14. Monitoring der Energiewende der vbw
Kurs der Energiewende stimmt, doch es fehlt an Tempo
Das 14. Monitoring der Energiewende der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. kommt auch in diesem Jahr zu dem Ergebnis, dass der Fortschritt der Energiewende nicht zufriedenstellend ist.
Der Umbau des deutschen Energiesystems ist weiterhin von strukturellen Defiziten geprägt. „Nach wie vor sind am Standort die Energiepreise zu hoch. Dadurch verlieren deutsche Unternehmen an Wettbewerbsfähigkeit. Im internationalen Vergleich zählt Deutschland weiterhin zu den Ländern mit den höchsten Industriestrompreisen“, so vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Die Transformation stockt, insbesondere beim Ausbau der Windenergie und der Netze bleibt Deutschland hinter den Zielmarken zurück. „Die zuletzt gesunkenen Treibhausgas-Emissionen sind maßgeblich Folge der schwachen konjunkturellen Entwicklung und der anhaltenden Produktionsrückgänge in der energieintensiven Industrie. „Der Rückgang des Primärenergieverbrauchs ist daher kein energiepolitischer Erfolg, sondern Ausdruck einer stagnierenden Konjunktur. Das ist nicht der Weg, auf dem wir klimaneutral werden wollen“, erläutert Brossardt.
Das Monitoring der Energiewende, das im Auftrag der vbw von der Prognos AG erstellt wurde, ist in vier Kategorien aufgeteilt: Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit, Erneuerbare und Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit. Mit einer Ausnahme stagnierten die Werte sowohl in Bayern als auch im Bund. Die Versorgungssicherheit erhielt in Bayern auf einer Skala zwischen 1 und 3 wie im Vorjahr die Note 2,3 (Bund 2,3). Im Bereich „Erneuerbare und Energieeffizienz“ blieb der Wert bei 1,8 (Bund 2,3), im Bereich Umweltverträglichkeit bei 3 (Bund 1). Lediglich in der Kategorie Bezahlbarkeit registrierte das Monitoring sowohl in Bayern als auch deutschlandweit eine Verbesserung, und zwar jeweils von 3 auf 2,5. Die Bewertung der Entwicklung in der jeweiligen Kategorie basiert auf den selbstgesteckten Zielen von Bund und Freistaat. „Trotz aller Kritik sind wir im 14. Monitoring-Jahr vorangekommen, wenn auch nicht gerade schnell. Mit Blick auf die Bezahlbarkeit leuchtet unsere Monitoring-Ampel zwar weiterhin rot, aber zumindest die Strompreise für private Haushalte sind gesunken. Insgesamt bleiben die Energiepreise für Industrie und Haushalte aber deutlich über dem Niveau des Vor-Coronajahres 2019“, sagt Brossardt.
Die Versorgungssicherheit blieb mäßig zufriedenstellend. Der Netzausbau kam nur schleppend voran. „Die Versorgungssicherheit war 2024 trotzdem gewährleistet. Diese Stabilität ist aber teuer erkauft – allein die Systemsicherheitsmaßnahmen kosteten 2024 rund drei Milliarden Euro. Kosten, die die gesamte Wirtschaft belasten. Umso wichtiger ist es, dass wir strukturelle Lösungen voranbringen“, so Brossardt.
Der Kurs der Energiewende stimmt, aber es fehlt laut vbw an Tempo. Um schneller voranzukommen, sind die Akteure auf allen politischen Ebenen gefordert. „Brüssel muss die Beihilfevorschriften so schnell wie möglich anpassen. Denn diese verhindern bislang einen wettbewerbsfähigen Industriestrompreis. Die Bundesregierung muss die Kosten weiter eindämmen. Es gilt jetzt, die Stromsteuer dauerhaft auf das europäische Mindestniveau zu senken – und zwar für alle Branchen. Zudem muss Schwarz-Rot beim Ausbau weiter Gas geben, sowohl bei den erneuerbaren Energien als auch bei den Netzen. Wenn Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit verbessern will – und das ist dringend nötig –, brauchen die hier ansässigen Unternehmen zuverlässig bezahlbare Energie“, stellt Brossardt klar.
Das 14. Monitoring der Energiewende der vbw steht hier zum Download bereit.
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vbw zum Equal Pay Day
Entgeltlücke wird kleiner – noch Spielraum bei Arbeitszeitpotenzial von Frauen
Anlässlich des diesjährigen Equal Pay Day am 27. Februar fordert die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. einen sachlichen Umgang mit dem Thema Entgeltgleichheit.
Sie betont dabei die Bedeutung der vollzeitnahen Beschäftigung von Frauen für das Schließen der Entgeltlücke. „Die geschlechterbedingte Lohnlücke wird kleiner – das ist eine Entwicklung, die wir begrüßen. Wir müssen aber weiterhin an der Behebung der Ursachen für die Unterschiede der Entgelthöhe arbeiten. Denn diese ist beispielsweise auch darin begründet, dass die individuelle Vergütung sich nach Faktoren wie der Berufswahl, dem jeweiligen Qualifikationsniveau oder der persönlichen Lebenssituation richtet“, erklärt vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. „Ab einem Alter von 30 Jahren zeigt sich ein deutlicher Sprung im Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern, da Frauen hier oft zum ersten Mal Mutter werden. Frauen reduzieren oder unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit aus familiären Gründen häufiger und länger als Männer. Dies hat dann Auswirkungen auf die weitere Lohnentwicklung. Hier gilt es anzusetzen.“
Um die Verdienstungleichheit zwischen Männern und Frauen insgesamt weiter zu reduzieren, müssen laut vbw die Arbeitszeitpotenziale von Frauen besser gehoben und insbesondere der Weg zu einer Vollzeit- oder vollzeitnahen Beschäftigung erleichtert werden. „Momentan arbeiten zwei Drittel der erwerbstätigen Frauen mit Kindern in Teilzeit. Wir erhöhen die Beschäftigungsanreize zum Beispiel, indem wir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter verbessern. Dafür müssen wir die Betreuungsinfrastruktur für Kinder ausbauen“, so Brossardt.
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Pressemitteilung zum dualen Studium an bayerischen Hochschulen
vbw erfreut über stärksten Zuwachs an dual Studierenden seit zehn Jahren
Zur Veröffentlichung der aktuellen Studierendenzahlen in Bayern durch Bayerns Netzwerk für dual Studierende, “hochschule dual”, zeigt sich die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. erfreut über den bemerkenswerten Anstieg der dual Studierenden im Wintersemester 2025//2026 um sieben Prozent von 9.252 auf 9.914.
„Die Hochschulen verzeichnen das stärkste Wachstum seit zehn Jahren. Diese Entwicklung zeigt, dass die Unternehmen im Freistaat trotz schwieriger Wirtschaftslage und Strukturkrise in den Nachwuchs investieren. Das duale Studium ist und bleibt ein Erfolgsmodell, die dual Studierenden sind als Fachkräfte von morgen unverzichtbar für die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe“, betont vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt und ergänzt: „Die jungen Leute schätzen die Planbarkeit und finanzielle Sicherheit während ihrer Ausbildung. Die Unternehmen binden die Nachwuchstalente für die eigene Fachkräftesicherung früh an sich. Vom dualen Konzept profitieren alle Beteiligten.“
Erstmals seit dem Wintersemester 2019//20 stieg auch die Studierendenzahl im Verbundstudium wieder an, und zwar um 473 Personen und damit auf 43 Prozent der insgesamt dual Studierenden. 55 Prozent wählten ein Studium mit vertiefter Praxis, zwei Prozent der Studierenden entschieden sich für ein duales Masterstudium. Der Blick auf die Wahl der Studiengänge zeigt, dass das Feld Technik und IT mit einem Anteil von fast 56 Prozent weiterhin am gefragtesten ist. Danach folgen die Studiengänge im Sozial- und Gesundheitswesen mit 22 Prozent und die Wirtschaftswissenschaften mit 13 Prozent. Brossardt erklärt: „Studierende profitieren gerade im MINT-Bereich von der praxisnahen und gleichzeitig akademischen Ausbildung. So sind sie beim Eintritt in die Erwerbstätigkeit bereits gut mit den betrieblichen Abläufen vertraut. Durch die enge Orientierung am Arbeitsmarkt warten auf dual Studierende speziell in MINT-Fächern nach dem erfolgreichen Abschluss gute Karriereperspektiven. Denn auch wenn die aktuelle wirtschaftliche Lage dämpfend auf den Arbeitsmarkt wirkt, bleibt die Suche nach qualifizierten Beschäftigten aufgrund des demografischen Wandels langfristig eine Herausforderung.“
Auch die Zahl der Praxispartner im dualen Studium bleibt auf hohem Niveau. Insgesamt verzeichnet „hochschule dual“ über 3.390 Kooperationen der Hochschulen mit Unternehmen, Behörden und Einrichtungen. Brossardt betont: „Das duale Studium ist wichtig für unsere Standortqualität. Darum müssen die Kapazitäten an den Hochschulen für duale Studiengänge weiter auf diesem hohen Level gehalten werden. Insbesondere das duale Masterstudium muss weiter gestärkt werden, denn es wird von Unternehmen zunehmend zur Personalentwicklung genutzt.“
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vbw zu den bayerischen Tourismuszahlen 2025
Aufwärtstrend im Tourismus setzt sich fort
Anlässlich der vom Bayerischen Landesamt für Statistik veröffentlichten Tourismuszahlen für 2025 sieht die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. den Aufwärtstrend in der Branche bestätigt.
Demnach erhöhte sich die Zahl der Gästeankünfte um knapp ein Prozent auf 41 Millionen, die Zahl der Übernachtungen stieg ebenfalls um 0,2 Prozent auf 103 Millionen. „Bayern bleibt mit Abstand Tourismusland Nummer eins in Deutschland. Die Zahlen zeigen, dass sich der bayerische Tourismus aus der Krise der Corona-Jahre herausgearbeitet hat“, sagte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. „Er ist eine der zentralen Säulen der bayerischen Wirtschaft. Neben dem Bewirtungs- und Beherbergungsgewerbe bieten viele weitere Branchen touristische Dienstleistungen an, etwa das Beförderungsgewerbe, der Einzelhandel oder Freizeit- und Kultureinrichtungen. Bayernweit, vor allem im ländlichen Raum, leistet die Branche dabei einen starken Beitrag zu Wirtschaftskraft und Beschäftigung.“
Unter den Regierungsbezirken verzeichnet 2025 die Oberpfalz die höchsten Zuwächse sowohl bei den Gästeankünften (+2,7 Prozent) als auch bei den Übernachtungen (+1,1 Prozent). Das höchste absolute Gästeaufkommen unter den sieben bayerischen Regierungsbezirken hatte 2025 erwartungsgemäß Oberbayern mit rund 19,6 Millionen Gästeankünften und etwa 46,4 Millionen Übernachtungen.
Für alle Unternehmen der Tourismuswirtschaft gilt aus Sicht der vbw Sie sind auf gute Rahmenbedingungen angewiesen, um die Herausforderungen bestehen zu können und langfristig erfolgreich zu sein. „Die Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf Speisen schafft dringend benötigte Planbarkeit und erhält notwendige Liquidität“, so Brossardt. Die Betriebe bleiben aber gefordert, die massiv gestiegenen Preise, die wirtschaftlichen Unsicherheiten sowie deren Auswirkungen auf das Urlaubsbudget der Gäste zu bewältigen. Gleichzeitig müssen die Unternehmen ihren Transformationsprozess mit Blick auf Klimaschutz und Klimawandel gestalten. Darüber hinaus leidet die Branche enorm unter bürokratischen Lasten und dem Arbeitskräfte- und Fachkräftemangel. „Die gesetzliche Verankerung einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit von 48 Stunden anstelle einer täglichen Betrachtungsweise würde einen wichtigen Beitrag zur weiteren Gesundung der Tourismuswirtschaft leisten“, appellierte Brossardt an die Regierungskoalition im Bund.
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vbw zum deutschen Außenhandel 2025
Deutsche Ausfuhren stagnieren – China überholt die USA als wichtigsten Exportmarkt
Die deutschen Warenexporte sind 2025 kaum gewachsen. Demnach wurden 2025 Waren im Wert von rund 1.570 Milliarden Euro ins Ausland exportiert, das war lediglich ein Prozent mehr als im Vorjahr. Die Importe stiegen im selben Zeitraum um 4,4 Prozent auf 1.367 Milliarden Euro. Dadurch sank der deutsche Exportüberschuss um mehr als 42 Milliarden auf rund 203 Milliarden Euro. Aus Sicht der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. sind die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen ein klares Warnsignal für den Standort.
„Die strukturellen Standortprobleme sind ein immenser Wettbewerbsnachteil auf den Weltmärkten, bei ohnehin großen außenwirtschaftlichen Herausforderungen für unsere Unternehmen. Die erratische US-Zollpolitik bremst die Weltwirtschaft insgesamt. Das belastet die tief in den Welthandel integrierten Volkswirtschaften Bayerns und Deutschlands in besonderem Maße. Auch der stark aufgewertete Euro stellt eine Bedrohung für unsere stark exportorientierte Industrie dar“, erläutert vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Die Exporte in die wichtigsten Märkte verzeichneten teilweise starke Rückgänge. „Es ist sehr bedauerlich, dass die Exporte in die USA aufgrund der aggressiven US-Zollpolitik um 9,3 Prozent auf 146,9 Milliarden Euro zurückgegangen sind. Auch die Ausfuhren nach China haben mit einem Rückgang in gleicher Höhe deutlich an Schwung verloren. Erfreulich sind die gestiegenen Exporte in die EU-Staaten um über vier Prozent“, so Brossardt weiter.
2025 war China mit einem Außenhandelsvolumen von 251,8 Milliarden Euro Deutschlands wichtigster Handelspartner, noch vor den Vereinigten Staaten mit einem Außenhandelsumsatz von 240,5 Milliarden Euro. Dass China die USA im Außenhandel mit Deutschland überholt hat, zeige die enge Verflechtung mit dem chinesischen Markt. Zugleich verdeutliche der Rückgang des Handels mit den USA, wie stark die politischen Rahmenbedingungen den Außenhandel beeinflussen und wie wichtig es ist, die Handelsbeziehungen zu diversifizieren und resilienter aufzustellen. „Die Zustimmung des EU-Parlaments zum Mercosur-Abkommen wäre ein wichtiges Signal gewesen. Wichtig ist es jetzt, dass die Kommission die vorläufige Anwendung des Abkommens beschließt. So kann die Wirtschaft von den Vorteilen des Abkommens profitieren, während die Entscheidung des EuGH abgewartet wird. Auch das abgeschlossene Freihandelsabkommen der EU mit Indien bietet immense Chancen. Wir sind überzeugt, dass jedes Freihandelsabkommen unseren europäischen Wirtschaftsraum und unsere bayerische Volkswirtschaft stärker und unabhängiger macht“, erläutert Brossardt.
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vbw zum EU-Indien-Freihandelsabkommens
Abkommen bietet große Chancen zur Markterschließung
Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. begrüßt den erfolgreichen Verhandlungsabschluss des EU-Indien-Freihandelsabkommens.
„Dass die EU und Indien ihre Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen haben, sendet ein starkes Signal. Angesichts der veränderten Weltlage sind Deutschland und die EU mehr denn je gefordert, neue Handels‑, Rohstoff- und Investitionspartnerschaften überall auf der Welt abzuschließen“, sagte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Die Handelspolitik von US-Präsident Trump belaste den gesamten Welthandel. China benutze seine Exportkontrollen für Seltene Erden als machtpolitisches Mittel. Eine internationale und global vernetzte Volkswirtschaft wie Bayern bekomme das zu spüren. „Das Abkommen mit Indien ist ein zentraler Schritt, um von einem dynamischen Markt zu profitieren, unsere Handelsbeziehungen zu diversifizieren und unsere Position im Indo-Pazifik zu stärken,“ so Brossardt.
Durch den Wegfall der Zölle auf über 90 Prozent der Warenexporte der EU biete das Abkommen neue Absatzmöglichkeiten. Zölle auf den Großteil von Maschinen und elektrischen Ausrüstungen würden von 44 Prozent auf null Prozent sinken. Die Zölle im Bereich Luft- und Raumfahrzeuge würden ebenfalls für die meisten Produkte eliminiert. „Auch die Medizintechnik wird profitieren, da Zölle auf 90 Prozent der optischen, medizinischen und chirurgischen Ausrüstung abgeschafft wurden. Kritisch sehen wir das Kontingent von 250.000 Fahrzeugen. Trotzdem kann die Automobilindustrie davon profitieren, denn deren Exporte nach Indien sind derzeit noch mit Zöllen von bis zu 110 Prozent belegt. Für Fahrzeuge werden diese künftig auf zehn Prozent sinken, für Autoteile werden Zölle schrittweise komplett abgeschafft,“ so Brossardt.
Das Freihandelsabkommen stellt das bislang größte beider Seiten dar und eröffnet einen Markt mit einer Bevölkerung von über 1,45 Milliarden Menschen. Indien zählt mit einem Bruttoinlandsprodukt von über vier Billionen US-Dollar zu den größten Volkswirtschaften weltweit. Die Wirtschaft des Schwellenlandes zeichnet sich zudem durch eine sehr hohe Wachstumsdynamik aus. „Bis 2030 gehen wir von einem durchschnittlichen BIP-Wachstum von rund sechseinhalb Prozent pro Jahr aus. In der Folge wird Indien in den kommenden Jahren Deutschland und Japan in der Rangliste der global größten Volkswirtschaften überholen und auf Rang 3 klettern“, erläutert Brossardt und ergänzt: „Indien hat als Absatzmarkt für bayerische Produkte stark an Bedeutung gewonnen, die Ausfuhren legten zwischen 2015 und 2024 um über 60 Prozent zu. Im Vergleich zu den USA und China ist das Exportvolumen jedoch weiter gering. Umso wichtiger ist es jetzt, bestehende Handelsbeschränkungen abzubauen und das Potenzial des indischen Marktes voll auszuschöpfen.“
Laut vbw muss Europa mit Blick auf die industrielle Expansion Chinas und die angespannten transatlantischen Beziehungen Einigkeit und Stärke demonstrieren. „Wir sind überzeugt, dass jedes Freihandelsabkommen unseren europäischen Wirtschaftsraum und unsere bayerische Volkswirtschaft stärker macht. Deswegen setzen wir auf eine zügige Ratifizierung des Abkommens ohne unnötige Verzögerungen“, betont Brossardt abschließend.
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Fünf Jahre nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs
vbw begrüßt erneute wirtschaftliche Annäherung Großbritanniens an Europa
Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. unterstützt fünf Jahre nach dem Austritt Großbritanniens aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion sämtliche Bemühungen, die Beziehungen zum Vereinigten Königreich wieder zu vertiefen.
„Der Brexit war eine Zäsur für Europa, mit schweren wirtschaftlichen Folgen, auch für Bayern. In einer Zeit mit einer derart großen Unsicherheit in der Weltwirtschaft, zunehmendem Protektionismus und geopolitischen Krisen brauchen wir nicht weniger, sondern eindeutig mehr verlässliche Partner auf der Welt – wie das Vereinigte Königreich“, betont vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Für die bayerische Wirtschaft stecke immer noch viel Potenzial im britischen Absatzmarkt. Jedoch kämpften unsere Unternehmen auch heute noch tagtäglich mit den erschwerten wirtschaftlichen Bedingungen durch die Handelshemmnisse im Außenhandel. „Wir setzen daher auf neue und pragmatische Impulse, die die Zusammenarbeit mit dem Vereinigten Königreich weiter stärken. Umso erfreulicher ist der von der derzeitigen britischen Regierung vorangetriebene Annäherungskurs an Europa. Diesen begrüßen wir ausdrücklich.“
Aus Sicht der vbw braucht es daher weitere bilaterale Vereinbarungen. Mit dem Handels- und Kooperationsabkommen bestehe eine solide Grundlage, auf die eine weitere vertiefte Zusammenarbeit aufgebaut werden könne. „Insbesondere freut uns die britische Beteiligung an europäischen Rüstungsprojekten sowie der Wiedereintritt Großbritanniens in das Erasmus-Austauschprogramm ab 2027. Ebenso war die Verlängerung der CE-Kennzeichnung für die meisten Waren auf unbestimmte Zeit eine Erleichterung.“ Gleichzeitig stellten Sondervorschriften im Dienstleistungshandel sowie der aufwändige Nachweis der Erfüllung von Ursprungsregeln die Wirtschaft weiterhin vor große Probleme. „Es braucht daher ein ‚Mutual Recognition Agreement‘ für sämtliche Sektoren, ein Ende des Flickenteppichs an Regelungen im Dienstleistungshandel sowie eine weitere Senkung der Hürden bei der gegenseitigen Anerkennung von Qualifikationen. Nur so schaffen wir langfristig eine erfolgreiche Handelspartnerschaft“, so Brossardt.
Mit einem Handelsvolumen von voraussichtlich knapp 16 Milliarden Euro war das Vereinigte Königreich im Jahr 2025 nur noch der zehntwichtigste Handelspartner Bayerns. „Die wirtschaftliche Bedeutung des Vereinigten Königreichs für Bayern hat durch den Brexit deutlich abgenommen: Das Handelsvolumen Bayerns mit Großbritannien liegt um ein Viertel beziehungsweise fünf Milliarden Euro niedriger als 2015, dem Jahr vor dem Referendum.“ Da gebe es noch Aufholbedarf. Gleichzeitig mache der Handel mit dem Vereinigten Königreich nach wie vor knapp vier Prozent des bayerischen Außenhandels aus. „Fakt ist: Je mehr Partner auf der Welt wir haben, umso weniger sind wir von einzelnen Wirtschaftsräumen abhängig. Eine wiedererlangte vertiefte Wirtschaftszusammenarbeit mit dem Vereinigten Königreich wäre ein wirksamer Schritt, um unsere Exportwirtschaft weiter zu diversifizieren und sie für zukünftige Krisen noch besser zu wappnen“, erklärt Brossardt.
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Hoffnungen der Unternehmen wurden enttäuscht – schlechtere Stimmung als im Sommer
Winter-Konjunkturumfrage in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie
Die Lage der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie hat sich laut einer Umfrage im zweiten Halbjahr 2025 noch einmal deutlich gegenüber dem Sommer eingetrübt.
Demnach sind die Hoffnungen und die vorsichtige Zuversicht der Unternehmen aus dem Sommer verflogen. Auch haben sich sowohl die inländischen als auch die ausländischen Geschäftserwartungen wieder eingetrübt. „Im Ausland wird mehr produziert, mehr investiert und es werden mehr Jobs geschaffen. Das zeigt, dass unser Wirtschafts- und Industriestandort das Problem ist“, so Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm, zu den Ergebnissen der aktuellen Umfrage unter ihren Mitgliedsunternehmen. „Wir sind nicht mehr wettbewerbsfähig und zahlen mit der anhaltenden De-Industrialisierung einen hohen Preis dafür. Dem Abwärtstrend muss ein Ende gesetzt werden, doch die Bundesregierung agiert zu zögerlich, zu unkonkret und vor allem nicht schnell genug. Wir dürfen nicht weiter zusehen, wie immer mehr Wertschöpfung den Standort verlässt, sondern brauchen jetzt eine schnell handelnde Regierung, um unseren Wohlstand zu bewahren.“
Laut Umfrage hat sich die aktuelle Geschäftslage noch einmal deutlich gegenüber dem Sommer eingetrübt. Nur noch knapp 15 Prozent bewerten die inländische Geschäftslage als gut. Der Saldo aus positiven und negativen Antworten liegt im Inlandsgeschäft bei ‑20,1 Punkten und im Auslandsgeschäft bei ‑18,8 Punkten. Obwohl sich die Erwartungen für das Inlands- und Auslandsgeschäft im kommenden Jahr verschlechtert haben und die Zuversicht gesunken ist, bleiben beide Salden dennoch positiv. „Von niedrigerem Niveau aus eine minimal positive Erwartung zu haben, ist kein Zeichen von Aufschwung, sondern die Hoffnung, dass es nicht noch schlimmer werden wird“, so Brossardt.
Die nicht erfüllten Hoffnungen verbesserter Standortbedingungen lassen Inlands- und Auslandsproduktion nicht nur erneut weiter auseinanderdriften, sondern schieben die inländischen Produktionspläne der Unternehmen wieder in den negativen Bereich. So sanken diese auf ‑6,7 Punkte. Gut 45 Prozent der Unternehmen wollen hingegen ihre Produktion an den Auslandsstandorten ausweiten. „Die Produktion wird aufgrund der sich seit Sommer wieder eintrübenden Lage im Jahresdurchschnitt um anderthalb Prozent unter dem Vorjahr liegen. Im kommenden Jahr erwarten wir eine Stagnation. Das ist bitter für unseren Standort“, prognostiziert Brossardt. Größte Sorge bereiten die Investitionspläne der M+E Unternehmen. Sie sind ein Gradmesser für die Zukunftsfähigkeit des Standorts. So sinken die inländischen Investitionspläne im Saldo von ‑8,3 auf ‑19,9 Punkte, während sich die ausländischen von +18,7 auf +34,8 Prozentpunkte verbessern. „Die Entwicklung mag schleichend sein, aber was einmal weg ist, kommt so schnell nicht wieder. Schon gar nicht, wenn die hausgemachten Probleme nicht angegangen oder sogar durch kosten- und bürokratietreibende Vorhaben verschlimmert werden. Ein besonders drastisches Beispiel ist das Tariftreuegesetz, das braucht einfach niemand. Der Schaden, der dadurch entstehen wird, ist hingegen beispiellos“, findet Brossardt. Mit Sorge betrachten die Verbände, dass von den wenigen Investitionen nicht einmal mehr 14 Prozent auf Erweiterungen entfallen, das Gros entfällt auf Ersatzbeschaffungen.
Die Beschäftigungspläne der M+E Unternehmen sind ebenfalls wieder gesunken. Über 37 Prozent der Unternehmen befürchten, Stellen abbauen zu müssen. „Bis Jahresende werden die M+E‑Unternehmen rund 20.000 Stellen abgebaut haben auf dann 837.000 Beschäftigte. Und für das kommende Jahr prognostizieren wir einen weiteren Rückgang um 20.000 auf 817.000 Beschäftigte“, berichtet Brossardt und fügt hinzu: „Nirgendwo sieht man die Auswirkungen einer verfehlten Industrie- und Standortpolitik mehr als bei der Beschäftigung. Es ist um jeden einzelnen verlorenen Arbeitsplatz traurig.“
Mit Blick auf 2026 erwarten die Verbände, dass die Bundesregierung aus guten Ideen wie der Modernisierungsagenda oder dem Infrastruktur-Beschleunigungsgesetz zeitnah echte Aktionen folgen lässt. „Umsetzen, und zwar sofort“, fordert Brossardt. Größte Baustelle, die auch ihre Schatten auf die Tarifrunde 2026 wirft, sind die Sozialversicherungskosten. „Ohne eine echte Reform steigen die Beitragssätze, es bleibt weniger Netto vom Brutto und die Arbeitskosten steigen unaufhörlich weiter. Der weiteren De-Industrialisierung öffnen wir damit Tür und Tor“, erklärt Brossardt und ergänzt: „Auch die Tarifparteien sind 2026 gefordert. In der Tarifrunde gilt es, für flexible und wettbewerbsfähige Tarifverträge zu sorgen. Es geht um nicht weniger als um die Zukunftsfähigkeit unserer Industrie. Denn die M+E Industrie ist das Herz der bayerischen Industrie und die Industrie ist das Herz der bayerischen Wirtschaft.“
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vbw-Energiepreisindex für Oktober 2025
Rückläufige Energiepreise als Ausdruck wirtschaftlicher Schwächephase
Der Energiepreisindex der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. ist im Oktober erneut leicht zurückgegangen. Gegenüber dem Vormonat sank der Index um 1,2 Prozent auf 108,0 Punkte, wie die vbw mitteilt.
„Der Trend bei den Energiekosten geht in die richtige Richtung. Gleichzeitig muss uns bewusst sein, dass der Rückgang der Energiepreise auch auf die sinkende Nachfrage durch die wirtschaftliche Schwäche zurückzuführen ist“, sagt vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Von einer nachhaltigen Wende in der Energiepolitik könne noch keine Rede sein. Der Index liege immer noch um 29,1 Prozent höher als im Vor-Corona-Jahr 2019. „Die Kosten für Energie verharren auf einem belastenden Niveau für unsere Unternehmen. Derartig hohe Kosten können wir uns aufgrund der akuten Struktur- und Konjunkturkrise nicht leisten.“
Der Teilindex für Primärenergie notierte im Oktober 2025 bei 96,2 Punkten. Im Vergleich zum Vormonat September ging der Index um 2,9 Prozent zurück. „Verantwortlich für das Minus waren insbesondere die um 8,0 Prozent niedrigeren inländischen Erzeugerpreise für Braunkohle sowie ein Rückgang der Einfuhrpreise für Erdöl und Steinkohle um 4,1 Prozent beziehungsweise 2,0 Prozent“, erläutert Brossardt.
Entgegen dem allgemeinen Trend stieg der Teilindex für Sekundärenergie im Oktober leicht an. „Verglichen mit dem September lag er um 0,3 Prozent höher, und zwar bei 119,8 Punkten. Grund dafür ist ein Anstieg der Erzeugerpreise für Flüssiggas und Fernwärme um 6,1 Prozent beziehungsweise 0,8 Prozent. Die Erzeugerpreise für leichtes Heizöl und Diesel gingen gegenüber September hingegen um 3,4 Prozent bzw. 0,4 Prozent zurück“, so Brossardt.
Aus Sicht der vbw braucht der Wirtschaftsstandort dringend ein deutlich wettbewerbsfähigeres Energie- und Strompreisniveau. „Unsere Unternehmen leiden weiterhin unter den hohen Belastungen durch teure Energie. Eine schnelle und spürbare Entlastung der Industrie – insbesondere bei den Strompreisen – ist dringend nötig, um die bereits voranschreitende De-Industrialisierung zu stoppen. Die beschlossene Einführung eines Industriestrompreises im kommenden Jahr ist ein wichtiger Schritt. Dieser muss aber wirksam und praxistauglich ausgestaltet werden, um seine entlastende Wirkung zu entfalten. Unverzichtbar bleibt auch eine dauerhafte Absenkung der Stromsteuer für alle Branchen auf das europäische Mindestniveau“, sagt Brossardt.
Basisjahr für den vbw Energiepreisindex ist 2021 (2021=100). Weitere Erläuterungen zum vbw-Energiepreisindex sind hier zu finden.
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vbw-Kongress „Moderner Staat und Bürokratieabbau“
vbw fordert Abbau von mindestens zehn Prozent der Verwaltungsvorschriften in 2026
Auf einem Kongress der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. diskutierten Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über den Fortschritt der Bundesregierung bei Deregulierung und Digitalisierung. Dabei forderte der vbw-Hauptgeschäftsführer den Abbau von mindestens zehn Prozent der Verwaltungsvorschriften im Jahr 2026.
„Die überbordende Bürokratie hängt unseren Unternehmen wie ein Mühlstein um den Hals. Sie schränkt ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit stark ein“, betonte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Der Staat müsse seine administrativen Ansprüche weiter deutlich zurückfahren, Leistungen effizienter zur Verfügung stellen und auf allen Ebenen Abläufe vereinfachen und beschleunigen.
Die vbw begrüßt, dass die Dringlichkeit dieses zentralen Anliegens der Wirtschaft inzwischen auch in Berlin verstanden ist und sich das neu eingerichtete Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung auf die Themen konzentriert. Brossardt erklärte: „Mit der Modernisierungsagenda und dem ‚Entlastungskabinett‘ hat die schwarz-rote Koalition erste erfolgversprechende Maßnahmen auf den Weg gebracht. Aber wir brauchen weitere Initiativen, um unsere Unternehmen nachhaltig zu entlasten und unseren Standort wieder attraktiv für Investitionen zu machen.“
Wichtig ist laut dem vbw-Hauptgeschäftsführer aber vor allem, dass beim Bürokratieabbau jetzt schnell auch wirklich spürbare Entlastungen eintreten. Als kurzfristige Handlungsfelder nannte er die im Koalitionsvertrag vereinbarte Arbeitszeitflexibilisierung, ein wirkungsvolles Sofortprogramm zur Reduzierung von Dokumentations- und Meldepflichten sowie ein Moratorium für Statistikpflichten. „Bis Ende 2026 müssen mindestens zehn Prozent der Verwaltungsvorschriften abgebaut sein“, fordert Brossardt.
Darüber hinaus machte er klar, dass es nicht nur darum gehe, bestehende Bürokratie abzubauen. Genauso wichtig sei es, bei künftigen Gesetzen so wenig neue Bürokratie aufzubauen wie möglich. „Neue Vorgaben für die Wirtschaft müssen viel kritischer als in der Vergangenheit auf Sinnhaftigkeit und Umsetzbarkeit hinterfragt und dazu konsequent Praxis- und Digitalchecks für jedes neue Gesetzesvorhaben etabliert werden.“