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Predigt

Pfingst­pre­digt von Erz­bi­schof Lud­wig Schick

„Hei­li­ge das Leben, wo du es triffst“

Erz­bi­schof Lud­wig Schick rief in sei­ner heu­ti­gen Pfingst­pre­digt in der Zeit von Krieg, Pan­de­mie und Umwelt­zer­stö­rung zum Gebet um den Hei­li­gen Geist auf.

„Der Hei­li­ge Geist will das Leben hei­li­gen, heil machen und in jeder Hin­sicht gesund erhal­ten“, sag­te Schick heu­te in sei­ner Pfingst­pre­digt im Bam­ber­ger Dom. „Um die­sen Hei­li­gen Geist bit­ten wir in unse­rer Zeit, die von so viel Unheil heim­ge­sucht wird.“

Das Leben kön­ne immer unhei­lig wer­den und dann Unheil anrich­ten, so Schick. Es sei in sei­nen phy­si­schen, psy­chi­schen, bio­lo­gi­schen, sozia­len und poli­ti­schen Gege­ben­hei­ten immer gefährdet.


Der Erz­bi­schof zitier­te die Hei­li­ge Hil­de­gard von Bin­gen mit den Wor­ten: „Pfle­ge das Leben, wo du es triffst.“ Dies kön­ne man auch so über­set­zen: „Hei­li­ge das Leben, wo du es triffst.“ Das Wort „hei­lig“ sei heu­te fast ein Fremd­wort gewor­den. Auch in der Kir­che müs­se es neu bedacht und vor allem ver­stan­den und rea­li­siert wer­den. „Lasst uns zum Hei­li­gen Geist bit­ten und fle­hen, der Unheil über­win­det, Ungeis­ter ver­treibt, hei­li­ges Leben schenkt“, schloss der Erz­bi­schof sei­ne Predigt.

Oster­pre­digt von Erz­bi­schof Schick 

„Frie­den gehört zur DNA der Christen“

Der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick ruft zu Ostern auf, für den Frie­den auch per­sön­li­che Ein­schrän­kun­gen zu akzep­tie­ren. Die Reli­gi­on sei der größ­te Sta­bi­li­täts­fak­tor für den Frie­den, beton­te Schick in sei­ner Osterpredigt.

Erz­bi­schof Schick die Chris­ten dazu auf, Frie­dens­stif­ter und Frie­dens­brin­ger zu sein. „Zur DNA der Chris­ten gehört der Frie­den“, sag­te er in sei­ner Pre­digt im Bam­ber­ger Dom. „Der schreck­li­che, mör­de­ri­sche und zer­stö­re­ri­sche Krieg in der Ukrai­ne lässt uns bit­ten, dass der Frie­dens­gruß des auf­er­stan­de­nen Chris­tus über­all Wirk­lich­keit wird. Die­se Hoff­nung dür­fen wir für Ostern 2022 haben.“

„Durch Ungleich­heit wächst Unfriede“ 

„Der Frie­den muss her­bei­gebe­tet und her­bei­ge­sehnt wer­den“, so Schick. Auch gehör­ten dazu die Unter­stüt­zung der Selbst­ver­tei­di­gung der Ukrai­ne, die Akzep­tanz der Sank­tio­nen gegen Russ­land sowie die Bereit­schaft jedes Ein­zel­nen, dafür Ein­schrän­kun­gen bei der Ver­sor­gung mit Lebens­mit­teln und Gebrauchs­gü­tern sowie stei­gen­de Ener­gie­prei­se zu akzeptieren.

Die Reli­gi­on sei der größ­te Sta­bi­li­täts­fak­tor für den Frie­den, beton­te Schick. Wo sich Neid, Hab­gier, Rache, Macht­ge­lüs­te, Natio­na­lis­mus und Popu­lis­mus in den Her­zen breit mach­ten, begin­ne bereits der Krieg in den Köp­fen. „Jeder Krieg beginnt, bevor der ers­te Schuss fällt. Frie­dens­be­mü­hun­gen sind meist zu spät, wenn die Trup­pen auf­mar­schie­ren.“ Zur Bewah­rung des Frie­dens gehö­re vor allem glo­ba­le Gerech­tig­keit: „Das Zuviel hier ver­ur­sacht ein Zuwe­nig woan­ders. Durch Ungleich­heit wächst Unfrie­de, der zu Gewalt und Waf­fen­ge­brauch umschla­gen kann“, mahn­te Schick

Erz­bi­schof Schick appel­lier­te ein­dring­lich auch an die rus­sisch-ortho­do­xe Kir­che, mit der Ver­kün­dung von Chris­ti Frie­dens­gruß dazu bei­zu­tra­gen, dass die rus­si­sche Aggres­si­on gegen die Glau­bens­ge­schwis­ter in der Ukrai­ne been­det wird. „Frie­den ermög­licht Leben, Krieg ver­nich­tet Leben“, so der Erzbischof.

Pre­digt von Erz­bi­schof Schick am Karfreitag 

Mit­leid und Barm­her­zig­keit zei­gen für alle Menschen

Am Kar­frei­tag erin­nern die Chris­ten an das Lei­den und Ster­ben Jesu. In sei­ner heu­ti­gen Pre­digt hat der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick zu Mensch­lich­keit allen Men­schen gegen­über auf­ge­ru­fen, so wie es auch Jesus gewollt habe. Schick appel­lier­te, Mit­leid mit allen Men­schen welt­weit zu zei­gen, die im Krieg und auf der Flucht sind.

Der gekreu­zig­te Jesus weist nach Wor­ten von Erz­bi­schof Lud­wig Schick auf die Men­schen hin, die vor Krieg und Unrecht auf der Flucht sind. In der Ukrai­ne, aber auch im Jemen, in Syri­en, im Sudan oder in Afgha­ni­stan lit­ten Men­schen seit Jah­ren unter Krieg, Ver­fol­gung und Miss­ach­tung der Men­schen­rech­te. „Jesus sagt uns: Klagt über mich, den unge­recht Gekreu­zig­ten. Aber tut auch, was ich den Frau­en auf dem Kreuz­weg sag­te: Weint über euch und eure Kin­der, eure Brü­der und Schwes­tern, die über­all auf der Welt gequält, ver­folgt und getö­tet wer­den, deren Hei­mat und Zukunft ver­nich­tet wer­den“, sag­te Schick in sei­ner Kar­frei­tags­pre­digt im Bam­ber­ger Dom.

Beten für alle Leidenden

Der Kar­frei­tag stel­le die Fra­ge: „Kön­nen wir über­haupt noch wei­nen, trau­ern und kla­gen? Wir sind doch so gern cool, über­le­gen und distan­ziert. Kön­nen wir über unse­re krie­ge­ri­sche Welt, die gequäl­ten Men­schen und die miss­han­del­te Schöp­fung trau­ern?“ Am Kar­frei­tag sol­len wir um Jesus, den Sohn Got­tes, trau­ern. Dabei lädt uns Jesus ein, Mit­leid und Barm­her­zig­keit für die Men­schen zu zei­gen und für alle Lei­den­den zu beten. „Trau­ern, Mit­lei­den und Beten sind Vor­aus­set­zun­gen für Ver­än­de­run­gen und mehr Mensch­lich­keit“, so Erz­bi­schof Schick.

„Jesus Chris­tus, Gott und Mensch, hat sich kreu­zi­gen las­sen. Er hat am Kreuz die Arme weit aus­ge­streckt, um alle Men­schen in den Pakt der Lie­be zu holen“, schloss der Erz­bi­schof sei­ne Predigt.

Am Kar­frei­tag erin­nern die Chris­ten an das Lei­den und Ster­ben Jesu, bevor am Oster­fest sei­ne Auf­er­ste­hung von den Toten gefei­ert wird.

Pre­digt am Gründonnerstag

Erz­bi­schof Schick ruft auf: „Raus der Blase!“

Der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick hat am Grün­don­ners­tag die Chris­ten auf­ge­ru­fen, die „Kom­fort­zo­ne der schö­nen reli­giö­sen Gefüh­le und Fei­ern“ zu verlassen.

Christ­sein bestehe weder dar­in, sich mit ein paar Gleich­ge­sinn­ten wohl­zu­füh­len, noch dar­in, um die eige­nen Pro­ble­me der Kir­che zu krei­sen und sich im Gejam­mer um Kri­sen zu erschöp­fen, sag­te der Erz­bi­schof in sei­ner Pre­digt im Bam­ber­ger Dom.

Chris­ten sei­en beru­fen, für die Men­schen, die Gesell­schaft und die gan­ze Schöp­fung zum Heil und Frie­den zu wir­ken, beton­te der Erz­bi­schof. Das gel­te für jeden in der Fami­lie und im Beruf, im poli­ti­schen Leben und im ehren­amt­li­chen Enga­ge­ment. Christ­sein sei der Auf­ruf „Raus aus der Bla­se!“, wie auch das Jah­res­mot­to im Erz­bis­tum Bam­berg lautet.

„Jesus Chris­tus befreit aus Sün­de, Not und Tod“

Die Fuß­wa­schung am Grün­don­ners­tag sei auch der Auf­ruf: „Raus aus unse­ren Vor­stel­lun­gen über Gott und sein Han­deln, hin zu Jesus Chris­tus, der sein Leben hin­ge­ge­ben hat, um uns aus Sün­de und Tod zu befrei­en.“ Dies sei auch am Mitt­woch­abend in der RTL-Sen­dung „Die Pas­si­on“ bei allen Män­geln aus theo­lo­gi­scher Sicht gut her­aus­ge­ar­bei­tet wor­den: „Jesus Chris­tus befreit aus Sün­de, Not und Tod. Das Gedächt­nis Jesu in der Eucha­ris­tie führt zum Glau­ben an ihn und zum Leben mit ihm.“

Am Grün­don­ners­tag wird an das letz­te Abend­mahl und die Ein­set­zung der Eucha­ris­tie als wich­tigs­tes Sakra­ment durch Jesus Chris­tus erin­nert. Er ist der Beginn der drei hei­li­gen Tage (Tri­du­um). Sie begin­nen mit der Abend­mahls­mes­se am Grün­don­ners­tag, dem Geden­ken des Lei­dens und Ster­bens Chris­ti am Kar­frei­tag, der Erin­ne­rung an die Gra­bes­ru­he am Kar­sams­tag und der Fei­er der Auf­er­ste­hung in der Oster­nacht und am Ostersonntag. 

Pre­digt am Heiligabend

Weih­nach­ten hat the­ra­peu­ti­sche Kraft

Der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick hat in sei­ner Pre­digt am Hei­lig­abend dazu auf­ge­ru­fen, Weih­nach­ten als „the­ra­peu­ti­sches Fest“ zu fei­ern. Gut und sinn­voll began­gen, ent­fal­te die Weih­nacht Heilungskräfte.

„Die Bot­schaft vom Licht, das die fins­te­ren Näch­te unse­res Lebens erleuch­tet, heilt die Wun­den der Ein­sam­keit und der Ängs­te“, sag­te Lud­wig Schick in der Christ­met­te im Bam­ber­ger Dom. „Zu jedem Hei­lungs­pro­zess gehört auch die Hoff­nung, dass es bes­ser wird. Weih­nach­ten ist ein Fest der Hoffnung.“

Im Weih­nachts­evan­ge­li­um wer­de die Ankunft eines ande­ren, neu­en Lebens vor­ge­stellt: „Die Lebens­wei­se der Für­sor­ge und Lie­be, der Güte und des Wohl­wol­lens gegen Her­zens­här­te und Gefühls­käl­te. All das wird im Stall von Beth­le­hem sicht­bar“, so Erz­bi­schof Schick. „Weih­nach­ten ver­heißt, dass hin­ter dem rau­en Welt­li­chen sanf­tes Gött­li­ches vor­han­den ist, dass das Gute das Böse über­wiegt, dass trotz der vie­len Krie­ge Frie­den mög­lich ist, dass es in uns Men­schen nicht nur die kal­te Ver­nunft gibt, son­dern auch das war­me Herz.“ Die­se Aus­sich­ten setz­ten pro-vita­le Kräf­te frei. „Die the­ra­peu­ti­sche Wir­kung von Weih­nach­ten ist pro-vital.“


„Kin­der und Jugend­li­che wur­den in der Pan­de­mie vernachlässigt“

Die Tex­te und Lie­der der Weih­nacht sei­en kei­ne his­to­ri­schen Berich­te und woll­ten kei­ne natur­wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­se ver­mit­teln. „Sie sind viel­mehr Medi­zin, die Hei­lungs- und Heil­wir­kung ent­fal­ten. Sie erwei­sen sich als the­ra­peu­tisch, wenn man sie wirk­lich an sich her­an- und in sich hin­ein­lässt“, so Schick.

Weih­nach­ten sei das Fest der Kin­der, sag­te Erz­bi­schof Schick und wies in sei­ner Pre­digt dar­auf hin, dass in der Pan­de­mie die Kin­der und Jugend­li­chen ver­nach­läs­sigt wor­den sei­en. Inzwi­schen sei bekannt, dass vie­le Kin­der ein­sam gewor­den sind, sich ver­las­sen füh­len, Trau­rig­keit und Depres­si­on erlei­den. Weih­nach­ten sol­le sie in den Mit­tel­punkt stel­len: „So wie in der Krip­pe das Kind Zen­trum und Mit­tel­punkt ist, so sol­len es auch die Kin­der und Jugend­li­chen sein. Es soll ihnen gut gehen, und sie sol­len Leben haben.“

Der Fest­got­tes­dienst am 25.12. um 9.30 Uhr sowie die Pon­ti­fi­kal­ves­per am 25.12. um 17 Uhr wer­den im Live­stream über­tra­gen auf https://www.youtube.com/erzbistumbamberg

Zum 800. Todes­tag des hei­li­gen Dominikus 

Erz­bi­schof Schick: „Kir­che darf nicht in ihrer eige­nen Bla­se leben“

Am Fest des hei­li­gen Domi­ni­kus hat Erz­bi­schof Lud­wig Schick zu einer Besin­nung auf den christ­li­chen Glau­ben und zur Neue­van­ge­li­sie­rung auf­ge­ru­fen. Er bezeich­ne­te den hei­li­gen Domi­ni­kus in sei­ner heu­ti­gen Pre­digt in der Bam­ber­ger Hei­lig-Grab-Kir­che als „Apos­tel der Neue­van­ge­li­sie­rung Europas“.

Wie im 12. und 13. Jahr­hun­dert brau­che es für die Neue­van­ge­li­sie­rung heu­te Chris­tin­nen und Chris­ten, die sich nicht nar­ziss­tisch um sich selbst dre­hen, son­dern die vom Evan­ge­li­um begeis­tert sind und die Bot­schaft Jesu in die Welt hin­aus­tra­gen wol­len. Dafür kön­ne der hei­li­ge Domi­ni­kus Vor­bild sein.

Der hei­li­ge Domi­ni­kus habe sich zu Leb­zei­ten auch mit einer Kir­che, vor allem mit Bischö­fen, Pries­tern und Ordens­leu­ten, kon­fron­tiert gese­hen, „die sich in Eigen­brö­te­lei und Eigen­nutz ver­strickt hat­ten, die sich mehr um sich selbst und ihre Inter­es­sen küm­mer­ten als um die Seel­sor­ge und Glau­bens­ver­mitt­lung“, sag­te der Erz­bi­schof. In der Bevöl­ke­rung brei­te­te sich das Gefühl der Sinn­lo­sig­keit und der Unzu­frie­den­heit aus, vie­le Men­schen ver­fie­len der Raff­gier und der Hab­sucht; ande­re schlos­sen sich der Pro­test­be­we­gung der Katha­rer an, die ihre Mit­glie­der der Frei­heit und der Men­schen­rech­te beraub­te. Dem wirk­te der Hei­li­ge laut Schick ent­ge­gen, „er ent­zün­de­te den Glau­ben an Jesus Chris­tus in Euro­pa neu, in dem die Men­schen in Frie­de und Frei­heit, Ver­trau­en und Hoff­nung leben kön­nen.“ Schick erin­ner­te an ein Wort, das bei der Hei­lig­spre­chung von Domi­ni­kus im Jahr 1234 eine Rol­le spiel­te: „Als der Glau­be an Jesus Chris­tus und die Nächs­ten­lie­be in Euro­pa zu erlö­schen droh­te, sand­te Gott sei­nen Die­ner Dominikus.“


„Wir brau­chen eine Neuevangelisierung!“


Eine Erneue­rung des Glau­bens ist nach den Wor­ten des Erz­bi­schofs auch jetzt im 21. Jahr­hun­dert nötig. „Ganz beson­ders in West­eu­ro­pa und somit auch bei uns in Deutsch­land geht das christ­li­che Leben mit allen sei­nen Seg­nun­gen für die Men­schen zurück“, so der Ober­hir­te: „Wir brau­chen eine Neue­van­ge­li­sie­rung!“ Gott sei Dank wach­se aber die Kir­che, beson­ders in Afri­ka und Asien.

So wie auch zur Zeit des hei­li­gen Domi­ni­kus dreh­ten sich der­zeit vie­le in der Kir­che zu sehr um sich selbst und ihre eige­nen Befind­lich­kei­ten, befass­ten sich mit The­men, die im Evan­ge­li­um kei­ne oder kaum eine Rol­le spiel­ten, frag­ten nach ihrer Rele­vanz in der Gesell­schaft und nach ihrer Posi­ti­on in der Kir­che, beschäf­tig­ten sich mit Struk­tur­ver­än­de­run­gen, mit Geld und Gut. „Eine Kir­che, die in ihrer eige­nen Bla­se lebt, ist unwirk­sam für die Men­schen“, sag­te der Erz­bi­schof. Die Bot­schaft des Evan­ge­li­ums müs­se in die Welt getra­gen wer­den, so wie es der hei­li­ge Domi­ni­kus mit sei­nen Brü­dern und Schwes­tern tat. „Dazu müs­sen wir als Kir­che im 21. Jahr­hun­dert authen­tisch sein und müs­sen leben, was wir pre­di­gen“, so Schick.

Der hei­li­ge Domi­ni­kus ist vor 800 Jah­ren, am 6. August 1221, in Bolo­gna gestor­ben. Als Grün­der des Domi­ni­ka­ner­or­dens hat er maß­geb­lich zur Mis­sio­nie­rung und Evan­ge­li­sie­rung im euro­päi­schen Raum bei­getra­gen. Der Orden hat sich welt­weit ver­brei­tet. In Deutsch­land gibt es heu­te 20 Domi­ni­ka­ner­klös­ter und ‑kon­ven­te. Auch das 1356 gegrün­de­te Hei­lig-Grab-Klos­ter in Bam­berg hat eine lan­ge Domi­ni­ka­ni­sche Tra­di­ti­on. 1803 wur­de es im Zuge der Säku­la­ri­sa­ti­on als auf­ge­ho­ben erklärt. 1926 wie­der­be­grün­det beher­bergt es bis heu­te Domi­ni­ka­ner­schwes­tern und ist Ver­samm­lungs­ort der Domi­ni­ka­ni­schen Lai­en­ge­mein­schaft vom Hei­li­gen Grab.

200 Jah­re Erz­bis­tum Bamberg

Erz­bi­schof Schick erin­nert zum Hein­richs­fest an die Grün­dung der Metro­po­lie nach der Säkularisation

Beim dies­jäh­ri­gen Hein­richs­fest hat Erz­bi­schof Lud­wig Schick an die Grün­dung der Kir­chen­pro­vinz Bam­berg vor 200 Jah­ren erinnert.

Nach dem Fall Napo­le­ons und der Säku­la­ri­sa­ti­on habe man gespürt, dass ohne die Kir­chen für das geist­li­che Leben und die Seel­sor­ge sowie für die Armen und Kran­ken nicht genü­gend getan wer­den kön­ne. Des­halb sei in den Jah­ren 1815 bis 1821 das kirch­li­che Leben neu auf­ge­baut und belebt wor­den. Dabei sei aus dem 1007 von Kai­ser Hein­rich gegrün­de­ten Bis­tum Bam­berg das Erz­bis­tum gewor­den, zu dem in der Metro­po­lie bis heu­te die Bis­tü­mer Würz­burg, Eich­stätt und Spey­er gehören.

„Auch damals spür­ten die Men­schen, vor allem auch die Poli­ti­ker, dass die­se Welt mit den mate­ri­el­len Gütern und Struk­tu­ren nicht alles sein kann“, sag­te Schick am Sonn­tag in sei­ner Pre­digt im Bam­ber­ger Dom. „Wenn das geis­ti­ge und geist­li­che Leben fehlt, geht es weder dem ein­zel­nen Men­schen noch der Gesell­schaft gut.“ Des­halb habe der Staat mit dem Papst das kirch­li­che Leben in Bay­ern und ganz Deutsch­land neu geordnet.

„Lasst uns heu­te unse­ren Auf­trag wahr­neh­men, in allen unse­ren Gemein­den und Gemein­schaf­ten, in unse­ren Kir­chen, Pfar­rei­en und Seel­sor­ge­be­rei­chen, in den Kin­der­gär­ten und Schu­len, auch in unse­rem Ordi­na­ri­at und allen Behör­den geist­li­che Zen­tren zu wer­den und Geist­li­ches aus­zu­strah­len.“ Des­halb sol­le das Hein­richs­fest 2021, das pan­de­mie­be­dingt mit einem redu­zier­ten Pro­gramm vor­wie­gend digi­tal statt­fin­det, Zei­chen der Erin­ne­rung und Erneue­rung sein, so Erz­bi­schof Schick.

Pre­digt von Erz­bi­schof Schick zum Heinrichsfest

„Es gibt kei­nen Grund, sich vor Ver­än­de­rung zu fürchten“

Jede Pfar­rei und jeder Seel­sor­ge­be­reich soll nach Wor­ten von Erz­bi­schof Lud­wig Schick ein geist­li­ches Zen­trum sein. Es sei die Absicht des Bis­tums­grün­ders Hein­rich und sei­ner Frau Kuni­gun­de gewe­sen, über­all geist­li­che Zen­tren in ihrem Reich zu gründen.

Hein­rich habe vor tau­send Jah­ren schon sehr modern gedacht, als er Klös­ter, Stif­te und Pfar­rei­en bil­de­te. Er habe gewusst, dass für jeden Men­schen und für den Staat das Wohl des Geis­tes und der See­le wich­tig ist. „Auch heu­te sind bei den Umstruk­tu­rie­run­gen für die Zukunfts­fä­hig­keit der Kir­che geist­li­che Zen­tren uner­läss­lich“, sag­te Schick am Sonn­tag in sei­ner Pre­digt zum Hein­richs­fest im Bam­ber­ger Dom.

Es sei heu­te not­wen­dig, Seel­sor­ge­be­rei­che zu grün­den und die Ver­wal­tungs­struk­tu­ren der Kir­chen­stif­tun­gen zusam­men­zu­füh­ren, sag­te Schick und ver­wies auf die sin­ken­den Zah­len bei Gläu­bi­gen, Seel­sor­gern und Finan­zen. Pas­to­ral­teams könn­ten zudem bes­ser koope­rie­ren und ermög­lich­ten einen cha­ris­men­ori­en­tier­ten Per­so­nal­ein­satz. Bei allen Maß­nah­men müs­se aber immer das Ziel im Mit­tel­punkt ste­hen, dass alle Umstruk­tu­rie­run­gen dem Ziel die­nen müss­ten, über­all geist­li­che Zen­tren zu bilden.

Geist­lich bedeu­te für Chris­ten kon­kret Leben im und aus dem Geist Jesu: „Sein Geist ist der Geist der Got­tes- und Nächs­ten­lie­be, der acht­sa­men und hilf­rei­chen Sor­ge für die Men­schen, es ist der Geist der Gol­de­nen Regel: Was du von ande­ren erwar­test, das tu auch ihnen!“

Es bestehe kein Grund, sich vor Ver­än­de­rung zu fürch­ten, beton­te Erz­bi­schof Schick. „Kir­che hat immer Wan­del in der Zeit erlebt, auf und nie­der. Im Glau­ben an Gott kön­nen wir den Wan­del anneh­men und ihn aktiv für Frie­de und Heil gestal­ten.“ Schick erin­ner­te auch dar­an, dass die Kir­che in vie­len Regio­nen der Welt, ins­be­son­de­re in Afri­ka und Asi­en, der­zeit wach­se und den Men­schen Stüt­ze und Halt gebe.

Immer am zwei­ten Wochen­en­de im Juli fei­ert das Erz­bis­tum Bam­berg mit dem Hein­richs­fest sei­nen Grün­der, den hei­li­gen Kai­ser Hein­rich II. Pan­de­mie­be­dingt fin­det das redu­zier­te Pro­gramm neben den Got­tes­diens­ten in die­sem Jahr digi­tal statt.

Pre­digt zum Welt­tag für geist­li­che Berufungen 

Erz­bi­schof Schick sieht Kir­che vor Wen­de­punkt und Neuorientierung

Erz­bi­schof Lud­wig Schick ruft dazu auf, bei aller berech­tig­ter Kri­tik an Ver­sa­gen und Miss­stän­den in der Kir­che das segens­rei­che Wir­ken zahl­lo­ser Seel­sor­ge­rin­nen und Seel­sor­ger, getauf­ter Chris­tin­nen und Chris­ten in ver­schie­de­nen Auf­ga­ben nicht aus den Augen zu verlieren.

„Tau­sen­de und Mil­lio­nen Pries­ter, Dia­ko­ne, Ordens­chris­ten, Haupt- und Ehren­amt­li­che set­zen sich in der Kir­che mit den Wer­ten und Tugen­den des Evan­ge­li­ums für die Ent­wick­lung einer gerech­ten und huma­nen Welt ein“, sag­te Schick am Sonn­tag in Schein­feld in einem Got­tes­dienst zum Welt­tag für geist­li­chen Berufungen.


Mehr Jesus Chris­tus, weni­ger Institution

Die Finanz­skan­da­le, der sexu­el­le Miss­brauch und die Ver­stö­ße gegen die Wer­te des Evan­ge­li­ums dürf­ten nicht ver­schwie­gen wer­den. „Zur Kir­che Jesu Chris­ti gehö­ren Ehr­lich­keit und Wahr­haf­tig­keit, die aber auch das Gute und Wert­vol­le sehen, das die Kir­che gewirkt hat und wirkt.“ Der Erz­bi­schof füg­te hin­zu: „Man kann in die­ser Kir­che Pries­ter, Dia­kon und Ordens­christ, pas­to­ra­le Mit­ar­bei­te­rin und Mit­ar­bei­ter wer­den und zum Wah­ren, Guten und Schö­nen in die­ser Welt auf viel­fäl­ti­ge Wei­se für die Men­schen bei­tra­gen.“ Wer das mit guter Gesin­nung und Moti­va­ti­on aus dem Evan­ge­li­um tue, der füh­re ein sinn­vol­les Leben und leis­te Not­wen­di­ges für Gegen­wart und Zukunft, stär­ke Glau­be, Hoff­nung und Lie­be, tra­ge zur Ehre Jesu Chris­ti und zum Heil der Men­schen bei.

Die Kir­che ste­he der­zeit, so Erz­bi­schof Schick, vor einem Wen­de­punkt, der eine Neu­ori­en­tie­rung auf Jesus Chris­tus hin bedeu­ten müs­se. „Dafür muss es auch eine Ent-Insti­tu­tio­na­li­sie­rung geben, jeden­falls von den Insti­tu­tio­nen, die hin­dern, dass Jesus Chris­tus im Zen­trum steht“, sag­te Schick. „Alle Frau­en und Män­ner in kirch­li­chem Dienst und kirch­li­chen Ämtern müss­ten radi­kal aus der Gemein­schaft mit Jesus Chris­tus und dem Evan­ge­li­um für Frie­de und Heil der Men­schen leben und wir­ken.“ Dazu müs­se auch der Syn­oda­le Weg die­nen, der nicht „irgend­wel­che Zie­le“ ver­fol­gen dür­fe, son­dern gemein­sa­mer Weg von Beru­fe­nen sein müs­se, die den Weg des Evan­ge­li­ums tie­fer ent­de­cken wol­len, um allen Men­schen auf der Erde Frie­den und Heil zu bringen.“

Der Welt­tag für geist­li­che Beru­fun­gen wur­de von Papst Paul VI. 1964 ein­ge­führt und wird am 4. Sonn­tag in der Oster­zeit begangen.