven des Ensembles, doch wir hatten alle darauf eingeschworen, dass wir nach einem offiziellen Öffnungs-Signal sofort mit den vorbereiteten Inszenierungen starten würden. Das Signal von der Bayerischen Landesregierung kam am 15. Juni, und am 17. Juni gab es in Adelsdorf mit „Engel auf Erden“, ein Theaterstück zu Marlene Dietrich, die erste Premiere, welcher innerhalb eines Monats sieben weitere Premieren folgten: Drei Solo-Stücke, „Roll on Beethoven“, „Der Geräuschlose“, „Ein Nasshorn und ein Trockenhorn“, zwei Musiktheater-Darbietungen, darunter „Aus dem Leben eines Taugenichts“ und „Das Mörderkarussell“ und die Wiederaufnahme-Premiere des Musicals „Heisse Zeiten“. Verzichten mussten wir auf die personenreichen Stücke „Ein Sommernachtstraum“ und „Der fliehende Hollaender“. Beide Stücke haben wir auf die jetzige Saison 2021 verschoben. Und wieder stehen wir damit in den Startlöchern.
Konnte unter Pandemiebedingungen, samt Hygienekonzept und Abstandsregelungen, Theaterstimmung aufkommen?
Jan Burdinski: Das haben wir uns damals auch gefragt. Aber schon die erste Aufführung wischte alle Bedenken beiseite. Die Dankbarkeit des Publikums war überwältigend, die Theaterstimmung geradezu euphorisch. Wir hatten sehr engagierte Mitarbeiter, die das erforderliche Hygiene-Konzept perfekt vorbereitet hatten und alle Zuschauer mit Charme und Maske zu ihren Plätzen geleiteten.
Zwischen dem ersten und zweiten Lockdown konnten wir auf diese Weise über achtzig Aufführungen durchführen.
In welchem wirtschaftlichen Zustand befindet sich der Fränkische Theatersommer?
Jan Burdinski: Es war ein Glück, dass wir beim ersten Lockdown die Flinte nicht gleich ins Korn geworfen hatten, obgleich es Stimmen und Empfehlungen gab, die ganze Saison abzusagen. Das haben wir aus unserer Spiellust heraus nicht befolgt. Es wäre auch wirtschaftlich ein Desaster geworden. Nun können wir sagen: Alles richtig gemacht. Der Jahresabschluss konnte sich sehen lassen.
Wie weit sind Sie in den Planungen für die kommende Saison? Wie gehen Sie dabei mit der nach wie vor herrschenden Unsicherheit, ob Kulturbetrieb stattfindet oder nicht, um?
Jan Burdinski: Mit derselben Haltung wie im Vorjahr: Wir bereiten uns Schritt für Schritt vor und wollen starten, wenn das Signal auf grün steht.
Welche Stücke würden zu sehen sein, wenn alles klappt?
Jan Burdinski: Wie schon erwähnt „Ein Sommernachtstraum“ und „Der fliehende Hollaender“. Außerdem motivierte uns der große Publikumserfolg des Musicals „Heisse Zeiten“ dazu, die Fortsetzungsgeschichte vorzunehmen: Das Musical „Höchste Zeit“. Dazu kommen noch mehrere solistische Neuinszenierungen wie „Emmas Glück“, bekannt aus dem Kino, „Die Sternstunde des Josef Bieder“, das komödiantische Solo eines Theater-Requisiteurs, und das Musiktheater „Mozart googeln“. Und last but not least „Don Quijote & Sancho Pansa“.
Nach welchen Gesichtspunkten stellen Sie den Spielplan zusammen?
Jan Burdinski: Entscheidend ist die Entwicklung, welche das Schauspiel-Ensemble in den letzten Jahren genommen hat, dessen Wünsche und Befähigungen. Die Kenntnis unseres sehr heterogenen Publikums erfordert einen vielgestaltigen Spielplan, was auch meiner eigenen Vorliebe entspricht.
Werden Sie sich inszenatorisch der Pandemie annehmen?
Jan Burdinski: Den Gefallen, ein Stück über Corona auf die Bühne zu bringen, werde ich dem Virus nicht tun, das wäre zuviel der Ehre. Seit einem Jahr hat die Pandemie all unsere Sinne in Beschlag genommen. Jetzt habe ich ein Bedürfnis nach frischer Theaterluft und damit stehe ich nicht allein. Aus größerem zeitlichen Abstand heraus werde ich vielleicht mal ein Theaterstück darüber schreiben. Es wird eine Tragikomödie werden.
Mit Gut Kutzenberg bei Lichtenfels haben Sie zusätzlich zum Wandertheater eine stationäre Bühne gefunden. Wie weit sind Sie mit dieser Bühne fortgeschritten – wird sie 2021 schon zum Einsatz kommen?
Jan Burdinski: Mit der Sanierung der Räumlichkeiten von Gut Kutzenberg werden wir noch ein paar Jahre zu tun haben, aber das „Gartentheater“ nutzen wir schon seit zwei Jahren. Es ist eine traum-hafte Freilichtbühne – bestens geeignet für den „Sommernachtstraum“ und für „Don Quijote“.
Die Wiese vor den beiden großen Lindenbäumen sind herrliche Spielplätze für Kindertheater und für Musiktheater. Und die beiden Scheunen bespielen wir mit kleinen feinen Kammertheater-Produktionen.
Weitere Informationen unter
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IHK warnt vor drohender Fachkräftelücke
„Daumen hoch“ für die Ausbildung
Auch in diesem Jahr erhalten alle aktiven Ausbildungsbetriebe der IHK für Oberfranken Bayreuth ihren „Daumen hoch“-Aufkleber, mit dem sie ihr Ausbildungsengagement nach außen sichtbar machen können. „Jedes einzelne Unternehmen, das sich für Ausbildung engagiert, leistet einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung und damit zur Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts“, so die IHK-Hauptgeschäftsführerin Gabriele Hohenner zur Bedeutung der beruflichen Ausbildung. „Aufgrund der Pandemie gab es 2020 einen Einbruch bei den Ausbildungszahlen. Daher müssen wir gerade jetzt alle Register für die Ausbildung ziehen“, so Hohenner.
Seit 2015 erhalten alle Ausbildungsunternehmen der IHK für Oberfranken Bayreuth die Auszeichnung „Ausbildungsbetrieb: dieses Unternehmen sichert Qualität durch berufliche Ausbildung“ mit Urkunde und entsprechendem Aufkleber. Damit kann die Ausbildungsleistung gegenüber Kunden, Lieferanten und auch der Öffentlichkeit sichtbar gemacht werden. An rund 2.300 aktive Ausbildungsbetriebe werden die Aufkleber in diesen Tagen verschickt.
„Ja zur Ausbildung“
„Noch nie war die berufliche Ausbildung so wichtig wie jetzt“, erläutert Bernd Rehorz, Leiter Berufliche Bildung bei der IHK, mit Blick auf die aktuellen Ausbildungszahlen. 2020 verzeichnete die IHK für Oberfranken Bayreuth einen Rückgang von 19,9 Prozent bei den neu eingetragenen Ausbildungsverhältnissen. Circa 3.000 Lehrstellen waren zum Start des laufenden Ausbildungsjahres in Oberfranken noch unbesetzt. „Dies liegt unter anderem an der demografischen Entwicklung, die wir in Oberfranken schon seit einigen Jahren spüren. Vor allem aber ist dies auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie zurückzuführen“, so Rehorz. Bereits jetzt zeichne sich leider eine Fortsetzung des Trends für 2021 ab.
„Wird der Rückgang der Ausbildungszahlen nicht gestoppt, werden unsere Unternehmen in einigen Jahren mit enormem Fachkräftemangel zu kämpfen haben“, warnt Hohenner. Für die Unternehmen, die heute noch nicht abschätzen können, welche langfristigen Auswirkungen die Pandemie haben wird, wäre dies eine zusätzliche Belastung. „Soweit darf es nicht kommen. Wir müssen jetzt in Ausbildung investieren, bevor die Fachkräftelücke zu groß wird und durch Corona angeschlagene Unternehmen in die Knie zwingt“, so die IHK-Hauptgeschäftsführerin. „Ausbildung ist eine Investition in die nahe Zukunft.“
Auch die IHK für Oberfranken Bayreuth verstärkt ihr Engagement rund um die berufliche Bildung angesichts der aktuellen Entwicklung. „Ja zur Ausbildung“ ist das Motto, mit dem die IHK ihre Maßnahmen rund um die Ausbildung bündeln und somit deren Schlagkraft erhöhen will. „Wir appellieren an die Betriebe, ihr Ausbildungsengagement weiter hoch zu halten. Zugleich möchten wir auch Jugendliche überzeugen, sich für eine Ausbildung und die damit verbundenen Vorteile, wie z.B. den hohen Praxisbezug sowie die zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten nach dem Abschluss, zu entscheiden“, so Rehorz. „Ausbildung hat bei der IHK oberste Priorität. Für die Zukunft unserer Unternehmen, den Wirtschaftsstandort und damit unserer gesamten Region.“
„Zeigt uns Eure Daumen“
Auch die „Daumen hoch“-Aktion möchte die IHK in diesem Jahr noch sichtbarer machen. Unter dem Motto „Zeigt uns Eure Daumen“ ruft die IHK daher alle Ausbildungsbetriebe auf, Fotos ihrer Auszubildenden oder Ausbilder mit ihrem „Daumen hoch“ Aufkleber auf der Facebook Seite der IHK für Oberfranken Bayreuth zu teilen. „Jedes einzelne Ausbildungsunternehmen leistet Großes für Oberfranken. Das darf auch gezeigt werden“, so Rehorz.
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Hilfsangebot
Krisendienst Oberfranken berät und zeigt Wege auf
Hoffnungslosigkeit, Existenzängste, Überforderung, Einsamkeit, Angst, Panik, Ratlosigkeit, Wut, Trauer – eine Krise kann sich unterschiedlich äußern. Um einen ersten Ausweg zu finden, hilft oftmals ein beratendes Gespräch. Eine anonyme und professionelle Soforthilfe bietet der Krisendienst Oberfranken ab 1. März an.
Diese Hilfe steht ab kommender Wochen von Montag bis Mittwoch, jeweils von 9 bis 17 Uhr, donnerstags und freitags von 9 bis 21 Uhr und samstags, sonntags und an Feiertagen von 9 bis 17 Uhr erreichbar. An die kostenfreie Telefonnummer 0800 655 3000 kann sich jede Person wenden, die sich in einer seelischen Notsituation befindet. Auch Mitbetroffene, Angehörige und Bezugspersonen können das psychosoziale Beratungsangebot wahrnehmen.
Der Bezirk Oberfranken schafft durch die Einführung des Krisendienstes samt Abend-Wochenend-Feiertag-Dienste ein Kriseninterventionsangebot über die üblichen Bürozeiten hinaus. „Situationen, in denen man nicht mehr weiterweiß, gehören zum Leben und können jeden Menschen in jeder Lebensphase treffen. Der Krisendienst Oberfranken bietet Erwachsenen eine kompetente Anlaufstelle. Gemeinsam werden Lösungen erarbeitet, die den Weg aus der Krise erleichtern“, erläutert Bezirkstagspräsident Henry Schramm.
Telefonische Beratung, Vermittlung und mobile Einsätze vor Ort
Der Krisendienst Oberfranken umfasst eine Leitstelle mit Sitz in Bayreuth. Hier berät ein multiprofessionelles Team aus geschulten Fachkräften die Anrufenden. Die sozialpädagogisch, psychologisch und therapeutisch ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter klären die jeweilige Situation und bieten eine erste Entlastung und Orientierung.
Wenn aus dem Telefonat hervorgeht, dass eine längerfristige psychosoziale Begleitung oder eine ärztliche Behandlung notwendig ist, empfiehlt der Krisendienst geeignete Fachstellen und vermittelt falls nötig kurzfristig einen Termin. Dank der engen Zusammenarbeit mit einem breiten Netzwerk regionaler Partner wie Einrichtungen, Beratungsstellen, Arztpraxen und Kliniken kann individuelle und schnelle Hilfe geleistet werden.
Im Bedarfsfall aktiviert die Leitstelle ein mobiles Team, das „zum Ort der Krise“ fährt, um möglichweise zu deeskalieren oder um eine eventuelle Gefährdung einzuschätzen und notwendige Schritte einzuleiten. Die mobilen Dienste sind in vier Planungsregionen – Bamberg/Forchheim, Coburg/Kronach/Lichtenfels, Bayreuth/Kulmbach und Hof/Wunsiedel – aufgeteilt und somit innerhalb einer Stunde am Krisenort in Oberfranken.
Bezirkstagspräsident Henry Schramm appelliert: „Je früher Betroffene anrufen, desto besser, denn durch frühzeitige Unterstützung kann eine Verschlechterung oder eine Zwangsmaßnahme vermieden werden.“
Niederschwelliger Zugang
Die Krisendienste der sieben bayerischen Bezirke bilden zusammen das Netzwerk Krisendienste Bayern. Die von den Bezirken und dem Freistaat Bayern finanzierten zentralen Leitstellen sind unter der bayernweit einheitlichen Rufnummer 0800 655 3000 erreichbar. Die Beratung erfolgt anonym und kostenfrei. Es ist keine Terminvereinbarung und kein Austausch von Formalitäten notwendig. Alle Hilfesuchenden, unabhängig davon, ob sie an einer psychischen Vorerkrankung leiden oder nicht, können auf die qualifizierte Hilfe zurückgreifen. „Mit dem Krisendienst wird die Versorgung für Menschen mit psychischem Hilfebedarf in unserer Region weiter gestärkt. Er ist ein wichtiger Beitrag zur weiteren Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen“, erklärt Sozialplaner Robert Stiefler, der beim Bezirk den Aufbau des Krisendienstes Oberfranken organisiert.
Bis zum geplanten Rund-um-die-Uhr-Betrieb ab 1. Juli diesen Jahres erfolgt die eingangs beschriebene Erreichbarkeit des Krisendienstes Oberfranken.
Nähere Informationen zum Krisendienst sind zu finden unter https://www.krisendienste.bayern/ sowie http://www.krisendienst-oberfranken.de.