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Trunstadt

Cross­Over Trunstadt 

Ein neu­es Zuhau­se für Kin­der und Jugendliche

Die Nach­fra­ge nach Betreu­ungs­plät­zen in sta­tio­nä­ren Kin­der- und Jugend­wohn­grup­pen steigt seit Jah­ren. Der Jugend­hil­fe­trä­ger iSo wid­met sich die­ser Pro­ble­ma­tik mit einem regio­na­len Ansatz. Ges­tern nahm des­sen neu errich­te­te heil­päd­ago­gi­sche Wohn­grup­pe in Trun­stadt ihren Betrieb auf.

Pas­sen­de Betreu­ungs­plät­ze für Kin­der und Jugend­li­che, die aus ver­schie­de­nen pro­ble­ma­ti­schen Grün­den nicht mehr bei ihrer Fami­lie leben kön­nen, wer­den rar in Deutsch­land. Ein­rich­tun­gen der sta­tio­nä­ren Jugend­hil­fe, so auch die des Jugend­hil­fe­trä­gers iSo – Inno­va­ti­ve Sozi­al­ar­beit, kön­nen den Bedarf nur noch bedingt decken. „Die Umstän­de haben sich dras­tisch geän­dert. Seit Aus­bruch der Pan­de­mie haben wir über 150 Anfra­gen von den Jugend­äm­tern erhal­ten. Vor­her waren es 10 bis 15 pro Jahr. Dabei ist beson­ders auch das sin­ken­de Alter der unter­zu­brin­gen­den Kin­der besorg­nis­er­re­gend“, so iSo-Geschäfts­füh­rer Mat­thi­as Gensner.

Laut Aus­sa­ge des sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes sind in den letz­ten zehn Jah­ren allei­ne die Inob­hut­nah­men, also aku­te Maß­nah­men zum Schut­ze der Kin­der, um 30 % gestie­gen – von ca. 31.500 Fäl­len auf 40.900 Fäl­le. Dabei war etwa jedes drit­te betrof­fe­ne Kind jün­ger als 12 Jah­re, rund jedes zehn­te sogar jün­ger als 3 Jah­re. Eine Über­for­de­rung der Eltern/​des Eltern­teils wird als häu­figs­ter Grund genannt.


Wirk­sam­keit durch regio­na­len Fokus

Die­ser Pro­ble­ma­tik wid­met sich iSo mit einem beson­de­ren regio­na­len Ansatz in sei­ner neu errich­te­ten heil­päd­ago­gi­schen Wohn­grup­pe in Trun­stadt. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf einer inten­si­ven und fami­li­en­ana­lo­gen Arbeit mit aus der Umge­bung stam­men­den Kin­dern und Jugend­li­chen, son­dern auch auf einer engen Zusam­men­ar­beit mit den Ange­hö­ri­gen und Her­kunfts­fa­mi­li­en. Durch die direk­te Her­kunfts­sys­tem­ar­beit wird das Ziel des Brü­cken­bau­ens zwi­schen Eltern und Kind und schließ­lich die Rück­füh­rung in das natür­li­che Fami­li­en­sys­tem nach­hal­tig ver­folgt. „Um Kin­der lang­fris­tig in die Fami­li­en zurück­füh­ren zu kön­nen, bedarf es auch inten­si­ver Arbeit mit den Eltern, Ange­hö­ri­gen bezie­hungs­wei­se dem sozia­len Umfeld der Kin­der. Durch den regio­na­len Fokus bei Cross­Over Trun­stadt umge­hen wir Hin­der­nis­se, wie gro­ße Ent­fer­nun­gen und bezie­hen die Eltern in unse­re Arbeit ein“, so Car­men Adamc­zyk, Bereichs­lei­tung wohn­ori­en­tier­te Erzie­hungs­hil­fen (iSo).

Am gest­ri­gen Don­ners­tag nahm die Ein­rich­tung ihren Betrieb auf. Acht Kin­der und Jugend­li­che aus der Regi­on bezo­gen sechs Ein­zel­zim­mer und ein Dop­pel­zim­mer der Wohn­grup­pe in einem neu sanier­ten Sied­lungs­häus­chen im Her­zen der Gemein­de Trun­stadt. Die­ses wur­de vom Jugend­hil­fe­trä­ger im Novem­ber 2020 erstan­den, kom­plett saniert und wohn­grup­pen­ge­recht, unter Berück­sich­ti­gung traum­a­päd­ago­gi­scher Aspek­te, her­ge­rich­tet. Ein finan­zi­el­les Wag­nis für den Trä­ger, das jedoch auf sehr viel Reso­nanz und Zuspruch, auch sei­tens der Kom­mu­ne, traf.


Star­ke Part­ner­schaf­ten für eine gute Zukunft

Über 40 Partner:innen und Unterstützer:innen hal­fen bei der Ver­wirk­li­chung die­ses Vor­ha­bens in Form von Geld‑, Mate­ri­al­spen­den oder Arbeits­leis­tun­gen mit. So taten sich bei­spiels­wei­se die drei Rota­ry-Clubs Bam­bergs zusam­men und brach­ten einen Spen­den­be­trag von 27.900€ zusam­men. „Wir sind begeis­tert und dank­bar über das, was mög­lich ist, wenn sich vie­le Men­schen für eine gute Sache zusam­men­tun. Das Ergeb­nis erfüllt uns mit Stolz“, so iSo-Vor­stand Lothar Riemer.

Zwar war­ten Außen­fas­sa­de und Gar­ten noch auf eine Erneue­rung, doch erahnt man bereits in den hel­len far­ben­fro­hen Räum­lich­kei­ten, dass hier eini­ge jun­ge Men­schen neue Chan­cen und eine posi­ti­ve Zukunft fin­den werden.

Über Unter­stüt­zung der Arbei­ten im Außen­be­reich der Wohn­grup­pe wie auch über Spen­den für das Cross­Over Trun­stadt freut sich die Inno­va­ti­ve Sozialarbeit.


Spen­den­kon­to

iSo – Inno­va­ti­ve Sozi­al­ar­beit e.V.

Bank für Sozialwirtschaft

IBAN: DE22700205000007809100

BIC: BFSWDE33MUE

Ver­wen­dungs­zweck: Spen­de Cross­Over Trunstadt