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Sebastian M. Niedermaier

Pilot­pro­jekt zwi­schen Eichen­dorff-Gym­na­si­um und Rup­p­recht­schu­le startet

Elft­kläss­le­rin­nen als Men­to­rin­nen von Grundschulkindern

Was pas­siert, wenn Ober­stu­fen­schü­le­rin­nen jün­ge­re Kin­der wöchent­lich beglei­ten – frei­wil­lig, ver­läss­lich und auf Augen­hö­he? Am Eichen­dorff-Gym­na­si­um Bam­berg ist die Ant­wort seit die­sem Schul­jahr kei­ne Theo­rie mehr: Dank des bun­des­wei­ten Men­to­ring­pro­gramms „Balu und Du“ beglei­ten Jugend­li­che der 11. Jahr­gangs­stu­fe als „Balus“ jün­ge­re Kin­der der Rup­p­recht­schu­le, die „Mog­lis“, wie die Stadt Bam­berg mitteilt.

Die jün­ge­ren Kin­der pro­fi­tie­ren dabei von ver­läss­li­chen Bezugs­per­so­nen zusätz­lich zur Fami­lie und erle­ben regel­mä­ßi­ge Tref­fen, die ihnen Sta­bi­li­tät, Zuge­wandt­heit und neue Erfah­run­gen schen­ken. „Die­ses Pro­jekt zeigt, was mög­lich ist, wenn Schü­le­rin­nen ech­te Ver­ant­wor­tung über­neh­men dür­fen. Wir sind stolz auf das, was hier ent­stan­den ist“, sagt Ans­gar Lenn­artz, Schul­lei­ter des EG. Wis­sen­schaft­li­che Begleit­stu­di­en bele­gen: Kin­der, die an „Balu und Du“ teil­neh­men, sind selbst­si­che­rer, füh­len sich in der Schu­le woh­ler und ent­wi­ckeln ein stär­ke­res Zuge­hö­rig­keits­ge­fühl. Gleich­zei­tig wach­sen die Balus: Sie über­neh­men Ver­ant­wor­tung, stär­ken ihre sozia­len Kom­pe­ten­zen und erle­ben, wie viel Wir­kung per­sön­li­ches Enga­ge­ment ent­fal­ten kann. „Bei Balu und Du geht es dar­um, zu sehen, wie ein Kind sich Schritt für Schritt öff­net und immer muti­ger wird. Man merkt mit der Zeit, wie eine ver­trau­ens­vol­le Ver­bin­dung ent­steht“, erzählt zum Bei­spiel „Balu“ Mira aus der 11. Klas­se. Eine neun­jäh­ri­ge Grund­schü­le­rin, eine „Mog­li“, macht ihrer „Balu“ wohl das größ­te Kom­pli­ment: „Ich wünsch­te, du wärst mei­ne gro­ße Schwester!“


Bam­berg als Pilot­stand­ort: Zwei Schu­len, eine Idee

Das Eichen­dorff-Gym­na­si­um hat das Pro­gramm in Koope­ra­ti­on mit der Rup­p­recht­schu­le Bam­berg ein­ge­führt. Ober­stu­fen­schü­le­rin­nen des EG über­neh­men die Balu-Rol­le und wer­den dabei von ihrer Leh­re­rin und Pro­jekt­lei­te­rin Kat­rin Kai­ser sowie den Schul­so­zi­al­ar­bei­te­rin­nen der Rup­p­recht­schu­le, Lena Hecht-Wie­chert und Tat­ja­na Djuka­no­vic, päd­ago­gisch und fach­lich beglei­tet. Der Bam­ber­ger Psy­cho­lo­ge Dr. Micha­el Svi­tak hat als Mul­ti­pli­ka­tor das Kon­zept von „Balu und Du e.V.“ nach Bam­berg getra­gen und die Imple­men­tie­rung am Eichen­dorff-Gym­na­si­um unter­stützt. Bam­bergs aktu­el­ler Zwei­ter Bür­ger­meis­ter und Sozi­al­re­fe­rent, Jonas Glüsen­kamp, ist beein­druckt von der Pro­fes­sio­na­li­tät des Pro­jekts. „Alle Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer wer­den bes­tens fach­lich beglei­tet. Balu und Du trägt dazu bei, dass die jün­ge­ren Mit­glie­der unse­rer Stadt­ge­sell­schaft sich zusam­men­tun und gemein­sam durch berei­chern­de Erfah­run­gen wachsen.“

Der Pilot star­te­te im Schul­jahr 2025/​/​26 mit rund elf Balu-Mog­li-Tan­dems, die sich seit Okto­ber 2025 regel­mä­ßig tref­fen. Die Auf­takt­ver­an­stal­tung im April mar­kier­te nun den offi­zi­el­len öffent­li­chen Abschluss der ers­ten Pha­se – und den Start­schuss für die Weiterentwicklung.


Von der Idee zum P‑Seminar: Die Baghira-Erweiterung

Beim Bam­ber­ger sozia­len Hacka­thon „Mach halt!“ erar­bei­te­te Pro­jekt­lei­te­rin Kat­rin Kai­ser gemein­sam mit zwei Teil­neh­mern eine Wei­ter­ent­wick­lung: die soge­nann­te Bag­hi­ra-Erwei­te­rung. Inspi­riert von der Figur des schlau­en Pan­thers aus dem Dschun­gel­buch sol­len künf­tig Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Ober­stu­fe nicht nur als Men­to­ren fun­gie­ren, son­dern als Pro­jekt­ver­ant­wort­li­che. Sie akqui­rie­ren Spon­so­ren, orga­ni­sie­ren Ver­an­stal­tun­gen und ver­tre­ten das Pro­jekt nach außen. Ab dem kom­men­den Schul­jahr wird das Kon­zept am Eichen­dorff-Gym­na­si­um im zwei­ten P‑Se­mi­nar-Durch­gang umge­setzt. Das Modell ist von Anfang an als über­trag­ba­res For­mat für ande­re Schu­len gedacht. „Für mich als Leh­re­rin ist die Umset­zung und Wei­ter­ent­wick­lung der Men­to­ring-Idee von Balu und Du ein wert­vol­les und wir­kungs­vol­les Lern- und Hand­lungs­feld“, so Pro­jekt­lei­te­rin Kat­rin Kai­ser. Sie bedank­te sich bei allen Spon­so­ren, die das Pilot­pro­jekt unter­stüt­zen. Bam­bergs Schul­re­fe­ren­tin, Gabrie­le Kepic, greift den Gedan­ken zur Nach­ah­mung auf: „Es wäre in der Tat schön, wenn auch wei­te­re Schu­len sich für die­ses Tan­dem-Pro­jekt begeis­tern würden.“

Feu­er­wehr Bam­berg stellt Wei­chen für die Zukunft

Alex­an­der Wil­helm zum neu­en Stadt­brand­rat gewählt

Die Feu­er­wehr Bam­berg hat einen neu­en Stadt­brand­rat gewählt: Alex­an­der Wil­helm wird ab dem 22. August 2026 die Lei­tung der Feu­er­wehr Bam­berg über­neh­men. Er folgt auf Flo­ri­an Kai­ser, des­sen Amts­zeit nach sechs Jah­ren endet.

Die Wahl des Kom­man­dan­ten bezie­hungs­wei­se Stadt­brand­rats fin­det gemäß dem Baye­ri­schen Feu­er­wehr­ge­setz tur­nus­mä­ßig alle sechs Jah­re statt. Neben dem bis­he­ri­gen Amts­in­ha­ber Flo­ri­an Kai­ser kan­di­dier­te auch Alex­an­der Wil­helm, bis­lang Stadt-Jugend­feu­er­wehr­wart der Feu­er­wehr Bamberg.

Zur Wahl­ver­samm­lung in der Kon­zert- und Kon­gress­hal­le Bam­berg kamen rund 250 Mit­glie­der der Feu­er­wehr Bam­berg zusam­men. Wahl­be­rech­tigt waren ins­ge­samt 380 akti­ve Feu­er­wehr­dienst­leis­ten­de, Mit­ar­bei­ten­de der Stän­di­gen Wache sowie Feu­er­wehr­an­wär­te­rin­nen und Feu­er­wehr­an­wär­ter ab 16 Jahren.

Ober­bür­ger­meis­ter Sebas­ti­an M. Nie­der­mai­er begrüß­te neben den Mit­glie­dern der Feu­er­wehr auch Bür­ger­meis­ter Jonas Glüsen­kamp, den Refe­ren­ten für öffent­li­che Sicher­heit, Recht und Ord­nung Chris­ti­an Hin­ter­stein, Stadt­rä­tin­nen und Stadt­rä­te sowie Ehren­gäs­te des Kreis­feu­er­wehr­ver­ban­des Bam­berg. In sei­ner Anspra­che hob er die Bedeu­tung des Amtes für die Welt­erbe­stadt Bam­berg hervor.

Bei­de Kan­di­da­ten wur­den von Mit­glie­dern ver­schie­de­ner Lösch­grup­pen vor­ge­schla­gen und vor­ge­stellt, bevor die gehei­me Wahl unter Auf­sicht eines Wahl­aus­schus­ses durch­ge­führt wur­de. Nach der Aus­zäh­lung stand das Ergeb­nis fest: Der neue Stadt­brand­rat heißt Alex­an­der Wil­helm. Unter gro­ßem Applaus bedank­te er sich für das Ver­trau­en und blick­te auf die kom­men­den Auf­ga­ben und Her­aus­for­de­run­gen der Feu­er­wehr Bamberg.

Bis zur offi­zi­el­len Amts­über­ga­be im August 2026 bleibt Flo­ri­an Kai­ser wei­ter­hin im Amt. Mit sei­nem Namen ver­bin­den sich zahl­rei­che wich­ti­ge Ent­wick­lun­gen inner­halb der Feu­er­wehr Bam­berg: die Moder­ni­sie­rung des Fuhr­parks, neue Struk­tu­ren zur Auf­ga­ben­ver­tei­lung, die voll­stän­di­ge Erneue­rung der Schutz­klei­dung, zusätz­li­che Füh­rungs­stel­len sowie die Ansied­lung der Brand­übungs­an­la­ge des Frei­staats Bay­ern in Bam­berg. Vie­le wei­te­re Pro­jek­te wur­den in sei­ner Amts­zeit ange­sto­ßen und erfolg­reich umgesetzt.

Ober­bür­ger­meis­ter Nie­der­mai­er besucht drei Unternehmen

„Wir müs­sen die Innen­stadt stärken“

Ober­bür­ger­meis­ter Sebas­ti­an M. Nie­der­mai­er betont die Stär­kung der Unter­neh­men in der Bam­ber­ger Innen­stadt als ein zen­tra­les Ziel der Stadt­ent­wick­lung. Gemein­sam mit Wirt­schafts­re­fe­rent Dr. Ste­fan Gol­ler und Ruth Voll­mar, Lei­te­rin der Wirt­schafts­för­de­rung, besuch­te er drei Unter­neh­men in der Innen­stadt, wie die Stadt Bam­berg mitteilt.

„Die Stär­kung der Unter­neh­men in der Bam­ber­ger Innen­stadt ist ein zen­tra­les Ziel der Stadt­ent­wick­lung, um die his­to­ri­sche Alt­stadt als leben­di­gen Wirtschafts‑, Wohn- und Erleb­nis­raum zu erhal­ten“, betont OB Nie­der­mai­er wäh­rend des Rundgangs.

Start­punkt des Ken­nen­lern­be­suchs des neu­en Ober­bür­ger­meis­ters der Stadt Bam­berg war die Con­fi­se­rie Sto­rath AG in der Lan­gen Stra­ße. In ihrem Laden­ge­schäft ver­treibt die Pra­li­nen-Manu­fak­tur aus Stü­big hand­ge­fer­tig­te Scho­ko­la­de, Pra­li­nen und Patis­se­rie. Von dort aus ging es für den OB ein paar Häu­ser wei­ter zu Cali­me­ros – Mexi­can Grill & Bur­ger. In his­to­ri­schen Räu­men wer­den vor Ort mexi­ka­ni­sche Spe­zia­li­tä­ten, Bur­ger und Cock­tails ser­viert. Die bei­den Geschäfts­füh­rer betrei­ben zudem das Wein­fass Bam­berg mit frän­ki­schen Spe­zia­li­tä­ten, Bier und Wein. Die letz­te Sta­ti­on sei­nes ers­ten Unter­neh­mens­rund­gangs war für Nie­der­mai­er die Metz­ge­rei Lie­bold in der Obe­ren Sand­stra­ße. Der Tra­di­ti­ons­be­trieb in der Bam­ber­ger Alt­stadt hat neben dem belieb­ten Leber­kä­se auch vie­le ande­re Wurst- und Fleisch­wa­ren im Angebot.


Wunsch nach regel­mä­ßi­gem Austausch

OB Nie­der­mai­er dis­ku­tier­te mit den Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mern auch über aktu­el­le Her­aus­for­de­run­gen. Dabei beton­te er: „Bam­berg zeich­net sich durch einen star­ken und sta­bi­len Mit­tel­stand aus, der das Rück­grat der städ­ti­schen Wirt­schaft und unse­res Wohl­stan­des bil­det. Daher ist mir der regel­mä­ßi­ge Aus­tausch wich­tig.“ Die Bam­ber­ger Wirt­schaft müs­se die Mög­lich­keit haben, sich sta­bil und zukunfts­fä­hig auf­zu­stel­len. Dafür soll­te die Kom­mu­nal­po­li­tik die rich­ti­gen Rah­men­be­din­gun­gen und Wei­chen schaffen.

Stadt Bam­berg gedenkt der Opfer des Zwei­ten Weltkriegs

Nie­der­mai­er: 8. Mai 1945 war ein „Tag der Befreiung“

An den Gedenk­ta­feln auf der Unte­ren Brü­cke hat die Stadt Bam­berg am Frei­tag an das Ende des Zwei­ten Welt­kriegs vor 81 Jah­ren erin­nert. Zahl­rei­che Bür­ge­rin­nen und Bür­ger nah­men gemein­sam mit Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern aus Poli­tik, Schu­len und Stadt­ge­sell­schaft an der Ver­an­stal­tung teil, um der Opfer von Krieg, Ver­fol­gung und natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Gewalt­herr­schaft zu gedenken.

Ober­bür­ger­meis­ter Sebas­ti­an M. Nie­der­mai­er bezeich­ne­te den 8. Mai 1945 in sei­ner Anspra­che als „Tag der Befrei­ung“ und erin­ner­te zugleich an das uner­mess­li­che Leid, das Krieg und Dik­ta­tur über Mil­lio­nen Men­schen gebracht haben. Er beton­te die Ver­ant­wor­tung, die Erin­ne­rung an die Ver­bre­chen des Natio­nal­so­zia­lis­mus wach­zu­hal­ten und sich ent­schie­den für Demo­kra­tie, Mensch­lich­keit und Frie­den ein­zu­set­zen. Gera­de ange­sichts aktu­el­ler inter­na­tio­na­ler Kon­flik­te sei es wich­tig, wach­sam gegen­über Hass, Aus­gren­zung und Gewalt zu bleiben.

Musi­ka­lisch und inhalt­lich gestal­tet wur­de die Gedenk­stun­de von Schü­le­rin­nen und Schü­lern des Franz-Lud­wig-Gym­na­si­ums, der Maria-Ward-Real­schu­le sowie der Hei­del­steig-Mit­tel­schu­le. Mit Musik­stü­cken, Wort­bei­trä­gen und Lie­dern wie „We shall over­co­me“ setz­ten die jun­gen Mit­wir­ken­den ein­drucks­vol­le Zei­chen des Erin­nerns und der Hoffnung.

Ober­bür­ger­meis­ter Nie­der­mai­er sowie sei­ne Stell­ver­tre­ter Jonas Glüsen­kamp und Eva Jutz­ler leg­ten als sicht­ba­res Zei­chen der Erin­ne­rung vor den Tafeln einen Kranz nie­der. Im Namen der SPD tat dies auch der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Olaf Sei­fert. Er hat­te in einer Rede auch die Bedeu­tung einer leben­di­gen Erin­ne­rungs­kul­tur hervorgehoben.