Nach Absage: Neuer Termin steht fest
12. Bamberger Uni-Lauf findet am 18. Oktober statt
Wegen der extremen Hitze musste der 12. Bamberger Uni-Lauf Ende Juni abgesagt werden. Am 18. Oktober 2026 wird das Sportereignis nun nachgeholt, wie die Universität Bamberg mitteilt.
Der Juni 2026 war der heißeste bislang in Deutschland gemessene Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Auch in Bamberg wurden am letzten Juniwochenende 2026 Temperaturen von fast 40 Grad gemessen. Diesen fiel auch der Bamberger Uni-Lauf zum Opfer. Die Sicherheit der Läuferinnen und Läufer sowie der zahlreichen Helferinnen und Helfer hatte Priorität.
Nun steht ein Ersatztermin fest. Der 12. Bamberger Uni-Lauf soll am Sonntag, den 18. Oktober 2026, stattfinden. Wichtig für alle bereits angemeldeten Starterinnen und Starter: Bisherige Anmeldungen bleiben bestehen, eine erneute Anmeldung ist nicht notwendig. Sollte eine Teilnahme am Ersatztermin nicht möglich sein, ist eine kostenlose Abmeldung bis spätestens 31.08.2026 möglich.
Der Uni-Lauf ist ein landesoffener Straßenlauf für Jugendliche und Erwachsene mit Einzel‑, Team- und Altersklassenwertung. Für Studierende sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bayerischer Hochschulen und Universitäten findet außerdem eine Wertung im Rahmen der „Bayerischen Hochschulmeisterschaften 10 km Straßenlauf 2026” statt.
Erneut besteht in diesem Jahr auch die Möglichkeit, an dem Lauf als Staffel bestehend aus zwei Personen teilzunehmen. Die Startgebühr beträgt 15 Euro für Erwachsene, 12 Euro für Studierende, 9 Euro für Jugendliche und 18 Euro für Staffeln mit zwei Teilnehmenden.
Außerdem findet im Rahmen der Veranstaltung ein Bambini-Lauf (circa 500 m, Start 9.15 Uhr) für Kinder bis einschließlich 7 Jahre sowie ein Kinder- und Jugendlauf (circa 2.000 m, Start 9.30 Uhr) für Kinder und Jugendliche zwischen 8 und einschließlich 15 Jahren auf dem ERBA-Gelände statt. Die Startgebühr beträgt für Kinder (Jahrgang 2011–2018) 5 Euro sowie für Bambini (Jahrgang 2019 und jünger) 3 Euro.
Das Universitätssportzentrum Bamberg lädt unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Voll in Zusammenarbeit mit dem geistigen Initiator des Uni-Laufs Prof. em. Dr. Dr. h.c. Laszlo A. Vaskovics herzlich zur Teilnahme ein. Die Anmeldung ist ausschließlich online möglich. Nachmeldungen nimmt das Organisationsteam in begrenztem Umfang bis eine halbe Stunde vor dem Start des jeweiligen Laufs vor Ort entgegen.
Kranzniederlegung am Mahnmal im Harmoniegarten
Bamberg erinnert an den Widerstand gegen das NS-Regime
Unter reger Beteiligung fand am 20. Juli eine Gedenkfeier am Mahnmal für Widerstand und Zivilcourage im Harmoniegarten statt. Eingeladen hatte die Stadt Bamberg in Kooperation mit der Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e.V.
Dritte Bürgermeisterin Eva Jutzler erinnerte am 82. Jahrestag des Hitler-Attentats durch Claus Schenk Graf von Stauffenberg an den Mut der Frauen und Männer, die mit hoher Risikobereitschaft alles daransetzten, das Unrechtsregime zu beseitigen. Mechthildis Boksch, Vorsitzende der Willy-Aron-Gesellschaft, mahnte, die demokratischen Werte zu bewahren.
Den Hauptteil der Gedenkfeier bestritten Schülerinnen und Schüler – und junge Musizierende. Angehörige der Dr. Selma Graf-Pflegeschule zitierten unsere Grundrechte. Schülerinnen und Schüler des Franz-Ludwig-Gymnasiums erinnerten an Willy Aron, neben Claus Graf Schenk von Stauffenberg eine weitere Persönlichkeit mit Bamberger Geschichte, die mit dem Mahnmal gewürdigt wird. Der Jungsozialist war Mitglied jüdischer Jugendorganisationen und verteidigte als Rechtsreferendar Sozialdemokraten strafrechtlich. Er wurde bereits 1933 im Konzentrationslager Dachau zu Tode geprügelt. Der Dritte im Bunde ist Hans Wölfel. Der Rechtsanwalt warnte als Vorstand der Katholischen Aktion schon früh vor der NS-Ideologie. Als Regimekritiker denunziert wurde er 1944 enthauptet. An ihn erinnerten Schülerinnen und Schüler des Kaiser-Heinrich-Gymnasiums.
Willy-Aron-Gesellschaft
Vortrag: Wie die Nationalsozialisten bereits 1933 den Staat vollständig unterwarfen
Die Bamberger Willy-Aron-Gesellschaft veranstaltet am 19. Februar einen geschichtlichen Vortrag zum Ende der Weimarer Republik und dem Beginn der nationalsozialistischen Diktatur. Darin wird sich Franz-Rudolf Herber der Frage widmen: Wie konnten die Nationalsozialisten bereits 1933 den Staat vollständig unterwerfen?
Am 10. Januar veröffentlichte das Recherchenetzwerk „Correctiv“ einen Artikel zu einem Treffen, das Ende November 2023 bei Potsdam stattfand. AfD- und CDU-Mitglieder waren dort ebenso anwesend wie Unternehmer und Neonazis. Besprochen wurden Pläne über die Deportation von Millionen von Menschen. Seit der Veröffentlichung protestierten in ganz Deutschland hunderttausende Menschen gegen Rechts. Auch in Bamberg gingen am 20. Januar tausende Menschen auf die Straße. Außerdem wird seit den Enthüllungen ein Verbot der AfD diskutiert.
Diese Diskussionen, so die Bamberger Willy-Aron-Gesellschaft (WAG) in einer Mitteilung, ziehen auch Parallelen zu den Verhältnissen der Weimarer Republik. Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler Reichskanzler und unterwarf innerhalb weniger Monate den Staat und die Gesellschaft der Nazi-Regierung. Wer Kritik übte, musste mit drastischen Strafen bis hin zur Todesstrafe rechnen. Der Bamberger Jurist Willy Aron, ein Demokrat und Mitglied der sozialistischen Arbeiterbewegung, war ein frühes hiesiges Opfer der Diktatur. Am 19. Mai 1933 wurde er in dem damals gerade geschaffenen Konzentrationslager Dachau getötet.
Die Willy-Aron-Gesellschaft will heute nicht nur das Gedenken an ihren Namensgeber aufrechterhalten, sondern auch einen Beitrag zur Stärkung des Geschichts- und des Demokratiebewusstseins leisten. In diesem Sinne wird der Jurist und Philologe Franz-Rudolf Herber für die WAG in einem Vortrag beschreiben, mit welcher Geschwindigkeit die Nazis den demokratischen Weimarer Staat bereits im Jahr 1933 zerstört und zugleich die deutsche Gesellschaft unterjocht haben.
Der Vortrag findet am 19. Februar um 19 Uhr in der Katholischen Hochschulgemeinde in der Friedrichstraße 2 statt.
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Über den zivilen Widerstand im Jahr 1944
Theaterstück Willy-Aron-Gesellschaft: „Die Vermessung der Demokratie“
Die Bamberger Willy-Aron-Gesellschaft zeigt in der KUFA das Theaterstück „Die Vermessung der Demokratie“. Darin geht es um Wilhelm Leuschner, der 1944 im zivilen Widerstand gegen das Naziregime war.
Am 20. Juli 1944 versuchte Claus Schenk Graf von Stauffenberg Adolf Hitler mit einer Bombe zu töten. Ihm und seinem Handeln angeschlossen war jedoch auch ein ziviler Widerstand. Vor diesem Hintergrund bringt die Bamberger Willy-Aron-Gesellschaft das Theaterstück „Die Vermessung der Demokratie – Ein Wilhelm Leuschner Portrait“ auf die Bühne der Kulturfabrik KUFA. Das unter anderem vom Deutschen Gewerkschaftsbund und der Adalbert Raps Stiftung geförderte Projekt soll auf den zivilen Widerstand hinweisen.
Das Theaterstück von Jan Uplegger, Yumiko Tsubaki und Maria Hinze lenkt den Blick auf Wilhelm Leuschner, der den zivilen Widerstand 1944 organisierte. Leuschner wurde in Bayreuth geboren, war Handwerker und später hessischer Innenminister. Außerdem war er der Kopf der Untergrund-Gewerkschaft während der NS-Diktatur und für den Fall eines geglückten Umsturzes als Vizekanzler vorgesehen. Das Theaterstück skizziert anhand meist noch unveröffentlichter Originaldokumente und musikalischer Einlagen Leuschners politische und persönliche Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und umreißt seine Stationen im Widerstand.
Ein Podiumsgespräch nach der Aufführung soll Raum schaffen für Fragen, Austausch und Reflexion. Denn das Theaterstück möchte auch für das zivilgesellschaftliche Engagement heute sensibilisieren. Wenn man Menschenwürde als Basis des Zusammenlebens wolle, so die Willy-Aron-Gesellschaft, brauche man die Auseinandersetzung mit der Zeit, in der Freiheit und Menschenwürde missachtet wurden.
Am 24. Oktober gibt es um 10 Uhr von „Die Vermessung der Demokratie“ zuerst eine Aufführung für Schulklassen, am Abend, um 19:30 Uhr, eine öffentliche Wiederholung.
Die Willy-Aron-Gesellschaft
Seit ihrer Gründung im Jahr 2003 setzt sich die Willy-Aron-Gesellschaft für Zivilcourage, Demokratie, Menschenrechte und Toleranz ein. Außerdem hat es sich der Verein zum Ziel gemacht, die Forschung über Willy Aron und andere Bamberger Personen Region, die mit gleicher Zivilcourage handelten, zu unterstützen. Willy Aron war ein jüdischer Bamberger Sozialdemokrat, der 1933 in Dachau zu Tode geprügelt wurde.