Basketball Bundesliga
Comeback nach 629-Fehlstart kostet BMA365 Bamberg Baskets Kraft und Sieg in Vechta
Betrachtet man aus Bamberger Sicht das gesamte Spiel, so kann man durchaus feststellen, dass der Ausgang der Partie des 27. Spieltags der BMA365 Bamberg Baskets bei RASTA Vechta am Donnerstagabend so nicht hätte sein müssen. Das Team um Kapitän Ibi Watson brachte sich nach einem kapitalen Fehlstart von 6:29 innerhalb der ersten gut sieben gespielten Minuten jedoch selbst derart weit ins Hintertreffen, dass man am Ende nach zuletzt sechs BBL-Siegen in Serie mit 93:96 (38:50) wieder eine Niederlage hinnehmen musste.
Vor 3.140 Zuschauern im ausverkauften RASTA Dome gelang den Bambergern bis zum Ende des dritten Abschnitts zwar tatsächlich das Comeback, doch die 71:66-Führung zu Beginn des Schlussabschnitts konterten die Vechtaer nochmals stark und drehten die Partie letztlich doch noch zu ihren Gunsten.
Die besten Werfer waren Tevin Brown (Vechta) und Cobe Williams (Bamberg) mit je 22 Punkten. Effektivster Spieler im Team aus Freak City war an diesem Abend war Austin Crowley (21), der neben seinen 15 Punkten auch 7 Rebounds einsammelte, 5 Assists verteilte und mit 25 den besten Plus/Minus-Wert aller Spieler auf dem Parkett hatte.
Spielverlauf
Der alte BBL-Rekord wurde gebrochen, dann auch im 27. Bundesliga-Spiel dieser Saison schickte Head Coach Anton Gavel die gleiche Startformation mit Cobe Williams, Richard Balint, Ibi Watson, Demarcus Demonia und EJ Onu aufs Parkett. Nicht nur diese fünf staunten jedoch nicht schlecht, denn so gut wie nichts wollte in den Anfangsminuten klappen. Die Vechtaer spielten wie aufgedreht und der zu diesem Zeitpunkt bereits dritte Dreier der Hausherren zum 2:17 ließ Bambergs Cheftrainer keine andere Wahl, als die Partie mit seiner ersten Auszeit erst einmal zu unterbrechen. Doch auch danach wurde es zunächst nicht besser. In der Verteidigung war man stets zu spät und auch offensiv gelang es nicht, gute Wurfmöglichkeiten herauszuspielen. Die Hausherren hingegen ließen nicht locker und zogen bis auf 6:29 (8.) davon. Moritz Krimmer (mit zwei Dreiern) und auch Austin Crowley brachten gemeinsam nun deutlich mehr Schwung ins Bamberger Spiel und man verkürzte mit einem 8:0‑Lauf bis zum Viertelende auf 14:29.
Mit einem Dreier von Zach Ensminger starteten die BMA365 Bamberg Baskets ins zweite Viertel (17:29/11.). Jetzt drehte auch Cobe Williams auf und nur wenig später waren die Bamberger auf 24:31 heran, worauf nun Christian Held seinem Team neue Anweisungen geben musste. Das gelang ihm ausgezeichnet, denn RASTA zog wieder an und lag nach einem 9:0‑Lauf wieder mit 24:40 deutlich in Führung. Die Partie gestaltete sich nun ausgeglichen, wobei sich am Vorsprung der Hausherren nur wenig änderte. Bis auf zwölf Zähler Rückstand konnten die Bamberger zur Pause verkürzen (38:50).
„Dann ist es schwierig, noch zu gewinnen“
Auch das dritte Viertel begannen die Bamberger mit einem erfolgreichen Dreier. Diesmal traf Austin Crowley aus der Distanz und leitete damit einen 15:2‑Run ein, der mit dem Dunk von EJ Onu die erste Bamberger Führung des Abends bedeutete (53:52/24.). Von hier an lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch. Einer legte vor, der andere konterte. Vor allem Philipp Herkenhoff und Austin Crowley taten sich hier für ihre Teams hervor und stellten das Ergebnis knapp eine Minute vor Ende des dritten Abschnitts auf unentschieden (66:66). Den Korberfolg von Zach Ensminger zum 68:66 beantwortete Tommy Kuhse auf der Gegenseite dann zwar noch mit einem Floater, sein Wurf kam jedoch einen Wimpernschlag zu spät und so gingen die BMA365 Bamberg Baskets mit einer 68:66-Führung ins Schlussviertel.
Aller guten Dinge sind drei – sagte sich Adrian Petković und begann auch den Schlussabschnitt für die Bamberger mit einem Treffer aus mehr als 6,75 Metern Entfernung (71:66/31.). Bei Vechta lief nun aber Tommy Kuhse heiß. Acht Punkte machte der Point Guard in Folge und brachte sein Team so wieder in Führung (73:74/33.). Wenig später ließ Philipp Herkenhoff zwei Dreier folgen und Vechta zog auf 75:82 (35.) davon, ehe Tommy Kuhse nochmals sechs Punkte nachlegte und Vechta beim 77:90 (37.) schon wie der sichere Sieger aussah. Die Bamberger aber bissen, kämpften und kamen nach dem Alley-Oop von Demarcus Demonia tatsächlich nochmals heran (85:90/39.) – Auszeit Vechta. Mit dem nächsten Spielzug brachte Tevin Brown per Dreier Vechta wieder mit acht Punkten in Führung, doch Cobe Williams konterte auf der Gegenseite prompt (88:93). Es folgte ein Ballverlust von Kuhse, worauf EJ Onu per Dunk auf 90:93 verkürzte. 18 Sekunden vor dem Ende ging nun Lloyd Pandi an die Freiwurflinie. Während er nur einen traf, netzte Zach Ensminger gegenüber für drei zum 93:94 ein. Nun musste es schnell gehen und man foulte Kuhse, der beide Freiwürfe zum 93:96 traf. Neun Sekunden blieben den Bambergern nun noch, um mit einem Dreier das Spiel doch noch in die Overtime zu schicken. Die Würfe von Austin Crowley und Cobe Williams verfehlten jedoch das Ziel und die Siegesserie war gerissen.
„Glückwunsch an Vechta zu diesem Sieg. Sie haben in der 1. Halbzeit superaggressiv und physisch gespielt. Das konnten wir am Anfang nicht matchen und hat uns den Sieg gekostet. Ich denke, dass das erste und das 3. Viertel entscheidend waren. Wir waren schnell mit 23 Punkten im Rückstand. Dann ist es schwierig, noch zu gewinnen“, so Bambergs Head Coach Anton Gavel. „Zwar haben wir noch einen Weg zurück ins Spiel gefunden, aber im 4. Viertel fehlten uns dann erneut die Stopps, gerade gegen Tommy Kuhse und das Pick and Pop mit Philipp Herkenhoff. Das hat uns auf jeden Fall wehgetan, da hätten wir besser sein müssen. Am Ende haben wir noch zwei Würfe, um die Verlängerung zu erreichen. Das wäre aber nicht verdient gewesen. Bis jetzt habe ich noch keine Gedanken an das Spiel am Montag gegen Jena verwendet. Ich denke, wir müssen uns erst einmal dieses Spiel hier auf Video anschauen, was wir daraus mitnehmen können. Das werden genügend Dinge sein und dann geht es darum sich auf Jena zu konzentrieren.“
Bereits am kommenden Montag geht es für die BMA365 Bamberg Baskets weiter. Am 28. Spieltag empfängt man dann zum Oster-Familienspieltag den Aufsteiger aus Jena in der BROSE ARENA.
Basketball Bundesliga
BMA365 Bamberg Baskets erwarten heißen Tanz im RASTA Dome
Eine hohe Auswärtshürde gilt es für die BMA365 Bamberg Baskets am 27. Spieltag in der easyCredit Basketball Bundesliga zu meistern. Am heutigen Gründonnerstag sind die Bamberger zu Gast bei RASTA Vechta, die nach zuletzt vier Siegen aus den letzten fünf Spielen im Kampf um die Play-In-Plätze wieder voll mitmischen.
Das Team von Head Coach Anton Gavel reist als Tabellendritter mit sechs BBL-Siegen in Serie nach Niedersachsen und wird heute Abend ab 18:30 Uhr wieder alles dafür tun, die Serie weiter auszubauen und so den nächsten Sieg im Kampf um einen der begehrten Playoff-Plätze nach Freak City holen zu können.
Rekordverdächtig!
Sollte Head Coach Anton Gavel auch bei RASTA Vechta wieder mit der gleichen Startformation wie bisher die Partie beginnen, wäre das ein neuer Ligarekord!
Die bisherige Bestmarke, die seit der Erfassung der Startformationen in der BBL-Saison 2004//05 dokumentiert ist, nämlich 26 Spielen in Serie mit der gleichen Startformation, hat man schon eingestellt. Der bisherige Rekord stammte aus der Saison 2011//12 als die EWE Baskets Oldenburg in 26 Ligaspielen (plus ein Pokalspiel) mit Bobby Brown, Kenny Hasbrouck, Rickey Paulding, Ronald Burrell und Adam Chubb die Spiele begannen.
Apropos Zahlen und Bestwerte: Für Moritz Krimmer wird das Spiel in Vechta sein 100. BBL-Spiel sein.
„In Vechta erwartet uns ein schwieriges Auswärtsspiel. Vechta hatte bis zum letzten Spiel eigentlich einen guten Lauf gehabt und zuvor mehrere Spiele in Folge gewonnen“, so Bambergs Head Coach Anton Gavel. „Mit Malik Parsons haben sie sich jetzt kürzlich auch noch einmal verstärkt. Vor allem auf den kleinen Positionen und mit ihrem Guard-Play sind sie extrem gefährlich und können gut scoren. Deshalb wird es wichtig sein, dass wir vor allem die Guards stoppen, beziehungsweise sie verlangsamen, denn ganz stoppen kann man sie nicht. In Vechta ist es mit dieser Atmosphäre sehr schwer zu spielen. Hierfür müssen wir gewappnet sein, aber vor allem kommt es darauf an, dass wir defensiv gutstehen, um deren Guards zu stoppen.“
In den ersten drei Vierteln des Hinspiels ging es hin und her. Die Bamberger legten zunächst vor und lagen nach dem ersten Abschnitt mit fünf Zählern in Führung. Bis zur Pause kamen die Gäste aus Niedersachsen jedoch bis auf 49:48 wieder heran. Nach 30 Minuten stand es unentschieden und so musste das letzte Viertel die Entscheidung bringen. Sechseinhalb Minuten vor dem Ende war beim 83:81 noch immer alles offen, doch dann starteten Ibi Watson & Co. einen 11:2‑Lauf und zogen drei Minuten vor Schluss vorentscheidend auf 94:83 davon.
Seit Anfang März sind die Vechtaer wieder richtig stark unterwegs. Vier Siege holte das Team von Head Coach Christian Held in den letzten vier Wochen und steht mit einer Bilanz von 11 Siegen und 15 Niederlagen auf Position 12 der Tabelle. Der Abstand zu den Play-In-Plätzen und den Teams aus Rostock (9.) und Chemnitz (10.) beträgt gerade einmal einen Sieg.
Wie schon das Hinspiel könnte auch die Partie am Donnerstagabend ein offensivgeprägtes Spiel werden, denn beide Mannschaften stehen für viele Punkte in dieser Saison. Mit exakt 87 Zählern pro Partie hat RASTA ligaweit den viertbesten Wert. Bamberg belegt hinter dem Aufsteiger aus Trier (90,4) Platz zwei.
Vor allem aus der Distanz können beide Teams heiß laufen. Mit der identischen Quote von jenseits der 6,75-Meter-Linie belegt man in der easyCredit BBL gemeinsam hinter den Oldenburgern (38,2%) und dem FC Bayern (38,1%) Rang drei.
Mit einer Ausbeute von 18,2 Zählern pro Partie (Platz 3 in der BBL) hat Alonzo Verge Jr. den besten Wert von insgesamt sechs Spielern im Team von RASTA, die einen zweistelligen Punkteschnitt vorweisen können. Mit einer Trefferquote von 50,7 Prozent aus dem Zwei-Punktbereich sowie 33,3 Prozent bei den Dreiern bringt es der in Aurora, Illinois geborene Guard auf eine hervorragende Trefferquote aus dem Feld von 47,3 Prozent.
Die Liga staunte nicht schlecht, als RASTA Vechta Anfang Dezember die Verpflichtung von Tibor Pleiß bekanntgab. Der zweifache EuroLeague-Champion verlieh dem Spiel der Niedersachsen nicht nur wegen seiner 2,18 Meter Körpergröße eine neue Dimension. Auch von seiner immensen Erfahrung aus fast zwei Jahrzehnten als Basketball-Profi profitierte RASTA. Aktuell müssen die Niedersachsen aber auf ihren besten Rebounder verzichten. Der 109-fache deutsche Nationalspieler zog sich beim Heimspiel gegen Ludwigsburg einen Innenbandriss im rechten Knie zu und wird länger ausfallen.
Die Nachverpflichtung eines weiteren Guards sorgte bei so manchem Experten ein wenig für Unverständnis. RASTA aber traf hier ins Schwarze, denn seit Malik Parsons zum Team gehört, konnten eben die schon mehrfach angesprochenen vier Siege aus den letzten fünf Spielen geholt werden. Der US-Amerikaner, der aus seiner Zeit in Frankfurt bereits über BBL-Erfahrung verfügt, steuerte in seinen bisherigen Einsätzen im Schnitt gut 12 Punkte pro Partie bei und fügte sich nahezu nahtlos ins Team ein. In allen fünf Partien scorte er zweistellig und holte zudem durchschnittlich 5,0 Rebounds und gab 3,0 Assists (Effektivität: 16,2).