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Predigt

Pre­digt Erz­bi­schof Gössl zu Ostern

„Ostern ist eine Lebens­quel­le, die uns mit Hoff­nung erfüllt“

Erz­bi­schof Her­wig Gössl hat die Oster­bot­schaft als hoff­nungs­vol­le Gegen­kraft zu Resi­gna­ti­on, Angst und glo­ba­len Kri­sen beschrie­ben. Der Glau­be an die Auf­er­ste­hung ent­fal­te bis heu­te eine welt­wei­te Dyna­mik, sag­te Gössl in sei­ner Pre­digt am Sonn­tag im Bam­ber­ger Dom.

Dabei gehe es weni­ger um Bewei­se als um Erfah­rung, so der Erz­bi­schof wei­ter. „Es gibt kei­ne Bewei­se für die Auf­er­ste­hung des Herrn, und es gibt auch kei­ne dage­gen.“ Ent­schei­dend sei das Zeug­nis der Glau­ben­den: „Es gibt die Erfah­rung, dass der Glau­be an Jesus Chris­tus neue Wege eröff­net.“ Ostern sei mehr als ein bil­li­ger Opti­mis­mus, „son­dern eine Lebens­quel­le, die in uns spru­delt und uns mit Hoff­nung erfüllt“. Dar­aus erwach­se eine kla­re Hal­tung: „Denn Ostern sagt uns, dass auch Gott die­se Welt und uns Men­schen nie­mals auf­ge­ben wird.“

Nach den trau­ma­ti­schen Ereig­nis­sen am Kar­frei­tag sei­en die Jün­ger zunächst wie gelähmt gewe­sen. Ihre Hoff­nun­gen sei­en zer­bro­chen, „vor allem aber ent­täuscht, weil alle ihre Erwar­tun­gen und Hoff­nun­gen mit ihrem Meis­ter am Kreuz gestor­ben waren“. Doch die­se Star­re sei nicht das Ende gewe­sen. Frau­en, Jün­ger und schließ­lich Maria von Mag­da­la hät­ten die Bot­schaft vom lee­ren Grab wei­ter­ge­tra­gen und die Bot­schaft ver­kün­det: „Der Herr ist von den Toten auferstanden!“

Bin­nen kür­zes­ter Zeit habe sich die­se fro­he Bot­schaft über die gan­ze damals bekann­te Welt ver­brei­tet. Auch auf­tre­ten­de Schwie­rig­kei­ten, nicht ein­mal bru­tals­te Ver­fol­gun­gen hät­ten die­sen Sie­ges­zug des Evan­ge­li­ums stop­pen kön­nen. Bis heu­te wir­ke die­se Kraft fort und brin­ge Men­schen in Bewe­gung, selbst ange­sichts schwie­ri­ger, sogar bedroh­li­cher Situationen.

Men­schen, die aus die­sem Glau­ben leb­ten, könn­ten die Welt ver­än­dern. „Men­schen vol­ler Oster­glau­ben sind Men­schen der Bewe­gung, Men­schen vol­ler Zuver­sicht und Hoff­nung.“ Sie sei­en in der Lage, Ängs­te zu über­win­den und Ver­zei­hung zu schen­ken. Gera­de ange­sichts glo­ba­ler Kri­sen kom­me ihnen beson­de­re Bedeu­tung zu: „Men­schen vol­ler Oster­glau­ben sind für unse­re kriegs­zer­fres­se­ne, hass­erfüll­te Welt so unend­lich wich­tig.“ Ihre Hoff­nung grün­de nicht in sich selbst: „Sie tra­gen eine Zukunft in ihrem Her­zen, die nicht aus ihnen sel­ber kommt.“

Pre­digt von Erz­bi­schof Gössl zum Karfreitag

„Krie­ge sind eine Schan­de für die Menschheit“

Erz­bi­schof Her­wig Gössl hat am Kar­frei­tag vor einer „Kul­tur des Todes“ gewarnt und Krie­ge als eine „Schan­de für die Mensch­heit“ bezeich­net. Die­ser Ent­wick­lung stell­te er in sei­ner Pre­digt im Bam­ber­ger Dom die christ­li­che Hoff­nung ent­ge­gen, die am Kreuz Jesu sicht­bar werde.

Die Kreu­zi­gung Jesu sei eine grau­sa­me Hin­rich­tung, rou­ti­niert voll­streckt in einem selbst­ver­ständ­lich ablau­fen­den Ritu­al. Die Henk­ers­ar­beit wir­ke wie ein ein­ge­üb­tes Hand­werk, so wie die Todes­stra­fe auch heu­te in vie­len Län­dern immer noch üblich sei oder sogar wie­der ein­ge­führt wer­de. „Wir waren uns lan­ge sicher, dass die Mensch­heit aus den gro­ßen Krie­gen des 20. Jahr­hun­derts gelernt hat und den Frie­den auf jeden Fall bewah­ren wird“, sag­te Gössl. „Heu­te wer­den mun­ter Krie­ge vom Zaun gebro­chen, Men­schen wer­den mas­sen­haft, oft von der eige­nen Regie­rung, ver­folgt und gezielt umge­bracht, um die eige­ne Macht, das eige­ne Über­le­ben zu sichern.“ Auf der Welt sei so vie­les wie­der denk­bar und mög­lich gewor­den, dass man die­se Welt oft nicht mehr verstehe.

Der Tod sei nicht nur eine exis­ten­ti­el­le Bedro­hung, son­dern wer­de zuneh­mend bewusst in Kauf genom­men. „Noch schlim­mer ist frei­lich, wenn der Tod gezielt her­bei­ge­führt wird, wenn er kühl berech­nend zu einer ernst­haf­ten Hand­lungs­op­ti­on gemacht wird.“ Bereits Papst Johan­nes Paul II. habe vor einer Kul­tur des Todes gewarnt.

Zugleich kri­ti­sier­te Gössl die Vor­stel­lung, Pro­ble­me lie­ßen sich durch Gewalt lösen. „Vor allem scheint der Tod unse­ren Geist zu beherr­schen durch die Vor­stel­lung, mit dem Tod sei alles aus – und davon abge­lei­tet durch die irri­ge Mei­nung, durch den Tod eines ande­ren lie­ßen sich irgend­wel­che Pro­ble­me aus der Welt schaffen.“

Das Kreuz Chris­ti habe die Macht des Todes gebro­chen. „Seit der Sohn Got­tes am Kreuz den Tod auf sich nahm, kann nie­mand mehr durch den Tod zum Schwei­gen gebracht wer­den.“ Dies gel­te ins­be­son­de­re für Opfer von Gewalt: „Nicht die unschul­di­gen Opfer von Krieg und Gewalt­herr­schaft, von Mord und Tot­schlag, nicht all die Men­schen, die ver­bit­tert und unver­söhnt ster­ben. In Gott sind alle Men­schen aufgehoben.“

Das Kreuz sei des­halb nicht nur ein Sym­bol des Lei­dens, son­dern der Hoff­nung. „Daher schau­en wir auf das Kreuz und erken­nen in ihm nicht das Ende, son­dern den immer wie­der neu­en Anfang.“ Im Kreuz wer­de deut­lich, dass in Gott kein Mensch jemals ver­ges­sen oder ver­lo­ren sei: „Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Hoffnung.“

Höchs­tes Fest der Chris­ten­heit nicht auf Hasen und Scho­ko­ei­er reduzieren

„Ostern ist kein Sparfest“

Ostern ist nach Wor­ten von Erz­bi­schof Her­wig Gössl kein „Spar­fest“, son­dern ein Fest der Hoff­nung in einer Zeit von Ängs­ten und Unsi­cher­hei­ten. Das sag­te Gössl am Oster­sonn­tag in sei­ner Pre­digt im Bam­ber­ger Dom.

Erz­bi­schof Gössl bezog sich dabei auf den Wer­be­spruch einer Super­markt­ket­te „Ostern wird zum Spar­fest“. Die­ser Slo­gan wer­fe die Fra­ge auf, ob nicht vie­le Men­schen längst eine Spar­va­ri­an­te des wich­tigs­ten Fes­tes der Chris­ten­heit fei­ern. „Ist das Ostern der Sitz­ha­sen und Scho­ko­ei­er nicht zu einer Far­ce ver­kom­men?“, frag­te er. Wer Ostern nur als Spar-Vari­an­te feie­re, erspa­re sich den Blick auf Jesus Chris­tus und sei­ne Auf­er­ste­hung. „Die öster­li­che Bot­schaft macht einen wei­ten Hori­zont der Hoff­nung auf, der her­aus­reißt aus der Lethar­gie einer gro­ßen Unsi­cher­heit, wie es wei­ter­geht mit die­ser Welt und die­ser Mensch­heit und mit die­ser Kirche.“

Die öster­li­che Hoff­nung trei­be an zu Taten, die ande­ren Men­schen Hoff­nung schen­ken: denen die aus Ver­zweif­lung auf der Flucht sind, die krank sind und nicht mehr den Hoch­leis­tungs­an­sprü­chen der Gesell­schaft mit­hal­ten kön­nen und die von Abhän­gig­kei­ten gefan­gen sind. „Mit einem Spar­fest Ostern, das sich den Kern sei­nes Inhalts erspart, kom­men wir dage­gen nicht an“, so Gössl. Im Oster­fest kom­me die Lie­be Got­tes zum Vor­schein, indem Jesus Chris­tus sein Leben am Kreuz hin­gibt. „Ostern ist nicht bil­li­ger zu haben“, beton­te Gössl und füg­te hin­zu: „Ostern ist kein Spar­fest, son­dern ein Fest über­flie­ßen­der Hin­ga­be und Lie­be, ein Fest über­schwäng­li­cher Freu­de, weil das Leben gesiegt hat.“ Die Bot­schaft von Ostern ver­mit­te­le einen Reich­tum, der geteilt wer­den will.

Er habe zudem nichts gegen Scho­ko­ei­er, sag­te der Erz­bi­schof: „Solan­ge der Inhalt von Ostern nicht dar­auf redu­ziert wird.“

Pfingst­pre­digt von Erz­bi­schof Lud­wig Schick

„Hei­li­ge das Leben, wo du es triffst“

Erz­bi­schof Lud­wig Schick rief in sei­ner heu­ti­gen Pfingst­pre­digt in der Zeit von Krieg, Pan­de­mie und Umwelt­zer­stö­rung zum Gebet um den Hei­li­gen Geist auf.

„Der Hei­li­ge Geist will das Leben hei­li­gen, heil machen und in jeder Hin­sicht gesund erhal­ten“, sag­te Schick heu­te in sei­ner Pfingst­pre­digt im Bam­ber­ger Dom. „Um die­sen Hei­li­gen Geist bit­ten wir in unse­rer Zeit, die von so viel Unheil heim­ge­sucht wird.“

Das Leben kön­ne immer unhei­lig wer­den und dann Unheil anrich­ten, so Schick. Es sei in sei­nen phy­si­schen, psy­chi­schen, bio­lo­gi­schen, sozia­len und poli­ti­schen Gege­ben­hei­ten immer gefährdet.


Der Erz­bi­schof zitier­te die Hei­li­ge Hil­de­gard von Bin­gen mit den Wor­ten: „Pfle­ge das Leben, wo du es triffst.“ Dies kön­ne man auch so über­set­zen: „Hei­li­ge das Leben, wo du es triffst.“ Das Wort „hei­lig“ sei heu­te fast ein Fremd­wort gewor­den. Auch in der Kir­che müs­se es neu bedacht und vor allem ver­stan­den und rea­li­siert wer­den. „Lasst uns zum Hei­li­gen Geist bit­ten und fle­hen, der Unheil über­win­det, Ungeis­ter ver­treibt, hei­li­ges Leben schenkt“, schloss der Erz­bi­schof sei­ne Predigt.

Oster­pre­digt von Erz­bi­schof Schick 

„Frie­den gehört zur DNA der Christen“

Der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick ruft zu Ostern auf, für den Frie­den auch per­sön­li­che Ein­schrän­kun­gen zu akzep­tie­ren. Die Reli­gi­on sei der größ­te Sta­bi­li­täts­fak­tor für den Frie­den, beton­te Schick in sei­ner Osterpredigt.

Erz­bi­schof Schick die Chris­ten dazu auf, Frie­dens­stif­ter und Frie­dens­brin­ger zu sein. „Zur DNA der Chris­ten gehört der Frie­den“, sag­te er in sei­ner Pre­digt im Bam­ber­ger Dom. „Der schreck­li­che, mör­de­ri­sche und zer­stö­re­ri­sche Krieg in der Ukrai­ne lässt uns bit­ten, dass der Frie­dens­gruß des auf­er­stan­de­nen Chris­tus über­all Wirk­lich­keit wird. Die­se Hoff­nung dür­fen wir für Ostern 2022 haben.“

„Durch Ungleich­heit wächst Unfriede“ 

„Der Frie­den muss her­bei­ge­be­tet und her­bei­ge­sehnt wer­den“, so Schick. Auch gehör­ten dazu die Unter­stüt­zung der Selbst­ver­tei­di­gung der Ukrai­ne, die Akzep­tanz der Sank­tio­nen gegen Russ­land sowie die Bereit­schaft jedes Ein­zel­nen, dafür Ein­schrän­kun­gen bei der Ver­sor­gung mit Lebens­mit­teln und Gebrauchs­gü­tern sowie stei­gen­de Ener­gie­prei­se zu akzeptieren.

Die Reli­gi­on sei der größ­te Sta­bi­li­täts­fak­tor für den Frie­den, beton­te Schick. Wo sich Neid, Hab­gier, Rache, Macht­ge­lüs­te, Natio­na­lis­mus und Popu­lis­mus in den Her­zen breit mach­ten, begin­ne bereits der Krieg in den Köp­fen. „Jeder Krieg beginnt, bevor der ers­te Schuss fällt. Frie­dens­be­mü­hun­gen sind meist zu spät, wenn die Trup­pen auf­mar­schie­ren.“ Zur Bewah­rung des Frie­dens gehö­re vor allem glo­ba­le Gerech­tig­keit: „Das Zuviel hier ver­ur­sacht ein Zuwe­nig woan­ders. Durch Ungleich­heit wächst Unfrie­de, der zu Gewalt und Waf­fen­ge­brauch umschla­gen kann“, mahn­te Schick

Erz­bi­schof Schick appel­lier­te ein­dring­lich auch an die rus­sisch-ortho­do­xe Kir­che, mit der Ver­kün­dung von Chris­ti Frie­dens­gruß dazu bei­zu­tra­gen, dass die rus­si­sche Aggres­si­on gegen die Glau­bens­ge­schwis­ter in der Ukrai­ne been­det wird. „Frie­den ermög­licht Leben, Krieg ver­nich­tet Leben“, so der Erzbischof.

Pre­digt von Erz­bi­schof Schick am Karfreitag 

Mit­leid und Barm­her­zig­keit zei­gen für alle Menschen

Am Kar­frei­tag erin­nern die Chris­ten an das Lei­den und Ster­ben Jesu. In sei­ner heu­ti­gen Pre­digt hat der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick zu Mensch­lich­keit allen Men­schen gegen­über auf­ge­ru­fen, so wie es auch Jesus gewollt habe. Schick appel­lier­te, Mit­leid mit allen Men­schen welt­weit zu zei­gen, die im Krieg und auf der Flucht sind.

Der gekreu­zig­te Jesus weist nach Wor­ten von Erz­bi­schof Lud­wig Schick auf die Men­schen hin, die vor Krieg und Unrecht auf der Flucht sind. In der Ukrai­ne, aber auch im Jemen, in Syri­en, im Sudan oder in Afgha­ni­stan lit­ten Men­schen seit Jah­ren unter Krieg, Ver­fol­gung und Miss­ach­tung der Men­schen­rech­te. „Jesus sagt uns: Klagt über mich, den unge­recht Gekreu­zig­ten. Aber tut auch, was ich den Frau­en auf dem Kreuz­weg sag­te: Weint über euch und eure Kin­der, eure Brü­der und Schwes­tern, die über­all auf der Welt gequält, ver­folgt und getö­tet wer­den, deren Hei­mat und Zukunft ver­nich­tet wer­den“, sag­te Schick in sei­ner Kar­frei­tags­pre­digt im Bam­ber­ger Dom.

Beten für alle Leidenden

Der Kar­frei­tag stel­le die Fra­ge: „Kön­nen wir über­haupt noch wei­nen, trau­ern und kla­gen? Wir sind doch so gern cool, über­le­gen und distan­ziert. Kön­nen wir über unse­re krie­ge­ri­sche Welt, die gequäl­ten Men­schen und die miss­han­del­te Schöp­fung trau­ern?“ Am Kar­frei­tag sol­len wir um Jesus, den Sohn Got­tes, trau­ern. Dabei lädt uns Jesus ein, Mit­leid und Barm­her­zig­keit für die Men­schen zu zei­gen und für alle Lei­den­den zu beten. „Trau­ern, Mit­lei­den und Beten sind Vor­aus­set­zun­gen für Ver­än­de­run­gen und mehr Mensch­lich­keit“, so Erz­bi­schof Schick.

„Jesus Chris­tus, Gott und Mensch, hat sich kreu­zi­gen las­sen. Er hat am Kreuz die Arme weit aus­ge­streckt, um alle Men­schen in den Pakt der Lie­be zu holen“, schloss der Erz­bi­schof sei­ne Predigt.

Am Kar­frei­tag erin­nern die Chris­ten an das Lei­den und Ster­ben Jesu, bevor am Oster­fest sei­ne Auf­er­ste­hung von den Toten gefei­ert wird.

Pre­digt am Gründonnerstag

Erz­bi­schof Schick ruft auf: „Raus der Blase!“

Der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick hat am Grün­don­ners­tag die Chris­ten auf­ge­ru­fen, die „Kom­fort­zo­ne der schö­nen reli­giö­sen Gefüh­le und Fei­ern“ zu verlassen.

Christ­sein bestehe weder dar­in, sich mit ein paar Gleich­ge­sinn­ten wohl­zu­füh­len, noch dar­in, um die eige­nen Pro­ble­me der Kir­che zu krei­sen und sich im Gejam­mer um Kri­sen zu erschöp­fen, sag­te der Erz­bi­schof in sei­ner Pre­digt im Bam­ber­ger Dom.

Chris­ten sei­en beru­fen, für die Men­schen, die Gesell­schaft und die gan­ze Schöp­fung zum Heil und Frie­den zu wir­ken, beton­te der Erz­bi­schof. Das gel­te für jeden in der Fami­lie und im Beruf, im poli­ti­schen Leben und im ehren­amt­li­chen Enga­ge­ment. Christ­sein sei der Auf­ruf „Raus aus der Bla­se!“, wie auch das Jah­res­mot­to im Erz­bis­tum Bam­berg lautet.

„Jesus Chris­tus befreit aus Sün­de, Not und Tod“

Die Fuß­wa­schung am Grün­don­ners­tag sei auch der Auf­ruf: „Raus aus unse­ren Vor­stel­lun­gen über Gott und sein Han­deln, hin zu Jesus Chris­tus, der sein Leben hin­ge­ge­ben hat, um uns aus Sün­de und Tod zu befrei­en.“ Dies sei auch am Mitt­woch­abend in der RTL-Sen­dung „Die Pas­si­on“ bei allen Män­geln aus theo­lo­gi­scher Sicht gut her­aus­ge­ar­bei­tet wor­den: „Jesus Chris­tus befreit aus Sün­de, Not und Tod. Das Gedächt­nis Jesu in der Eucha­ris­tie führt zum Glau­ben an ihn und zum Leben mit ihm.“

Am Grün­don­ners­tag wird an das letz­te Abend­mahl und die Ein­set­zung der Eucha­ris­tie als wich­tigs­tes Sakra­ment durch Jesus Chris­tus erin­nert. Er ist der Beginn der drei hei­li­gen Tage (Tri­du­um). Sie begin­nen mit der Abend­mahls­mes­se am Grün­don­ners­tag, dem Geden­ken des Lei­dens und Ster­bens Chris­ti am Kar­frei­tag, der Erin­ne­rung an die Gra­bes­ru­he am Kar­sams­tag und der Fei­er der Auf­er­ste­hung in der Oster­nacht und am Ostersonntag. 

Pre­digt am Heiligabend

Weih­nach­ten hat the­ra­peu­ti­sche Kraft

Der Bam­ber­ger Erz­bi­schof Lud­wig Schick hat in sei­ner Pre­digt am Hei­lig­abend dazu auf­ge­ru­fen, Weih­nach­ten als „the­ra­peu­ti­sches Fest“ zu fei­ern. Gut und sinn­voll began­gen, ent­fal­te die Weih­nacht Heilungskräfte.

„Die Bot­schaft vom Licht, das die fins­te­ren Näch­te unse­res Lebens erleuch­tet, heilt die Wun­den der Ein­sam­keit und der Ängs­te“, sag­te Lud­wig Schick in der Christ­met­te im Bam­ber­ger Dom. „Zu jedem Hei­lungs­pro­zess gehört auch die Hoff­nung, dass es bes­ser wird. Weih­nach­ten ist ein Fest der Hoffnung.“

Im Weih­nachts­evan­ge­li­um wer­de die Ankunft eines ande­ren, neu­en Lebens vor­ge­stellt: „Die Lebens­wei­se der Für­sor­ge und Lie­be, der Güte und des Wohl­wol­lens gegen Her­zens­här­te und Gefühls­käl­te. All das wird im Stall von Beth­le­hem sicht­bar“, so Erz­bi­schof Schick. „Weih­nach­ten ver­heißt, dass hin­ter dem rau­en Welt­li­chen sanf­tes Gött­li­ches vor­han­den ist, dass das Gute das Böse über­wiegt, dass trotz der vie­len Krie­ge Frie­den mög­lich ist, dass es in uns Men­schen nicht nur die kal­te Ver­nunft gibt, son­dern auch das war­me Herz.“ Die­se Aus­sich­ten setz­ten pro-vita­le Kräf­te frei. „Die the­ra­peu­ti­sche Wir­kung von Weih­nach­ten ist pro-vital.“


„Kin­der und Jugend­li­che wur­den in der Pan­de­mie vernachlässigt“

Die Tex­te und Lie­der der Weih­nacht sei­en kei­ne his­to­ri­schen Berich­te und woll­ten kei­ne natur­wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­se ver­mit­teln. „Sie sind viel­mehr Medi­zin, die Hei­lungs- und Heil­wir­kung ent­fal­ten. Sie erwei­sen sich als the­ra­peu­tisch, wenn man sie wirk­lich an sich her­an- und in sich hin­ein­lässt“, so Schick.

Weih­nach­ten sei das Fest der Kin­der, sag­te Erz­bi­schof Schick und wies in sei­ner Pre­digt dar­auf hin, dass in der Pan­de­mie die Kin­der und Jugend­li­chen ver­nach­läs­sigt wor­den sei­en. Inzwi­schen sei bekannt, dass vie­le Kin­der ein­sam gewor­den sind, sich ver­las­sen füh­len, Trau­rig­keit und Depres­si­on erlei­den. Weih­nach­ten sol­le sie in den Mit­tel­punkt stel­len: „So wie in der Krip­pe das Kind Zen­trum und Mit­tel­punkt ist, so sol­len es auch die Kin­der und Jugend­li­chen sein. Es soll ihnen gut gehen, und sie sol­len Leben haben.“

Der Fest­got­tes­dienst am 25.12. um 9.30 Uhr sowie die Pon­ti­fi­kal­ves­per am 25.12. um 17 Uhr wer­den im Live­stream über­tra­gen auf https://www.youtube.com/erzbistumbamberg

Zum 800. Todes­tag des hei­li­gen Dominikus 

Erz­bi­schof Schick: „Kir­che darf nicht in ihrer eige­nen Bla­se leben“

Am Fest des hei­li­gen Domi­ni­kus hat Erz­bi­schof Lud­wig Schick zu einer Besin­nung auf den christ­li­chen Glau­ben und zur Neue­van­ge­li­sie­rung auf­ge­ru­fen. Er bezeich­ne­te den hei­li­gen Domi­ni­kus in sei­ner heu­ti­gen Pre­digt in der Bam­ber­ger Hei­lig-Grab-Kir­che als „Apos­tel der Neue­van­ge­li­sie­rung Europas“.

Wie im 12. und 13. Jahr­hun­dert brau­che es für die Neue­van­ge­li­sie­rung heu­te Chris­tin­nen und Chris­ten, die sich nicht nar­ziss­tisch um sich selbst dre­hen, son­dern die vom Evan­ge­li­um begeis­tert sind und die Bot­schaft Jesu in die Welt hin­aus­tra­gen wol­len. Dafür kön­ne der hei­li­ge Domi­ni­kus Vor­bild sein.

Der hei­li­ge Domi­ni­kus habe sich zu Leb­zei­ten auch mit einer Kir­che, vor allem mit Bischö­fen, Pries­tern und Ordens­leu­ten, kon­fron­tiert gese­hen, „die sich in Eigen­brö­te­lei und Eigen­nutz ver­strickt hat­ten, die sich mehr um sich selbst und ihre Inter­es­sen küm­mer­ten als um die Seel­sor­ge und Glau­bens­ver­mitt­lung“, sag­te der Erz­bi­schof. In der Bevöl­ke­rung brei­te­te sich das Gefühl der Sinn­lo­sig­keit und der Unzu­frie­den­heit aus, vie­le Men­schen ver­fie­len der Raff­gier und der Hab­sucht; ande­re schlos­sen sich der Pro­test­be­we­gung der Katha­rer an, die ihre Mit­glie­der der Frei­heit und der Men­schen­rech­te beraub­te. Dem wirk­te der Hei­li­ge laut Schick ent­ge­gen, „er ent­zün­de­te den Glau­ben an Jesus Chris­tus in Euro­pa neu, in dem die Men­schen in Frie­de und Frei­heit, Ver­trau­en und Hoff­nung leben kön­nen.“ Schick erin­ner­te an ein Wort, das bei der Hei­lig­spre­chung von Domi­ni­kus im Jahr 1234 eine Rol­le spiel­te: „Als der Glau­be an Jesus Chris­tus und die Nächs­ten­lie­be in Euro­pa zu erlö­schen droh­te, sand­te Gott sei­nen Die­ner Dominikus.“


„Wir brau­chen eine Neuevangelisierung!“


Eine Erneue­rung des Glau­bens ist nach den Wor­ten des Erz­bi­schofs auch jetzt im 21. Jahr­hun­dert nötig. „Ganz beson­ders in West­eu­ro­pa und somit auch bei uns in Deutsch­land geht das christ­li­che Leben mit allen sei­nen Seg­nun­gen für die Men­schen zurück“, so der Ober­hir­te: „Wir brau­chen eine Neue­van­ge­li­sie­rung!“ Gott sei Dank wach­se aber die Kir­che, beson­ders in Afri­ka und Asien.

So wie auch zur Zeit des hei­li­gen Domi­ni­kus dreh­ten sich der­zeit vie­le in der Kir­che zu sehr um sich selbst und ihre eige­nen Befind­lich­kei­ten, befass­ten sich mit The­men, die im Evan­ge­li­um kei­ne oder kaum eine Rol­le spiel­ten, frag­ten nach ihrer Rele­vanz in der Gesell­schaft und nach ihrer Posi­ti­on in der Kir­che, beschäf­tig­ten sich mit Struk­tur­ver­än­de­run­gen, mit Geld und Gut. „Eine Kir­che, die in ihrer eige­nen Bla­se lebt, ist unwirk­sam für die Men­schen“, sag­te der Erz­bi­schof. Die Bot­schaft des Evan­ge­li­ums müs­se in die Welt getra­gen wer­den, so wie es der hei­li­ge Domi­ni­kus mit sei­nen Brü­dern und Schwes­tern tat. „Dazu müs­sen wir als Kir­che im 21. Jahr­hun­dert authen­tisch sein und müs­sen leben, was wir pre­di­gen“, so Schick.

Der hei­li­ge Domi­ni­kus ist vor 800 Jah­ren, am 6. August 1221, in Bolo­gna gestor­ben. Als Grün­der des Domi­ni­ka­ner­or­dens hat er maß­geb­lich zur Mis­sio­nie­rung und Evan­ge­li­sie­rung im euro­päi­schen Raum bei­getra­gen. Der Orden hat sich welt­weit ver­brei­tet. In Deutsch­land gibt es heu­te 20 Domi­ni­ka­ner­klös­ter und ‑kon­ven­te. Auch das 1356 gegrün­de­te Hei­lig-Grab-Klos­ter in Bam­berg hat eine lan­ge Domi­ni­ka­ni­sche Tra­di­ti­on. 1803 wur­de es im Zuge der Säku­la­ri­sa­ti­on als auf­ge­ho­ben erklärt. 1926 wie­der­be­grün­det beher­bergt es bis heu­te Domi­ni­ka­n­er­schwes­tern und ist Ver­samm­lungs­ort der Domi­ni­ka­ni­schen Lai­en­ge­mein­schaft vom Hei­li­gen Grab.

200 Jah­re Erz­bis­tum Bamberg

Erz­bi­schof Schick erin­nert zum Hein­richs­fest an die Grün­dung der Metro­po­lie nach der Säkularisation

Beim dies­jäh­ri­gen Hein­richs­fest hat Erz­bi­schof Lud­wig Schick an die Grün­dung der Kir­chen­pro­vinz Bam­berg vor 200 Jah­ren erinnert.

Nach dem Fall Napo­le­ons und der Säku­la­ri­sa­ti­on habe man gespürt, dass ohne die Kir­chen für das geist­li­che Leben und die Seel­sor­ge sowie für die Armen und Kran­ken nicht genü­gend getan wer­den kön­ne. Des­halb sei in den Jah­ren 1815 bis 1821 das kirch­li­che Leben neu auf­ge­baut und belebt wor­den. Dabei sei aus dem 1007 von Kai­ser Hein­rich gegrün­de­ten Bis­tum Bam­berg das Erz­bis­tum gewor­den, zu dem in der Metro­po­lie bis heu­te die Bis­tü­mer Würz­burg, Eich­stätt und Spey­er gehören.

„Auch damals spür­ten die Men­schen, vor allem auch die Poli­ti­ker, dass die­se Welt mit den mate­ri­el­len Gütern und Struk­tu­ren nicht alles sein kann“, sag­te Schick am Sonn­tag in sei­ner Pre­digt im Bam­ber­ger Dom. „Wenn das geis­ti­ge und geist­li­che Leben fehlt, geht es weder dem ein­zel­nen Men­schen noch der Gesell­schaft gut.“ Des­halb habe der Staat mit dem Papst das kirch­li­che Leben in Bay­ern und ganz Deutsch­land neu geordnet.

„Lasst uns heu­te unse­ren Auf­trag wahr­neh­men, in allen unse­ren Gemein­den und Gemein­schaf­ten, in unse­ren Kir­chen, Pfar­rei­en und Seel­sor­ge­be­rei­chen, in den Kin­der­gär­ten und Schu­len, auch in unse­rem Ordi­na­ri­at und allen Behör­den geist­li­che Zen­tren zu wer­den und Geist­li­ches aus­zu­strah­len.“ Des­halb sol­le das Hein­richs­fest 2021, das pan­de­mie­be­dingt mit einem redu­zier­ten Pro­gramm vor­wie­gend digi­tal statt­fin­det, Zei­chen der Erin­ne­rung und Erneue­rung sein, so Erz­bi­schof Schick.

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