Browse Tag

Universität Bamberg - Page 3

Gesund­heits­psy­cho­lo­gie

Uni­ver­si­tät Bam­berg: Men­schen ab 65 für Hit­ze­stu­die gesucht

Die Otto-Fried­rich-Uni­ver­si­tät Bam­berg möch­te zur Som­mer­hit­ze in Stadt und Land for­schen. Für dies Hit­ze­stu­die sucht die Hoch­schu­le Men­schen ab 65 Jahren.

„Beson­ders hohe Tem­pe­ra­tu­ren set­zen Senio­rin­nen und Senio­ren oft mehr zu als jün­ge­ren Men­schen“, sagt Prof. Dr. Phil­ipp Spreng­holz. Er lei­tet eine Hit­ze­stu­die der Bam­ber­ger Uni­ver­si­tät und hat die Juni­or­pro­fes­sur für Gesund­heits­psy­cho­lo­gie inne. „Wir möch­ten bes­ser ver­ste­hen, wie älte­re Men­schen Hit­ze im All­tag erle­ben und bewäl­ti­gen, und wo es zu Schwie­rig­kei­ten kommt.“

Ab sofort kön­nen sich Inter­es­sier­te mit ihrem Smart­phone in die Stu­die ein­schrei­ben. Nach einer ein­fa­chen Anmel­dung erschei­nen auf dem Gerät in regel­mä­ßi­gen Abstän­den kur­ze Umfra­gen, die sich mit dem Erle­ben und Ver­hal­ten bei Hit­ze beschäf­ti­gen oder kon­kre­te Schwie­rig­kei­ten erfassen.

Die Umfra­gen sol­len in der Regel nicht län­ger als zwei bis fünf Minu­ten dau­ern und erschei­nen wöchent­lich bis Sep­tem­ber die­sen Jah­res. Sie sind so gestal­tet, dass sie direkt beant­wor­tet wer­den kön­nen, also bei­spiels­wei­se von unter­wegs. „Die mobi­len Befra­gun­gen hel­fen uns, ein prä­zi­se­res Bild von Hit­ze­si­tua­tio­nen zu zeich­nen und Bedarfs­la­gen und Hin­ter­grün­de zu erken­nen“, sagt Robert Bruck­mann, wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter an der Hitzestudie.

Die Teil­nah­me ist außer­dem frei­wil­lig, kos­ten­los, anonym und kann jeder­zeit pau­siert oder been­det wer­den. Unter allen Teil­neh­men­den wer­den im Okto­ber zudem 20 mal 100 Euro ver­lost. Mit jeder abge­schlos­se­nen Umfra­ge sam­meln die Teil­neh­men­den Punk­te, die am Ende die Gewinn­wahr­schein­lich­keit erhöhen.

Drei Anmel­de­mög­lich­kei­ten

Wer an der Stu­die teil­neh­men möch­ten, hat drei Mög­lich­kei­ten für eine Anmel­dung. Unter www.hitzestudie.de kön­nen sich Inter­es­sier­te selbst anmel­den. Im Juni fin­den zusätz­lich zwei Infor­ma­ti­ons­nach­mit­ta­ge an der Uni­ver­si­tät Bam­berg statt, bei denen die Stu­die vor­ge­stellt und Inter­es­sier­ten mit der Anmel­dung gehol­fen wird. Fol­gen­de Ter­mi­ne ste­hen zur Aus­wahl: 6. Juni, 14 Uhr, Hör­saal M3N, Mar­kus­platz 3, und 20. Juni, 14 Uhr, Hör­saal MG1, Mar­kus­platz 3.

Auch besteht die Mög­lich­keit zur indi­vi­du­el­len Anmel­dung. Die For­schen­den hel­fen nach Ver­füg­bar­keit ihm Rah­men eines indi­vi­du­el­len Ter­mins an der Uni­ver­si­tät oder bei den inter­es­sier­ten Per­so­nen zu Hau­se mit der Anmel­dung. Für eine Ter­min­ver­ein­ba­rung sind sie mon­tags bis don­ners­tags jeweils von 9 bis 12 Uhr erreich­bar, unter 0951 /​/​863‑1857. Alter­na­tiv kann man eine E‑Mail an hitze.gesundheitspsychologie@uni-bamberg.de senden.

Wie viel Schön­heit braucht der Mensch?

34. Bam­ber­ger Hegel­wo­che beschäf­tigt sich mit Ästhetik

Am 4. Juni beginnt an der Uni­ver­si­tät Bam­berg die 34. Hegel­wo­che. Die dies­jäh­ri­gen Vor­trä­ge dre­hen sich um die Wahr­neh­mung von Ästhe­tik und Schönheit.

Im Bereich der mensch­li­chen Wahr­neh­mun­gen sind laut einer Mit­tei­lung der Uni­ver­si­tät Bam­berg ins­be­son­de­re posi­ti­ve ästhe­ti­sche Wahr­neh­mun­gen von Bedeu­tung. Wie die Erfah­rung, aber auch Psy­cho­lo­gie und Phi­lo­so­phie zeig­ten, sei­en Men­schen auf ästhe­ti­sche Erfah­run­gen aus­ge­rich­tet. Die 34. Bam­ber­ger Hegel­wo­che beschäf­tigt sich des­halb mit der Fra­ge danach, was Ästhe­tik bedeu­tet. Wie viel Schön­heit braucht der Mensch? An drei Aben­den vom 4. bis 6. Juni gehen For­schen­de in Vor­trä­gen die­ser Fra­ge nach. Die Vor­trä­ge begin­nen jeweils um 19:15 Uhr und fin­den in der Domi­ni­ka­ner­stra­ße 2a statt.

Am 4. Juni beginnt die 34. Hegel­wo­che mit dem Vor­trag „… was die Wim­per hält“! Über Schön­heit und mensch­li­ches Selbst­ver­ständ­nis“ von Prof. Dr. Bir­git Recki, Inha­be­rin der Pro­fes­sur für Prak­ti­sche Phi­lo­so­phie an der Uni­ver­si­tät Ham­burg. Der Bei­trag stellt Ansät­ze der phi­lo­so­phi­schen Ästhe­tik vor, die das Schö­ne in sei­ner Bedeu­tung für ein huma­nes Selbst­ver­ständ­nis in Anspruch neh­men. In ihrer For­schung setzt sich Recki mit The­men aus den Berei­chen Ethik, Ästhe­tik und Kul­tur­phi­lo­so­phie sowie Anthro­po­lo­gie aus­ein­an­der. Außer­dem ist sie Mit-Grün­de­rin der Deut­schen Gesell­schaft für Ästhetik.

Luxus, Natur­schön­heit, Kunstschönheit

Am 5. Juni refe­riert Lam­bert Wie­sing, Pro­fes­sor für Phi­lo­so­phie mit Schwer­punkt Bild­theo­rie und Phä­no­me­no­lo­gie an der Fried­rich-Schil­ler-Uni­ver­si­tät Jena, zu Schön­heit und Luxus. Weder Luxus noch Schön­heit las­sen sich mes­sen, sie ent­ste­hen allein durch ästhe­ti­sche Erfah­run­gen, wel­che Men­schen in der Wahr­neh­mung oder im Besitz von Din­gen machen. In bei­den Fäl­len führt die Erfah­rung zu einem, wie Imma­nu­el Kant sagt, „Lebens­ge­fühl“, zu dem Gefühl, ein Mensch zu sein. Des­halb gilt es laut Wie­sing dar­auf zu ach­ten, Luxus strikt von Phä­no­me­nen zu unter­schei­den, wel­che im All­tag auch oft als „Luxus“ bezeich­net wer­den – näm­lich ange­neh­mer Kom­fort und ange­be­ri­scher Protz.

„Das Natur­schö­ne als das Kunst­schö­ne. Zur und aus der Fra­ge, wie viel Schön­heit der Mensch braucht“ – unter die­sem Titel steht der Vor­trag von Dr. Ryo­suke Oha­shi am drit­ten Abend, der Hegel­wo­che (6. Juni). Oha­shi ist japa­ni­scher Gegen­warts­phi­lo­soph und beschäf­tigt sich unter ande­rem mit Phä­no­me­no­lo­gie, Ästhe­tik, Kul­tur­phi­lo­so­phie und Reli­gi­ons­phi­lo­so­phie. Er ist Direk­tor des Japa­nisch-Deut­schen Kul­tur­in­sti­tuts in Kyoto. 

In sei­nem deutsch­spra­chi­gen Vor­trag geht es um die tra­di­tio­nel­le Kunst Japans, in der das Natur­schö­ne und das Kunst­schö­ne – anders als in Euro­pa – unge­trennt auf­ge­fasst wer­den. Oha­shi wird die­se Kunst mit Bil­dern ver­an­schau­li­chen und ihre Hin­ter­grün­de erklä­ren. Wenn der Osten zwi­schen Kunst­schö­nem und Natur­schö­nem ein Kon­ti­nu­um sieht, ist die­se Ver­all­ge­mei­ne­rung dann eine Steil­vor­la­ge für eine all­ge­mei­ne Theo­rie des mensch­li­chen Schön­heits­emp­fin­dens? Die Psy­cho­lo­gin und Kul­tur­phi­lo­so­phin Dr. Ste­fa­nie Voigt wird eine Annä­he­rung ande­rer Art als Erwi­de­rung auf Ohash­is Vor­trag anbie­ten. Anschlie­ßend folgt eine Podiumsdiskussion.

Hoch­schul­ran­king

Uni­ver­si­tät Bam­berg: Gute Ergeb­nis­se im CHE-Ranking

Im aktu­el­len CHE-Ran­king wur­den erneut Fächer der Uni­ver­si­tät Bam­berg bewer­tet. Nun hat die Hoch­schu­le die Ergeb­nis­se veröffentlicht.

Stu­die­ren­de der Uni­ver­si­tät Bam­berg haben erneut ihre Fächer im CHE-Ran­king bewer­tet, wie die Hoch­schu­le mit­teil­te. In die­sem Jahr stan­den die Fächer Geo­gra­phie, Infor­ma­tik, Poli­tik­wis­sen­schaft und – erst­mals wie­der seit 2011 – Sozio­lo­gie im Fokus. Das CHE-Hoch­schul­ran­king ist seit mehr als 25 Jah­ren der umfas­sends­te und detail­lier­tes­te Hoch­schul­ver­gleich im deutsch­spra­chi­gen Raum. Neben Fak­ten zu den Berei­chen Stu­di­um, Leh­re und For­schung umfasst das Ran­king Urtei­le von rund 120.000 Stu­die­ren­den zu den Stu­di­en­be­din­gun­gen an ihren Hoch­schu­len. Die Bewer­tungs­ka­te­go­rien rei­chen von der Stu­di­en­or­ga­ni­sa­ti­on über den Ein­satz digi­ta­ler Lehr­ele­men­te bis hin zur Pra­xis­ori­en­tie­rung des Fachs.

Das Fach Sozio­lo­gie schnei­det in der Stu­die­ren­den­be­fra­gung her­vor­ra­gend ab und liegt im bun­des­wei­ten Ver­gleich in 10 von ins­ge­samt 14 Bewer­tungs­ka­te­go­rien über dem Durch­schnitt. In acht Kate­go­rien erreicht sie sogar die Spit­zen­grup­pe, gemes­sen an den abso­lu­ten Noten.

Die Stu­die­ren­den loben im CHE-Ran­king ins­be­son­de­re die Stu­di­en­or­ga­ni­sa­ti­on und das Lehr­an­ge­bot. So schät­zen sie die inhalt­li­che Brei­te des Stu­di­ums, die Mög­lich­kei­ten der fach­li­chen Schwer­punkt­set­zung und die inhalt­li­che Abstim­mung des Lehr­an­ge­bots. Beson­ders her­aus­ra­gend ist die Bewer­tung der Pra­xis­ori­en­tie­rung der Leh­re – gera­de im bun­des­wei­ten Vergleich.

Bewer­tun­gen der Poli­tik­wis­sen­schaft und Informatik

Der Bam­ber­ger Poli­tik­wis­sen­schaft ver­lie­hen die Stu­die­ren­den eben­falls Top-Noten. Sie erreicht so in zehn Kate­go­rien Noten über dem bun­des­wei­ten Durch­schnitt. Beson­ders posi­tiv bewer­ten die Stu­die­ren­den die Stu­di­en­or­ga­ni­sa­ti­on. Der Zugang zu Lehr­ver­an­stal­tun­gen ist ein­fach und die Semi­na­re sind durch die eher klei­ne Grup­pen­grö­ße sehr per­sön­lich, Leh­re fin­det auf Augen­hö­he statt. Dane­ben sind die Stu­die­ren­den mit der Betreu­ung durch die Leh­ren­den über­aus zufrie­den. Sie bewer­ten vor allem die Erreich­bar­keit sowie die Unter­stüt­zung bei Fra­gen und Pro­ble­men mit sehr guten Noten.

Auch Ergeb­nis­se für die Infor­ma­tik lie­gen im Ran­king vor. „Die Stu­die­ren­den­ur­tei­le in der Infor­ma­tik zei­gen: Wir sind kei­ne Mas­sen­uni­ver­si­tät hier in Bam­berg. Das bie­tet für Stu­die­ren­de enor­me Vor­tei­le, was sich auch in den Bewer­tun­gen im CHE-Ran­king nie­der­schlägt“, sagt Prof. Dr. Danie­la Nick­las, Inha­be­rin des Lehr­stuhls für Informatik.

So wird etwa die Stu­di­en­or­ga­ni­sa­ti­on inklu­si­ve dem ein­fa­chen Zugang zu Lehr­ver­an­stal­tun­gen und einer ange­mes­se­nen Teil­neh­men­den­zahl von den Stu­die­ren­den beson­ders posi­tiv bewer­tet. Zudem heben die Stu­die­ren­den die per­sön­li­che Betreu­ung und Unter­stüt­zung durch die Leh­ren­den posi­tiv hervor.

Geo­gra­phie punk­tet bei Gestal­tung der Studiengänge

Das Insti­tut für Geo­gra­phie zeigt sich unter­des­sen zufrie­den mit den Ergeb­nis­sen bei den Fak­ten zu Stu­di­um und For­schung. „Wir sind im bun­des­wei­ten Ver­gleich ein recht klei­nes Insti­tut. Den­noch kön­nen wir unse­ren Stu­die­ren­den eini­ges bie­ten. Wir freu­en uns vor allem über die posi­ti­ve Bewer­tung der Kon­tak­te in die Berufs­pra­xis unse­rer Stu­di­en­gän­ge“, sagt Prof. Dr. Marc Rede­pen­ning, geschäfts­füh­ren­der Direk­tor des Insti­tuts für Geo­gra­phie. „Denn hier zeigt sich, dass der in den letz­ten Jah­ren ein­ge­schla­ge­ne Weg in der pra­xis­na­hen Aus­ge­stal­tung der Stu­di­en­gän­ge Früch­te trägt und ent­spre­chend gewür­digt wird.“ Aktu­ell arbei­tet das Insti­tut dar­an, dass gera­de der Stu­di­en­ein­stieg in Zukunft noch bes­ser unter­stützt wird und ändert die Prüfungsordnung.

Uni­ver­si­tät Bamberg

„Grün­dungs­hub Ober­fran­ken: GO!“ soll Grün­dungs­ta­len­te fördern

Im Zuge der Initia­ti­ve „High­tech Trans­fer Bay­ern“ wird das „Grün­dungs­hub Ober­fran­ken GO!“ auf­ge­baut. Fünf ober­frän­ki­sche Hoch­schu­len tun sich dafür zusam­men, um grün­dungs­wil­li­gen Stu­die­ren­den Wis­sen in Sachen Inno­va­ti­on und Unter­neh­mer­tum zu vermitteln.

Was braucht es, damit eine gute Idee nicht in der Schub­la­de lie­gen bleibt? Zuspruch, Erfah­rungs­aus­tausch und tat­kräf­ti­ge Unter­stüt­zung, wie die Uni­ver­si­tät Bam­berg in einer Mit­tei­lung schreibt. In fünf baye­ri­schen Grün­dungs­hubs sol­len Stu­die­ren­de mit Start-Up-Ideen nun genau das fin­den können.

Anfang Mai hat Bay­erns Wis­sen­schafts­mi­nis­ter Mar­kus Blu­me im Nürn­ber­ger Tech Incu­ba­tor Zoll­hof die Hubs offi­zi­ell eröff­net. „Grün­den kann man ler­nen“, sag­te Blu­me. „Unse­re Grün­dungs­hubs hel­fen Stu­die­ren­den und wis­sen­schaft­li­chen Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern beim Durch­star­ten.“ Für eine sys­te­ma­ti­sche Grün­dungs­aus­bil­dung will der Frei­staat den Auf- und Aus­bau der Grün­dungs­hubs mit etwa drei Mil­lio­nen Euro und zehn Plan­stel­len fördern.

Die­se fünf neu­en Grün­dungs­zen­tren sind Teil der Initia­ti­ve „High­tech Trans­fer Bay­ern“, in wel­che die Baye­ri­sche Staats­re­gie­rung mehr als 100 Mil­lio­nen Euro inves­tie­ren will. Die Hubs set­zen sich zusam­men aus regio­nal benach­bar­ten Hoch­schu­len und Uni­ver­si­tä­ten in Schwa­ben, Ober­fran­ken, Unter­fran­ken, Ost­bay­ern und Mit­tel­fran­ken. Ihr Ziel: Die Krea­ti­vi­tät ihrer Stu­die­ren­den zu för­dern, sodass deren Geschäfts­ideen tat­säch­lich den Weg auf den Markt finden.

In allen Hubs begin­nen daher Qua­li­fi­zie­rungs- und Ver­net­zungs­pro­gram­me für grün­dungs­af­fi­ne Stu­die­ren­de, die Wis­sen in Sachen Inno­va­ti­on und Unter­neh­mer­tum ver­mit­teln sol­len, Gründer:innen unter­ein­an­der und mit Unter­neh­men ver­net­zen und ihnen die Chan­ce geben, in ver­schie­de­nen Modu­len Erfah­rung zu erwer­ben, auch bei­spiels­wei­se im Ausland.

Brü­cken zwi­schen Wis­sen­schaft und Wirtschaft

Im „Grün­dungs­hub Ober­fran­ken GO!“ sind die Hoch­schu­len Coburg und Hof sowie die Uni­ver­si­tä­ten Bam­berg und Bay­reuth zusam­men­ge­schlos­sen. Mit dem Pro­jekt­na­men wol­len die ober­frän­ki­schen Lehr­an­stal­ten bereits ein deut­li­ches Signal­set­zen. Sie sind laut Mit­tei­lung der Uni­ver­si­tät Bam­berg, ent­schlos­sen, in den kom­men­den Jah­ren ihre Kräf­te zu bün­deln, um ein effek­ti­ves und eng ver­netz­tes Grün­dungs­öko­sys­tem zu ent­wi­ckeln und Brü­cken zu bau­en zwi­schen Wis­sen­schaft und Wirt­schaft. „Mit „GO!“ wer­den wir Grün­dungs­ideen und Grün­dungs­ta­len­te in Ober­fran­ken för­dern und damit die Regi­on noch pro­duk­ti­ver, inno­va­ti­ver und lebens­wer­ter machen“, sagt Prof. Dr. Kai Fisch­bach, Prä­si­dent der Uni­ver­si­tät Bam­berg, an der „GO!“ feder­füh­rend koor­di­niert wird.

„Die Uni­ver­si­tät Bam­berg nimmt mit ihrem Schwer­punkt auf die Digi­tal Entre­pre­neu­ri­al Huma­ni­ties eine Vor­rei­ter­rol­le ein“, so Fisch­bach wei­ter. Die­ser Bereich ver­knüpft geis­tes­wis­sen­schaft­li­che Per­spek­ti­ven mit digi­ta­len Tech­no­lo­gien und soll eine Schnitt­stel­le zwi­schen Wis­sen­schaft und Grün­dun­gen schaffen.

Die Uni­ver­si­tät Bay­reuth gestal­tet ein brei­tes Bil­dungs­an­ge­bot für eine pro­fun­de Unter­neh­mer­aus­bil­dung, das For­schung in Han­deln über­set­zen soll. Der Cobur­ger Fokus liegt auf Krea­tiv­wirt­schaft, sozia­lem Unter­neh­mer­tum und Technik/​Informatik, wäh­rend Hof wie­der­um tech­no­lo­gie­ba­sier­te Grün­dun­gen stär­ken soll.

Ver­an­stal­tun­gen im Mai

„NaMo 2024“: Nach­hal­tig­keits­mo­nat an der Uni­ver­si­tät Bamberg

Im Mai begeht die Uni­ver­si­tät Bam­berg einen Nach­hal­tig­keits­mo­nat. Der „NaMo 2024“ steht unter dem Mot­to „Nach­hal­tig­keits­trans­fer“ und bie­tet öffent­li­che Ver­an­stal­tun­gen. Auch will die Uni­ver­si­tät damit an eine Selbst­ver­pflich­tung zum The­ma erinnern.

Kom­mu­ni­ka­ti­on ist ein wich­ti­ger Bau­stein für Ver­än­de­rung, so die Uni­ver­si­tät Bam­berg in einer Mit­tei­lung. Ent­spre­chend neh­me der Aus­tausch auch auf dem Weg zu mehr Nach­hal­tig­keit eine zen­tra­le Rol­le ein. Im Mai 2024 fin­det dar­um der Nach­hal­tig­keits­mo­nat (NaMo) ab der Uni­ver­si­tät statt. Unter dem Mot­to „Nach­hal­tig­keits­trans­fer – die Uni­ver­si­tät im Dia­log“ bie­tet die Hoch­schu­le unter ande­rem Lehr­ver­an­stal­tun­gen zu The­men der Nach­hal­tig­keit, Work­shops, ein Plan­spiel, Stadt­rund­gän­ge und Wan­de­run­gen. In öffent­li­chen Semi­na­ren geht es zum Bei­spiel um „Sozia­le Ungleich­heit und Kli­ma­ge­rech­tig­keit“, „Agro-Food-Stu­dies: Wan­del der Agrar- und Ernäh­rungs­struk­tu­ren durch die Indus­tria­li­sie­rung“ oder „Nach­hal­tig­keits­be­richt­erstat­tung in der Euro­päi­schen Union“.

Am 7. Mai. beginnt der Nach­hal­tig­keits­mo­nat mit einem Auf­tritt des Impro­vi­sa­ti­ons­thea­ters „Pip­per­la­pupp“. Mit dem Work­shop „Kom­mu­ni­zie­ren fürs Kli­ma“ der Ver­ei­ni­gung „Psy­cho­lo­gists for Future“ geht es am 8. Mai wei­ter. Ein Spa­zier­gang mit Bestim­mung der Bio­di­ver­si­tät im Hain fin­det am 16. Mai statt, ein Brunch und Bücher­tausch mit dem Fair­Trade Refe­rat der Uni­ver­si­tät am 17. Mai. Das voll­stän­di­ge Pro­gramm hat die Uni­ver­si­tät online hin­ter­legt.

Nach­hal­tig­keit als Selbstverpflichtung

„Nach­hal­tig­keit ist nicht nur ein The­ma, das wir jähr­lich im Mai im Rah­men unse­res „NaMo“ her­vor­he­ben, son­dern eine grund­le­gen­de Ver­pflich­tung, die wir an der Uni­ver­si­tät, aber auch gesamt­ge­sell­schaft­lich, Tag für Tag leben müs­sen“, sagt Dag­mar Steu­er-Flie­ser, Kanz­le­rin und Nach­hal­tig­keits­be­auf­trag­te der Uni­ver­si­tät Bam­berg. So set­ze sich die Uni­ver­si­tät in ihrem Hoch­schul­ver­trag kla­re Zie­le im Hand­lungs­feld „Kli­ma­schutz und Nach­hal­tig­keit“. „Die­se Zie­le machen den kon­se­quen­ten Weg, den wir bereits seit vie­len Jah­ren in Sachen Nach­hal­tig­keit ver­fol­gen, wei­ter sicht­bar“, so Dag­mar Steu­er-Flie­ser weiter.

Der Hoch­schul­ver­trag adres­siert ins­ge­samt zehn ver­bind­lich ver­ein­bar­te Hand­lungs­fel­der und defi­niert Leis­tun­gen zur För­de­rung der stra­te­gi­schen Pro­fil­bil­dung der Uni­ver­si­tä­ten. Bereits in der Ziel­ver­ein­ba­rung 2019 bis 2022 hat­te die Uni­ver­si­tät Bam­berg einen stra­te­gi­schen Schwer­punkt im Bereich Nach­hal­tig­keit gesetzt.

Im aktu­el­len Hoch­schul­ver­trag sind unter ande­rem fol­gen­de Maß­nah­men vor­ge­se­hen: Eine Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie und eine Bilanz über die Treib­haus­gas-Emis­sio­nen sol­len ange­fer­tigt wer­den. Auch soll es einen Reduk­ti­ons­pfad geben, der auf­zeigt, mit wel­chen Maß­nah­men die Uni­ver­si­tät Bam­berg kurz‑, mit­tel- und lang­fris­tig ihre Emis­sio­nen ver­rin­gern will.

„Der Nach­hal­tig­keits­mo­nat ist eine wert­vol­le Gele­gen­heit, den Dia­log über wich­ti­ge Fra­gen des Umwelt- und Kli­ma­schut­zes, aber auch Dimen­sio­nen der wirt­schaft­li­chen und sozia­len Nach­hal­tig­keit zu för­dern“, sagt Steu­er-Flie­ser. „Als Bil­dungs­ein­rich­tung tra­gen wir eine beson­de­re Ver­ant­wor­tung, nicht nur Wis­sen zu ver­mit­teln, son­dern auch Vor­bil­der für eine nach­hal­ti­ge Lebens­wei­se zu sein. Durch inno­va­ti­ve For­schung, enga­gier­te Leh­re und prak­ti­sche Maß­nah­men auf dem Cam­pus set­zen wir uns aktiv dafür ein, eine lebens­wer­te Umwelt für kom­men­de Gene­ra­tio­nen zu erhal­ten. Der Nach­hal­tig­keits­mo­nat ist ein Auf­ruf an uns alle, gemein­sam die­sen Weg der Ver­ant­wor­tung und des Wan­dels zu beschreiten.“

Was ist los an der Uni­ver­si­tät Bamberg?

Uni-Thea­ter und Eröff­nung des Zen­trums für KI

Zwei Ver­an­stal­tun­gen bie­tet die Uni­ver­si­tät Bam­berg in den kom­men­den Tagen. Ein­mal spielt das Ger­ma­nis­tisch-lite­ra­ri­sche-Uni-Thea­ter und des Wei­te­ren eröff­net die Hoch­schu­le ihr Zen­trum für Künst­li­che Intelligenz.

Am 3. April war Pre­mie­re, nun geht es am 8., 9. und 12. April (An der Webe­rei 5) wei­ter. Das Ger­ma­nis­tisch-lite­ra­ri­sche-Uni-Thea­ter (GLUT) zeigt sei­ne Win­ter­pro­duk­ti­on „DvT.2“. Bei dem Dra­men­text han­delt es sich um eine umge­schrie­be­ne Ver­si­on von Wolf­gang Bor­cherts „Drau­ßen vor der Tür“. Die Vor­la­ge hat GLUT nun für die Büh­ne adap­tiert und mit selbst pro­du­zier­ter Musik sowie Büh­nen­bild versehen.

Das Dra­ma erzählt vom Sol­da­ten Beck­mann, wel­cher nach drei Jah­ren Krieg und drei Jah­ren Gefan­gen­schaft nach Hau­se zurück­kehrt. Aber er ist müde und wür­de am liebs­ten alles been­den. Was bringt es schließ­lich noch, in einer Welt zu leben, die von empa­thie­lo­sen Men­schen regiert wird? Doch dann kom­men plötz­lich und freund­lich ande­re Men­schen auf ihn zu.

Eröff­nung „BaCAI“

Am 11. April eröff­net die Uni­ver­si­tät ihr Bam­ber­ger Zen­trum für Künst­li­che Intel­li­genz (BaCAI) und beginnt eine dazu­ge­hö­ri­ge Ring­vor­le­sung. Das „BaCAI“ (An der Webe­rei 5) ist ein For­schungs­zen­trum für KI, in dem Exper­ti­se und Akti­vi­tä­ten meh­re­rer Lehr­stüh­le und Pro­fes­su­ren gebün­delt und ver­netzt wer­den sollen.

Acht KI-Pro­fes­su­ren und wei­te­re zehn Pro­fes­su­ren der Infor­ma­tik wid­men sich ent­spre­chend The­men wie maschi­nel­lem Ler­nen, Sprach­ge­nerie­rung und Dia­log­sys­te­me, Bild­ana­ly­se, Mensch-Robo­ter-Inter­ak­ti­on, KI-Sys­tem­ent­wick­lung und Kogni­ti­ven Sys­te­men. Der Anwen­dungs­fo­kus der KI-For­schung liegt in den Berei­chen Gesund­heit, Bil­dung und Industrie.

Bei der Eröff­nung am 11. April stellt sich das „BaCAI“ vor und Prof. Dr. Kris­ti­an Kers­t­ing, Grün­dungs­di­rek­tor des Hes­si­schen Zen­trums für Künst­li­che Intel­li­genz und Lei­ter des Fach­ge­biets KI und Maschi­nel­les Ler­nen an der TU Darm­stadt, hält einen Vor­trag zum The­ma „Wie man Künst­li­che Intel­li­genz mensch­li­cher machen kann“. Die­ser Vor­trag ist gleich­zei­tig der Start­schuss für die „BaCAI“-Ringvorlesung. Wissenschaftler:innen wer­den dabei im Lau­fe des Som­mer­se­mes­ters 2024 in ins­ge­samt fünf Vor­trä­gen das The­ma KI aus ver­schie­de­nen Per­spek­ti­ven beleuch­ten. Die Teil­nah­me ist bei allen Ter­mi­nen kos­ten­frei. Zur Eröff­nungs­ver­an­stal­tung ist eine Anmel­dung bis 11. April gewünscht.

Was macht mich internetsüchtig?

Uni­ver­si­tät Bam­berg: Stu­die zu Online-Suchtverhalten

Eine For­schungs­grup­pe unter Betei­li­gung der Uni­ver­si­tät Bam­berg beschäf­tigt sich mit Online-Sucht­ver­hal­ten. Nun wur­de die Stu­die um drei Jah­re verlängert.

Ein­fach auf­hö­ren? Das ist online beim Com­pu­ter­spie­len, Shop­ping, Por­no­schau­en oder in den Sozia­len Medi­en für eini­ge Men­schen kaum mög­lich. Neben dem sucht­ar­ti­gen Com­pu­ter­spie­len, das die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO) bereits als Erkran­kung aner­kennt, kann es auch zu Online-Sucht­ver­hal­ten kom­men. Dazu gehö­ren hem­mungs­lo­ser Por­no­gra­phie­kon­sum, exzes­si­ves Shop­ping und sozia­les Netz­wer­ken, die zum ernst­haf­ten Pro­blem wer­den kön­nen. Oft gelingt es Betrof­fe­nen nicht, ihr Ver­hal­ten trotz nega­ti­ver Kon­se­quen­zen zu verändern.

Wie sich das Sucht­ver­hal­ten ent­wi­ckelt und ändern lässt, ist das The­ma einer trans­re­gio­na­len For­schungs­grup­pe. Gelei­tet wird die Grup­pe „Affec­ti­ve and cogni­ti­ve mecha­nisms of spe­ci­fic Inter­net-use dis­or­ders“ (ACSID), die bereits seit 2017 besteht, von Prof. Dr. Mat­thi­as Brand von der Uni­ver­si­tät Duis­burg-Essen. Aus Bam­berg ist Prof. Dr. Sabi­ne Steins-Löber, Inha­be­rin des Lehr­stuhls für Kli­ni­sche Psy­cho­lo­gie und Psy­cho­the­ra­pie, betei­ligt. Wie die Uni­ver­si­tät Bam­berg mit­teilt, hat nun die Deut­sche For­schungs­ge­mein­schaft (DFG) ein­ge­wil­ligt, die Stu­die für drei wei­te­re Jah­re und mit etwa wei­te­ren fünf Mil­lio­nen Euro zu för­dern. Auf die Uni­ver­si­tät Bam­berg ent­fal­len davon mehr als 300.000 Euro.

Bam­ber­ger Psy­cho­lo­gie bei drei Teil­stu­di­en dabei

Bis­her konn­ten die For­schen­den vor allem her­aus­fin­den, dass indi­vi­du­el­le kogni­ti­ve und impuls­ge­steu­er­te Pro­zes­se eine beson­de­re Rol­le spie­len. Durch sie kön­nen online­be­zo­ge­ne Süch­te ent­ste­hen und auf­recht­erhal­ten wer­den. Die­ses Wis­sen hilft dabei, Prä­ven­ti­on und The­ra­pie der Stö­run­gen zu ver­bes­sern. „Den­noch sind noch vie­le psy­cho­lo­gi­sche und neu­ro­bio­lo­gi­sche Mecha­nis­men unklar. Auf die­se wol­len wir uns in der zwei­ten För­der­pha­se kon­zen­trie­ren“, sagt Mat­thi­as Brand.

Die Uni­ver­si­tät Bam­berg ist in der neu­en För­der­pha­se an drei Teil­stu­di­en betei­ligt. „In Bam­berg wer­den wir aus­ge­hend von unse­ren Ergeb­nis­sen der ers­ten För­der­pe­ri­ode feder­füh­rend gemein­sam mit der Medi­zi­ni­schen Hoch­schu­le Han­no­ver eine soge­nann­te Pro­of-of-con­cept Stu­die durch­füh­ren“, sagt Sabi­ne Steins-Löber. Sol­che Stu­di­en die­nen dazu zu über­prü­fen, ob eine neu­ent­wi­ckel­te Inter­ven­ti­on tat­säch­lich einen krank­heits­re­le­van­ten Mecha­nis­mus beeinflusst.„Wir über­prü­fen dabei, wie sich eine com­pu­ter­ge­stütz­te Inter­ven­ti­on auf zugrun­de­lie­gen­de auto­ma­ti­sier­te Pro­zes­se bei Com­pu­ter­spiel­sucht und Kauf­sucht auswirkt.“

Dar­über hin­aus ist die Bam­ber­ger Wis­sen­schaft­le­rin an einer wei­te­ren Pro­of-of-con­cept Stu­die bera­tend betei­ligt. „Dabei geht es um die Nut­zung von Bio­feed­back im Rah­men einer Reiz­ex­po­si­ti­ons­be­hand­lung, um das Ver­lan­gen nach Com­pu­ter­spie­len zu redu­zie­ren“, sagt Steins-Löber. Bei Bio­feed­back-Ver­fah­ren geht es dar­um, dass Patient:innen ler­nen sol­len, auf Signa­le ihres Kör­pers zu ach­ten, um damit selbst ihre Kör­per­funk­tio­nen zu beein­flus­sen. So sol­len sie lang­fris­tig Selbst­kon­trol­le über die­se Kör­per­funk­tio­nen erlangen.

In der drit­ten Teil­stu­die führt Steins-Löber gemein­sam mit ihren Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen der Uni­ver­si­tät Duis­burg-Essen eine Stu­die zu Gen­der­aspek­ten bei Inter­net­nut­zungs­stö­run­gen durch. In Bam­berg wer­den die For­schen­den dafür Inter­views mit Betrof­fe­nen durch­füh­ren. Sie wol­len her­aus­fin­den, wel­che gen­der­spe­zi­fi­schen Unter­schie­de es in den sub­jek­ti­ven Erklä­run­gen der Betrof­fe­nen zur Ent­ste­hung und Auf­recht­erhal­tung ihrer Erkran­kung gibt. „Zudem wol­len wir her­aus­fin­den, wel­che Fak­to­ren dazu bei­tra­gen, dass eine betrof­fe­ne Per­son Hilfs­an­ge­bo­te annimmt oder nicht, und ob es dabei gen­der­spe­zi­fi­sche Unter­schie­de gibt. Ein Fak­tor könn­te etwa die Stig­ma­ti­sie­rung der Betrof­fe­nen sein“, sagt Steins-Löber.

Was ist los an der Uni­ver­si­tät Bamberg?

Pla­kat­aus­stel­lung, Künst­li­che Intel­li­genz und Kul­tur­er­be im länd­li­chen Raum

In den nächs­ten Tagen bie­tet die Uni­ver­si­tät Bam­berg eini­ge Ver­an­stal­tun­gen an. Auf dem Pro­gramm ste­hen eine Pla­kat­aus­stel­lung zu stu­den­ti­scher Ver­kös­ti­gung und zwei Tagun­gen, ein­mal zu künst­li­cher Intel­li­genz und ein­mal zum Kul­tur­er­be in länd­li­chen Räumen.

Vom strik­ten Ver­bot des Wirts­haus­be­suchs und der Bestra­fung durch Arrest im 19. Jahr­hun­dert, bis zur Gra­tis-Ver­pfle­gung bedürf­ti­ger Stu­die­ren­der in den 1950er Jah­ren: Wie sahen die Ver­pfle­gungs­mög­lich­kei­ten für Stu­die­ren­de des 17. Jahr­hun­derts aus? Wie wan­del­te sich die Ver­kös­ti­gung im Lauf der Jahr­hun­der­te? Und inwie­weit beein­fluss­te dies auch die per­sön­li­che Frei­heit der Stu­die­ren­den? Wie die Uni­ver­si­tät mit­teil­te, zeigt das Uni­ver­si­täts­ar­chiv im Rah­men des 12. bun­des­wei­ten Tags der Archi­ve, der unter dem Mot­to „Essen und Trin­ken“ steht, die Pla­kat­aus­stel­lung „Stu­den­ti­sche Ver­kös­ti­gung aus 376 Jah­ren Uni­ver­si­täts­ge­schich­te Bam­berg“. Die Pla­ka­te hän­gen zwi­schen 26. Febru­ar und 4. März im Durch­gang von der Men­sa in der Austra­ße zum Innen­hof der Universität.

Am 29. Febru­ar fin­det die ers­te „Ober­frän­ki­sche Fach­ta­gung KI“ statt (ERBA Cam­pus, An der Webe­rei 5). Die Tagung rich­tet sich an alle KI-Inter­es­sier­ten – ins­be­son­de­re aus klei­nen und mitt­le­ren Unter­neh­men, die mehr über die Poten­zia­le und Her­aus­for­de­run­gen von KI erfah­ren möch­ten. Die Teil­neh­men­den haben die Gele­gen­heit, sich mit Expert:innen aus­zu­tau­schen. Das Pro­gramm soll zudem Ein­bli­cke in zahl­rei­che Aspek­te der KI bie­ten. Außer­dem kann man sich Vor­trä­ge anhö­ren, zum Bei­spiel zu The­men wie „Deep Lear­ning für Bild­ana­ly­se und ‑klas­si­fi­ka­ti­on”, „Gro­ße Sprach­mo­del­le und Dia­log­sys­te­me“, „Ver­trau­ens­wür­di­ge KI“ oder „Mul­ti­mo­da­le Inter­ak­ti­on mit Cobots“. Die Uni­ver­si­tät bit­tet um Anmel­dung bis 26. Febru­ar.

Eine wei­te­re Tagung ver­an­stal­tet die Uni­ver­si­tät vom 20. bis 22. März (Am Kra­nen 12 und Unte­re Mühl­brü­cke 5). „Rural Heri­ta­ge: Ver­ein­nah­mun­gen und Instru­men­ta­li­sie­run­gen – Imma­te­ri­el­les Kul­tur­er­be in länd­li­chen Räu­men“ lau­tet das The­ma. Die Aus­zeich­nung als imma­te­ri­el­les Kul­tur­er­be kann einer­seits zur Auf­wer­tung einer länd­li­chen Gegend bei­tra­gen, ande­rer­seits aber auch Kon­flik­te offen­le­gen. Dies gilt laut Uni­ver­si­tät ins­be­son­de­re mit Blick auf aktu­el­le poli­ti­sche Spal­tun­gen und länd­li­che Rück­stän­dig­keits-Wahr­neh­mun­gen. Das Unter­su­chungs­spek­trum der Tagung geht dabei unter ande­rem auf popu­lis­ti­sche Ver­ein­nah­mun­gen länd­li­cher Tra­di­tio­nen als Orte des Kon­ser­va­tiv-Bewah­ren­den ein. Eine Anmel­dung ist hier bis 29. Febru­ar mög­lich.

Blick auf rus­si­sche Poli­tik und Gesellschaft

Uni­ver­si­täts-Exper­ti­se zur Prä­si­dent­schafts­wahl in Russland

Die Prä­si­dent­schafts­wahl in Russ­land steht im März 2024 an. Zu die­sem Anlass wer­fen For­schen­de der Uni­ver­si­tät Bam­berg einen Blick auf aktu­el­le Ereig­nis­se und Ent­wick­lun­gen in der rus­si­schen Poli­tik und Gesellschaft.

Am 15. März fin­det die Prä­si­dent­schafts­wahl in Russ­land statt. Vor­aus­sicht­li­cher Sie­ger mit zuneh­mend auto­ri­tä­rem und dik­ta­to­ri­schem Herr­schafts­stil ist Amts­in­ha­ber Wla­di­mir Putin.

Im Vor­feld der Wahl haben For­schen­de der Uni­ver­si­tät Bam­berg Ein­schät­zun­gen über das heu­ti­ge Russ­land, das Sys­tem Putins und die Wahl abgegeben.

Zum aktu­el­len Zustand Russ­lands hat sich Johan­nes Grotz­ky geäu­ßert. Er ist an der Bam­ber­ger Uni­ver­si­tät Hono­rar­pro­fes­sor für Ost­eu­ro­pa­wis­sen­schaf­ten, Medi­en und Kul­tur, und war lang­jäh­ri­ger Mos­kau-Kor­re­spon­dent beim Baye­ri­schen Rund­funk. „Von der „gelenk­ten Demo­kra­tie“ aus dem Beginn sei­ner ers­ten Prä­si­dent­schaft vor 23 Jah­ren wur­de Russ­land unter Putin zu einem auto­ri­tär geführ­ten Staat“, sagt Grotz­ky. „Mit dem Über­fall der rus­si­schen Armee am 24. Febru­ar 2022 hat Russ­land alle Ver­ein­ba­run­gen über Gewalt­ver­zicht in Euro­pa gebro­chen. Doch trotz inter­na­tio­na­ler Sank­tio­nen, trotz eines hohen Blut­zolls im Krieg gegen die Ukrai­ne erfreut sich Putin bei der Mehr­heit der Bevöl­ke­rung anhal­ten­der Beliebt­heit. Oppo­si­tio­nel­le Medi­en sind unter staat­li­chem Druck ver­stummt, oppo­si­tio­nel­le Poli­ti­ker sind ein­ge­kehrt oder emi­griert. Des­halb wird Putin vor­aus­sicht­lich unan­ge­foch­ten die bevor­ste­hen­de Prä­si­den­ten­wahl gewin­nen können.“

Ein Grund für sol­che Beliebt­heit kön­nen soge­nann­te Nar­ra­ti­ve sein. Über den Ein­fluss der­ar­ti­ger gesell­schaft­li­cher Erzäh­lun­gen auf den Wahl­aus­gang sag­te Claus-Chris­ti­an Car­bon, Inha­ber des Lehr­stuhls für All­ge­mei­ne Psy­cho­lo­gie und Metho­den­leh­re: „Nar­ra­ti­ve haben einen maß­geb­li­chen Ein­fluss dar­auf, wie wir unse­re Umwelt wahr­neh­men – wir kon­stru­ie­ren unse­re Rea­li­tät anhand sol­cher Nar­ra­ti­ve. Sie kön­nen pola­ri­sie­ren, star­ke Emo­tio­nen aus­lö­sen und Wert- und Iden­ti­täts­vor­stel­lun­gen eta­blie­ren. Nar­ra­ti­ve des Krie­ges, der Abwehr, der natio­na­len und reli­giö­sen Iden­ti­tät, der Macht und der Über­le­gen­heit – Putins Traum eines von ihm geein­ten Groß­russ­land. All das wird eine wich­ti­ge Rol­le bei der anste­hen­den Wahl in Russ­land spie­len und dar­über ent­schei­den, wie stark Men­schen hin­ter Putin und sei­nen Ent­schei­dun­gen stehen.“

Simu­la­ti­on eines Wahlkampfs

Dani­el Göler, Pro­fes­sor für Geo­gra­phi­sche Migra­ti­ons- und Trans­for­ma­ti­ons­for­schung, äußer­te sich zur Fra­ge „Was wird sich nach der Prä­si­dent­schafts­wahl ändern?“ wie folgt: „Nichts. Wan­del wäre für den Kreml in jeg­li­cher Hin­sicht fatal und wird dem­entspre­chend unter­bun­den. Die poli­ti­schen, gesell­schaft­li­chen und öko­no­mi­schen Struk­tu­ren sind gegen­wär­tig extrem starr und lang­fris­tig zemen­tiert. Sie erin­nern zuneh­mend an sowje­ti­sche Mus­ter. Der rus­si­sche Ent­wick­lungs­pfad der letz­ten Deka­den kann aus geo­gra­phi­scher Per­spek­ti­ve getrost als „Lock-in“ ein­ge­ord­net wer­den. Mit dem poli­ti­schen und öko­no­mi­schen Still­stand wächst die Unzu­frie­den­heit in den Regio­nen. Das Span­nungs­ver­hält­nis zwi­schen Zen­trum und Peri­phe­rie nimmt zu. Die zen­tri­fu­ga­len Kräf­te im Land kön­nen zum Zer­fall der Föde­ra­ti­on führen.“

Was lehrt uns Putins Wahl­kampf für den Wert eines demo­kra­tisch fai­ren Wahl­kamp­fes? Auf die­se Fra­ge ant­wor­te­te Olaf Hoff­jann, Pro­fes­sor für Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaft, ins­be­son­de­re Orga­ni­sa­ti­ons­kom­mu­ni­ka­ti­on und Öffent­lich­keits­ar­beit. „Wir wer­den in Russ­land die Simu­la­ti­on eines Wahl­kampfs erle­ben. Putin will den Anschein einer Demo­kra­tie auf­recht­erhal­ten und ver­an­stal­tet dazu die­se Wahl­kampf­show. Die Nega­tiv­fo­lie der rus­si­schen Wahl­kampf-Simu­la­ti­on zeigt noch ein­mal deut­lich, was Sinn und Zweck eines demo­kra­ti­schen Wahl­kamp­fes sind. Es geht um einen frei­en und fai­ren Wett­be­werb der Ideen, bei dem poli­ti­sche Wett­be­wer­ber ihre Unter­schie­de deut­lich machen, damit die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger infor­miert ihre Wahl­ent­schei­dung tref­fen kön­nen. Und dafür braucht es den Respekt vor dem poli­ti­schen Geg­ner und vor der Wahrheit.“

Uni­ver­si­tät Bamberg

Ver­kür­zung der Arbeits­zeit: Was hält die Bevöl­ke­rung davon?

Sozio­lo­gin­nen der Uni­ver­si­tät Bam­berg unter­su­chen die Ein­stel­lun­gen der Bevöl­ke­rung zu Gewerk­schafts­for­de­run­gen nach Ver­kür­zung der Arbeits­zeit. Ergeb­nis: Mehr als zwei Drit­tel der Befrag­ten sind dafür.

Das The­ma der Ver­kür­zung der Arbeits­zeit ist in Deutsch­land in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ins Zen­trum der öffent­li­chen Debat­te gerückt, so die Uni­ver­si­tät Bam­berg in einer Mit­tei­lung. Ins­be­son­de­re Gewerk­schafts­for­de­run­gen hät­ten Reform­druck aus­ge­löst. Aktu­ell strei­ken etwa Lokführer:innen und Zugbegleiter:innen der Deut­schen Bahn neben höhe­ren Löh­nen auch für eine Reduk­ti­on ihrer regel­mä­ßi­gen Wochen­ar­beits­zeit. Doch wie steht die deut­sche Bevöl­ke­rung zu sol­chen Forderungen?

Auf­schluss dar­über kön­ne ein soge­nann­tes Impuls­pa­pier drei­er Bam­ber­ger Sozio­lo­gin­nen geben, das jetzt beim Deut­schen Insti­tut für Inter­dis­zi­pli­nä­re Sozi­al­po­li­tik­for­schung (DIFIS) erschie­nen ist. Dar­in unter­such­ten die Ein­stel­lung der Bevöl­ke­rung zu Gewerk­schafts­for­de­run­gen nach einer Ver­kür­zung der Arbeits­zeit anhand einer Tarif­for­de­rung der IG Metall. Die­se beinhal­te­te unter ande­rem einen indi­vi­du­el­len tarif­li­chen Anspruch auf eine befris­te­te Arbeits­zeit­ver­kür­zung sowie einen teil­wei­sen Lohn­aus­gleich durch die Arbeitgebenden.

Jun­ge Men­schen unter­stüt­zen Gewerk­schafts­for­de­rung mehr als ältere

Die aktu­el­len Ana­ly­sen basie­ren auf Daten des Ger­man Inter­net Panels (GIP) vom Juli 2018, die reprä­sen­ta­tiv für die deutsch­spra­chi­ge Bevöl­ke­rung in Pri­vat­haus­hal­ten sind. 2.426 Per­so­nen wur­den befragt.

Das zen­tra­le Ergeb­nis der Daten­ana­ly­se: Ins­ge­samt besteht in der Bevöl­ke­rung eine hohe Zustim­mung zu der Gewerk­schafts­for­de­rung nach Arbeits­zeit­ver­kür­zung mit par­ti­el­lem Lohn­aus­gleich. 61 Pro­zent der Befrag­ten drü­cken ihre Unter­stüt­zung aus.

„Beson­ders jun­ge Men­schen befür­wor­ten die For­de­rung der IG Metall“, sagt Prof. Dr. Kat­ja Möh­ring, Inha­be­rin des Lehr­stuhls für Sozio­lo­gie an der Uni­ver­si­tät Bam­berg. „Je höher das Alter der Befrag­ten, des­to mehr sinkt die Zustim­mung. Das deu­tet auf eine zuneh­men­de Bedeu­tung von indi­vi­du­el­len Ent­schei­dungs­mög­lich­kei­ten bei der Arbeits­zeit hin.“ Per­so­nen, die die For­de­rung unter­stüt­zen, zei­gen sich zudem durch­schnitt­lich unzu­frie­de­ner mit der Ver­ein­bar­keit von Beruf und Pri­vat­le­ben. Es bestehen laut den Wis­sen­schaft­le­rin­nen jedoch kei­ne wesent­li­chen Unter­schie­de zwi­schen Män­nern und Frau­en sowie zwi­schen Per­so­nen mit und ohne Kinder.

Drü­ber hin­aus wei­sen die Ergeb­nis­se dar­auf hin, dass tra­di­tio­nel­le Kon­flikt­li­ni­en bestehen. „Je höher die beruf­li­che Stel­lung und je höher das Ein­kom­men“, sagt Maxi­mi­lia­ne Rei­fen­scheid, wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin am Lehr­stuhl für Sozio­lo­gie, „des­to gerin­ger fällt die Unter­stüt­zung für die For­de­rung nach Arbeits­zeit­ver­kür­zung aus.“ Bei Per­so­nen ohne Füh­rungs­ver­ant­wor­tung liegt die Unter­stüt­zung höher als bei jenen in Manage­ment­po­si­tio­nen und unter Gewerk­schafts­mit­glie­dern fin­den sich mehr Unterstützer:innen als unter Selbstständigen.

Par­tei-Nei­gung spielt eine Rolle

Die Unter­stüt­zung der For­de­rung nach einem Recht auf Ver­kür­zung der Arbeits­zeit mit par­ti­el­lem Lohn­aus­gleich unter­schei­det sich auch nach Par­tei-Nei­gung. So fin­det die For­de­rung von 2018 bei Anhänger:innen der Grü­nen die größ­te Zustim­mung und erzielt auch bei den Anhän­ger­schaf­ten der SPD und der Lin­ken höhe­re Unter­stüt­zungs­wer­te. Die gerings­te Unter­stüt­zung drü­cken Anhänger:innen der FDP sowie jene der CDU aus.

In Bezug auf die aktu­el­len Aus­ein­an­der­set­zun­gen bei der Deut­schen Bahn sind vor allem drei Ergeb­nis­se her­vor­zu­he­ben. Die Unter­stüt­zung für die gewerk­schaft­li­che For­de­rung der IG Metall war 2018 beson­ders hoch bei Jün­ge­ren, bei Gewerk­schafts­mit­glie­dern sowie bei Per­so­nen, die mit den Ver­ein­bar­keits­mög­lich­kei­ten von Beruf und Pri­vat­le­ben unzu­frie­den sind. „Unse­re Ergeb­nis­se deu­ten dar­auf hin, dass die Gewerk­schaft durch die For­de­rung nach Arbeits­zeit­ver­kür­zung auch im aktu­el­len Fall einer­seits die Bin­dung zu bestehen­den Mit­glie­dern stär­ken, ande­rer­seits aber auch für neue Mit­glie­der unter jün­ge­ren Beschäf­tig­ten attrak­ti­ver wer­den kann“, schluss­fol­gert Kat­ja Möhring.

1 2 3 4 5 12