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Stadtrat - Page 2

„Schattenpaket“-Antrag im Stadtrat

Bam­ber­ger Grü­ne: Schat­ten­spen­den­de Bäu­me für Spielplätze

Auf einen Antrag der grü­nen Stadt­rats­frak­ti­on hin wur­den auf sechs Bam­ber­ger Spiel­plät­zen schat­ten­spen­den­de Bäu­me gepflanzt. Wei­te­re Bäu­me auf wei­te­ren Plät­zen sol­len folgen.

Vor einem Jahr hat­te der grü­ne Stadt­rat Andre­as Eichen­se­her eine Mit­mach­ak­ti­on gestar­tet, bei der Bür­ge­rIn­nen auf­ge­ru­fen waren, auf Spiel­plät­ze hin­zu­wei­sen, die man­gels Schat­ten bei hohen Tem­pe­ra­tu­ren zu heiß wer­den. Ins­ge­samt 24 sol­cher Spiel­plät­ze sei­en dar­auf­hin ange­ge­ben wor­den, so die Bam­ber­ger Grü­nen in einer Mitteilung.

Aus die­sen 24 traf die Par­tei dann eine Vor­auswahl und berat­schlag­te mit Fami­li­en vor Ort, wel­che Maß­nah­men geeig­net sein könn­ten, den Spiel­plät­zen mehr Schat­ten zu spen­den. So einig­te man sich dar­auf, mehr Bäu­me zu pflan­zen, und es ent­stand ein „Schattenpaket“-Antrag im Stadtrat.

An sechs Spiel­plät­zen wur­den dar­auf­hin im Früh­jahr neue Bäu­me gepflanzt. Bei die­sen han­delt es sich um den Spiel­platz in der Dr.-Ida-Noddack-Straße, am Kuni­gun­den­damm, in Bam­berg-Ost bei der Josef-Man­ger-Stra­ße und bei der Dr.-Hans-Neubauer-Straße, in der Gar­ten­stadt bei der Föh­ren­stra­ße und in Süd-West bei der Graf-Arnold-Stra­ße. Für den Spiel­platz Dr.-Hans-Neubauer-Straße soll zusätz­lich ein Son­nen­se­gel ange­schafft werden.

Andre­as Eichen­se­her sag­te über die in die Tat umge­setz­te Mit­mach­ak­ti­on: „Es ist pri­ma, dass die Ver­wal­tung die­se Anre­gun­gen auf­greift und jetzt umsetzt. Wir blei­ben wei­ter an dem The­ma dran.“

Auch der natur­schutz­po­li­ti­sche Grü­nen-Spre­cher Ste­fan Kurz sprach sich für wei­te­re Baum­pflan­zun­gen aus. „Selbst wenn es etwas dau­ern wird, bis die Bäu­me wach­sen, ist das doch die nach­hal­tigs­te Vari­an­te für mehr Schat­ten und hat auch kli­ma­to­lo­gisch den bes­ten Zusatz­ef­fekt durch Abkühlung.“

So sol­len auch die Spiel­plät­ze in der Nürn­ber­ger Stra­ße, auf der Erba, an der Frie­dens­brü­cke, in Kra­mers­feld, im Wachol­der­weg und am Renn­stein (Brei­ten­au) Bäu­me bekommen.

Seit einem Jahr im Amt

Anti­se­mi­tis­mus­be­auf­trag­ter berich­tet im Bam­ber­ger Stadtrat

Patrick Nitz­sche, Anti­se­mi­tis­mus­be­auf­trag­ter Bam­bergs, hat dem Stadt­rat am 24. Mai einen Ein­blick in sei­ne bis­he­ri­ge Arbeit gege­ben. Außer­dem reg­te er das Gre­mi­um dazu an, die Arbeits­de­fi­ni­ti­on von Anti­se­mi­tis­mus der Inter­na­tio­na­len Alli­anz zum Holo­caust-Geden­ken (IHRA) anzuerkennen.

Seit 26. Janu­ar 2022 ist Patrick Nitz­sche ehren­amt­li­cher Anti­se­mi­tis­mus­be­auf­trag­ter der Stadt Bam­berg (lesen Sie hier das Web­echo-Inter­view mit ihm). Damit war Bam­berg die ers­te Stadt in Deutsch­land, die einen eige­nen kom­mu­na­len Beauf­trag­ten die­ser Art bestellt hat.

Als Anti­se­mi­tis­mus­be­auf­trag­ter ist Nitz­sche Ansprech­part­ner für anti­se­mi­ti­sche Vor­fäl­le und steht in regel­mä­ßi­gem Kon­takt mit der Bam­ber­ger Poli­zei und der Kri­mi­nal­po­li­zei. Wie das Rat­haus mit­teil­te, hat Nitz­sche nun, nach etwas mehr als einem Jahr im Amt, dem Stadt­rat erst­mals einen Ein­blick in sei­ne bis­he­ri­ge Arbeit gegeben.

Meh­re­re Fäl­le von Anti­se­mi­tis­mus in Bamberg

15 Ein­zel­fäl­le mit poten­ti­ell anti­se­mi­ti­schem Hin­ter­grund hat der Anti­se­mi­tis­mus­be­auf­trag­te Patrick Nitz­sche bis­lang bear­bei­tet. Dar­un­ter habe sich zum Bei­spiel eine Serie ver­schwö­rungs­ideo­lo­gi­scher Schmie­re­rei­en auf Pla­kat­flä­chen in der Nähe des Bahn­hofs befunden.

Ein wei­te­rer Vor­fall ereig­ne­te sich im März 2022. Auf dem Zelt der Reli­gio­nen am Mar­kus­platz stand auf einem Auf­kle­ber zu lesen „Die neue Welt­ord­nung ist eine jüdi­sche Welt­ord­nung. Nicht-Juden wehrt euch!“ Außer­dem war dar­auf eine Kari­ka­tur eines Juden in Stür­mer­ma­nier dar­ge­stellt. Nitz­sche mel­de­te den Vor­fall der Recher­che- und Infor­ma­ti­ons­stel­le Anti­se­mi­tis­mus (RIAS).

„Dass vie­le auf­merk­sa­me Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in unse­rer Stadt an mich her­an­tre­ten und mich auf anti­se­mi­ti­sche Vor­fäl­le hin­wei­sen, ist nicht nur ein Beleg dafür, dass auch in Bam­berg Juden­hass vor­han­den ist, son­dern auch ein Zei­chen für die wach­sen­de Wahr­neh­mung und Akzep­tanz des Anti­se­mi­tis­mus­be­auf­trag­ten inner­halb der Bevöl­ke­rung“, sag­te Nitzsche.

Stadt­rat stimmt IHRA zu

Um Fäl­le von Anti­se­mi­tis­mus bes­ser ein­ord­nen zu kön­nen, appel­lier­te Patrick Nitz­sche zudem an den Stadt­rat, die nicht rechts­ver­bind­li­che Arbeits­de­fi­ni­ti­on von Anti­se­mi­tis­mus der Inter­na­tio­na­len Alli­anz zum Holo­caust-Geden­ken (IHRA) offi­zi­ell anzu­er­ken­nen und anzu­neh­men. Die­se Defi­ni­ti­on besagt: „Anti­se­mi­tis­mus ist eine bestimm­te Wahr­neh­mung von Jüdin­nen und Juden, die sich als Hass gegen­über Jüdin­nen und Juden aus­drü­cken kann. Der Anti­se­mi­tis­mus rich­tet sich in Wort und Tat gegen jüdi­sche und nicht­jü­di­sche Ein­zel­per­so­nen und/​oder deren Eigen­tum sowie gegen jüdi­sche Gemein­de­in­sti­tu­tio­nen oder reli­giö­se Einrichtungen.“

Die­sem Auf­ruf sei der Stadt­rat in einer Abstim­mung ein­stim­mig gefolgt, so das Rat­haus. „Die IHRA-Defi­ni­ti­on ist letzt­lich auch für mei­ne Arbeit ein sehr gutes Regu­la­tiv, um Anti­se­mi­tis­mus ein­ord­nen und so bes­ser bekämp­fen zu kön­nen“, sag­te Nitz­sche. „Es ist ein wich­ti­ger Schritt, den der Bam­ber­ger Stadt­rat heu­te ein­stim­mig unter­stützt hat. Dar­auf aus­ru­hen dür­fen wir alle uns jedoch nicht.“

Stadt­echo-Kolum­ne

Flo­ri­an Herrn­le­ben: Gro­ßes Lob für den Stadtrat!

Kann das sein? Flo­ri­an Herrn­le­ben lobt den Stadt­rat? Sei­ne neue Stadt­echo-Kolum­ne gibt Aufschluss.

Nach all den städ­ti­schen Ver­feh­lun­gen, her­aus­ge­kramt durch die Pres­se und diver­se Klein­stadt­ka­ba­ret­tis­ten, ist es doch auch irgend­wie mal beru­hi­gend zu sehen, dass es dies­mal der Stadt­rat selbst war, der nach sei­nem Wan­der­tag in den Bam­ber­ger Nor­den – fast irri­tiert und per­plex – vom „Bom­ben­alarm im Finanz­se­nat“ in der Grö­ßen­ord­nung des Bonus-Skan­dals berich­te­te; völ­lig irri­tiert und per­plex des­halb, weil man sich bei der Bewer­tung von Unge­reimt­hei­ten und der Ein­ord­nung von bri­san­ten The­men auf Sei­ten unse­rer in den Stadt­rat gesalb­ten Mit­bür­ge­rin­nen und Mit­bür­ger nor­ma­ler­wei­se nicht auf sich selbst, son­dern immer eher dar­auf ver­las­sen hat, ob schon etwas vor­ge­kaut im FT oder wenigs­tens beim Herrn­le­ben im Blog stand. Dass man ganz ohne exter­ne jour­na­lis­ti­sche Hil­fe, … Super!

Ich fas­se zusam­men: Unse­re aller­bes­ten Stadt­rä­te haben bekann­ter­ma­ßen ein vie­len per­sön­lich bis dahin doch eher unbe­kann­tes Haus im Bam­ber­ger Nor­den, genau­er gesagt in der Benz­stra­ße, erkun­det, das sich bei nähe­rer Betrach­tung und mit Blick auf die digi­ta­le Stadt­kar­te im Smart­phone und das Grund­buch der Stadt plötz­lich als städ­ti­sches Eigen­tum her­aus­kris­tal­li­sier­te. Man hat­te es – ganz begeis­tert – vor rund sechs Jah­ren selbst gekauft und dann…. Wie soll man es diplo­ma­tisch sagen? – Naja.…. irgend­wie halt vergessen.

Kann pas­sie­ren, wir ken­nen das! Da kaufst eine Immo­bi­lie mit schä­bi­gen 4000 Qua­drat­me­tern Büro- und Lager­flä­che und Zack! – Hat das Erin­ne­rungs­ver­mö­gen zwölf Bock­bier­an­sti­che spä­ter unter Umstän­den der­art gelit­ten, dass du viel­leicht mit Glück noch grob weißt, wo, aber halt nicht mehr, war­um. Und so währ­te die Begeis­te­rung für den über­ra­schen­den Immo­bi­li­en­fund nicht lan­ge, son­dern wich schnell dem Ent­set­zen, weil die 2‑Mil­lio­nen-Immo­bi­lie noch gar nicht – wie 2017 wer­be­wirk­sam im Sit­zungs­vor­trag gewe­delt – zur Ent­las­tung des ange­spann­ten Bedarfs an Büro­flä­chen für städ­ti­sche Ver­wal­tun­gen bei­trägt. Sie wur­de zwi­schen­zeit­lich auch nicht saniert oder ander­wei­tig ver­mie­tet, sie stand schlicht und ergrei­fend die aller­meis­te Zeit und größ­ten­teils leer.

Als dann auch noch ein Rats­herr von Goog­le Maps direkt rüber auf die Taschen­rech­ner-App wech­sel­te, um hoch­zu­rech­nen, was man mit dem Geld durch Ver­mie­tung von rund 4000 Qua­drat­me­tern Gewer­be­flä­che in sechs Jah­ren an Grund­schul­toi­let­ten hät­te sanie­ren kön­nen, ist die Stim­mung im Rats­gre­mi­um kom­plett gekippt.

Wir, die geneig­ten Beob­ach­ter lokal­po­li­ti­scher – nen­nen wir es – „Krea­tiv­po­li­tik“, sind hin­ge­gen nach den diver­sen Stadt­ver­wal­tungs­man­gel­pro­ble­men der letz­ten Jah­re nicht mehr so leicht aus der Fas­sung zu brin­gen. Unser­eins kippt nicht vom Stuhl bei sol­chen Para­do­xien: Eine Stadt­ver­wal­tung, die jedem Woh­nungs­ei­gen­tü­mer in der drit­ten Sei­ten­stra­ße im 2. Ober­ge­schoss bei der Neu­ge­stal­tung der Holz­fens­ter rein­re­det, selbst aber hin­ter häss­lichs­ten Kunst­stoff­fens­tern in Schlumpf­blau haust, und ein Stadt­rat, der die Bil­der vom Nazi­bay­er­lein vor der eige­nen Nase abhängt, aber bei der Stra­ße lie­ber 88 Augen zudrückt, pas­sen natür­lich nur kon­se­quent in eine Stadt, wo man dem über­lan­gen Leer­stand von pri­vat­wirt­schaft­li­chen Immo­bi­li­en mit Hil­fe einer Zweck­ent­frem­dungs­sat­zung den Kampf ange­sagt hat, wäh­rend man sich selbst ver­hält wie der häss­li­che Bru­der der Ger­man Pro­per­ty Group.

Apro­pos Ger­man Pro­per­ty Group: Beim Blick auf die Lis­te der leer­ste­hen­den städ­ti­schen oder stif­ti­schen Immo­bi­li­en wird wahr­schein­lich sogar der ehe­ma­li­ge Geschäfts­füh­rer die­ser win­di­gen Immo­bi­li­en-Invest­ment­ge­sell­schaft nei­disch. Über 20 Adres­sen im Stadt­ge­biet mit mal mehr, mal weni­ger maro­den Woh­nun­gen, Häu­sern und Lager­hal­len sind auf­ge­führt, natür­lich auch die Immo­bi­lie in der Benzstraße.

„Ach?“ fragt ihr euch. „Zu die­sen städ­ti­schen Immo­bi­li­en, die leer ste­hen, gibt es eine Liste?“

Jo, klar! – Der Stadt­rat hat­te die auch. Seit Jah­ren. Also lie­ber doch erst­mal nicht zu viel Lob…

Ihr Flo­ri­an Herrnleben

Trotz Titel als „Fahr­rad­freund­li­che Kommune“

Grü­ne: Radent­scheid wird kaum umgesetzt

Vor kur­zem wur­de Bam­berg mit dem Titel „Fahr­rad­freund­li­che Kom­mu­ne“ aus­ge­zeich­net. Die grü­ne Stadt­rats­frak­ti­on bemän­gelt aber, dass fünf Jah­re nach dem Stadt­rats­be­schluss zum Radent­scheid des­sen Umset­zung trotz­dem nicht vorankommt.

Die Stadt Bam­berg darf sich bis 2029 als „Fahr­rad­freund­li­che Kom­mu­ne“ bezeich­nen. Denn sie erfüllt die Kri­te­ri­en der AGFK Bay­ern (Arbeits­ge­mein­schaft fahr­rad­freund­li­cher Kom­mu­nen), die sie vor kur­zem mit die­sem Titel auszeichnete.

Das freut Chris­ti­an Hader, mobi­li­täts­po­li­ti­scher Spre­cher der Bam­ber­ger Grü­nen, wie die Stadt­rats­frak­ti­on mit­teil­te: „Wir sind auf dem rich­ti­gen Weg.“ So sei­en am Regens­bur­ger Ring, am Mari­en­platz und am Kaul­berg Erleich­te­run­gen für den Rad­ver­kehr umge­setzt wor­den, für die teil­wei­se jah­re­lang der poli­ti­sche Wil­le gefehlt habe.

Noch mehr freu­en wür­de sich der Grü­nen-Poli­ti­ker aller­dings, wenn man auf die­sem Weg schon wei­ter wäre. Das müs­se Bam­berg eigent­lich auch sein, denn vor fast genau fünf Jah­ren, im Janu­ar 2018, fass­te der Stadt­rat einen weg­wei­sen­den Beschluss zum Rad­ver­kehr. Zuvor hat­te das Bür­ger­be­geh­ren „Radent­scheid Bam­berg“ eine gro­ße Anzahl an Unter­schrif­ten für sei­ne Zie­le gesam­melt, wor­auf­hin der Stadt­rat den größ­ten Teil jener Zie­le als eige­nen Beschluss übernahm.

Radent­scheid-Beschluss im „Dorn­rös­chen­schlaf“

Doch fünf Jah­re spä­ter ist die Bilanz von Chris­ti­an Hader, oder auch die des VCD Bam­berg, „ziem­lich durch­wach­sen“. Laut Hader wur­den aus dem Rad­ver­kehrs­bud­get, das die Stadt jähr­lich für Rad­ver­kehrs­maß­nah­men bereit­stellt, im Jahr 2022 kaum Gel­der aus­ge­ge­ben. Und auch Ideen zur Rad­ver­kehrs­för­de­rung, die Bür­ge­rIn­nen bean­tragt hat­ten und die vom Stadt­rat bewil­ligt wur­den, sei­en bis­her nicht umge­setzt. Als Bei­spie­le nennt Hader Pro­jek­te wie Fahr­rad-Repair-Sta­tio­nen und Ampeltrittbretter.

In einem Antrag erin­nert Hader des­halb nicht nur an den Radent­scheid-Beschluss, son­dern auch an das dar­in gesetz­te Ziel, den Rad­ver­kehrs­an­teil in Bam­berg bis 2025 auf 35 Pro­zent anzu­he­ben. „Wir dür­fen Maß­nah­men nicht nur auf dem Papier beschlie­ßen, son­dern müs­sen sie umset­zen. Bezie­hungs­wei­se wir müs­sen die Ver­wal­tung per­so­nell in die Lage ver­set­zen, dass dies geschieht. Der Radent­scheid-Beschluss darf nicht im Dorn­rös­chen­schlaf ver­har­ren, wäh­rend man sich mit AGFK-Aus­zeich­nun­gen schmückt.“

Hader bedaue­re, dass sei­ne Frak­ti­on als ein­zi­ge im Stadt­rat über­haupt Vor­schlä­ge zur Rad­ver­kehrs­för­de­rung ein­brin­ge. „Die Ver­pflich­tung, die mit dem AGFK-Titel ver­bun­den ist, ist noch lan­ge nicht in den Köp­fen der meis­ten Stadt­rats­mit­glie­der angekommen.“

Trotz vie­ler Gegenargumente

Gas­tro­no­mie auf Unte­rer Brü­cke: Stadt­rat gibt Aus­schrei­bung in Auftrag

In sei­ner Voll­sit­zung am 26. Okto­ber hat der Stadt­rat ent­schie­den, die Ver­wal­tung zu beauf­tra­gen, eine öffent­li­che Aus­schrei­bung für einen dau­er­haf­ten Betrieb einer Frei­schank­flä­che auf der Unte­ren Brü­cke vor­zu­be­rei­ten. Dies tat man, obwohl sich in einer Bür­ge­rIn­nen-Befra­gung mehr als 70 Pro­zent gegen Gas­tro­no­mie auf der Brü­cke aus­ge­spro­chen hat­ten. Auch eini­ge wei­te­re Punk­te spre­chen dagegen.

Vor einem Monat kün­dig­te die Stadt in einer Mit­tei­lung an, eine Befra­gung der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger dar­über zu begin­nen, ob die gas­tro­no­mi­sche Nut­zung der Unte­ren Brü­cke im nächs­ten Jahr fort­ge­setzt wer­den soll. Dies habe man tun wol­len, um für die Voll­sit­zung des Stadt­rats am 26. Okto­ber eine „gute und gesi­cher­te Grund­la­ge“ zu haben, auf der über die­se Fra­ge ent­schie­den wer­den kön­ne. Nun ist das Ergeb­nis der nicht-reprä­sen­ta­ti­ven Befra­gung da – die Ent­schei­dung ist aber schluss­end­lich nicht in ihrem Sin­ne getrof­fen worden.

Aus­gangs­punkt „Exzes­se im Som­mer 2021“

Nach gut ein­stün­di­ger, leb­haf­ter Aus­ein­an­der­set­zung, wie die Stadt mit­teil­te, folg­te die Stadt­rats-Voll­sit­zung am Ende mehr­heit­lich einem Vor­schlag der Ver­wal­tung. So sprach das Gre­mi­um den Auf­trag aus, eine öffent­li­che Aus­schrei­bung für einen dau­er­haf­ten gas­tro­no­mi­schen Betrieb auf der Unte­ren Brü­cke vorzubereiten.

„Die­ses Jahr war der pro­vi­so­ri­sche Brü­cken­bier­gar­ten ein befris­te­ter Test­lauf zu erleich­ter­ten Bedin­gun­gen“, sag­te Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke bei der Voll­sit­zung. „Des­halb müs­sen wir uns auch auf den Fall vor­be­rei­ten, dass wir nach einer Aus­schrei­bung zu ver­än­der­ten Kon­di­tio­nen kei­nen Betrei­ber fin­den könn­ten.“ Es sei aber klar: „Wir dür­fen nicht ris­kie­ren, in die Zustän­de aus dem Jahr 2021 zurückzufallen.“

Den Aus­gangs­punkt für die Ein­rich­tung eines Bier­gar­tens auf der Unte­ren Brü­cke bil­de­ten, was die Stadt „Exzes­se im Som­mer 2021“ nennt. Die Coro­na-Pan­de­mie schränk­te damals die Mög­lich­kei­ten, am Abend aus­zu­ge­hen stark ein. Die Clubs waren geschlos­sen, Kon­zer­te fan­den nur ver­ein­zelt statt. So habe sich die schon vor­her belieb­te Unte­re Brü­cke zu einem über Bam­bergs Gren­zen hin­aus bekann­ten Par­ty-Hot­spot ent­wi­ckelt. Das habe nega­ti­ve Begleit­erschei­nun­gen wie Lärm, Müll und Schlä­ge­rei­en in Fol­ge erhöh­ten Alko­hol­kon­sums mit sich gebracht. Alle Ver­su­che der Stadt, die Lage gemein­sam mit der Poli­zei unter Kon­trol­le zu brin­gen, konn­ten an der Situa­ti­on nichts ändern.

Im Früh­jahr 2022 sah der Stadt­rat kei­nen ande­ren Aus­weg, als auf der Brü­cke einen Pro­be­be­trieb für eine Frei­schank­flä­che mit 140 Sitz­plät­zen zu begin­nen. Ziel der Unter­neh­mung war, durch die Bewir­tung und mit Hil­fe von Secu­ri­ty-Kräf­ten die Lage zu ent­span­nen und „Fei­er-Aus­wüch­se“ zu ver­hin­dern. Als ein­zi­ger Bewer­ber erhielt Gas­tro­nom Tom Land den Zuschlag für die Umsetzung.

1032 Fra­ge­bö­gen aus­ge­füllt: Mehr als 70 Pro­zent gegen gas­tro­no­mi­schen Betrieb

Ein hal­bes Jahr spä­ter stellt sich nun die Fra­ge: Wur­de das Ziel erreicht? An der ana­lo­gen und digi­ta­len Befra­gung der Bür­ge­rIn­nen, die die Stadt­ver­wal­tung zur Beant­wor­tung der Fra­ge für den Stadt­rat unter­nahm, nah­men rund 1030 Men­schen teil.

Die Mehr­heit der Befrag­ten bejah­te die Ver­bes­se­rung der Zustän­de im Jahr 2022. Sowohl die Ruhe­stö­run­gen (37 Pro­zent Ja, 21 Pro­zent Nein) als auch die Ver­schmut­zun­gen (49 Pro­zent Ja, 22 Pro­zent Nein) auf der Unte­ren Brü­cke sei­en laut Ant­wor­ten im Fra­ge­bo­gen ein­ge­dämmt worden.

Die Fra­ge „Wür­den Sie gene­rell eine dau­er­haf­te Frei­schank­flä­che in den Som­mer­mo­na­ten auf der Unte­ren Brü­cke begrü­ßen?“ brach­te ein ein­deu­ti­ge­res Ergeb­nis. Mehr als 70 Pro­zent der Befrag­ten wür­den eine Fort­füh­rung des gas­tro­no­mi­schen Betriebs über­haupt nicht bezie­hungs­wei­se eher nicht begrüßen.

Eine genaue­re Ana­ly­se der nicht-reprä­sen­ta­ti­ven Umfra­ge habe jedoch erken­nen las­sen, dass Alter und Wohn­ort die Ant­wor­ten beein­flus­sen. Umso älter die Befrag­ten sei­en, umso posi­ti­ver wür­den sie die Frei­schank­flä­che bewer­ten. Aller­dings gebe es in kei­ner Alters­klas­se eine Mehr­heit für einen Weiterbetrieb.

Die­se Erkennt­nis­se sei­en dem Stadt­rat in der Voll­sit­zung aus­führ­lich dar­ge­legt wor­den. Dem­nächst wird man sie auch voll­stän­dig auf Bam­bergs Betei­li­gungs­platt­form nach­le­sen können.

Bewer­tun­gen und Auflagen

Neben den Umfra­ge­er­geb­nis­se leg­te die Ver­wal­tung dem Stadt­rat wei­te­re Stel­lung­nah­men vor. So zie­he zum Bei­spiel die Poli­zei Bam­berg-Stadt eine posi­ti­ve Bilanz des Som­mers. Die Situa­ti­on auf der Unte­ren Brü­cke habe sich deut­lich ent­spannt. Die Grün­de könn­ten durch­aus in der gas­tro­no­mi­schen Nut­zung lie­gen. Jedoch sei auch der gesamt­ge­sell­schaft­li­che Umgang mit der Pan­de­mie mitt­ler­wei­le ent­spann­ter. Auch das Ord­nungs­amt, das Kli­ma- und Umwelt­amt sowie der Baye­ri­sche Hotel- und Gast­stät­ten­ver­band äußern sich zufrie­den mit dem Testversuch.

Ob es tat­säch­lich die gas­tro­no­mi­sche Nut­zung der Brü­cke, war, die die nächt­li­chen „Fei­er-Aus­wüch­se“ been­de­te, sei aller­dings tat­säch­lich dahin­ge­stellt. Nicht ohne Grund wie­sen eini­ge Stadt­rä­te dar­auf hin, dass es durch die Wie­der-Öff­nun­gen der Clubs, die durch weg­ge­fal­le­ne Coro­na-Ein­schrän­kun­gen mög­lich wur­den, ohne­hin kei­nen „Par­ty-Hot­spot“ an der Unte­ren Brü­cke mehr gege­ben hät­te. Die Sor­ge des Bür­ger­meis­ters, in die Zustän­de von 2021 zurück­zu­fal­len, ist inso­fern unbegründet.

Sehr kri­tisch bewer­ten das Zen­trum Welt­erbe und der Denk­mal­schutz den Pro­be­lauf. Die bis­he­ri­ge Optik des Bier­gar­tens stel­le eine Beein­träch­ti­gung der Wir­kung des über­lie­fer­ten künst­le­ri­schen Erschei­nungs­bil­des der sen­si­blen Umge­bung mit dem his­to­ri­schen Brü­cken­rat­haus im Her­zen des Welt­kul­tur­er­bes dar.

Wei­te­re Ämter der Stadt­ver­wal­tung wie­sen zudem dar­auf hin, dass bei einem Dau­er­be­trieb der Frei­schank­flä­che etli­che recht­li­che Anfor­de­run­gen zu erfül­len sei­en, die für den Pro­be­be­trieb aus­ge­blen­det wur­den. So wird eine fes­te Betriebs­ein­rich­tung in einem Gebäu­de, für die Zube­rei­tung von Spei­sen und der Nach­weis von Toi­let­ten gefor­dert. Auch müs­se die Flä­che um die Mit­or­aj-Skulp­tur dau­er­haft frei­ge­hal­ten wer­den, um Anfor­de­run­gen des Denk­mal­schut­zes und des Stra­ßen­ver­kehrs­amts nach­zu­kom­men. Außer­dem sei­en über einen Auf­la­gen­ka­ta­log Details wie Stell­plät­ze oder Flucht- und Ret­tungs­we­ge zu regeln.

Gas­tro­nom Tom Land zog in der Voll­sit­zung indes eine posi­ti­ve Bilanz und erklär­te sein Inter­es­se, den Bier­gar­ten auch in den nächs­ten Jah­ren wei­ter betrei­ben zu wol­len. Nach anfäng­li­chen Anfein­dun­gen sei die Bewer­tung des Bier­gar­tens mit dem Tag der Öff­nung ins Posi­ti­ve umgeschlagen.

Knap­pe Mehr­heit für die Aus­schrei­bung einer wei­te­ren gas­tro­no­mi­schen Nut­zung trotz vie­ler Argu­men­te dagegen

Am Ende der Voll­sit­zung fand der Ver­wal­tungs­vor­schlag, eine Aus­schrei­bung für eine dau­er­haf­te Frei­schank­flä­che vor­zu­be­rei­ten, aber trotz der zwar nicht reprä­sen­ta­ti­ven, aber mehr­heit­lich ableh­nen­den Umfra­ge-Ergeb­nis­se, der grund­sätz­lich jugend- und nacht­le­ben­feind­li­chen Absicht der gas­tro­no­mi­schen Nut­zung, des weg­ge­fal­le­nen Aus­lö­sers der vor­an­ge­gan­ge­nen stär­ke­ren Fre­quen­tie­rung der Brü­cke („Aus­wüch­se“), also die Coro­na-Ein­schrän­kun­gen, der opti­schen Ver­schand­lung durch die Bier­gar­ni­tu­ren, der zusätz­li­chen Ver­schand­lung durch ein geplan­tes Sicher­heits­ge­län­der und der Kom­mer­zia­li­sie­rung des öffent­li­chen Raums, eine knap­pe Mehrheit.

„Ent­wick­lung der Bam­ber­ger Grü­nen weiterführen“

Grü­nes Bam­berg wählt neu­en Stadtvorstand

Der Stadt­ver­band von Grü­nes Bam­berg hat auf sei­ner Jah­res­haupt­ver­samm­lung am 29. Sep­tem­ber einen neu­en Vor­stand gewählt. Zwei Mit­glie­der sind aus­ge­schie­den, drei neue hinzugekommen.

Bünd­nis 90/​Die Grü­nen in Bam­berg hat bekannt­ge­ge­ben, einen neu­en Vor­stand gewählt zu haben. Neue Spre­che­rin und Spre­cher von Grü­nes Bam­berg sind Ange­li­ka Gaufer und Timm Schul­ze. Erneut im Vor­stand sind Rebec­ca Haas (Schrift­füh­re­rin), Chris­toph Lurz (Schatz­meis­ter) und Luis Reit­h­mei­er (Bei­sit­zer). Anna Fried­rich (Gleich­stel­lungs­po­li­ti­sche Spre­che­rin), Michae­la Rei­mann (Bei­sit­ze­rin, ehe­mals Volt Bam­berg) und Ulri­ke Sän­ger (Bei­sit­ze­rin und Ver­tre­te­rin der Stadt­rats­frak­ti­on) kom­plet­tie­ren den Stadt­vor­stand als neue Mitglieder.

Das neue Team wol­le die „erfolg­rei­che Ent­wick­lung der Bam­ber­ger Grü­nen in den nächs­ten bei­den Jah­ren wei­ter­füh­ren“. Vor­stands­spre­cher Timm Schul­ze sag­te dazu: „Wie bei der Bun­des­tags­wahl wer­den wir auch für die kom­men­den Land­tags- und Bezirks­tags­wah­len für ein grü­nes Rekord­ergeb­nis in Bam­berg wer­ben. Statt dem Wei­ter so in Bay­ern, das uns immer wie­der in die Kri­se führt, braucht es muti­ge Ver­än­de­rung. Die gibt es nur mit star­ken Grünen.“

Vor­stands­spre­che­rin Ange­li­ka Gaufer füg­te an: „Wir set­zen uns für eine grü­ne­re, gesün­de­re, bun­te, wirt­schaft­lich pro­spe­rie­ren­de und lebens­wer­te Stadt Bam­berg ein. Und wir wol­len Ver­bes­se­run­gen, die alle, die hier leben, merken.“

Bei der Jah­res­haupt­ver­samm­lung, die im neu­en Grü­nen Zen­trum in der Luit­pold­stra­ße statt­fand, wähl­te Grü­nes Bam­berg außer­dem Dele­gier­te für den grü­nen Bezirks­ver­band Ober­fran­ken und Kas­sen­prü­fe­rIn­nen. Die Ver­samm­lung dank­te den aus­ge­schie­de­nen Vor­stands­mit­glie­dern Eva-Maria Ste­ger und Julia­ne Fuchs für ihr Engagement.

Grü­nes Bam­berg stellt die größ­te Frak­ti­on im Stadt­rat, hat rund 280 Mit­glie­der und ist damit gemes­sen an der Ein­woh­ner­zahl einer der mit­glie­der­stärks­ten grü­nen Kreis­ver­bän­de in Bayern.

Stadt­ver­band für Sport

Bes­se­re Finan­zie­rung für Sport­stät­ten gefordert

Dem städ­ti­schen Sport­re­fe­rat könn­ten auch künf­tig die Haus­halts­mit­tel feh­len, die not­wen­dig wären, um erfor­der­li­che Unter­halts­maß­nah­men an Sport­stät­ten sicher­zu­stel­len. Zu die­ser Ansicht kommt der Stadt­ver­band für Sport und ver­mu­tet feh­len­den poli­ti­schen Wil­len im Stadt­rat für eine bes­se­re Finanzierung.

Am 1. Sep­tem­ber gab der Stadt­ver­band für Sport bekannt, Anfang Juli eine Anfra­ge an alle Frak­tio­nen, Grup­pie­run­gen und Ein­zel­mit­glie­der im Stadt­rat gestellt zu haben. Dar­in woll­te der Ver­band wis­sen, wer im Stadt­rat einen Antrag stel­len wür­de, für das Sport­re­fe­rat not­wen­di­ge 170.000 Euro für Unter­halts­maß­nah­men von Sport­stät­ten im Haus­halt 2023 fest­zu­schrei­ben. Ver­bun­den war die Anfra­ge mit der Bit­te, bis 31. August zu antworten.

Die Zahl der Ant­wor­ten sei aller­dings sehr gering aus­ge­fal­len. Ledig­lich Karin Ein­wag, frak­ti­ons­lo­ses Mit­glied im Stadt­rat, und Ste­phan Kett­ner, Frak­ti­ons­spre­cher von Bam­ber­ger Linke/​Die Par­tie, hat­ten bis 31. August geantwortet.

Ein­wag sag­te dem Stadt­ver­band ihre Unter­stüt­zung zu. Sie wol­le mit Finanz­re­fe­rent Bert­ram Felix ein Gespräch füh­ren. Kett­ner wer­de eben­falls das Anlie­gen des Stadt­ver­ban­des unter­stüt­zen und sich dafür ein­set­zen, dass die vor­ge­se­he­nen 170.000 Euro nicht erneut gekürzt wer­den. Von den ande­ren 14 Frak­tio­nen und Grup­pie­run­gen im Stadt­rat sei bis 31. August kei­ne Ant­wort gekom­men. Dies gel­te auch für die drei größ­ten Frak­tio­nen von Grü­nes Bam­berg, CSU und SPD.

„Scha­de und bedenklich“

Stadt­ver­bands-Vor­stands­mit­glied Mar­kus Haber­mey­er zeig­te sich im Ange­sicht des Ergeb­nis­ses der Anfra­ge ent­täuscht. „Wir sind die Ansprech­part­ner unse­rer Mit­glie­der und ver­tre­ten die Ver­ei­ne unse­rer Stadt und somit auch die Bür­ger von Bam­berg. Das soll­ten eigent­lich auch die gewähl­ten Stadt­rä­te tun. Von daher ist es scha­de und bedenk­lich, wenn nur zwei Stadt­rä­te auf unse­re Anfra­ge ant­wor­ten. Die Ver­ei­ne leis­ten eine groß­ar­ti­ge Arbeit, gera­de auch in Kri­sen­zei­ten, und dann soll­ten sie auch Gehör bei unse­ren gewähl­ten Stadt­rä­ten fin­den. Wir wer­den nicht müde wer­den, die Anlie­gen unse­rer Mit­glie­der vor­zu­brin­gen und um die Unter­stüt­zung sei­tens der Poli­tik zu wer­ben. Dafür sind die über 40.000 Mit­glie­der unse­rer Mit­glieds­ver­ei­ne, die wir ver­tre­ten, viel zu wichtig.”

Mit der Anfra­ge an die Kom­mu­nal­po­li­tik voll­zog die Vor­stand­schaft des Stadt­ver­ban­des einen Beschluss der Mit­glie­der. Die Ver­eins­ver­tre­ter beklag­ten in der letz­ten Mit­glie­der­ver­samm­lung, dass die Ver­ei­ne immer mehr Kos­ten tra­gen müss­ten. In frü­he­ren Zei­ten hät­te die Stadt sich stär­ker dar­an beteiligt.

Die Ver­ei­ne spra­chen sich daher für eine bes­se­re Finan­zie­rung des Sport­re­fe­rats aus, die der gesell­schaft­li­chen Bedeu­tung der Ver­ei­ne gerecht wer­de. Ver­eins­ver­tre­ter beauf­trag­ten den Vor­stand des Ver­bands, auf eine deut­li­che Ver­bes­se­rung der finan­zi­el­len Aus­stat­tung hinzuwirken.

Star­ke stellt Zeit­plan zur wei­te­ren Behand­lung des The­mas auf

Schrift­li­che Urteils­be­grün­dung vom Ver­wal­tungs­ge­richt liegt vor

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Bay­reuth hat die Beset­zung der städ­ti­schen Sena­te und Aus­schüs­se nach der Kom­mu­nal­wahl 2020 bean­stan­det. Jetzt liegt der Stadt Bam­berg die Urteils­be­grün­dung vor.

Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Star­ke lei­te­te die Aus­füh­run­gen des Gerichts umge­hend an die Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den wei­ter und setz­te das The­ma auf die Tages­ord­nung der nächs­ten Sit­zung des Ältes­ten­ra­tes am 23. Juni, direkt nach den Pfingstferien.

Außer­dem soll in der Voll­sit­zung am 29. Juni über das wei­te­re Vor­ge­hen bera­ten wer­den. Bis dahin erhal­ten die Frak­tio­nen die Mög­lich­keit zur inter­nen Bera­tung. Außer­dem prüft die Rechts­ab­tei­lung der Stadt die Erfolgs­aus­sicht eines Rechtsmittels.

„Mit dem Gerichts­ent­scheid haben wir nun eine ein­deu­ti­ge Grund­la­ge, um die Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts über­prü­fen zu kön­nen. Die Stadt­ver­wal­tung wird nun eine Bewer­tung vor­neh­men, ob das Ein­le­gen von Rechts­mit­teln ange­zeigt ist“, erklärt Ober­bür­ger­meis­ter Star­ke. Bis zum 7. Juli, genau einen Monat nach Zustel­lung des Gerichts­be­scheids, hat die Stadt Bam­berg jetzt Zeit, um die Zulas­sung der Beru­fung beim Ver­wal­tungs­ge­richt Bay­reuth zu beantragen. 

Recht­li­che Bedenken

Die Kla­ge war von zwei Stadt­rä­ten der AfD beim Ver­wal­tungs­ge­richt Bay­reuth ein­ge­reicht wor­den. Laut dem Urteil nach einer münd­li­chen Ver­hand­lung am 5. Mai ist der AfD künf­tig jeweils ein Sitz in der 12-er-Sena­ten des Stadt­rats zuzu­er­ken­nen. Zu die­sen gehör­ten der Bau- und Werkse­nat, der Finanz­se­nat, der Kon­ver­si­ons- und Sicher­heits­se­nat, der Kul­tur­se­nat, der Mobi­li­täts­se­nat, der Fami­li­en- und Inte­gra­ti­ons­se­nat, der Per­so­nal­se­nat und der Feriensenat.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Bay­reuth hat zur Grün­dung von Frak­tio­nen in meh­re­ren Fäl­len recht­li­che Beden­ken geäu­ßert. Kri­ti­siert wur­de ins­be­son­de­re, dass hier „kei­ne Abwen­dung von bis­he­ri­gen Posi­tio­nen und Wäh­ler­schaf­ten gese­hen wer­den kann“, wie sie auch der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof in einem Urteil vom 7. Dezem­ber 2020 für die recht­mä­ßi­ge Bil­dung von Frak­tio­nen aus Rats­mit­glie­dern ver­schie­de­ner Par­tei­en oder Wäh­ler­grup­pen als not­wen­dig erachtet.

Grün-rotes Antrags­pa­ket

Mehr Gleich­stel­lung im Rathaus

Dass das jet­zi­ge „Amt für Bür­ger­be­tei­li­gung“ auch Bür­ge­rin­nen betei­ligt, davon gehen die grün-roten Stadt­rä­tin­nen zwar aus. „War­um dann nicht auch so benen­nen?“ fragt Leo­nie Pfa­den­hau­er trotz­dem und schlägt die neue gen­der­sen­si­ble Aus­drucks­wei­se „Bürger:innenbeteiligung“ vor. Nur eine der Maß­nah­men, die die Grü­nen in Bam­bergs Stadt­rat gemein­sam mit der SPD auf den Weg brin­gen wollen.

Fra­gen der Gleich­stel­lung der Geschlech­ter im Rat­haus machen sich manch­mal an ver­meint­li­chen Klei­nig­kei­ten fest, doch die­se sind in der Sum­me dann doch einer Beach­tung wert. Das fin­det jeden­falls Stadt­rä­tin Leo­nie Pfa­den­hau­er von Grü­nes Bam­berg. Sie hat ein Antrags­pa­ket geschnürt und hat die­ses zusam­men mit ihrer Frak­ti­ons­kol­le­gin Ulri­ke Sän­ger und der SPD-Stadt­rä­tin Inge­borg Eich­horn eingereicht.

Neben der gewünsch­ten neu­en Aus­drucks­wei­se „Bürger:innenbeteiligung“ wünscht sich Leo­nie Pfa­den­hau­er außer­dem eine Spra­che, die auf Gleich­stel­lung ach­tet, in allen Sit­zungs­vor­la­gen und Doku­men­ten der Verwaltung.


Ver­mei­dung sexis­ti­scher und dis­kri­mi­nie­ren­der Werbung

Einen Still­raum und einen Wickel­raum wol­len die Grü­nen- und SPD-Frau­en außer­dem. „Wobei uns schon wich­tig ist, dass das Wickeln von Kin­dern nicht auto­ma­tisch zur Frau­en­sa­che und in der Damen­toi­let­te ver­or­tet wird, hier sol­len selbst­ver­ständ­lich auch Väter gleich­ge­stellt wer­den“, sagt Leo­nie Pfa­den­hau­er. Sie will außer­dem, dass kos­ten­lo­se Mens­trua­ti­ons­pro­duk­te künf­tig in allen öffent­lich genutz­ten städ­ti­schen Ein­rich­tun­gen, Rat­häu­sern und Schu­len zur Ver­fü­gung gestellt wer­den. Sie ver­weist dar­auf, dass die­se Hygie­ne­ar­ti­kel zur Grund­ver­sor­gung gehö­ren und erst kürz­lich vom Bun­des­tag der Steu­er­satz dafür von 19% auf 7% gesenkt wur­de. Doch die Steu­er­min­de­rung sei nicht bei den Ver­brau­che­rin­nen ange­kom­men, son­dern von den Her­stel­lungs­fir­men ein­ge­preist wor­den. „Mit die­ser Maß­nah­me wol­len wir beson­ders ein­kom­mens­schwa­che Frau­en und Mäd­chen finan­zi­ell ent­las­ten“, so die Grünen-Stadträtin.

Ein Kri­te­ri­en­ka­ta­log zur Ver­mei­dung sexis­ti­scher und dis­kri­mi­nie­ren­der Wer­bung ist eben­falls Bestand­teil des Antrags. Wobei Grü­ne und SPD kei­nes­wegs der Stadt selbst sol­che Gepflo­gen­hei­ten unter­stel­len. „Aber die Stadt stellt Wer­be­flä­chen zur Ver­fü­gung, erteilt Son­der­nut­zungs­er­laub­nis­se und hat über ihre Toch­ter­un­ter­neh­men wei­te­ren Ein­fluss dar­auf, wie Wer­bung sich im öffent­li­chen Raum prä­sen­tiert“, erklärt Grü­nen-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Ulri­ke Sän­ger. Jeg­li­che dis­kri­mi­nie­ren­de Dar­stel­lung auf­grund von Geschlecht oder Sexua­li­tät, aber auch wegen Alter, Behin­de­rung, Her­kunft oder ande­rer Eigen­schaf­ten, soll so ver­hin­dert werden.

Weni­ger Klei­nig­keit als viel­mehr gro­ßes Ziel im grün-roten Antrags­pa­ket ist die Gleich­stel­lung im Per­so­nal­ta­bleau der Stadt­ver­wal­tung. Füh­rungs­po­si­tio­nen in der Rat­haus­spit­ze müss­ten ver­mehrt mit Frau­en, Inter- und Trans­per­so­nen besetzt wer­den. Die bis­her schon geleis­te­ten Anstren­gun­gen müss­ten ver­stärkt wer­den. Und der Grund­satz „Equal pay“ soll auf den Prüf­stand gestellt wer­den. Wird „Glei­cher Lohn für glei­che Arbeit“ in den Bam­ber­ger Rat­häu­sern auch wirk­lich über­all gezahlt, oder gibt es noch Lücken? „Wir müs­sen hier genau hin­se­hen“, for­dert SPD-Stadt­rä­tin Inge­borg Eich­horn, „und dann sofort han­deln.“ Inner­halb eines Jah­res sol­len dem­zu­fol­ge mög­li­cher­wei­se fest­ge­stell­te Ungleich­hei­ten abge­schafft werden.

Grün-Rot will vier­ten Unter­stüt­zungs­fonds für Wirtschaft

Unter­stüt­zungs­fonds sol­len wei­ter­ge­führt wer­den – mit einer Ergänzung

Nach dem Erfolg der drei „Unter­stüt­zungs­fonds für gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt“ in der Stadt Bam­berg sol­len die­se auch im kom­men­den Haus­halt wie­der ver­tre­ten sein und um einen vier­ten ergänzt wer­den – so der Wunsch der bei­den Stadt­rats­frak­tio­nen von Grü­nes Bam­berg und SPD.

Die drei „Unter­stüt­zungs­fonds für gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt“ der Stadt waren im Haus­halts­jahr 2021 ein vol­ler Erfolg. Sie haben es ermög­licht, trotz der stren­gen Coro­na-Spar­maß­nah­men den­noch Pro­jek­te aus der Bür­ger­schaft in den Berei­chen Klima/​Umwelt, Sozia­les und Kul­tur zu finan­zie­ren. In etwas abge­speck­ter Ver­si­on sol­len die Unter­stüt­zungs­fonds auch im kom­men­den Haus­halt wie­der ver­tre­ten sein – so jeden­falls wol­len das die bei­den Stadt­rats­frak­tio­nen von Grü­nes Bam­berg und SPD.


Pro­jek­te, die einen Mehr­wert haben

Und sie wol­len sogar noch eine Ergän­zung, näm­lich einen vier­ten „Unter­stüt­zungs­fonds Wirt­schaft“. Dahin­ge­hend haben Grü­nen-Stadt­rat Andre­as Eichen­se­her und SPD-Stadt­rat Klaus Stier­in­ger einen Antrag gestellt. Mit 100.000 Euro für das Jahr 2022 wol­len sie den neu­en Fonds aus­stat­ten, womit Pro­jek­te mit einer Sum­me von jeweils maxi­mal 5.000 Euro geför­dert wer­den können.

„Natür­lich kann es dabei nicht um blo­ße Unter­neh­mens­zu­schüs­se gehen“, betont Andre­as Eichen­se­her. Gefragt sei­en Pro­jek­te, die einen Mehr­wert für die Gesell­schaft haben bezie­hungs­wei­se auf beson­de­re Zukunfts­her­aus­for­de­run­gen wie den Kli­ma­wan­del reagie­ren. Und er nennt Bei­spie­le: „Wenn ein Geschäft etwa einen öffent­li­chen WLAN-Hot­spot ein­rich­tet, wenn meh­re­re Betrie­be sich ein gemein­sa­mes Las­ten­fahr­rad für Lie­fer­diens­te anschaf­fen, oder wenn Sitz­mö­bel, Spiel­ge­rä­te oder Begrü­nung für den öffent­li­chen Raum bereit­ge­stellt werden.“

Eine Stär­kung der Innen­stadt, die nach dem lan­gen Coro­na-Lock­down immer noch gebeu­telt ist, erhofft sich Klaus Stier­in­ger: „Zum Bei­spiel Pro­jek­te und Initia­ti­ven, die Ant­wor­ten auf den Online-Wan­del im Han­del haben, die die Gas­tro­no­mie reak­ti­vie­ren, tem­po­rä­re Nut­zung von Leer­stän­den krea­tiv gestal­ten und Dienst­leis­tungs­an­ge­bo­te neu beleben.“

Die För­de­rung von „Social Entre­pre­neur­ship“, wie es auch der Zukunfts­rat der Stadt emp­fiehlt, soll laut Eichen­se­her und Stier­in­ger eben­falls ein Ziel des neu­en Unter­stüt­zungs­fonds Wirt­schaft sein. Dabei geht es um Unter­neh­men und Start Ups, deren Betriebs­ziel nicht in ers­ter Linie gewinn­ori­en­tiert ist, son­dern die grund­sätz­lich gemein­wohl­ori­en­tiert arbeiten.