Pilotprojekt zwischen Eichendorff-Gymnasium und Rupprechtschule startet
Elftklässlerinnen als Mentorinnen von Grundschulkindern
Was passiert, wenn Oberstufenschülerinnen jüngere Kinder wöchentlich begleiten – freiwillig, verlässlich und auf Augenhöhe? Am Eichendorff-Gymnasium Bamberg ist die Antwort seit diesem Schuljahr keine Theorie mehr: Dank des bundesweiten Mentoringprogramms „Balu und Du“ begleiten Jugendliche der 11. Jahrgangsstufe als „Balus“ jüngere Kinder der Rupprechtschule, die „Moglis“, wie die Stadt Bamberg mitteilt.
Die jüngeren Kinder profitieren dabei von verlässlichen Bezugspersonen zusätzlich zur Familie und erleben regelmäßige Treffen, die ihnen Stabilität, Zugewandtheit und neue Erfahrungen schenken. „Dieses Projekt zeigt, was möglich ist, wenn Schülerinnen echte Verantwortung übernehmen dürfen. Wir sind stolz auf das, was hier entstanden ist“, sagt Ansgar Lennartz, Schulleiter des EG. Wissenschaftliche Begleitstudien belegen: Kinder, die an „Balu und Du“ teilnehmen, sind selbstsicherer, fühlen sich in der Schule wohler und entwickeln ein stärkeres Zugehörigkeitsgefühl. Gleichzeitig wachsen die Balus: Sie übernehmen Verantwortung, stärken ihre sozialen Kompetenzen und erleben, wie viel Wirkung persönliches Engagement entfalten kann. „Bei Balu und Du geht es darum, zu sehen, wie ein Kind sich Schritt für Schritt öffnet und immer mutiger wird. Man merkt mit der Zeit, wie eine vertrauensvolle Verbindung entsteht“, erzählt zum Beispiel „Balu“ Mira aus der 11. Klasse. Eine neunjährige Grundschülerin, eine „Mogli“, macht ihrer „Balu“ wohl das größte Kompliment: „Ich wünschte, du wärst meine große Schwester!“
Bamberg als Pilotstandort: Zwei Schulen, eine Idee
Das Eichendorff-Gymnasium hat das Programm in Kooperation mit der Rupprechtschule Bamberg eingeführt. Oberstufenschülerinnen des EG übernehmen die Balu-Rolle und werden dabei von ihrer Lehrerin und Projektleiterin Katrin Kaiser sowie den Schulsozialarbeiterinnen der Rupprechtschule, Lena Hecht-Wiechert und Tatjana Djukanovic, pädagogisch und fachlich begleitet. Der Bamberger Psychologe Dr. Michael Svitak hat als Multiplikator das Konzept von „Balu und Du e.V.“ nach Bamberg getragen und die Implementierung am Eichendorff-Gymnasium unterstützt. Bambergs aktueller Zweiter Bürgermeister und Sozialreferent, Jonas Glüsenkamp, ist beeindruckt von der Professionalität des Projekts. „Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden bestens fachlich begleitet. Balu und Du trägt dazu bei, dass die jüngeren Mitglieder unserer Stadtgesellschaft sich zusammentun und gemeinsam durch bereichernde Erfahrungen wachsen.“
Der Pilot startete im Schuljahr 2025//26 mit rund elf Balu-Mogli-Tandems, die sich seit Oktober 2025 regelmäßig treffen. Die Auftaktveranstaltung im April markierte nun den offiziellen öffentlichen Abschluss der ersten Phase – und den Startschuss für die Weiterentwicklung.
Von der Idee zum P‑Seminar: Die Baghira-Erweiterung
Beim Bamberger sozialen Hackathon „Mach halt!“ erarbeitete Projektleiterin Katrin Kaiser gemeinsam mit zwei Teilnehmern eine Weiterentwicklung: die sogenannte Baghira-Erweiterung. Inspiriert von der Figur des schlauen Panthers aus dem Dschungelbuch sollen künftig Schülerinnen und Schüler der Oberstufe nicht nur als Mentoren fungieren, sondern als Projektverantwortliche. Sie akquirieren Sponsoren, organisieren Veranstaltungen und vertreten das Projekt nach außen. Ab dem kommenden Schuljahr wird das Konzept am Eichendorff-Gymnasium im zweiten P‑Seminar-Durchgang umgesetzt. Das Modell ist von Anfang an als übertragbares Format für andere Schulen gedacht. „Für mich als Lehrerin ist die Umsetzung und Weiterentwicklung der Mentoring-Idee von Balu und Du ein wertvolles und wirkungsvolles Lern- und Handlungsfeld“, so Projektleiterin Katrin Kaiser. Sie bedankte sich bei allen Sponsoren, die das Pilotprojekt unterstützen. Bambergs Schulreferentin, Gabriele Kepic, greift den Gedanken zur Nachahmung auf: „Es wäre in der Tat schön, wenn auch weitere Schulen sich für dieses Tandem-Projekt begeistern würden.“
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Feuerwehr Bamberg stellt Weichen für die Zukunft
Alexander Wilhelm zum neuen Stadtbrandrat gewählt
Die Feuerwehr Bamberg hat einen neuen Stadtbrandrat gewählt: Alexander Wilhelm wird ab dem 22. August 2026 die Leitung der Feuerwehr Bamberg übernehmen. Er folgt auf Florian Kaiser, dessen Amtszeit nach sechs Jahren endet.
Die Wahl des Kommandanten beziehungsweise Stadtbrandrats findet gemäß dem Bayerischen Feuerwehrgesetz turnusmäßig alle sechs Jahre statt. Neben dem bisherigen Amtsinhaber Florian Kaiser kandidierte auch Alexander Wilhelm, bislang Stadt-Jugendfeuerwehrwart der Feuerwehr Bamberg.
Zur Wahlversammlung in der Konzert- und Kongresshalle Bamberg kamen rund 250 Mitglieder der Feuerwehr Bamberg zusammen. Wahlberechtigt waren insgesamt 380 aktive Feuerwehrdienstleistende, Mitarbeitende der Ständigen Wache sowie Feuerwehranwärterinnen und Feuerwehranwärter ab 16 Jahren.
Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier begrüßte neben den Mitgliedern der Feuerwehr auch Bürgermeister Jonas Glüsenkamp, den Referenten für öffentliche Sicherheit, Recht und Ordnung Christian Hinterstein, Stadträtinnen und Stadträte sowie Ehrengäste des Kreisfeuerwehrverbandes Bamberg. In seiner Ansprache hob er die Bedeutung des Amtes für die Welterbestadt Bamberg hervor.
Beide Kandidaten wurden von Mitgliedern verschiedener Löschgruppen vorgeschlagen und vorgestellt, bevor die geheime Wahl unter Aufsicht eines Wahlausschusses durchgeführt wurde. Nach der Auszählung stand das Ergebnis fest: Der neue Stadtbrandrat heißt Alexander Wilhelm. Unter großem Applaus bedankte er sich für das Vertrauen und blickte auf die kommenden Aufgaben und Herausforderungen der Feuerwehr Bamberg.
Bis zur offiziellen Amtsübergabe im August 2026 bleibt Florian Kaiser weiterhin im Amt. Mit seinem Namen verbinden sich zahlreiche wichtige Entwicklungen innerhalb der Feuerwehr Bamberg: die Modernisierung des Fuhrparks, neue Strukturen zur Aufgabenverteilung, die vollständige Erneuerung der Schutzkleidung, zusätzliche Führungsstellen sowie die Ansiedlung der Brandübungsanlage des Freistaats Bayern in Bamberg. Viele weitere Projekte wurden in seiner Amtszeit angestoßen und erfolgreich umgesetzt.
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Oberbürgermeister Niedermaier besucht drei Unternehmen
„Wir müssen die Innenstadt stärken“
Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier betont die Stärkung der Unternehmen in der Bamberger Innenstadt als ein zentrales Ziel der Stadtentwicklung. Gemeinsam mit Wirtschaftsreferent Dr. Stefan Goller und Ruth Vollmar, Leiterin der Wirtschaftsförderung, besuchte er drei Unternehmen in der Innenstadt, wie die Stadt Bamberg mitteilt.
„Die Stärkung der Unternehmen in der Bamberger Innenstadt ist ein zentrales Ziel der Stadtentwicklung, um die historische Altstadt als lebendigen Wirtschafts‑, Wohn- und Erlebnisraum zu erhalten“, betont OB Niedermaier während des Rundgangs.
Startpunkt des Kennenlernbesuchs des neuen Oberbürgermeisters der Stadt Bamberg war die Confiserie Storath AG in der Langen Straße. In ihrem Ladengeschäft vertreibt die Pralinen-Manufaktur aus Stübig handgefertigte Schokolade, Pralinen und Patisserie. Von dort aus ging es für den OB ein paar Häuser weiter zu Calimeros – Mexican Grill & Burger. In historischen Räumen werden vor Ort mexikanische Spezialitäten, Burger und Cocktails serviert. Die beiden Geschäftsführer betreiben zudem das Weinfass Bamberg mit fränkischen Spezialitäten, Bier und Wein. Die letzte Station seines ersten Unternehmensrundgangs war für Niedermaier die Metzgerei Liebold in der Oberen Sandstraße. Der Traditionsbetrieb in der Bamberger Altstadt hat neben dem beliebten Leberkäse auch viele andere Wurst- und Fleischwaren im Angebot.
Wunsch nach regelmäßigem Austausch
OB Niedermaier diskutierte mit den Unternehmerinnen und Unternehmern auch über aktuelle Herausforderungen. Dabei betonte er: „Bamberg zeichnet sich durch einen starken und stabilen Mittelstand aus, der das Rückgrat der städtischen Wirtschaft und unseres Wohlstandes bildet. Daher ist mir der regelmäßige Austausch wichtig.“ Die Bamberger Wirtschaft müsse die Möglichkeit haben, sich stabil und zukunftsfähig aufzustellen. Dafür sollte die Kommunalpolitik die richtigen Rahmenbedingungen und Weichen schaffen.
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Stadt Bamberg gedenkt der Opfer des Zweiten Weltkriegs
Niedermaier: 8. Mai 1945 war ein „Tag der Befreiung“
An den Gedenktafeln auf der Unteren Brücke hat die Stadt Bamberg am Freitag an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 81 Jahren erinnert. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nahmen gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Schulen und Stadtgesellschaft an der Veranstaltung teil, um der Opfer von Krieg, Verfolgung und nationalsozialistischer Gewaltherrschaft zu gedenken.
Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier bezeichnete den 8. Mai 1945 in seiner Ansprache als „Tag der Befreiung“ und erinnerte zugleich an das unermessliche Leid, das Krieg und Diktatur über Millionen Menschen gebracht haben. Er betonte die Verantwortung, die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus wachzuhalten und sich entschieden für Demokratie, Menschlichkeit und Frieden einzusetzen. Gerade angesichts aktueller internationaler Konflikte sei es wichtig, wachsam gegenüber Hass, Ausgrenzung und Gewalt zu bleiben.
Musikalisch und inhaltlich gestaltet wurde die Gedenkstunde von Schülerinnen und Schülern des Franz-Ludwig-Gymnasiums, der Maria-Ward-Realschule sowie der Heidelsteig-Mittelschule. Mit Musikstücken, Wortbeiträgen und Liedern wie „We shall overcome“ setzten die jungen Mitwirkenden eindrucksvolle Zeichen des Erinnerns und der Hoffnung.
Oberbürgermeister Niedermaier sowie seine Stellvertreter Jonas Glüsenkamp und Eva Jutzler legten als sichtbares Zeichen der Erinnerung vor den Tafeln einen Kranz nieder. Im Namen der SPD tat dies auch der Fraktionsvorsitzende Olaf Seifert. Er hatte in einer Rede auch die Bedeutung einer lebendigen Erinnerungskultur hervorgehoben.