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Transformation

Revi­ta­li­sie­rung des ehe­ma­li­gen Michelin-Standorts 

Start­schuss für den Clean­tech Inno­va­ti­on Park

Der Clean­tech Inno­va­ti­on Park in Hall­stadt nimmt kon­kre­te For­men an. Der Rei­fen­her­stel­ler Miche­lin, die Stadt Hall­stadt und der Land­kreis Bam­berg haben den Gesell­schafts­ver­trag zur Revi­ta­li­sie­rung des ehe­ma­li­gen Miche­lin-Stand­orts Hall­stadt unterzeichnet.

Mit der Unter­zeich­nung des Gesell­schafts­ver­trags wur­de die Zusam­men­ar­beit bei der Revi­ta­li­sie­rung des ehe­ma­li­gen Pro­duk­ti­ons­stand­or­tes des Rei­fen­her­stel­lers nun auch for­mell besiegelt.

Zum Geschäfts­füh­rer der neu gegrün­de­ten Clean­tech Inno­va­ti­on Park GmbH wur­de Peter Kel­ler ernannt. Kel­ler war seit 30 Jah­ren in ver­schie­de­nen Funk­tio­nen bei Miche­lin tätig und beglei­tet den Trans-for­ma­ti­ons- und Revi­ta­li­sie­rungs­pro­zess für Miche­lin seit der Ankün­di­gung der Werk­schlie­ßung 2019. Die Gesell­schaf­ter der Clean­tech Inno­va­ti­on Park GmbH in Hall­stadt sind Miche­lin, die Stadt Hall­stadt, ver­tre­ten durch Bür­ger­meis­ter Tho­mas Söder, und der Land­kreis, ver­tre­ten durch Land­rat Johann Kalb. Für Miche­lin unter­zeich­ne­ten Chris­ti­an Metz­ger, der­zei­ti­ger Direk­tor des Wer­kes, und Chris­toph Nos­sol, Pro­ku­rist der Michelin-Reifenwerke.


Keim­zel­le für grü­ne Zukunftstechnologien

„Die Unter­zeich­nung des Gesell­schafts­ver­trags erfolgt auf den Tag genau ein Jahr, nach­dem in Hall­stadt der letz­te Miche­lin-Rei­fen vom Band gelau­fen ist“, sagt Chris­ti­an Metz­ger. „Das ist ein sehr kur­zer Zeit­raum, wenn man bedenkt, was ein sol­cher Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess mit sich bringt und wie viel Über­zeu­gungs­ar­beit nötig ist. Nach 50 Jah­ren Miche­lin schla­gen wir nun ein neu­es Kapi­tel für Regi­on und Stadt auf. Ein Kapi­tel, in dem Inno­va­ti­ons­kraft, Nach­hal­tig­keit und die Schaf­fens­kraft der Men­schen hier die Haupt­rol­le spie­len. Damit stär­ken wir lang­fris­tig die wirt­schaft­li­che Leis­tungs­fä­hig­keit der gesam­ten Region.“

Mit dem Clean­tech Inno­va­ti­on Park soll in Hall­stadt ein leis­tungs­fä­hi­ges Inno­va­ti­ons­zen­trum für gro­ße und klei­ne Unter­neh­men, Hoch­schu­len, For­schungs­ein­rich­tun­gen und Start-ups ent­ste­hen, um gemein­sam und pra­xis­nah an Mobi­li­täts­kon­zep­ten, Antriebs­sys­te­men und grü­nen Spit­zen­tech­no­lo­gien der Zukunft zu arbei­ten. Ziel ist eine Keim­zel­le für grü­ne Zukunfts­tech­no­lo­gien, die den Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess der nord­baye­ri­schen Auto­mo­bil­in­dus­trie und die Wei­ter­ent­wick­lung in Rich­tung einer nach­hal­ti­gen Mobi­li­tät för­dern sol­len. „Das sind genau die Fel­der, die wir zusam­men mit der Stadt, dem Land­kreis und wei­te­ren Gesprächs­part­nern iden­ti­fi­ziert haben. Wir möch­ten Wis­sen­schaft und Wirt­schaft noch stär­ker ver­net­zen“, sagt Peter Keller.


Ein Pro­jekt mit Strahl­kraft für die gan­ze Region

„Der Clean­tech Inno­va­ti­on Park ist für unse­re Regi­on eine gro­ße Chan­ce. Hier brin­gen wir Wirt­schaft und Wis­sen­schaft zusam­men, gestal­ten den lau­fen­den Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess der Auto­mo­bil­bran­che aktiv mit und schaf­fen Arbeits­plät­ze. Eine nach­hal­ti­ge Öko­lo­gie stel­len wir klar in den Fokus des weg­wei­sen­den Zukunfts­pro­jek­tes. Zusam­men mit unse­ren Part­nern wird es uns gelin­gen, die­ses Jahr­hun­dert-pro­jekt für unse­re Stadt zum Erfolg wer­den zu las­sen“, so Hall­stadts Bür­ger­meis­ter Tho­mas Söder.

„Das ist ein gro­ßer Wurf für die gesam­te Regi­on. Ich freue mich sehr, dass der Kreis­tag mit gro­ßer Mehr­heit ‚Ja‘ gesagt hat zu die­sem Drei­er­bünd­nis, mit dem der Land­kreis Bam­berg, Miche­lin und die Stadt Hall­stadt ein Inno­va­tions-Öko­sys­tem schaf­fen wer­den.“ So ord­ne­te Land­rat Johann Kalb „eine der wich­tigs­ten Ent­schei­dun­gen des Kreis­ta­ges zu Bam­berg in die­ser Wahl­pe­ri­ode“ ein. „Die neue Clean­tech Inno­va­ti­on Park GmbH wird durch die Zusam­men­ar­beit von Wirt­schaft und Wis­sen­schaft zum Motor der Trans­for­ma­ti­on der Auto­zu­lie­fer­indus­trie in der Regi­on Bam­berg wer­den. Unser Ziel ist es, Arbeits­plät­ze der Zukunft hier bei uns zu sichern: ein wich­ti­ger, rich­ti­ger, ein muti­ger Schritt!“

Als „ent­schei­den­den Bei­trag zur zukunfts­fä­hi­gen Wei­ter­ent­wick­lung der Regi­on Bam­berg“ bezeich­ne­te Staats­mi­nis­te­rin Mela­nie Huml die Gesell­schafts­grün­dung. „Ich dan­ke den drei Ver­trags­part­nern für Ihr Enga­ge­ment und wün­sche uns allen, dass der Clean­tech Inno­va­ti­on Park ein durch­schla­gen­der Erfolg wird. Der Grund­stein für ein Leucht­turm­pro­jekt mit enor­mer Strahl­kraft ist gelegt. Die end­gül­ti­ge Rea­li­sie­rung wird zwar noch ein gemein­schaft­li­cher Kraft­akt, doch bin ich zuver­sicht­lich, dass er uns gelingt. In enger Zusam­men­ar­beit mit der Betrei­ber­ge­sell­schaft wer­de ich mich wei­ter mit Nach­druck für den Clean­tech Inno­va­ti­on Park ein­set­zen“, betont Huml.


Pla­nung und der Bau­start eines Innovationszentrums

Die nächs­ten Schrit­te auf dem Gelän­de der Clean­tech Inno­va­ti­on Park GmbH sind der Rück­bau von Bestands­ge­bäu­den im ers­ten Halb­jahr 2022 sowie die gleich­zei­ti­ge Pla­nung und der Bau­start eines Inno­va­ti­ons­zen­trums. Die ers­ten Unter­neh­men und For­schungs­pro­jek­te sol­len sich in der ers­ten Jah­res­hälf­te 2023 auf dem Gelän­de ansie­deln und in gemein­sa­men Pro­jek­ten ihre Arbeit aufnehmen.

Bis zu 20 Mil­lio­nen För­de­rung für Inno­va­ti­ons­pro­jek­te auf ehe­ma­li­gem Michelin-Gelände

Aiwan­ger: “Clean­tech-Park soll Vor­bild für die indus­tri­el­le Trans­for­ma­ti­on werden”

Die Plä­ne, auf dem Gelän­de des ehe­ma­li­gen Miche­lin-Rei­fen­werks einen Clean­tech-Park mit zukunfts­fes­ten Arbeits­plät­zen zu errich­ten, errei­chen ein neu­es Sta­di­um. „Ich sehe, dass alle Part­ner an einem Strang zie­hen und kon­kre­te Pla­nun­gen ansto­ßen. Die Erfolgs­aus­sich­ten sind viel­ver­spre­chend und wir rech­nen damit, die Pro­jek­te noch stär­ker för­dern zu kön­nen“, erklär­te Wirt­schafts­mi­nis­ter Hubert Aiwan­ger am Mon­tag bei einem Besuch in der Region.

„Im Zuge der High­tech Agen­da Bay­ern plus und ande­ren För­der­töp­fen schnü­ren wir ein Gesamt­pa­ket von bis zu 20 Mil­lio­nen Euro, um den Clean­tech-Park gemein­sam mit allen Part­nern anzu­schie­ben. Ich rech­ne fest damit, dass wei­te­re Finan­zie­rungs­part­ner gefun­den wer­den. So kann hier vor­bild­haft gezeigt wer­den, wie der indus­tri­el-le Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess gelingt“, sag­te der Staatsminister.

Land­rat Johann Kalb freu­te sich sehr, „dass sich unser Stell­ver­tre­ten­der Minis­ter­prä­si­dent, Wirt­schafts­mi­nis­ter Hubert Aiwan­ger, per­sön­lich für die­ses Pro­jekt ein­setzt. Wir erle­ben einen exis­ten­ti­el­len Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess in der Auto­mo­bil­in­dus­trie. Der Clean­Tech-Inno­va­ti­on-Park ist dabei für unse­re Regi­on ein Schlüs­sel, die­sen Pro­zess zukunfts­si­cher gestal­ten zu kön­nen. Poli­tik, Unter­neh­men und Wis­sen­schaft arbei­ten sehr inten­siv und mit gro­ßem Gestal­tungs­wil­len an einem gemein­sa­men Kon­zept. Wir sind bereit, erheb­li­che Inves­ti­tio­nen zu täti­gen. Ohne eine maß­geb­li­che finan­zi­el­le För­de­rung durch den Frei­staat Bay­ern kön­nen wir die Mam­mut­auf­ga­be aber nicht bewäl­ti­gen. Des­halb bedan­ke ich mich schon jetzt sehr herz­lich für die Unterstützung.“

Wie Chris­ti­an Metz­ger, Miche­lin-Werk­lei­ter, erklär­te, muss­te das Unter­neh­men nach fast 50 Jah­ren die Pro­duk­ti­on im Rei­fen­werk ein­stel­len: „Ein ein­schnei­den­des Ereig­nis für unse­re Mit­ar­bei­ter, aber auch für die Regi­on. Also haben wir umge­dacht – aus der Not wol­len wir eine Tugend machen. Auf dem Gelän­de wol­len wir jetzt gemein­sam mit Part­nern eine Keim-zel­le für grü­ne Mobi­li­tät und Inno­va­ti­on ent­ste­hen las­sen: einen Clean­tech Inno­va­ti­on Park. Wir wol­len so ein Leucht­turm­pro­jekt für den Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess der deut­schen Auto-bran­che sein und damit die Regi­on stär­ken und neue Arbeits­plät­ze schaffen.“

Kon­kret soll die regio­na­le Wirt­schaft mit einem Gesamt­pro­jekt mit bis zu 20 Mil­lio­nen Euro geför­dert wer­den. Bereits geneh­migt sind der Tech­no­lo­gie­trans­fer­ma­na­ger von Bay­ern Inno­va­tiv, die För­de­rung des Ener­gie­nut­zungs­plans für das KWK-Kraft­werk auf dem Miche­lin-Gelän­de sowie Ver­bund­pro­jek­te in der Regi­on und die Son­der­för­de­rung Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­se im Regionalmanagement.

Hall­stadt setzt auf die Nähe zur Uni­ver­si­tät Bam­berg und den Inno­va­ti­ons­wil­len der Indus­trie, um sich für die Zukunft auf­zu­stel­len. „Um Inno­va­tio­nen vor­an­zu­brin­gen, wird es immer wich-tiger, über den Rand des eige­nen Unter­neh­mens zu bli­cken. Hier vor Ort sol­len des­halb For­schung und Wirt­schaft Hand in Hand die Inno­va­tio­nen der Zukunft gestal­ten: Die Part­ner kön­nen hier Pro­to­ty­pen bau­en und die­se zur Markt­rei­fe ent­wi­ckeln“, erklär­te Peter Kel­ler, Michelin-Projektleiter.

Staats­mi­nis­te­rin Mela­nie Huml beton­te die Bedeu­tung für die Regi­on: „Bei uns in der Regi­on Bam­berg sind vie­le Tau­send Arbeits­plät­ze direkt oder indi­rekt vom Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess der Auto­mo­bil­bran­che betrof­fen. Vom klei­nen Hand­werks­be­trieb bis hin zum „Glo­bal Play­er“ – die gesam­te Zulie­fe­rer-Bran­che muss sich neue Geschäfts­fel­der erschlie­ßen. Wenn wir den Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess erfolg­reich bewäl­ti­gen wol­len, dann ist eines ganz beson­ders wich­tig: Wir müs­sen den Weg gemein­sam mit den Beschäf­tig­ten gehen. Des­halb nimmt das Schwer­punkt­feld ‚lebens­lan­ges Ler­nen‘ eine zen­tra­le Rol­le ein.“

Auch für Bür­ger­meis­ter Tho­mas Söder ste­hen die Arbeits­plät­ze im Mit­tel­punkt: „Gemein­sam mit dem Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um kön­nen wir mit unse­rem inno­va­ti­ven Kon­zept dau­er­haft Arbeits­plät­ze schaf­fen und signi­fi­kant Vor­tei­le für alle Berufs­grup­pen – vom Hand­wer­ker bis zum Aka­de­mi­ker – bie­ten. Wir sind der Staats­re­gie­rung für ihre Unter­stüt­zung bei die­sem weg­wei­sen­den Pro­jekt dank­bar. Nun geht es dar­um, die Deckungs­lü­cke in der Finan­zie­rung zu schlie­ßen. Der Clean­tech Inno­va­ti­on Park wird auf dem Gelän­de an der Michelin­stra­ße als klei­ner Cam­pus erleb­bar sein, auf dem auch eine nach­hal­ti­ge Öko­lo­gie im Fokus steht. Eine park­ähn­li­che Struk­tur wird zusam­men mit einer durch­dach­ten Begrü­nung die Auf­ent­halts­qua­li­tät für alle Mit­ar­bei­ter sowie Bür­ge­rin­nen und Bür­ger steigern.“