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Wälder

Mit­tei­lung der Regie­rung von Oberfranken

Trotz Bor­ken­kä­fer: Ober­fran­kens Wäl­der wer­den vielfältiger

Trotz Bor­ken­kä­fer, Hit­ze und Tro­cken­heit hal­ten sich in vie­len Regio­nen Ober­fran­kens die nega­ti­ven Ent­wick­lun­gen in Gren­zen. Über den gesam­ten Regie­rungs­be­zirk gese­hen, wer­den die Wäl­der viel­fäl­ti­ger, natur­nä­her und wei­sen mehr Laub­bäu­me auf. Das zeig­ten die regio­na­li­sier­ten Aus­wer­tun­gen der Bun­des­wald­in­ven­tur (BWI), die die Baye­ri­sche Lan­des­an­stalt für Wald und Forst­wirt­schaft (LWF) gemein­sam mit Regie­rungs­prä­si­dent Flo­ri­an Luder­schmid in einem Wald­stück bei Hum­mel­tal vor­ge­stellt hat.

Der Anteil der Laub­bäu­me im Kro­nen­dach sei in den letz­ten zehn Jah­ren von 31 Pro­zent auf 33 Pro­zent ange­stie­gen. Was sich zunächst nach nicht viel anhört, sei in abso­lu­ten Zah­len enorm: 5.400 Hekt­ar Laub­holz kamen in Ober­fran­ken hin­zu. Der Anstieg des Laub­hol­zes ging ins­be­son­de­re zulas­ten der Fich­ten­flä­che. Zuge­nom­men haben hin­ge­gen Buchen und Eichen. Damit ent­wi­ckeln sich die ober­frän­ki­schen Wäl­der wei­ter in Rich­tung mehr Natur­nä­he und Kli­ma­to­le­ranz. „Die­se Zah­len bele­gen die erfolg­rei­chen Bemü­hun­gen der ober­frän­ki­schen Wald­be­sit­ze­rin­nen und Wald­be­sit­zer, ihre oft nadel­holz­be­ton­ten Wäl­der in sta­bi­le­re Misch­wäl­der umzu­bau­en”, unter­strich Regie­rungs­prä­si­dent Flo­ri­an Luder­schmid. “Das ist wich­tig, denn unse­re Wäl­der sind unver­zicht­bar für den Trink­was­ser­schutz, die Erho­lung und die Bio­di­ver­si­tät. Zudem lie­fern sie den nach­wach­sen­den und kli­ma­freund­li­chen Roh­stoff Holz.”


Holz­vor­rä­te leicht gestiegen

Ober­fran­ken habe wei­ter­hin die zweit­höchs­ten Nadel­holz­an­tei­le aller baye­ri­schen Regie­rungs­be­zir­ke. In der zurück­lie­gen­den Inven­tur­pe­ri­ode wuch­sen in Ober­fran­ken jähr­lich rund 3 Mil­lio­nen Fest­me­ter Holz nach. Dies ist der Grund dafür, dass im gesam­ten Regie­rungs­be­zirk – trotz der dra­ma­ti­schen Wald- und Holz­ver­lus­te im Fran­ken­wald – die Holz­vor­rä­te leicht gestie­gen sind. Aber in Zei­ten des Kli­ma­wan­dels löst die­se Nach­richt bei Exper­ten gemisch­te Gefüh­le aus: „Der rasan­te Kli­ma­wan­del zwingt uns, den lau­fen­den Wald­um­bau noch zu ver­stär­ken. Wir müs­sen in Ober­fran­ken drin­gend unse­re Baum­ar­ten­viel­falt wei­ter erhö­hen. Die dra­ma­ti­sche Bor­ken­kä­fer­ent­wick­lung im Fran­ken­wald soll­te für Ober­fran­ken und dar­über hin­aus für ganz Bay­ern eine deut­li­che War­nung sein”, warnt LWF-Vize­prä­si­den­tin Dr. Ruth Dirsch.

Ins­be­son­de­re in den Land­krei­sen Kro­nach, Hof und Kulm­bach habe der Kli­ma­wan­del deut­li­che Spu­ren in der Land­schaft hin­ter­las­sen. Begin­nend mit dem Tro­cken­jahr 2018 sind bis heu­te mehr als 10.000 Hekt­ar Fich­ten­wald abge­stor­ben. Dort muss­ten die Wald­be­sit­zen­den erheb­li­che öko­no­mi­sche Ein­bu­ßen hin­neh­men, da die hohen Vor­rä­te ein­ge­schla­gen wur­den als die Holz­prei­se sehr nied­rig waren.


Nach­wach­sen­der Baumbestand

Sehr erfreu­lich sei hin­ge­gen, dass die nächs­te Wald­ge­ne­ra­ti­on oft­mals schon in den Start­lö­chern steht: Auf gut einem Drit­tel der Wald­flä­che wach­sen unter dem Schutz des Alt­be­stan­des bereits jun­ge Bäu­me. Die­se Ver­jün­gung besteht zu 56 Pro­zent aus Laub­bäu­men. Aller­dings sind auch die Fich­ten­an­tei­le in der Ver­jün­gung mit 38 Pro­zent sehr hoch. Um die Mischung vie­ler Baum­ar­ten zu erhal­ten, ist daher eine geziel­te Pfle­ge durch die Wald­be­sit­zer not­wen­dig. Genau­so wich­tig ist die Unter­stüt­zung durch die Jäger­schaft. “Auch die Jagd spielt eine ent­schei­den­de Rol­le”, so Dirsch. „Wald­an­ge­pass­te Wild­be­stän­de sind die ent­schei­den­de Vor­aus­set­zung, damit sich die Ver­jün­gung auch gut ent­wi­ckeln kann.”

Auch in Sachen Bio­di­ver­si­tät haben die ober­frän­ki­schen Wäl­der in den letz­ten zehn Jah­ren erheb­lich zuge­legt: Die Vor­rä­te an Tot­holz sind deut­lich ange­stie­gen, auch wenn sie mit rund 25 Fest­me­tern pro Hekt­ar noch immer unter dem baye­ri­schen Durch­schnitt lie­gen. Anders als der Name ver­mu­ten lässt, ist Tot­holz alles ande­re als tot. Es besitzt viel­fäl­ti­ge Struk­tu­ren, die die Lebens­be­dürf­nis­se zahl­rei­cher Arten erfüllen.

Die Bun­des­wald­in­ven­tur lie­fert im zehn­jäh­ri­gen Tur­nus fun­dier­te Daten zur Ent­wick­lung und zum Zustand der Wäl­der in ganz Deutsch­land. Für die aktu­el­le Erhe­bung haben Förs­te­rin­nen und Förs­ter in Bay­ern an rund 8.000 Auf­nah­me­punk­ten rund 100.000 Bäu­me ver­mes­sen und Infor­ma­tio­nen zur Wald­ent­wick­lung erhoben.