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Steigerwald-Zentrum

„Wald­päd­ago­gik extrem wichtig“

Forst­mi­nis­te­rin Kani­ber besucht Steigerwald-Zentrum

Michae­la Kani­ber (CSU), baye­ri­sche Staats­mi­nis­te­rin für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und Fors­ten, hat am Mon­tag das Stei­ger­wald-Zen­trum in Hand­thal besucht. Ziel ihres Besuchs war, sich über das wald­päd­ago­gi­sche Ange­bot des Zen­trums zu infor­mie­ren und sich ein Bild von den Tro­cken­schä­den im Stei­ger­wald zu machen.

Am 12. Sep­tem­ber besuch­te eine Dele­ga­ti­on um Staats­mi­nis­te­rin Michae­la Kani­ber das Stei­ger­wald-Zen­trum in Hand­thal, wie die wald­päd­ago­gi­sche Ein­rich­tung mit­teil­te. „Das Stei­ger­wald-Zen­trum ist ein her­vor­ra­gen­des Bei­spiel für ange­wand­ten Kli­ma­schutz“, wird die Minis­te­rin zitiert. „Jeder Fest­me­ter Holz bin­det dau­er­haft eine Ton­ne Koh­len­stoff und ersetzt gleich­zei­tig kli­ma­schäd­li­che Bau­stof­fe wie Beton oder Stahl.“

Lou­is Kalik­stein, forst­li­cher Lei­ter Zen­trums, führ­te die Dele­ga­ti­on und infor­mier­te über die Archi­tek­tur des Zen­trums und das Kon­zept der Aus­stel­lun­gen. Danach ging es wei­ter zur Wald­kli­ma­sta­ti­on im Umfeld des Steigerwald-Zentrums. 

Ste­phan Thier­fel­der, Bereichs­lei­ter am Amt für Land­wirt­schaft, Ernäh­rung und Fors­ten (AELF) in Schwein­furt, ver­deut­lich­te, wel­che dra­ma­ti­schen Schä­den der Kli­ma­wan­del am Stei­ger­wald ver­ur­sacht. Der hei­ße und tro­cke­ne Som­mer habe über­all in Fran­ken Wald­bö­den aus­ge­trock­net. Vor allem Fich­ten und Rot­bu­chen wür­den unter dem Was­ser­man­gel lei­den. „Fünf der letz­ten acht Jah­re seit Eröff­nung des Stei­ger­wald-Zen­trums“, sag­te Thier­fel­der, „waren kli­ma­tisch gese­hen Aus­nah­me­jah­re. Die Nie­der­schlags­men­ge liegt aktu­ell 39 Pro­zent unter dem lang­jäh­ri­gen Mit­tel. Der August war vier Grad wär­mer als im lang­jäh­ri­gen Mit­tel.“ Die all­ge­mei­ne Situa­ti­on spit­ze sich zudem deut­lich frü­her zu als bis­her angenommen.

„Für die Bewusst­seins­bil­dung der Bevöl­ke­rung und ins­be­son­de­re für unse­re Kin­der ist Wald­päd­ago­gik extrem wich­tig“, sag­te Kani­ber. „Mir ist es ein beson­de­res Anlie­gen, dass schon unse­re Klei­nen im Kin­der­gar­ten­al­ter ver­ste­hen, wie wich­tig eine nach­hal­ti­ge und akti­ve Bewirt­schaf­tung der Wäl­der ist.“

Das Stei­ger­wald-Zen­trum folgt dem Anspruch der nach­hal­ti­gen Umwelt­bil­dung. Seit sei­ner Eröff­nung vor acht Jah­ren haben bereits mehr als 230.000 Per­so­nen das Zen­trum besucht. Im Rah­men ver­schie­dens­ter Ver­an­stal­tun­gen ver­sucht die Ein­rich­tung ihrem Publi­kum, Wald-The­men und Nach­hal­tig­keit zu machen.

Lou­is Kalik­stein über­nimmt Forst­li­che Leitung 

Stab­über­ga­be am Steigerwald-Zentrum

Der lang­jäh­ri­ge forst­li­che Lei­ter des Stei­ger­wald-Zen­trums, Forst­ober­rat Andre­as Ley­rer, wur­de im Juli offi­zi­ell ver­ab­schie­det. Er hat­te das Zen­trum vor über acht Jah­ren mit auf­ge­baut und die­ses seit­her erfolg­reich als eine fes­te Insti­tu­ti­on in der Regi­on ver­an­kert. Sein Nach­fol­ger, Forstrat Lou­is Kalik­stein, wur­de nun von Land­rat Flo­ri­an Töp­per will­kom­men geheißen.

Mit Andre­as Ley­rer ver­lässt eine zen­tra­le Figur das Stei­ger­wald-Zen­trum. Land­rat und ers­ter Vor­sit­zen­der des Trä­ger­ver­eins „Stei­ger­wald Zen­trum – Nach­hal­tig­keit erle­ben e. V.“ Flo­ri­an Töp­per wür­dig­te Ley­rer als einen umtrie­bi­gen, fach­lich sehr ver­sier­ten und krea­ti­ven Kopf, der das Zen­trum von Beginn an beglei­tet und für immer neue Ideen und Impul­se gesorgt hat. „Andre­as Ley­rer bleibt auf Dau­er eine der prä­gen­den Per­sön­lich­kei­ten für unser Stei­ger­wald-Zen­trum und sei­ne hohen fach­li­chen wie päd­ago­gi­schen Ansprü­che“, so der Land­rat. Dem Amt für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und Fors­ten Schwein­furt wird Ley­rer treu blei­ben. Er über­nimmt nun die Lei­tung der Abtei­lung F2 und ist damit künf­tig zustän­dig für den Land­kreis Haßberge.

Gleich­zei­tig freu­te sich der Land­rat, Lou­is Kalik­stein als neu­en Lei­ter des Stei­ger­wald-Zen­trums will­kom­men zu hei­ßen. „Mit Herrn Kalik­stein haben wir einen bes­tens geeig­ne­ten neu­en Lei­ter gewin­nen kön­nen“, beton­te auch Ste­phan Thier­fel­der, Bereichs­lei­ter Fors­ten am AELF Schwein­furt. „Herr Kalik­stein bringt nicht nur das forst­li­che Fach­wis­sen mit, son­dern als ech­ter Stei­ger­wäl­der auch die not­wen­di­ge Begeis­te­rung, die es braucht, um den Men­schen den Wald und sei­ne viel­fäl­ti­gen Funk­tio­nen näher­zu­brin­gen.“ Herrn Kalik­stein erwar­tet am Stei­ger­wald-Zen­trum ein viel­fäl­ti­ges Auf­ga­ben­feld. „Mir ist es wich­tig unse­ren Besu­chern zu ver­an­schau­li­chen, dass der Stei­ger­wald ein ech­ter Schatz der Natur ist. Gera­de im Kli­ma­wan­del sind die Funk­tio­nen des Wal­des für uns wich­ti­ger denn je. Unse­re Auf­ga­be ist es, den Men­schen zu zei­gen, wie der Wald funk­tio­niert und wel­chen Nut­zen er den Men­schen bie­tet“, so Kalikstein.

Auch im Trä­ger­ver­ein des Stei­ger­wald-Zen­trums gab es einen Per­so­nal­wech­sel. Die Geschäfts­lei­te­rin Con­stan­ze Stern ver­ab­schie­det sich in die Eltern­zeit und wird in den kom­men­den zwei Jah­ren durch Danie­la Mah­roug ver­tre­ten. „Frau Mah­roug ist stu­dier­te Betriebs­wir­tin und Kul­tur­ma­na­ge­rin. Für die Auf­ga­be der Geschäfts­lei­tung bringt sie daher bes­te Vor­aus­set­zun­gen mit“, erklär­te Land­rat Töpper.

Die ver­bor­ge­ne Welt der Insekten

Wald­tag 2022

All­jähr­lich ver­an­stal­tet das Stei­ger­wald-Zen­trum, nahe Schwein­furt gele­gen, den Wald­tag. Durch kind­ge­rech­te Aktio­nen, Dar­bie­tun­gen und Aus­stel­lun­gen bringt das Team aus Trä­ger­ver­ein und Forst­ver­wal­tung sei­nem Publi­kum an die­sem Tag gemein­sam den Stei­ger­wald, sei­ne tie­ri­schen und pflanz­li­chen Bewoh­ner, und auch den viel­fäl­ti­gen Werk­stoff Holz näher. 2022 steht the­ma­tisch die oft ver­bor­ge­ne Welt der Insek­ten im Vor­der­grund. Eine Welt, die bedroht ist.

„Klei­ne Wesen ganz groß“ lau­tet das Mot­to, wenn das Stei­ger­wald­zen­trum am 15. Mai um 11 Uhr dem Publi­kum sei­ne Tore zum Wald­tag öff­net. Gemeint sind damit zum einen Insek­ten und zum ande­ren Boden­le­be­we­sen, also Tie­re, die im Boden leben, wie Mil­ben, Asseln oder Regenwürmer.

Waldtag
Sarah Kol­me­der, die sin­gen­de Förs­te­rin, Foto: Con­stan­ze Stern

Als Buchen­wald­ge­biet beher­bergt der Stei­ger­wald vie­le Insek­ten, die an die Buche als Nah­rungs­quel­le oder Lebens­stät­te ange­passt sind. Eine beson­de­re Art, mit der der Stei­ger­wald auf­war­ten kann, ist der Schwarz­kä­fer. Die­se Käfer­art lebt vom Zun­der­schwamm, einem Pilz, der abster­ben­de Buchen besiedelt.

Für nicht weni­ge Men­schen sind Insek­ten aller­dings eher unan­ge­neh­me Ver­tre­ter des Tier­reichs, aber „die meis­ten haben sich nur noch nicht getraut, näher hin­zu­se­hen, um die eigen­tüm­li­che Schön­heit der Insek­ten zu ent­de­cken. Vie­le Men­schen wis­sen auch nicht, wie bedeu­tend sie sind“, sagt Sarah Kol­me­der, Förs­te­rin und Wald­päd­ago­gin im Stei­ger­wald-Zen­trum. „So erklärt sich auch das Mot­to näher. Insek­ten mögen sehr klein sein, ihre Wich­tig­keit für uns und auch für den Wald ist aber enorm.“ Das zu ver­an­schau­li­chen und spie­le­risch Begeis­te­rung für die­se Tie­re zu wecken, ist das Ziel des Wald­tags 2022. Genau wie Schutz­maß­nah­men auf­zu­zei­gen, die jeder ergrei­fen kann.

Der Schwarz­kä­fer, Foto: Ste­phan Thierfelder
„Das gan­ze Öko­sys­tem wür­de insta­bi­ler werden“

Die­se Wich­tig­keit hat meh­re­re Aspek­te. Insek­ten und Boden­le­be­we­sen sor­gen sozu­sa­gen für das Recy­cling im Wald. Stirbt ein Baum oder ein Tier, zer­set­zen oder ver­til­gen sie, zusam­men mit Pil­zen oder Mikro­or­ga­nis­men wie Bak­te­ri­en, die abge­stor­be­ne Mate­rie. Ohne die­sen Ein­satz wür­de sich tote Sub­stanz meter­hoch im Wald aufschichten.

„Das ist außer­dem der ers­te Schritt in der Nah­rungs­ket­te“, sagt Sarah Kol­me­der, „um Nähr­stof­fe für die ers­ten Fol­ge­kon­su­men­ten, zum Bei­spiel hung­ri­ge Pflan­zen, ver­füg­bar zu machen. Außer­dem sind Boden­tie­re und Insek­ten selbst die Nah­rung für ande­re Lebe­we­sen. Insek­ten spie­len dar­über hin­aus eine sehr gro­ße Rol­le für die Bestäu­bung von Pflanzen.“

Und damit auch für den Men­schen. Von 109 der ver­brei­tets­ten Kul­tur­pflan­zen sind 87 auf die Bestäu­bung durch Insek­ten wie Bie­nen oder Schmet­ter­lin­ge ange­wie­sen. Hin­zu kommt, dass man­che Pflan­zen der­art spe­zia­li­siert sind, dass sie nur von einer ein­zi­gen Insek­ten­art bestäubt wer­den kön­nen. Das heißt, je weni­ger Insek­ten­viel­falt, des­to weni­ger Pflan­zen­viel­falt. Und anders herum.

Ein Rück­gang der Insek­ten­po­pu­la­ti­on könn­te ent­spre­chend gra­vie­ren­de Kon­se­quen­zen für das Öko­sys­tem Wald und auch für die Ernäh­rung der Mensch­heit haben. „Pflan­zen­viel­falt in unse­rem Spei­se­plan ist die Grund­la­ge für ein gesun­des Leben. Die Böden, auch im Wald, könn­ten außer­dem Tie­ren und Pflan­zen nicht mehr im nöti­gen Umfang Nähr­stof­fe lie­fern, weil die Zer­set­zung nicht mehr rich­tig funk­tio­nie­ren wür­de. Das gan­ze Öko­sys­tem wür­de insta­bil wer­den. Dar­über hin­aus gehen Popu­la­tio­nen von Fol­ge­kon­su­men­ten zurück – bei bei­spiels­wei­se Vögel­be­stän­den mer­ken wir das schon. Eine deut­sche Stu­die, die es sogar in die New York Times geschafft hat, konn­te den dra­ma­ti­schen Rück­gang der Insek­ten schon bele­gen: Die Bio­mas­se flug­ak­ti­ver Insek­ten hat deutsch­land­weit in den letz­ten 27 Jah­ren um mehr als 75 Pro­zent abgenommen.“

Die Haupt­ur­sa­che dafür sei der Ver­lust von Lebens­raum. „Die prä­gends­te Land­nut­zungs­form in Deutsch­land ist die Land­wirt­schaft. Sie hat mehr als die Hälf­te der Flä­che des Lan­des inne. Größ­ten­teils wird sie mit Mono­kul­tu­ren betrie­ben, stark gedüngt und mit Pes­ti­zi­den besprüht. Das sind Din­ge, die Insek­ten krank machen – und übri­gens auch Men­schen. Der Zusam­men­hang zwi­schen Pes­ti­zi­den und ver­schie­de­nen Krebs­ar­ten ist bereits erforscht. Nach der Land­wirt­schaft kommt flä­chen­mä­ßig der Wald mit rund 30 Pro­zent. Auch wir Förster*innen müs­sen also Ver­ant­wor­tung für den Insek­ten­schutz über­neh­men und ihnen durch Blüh­strei­fen, natür­li­che Wald­rän­der, Alt- und Tot­holz Lebens­raum schaf­fen. Knapp 15 Pro­zent der Land­nut­zung machen Sied­lun­gen aus – auch jeder natur­na­he Gar­ten ist also ist ein Schatz.“

Baum­ster­ben im Steigerwald

Der Kli­ma­wan­del tut sein Übri­ges. Grund­sätz­lich sind Insek­ten sehr wär­me­lie­bend, man­che Arten pro­fi­tie­ren inso­fern von höhe­ren Tem­pe­ra­tu­ren. Hier­zu­lan­de aber lei­der oft die fal­schen. „Bor­ken­kä­fer oder Schwamm­spin­ner, wel­che die Nähr­stoff­leit­bah­nen unter der Fich­ten­rin­de bezie­hungs­wei­se Eichen­blät­ter fres­sen, sind Bei­spie­le sol­cher Arten. Sie kön­nen sich bei stei­gen­den Durch­schnitts­tem­pe­ra­tu­ren öfter mas­sen­haft ver­meh­ren und Bäu­me zum Abster­ben brin­gen. Ande­re Insek­ten sind durch den Kli­ma­wan­del aber in ihrer Ent­wick­lung gestört. Es gibt Schmet­ter­lin­ge, die im Herbst im Pup­pen­sta­di­um in den Boden ein­ge­gra­ben über­win­tern und im Früh­ling schlüp­fen. Damit ihre Meta­mor­pho­se hin zum Schlüp­fen aber rich­tig ablau­fen kann, brau­chen sie Frost­tem­pe­ra­tu­ren. Ist es zu warm, blei­ben die Frös­te aus und die Schmet­ter­lin­ge ster­ben durch die unvoll­stän­di­ge Entwicklung.“

Der Stei­ger­wald hat seit Jah­ren mit die­sen Ent­wick­lun­gen, vor allem mit dem Baum­ster­ben zu kämp­fen. Kli­ma­tisch in einer ohne­hin wär­me­ren und nie­der­schlags­ar­men Gegend gele­gen, ver­schärft sich sei­ne Situa­ti­on durch den Kli­ma­wan­del noch. „Nadel­baum­be­stän­de sind dadurch stark zurück­ge­drängt wor­den“, sagt Sarah Kol­me­der. „Da sie hier nicht stand­ort­hei­misch und eigent­lich an käl­te­re, feuch­te­re Kli­ma­te ange­passt sind, wei­chen sie als ers­te. Doch sogar vie­le Buchen, die sich hier in ihrer Hei­mat befin­den, ster­ben zuneh­mend durch Tro­cken­heit ab.“

Noch kann dem aber gegen­ge­steu­ert wer­den. Von Regie­run­gen und jeder und jedem Ein­zel­nen. „Es ist drin­gend not­wen­dig, ein men­schen- und insek­ten­freund­li­ches Kli­ma zu erhal­ten. In Bezug auf das Insek­ten­ster­ben ist es außer­dem ele­men­tar wich­tig, dass wie­der Lebens­raum für sie geschaf­fen wird. Durch den Kon­sum von Bio-Pro­duk­ten kön­nen wir die öko­lo­gi­sche Land­wirt­schaft för­dern, die auf Pes­ti­zi­de ver­zich­tet. Im eige­nen Gar­ten kann man Insek­ten klei­ne Inseln schaf­fen, indem man zum Bei­spiel hei­mi­sche Nah­rungs­pflan­zen, wie Kräu­ter oder Obst­bäu­me, für sie pflanzt. Eine Wie­se ein­fach wach­sen las­sen, sie ledig­lich zwei­mal im Jahr mähen, im Juni und August, und das Mäh­gut ent­fer­nen, geht auch. Auch über Tot­holz und Sand­häuf­chen freu­en sich vie­le Insek­ten. Außer­dem kann man Arten­schutz­ver­ei­ne unterstützen.“

Die sin­gen­de Försterin

Der Wald­tag am 15. Mai hat also durch­aus sei­ne Hin­ter­ge­dan­ken. Im Vor­der­grund soll jedoch ste­hen, die ver­bor­ge­ne Welt der Insek­ten zu erkun­den. Je nach Wet­ter­la­ge stellt sich das Stei­ger­wald-Zen­trum auf bis zu 2.000 Besu­che­rin­nen und Besu­cher ein.

„Es gibt für alle etwas, um Fas­zi­na­ti­on an Insek­ten zu ent­de­cken! Wir wer­den eine Thea­ter­auf­füh­rung zum The­ma „Regen­wurm“ und zu den „wil­den Bie­nen“ haben – rich­tig cool“, sagt Sarah Kol­me­der. „Außer­dem gibt es Bas­tel­stän­de, Kin­der­schmin­ken, Baum­klet­tern, einen Stand zur Insek­ten­for­schung, eine Ket­ten­sä­gen­künst­le­rin, einen Fach­vor­trag über Honig­bie­nen und natür­lich Speis und Trank.“

In den Räum­lich­kei­ten des Zen­trums selbst kann das Publi­kum eine zwei­tei­li­ge Aus­stel­lung besu­chen. The­ma: „Fun­keln im Dun­keln“. Es geht um Boden­tie­re und Nacht­fal­ter und ihre fins­te­re, geheim­nis­vol­le Welt. In zwei Dun­kel­zel­ten – „ein biss­chen geis­ter­bahn­mä­ßig“ – zeigt das Stei­ger­wald­zen­trum über­le­bens­gro­ße, min­des­tens zehn­fach ver­grö­ßer­te Papp­ma­ché-Insek­ten­mo­del­le und ver­mit­telt Infor­ma­tio­nen dazu. Der zwei­te Teil beleuch­tet die Rol­le der Wald­amei­sen mit ihren Wech­sel­be­zie­hun­gen zu unzäh­li­gen Tier- und Pflan­zen­ar­ten und ihrem fein gespon­ne­nen Netz von Abhän­gig­kei­ten in ihrem Lebensraum.

Sarah Kol­me­der kann in Sachen Infor­ma­ti­ons­über­mitt­lung unter­des­sen einen ganz eige­nen Ansatz bei­tra­gen. Sie ist bekannt als die sin­gen­de Förs­te­rin. „In mei­ner Frei­zeit mache ich Musik, die ich manch­mal mit mei­nen wald­päd­ago­gi­schen Füh­run­gen ver­bin­de. Dann habe ich mei­ne Uku­le­le dabei und sin­ge Schul­klas­sen selbst­ge­schrie­be­ne Lie­der über Wald und Natur vor. Ich habe die Erfah­rung gemacht, dass auf die­sem Wege mehr hän­gen bleibt. Viel­leicht wer­de ich auch auf dem Wald­tag spielen.“

Waldtag
Das Stei­ger­wald-Zen­trum, Foto: Rapha­el Geuppert

E‑Bike-Lade­sta­ti­on

Neu­es Ser­vice­an­ge­bot für Rad­ler am Steigerwald-Zentrum

Für Fahr­rad­fah­rer, die mit elek­tri­scher Unter­stüt­zung unter­wegs sind, bie­tet das Stei­ger­wald-Zen­trum in Hand­thal jetzt einen neu­en Ser­vice in Form einer E‑Bike-Lade­sta­ti­on an.

Vie­le Rad­fah­rer, die zwi­schen Gerolz­ho­fen und Ebrach unter­wegs sind, nut­zen das Stei­ger­wald-Zen­trum in Hand­thal für eine klei­ne Ver­schnauf­pau­se: Kein Wun­der, befin­det sich das Wald­in­for­ma­ti­ons­zen­trum doch an der steils­ten und längs­ten Stei­gung des belieb­ten Zwei-Fran­ken-Rad­wegs, der Würz­burg und Bam­berg ver­bin­det. Weil immer mehr von ihnen des­halb mit elek­tri­scher Unter­stüt­zung unter­wegs sind, bie­tet das Zen­trum den Frei­zeit­rad­lern mit einer E‑Bike-Lade­sta­ti­on nun einen neu­en Ser­vice an.


Klei­ne Repa­ra­tur­sta­ti­on für Fahr­rä­der inklusive


„Radl­fah­rer kön­nen die Lade­pau­se ganz ent­spannt nut­zen, um durch unse­re Aus­stel­lun­gen zu bum­meln oder einen Cap­puc­ci­no auf der Ter­ras­se zu genie­ßen“, freut sich Andre­as Ley­rer, der forst­li­che Lei­ter des Zen­trums. „Um den Akku ihres Fahr­ra­des kos­ten­frei mit neu­er Ener­gie zu ver­sor­gen, müs­sen sie ledig­lich ihr eige­nes Lade­ge­rät dabei­ha­ben.“ Und gleich­zei­tig kön­nen sie in ver­schließ­ba­ren Fächern über ver­schie­de­ne Adap­ter auch ihr Smart­pho­ne laden. Die Forst­ver­wal­tung hat den Trä­ger­ver­ein des Stei­ger­wald-Zen­trums im Rah­men einer Pro­jekt­för­de­rung bei der Finan­zie­rung der Lade­säu­le unterstützt.

Gleich neben der E‑Ladestation fin­det man eine klei­ne Repa­ra­tur­sta­ti­on für Fahr­rä­der, die die Markt­ge­mein­de Ober­schwarz­ach bei­gesteu­ert hat: Mit inte­grier­ter Luft­pum­pe und den gän­gigs­ten Werk­zeu­gen aus­ge­stat­tet, eig­net sie sich ide­al für klei­ne Prü­fun­gen oder Nach­ar­bei­ten am Fahr­rad. Bür­ger­meis­ter Man­fred Schötz weist auf die zahl­rei­chen Rad­we­ge in der Regi­on hin: „Zusätz­lich zur Lade­sta­ti­on wol­len wir damit allen Frei­zeit­rad­lern auch klei­ne Repa­ra­tu­ren für einen beque­men und siche­ren Fahr­kom­fort ermöglichen.“

Con­stan­ze Stern, die Geschäfts­lei­te­rin des Trä­ger­ver­eins, dank­te Bür­ger­meis­ter Schötz für die Unter­stüt­zung durch die Markt­ge­mein­de: „Durch die bei­den Sta­tio­nen kön­nen wir den Gäs­ten des Stei­ger­wald-Zen­trums, Nah­erho­lungs­su­chen­den, Sport­lern und Tou­ris­ten nun einen zusätz­li­chen Ser­vice anbie­ten. Und“, fügt sie hin­zu, „selbst­ver­ständ­lich kann die­ser Ser­vice auch außer­halb der Öff­nungs­zei­ten des Zen­trums genutzt werden.“

Sinn­li­ches Erle­ben soll im Vor­der­grund stehen 

Neu­es Bie­nen­er­leb­nis­haus am Steigerwald-Zentrum

Ein begeh­ba­rer Bie­nen­stock ent­stand an der Bie­nen­ste­le des im ver­gan­ge­nen Jahr eröff­ne­ten Fran­zis­kus­we­ges in der Nähe des Stei­ger­wald-Zen­trums in Handthal.

Das klei­ne bun­te Holz­häus­chen mit dem begrün­ten Dach und den bun­ten sechs­ecki­gen Fens­tern grüßt schon seit eini­gen Wochen von der Blüh­wie­se hin­ter dem Stei­ger­wald-Zen­trum. Jetzt hat es sich mit Leben gefüllt: Zahl­rei­che flei­ßi­ge Bie­nen tra­gen – durch eine Ple­xi­glas­röh­re gut sicht­bar – unab­läs­sig Nek­tar und Pol­len in den eben­falls trans­pa­ren­ten Kas­ten im Zen­trum des begeh­ba­ren Bie­nen­stocks. Das von den Bie­nen frei gebau­te Nest ist so schon zu einer ansehn­li­chen Grö­ße gewach­sen. Wenn man die Vor­hän­ge etwas lupft, die die Bie­nen vor sonst irri­tie­ren­dem Licht­ein­fall schüt­zen, kann man gut beob­ach­ten, wie die Arbei­te­rin­nen ihre Brut füt­tern und Honig­wa­ben mit Win­ter­vor­rä­ten füllen.

„Her­aus­for­dern­de, aber sehr lehr­rei­che Aufgabe“

Die Idee zu die­sem begeh­ba­ren Bie­nen­stock an der Bie­nen­ste­le des Fran­zis­kus­we­ges rund um den Hand­t­hal­grund hat­te Marc Güns­ter vom Team des Stei­ger­wald-Zen­trums. Der Forst­wirt­schafts­meis­ter gestal­te­te ihn als ergän­zen­des Ele­ment zu dem spi­ri­tu­el­len Wan­der­weg, der ver­schie­de­ne Tier­le­gen­den des Franz von Assi­si auf­greift und im letz­ten Som­mer eröff­net wur­de. „Das sinn­li­che Erle­ben, das Sum­men des Bie­nen­vol­kes und der Duft nach Honig, Wachs und Holz sol­len hier im Vor­der­grund ste­hen“, so Günster.

Mai­b­ritt Hoeve­ler, Lorenz Belz und Eva Hoff­mann, die ein Frei­wil­li­ges Öko­lo­gi­sches Jahr am Stei­ger­wald-Zen­trum ableis­ten, haben den Forst­wirt­schafts­meis­ter beim Bau des Häus­chens unter­stützt. „Die­ses hand­werk­li­che Pro­jekt war für uns eine her­aus­for­dern­de, aber sehr lehr­rei­che Auf­ga­be in der Zeit des Coro­na-Lock­downs“, so Mai­b­ritt Hoeve­ler. „Wir haben gelernt, was man alles aus Holz machen kann, aber auch viel erfah­ren über Imke­rei und die span­nen­de inne­re Orga­ni­sa­ti­on eines Bie­nen­vol­kes.“ Die Frei­wil­li­gen Maren Schü­mer und Anne­ma­rie Böh­ner haben dazu die über­di­men­sio­na­len Bie­nen­mo­del­le gefer­tigt, die im Inne­ren des begeh­ba­ren Bie­nen­stocks zu bewun­dern sind.

Die Bie­nen­fach­be­ra­ter für Unter- und Mit­tel­fran­ken, Dr. Ronald Jäger und Ger­hard Mül­ler-Eng­ler, die das Bie­nen­er­leb­nis­haus in Augen­schein nah­men, waren beein­druckt von der Aus­ge­stal­tung mit so viel Lie­be zum Detail. Sie brach­ten – sozu­sa­gen als Aner­ken­nung und Impuls für die wei­te­re erleb­nis­päd­ago­gi­sche Arbeit mit den Bie­nen­völ­kern – eine „Beu­te­waa­ge“ mit: Ein­ge­glie­dert in ein bun­des­wei­tes Erfas­sungs­sys­tem wird damit lau­fend gramm­ge­nau der Ern­te­ein­trag und die Ent­wick­lung der Bie­nen­völ­ker beob­ach­tet, um damit Rück­schlüs­se auf die Qua­li­tät der jewei­li­gen Lebens­räu­me füh­ren zu können.

Bei der Finan­zie­rung des erleb­ba­ren Bie­nen­stocks wur­de der Trä­ger­ver­ein des Stei­ger­wald-Zen­trums durch eine groß­zü­gi­ge Spen­de der Scha­eff­ler AG, Her­zo­gen­au­rach, und eine Pro­jekt­för­de­rung des Forst­mi­nis­te­ri­ums unterstützt.

Stei­ger­wald-Zen­trum Handthal 

Kari­ka­tu­ren­aus­stel­lung „Kli­ma­wan­del beGreifbar“

Hier Stür­me und Stark­re­gen mit kata­stro­pha­len Fol­gen, dort Dür­re und ver­hee­ren­de Wald­brän­de – die­se hoch­ak­tu­el­len The­men greift die Aus­stel­lung „Kli­ma­wan­del beGreif­bar“ am Stei­ger­wald-Zen­trum in Hand­thal auf.

Der Kari­ka­tu­rist Ger­hard Mes­ter bringt in sei­nen zuge­spitz­ten Moti­ven die­se spür­ba­ren Fol­gen des Kli­ma­wan­dels in Zusam­men­hang mit der Sorg­lo­sig­keit und dem Zynis­mus vie­ler Men­schen. In humor­vol­ler und auch iro­ni­scher Wei­se nimmt er dabei die oft hilf­lo­sen Bemü­hun­gen der Poli­tik in Sachen Ener­gie- und Mobi­li­täts­wen­de und Min­de­rung der CO2-Emis­sio­nen auf’s Korn.


Inter­ak­ti­ve Ele­men­te wie der „hei­ße Draht“

„Die Kari­ka­tu­ren bie­ten – jen­seits aller alar­mie­ren­der Zah­len und Mess­wer­te – einen emo­tio­na­len Zugang zum The­ma“, sag­te der forst­li­che Lei­ter des Stei­ger­wald-Zen­trums, Andre­as Ley­rer bei der Aus­stel­lungs­er­öff­nung. „Durch die sati­ri­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit dem The­ma zeich­net Mes­ter tref­fend die Kern­pro­ble­me des gesell­schaft­li­chen Gesche­hens und regt damit zum Nach­den­ken an.“ Con­stan­ze Stern, die Geschäfts­lei­te­rin des Trä­ger­ver­eins, dank­te dem Fach­zen­trum Kli­ma­wan­del und Anpas­sung am Hes­si­schen Lan­des­amt für Natur­schutz, Umwelt und Geo­lo­gie, das die Wan­der­aus­stel­lung als Leih­ga­be zur Ver­fü­gung gestellt hat.

Die Kari­ka­tu­ren­aus­stel­lung wird ergänzt durch inter­ak­ti­ve Ele­men­te wie den „hei­ßen Draht“, mit dem man eigen­hän­dig der bis­he­ri­gen Tem­pe­ra­tur­ent­wick­lung seit 1850 fol­gen kann, einen Ver­such zur Wär­me­strah­lung der Son­ne und ein „Glücks­rad“ zur Wahr­schein­lich­keit von Frost­ta­gen in Ver­gan­gen­heit und Zukunft.

Beglei­tend zur Aus­stel­lung bie­ten die Förs­ter des Stei­ger­wald-Zen­trums Füh­run­gen an zur Wald­kli­ma­sta­ti­on und zu bei­spiel­haf­ten Wald­bil­dern, die die Kon­se­quen­zen für die Wald­be­wirt­schaf­tung aus dem Kli­ma­wan­del zeigen.

Am 20. Okto­ber kommt der bekann­te Würz­bur­ger Kli­ma­for­scher Prof. Dr. Hei­ko Paeth zu einem Vor­trag zur Kli­ma­ent­wick­lung und ihren Fol­gen für die Regi­on in das Steigerwald-Zentrum.

Die Aus­stel­lung „Kli­ma­wan­del beGreif­bar“ ist noch bis zum 1. Novem­ber im Stei­ger­wald-Zen­trum in Hand­thal zu sehen.

Das Stei­ger­wald-Zen­trum ist von Diens­tag bis Sonn­tag von 10–18 Uhr geöffnet.

Stei­ger­wald-Zen­trum – Nach­hal­tig­keit erleben

Hand­thal 56
97516 Ober­schwarz­ach

Tele­fon 09382 /​31998–0

info@steigerwald-zentrum.de

https://steigerwald-zentrum.de/

Drei neue Aus­stel­lun­gen war­ten auf die Besucher

Stei­ger­wald-Zen­trum in Hand­thal seit heu­te wie­der geöffnet

Seit heu­te hat das Stei­ger­wald-Zen­trum in Hand­thal wie­der geöff­net. Dank der nun rasch sin­ken­den Inzi­denz­wer­te im Land­kreis Schwein­furt freut sich das Team des Stei­ger­wald-Zen­trums sei­ne Aus­stel­lung und sei­nen Regio­nal­la­den recht­zei­tig in den Pfingst­fe­ri­en wie­der öff­nen zu kön­nen. Bis­tro und Ter­ras­se blei­ben vor­erst aller­dings noch geschlossen.

Zelt­aus­stel­lung „Zeit­rei­se zum Zukunftswald“

Wie könn­te sich das Wald­bild in Bay­ern durch den Kli­ma­wan­del in den nächs­ten Jahr­zehn­ten ver­än­dern? Das kann man noch bis zum 20. Juni wie in einem Zeit­raf­fer beim Gang durch ein Zelt auf der Wie­se vor dem Wald­in­for­ma­ti­ons­zen­trum erleben.

Die Zeit­rei­se führt auf einen Kli­ma­pfad, der die anstei­gen­den baye­ri­schen Durch­schnitts­tem­pe­ra­tu­ren mit den noch hei­mi­schen und hier bald mög­li­chen Baum­ar­ten in Bezie­hung setzt. Annä­hernd 600 Topf­bal­len­pflan­zen mit 25 Baum­ar­ten beglei­ten den Besu­cher im Zelt und erzäh­len die Geschich­te von ver­trock­nen­den Fich­ten, sta­bi­len Misch­wäl­dern und kom­men­den Gast­baum­ar­ten in Baye­ri­schen Wäldern.

„Die­se Zeit­rei­se durch ver­schie­de­ne Zukunfts­sze­na­ri­en führt dem Besu­cher dras­tisch vor Augen, dass die Dau­er­kri­se Kli­ma­wan­del dem hei­mi­schen Wald mit hohen Tem­pe­ra­tu­ren und feh­len­den Nie­der­schlä­gen schwer zusetzt“, erklärt Andre­as Ley­rer, der forst­li­che Lei­ter des Zen­trums. Beglei­tend zur Aus­stel­lung bie­ten die Förs­ter des Stei­ger­wald-Zen­trums des­halb Infor­ma­tio­nen zu einem zukunfts­ori­en­tier­ten Wald­um­bau und Füh­run­gen zur nahen Wald­kli­ma­sta­ti­on und bei­spiel­haf­ten Wald­bil­dern an.


50 Jah­re Natur­park Steigerwald

Im Foy­er zeigt das Zen­trum noch bis zum 6. Juni die Wan­der­aus­stel­lung „Natur­par­ke in Bay­ern“. Die Aus­stel­lung schil­dert mit bild- und infor­ma­ti­ons­star­ken Aus­stel­lungs­wän­den und inter­ak­ti­ven Ele­men­ten anhand kon­kre­ter Bei­spie­le, wie die 19 Natur­par­ke in Bay­ern ihre Gebie­te mit viel­fäl­ti­gen Maß­nah­men erhal­ten, ent­wi­ckeln und für jeden erleb­bar machen. Die Aus­stel­lung ist des­halb geglie­dert in Berei­che wie etwa Was­ser, Wald, Arten­viel­falt sowie die Rol­le des Menschen.

„Gera­de in den ver­gan­ge­nen Mona­ten hat man sehen kön­nen, dass die Men­schen die „Per­len vor Ihrer Haus­tür“ immer mehr wert­schät­zen“, so Andre­as Leyrer.


Die Land­ethik Aldo Leo­polds – 100 Jah­re Wild­nis und Forstwirtschaft

Wie müs­sen Lebens­räu­me beschaf­fen sein, um gleich­zei­tig Men­schen und Wild­tie­ren ein Aus­kom­men zu ermög­li­chen? Die­se Fra­ge beweg­te den deutsch­stäm­mi­gen Forst­wis­sen­schaft­ler Aldo Leo­pold schon vor 100 Jah­ren. Er schlug des­halb dem US Forest Ser­vice bereits im Jahr 1922 die Ein­rich­tung von Wild­nis­ge­bie­ten vor, in denen ursprüng­li­che Natur und Men­schen zusam­men­fin­den konn­ten; aller­dings — anders als in Natio­nal­parken — ohne die Annehm­lich­kei­ten von Autos und Gebäuden.

Neben einem hoch­wer­ti­gen Natur­tou­ris­mus lag Leo­pold die Arten­viel­falt am Her­zen. Nach vie­len For­schungs­rei­sen, die Ihn auch nach Deutsch­land führ­ten, erkann­te er, wie wich­tig auch die Agrar- und Kul­tur­land­schaft für die Arten­viel­falt ist. Er war über­zeugt, dass die Wild­nis-Gebie­te auch „Land-Labo­ra­to­ri­en“ dar­stell­ten, aus denen die Land­nut­zer der umge­ben­den Regio­nen ler­nen kön­nen, wie die Lebens­räu­me sein soll­ten, um mehr Arten­viel­falt auch in die Kul­tur­land­schaft zu bringen.

Die Aus­stel­lung zur Land­ethik Aldo Leo­polds ist noch bis zum 25. Juli 2021 in Hand­thal zu sehen.


Wald­wun­der­tü­te für Familien

Um Kin­der zum eige­nen Natur­er­le­ben anzu­re­gen, bie­ten die Wald­päd­ago­gin­nen des Zen­trums auch wei­ter­hin eine „Wald­wun­der­tü­te“ für Fami­li­en an.

„Die Wun­der­tü­te ist gefüllt mit aller­lei Mate­ria­li­en und Ideen rund um das The­ma Wald“, ver­rät Förs­te­rin The­re­sia Hof. „Neben einem Bau­satz für Samen­ku­geln fin­den sich dar­in auch ein Bas­tel­set, ein Expe­ri­ment, Wis­sens­wer­tes über Natur und Wald und auch eini­ge Ideen für den nächs­ten Fami­li­en­aus­flug ins Grüne.“

Das klei­ne Über­ra­schungs­pa­ket kann gegen eine Schutz­ge­bühr von 3,- Euro zu den übli­chen Öff­nungs­zei­ten des Zen­trums erwor­ben werden.

Das Stei­ger­wald-Zen­trum ist von Diens­tag bis Sonn­tag von 10–18 Uhr geöffnet.

Stei­ger­wald-Zen­trum – Nach­hal­tig­keit erleben

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50jähriges Jubi­lä­um des Natur­parks Steigerwald 

Wan­der­aus­stel­lung „Natur­par­ke in Bay­ern“ im Steigerwald-Zentrum

Zum 50jährigen Jubi­lä­um des Natur­parks Stei­ger­wald zeigt das Stei­ger­wald-Zen­trum in Hand­thal die Wan­der­aus­stel­lung „Natur­par­ke in Bay­ern“. In der Aus­stel­lung wer­den die ins­ge­samt 19 baye­ri­schen Natur­parks und ihre land­schaft­li­che Viel­falt vor­ge­stellt. Jeder Park lie­fer­te dafür sei­ne eige­nen Bil­der und Mate­ria­li­en, sodass am Ende ein gro­ßes Gemein­schafts­pro­jekt entstand.

Die Aus­stel­lung zeigt am Bei­spiel der 19 Natur­par­ke, wie in Bay­ern Natur erleb­bar gemacht wird. „Gera­de in den ver­gan­ge­nen Mona­ten hat man sehen kön­nen, dass die Men­schen die „Per­len vor Ihrer Haus­tür“ immer mehr wert­schät­zen“, so Andre­as Ley­rer, der forst­li­che Lei­ter des Zen­trums. Die Aus­stel­lung zei­ge mit bild- und infor­ma­ti­ons­star­ken Aus­stel­lungs­wän­den und inter­ak­ti­ven Ele­men­ten anhand kon­kre­ter Bei­spie­le, wie Natur­park­ver­wal­tun­gen ihre Gebie­te mit viel­fäl­ti­gen Maß­nah­men erhal­ten, ent­wi­ckeln und für jeden erleb­bar machen.

Mosa­ik der wert­vol­len Lebensräume

Arjen de Wit, Geschäfts­füh­rer des Natur­park­ver­bands Bay­ern, weist dar­auf hin, dass die Finan­zie­rung nicht nur durch den Frei­staat, son­dern auch durch Eigen­mit­tel der Natur­parks geleis­tet wer­de. Auch haben die Natur­par­ke die Inhal­te für die Aus­stel­lung gelie­fert. „Wir wol­len zei­gen, was die Natur­par­ke aus­macht“, sagt de Wit Man habe die Aus­stel­lung des­halb geglie­dert in Berei­che wie etwa Was­ser, Wald, Arten­viel­falt sowie die Rol­le des Menschen.

Zum 50-jäh­ri­gen Ver­eins-Jubi­lä­um des Natur­parks wur­den, mit Unter­stüt­zung des Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­um für Umwelt und Ver­brau­cher­schutz, zusätz­li­che Aus­stel­lungs­ele­men­te gestal­tet, die ganz dem Mosa­ik der wert­vol­len Lebens­räu­me und deren wil­den Bewoh­nern im Stei­ger­wald gewid­met sind. „Wir freu­en uns, den Aus­stel­lungs­be­su­chern all die span­nen­den Lebens­räu­me des Natur­parks näher­brin­gen zu kön­nen: von alten Buchen- und Mit­tel­wäl­dern über Wei­h­er­ket­ten, Wein­ber­ge und Wie­sen­tä­ler bis zu Gips­hü­geln. Der Stei­ger­wald hat so vie­le natur­schutz­fach­li­che Qua­li­tä­ten.“ sagt Natur­park-Ran­ge­rin Vere­na Kritikos.

Am 16. April hät­te die Aus­stel­lung offi­zi­ell ihre Türen für die Besucher*innen geöff­net. Auf­grund der neu­er­li­chen Infek­ti­ons­schutz­maß­nah­men wird die Aus­stel­lung lei­der bis auf wei­te­res geschlos­sen blei­ben müs­sen. Trotz­dem lie­ßen es sich Herr Land­rat Kalb 1.Vorsitzender des Natur­park Stei­ger­wald e. V. und Frau Bär­mann, als stell­ver­tre­ten­de Land­rä­tin des Land­kreis Schwein­furt, nicht neh­men, der lang­ge­plan­ten Geburts­tags­aus­stel­lung einen Eröff­nungs­be­such abzu­stat­ten. Eine Wie­der­ho­lung der Aus­stel­lung am Ende des Jah­res wird angestrebt.

Stei­ger­wald-Zen­trum – Nach­hal­tig­keit erleben

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Nach­hal­tig­keit erleben

Stei­ger­wald-Zen­trum in Hand­thal seit heu­te wie­der geöffnet

Nach einem lan­gen Coro­na-Win­ter freut sich das Team des Stei­ger­wald-Zen­trums dank der nied­ri­gen Inzi­denz­wer­te im Land­kreis Schwein­furt, sei­ne Aus­stel­lung und sei­nen Regio­nal­la­den recht­zei­tig vor Früh­lings­be­ginn wie­der öff­nen zu kön­nen. Bis­tro und Ter­ras­se blei­ben vor­erst aller­dings noch geschlossen.

Neue Wald­wun­der­tü­te für Familien

Dafür haben sich die Wald­päd­ago­gin­nen des Zen­trums ein neu­es Ange­bot für Fami­li­en ein­fal­len las­sen: Eine Früh­lings­aus­ga­be der schon im letz­ten Herbst sehr belieb­ten Wald­wun­der­tü­te für Kin­der!
„Die Wun­der­tü­te ist gefüllt mit aller­lei Mate­ria­li­en und Ideen rund um das The­ma Wald“, ver­rät Förs­te­rin The­re­sia Hof. „Neben einem Bau­satz für Samen­ku­geln fin­den sich dar­in auch ein Bas­tel­set, ein Expe­ri­ment, Wis­sens­wer­tes über Natur und Wald und auch eini­ge Ideen für den nächs­ten Fami­li­en­aus­flug ins Grüne.“

Das klei­ne Über­ra­schungs­pa­ket kann zu den übli­chen Öff­nungs­zei­ten des Zen­trums gegen eine Schutz­ge­bühr von 3,- Euro erwor­ben wer­den. Soll­te das Stei­ger­wald-Zen­trum wegen stei­gen­der Inzi­denz­zah­len kurz­fris­tig wie­der schlie­ßen müs­sen, kann man die Wald­wun­der­tü­te unter der Tele­fon­num­mer 09382 /​31998–0 bestel­len und nach vor­he­ri­ger Ter­min­ver­ein­ba­rung von Mitt­woch bis Frei­tag zwi­schen 14 und 17 Uhr an der Info­the­ke des Zen­trums abholen.

Aus­stel­lung „Eine Zeit­rei­se durch die Jagd­ge­schich­te des nörd­li­chen Stei­ger­wal­des“ verlängert

Die Besu­cher sei­ner Aus­stel­lung lädt das Stei­ger­wald-Zen­trum zu einer Zeit­rei­se durch die Jagd­ge­schich­te des nörd­li­chen Stei­ger­wal­des ein. Der Gestal­ter der Aus­stel­lung, Bernd Rein­hard, ein Jäger aus Lei­den­schaft, hat zahl­rei­che Expo­na­te von der Stein­zeit bis zur Gegen­wart zusam­men­ge­tra­gen, die 5000 Jah­re Jagd im Wan­del der Zei­ten veranschaulichen.

Die Aus­stel­lung stellt auch die Ein­flüs­se der Bam­ber­ger und Würz­bür­ger Bischö­fe, von Kai­ser Hein­rich II. und ver­schie­de­nen ört­li­chen adli­gen Eigen­tü­mern auf das jewei­li­ge Zeit­ge­sche­hen dar und beleuch­tet die forst­li­che Ent­wick­lung der einst kirch­li­chen und nun staat­li­chen Wäl­der. Sie ist daher nicht nur für Jäger inter­es­sant, son­dern auch für alle an der Geschich­te des Stei­ger­wal­des inter­es­sier­te Besu­cher des Steigerwald-Zentrums.

Die Aus­stel­lung zur Jagd­ge­schich­te ist noch bis zum 18. April 2021 im Stei­ger­wald-Zen­trum in Hand­thal zu sehen.

Das Stei­ger­wald-Zen­trum ist bis Ende März von Don­ners­tag bis Sonn­tag von 11–16 Uhr und ab April dann von Diens­tag bis Sonn­tag von 10–18 Uhr geöffnet.

Stei­ger­wald-Zen­trum – Nach­hal­tig­keit erleben

Hand­thal 56
97516 Ober­schwarz­ach

Tele­fon 09382 /​31998–0

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