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Oberlandesgericht Bamberg

Baye­ri­scher Verfassungsgerichtshofs

Karin Ange­rer: Prä­si­den­tin des Bam­ber­ger OLG wird Verfassungsrichterin

Der baye­ri­sche Land­tag hat die Prä­si­den­tin des Ober­lan­des­ge­richts Bam­berg (OLG), Karin Ange­rer, zum Mit­glied des baye­ri­schen Ver­fas­sungs­ge­richts­hofs in Mün­chen gewählt. Ange­rer ist bereits seit 30 Jah­ren für Bay­erns Jus­tiz tätig.

Dr. Karin Ange­rer, 59 Jah­re alt, begann ihre beruf­li­che Lauf­bahn im Jahr 1993 bei der Staats­an­walt­schaft Mün­chen I. 1994 wech­sel­te sie für zwei Jah­re an das baye­ri­sche Staats­mi­nis­te­ri­um der Jus­tiz. Anschlie­ßend war sie als natio­na­le Exper­tin bei der Kom­mis­si­on der Euro­päi­schen Gemein­schaf­ten (Gene­ral­di­rek­ti­on Wett­be­werb) tätig, bevor sie 1998 als Rich­te­rin an das Land­ge­richt Mün­chen II kam.

Im Jahr 2000 kehr­te Karin Ange­rer ins baye­ri­sche Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um zurück. Im Jahr 2004 wech­sel­te sie an das Land­ge­richt Mün­chen I, im Jahr 2006 an das Ober­lan­des­ge­richt Mün­chen. Von 2010 bis 2019 war sie als Lei­te­rin ver­schie­de­ner Refe­ra­te im Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um tätig. 2019 wur­de sie zur Vize­prä­si­den­tin des Land­ge­richts Mün­chen II ernannt. Im Jahr 2021 wech­sel­te sie zurück an Minis­te­ri­um und über­nahm dort die Lei­tung des Lan­des­jus­tiz­prü­fungs­am­tes sowie die Lei­tung der Abtei­lung für Aus­bil­dung, Fort­bil­dung, Prü­fungs­recht und Inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit. Seit 1. Sep­tem­ber 2023 ist Ange­rer Prä­si­den­tin des Ober­lan­des­ge­richts Bamberg.

Wie das OLG nun bekannt­gab, hat der baye­ri­sche Land­tag Angerers Berufs­weg eine wei­te­re Sta­ti­on hin­zu­ge­fügt und sie zum Mit­glied des baye­ri­schen Ver­fas­sungs­ge­richts­hofs in Mün­chen gewählt. Ihre Tätig­keit in Bam­berg wird sie aller­dings wei­ter­hin ausführen.

Baye­ri­scher Verfassungsgerichtshof

Der baye­ri­sche Ver­fas­sungs­ge­richts­hof ging aus dem im Jahr 1850 errich­te­ten Staats­ge­richts­hof her­vor und wur­de in der Baye­ri­schen Ver­fas­sung von 1946 mit umfas­sen­den Zustän­dig­kei­ten aus­ge­stat­tet, um die Grund­rech­te des Ein­zel­nen und das ver­fas­sungs­mä­ßi­ge Funk­tio­nie­ren der Staats­or­ga­ne zu gewährleisten.

Der Prä­si­dent und die berufs­rich­ter­li­chen Mit­glie­der des Ver­fas­sungs­ge­richts­hofs, die Rich­te­rin oder Rich­ter auf Lebens­zeit an einem Gericht des Frei­staa­tes Bay­ern sein müs­sen, wer­den vom Land­tag auf die Dau­er von acht Jah­ren gewählt. Die nicht-berufs­rich­ter­li­chen Mit­glie­der wählt jeweils der neu kon­sti­tu­ier­te Land­tag zu Beginn einer Legis­la­tur­pe­ri­ode auf Vor­schlag der Frak­tio­nen für die lau­fen­de Periode.

Nach­fol­ger von Franz Truppei

Dr. Phil­ipp Karr neu­er Vor­sit­zen­der Rich­ter am Oberlandesgericht

Bay­erns Staats­mi­nis­ter der Jus­tiz Georg Eisen­reich hat letz­te Woche den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Land­ge­richt Coburg, Dr. Phil­ipp Karr, zum Vor­sit­zen­den Rich­ter am Ober­lan­des­ge­richt Bam­berg ernannt. Karr über­nimmt den Vor­sitz des 1. Zivil­se­nats, der für Beru­fun­gen in all­ge­mei­nen Zivil­sa­chen und in Strei­tig­kei­ten über Ansprü­che aus Ver­si­che­rungs­ver­trags­ver­hält­nis­sen und Land­wirt­schafts­sa­chen zustän­dig ist.

Mit sei­ner Beru­fung tritt Phil­ipp Karr die Nach­fol­ge von Franz Trup­pei an, der mit Wir­kung vom 1. Juli 2023 zum Prä­si­den­ten des Land­ge­richts Schwein­furt ernannt wur­de. Dies teil­te das Ober­lan­des­ge­richt Bam­berg mit. Mit Franz Trup­pei habe ein erfah­re­ner und geschätz­ter Kol­le­ge das Ober­lan­des­ge­richt Bam­berg ver­las­sen, so Lothar Schmitt, Prä­si­dent des Ober­lan­des­ge­richts. Mit ihm als Prä­si­den­ten des Land­ge­richts Schwein­furt wer­de die erfolg­rei­che Arbeit der Gerich­te sei­nes neu­en Bezir­kes auch für die Zukunft sicher­ge­stellt. Gleich­zei­tig freue sich Schmitt, dass mit Phil­ipp Karr ein erfah­re­ner und bewähr­ter Rich­ter zum Vor­sit­zen­den Rich­ter am Ober­lan­des­ge­richt ernannt wur­de. Die­ser wer­de die erfolg­rei­che Arbeit sei­nes Vor­gän­gers Trup­pei trotz hoher Belas­tung bes­tens fortsetzen.

Der gebür­ti­ge Erlan­ge­ner Phil­ipp Karr (51 Jah­re) begann sei­ne beruf­li­che Lauf­bahn im Jahr 2002 als Staats­an­walt bei der Staats­an­walt­schaft Coburg. 2004 wech­sel­te er als Regie­rungs­rat an das Staats­mi­nis­te­ri­um der Jus­tiz. 2006 wur­de Karr zum Rich­ter am Amts­ge­richt Coburg ernannt, wo er vor­wie­gend im Fami­li­en­recht tätig war. 2008 stieg er zum Rich­ter am Land­ge­richt Coburg auf. Dort war Mit­glied einer Zivil­kam­mer. Gleich­zei­tig wur­de Karr ein wei­te­res Rich­ter­amt am Amts­ge­richt Coburg über­tra­gen. 2013 wur­de Phil­ipp Karr zum Staats­an­walt als Grup­pen­lei­ter ernannt. Bei der Staats­an­walt­schaft Coburg war er Jugend­staats­an­walt und für die Bear­bei­tung von Straf­ta­ten gegen die sexu­el­le Selbst­be­stim­mung zuständig.

Am 1. Janu­ar 2016 kehr­te er als Vor­sit­zen­der Rich­ter an das Land­ge­richt Coburg zurück, wo er fort­an wie­der mit Zivil­sa­chen befasst war. Zudem arbei­te­te sich Dr. Karr am Land­ge­richt Coburg als Güte­richter, Daten­schutz­be­auf­trag­ter und Koor­di­na­tor der elek­tro­ni­schen Akte.