Browse Tag

vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft - Page 2

14. Moni­to­ring der Ener­gie­wen­de der vbw

Kurs der Ener­gie­wen­de stimmt, doch es fehlt an Tempo

Das 14. Moni­to­ring der Ener­gie­wen­de der vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. kommt auch in die­sem Jahr zu dem Ergeb­nis, dass der Fort­schritt der Ener­gie­wen­de nicht zufrie­den­stel­lend ist.

Der Umbau des deut­schen Ener­gie­sys­tems ist wei­ter­hin von struk­tu­rel­len Defi­zi­ten geprägt. „Nach wie vor sind am Stand­ort die Ener­gie­prei­se zu hoch. Dadurch ver­lie­ren deut­sche Unter­neh­men an Wett­be­werbs­fä­hig­keit. Im inter­na­tio­na­len Ver­gleich zählt Deutsch­land wei­ter­hin zu den Län­dern mit den höchs­ten Indus­trie­strom­prei­sen“, so vbw Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Bros­sardt. Die Trans­for­ma­ti­on stockt, ins­be­son­de­re beim Aus­bau der Wind­ener­gie und der Net­ze bleibt Deutsch­land hin­ter den Ziel­mar­ken zurück. „Die zuletzt gesun­ke­nen Treib­haus­gas-Emis­sio­nen sind maß­geb­lich Fol­ge der schwa­chen kon­junk­tu­rel­len Ent­wick­lung und der anhal­ten­den Pro­duk­ti­ons­rück­gän­ge in der ener­gie­in­ten­si­ven Indus­trie. „Der Rück­gang des Pri­mär­ener­gie­ver­brauchs ist daher kein ener­gie­po­li­ti­scher Erfolg, son­dern Aus­druck einer sta­gnie­ren­den Kon­junk­tur. Das ist nicht der Weg, auf dem wir kli­ma­neu­tral wer­den wol­len“, erläu­tert Brossardt.

Das Moni­to­ring der Ener­gie­wen­de, das im Auf­trag der vbw von der Pro­g­nos AG erstellt wur­de, ist in vier Kate­go­rien auf­ge­teilt: Ver­sor­gungs­si­cher­heit, Bezahl­bar­keit, Erneu­er­ba­re und Ener­gie­ef­fi­zi­enz und Umwelt­ver­träg­lich­keit. Mit einer Aus­nah­me sta­gnier­ten die Wer­te sowohl in Bay­ern als auch im Bund. Die Ver­sor­gungs­si­cher­heit erhielt in Bay­ern auf einer Ska­la zwi­schen 1 und 3 wie im Vor­jahr die Note 2,3 (Bund 2,3). Im Bereich „Erneu­er­ba­re und Ener­gie­ef­fi­zi­enz“ blieb der Wert bei 1,8 (Bund 2,3), im Bereich Umwelt­ver­träg­lich­keit bei 3 (Bund 1). Ledig­lich in der Kate­go­rie Bezahl­bar­keit regis­trier­te das Moni­to­ring sowohl in Bay­ern als auch deutsch­land­weit eine Ver­bes­se­rung, und zwar jeweils von 3 auf 2,5. Die Bewer­tung der Ent­wick­lung in der jewei­li­gen Kate­go­rie basiert auf den selbst­ge­steck­ten Zie­len von Bund und Frei­staat. „Trotz aller Kri­tik sind wir im 14. Moni­to­ring-Jahr vor­an­ge­kom­men, wenn auch nicht gera­de schnell. Mit Blick auf die Bezahl­bar­keit leuch­tet unse­re Moni­to­ring-Ampel zwar wei­ter­hin rot, aber zumin­dest die Strom­prei­se für pri­va­te Haus­hal­te sind gesun­ken. Ins­ge­samt blei­ben die Ener­gie­prei­se für Indus­trie und Haus­hal­te aber deut­lich über dem Niveau des Vor-Coro­na­jah­res 2019“, sagt Brossardt.

Die Ver­sor­gungs­si­cher­heit blieb mäßig zufrie­den­stel­lend. Der Netz­aus­bau kam nur schlep­pend vor­an. „Die Ver­sor­gungs­si­cher­heit war 2024 trotz­dem gewähr­leis­tet. Die­se Sta­bi­li­tät ist aber teu­er erkauft – allein die Sys­tem­si­cher­heits­maß­nah­men kos­te­ten 2024 rund drei Mil­li­ar­den Euro. Kos­ten, die die gesam­te Wirt­schaft belas­ten. Umso wich­ti­ger ist es, dass wir struk­tu­rel­le Lösun­gen vor­an­brin­gen“, so Brossardt.

Der Kurs der Ener­gie­wen­de stimmt, aber es fehlt laut vbw an Tem­po. Um schnel­ler vor­an­zu­kom­men, sind die Akteu­re auf allen poli­ti­schen Ebe­nen gefor­dert. „Brüs­sel muss die Bei­hil­fe­vor­schrif­ten so schnell wie mög­lich anpas­sen. Denn die­se ver­hin­dern bis­lang einen wett­be­werbs­fä­hi­gen Indus­trie­strom­preis. Die Bun­des­re­gie­rung muss die Kos­ten wei­ter ein­däm­men. Es gilt jetzt, die Strom­steu­er dau­er­haft auf das euro­päi­sche Min­dest­ni­veau zu sen­ken – und zwar für alle Bran­chen. Zudem muss Schwarz-Rot beim Aus­bau wei­ter Gas geben, sowohl bei den erneu­er­ba­ren Ener­gien als auch bei den Net­zen. Wenn Deutsch­land sei­ne Wett­be­werbs­fä­hig­keit ver­bes­sern will – und das ist drin­gend nötig –, brau­chen die hier ansäs­si­gen Unter­neh­men zuver­läs­sig bezahl­ba­re Ener­gie“, stellt Bros­sardt klar.

Das 14. Moni­to­ring der Ener­gie­wen­de der vbw steht hier zum Down­load bereit.

vbw zum Equal Pay Day

Ent­gelt­lü­cke wird klei­ner – noch Spiel­raum bei Arbeits­zeit­po­ten­zi­al von Frauen

Anläss­lich des dies­jäh­ri­gen Equal Pay Day am 27. Febru­ar for­dert die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. einen sach­li­chen Umgang mit dem The­ma Entgeltgleichheit.

Sie betont dabei die Bedeu­tung der voll­zeit­na­hen Beschäf­ti­gung von Frau­en für das Schlie­ßen der Ent­gelt­lü­cke. „Die geschlech­ter­be­ding­te Lohn­lü­cke wird klei­ner – das ist eine Ent­wick­lung, die wir begrü­ßen. Wir müs­sen aber wei­ter­hin an der Behe­bung der Ursa­chen für die Unter­schie­de der Ent­gelt­hö­he arbei­ten. Denn die­se ist bei­spiels­wei­se auch dar­in begrün­det, dass die indi­vi­du­el­le Ver­gü­tung sich nach Fak­to­ren wie der Berufs­wahl, dem jewei­li­gen Qua­li­fi­ka­ti­ons­ni­veau oder der per­sön­li­chen Lebens­si­tua­ti­on rich­tet“, erklärt vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Bros­sardt. „Ab einem Alter von 30 Jah­ren zeigt sich ein deut­li­cher Sprung im Ver­dienst­un­ter­schied zwi­schen Frau­en und Män­nern, da Frau­en hier oft zum ers­ten Mal Mut­ter wer­den. Frau­en redu­zie­ren oder unter­bre­chen ihre Erwerbs­tä­tig­keit aus fami­liä­ren Grün­den häu­fi­ger und län­ger als Män­ner. Dies hat dann Aus­wir­kun­gen auf die wei­te­re Lohn­ent­wick­lung. Hier gilt es anzusetzen.“

Um die Ver­diens­tun­gleich­heit zwi­schen Män­nern und Frau­en ins­ge­samt wei­ter zu redu­zie­ren, müs­sen laut vbw die Arbeits­zeit­po­ten­zia­le von Frau­en bes­ser geho­ben und ins­be­son­de­re der Weg zu einer Voll­zeit- oder voll­zeit­na­hen Beschäf­ti­gung erleich­tert wer­den. „Momen­tan arbei­ten zwei Drit­tel der erwerbs­tä­ti­gen Frau­en mit Kin­dern in Teil­zeit. Wir erhö­hen die Beschäf­ti­gungs­an­rei­ze zum Bei­spiel, indem wir die Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Beruf wei­ter ver­bes­sern. Dafür müs­sen wir die Betreu­ungs­in­fra­struk­tur für Kin­der aus­bau­en“, so Brossardt.

Pres­se­mit­tei­lung zum dua­len Stu­di­um an baye­ri­schen Hochschulen

vbw erfreut über stärks­ten Zuwachs an dual Stu­die­ren­den seit zehn Jahren

Zur Ver­öf­fent­li­chung der aktu­el­len Stu­die­ren­den­zah­len in Bay­ern durch Bay­erns Netz­werk für dual Stu­die­ren­de, “hoch­schu­le dual”, zeigt sich die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. erfreut über den bemer­kens­wer­ten Anstieg der dual Stu­die­ren­den im Win­ter­se­mes­ter 2025/​/​2026 um sie­ben Pro­zent von 9.252 auf 9.914.

„Die Hoch­schu­len ver­zeich­nen das stärks­te Wachs­tum seit zehn Jah­ren. Die­se Ent­wick­lung zeigt, dass die Unter­neh­men im Frei­staat trotz schwie­ri­ger Wirt­schafts­la­ge und Struk­tur­kri­se in den Nach­wuchs inves­tie­ren. Das dua­le Stu­di­um ist und bleibt ein Erfolgs­mo­dell, die dual Stu­die­ren­den sind als Fach­kräf­te von mor­gen unver­zicht­bar für die Zukunfts- und Wett­be­werbs­fä­hig­keit unse­rer Betrie­be“, betont vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Bros­sardt und ergänzt: „Die jun­gen Leu­te schät­zen die Plan­bar­keit und finan­zi­el­le Sicher­heit wäh­rend ihrer Aus­bil­dung. Die Unter­neh­men bin­den die Nach­wuchs­ta­len­te für die eige­ne Fach­kräf­te­si­che­rung früh an sich. Vom dua­len Kon­zept pro­fi­tie­ren alle Beteiligten.“

Erst­mals seit dem Win­ter­se­mes­ter 2019/​/​20 stieg auch die Stu­die­ren­den­zahl im Ver­bund­stu­di­um wie­der an, und zwar um 473 Per­so­nen und damit auf 43 Pro­zent der ins­ge­samt dual Stu­die­ren­den. 55 Pro­zent wähl­ten ein Stu­di­um mit ver­tief­ter Pra­xis, zwei Pro­zent der Stu­die­ren­den ent­schie­den sich für ein dua­les Mas­ter­stu­di­um. Der Blick auf die Wahl der Stu­di­en­gän­ge zeigt, dass das Feld Tech­nik und IT mit einem Anteil von fast 56 Pro­zent wei­ter­hin am gefrag­tes­ten ist. Danach fol­gen die Stu­di­en­gän­ge im Sozi­al- und Gesund­heits­we­sen mit 22 Pro­zent und die Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten mit 13 Pro­zent. Bros­sardt erklärt: „Stu­die­ren­de pro­fi­tie­ren gera­de im MINT-Bereich von der pra­xis­na­hen und gleich­zei­tig aka­de­mi­schen Aus­bil­dung. So sind sie beim Ein­tritt in die Erwerbs­tä­tig­keit bereits gut mit den betrieb­li­chen Abläu­fen ver­traut. Durch die enge Ori­en­tie­rung am Arbeits­markt war­ten auf dual Stu­die­ren­de spe­zi­ell in MINT-Fächern nach dem erfolg­rei­chen Abschluss gute Kar­rie­re­per­spek­ti­ven. Denn auch wenn die aktu­el­le wirt­schaft­li­che Lage dämp­fend auf den Arbeits­markt wirkt, bleibt die Suche nach qua­li­fi­zier­ten Beschäf­tig­ten auf­grund des demo­gra­fi­schen Wan­dels lang­fris­tig eine Herausforderung.“

Auch die Zahl der Pra­xis­part­ner im dua­len Stu­di­um bleibt auf hohem Niveau. Ins­ge­samt ver­zeich­net „hoch­schu­le dual“ über 3.390 Koope­ra­tio­nen der Hoch­schu­len mit Unter­neh­men, Behör­den und Ein­rich­tun­gen. Bros­sardt betont: „Das dua­le Stu­di­um ist wich­tig für unse­re Stand­ort­qua­li­tät. Dar­um müs­sen die Kapa­zi­tä­ten an den Hoch­schu­len für dua­le Stu­di­en­gän­ge wei­ter auf die­sem hohen Level gehal­ten wer­den. Ins­be­son­de­re das dua­le Mas­ter­stu­di­um muss wei­ter gestärkt wer­den, denn es wird von Unter­neh­men zuneh­mend zur Per­so­nal­ent­wick­lung genutzt.“

vbw zu den baye­ri­schen Tou­ris­mus­zah­len 2025

Auf­wärts­trend im Tou­ris­mus setzt sich fort

Anläss­lich der vom Baye­ri­schen Lan­des­amt für Sta­tis­tik ver­öf­fent­lich­ten Tou­ris­mus­zah­len für 2025 sieht die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. den Auf­wärts­trend in der Bran­che bestätigt.

Dem­nach erhöh­te sich die Zahl der Gäs­te­an­künf­te um knapp ein Pro­zent auf 41 Mil­lio­nen, die Zahl der Über­nach­tun­gen stieg eben­falls um 0,2 Pro­zent auf 103 Mil­lio­nen. „Bay­ern bleibt mit Abstand Tou­ris­mus­land Num­mer eins in Deutsch­land. Die Zah­len zei­gen, dass sich der baye­ri­sche Tou­ris­mus aus der Kri­se der Coro­na-Jah­re her­aus­ge­ar­bei­tet hat“, sag­te vbw Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Bros­sardt. „Er ist eine der zen­tra­len Säu­len der baye­ri­schen Wirt­schaft. Neben dem Bewir­tungs- und Beher­ber­gungs­ge­wer­be bie­ten vie­le wei­te­re Bran­chen tou­ris­ti­sche Dienst­leis­tun­gen an, etwa das Beför­de­rungs­ge­wer­be, der Ein­zel­han­del oder Frei­zeit- und Kul­tur­ein­rich­tun­gen. Bay­ern­weit, vor allem im länd­li­chen Raum, leis­tet die Bran­che dabei einen star­ken Bei­trag zu Wirt­schafts­kraft und Beschäftigung.“

Unter den Regie­rungs­be­zir­ken ver­zeich­net 2025 die Ober­pfalz die höchs­ten Zuwäch­se sowohl bei den Gäs­te­an­künf­ten (+2,7 Pro­zent) als auch bei den Über­nach­tun­gen (+1,1 Pro­zent). Das höchs­te abso­lu­te Gäs­te­auf­kom­men unter den sie­ben baye­ri­schen Regie­rungs­be­zir­ken hat­te 2025 erwar­tungs­ge­mäß Ober­bay­ern mit rund 19,6 Mil­lio­nen Gäs­te­an­künf­ten und etwa 46,4 Mil­lio­nen Übernachtungen.

Für alle Unter­neh­men der Tou­ris­mus­wirt­schaft gilt aus Sicht der vbw Sie sind auf gute Rah­men­be­din­gun­gen ange­wie­sen, um die Her­aus­for­de­run­gen bestehen zu kön­nen und lang­fris­tig erfolg­reich zu sein. „Die Sen­kung des Mehr­wert­steu­er­sat­zes auf Spei­sen schafft drin­gend benö­tig­te Plan­bar­keit und erhält not­wen­di­ge Liqui­di­tät“, so Bros­sardt. Die Betrie­be blei­ben aber gefor­dert, die mas­siv gestie­ge­nen Prei­se, die wirt­schaft­li­chen Unsi­cher­hei­ten sowie deren Aus­wir­kun­gen auf das Urlaubs­bud­get der Gäs­te zu bewäl­ti­gen. Gleich­zei­tig müs­sen die Unter­neh­men ihren Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess mit Blick auf Kli­ma­schutz und Kli­ma­wan­del gestal­ten. Dar­über hin­aus lei­det die Bran­che enorm unter büro­kra­ti­schen Las­ten und dem Arbeits­kräf­te- und Fach­kräf­te­man­gel. „Die gesetz­li­che Ver­an­ke­rung einer wöchent­li­chen Höchst­ar­beits­zeit von 48 Stun­den anstel­le einer täg­li­chen Betrach­tungs­wei­se wür­de einen wich­ti­gen Bei­trag zur wei­te­ren Gesun­dung der Tou­ris­mus­wirt­schaft leis­ten“, appel­lier­te Bros­sardt an die Regie­rungs­ko­ali­ti­on im Bund.

vbw zum deut­schen Außen­han­del 2025

Deut­sche Aus­fuh­ren sta­gnie­ren – Chi­na über­holt die USA als wich­tigs­ten Exportmarkt

Die deut­schen Waren­ex­por­te sind 2025 kaum gewach­sen. Dem­nach wur­den 2025 Waren im Wert von rund 1.570 Mil­li­ar­den Euro ins Aus­land expor­tiert, das war ledig­lich ein Pro­zent mehr als im Vor­jahr. Die Impor­te stie­gen im sel­ben Zeit­raum um 4,4 Pro­zent auf 1.367 Mil­li­ar­den Euro. Dadurch sank der deut­sche Export­über­schuss um mehr als 42 Mil­li­ar­den auf rund 203 Mil­li­ar­den Euro. Aus Sicht der vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. sind die vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt ver­öf­fent­lich­ten Zah­len ein kla­res Warn­si­gnal für den Standort.

„Die struk­tu­rel­len Stand­ort­pro­ble­me sind ein immenser Wett­be­werbs­nach­teil auf den Welt­märk­ten, bei ohne­hin gro­ßen außen­wirt­schaft­li­chen Her­aus­for­de­run­gen für unse­re Unter­neh­men. Die erra­ti­sche US-Zoll­po­li­tik bremst die Welt­wirt­schaft ins­ge­samt. Das belas­tet die tief in den Welt­han­del inte­grier­ten Volks­wirt­schaf­ten Bay­erns und Deutsch­lands in beson­de­rem Maße. Auch der stark auf­ge­wer­te­te Euro stellt eine Bedro­hung für unse­re stark export­ori­en­tier­te Indus­trie dar“, erläu­tert vbw Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Brossardt.

Die Expor­te in die wich­tigs­ten Märk­te ver­zeich­ne­ten teil­wei­se star­ke Rück­gän­ge. „Es ist sehr bedau­er­lich, dass die Expor­te in die USA auf­grund der aggres­si­ven US-Zoll­po­li­tik um 9,3 Pro­zent auf 146,9 Mil­li­ar­den Euro zurück­ge­gan­gen sind. Auch die Aus­fuh­ren nach Chi­na haben mit einem Rück­gang in glei­cher Höhe deut­lich an Schwung ver­lo­ren. Erfreu­lich sind die gestie­ge­nen Expor­te in die EU-Staa­ten um über vier Pro­zent“, so Bros­sardt weiter.

2025 war Chi­na mit einem Außen­han­dels­vo­lu­men von 251,8 Mil­li­ar­den Euro Deutsch­lands wich­tigs­ter Han­dels­part­ner, noch vor den Ver­ei­nig­ten Staa­ten mit einem Außen­han­dels­um­satz von 240,5 Mil­li­ar­den Euro. Dass Chi­na die USA im Außen­han­del mit Deutsch­land über­holt hat, zei­ge die enge Ver­flech­tung mit dem chi­ne­si­schen Markt. Zugleich ver­deut­li­che der Rück­gang des Han­dels mit den USA, wie stark die poli­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen den Außen­han­del beein­flus­sen und wie wich­tig es ist, die Han­dels­be­zie­hun­gen zu diver­si­fi­zie­ren und resi­li­en­ter auf­zu­stel­len. „Die Zustim­mung des EU-Par­la­ments zum Mer­co­sur-Abkom­men wäre ein wich­ti­ges Signal gewe­sen. Wich­tig ist es jetzt, dass die Kom­mis­si­on die vor­läu­fi­ge Anwen­dung des Abkom­mens beschließt. So kann die Wirt­schaft von den Vor­tei­len des Abkom­mens pro­fi­tie­ren, wäh­rend die Ent­schei­dung des EuGH abge­war­tet wird. Auch das abge­schlos­se­ne Frei­han­dels­ab­kom­men der EU mit Indi­en bie­tet immense Chan­cen. Wir sind über­zeugt, dass jedes Frei­han­dels­ab­kom­men unse­ren euro­päi­schen Wirt­schafts­raum und unse­re baye­ri­sche Volks­wirt­schaft stär­ker und unab­hän­gi­ger macht“, erläu­tert Brossardt.

vbw zum EU-Indien-Freihandelsabkommens

Abkom­men bie­tet gro­ße Chan­cen zur Markterschließung

Die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. begrüßt den erfolg­rei­chen Ver­hand­lungs­ab­schluss des EU-Indien-Freihandelsabkommens.

„Dass die EU und Indi­en ihre Ver­hand­lun­gen erfolg­reich abge­schlos­sen haben, sen­det ein star­kes Signal. Ange­sichts der ver­än­der­ten Welt­la­ge sind Deutsch­land und die EU mehr denn je gefor­dert, neue Handels‑, Roh­stoff- und Inves­ti­ti­ons­part­ner­schaf­ten über­all auf der Welt abzu­schlie­ßen“, sag­te vbw Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Bros­sardt. Die Han­dels­po­li­tik von US-Prä­si­dent Trump belas­te den gesam­ten Welt­han­del. Chi­na benut­ze sei­ne Export­kon­trol­len für Sel­te­ne Erden als macht­po­li­ti­sches Mit­tel. Eine inter­na­tio­na­le und glo­bal ver­netz­te Volks­wirt­schaft wie Bay­ern bekom­me das zu spü­ren. „Das Abkom­men mit Indi­en ist ein zen­tra­ler Schritt, um von einem dyna­mi­schen Markt zu pro­fi­tie­ren, unse­re Han­dels­be­zie­hun­gen zu diver­si­fi­zie­ren und unse­re Posi­ti­on im Indo-Pazi­fik zu stär­ken,“ so Brossardt.

Durch den Weg­fall der Zöl­le auf über 90 Pro­zent der Waren­ex­por­te der EU bie­te das Abkom­men neue Absatz­mög­lich­kei­ten. Zöl­le auf den Groß­teil von Maschi­nen und elek­tri­schen Aus­rüs­tun­gen wür­den von 44 Pro­zent auf null Pro­zent sin­ken. Die Zöl­le im Bereich Luft- und Raum­fahr­zeu­ge wür­den eben­falls für die meis­ten Pro­duk­te eli­mi­niert. „Auch die Medi­zin­tech­nik wird pro­fi­tie­ren, da Zöl­le auf 90 Pro­zent der opti­schen, medi­zi­ni­schen und chir­ur­gi­schen Aus­rüs­tung abge­schafft wur­den. Kri­tisch sehen wir das Kon­tin­gent von 250.000 Fahr­zeu­gen. Trotz­dem kann die Auto­mo­bil­in­dus­trie davon pro­fi­tie­ren, denn deren Expor­te nach Indi­en sind der­zeit noch mit Zöl­len von bis zu 110 Pro­zent belegt. Für Fahr­zeu­ge wer­den die­se künf­tig auf zehn Pro­zent sin­ken, für Auto­tei­le wer­den Zöl­le schritt­wei­se kom­plett abge­schafft,“ so Brossardt.

Das Frei­han­dels­ab­kom­men stellt das bis­lang größ­te bei­der Sei­ten dar und eröff­net einen Markt mit einer Bevöl­ke­rung von über 1,45 Mil­li­ar­den Men­schen. Indi­en zählt mit einem Brut­to­in­lands­pro­dukt von über vier Bil­lio­nen US-Dol­lar zu den größ­ten Volks­wirt­schaf­ten welt­weit. Die Wirt­schaft des Schwel­len­lan­des zeich­net sich zudem durch eine sehr hohe Wachs­tums­dy­na­mik aus. „Bis 2030 gehen wir von einem durch­schnitt­li­chen BIP-Wachs­tum von rund sechs­ein­halb Pro­zent pro Jahr aus. In der Fol­ge wird Indi­en in den kom­men­den Jah­ren Deutsch­land und Japan in der Rang­lis­te der glo­bal größ­ten Volks­wirt­schaf­ten über­ho­len und auf Rang 3 klet­tern“, erläu­tert Bros­sardt und ergänzt: „Indi­en hat als Absatz­markt für baye­ri­sche Pro­duk­te stark an Bedeu­tung gewon­nen, die Aus­fuh­ren leg­ten zwi­schen 2015 und 2024 um über 60 Pro­zent zu. Im Ver­gleich zu den USA und Chi­na ist das Export­vo­lu­men jedoch wei­ter gering. Umso wich­ti­ger ist es jetzt, bestehen­de Han­dels­be­schrän­kun­gen abzu­bau­en und das Poten­zi­al des indi­schen Mark­tes voll auszuschöpfen.“

Laut vbw muss Euro­pa mit Blick auf die indus­tri­el­le Expan­si­on Chi­nas und die ange­spann­ten trans­at­lan­ti­schen Bezie­hun­gen Einig­keit und Stär­ke demons­trie­ren. „Wir sind über­zeugt, dass jedes Frei­han­dels­ab­kom­men unse­ren euro­päi­schen Wirt­schafts­raum und unse­re baye­ri­sche Volks­wirt­schaft stär­ker macht. Des­we­gen set­zen wir auf eine zügi­ge Rati­fi­zie­rung des Abkom­mens ohne unnö­ti­ge Ver­zö­ge­run­gen“, betont Bros­sardt abschließend.

Fünf Jah­re nach dem Aus­tritt des Ver­ei­nig­ten Königreichs

vbw begrüßt erneu­te wirt­schaft­li­che Annä­he­rung Groß­bri­tan­ni­ens an Europa

Die vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. unter­stützt fünf Jah­re nach dem Aus­tritt Groß­bri­tan­ni­ens aus dem EU-Bin­nen­markt und der Zoll­uni­on sämt­li­che Bemü­hun­gen, die Bezie­hun­gen zum Ver­ei­nig­ten König­reich wie­der zu vertiefen.

„Der Brexit war eine Zäsur für Euro­pa, mit schwe­ren wirt­schaft­li­chen Fol­gen, auch für Bay­ern. In einer Zeit mit einer der­art gro­ßen Unsi­cher­heit in der Welt­wirt­schaft, zuneh­men­dem Pro­tek­tio­nis­mus und geo­po­li­ti­schen Kri­sen brau­chen wir nicht weni­ger, son­dern ein­deu­tig mehr ver­läss­li­che Part­ner auf der Welt – wie das Ver­ei­nig­te König­reich“, betont vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Brossardt.

Für die baye­ri­sche Wirt­schaft ste­cke immer noch viel Poten­zi­al im bri­ti­schen Absatz­markt. Jedoch kämpf­ten unse­re Unter­neh­men auch heu­te noch tag­täg­lich mit den erschwer­ten wirt­schaft­li­chen Bedin­gun­gen durch die Han­dels­hemm­nis­se im Außen­han­del. „Wir set­zen daher auf neue und prag­ma­ti­sche Impul­se, die die Zusam­men­ar­beit mit dem Ver­ei­nig­ten König­reich wei­ter stär­ken. Umso erfreu­li­cher ist der von der der­zei­ti­gen bri­ti­schen Regie­rung vor­an­ge­trie­be­ne Annä­he­rungs­kurs an Euro­pa. Die­sen begrü­ßen wir ausdrücklich.“

Aus Sicht der vbw braucht es daher wei­te­re bila­te­ra­le Ver­ein­ba­run­gen. Mit dem Han­dels- und Koope­ra­ti­ons­ab­kom­men bestehe eine soli­de Grund­la­ge, auf die eine wei­te­re ver­tief­te Zusam­men­ar­beit auf­ge­baut wer­den kön­ne. „Ins­be­son­de­re freut uns die bri­ti­sche Betei­li­gung an euro­päi­schen Rüs­tungs­pro­jek­ten sowie der Wie­der­ein­tritt Groß­bri­tan­ni­ens in das Eras­mus-Aus­tausch­pro­gramm ab 2027. Eben­so war die Ver­län­ge­rung der CE-Kenn­zeich­nung für die meis­ten Waren auf unbe­stimm­te Zeit eine Erleich­te­rung.“ Gleich­zei­tig stell­ten Son­der­vor­schrif­ten im Dienst­leis­tungs­han­del sowie der auf­wän­di­ge Nach­weis der Erfül­lung von Ursprungs­re­geln die Wirt­schaft wei­ter­hin vor gro­ße Pro­ble­me. „Es braucht daher ein ‚Mutu­al Reco­gni­ti­on Agree­ment‘ für sämt­li­che Sek­to­ren, ein Ende des Fli­cken­tep­pichs an Rege­lun­gen im Dienst­leis­tungs­han­del sowie eine wei­te­re Sen­kung der Hür­den bei der gegen­sei­ti­gen Aner­ken­nung von Qua­li­fi­ka­tio­nen. Nur so schaf­fen wir lang­fris­tig eine erfolg­rei­che Han­dels­part­ner­schaft“, so Brossardt.

Mit einem Han­dels­vo­lu­men von vor­aus­sicht­lich knapp 16 Mil­li­ar­den Euro war das Ver­ei­nig­te König­reich im Jahr 2025 nur noch der zehnt­wich­tigs­te Han­dels­part­ner Bay­erns. „Die wirt­schaft­li­che Bedeu­tung des Ver­ei­nig­ten König­reichs für Bay­ern hat durch den Brexit deut­lich abge­nom­men: Das Han­dels­vo­lu­men Bay­erns mit Groß­bri­tan­ni­en liegt um ein Vier­tel bezie­hungs­wei­se fünf Mil­li­ar­den Euro nied­ri­ger als 2015, dem Jahr vor dem Refe­ren­dum.“ Da gebe es noch Auf­hol­be­darf. Gleich­zei­tig mache der Han­del mit dem Ver­ei­nig­ten König­reich nach wie vor knapp vier Pro­zent des baye­ri­schen Außen­han­dels aus. „Fakt ist: Je mehr Part­ner auf der Welt wir haben, umso weni­ger sind wir von ein­zel­nen Wirt­schafts­räu­men abhän­gig. Eine wie­der­erlang­te ver­tief­te Wirt­schafts­zu­sam­men­ar­beit mit dem Ver­ei­nig­ten König­reich wäre ein wirk­sa­mer Schritt, um unse­re Export­wirt­schaft wei­ter zu diver­si­fi­zie­ren und sie für zukünf­ti­ge Kri­sen noch bes­ser zu wapp­nen“, erklärt Brossardt. 

Hoff­nun­gen der Unter­neh­men wur­den ent­täuscht – schlech­te­re Stim­mung als im Sommer

Win­ter-Kon­junk­tur­um­fra­ge in der baye­ri­schen Metall- und Elektro-Industrie

Die Lage der baye­ri­schen Metall- und Elek­tro-Indus­trie hat sich laut einer Umfra­ge im zwei­ten Halb­jahr 2025 noch ein­mal deut­lich gegen­über dem Som­mer eingetrübt.

Dem­nach sind die Hoff­nun­gen und die vor­sich­ti­ge Zuver­sicht der Unter­neh­men aus dem Som­mer ver­flo­gen. Auch haben sich sowohl die inlän­di­schen als auch die aus­län­di­schen Geschäfts­er­war­tun­gen wie­der ein­ge­trübt. „Im Aus­land wird mehr pro­du­ziert, mehr inves­tiert und es wer­den mehr Jobs geschaf­fen. Das zeigt, dass unser Wirt­schafts- und Indus­trie­stand­ort das Pro­blem ist“, so Bert­ram Bros­sardt, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der baye­ri­schen Metall- und Elek­tro-Arbeit­ge­ber­ver­bän­de bay­me vbm, zu den Ergeb­nis­sen der aktu­el­len Umfra­ge unter ihren Mit­glieds­un­ter­neh­men. „Wir sind nicht mehr wett­be­werbs­fä­hig und zah­len mit der anhal­ten­den De-Indus­tria­li­sie­rung einen hohen Preis dafür. Dem Abwärts­trend muss ein Ende gesetzt wer­den, doch die Bun­des­re­gie­rung agiert zu zöger­lich, zu unkon­kret und vor allem nicht schnell genug. Wir dür­fen nicht wei­ter zuse­hen, wie immer mehr Wert­schöp­fung den Stand­ort ver­lässt, son­dern brau­chen jetzt eine schnell han­deln­de Regie­rung, um unse­ren Wohl­stand zu bewahren.“

Laut Umfra­ge hat sich die aktu­el­le Geschäfts­la­ge noch ein­mal deut­lich gegen­über dem Som­mer ein­ge­trübt. Nur noch knapp 15 Pro­zent bewer­ten die inlän­di­sche Geschäfts­la­ge als gut. Der Sal­do aus posi­ti­ven und nega­ti­ven Ant­wor­ten liegt im Inlands­ge­schäft bei ‑20,1 Punk­ten und im Aus­lands­ge­schäft bei ‑18,8 Punk­ten. Obwohl sich die Erwar­tun­gen für das Inlands- und Aus­lands­ge­schäft im kom­men­den Jahr ver­schlech­tert haben und die Zuver­sicht gesun­ken ist, blei­ben bei­de Sal­den den­noch posi­tiv. „Von nied­ri­ge­rem Niveau aus eine mini­mal posi­ti­ve Erwar­tung zu haben, ist kein Zei­chen von Auf­schwung, son­dern die Hoff­nung, dass es nicht noch schlim­mer wer­den wird“, so Brossardt.

Die nicht erfüll­ten Hoff­nun­gen ver­bes­ser­ter Stand­ort­be­din­gun­gen las­sen Inlands- und Aus­lands­pro­duk­ti­on nicht nur erneut wei­ter aus­ein­an­der­drif­ten, son­dern schie­ben die inlän­di­schen Pro­duk­ti­ons­plä­ne der Unter­neh­men wie­der in den nega­ti­ven Bereich. So san­ken die­se auf ‑6,7 Punk­te. Gut 45 Pro­zent der Unter­neh­men wol­len hin­ge­gen ihre Pro­duk­ti­on an den Aus­lands­stand­or­ten aus­wei­ten. „Die Pro­duk­ti­on wird auf­grund der sich seit Som­mer wie­der ein­trü­ben­den Lage im Jah­res­durch­schnitt um andert­halb Pro­zent unter dem Vor­jahr lie­gen. Im kom­men­den Jahr erwar­ten wir eine Sta­gna­ti­on. Das ist bit­ter für unse­ren Stand­ort“, pro­gnos­ti­ziert Bros­sardt. Größ­te Sor­ge berei­ten die Inves­ti­ti­ons­plä­ne der M+E Unter­neh­men. Sie sind ein Grad­mes­ser für die Zukunfts­fä­hig­keit des Stand­orts. So sin­ken die inlän­di­schen Inves­ti­ti­ons­plä­ne im Sal­do von ‑8,3 auf ‑19,9 Punk­te, wäh­rend sich die aus­län­di­schen von +18,7 auf +34,8 Pro­zent­punk­te ver­bes­sern. „Die Ent­wick­lung mag schlei­chend sein, aber was ein­mal weg ist, kommt so schnell nicht wie­der. Schon gar nicht, wenn die haus­ge­mach­ten Pro­ble­me nicht ange­gan­gen oder sogar durch kos­ten- und büro­kra­tie­trei­ben­de Vor­ha­ben ver­schlim­mert wer­den. Ein beson­ders dras­ti­sches Bei­spiel ist das Tarif­treue­ge­setz, das braucht ein­fach nie­mand. Der Scha­den, der dadurch ent­ste­hen wird, ist hin­ge­gen bei­spiel­los“, fin­det Bros­sardt. Mit Sor­ge betrach­ten die Ver­bän­de, dass von den weni­gen Inves­ti­tio­nen nicht ein­mal mehr 14 Pro­zent auf Erwei­te­run­gen ent­fal­len, das Gros ent­fällt auf Ersatzbeschaffungen.

Die Beschäf­ti­gungs­plä­ne der M+E Unter­neh­men sind eben­falls wie­der gesun­ken. Über 37 Pro­zent der Unter­neh­men befürch­ten, Stel­len abbau­en zu müs­sen. „Bis Jah­res­en­de wer­den die M+E‑Unternehmen rund 20.000 Stel­len abge­baut haben auf dann 837.000 Beschäf­tig­te. Und für das kom­men­de Jahr pro­gnos­ti­zie­ren wir einen wei­te­ren Rück­gang um 20.000 auf 817.000 Beschäf­tig­te“, berich­tet Bros­sardt und fügt hin­zu: „Nir­gend­wo sieht man die Aus­wir­kun­gen einer ver­fehl­ten Indus­trie- und Stand­ort­po­li­tik mehr als bei der Beschäf­ti­gung. Es ist um jeden ein­zel­nen ver­lo­re­nen Arbeits­platz traurig.“

Mit Blick auf 2026 erwar­ten die Ver­bän­de, dass die Bun­des­re­gie­rung aus guten Ideen wie der Moder­ni­sie­rungs­agen­da oder dem Infra­struk­tur-Beschleu­ni­gungs­ge­setz zeit­nah ech­te Aktio­nen fol­gen lässt. „Umset­zen, und zwar sofort“, for­dert Bros­sardt. Größ­te Bau­stel­le, die auch ihre Schat­ten auf die Tarif­run­de 2026 wirft, sind die Sozi­al­ver­si­che­rungs­kos­ten. „Ohne eine ech­te Reform stei­gen die Bei­trags­sät­ze, es bleibt weni­ger Net­to vom Brut­to und die Arbeits­kos­ten stei­gen unauf­hör­lich wei­ter. Der wei­te­ren De-Indus­tria­li­sie­rung öff­nen wir damit Tür und Tor“, erklärt Bros­sardt und ergänzt: „Auch die Tarif­par­tei­en sind 2026 gefor­dert. In der Tarif­run­de gilt es, für fle­xi­ble und wett­be­werbs­fä­hi­ge Tarif­ver­trä­ge zu sor­gen. Es geht um nicht weni­ger als um die Zukunfts­fä­hig­keit unse­rer Indus­trie. Denn die M+E Indus­trie ist das Herz der baye­ri­schen Indus­trie und die Indus­trie ist das Herz der baye­ri­schen Wirtschaft.“

vbw-Ener­gie­preis­in­dex für Okto­ber 2025

Rück­läu­fi­ge Ener­gie­prei­se als Aus­druck wirt­schaft­li­cher Schwächephase

Der Ener­gie­preis­in­dex der vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. ist im Okto­ber erneut leicht zurück­ge­gan­gen. Gegen­über dem Vor­mo­nat sank der Index um 1,2 Pro­zent auf 108,0 Punk­te, wie die vbw mitteilt.

„Der Trend bei den Ener­gie­kos­ten geht in die rich­ti­ge Rich­tung. Gleich­zei­tig muss uns bewusst sein, dass der Rück­gang der Ener­gie­prei­se auch auf die sin­ken­de Nach­fra­ge durch die wirt­schaft­li­che Schwä­che zurück­zu­füh­ren ist“, sagt vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Brossardt.

Von einer nach­hal­ti­gen Wen­de in der Ener­gie­po­li­tik kön­ne noch kei­ne Rede sein. Der Index lie­ge immer noch um 29,1 Pro­zent höher als im Vor-Coro­na-Jahr 2019. „Die Kos­ten für Ener­gie ver­har­ren auf einem belas­ten­den Niveau für unse­re Unter­neh­men. Der­ar­tig hohe Kos­ten kön­nen wir uns auf­grund der aku­ten Struk­tur- und Kon­junk­tur­kri­se nicht leisten.“

Der Teil­in­dex für Pri­mär­ener­gie notier­te im Okto­ber 2025 bei 96,2 Punk­ten. Im Ver­gleich zum Vor­mo­nat Sep­tem­ber ging der Index um 2,9 Pro­zent zurück. „Ver­ant­wort­lich für das Minus waren ins­be­son­de­re die um 8,0 Pro­zent nied­ri­ge­ren inlän­di­schen Erzeu­ger­prei­se für Braun­koh­le sowie ein Rück­gang der Ein­fuhr­prei­se für Erd­öl und Stein­koh­le um 4,1 Pro­zent bezie­hungs­wei­se 2,0 Pro­zent“, erläu­tert Brossardt.

Ent­ge­gen dem all­ge­mei­nen Trend stieg der Teil­in­dex für Sekun­där­ener­gie im Okto­ber leicht an. „Ver­gli­chen mit dem Sep­tem­ber lag er um 0,3 Pro­zent höher, und zwar bei 119,8 Punk­ten. Grund dafür ist ein Anstieg der Erzeu­ger­prei­se für Flüs­sig­gas und Fern­wär­me um 6,1 Pro­zent bezie­hungs­wei­se 0,8 Pro­zent. Die Erzeu­ger­prei­se für leich­tes Heiz­öl und Die­sel gin­gen gegen­über Sep­tem­ber hin­ge­gen um 3,4 Pro­zent bzw. 0,4 Pro­zent zurück“, so Brossardt.

Aus Sicht der vbw braucht der Wirt­schafts­stand­ort drin­gend ein deut­lich wett­be­werbs­fä­hi­ge­res Ener­gie- und Strom­preis­ni­veau. „Unse­re Unter­neh­men lei­den wei­ter­hin unter den hohen Belas­tun­gen durch teu­re Ener­gie. Eine schnel­le und spür­ba­re Ent­las­tung der Indus­trie – ins­be­son­de­re bei den Strom­prei­sen – ist drin­gend nötig, um die bereits vor­an­schrei­ten­de De-Indus­tria­li­sie­rung zu stop­pen. Die beschlos­se­ne Ein­füh­rung eines Indus­trie­strom­prei­ses im kom­men­den Jahr ist ein wich­ti­ger Schritt. Die­ser muss aber wirk­sam und pra­xis­taug­lich aus­ge­stal­tet wer­den, um sei­ne ent­las­ten­de Wir­kung zu ent­fal­ten. Unver­zicht­bar bleibt auch eine dau­er­haf­te Absen­kung der Strom­steu­er für alle Bran­chen auf das euro­päi­sche Min­dest­ni­veau“, sagt Brossardt.

Basis­jahr für den vbw Ener­gie­preis­in­dex ist 2021 (2021=100). Wei­te­re Erläu­te­run­gen zum vbw-Ener­gie­preis­in­dex sind hier zu fin­den. 

vbw-Kon­gress „Moder­ner Staat und Bürokratieabbau“

vbw for­dert Abbau von min­des­tens zehn Pro­zent der Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten in 2026

Auf einem Kon­gress der vbw – Ver­ei­ni­gung der Baye­ri­schen Wirt­schaft e. V. dis­ku­tier­ten Ver­tre­ter aus Poli­tik, Wirt­schaft und Wis­sen­schaft über den Fort­schritt der Bun­des­re­gie­rung bei Dere­gu­lie­rung und Digi­ta­li­sie­rung. Dabei for­der­te der vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer den Abbau von min­des­tens zehn Pro­zent der Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten im Jahr 2026.

„Die über­bor­den­de Büro­kra­tie hängt unse­ren Unter­neh­men wie ein Mühl­stein um den Hals. Sie schränkt ihre inter­na­tio­na­le Wett­be­werbs­fä­hig­keit stark ein“, beton­te vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Bert­ram Bros­sardt. Der Staat müs­se sei­ne admi­nis­tra­ti­ven Ansprü­che wei­ter deut­lich zurück­fah­ren, Leis­tun­gen effi­zi­en­ter zur Ver­fü­gung stel­len und auf allen Ebe­nen Abläu­fe ver­ein­fa­chen und beschleunigen.

Die vbw begrüßt, dass die Dring­lich­keit die­ses zen­tra­len Anlie­gens der Wirt­schaft inzwi­schen auch in Ber­lin ver­stan­den ist und sich das neu ein­ge­rich­te­te Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Digi­ta­les und Staats­mo­der­ni­sie­rung auf die The­men kon­zen­triert. Bros­sardt erklär­te: „Mit der Moder­ni­sie­rungs­agen­da und dem ‚Ent­las­tungs­ka­bi­nett‘ hat die schwarz-rote Koali­ti­on ers­te erfolg­ver­spre­chen­de Maß­nah­men auf den Weg gebracht. Aber wir brau­chen wei­te­re Initia­ti­ven, um unse­re Unter­neh­men nach­hal­tig zu ent­las­ten und unse­ren Stand­ort wie­der attrak­tiv für Inves­ti­tio­nen zu machen.“

Wich­tig ist laut dem vbw-Haupt­ge­schäfts­füh­rer aber vor allem, dass beim Büro­kra­tie­ab­bau jetzt schnell auch wirk­lich spür­ba­re Ent­las­tun­gen ein­tre­ten. Als kurz­fris­ti­ge Hand­lungs­fel­der nann­te er die im Koali­ti­ons­ver­trag ver­ein­bar­te Arbeits­zeit­fle­xi­bi­li­sie­rung, ein wir­kungs­vol­les Sofort­pro­gramm zur Redu­zie­rung von Doku­men­ta­ti­ons- und Mel­de­pflich­ten sowie ein Mora­to­ri­um für Sta­tis­tik­pflich­ten. „Bis Ende 2026 müs­sen min­des­tens zehn Pro­zent der Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten abge­baut sein“, for­dert Brossardt.

Dar­über hin­aus mach­te er klar, dass es nicht nur dar­um gehe, bestehen­de Büro­kra­tie abzu­bau­en. Genau­so wich­tig sei es, bei künf­ti­gen Geset­zen so wenig neue Büro­kra­tie auf­zu­bau­en wie mög­lich. „Neue Vor­ga­ben für die Wirt­schaft müs­sen viel kri­ti­scher als in der Ver­gan­gen­heit auf Sinn­haf­tig­keit und Umsetz­bar­keit hin­ter­fragt und dazu kon­se­quent Pra­xis- und Digi­tal­ch­ecks für jedes neue Geset­zes­vor­ha­ben eta­bliert werden.“

1 2 3 4 8